SocialNetworkStrategien Social Media Marketing, Communityaufbau, Crowdsourcing für den Mittelstand & KMU

9Dez/090

Gute Virals

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es gibt immer mehr davon. Gut gemacht Videoclips fürs Internet. Sogenannte Virals. Weil sie so gut sind, dass sie freiwillig (!) weitergeleitet werden an Freunde und Kollegen. Sie transportieren dabei im Idealfall eine Markenbotschaft mit. Der Markt dafür wächst und wächst. TV ist out. Glauben sie mir.

Hier einer meiner Lieblings-Virals. Aber Achtung - "Signs" ist deutlich länger als die meisten. Das geht halt nur im Internet. Im TV wär ein solche Spot, der eigentlich mehr ein Film ist, undenkbar. Ach ja - schon über 3 Millionen Menschen haben ihn gesehen...

Man kann sich darüber streiten, ob die Marke dahinter überhaupt mit transportiert wird oder ob die Leute nur über den Film an sich reden. Ich bin fest davon überzeugt, dass gut gemachte Virals wie dieser tausend Mal besser sind als platte Einweg-TV-Werbung...

Hier gibts noch ein paar mehr guter Virals.

5Okt/0927

10 Bausteine für eine erfolgreiche Facebook-Fanpage – 1.000 Facebook-Fans in 6 Wochen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Facebook startet auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz so langsam durch und überholt sämtliche anderen deutschen Social Networks. Vollkommen zurecht. Denn keine andere Plattform ist so innovativ, zukunftsorientiert und mutig wie Facebook (neben Twitter vielleicht noch, aber die sind definitiv kein Social Network). Und immer mehr Brands, Unternehmen und PR-Agenturen fragen sich: Was nutzt uns Facebook? Wie können wir dort sinnvoll agieren? Wie sehen spannende Socialnetworkstrategien aus?

Ich habe meinen diesjährigen Sommerurlaub mit meiner Familie in Garmisch-Partenkirchen in Bayern verbracht. Und ich habe diesen Urlaub zum einen auf Facebook begleitet und parallel dazu Qype einem intensiven Test unterzogen (siehe meinen zigfach gelesenen und verlinkten Artikel "Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert"). Ganz bewusst wollte ich schauen, was auf Facebook passiert, wen man erreicht und ob es Sinn macht Facebook auch im Urlaub als Tool zu nutzen. Und: Ja - Facebook hat wunderbar funktioniert. Bilder wurden kommentiert. Freunde haben sich über Fotos aus den Bergen gefreut. Und ich bekam spannende Tipps, wo wir noch hinwandern oder einkehren sollten. Qype war da, für mich völlig überraschend, weniger ergiebig.

Nach diesem Urlaub fragte ich Martin Szugat, der sich viel in Garmisch-Partenkirchen und Grainau aufhält, und sich dort bestens auskennt, ob wir nicht zusammen eine Facebook-Fanpage für Garmisch-Partenkirchen aufmachen wollen. Martin war begeistert und los gings. Am 18. August 2009 ging unsere Gapfans-Seite auf Facebook an den Start. Jetzt, etwas mehr als sechs Wochen später, hat diese Fanpage über 1.000 Fans! Das ist eine rasante Entwicklung, die auch uns beide in dieser Dynamik überrascht hat. Die aber auch zeigt: Facebook funktioniert.

Was mich als Berater und Visionär in Sachen Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien natürlich interessiert (und warum mich meine Kunden unter anderem auch regelmäßig anrufen) ist die Frage: Wie geht das? Wie kann man so schnell so viele Menschen mobilisieren? Hier ein paar Antworten. Und eines gleich vorneweg: Das geht nicht einfach so.

Authentizität

Die Basis jedes Erfolges in einem Social Network, wie auch mit anderen Social Media Bausteinen (Blog, Twitter) ist, dass die Fanpage glaubwürdig ist. Dass man also selbst tatsächlich ein Fan ist und dies auch rüberbringen kann.
Martin und ich sind echte Gap-Fans. Wir lieben diesen Ort und die gesamte Region drumherum.
Kunstprodukte werden es schwer haben in einem Social Network. Wie soll man andere begeistern, wenn man selbst nicht begeistert ist?

