SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

26Apr/11Off

Twitter und das ZDF – Wenn andere (gut) für einen kommunizieren

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ja, so kann es gehen im Social Web. Da folgt man monatelang auf Twitter ZDFonline und freut sich über die gekonnte Kommunikation von Seiten des ZDF. Und dann erfährt man: man ist gar nicht dem "offiziellen" ZDF gefolgt. Sondern nur Fans. Engagierten Internet-Nutzern, die das ZDF mögen. Und einen Service ablieferten, der nicht nur gut war sondern auch über 40.000 Nutzer anzog. Mit dem das ZDF aber bis vor kurzem nix zu tun hatte.

Das kann prinzipiell jeder Marke passieren. Auf Twitter. Oder auch auf Facebook, Flickr, Youtube & Co. Verhindern lässt sich das nicht. Oder doch? Es fällt einem solchen "Schummel-Angebot" natürlich erheblich schwerer sich zu etablieren, wenn die betreffende Marke selbst schon präsent ist. Dann ist eine Verwechslungsgefahr deutlich geringer. Also wenn andere schneller waren und das auch noch richtig gut machen: selbst Schuld. Die Marke gehört nicht den Unternehmen. Das ist ein Irrglaube, dem noch immer viele Markenverantwortliche anhängen. Marken gehören zuerst einmal den Nutzern. Ob es dem Unternehmen nun passt oder nicht.

Und wie hat das ZDF reagiert, als die beiden Macher von ZDFonline auf Twitter sie darauf aufmerksam machten, was sie dort treiben? Die meisten Unternehmen würden Anwälte an die Front schicken. Man würde den eingerichteten (und etablierten Social Media Kanal) schließen bzw. versuchen zu übernehmen. Rechtlich wäre das auch in Ordnung. Aber ob das geschickt ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wie schon gesagt: die Marke gehört nicht mehr den Unternehmen allein, sondern vor allem den Nutzern. Und die machen davon in Zeiten des Social Web ausgiebig Gebrauch. In den Vor-Social-Web-Zeiten ging das noch erheblich schwerer. Doch nun können Fans sich als Fan outen, kritisieren, loben, bewerten, weiter empfehlen, schwärmen, Witze reißen, Filme drehen, Fotos hochladen, Artikel schreiben, Twitter-Nachrichten absenden usw. Nicht jedem gefällt das. Aber es ist so. Und man sollte lernen (geschickt und entspannt) damit umzugehen.

Das ZDF hat seine Hausaufgaben in Sachen Social Web gemacht. Und reagierte so, wie man es sich von anderen Marken auch wünschen würde. So, wie es Coca-Cola seinerzeit mit der Fanseite auf Facebook tat. Man lud die beiden Protagonisten nach Mainz ein und bot ihnen an, den Twitter-Kanal nun ganz offiziell zu führen. Ob sie dafür auch bezahlt werden, ist nicht ganz eindeutig. Aber ich vermute mal, sie bekommen auch ein monatliches Budget dafür. Daumen hoch für diesen Vorgang. Genau so sollte man reagieren, wenn man darauf stößt, dass Fans bereits proaktiv im Social Web für einen agieren. Was Besseres kann einer Marke doch gar nicht passieren.

Mehr Infos zu diesem auf der einen Seite witzigen, aber zugleich auch spannenden Positiv-Case finden Sie bei Richard Gutjahr. Und hier das Video dazu mit den beiden Social Media Enthusiasten. Super Job, Jungs!

11Jan/10Off

Die Wolkenmenschen – ZDF macht nen guten Job im Internet

Autor des Artikels: Matias Roskos

Nachdem ich vergangene Woche kritisiert hatte, wie schlecht die ARD seine Zuschauer beim Ausfall der Harald Schmidt Show informiert hat und wie mir dabei auffiel, wie unzeitgemäß TV heute ist, hier nun ein Beispiel, wie das Zusammenspiel zwischen TV und Internet wirklich gut angegangen wird.

Sonntag Abend gibt es im ZDF um 19.30 Uhr die Sendung "Schliemanns Erben". Gestern ging es um die sogenannten "Wolkenmenschen", von denen ich nie zuvor was gehört hatte. Und das will was heißen für einen ehemaligen Geschichtsstudenten, Archäologie- sowie Inka- und Maya-Fan. Ich will gar nicht groß über die Sendung an sich reden. Manchmal wirds mir zu Däniken-lastig. Aber egal. Grandios finde ich es, dass man immer wieder - vor allem auch in der An- und Abmoderation - auf die Webseite hinweist. Super! Und tatsächlich: Es gelingt dem ZDF immer besser im Internet zu den einzelnen Sendungen echte Mehrwerte zu schaffen. Wenn ich mir die Seite zu den "Wolkenmenschen" anschaue, dann ist das eine liebevoll gemachte Webpage, die man sich gern und in Ruhe nochmal anschaut nach der Sendung! Es gibt viel Text und auch eine bei solch einem Thema unbedingt notwendige Bilderstrecke.

zdf wolkenmenschen

Aber noch ist die Umsetzung nicht konsequent genug! Es fehlen zum einen die Button zum Social Media Sharing. Ich würde die Seite gern mit Freunden auf Facebook und MySpace teilen. Und ich würde auch was dazu twittern. All dies bietet mir die ZDF-Seite nicht an. Warum nicht? Vermutlich möchte man die Leser nicht überfordern. Aber die kleinen Social Media Button überfordern niemanden, sondern laden ein die Informationen zu teilen. Was auch im Interesse des ZDF sein sollte.