Freunde einladen

Schritt 2 ist immer: erstmal die eigenen Freunde einladen. Darunter gibt es sicherlich den ein oder anderen, der sich gern anschließt und auch etwas beizutragen hat. Und sei es nur, anderen Interessierten davon zu erzählen.
Dafür ist es allerdings notwendig, dass man selbst auch ein paar Kontakte auf Facebook hat.

gezielt Personen suchen

Dann geht die Arbeit erst so richtig los. Es gilt nun Menschen zu suchen, die etwas mit dem Thema, in unserem Fall GAP, zu tun haben und diese auf die Seite aufmerksam zu machen in der Hoffnung, dass auch sie Fans werden. So setzt langsam Viralität ein.

Persönliche Erfahrungen, Meinungen etc. teilen

Man sollte bereit sein, Tipps, Erfahrungen (positive wie auch mal weniger positive) mit anderen zu teilen. So wie ich es bereits während meines Urlaubs gern getan hatte.
Das ist nicht nur super authentisch und damit sympathisch. Man bietet damit anderen Nutzern auch echte Mehrwerte, die sie möglicherweise für sich nutzen können.
"Ah - so toll schauts in der Partnachklamm aus? Dann muss ich das nächste Mal da auch unbedingt hin."

regelmäßige Status Updates

Die Seite darf nicht schlafen. Sonst ist das Interesse der Fans schnell wieder dahin. Dynamik heißt mehrmals wöchentlich, besser noch täglich Status-Updates.

Erfolge teilen

Erfolge der Fanpage teilen heißt den Mitgliedern zu zeigen, welche Dynamik die Page entwickelt. Und dass man nicht allein ist als Fan! Das motiviert selbst aktiver zu werden und neue Fans einzuladen. Das können Statistiken sein, Grafiken oder Stufen (500 Fans, 900 Fans usw.).

Auf Nutzerkommentare eingehen

Ganz wichtig und oft vernachlässigt: Web 2.0 heißt Dialog und Kommunikation auf Augenhöhe. Auch auf einer Fanpage. Wenn Kommentare und Fragen unbeantwortet bleiben, verliert man schnell die Lust und ist wieder weg. Also ist es notwendig, dass die Admins auf Kommentare und Fragen eingehen und nicht alles einem Selbstlauf überlassen.

Bilder posten

Menschen lieben visuelle Reize. Das bedeutet, dass man unter anderem auch viele Bilder, möglicherweise auch Videos platzieren sollte. Diese werden bevorzugt im Netz konsumiert, kommentiert und weitergereicht.

Interessante und aktuelle Infos liefern

Eine Fanpage sollte auch von Aktualität leben. Daher macht es Sinn auf einer solchen Seite aktuelle Infos zu Events, Kongressen und anderen Terminen zu posten.

Es braucht eine starke Marke als Inhalt

Das Wichtigste zum Schluss. Um eine Fanpage auf Facebook zum Erfolg zu führen bedarf es einer Marke, eines Produktes, das auch das Potential in sich trägt Viralität zu erzeugen. Garmisch-Partenkirchen in unserem Fall hat bewiesen, was für eine starke Brand diese Urlaubsregion ist und wie schnell sich Fans auf Facebook finden und involvieren lassen.

Facebook-Fanpage Garmisch-Partenkirchen

Aus all diesen Punkten (und einigen, die ich hier noch weg gelassen habe) wird somit Folgendes deutlich:

  • Eine Facebook-Fanpage muss authentisch sein.
  • Eine Facebook-Fanpage braucht eine starke Marke (Produkt, Stadt, Region, Person, Band) zum Inhalt.
  • Eine Facebook-Fanpage muss mit viel Liebe und Engagement geführt werden, damit sie erfolgreich wird. Ohne Passion geht es nicht.
  • Eine Facebook-Fanpage braucht regelmäßigen Content. Bilder, Texte, Videos, Tipps, Kommentare. Anfangs vor allem durch die Initiatoren, später in einem Mix von anderen Fans und Communitymanagement.
  • Eine Facebook-Fanpage ist kein Selbstläufer.
  • Eine Facebook-Fanpage muss regelmäßig durch einen oder noch besser mehrere engagierte Admins gepflegt werden. Auch hier gilt also: gutes Communitymanagement ist super wichtig.
  • Eine Facebook-Fanpage bedarf eines nicht zu vernachlässigen Zeitaufwands, um sie zum Erfolg zu führen. Sie bedeutet also durchaus auch Arbeit, sollte aber immer gleichzeitig Spaß sein.

Danke, Martin, für die Zuarbeit und die fachmännische Unterstützung bei diesem Artikel und für das grandiose Management der GAP-Fanpage auf Facebook! Macht Spaß! Martin Szugat hat mit seinem SnipClip-Team eine Facebook-Application an den Start gebracht, die die Idee des Sammelalbums aufgreift und auf Social Networks überträgt. Spannend für viele Branchen, um auf Facebook Viralität zu erzeugen. SnipClip rockt!

Ich freue mich, dass unsere kleine Fanpage für Garmisch-Partenkirchen sich so rasend schnell entwickelt hat und hoffe, dass es so weitergeht. Ich liebe Garmisch-Partenkirchen und teile diese Liebe gern mit anderen auf Facebook.

Wenn Sie regelmäßig über das Wichtigste aus dem Social Web informiert werden möchten, empfehle ich Ihnen das Abonnement meines Roskos-Report für die Welt des Social Web.

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24Aug/091

Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne

Autor des Artikels: Matias Roskos

Neulich hatte ich 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte vorgestellt. Mountain Dew war da noch nicht dabei. Crowdsourcing sollte aus meiner Sicht immer deutlich mehr sein wie "nur" die Generierung eines einzigen Wertes durch eine Community (zum Beispiel ein Produktdesign, ein Soundlogo oder Ideen für neue Produkte). Wenn man es richtig anpackt, dann ist Crowdsourcing zusätzlich ein großartiger Baustein eines Web 2.0 Marketingmixes. Viele existierende Crowdsourcing-Plattformen lassen das bisher komplett außen vor. Warum? Das ist mir ein Rätsel.

Wenn ich für Kunden Crowdsourcing-Projekte konzipiere oder beratend zur Seite stehe, sage ich immer und immer wieder: "Nutzen sie Crowdsourcing auch als Marketingbaustein! Legen sie nicht nur großen Wert auf die Qualität der eingebrachten Ideen und Arbeiten. Nutzen sie zusätzlich Crowdsourcing um im Web 2.0 Präsenz zu zeigen und um Mundpropaganda anzuregen über die verschiedenen existierenden Kanäle. Crowdsourcing ist dafür perfekt geeignet!" Wie das gehen kann, zeigt die amerikanische Brause-Marke aus dem Hause Pepsi: Mountain Dew. Das Ganze nannten sie auch gleich "DEWmocracy".

Mountain Dew roamed the country and the Social Web to find the ultimate DEW fanatics inviting them to choose the next flavor...

Mit diesem Slogan startete der Getränkehersteller eine Kampagne, die Vorbildwirkung haben sollte für viele andere, vor allem auch hierzulande. Dabei machte man so ziemlich alles richtig, was man heutzutage richtig machen kann. Hier die Punkte, die aus meiner Sicht das Gelingen dieser Kampagne ermöglichten.