Ich kann leider auch keinen Kommentar hinterlassen. Aber das kann ich sogar noch nachvollziehen. Der Aufwand für die Moderation könnte heftig werden. Was mich aber bei solchen Themen noch stört, ist, dass es keine Verknüpfung mit Flickr gibt. Ich selbst war heute morgen dann auch auf Flickr unterwegs und habe mir etliche Fotos zum Thema angeschaut. Das hat Laune gemacht. Man findet so einiges (siehe Fotos unten). Und mir wurde wieder einmal bewusst, warum ich das Internet so sehr liebe! Blitzschnell bekomme ich Informationen zu einem Thema, von Menschen überall auf der Welt. Genau zu dem Zeitpunkt, wo ich sie haben möchte.

Warum können nun Nutzer nicht ihre Flickr-Bilder verlinken auf der ZDF-Seite? Eine eigene Flickr-Galerie zum Thema würde absolut Sinn machen. Vielleicht auch noch ein Youtube-Kanal. Das ist schade, denn man verschenkt so einiges. Aber ich bin mir sicher - solche Dinge werden kommen. Und um es noch einmal klar und deutlich zu sagen: Das ZDF ist hier klar auf dem richtigen Weg. Sie machen einen guten Job in letzter Zeit. Bitte weiter so!

Flickr-Bilder zum Thema:

Bild von morrissey (Quelle: Flickr)
Foto von morrissey auf Flickr

Foto von luiscor (Quelle: Flickr)
Foto von luiscor auf Flickr

kuelap auf Flickr
Foto von morrissey auf Flickr

Chachapoya-Kunst auf Flickr
Foto von digitalia auf Flickr

22Jan/09Off

Grandioses Internet-Marketing: ZDF, Uschi Blum und der Fjord

Autor des Artikels: Matias Roskos

Wie nicht anders zu erwarten, wurde der gestrige Fernsehfilm "Ein Mann, ein Fjord!" ein großer Erfolg fürs ZDF. Man kann sich über die Qualität des seichten Comedy-Streifens sicherlich streiten. Ein echtes Highlight war es nicht. Aber ein Erfolg, wenn man sich die nackten Zahlen anschaut:

"Ein Mann, ein Fjord!" war der große Zuschauermagnet des Mittwochs. 7,17 Mio. sorgten insgesamt für 21,5%, 2,46 Mio. 14- bis 49-Jährige für mindestens genauso grandiose 17,8%.

So ist es bei Meedia nachzulesen. Zum einen ist dafür sicherlich Zugpferd Hape Kerkeling verantwortlich. Aber allein diese Tatsache reicht heutzutage nicht mehr aus. Dieser Erfolg in dieser Dimension - man trat immerhin gegen den Start von DSDS auf RTL an und konnte dem Format etliche Zuschauer in der Altersgruppe 14 bis 49 abnehmen! - ist heutzutage nicht einfach nur möglich, in dem man aufwendig einen Film produziert und das dann in Programmzeitschriften ankündigt. Diese Zeiten sind vorbei. Gerade bei diesem Film zeigt sich, wie wichtig heutzutage gutes Online-Marketing ist, vor allem im Bereich Viralmarketing und Socialnetworkstrategien.

Schon vor Wochen tauchte im Internet Uschi Blum auf. Und ich bekannte mich, ganz freiwillig, zum Fan. Wie viele andere auch. Warum? Weils witzig war! Weil Hape Kerkeling ein begnadeter Comedian ist. Weil mir die Uschi-Blum-Videos Tränen in die Augen trieben. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, wo das hinführen soll. Ich wusste nicht, das es um einen ZDF-Film ging.

Auf MySpace gibt es eine eigene Seite zu Uschi Blum, inklusive Bildern und Videos:

Uschi Blum ist wieder da!

Auf Facebook kann man Fan werden, auf Youtube fanden sich etliche verschiedene Videos zu Uschi Blum.

Alle Kanäle wurden durch die Macher bestens bedient. Kompliment für diese exzellente Arbeit! Es war ein mordsmäßiger Spaß und - der Film wurde ein großartiger Erfolg. Ich habe ihn nur geschaut wegen der Vorgeschichte im Internet. Ohne diese massive Viralkampagne, hätte ich den Film garantiert nicht gesehen. Das Internet hat neugierig gemacht. Das Marketing auf diesem neuen Kanal (Internet + Social Networks + Content-Portale) hat bestens funktioniert.

Dies ist ein perfektes Beispiel, wie man gutes Viralmarketing in Social Networks machen kann. Dies geht auch mit kleinerem Budget. Wenn die Story stimmt, wenn die Aktion Charme hat und man bereit ist neue Wege zu gehen.