  • Von Anfang an war die Crowdsourcing-Kampagne nicht allein aufs Internet beschränkt. Man ging mit der Aktion raus ins echte Leben. Perfekt.
  • Es wurden mit Shira Lazar (siehe Video weiter unten) und Jason Pollock zwei in den USA bekannte Testimonials gefunden, die halfen den Anfangsschwung zu multiplizieren.
  • Man bot den Mountain Dew Fans etwas an: Um an eine der 50 (unterschiedlich designten) Dew-Boxen zu gelangen sollte man ein Video an Mountain Dew schicken.
    Allein schon durch diese Art der Bewerbung wurden viele Nutzer animiert sich Gedanken über Mountain Dew zu machen. Das ist einer der großen Vorteile von Crowdsourcing-Aktionen: Die Nutzer beschäftigen sich von der ersten Sekunde an mit der Marke und dem Produkt. Bereits in Planungsphasen findet so ein Direktkontakt zwischen Brand und Nutzer statt.
  • Im nächsten Schritt wurden dann die potentiellen Leaduser heraus gepickt und damit zu Brand-Evangelisten gemacht. Nutzer werden eng gebunden und zu Botschaftern. Dies geschieht komplett freiwillig. Mit Hilfe von Crowdsourcing-Strategien.
  • Die Community, die Mountain Dew Fans, alte und sicherlich auch viele neue Fans, die man durch diese Aktion erst auf die Marke aufmerksam machte ("Probier ich mal aus!"), wurden ganz direkt in die Produktentwicklung und damit den Innovationsprozess des Unternehmens mit einbezogen. Dadurch entsteht ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und eine enge Bindung an die Marke beziehungsweise das Produkt.
  • Der Faktor Spaß, auf dem ich immer wieder herum reite, spielt auch bei dieser Aktion zweifelsohne eine elementare Rolle. Ohne Humor würde so etwas nur schwerlich funktionieren. Man muss Humor zulassen als Marke und bereit sein auch über sich selbst zu schmunzeln.
  • Die Mitglieder dieser Aktion werden ohne Frage vielen anderen davon erzählen und sie animieren Mountain Dew einmal zu probieren. Und das über eine humorvolle und absolut authentische Kampagne. Besser kann man virale Effekte kaum in Gang setzen. Viralmarketing von seiner besten Seite.
  • Man zeigte Präsenz in Facebook und auf Twitter. So wie es heutzutage sein muss. Crowdsourcing als Bestandteil einer umfassenden Web 2.0 Penetrierung auf authentische und sympathische Art und Weise.
  • Man setzte auf das Medium Video, dass in den USA via Youtube einfach großartig funktioniert. Hier ist der Mountain Dew Youtube Channel. In Deutschland schwächelt diese Schiene noch ein wenig.

Man entwickelte also eine komplexe Kampagne, die Crowdsourcing als Kernelement inne wohnen hat. Man nutzte die Kräfte, die Crowdsourcing entfalten kann, um nicht einfach nur ein neues Produkt zu finden, sondern um gleichzeitig die Markenbotschaft zu transportieren und ein Image aufzubauen und zu verstärken. Crowdsourcing wurde hier, wie auch schon bei anderen Beispielen (Fiat500, Tchibo ideas, Sennheiser - siehe meinen Artikel zu den gelungenen Crowdsourcing-Beispielen), als elementarer Marketingbaustein eingesetzt.

Es muss aber auch abschließend gesagt werden, dass es unbedingt eines starken Produktes bzw. einer starken Marke bedarf, damit der Erstimpuls überhaupt Wirkung zeigt. Eine noch unbekannte Getränkemarke hätte es weitaus schwerer mit einer solchen Kampagne schnell eine Masse von Menschen zu erreichen. Erst wenn es genug Fans gibt, kann man mit diesen gemeinsam etwas erreichen. Es gilt also als Grundlage eine Starke Marke zu haben, die schon Fans, sogenannte Leaduser hat. Diese Leaduser muss ich ausfindig machen und involvieren. Dann wird eine solche auf Crowdsourcing basierende Marketingkampagne ein durchschlagender Erfolg.

Interessant wäre es dann - nach einem gewissen Zeitraum - die Verkaufszahlen der neuen Geschmacksrichtung zu vergleichen. Denn das ist dann noch mal eine ganz andere Frage: Trinken die Leute da draußen auch die via Crowdsourcing gefundene Brause? Ich bin mir sicher, dass dem so ist. Denn die Community diente als Vorfilter. Ein deutlich kundennäheres Produkt entstand mit Hilfe von Crowdsourcing.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass eine Marketingkampagne in dieser Größenordnung durchaus beträchtliche Kosten verursacht. Auch Crowdsourcing ist nicht umsonst zu haben (wie immer noch Unternehmen zu glauben scheinen). Mountain Dew hat viel investiert. In Testimonials, die verschickten Pakete und vor allem in ein extrem agiles Marketing-Team, dass weiß, wie es sich im Web 2.0 zu bewegen hat. Man ließt die DEWmocracy nicht einfach so laufen, sondern kümmerte sich um die Community und griff Tendenzen und Vorschläge auf. Gutes, gekonntes Communitymanagement gehört zum Crowdsourcing einfach dazu.

Es wäre wünschenswert, dass viel mehr Unternehmen, vor allem auch hierzulande, Crowdsourcing zum Einsatz bringen. In intelligent konzipierten Kampagnen. Um zum einen am virtuellen Wertschöpfungsprozess beteiligt zu sein (Beispiele wie das aussehen kann, hatte ich ja schon mehrfach genannt in diesem Blog). Crowdsourcing sollte dann aber zugleich als perfekter Baustein von Marketingkampagnen gesehen und umgesetzt werden. Das erst macht es für viele Marken so richtig spannend!

Darum:

Nutzen sie Crowdsourcing als Viralmarketing-Baustein!

Hier eines der "offiziellen" Mountain Dew Videos:

Hier ein Beispiel, was man bei Youtube zu Mountain Dew nun findet:

Mehr zu dieser Aktion gibt es auch beim "Krawattenträger" und in einigen amerikanischen Blogs.

Ich, der Autor dieses Artikels, berate Unternehmen beim Aufbau von Crowdsourcing-Plattformen, der Ausgestaltung intelligenter Incentivierungsstrategien und beim gekonnten Communityaufbau und Communitymanagement. Gern stehe ich persönlich oder auch mit meiner Agentur VOdA als Partner zur Verfügung.

25Mrz/090

Konzepte für Social Networks: Ein Bag-Race als Spiel für Fans

Autor des Artikels: Matias Roskos

Immer mehr Unternehmen überlegen, wie sie Social Networks nutzen können, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich habe mir mit meiner Agentur VOdA auf die Fahnen geschrieben Konzepte zu entwickeln und Wege zu finden, wie ich die Menschen finde, die für eine Marke spannend sind und wie ich sie auch so erreiche, das es kein Spam ist und ich in einen echten, für beide Seiten spannenden, angenehmen und sinnvollen Dialog komme.

Unter anderem betreuen wir seit einigen Monaten das Startup CROW'n'CROW, das seit September letzten Jahres individualisierbare Taschen und Sitzsäcke anbietet. Nach einem Kreativ-Contest zum Start, der zum Ziel hatte die Plattform in der Welt der Kreativen bekannt zu machen und das Portal mit guten Designs zu befüllen, kümmern wir uns seitdem um den Aufbau von Gruppen und Profilen in den namhaftesten Social Networks.

Dafür entwickeln wir für diesen Kunden (und für andere hier nicht genannte auch) Kampagnen, die helfen sollen neue Fans ausfindig zu machen und an die Marke zu binden. Auf eine hoffentlich interessante, neue und spaßige Art. Darum fand von Dezember 2008 bis Ende Februar 2009 das CROW'n'CROW-Bag-Race statt. In verschiedenen Social Networks schickten wir eine echte Tasche ins Rennen. Sie sollte von Nutzern fotografiert (und hoffentlich auch begutachtet) und dann an einen anderen Kontakt im Social Network weitergegeben werden. Jedes Foto mit einem Nutzer des betreffenden Social Networks, zum Beispiel Facebook, wurde dokumentiert in der Gruppe oder dem Profil und als Punkt gezählt. Dabei stellte sich heraus, das etwa nur ein Fünftel der Menschen, die ganz direkt Kontakt mit der Tasche hatten auch tatsächlich in die Wertung kamen. Einige waren nicht Mitglied in dem betreffenden Social Network, andere wollten nicht fotografiert werden. Das war auch für uns eine interessante Beobachtung, wie es mit der öffentlichen Teilnahmebereitschaft bei einem solchen Spiel ausschaut. Aber die Resonanz war durchweg sehr positiv. Am Ende gewann eine Netzwerkgruppe und wird demnächst eine von CROW'n'CROW gesponsorte Siegerparty feiern.

Hier Bilder der Facebook-Gruppe:

bagrace auf Facebook

Wir erreichten mit diesem Spiel folgende Ziele:

  • Viele Menschen konnten die Tasche ganz real in Händen halten und so im echten Leben Qualität und Stil begutachten.
    Das war sehr wichtig für den Kunden und für uns, denn Taschen lassen sich virtuell nur bedingt gut abbilden.
  • Viele neue Fans konnten in die Gruppen eingeladen und als Fans virtuell vernetzt werden und somit auch in der Zukunft durch uns bzw. den Kunden ansprechbar, sofern sie dies wollen.
  • Viel Bildmaterial konnte generiert werden, wobei etliche lustige Aufnahmen entstanden (Bilder im Flickr-Account).
  • Etliche sogenannte Leaduser erzählten Freunden, Verwandten und Kollegen von der Tasche und der Aktion, was dazu führte, das neue potentielle Käufer sich für CROW'n'CROW interessierten.
  • Die Sichtbarkeit von CROW'n'CROW in diversen Social Networks wurde signifikant verbessert.

Bag-Race-Tasche im Schnee in Oberwiesenthal

Insgesamt kann man also sagen, die Viralität dieser Aktion funktionierte. Aber noch nicht in dem hohen Maße, wie wir es erhofft hatten. Auch das möchte ich klar und deutlich sagen. Viralmarketing-Fachmann Martin Oetting sagt immer, Viralität funktioniert nur, wenn das Produkt bzw. die Marke diese schon in sich trägt. Bei CROW'n'CROW hatten wir mit zwei gewaltigen Problemen zu kämpfen, die wir in dieser Massivität nicht erwartet hätten.

  1. Viele Menschen da draußen können mit Individualisierung von Produkten noch immer nichts anfangen. Es ist ihnen zu kompliziert. "Wozu soll das gut sein? Ich kaufe lieber was Fertiges." hörten wir immer wieder. Erstaunlich und überraschend, wie wenige das Spreadshirt-Prinzip kennen. Eigentlich gut für Spreadshirt & Co. Denn da ist noch ein gewaltiger, unerschlossener Markt.
    Das zeigt uns aber auch wieder: wir dürfen den Otto-Normal-Internetnutzer nicht überschätzen. Er ist gerade erst dabei zu lernen, das Web 2.0 auch wirklich für sich zu erschließen und zu nutzen. Aber er lernt täglich dazu. Und wir sind mit solchen Aktionen erfreulicherweise Vorreiter.
  2. Auf der anderen Seite gibt es leider noch einige Probleme in der Nutzbarkeit der CROW'n'CROW-Plattform. Man hatte komplett auf Flash gesetzt, was sich im Verlauf der vergangenen Monate als großer Fehler erwies. Und auch die Usability der Webseite muss unbedingt verbessert werden. Das haben wir unserem Kunden auch früh deutlich gemacht und ihn zu einer Usability-Analyse gedrängt. Wir beraten also nicht nur in Sachen Socialnetworkstrategien und Crowdsourcing, sondern stehen auch in solchen Fragen immer als Partner zur Seite.
    Die Analyse ist erfolgt und es wird aktuell intensiv an einem Relaunch der Plattform gearbeitet.
    Aber für eine Aktion wie das Bag-Race war es natürlich nicht förderlich, dass die Menschen Probleme mit der Nutzung der Webplattform haben. Das bekamen wir in etlichen Gesprächen und folgerichtig auch in der Bereitschaft beim Bag-Race mitzumachen deutlich zu spüren.
    CROW'n'CROW ist von seiner Grundidee her wunderbar geeignet für Viralmarketing. Das bewiesen die meisten der geführten Gespräche während der Aktion. Produkte sind cool, Grundidee ist genial. Aber die Plattform hemmt dies wiederum, mehr als wir gedacht hätten.

Was bleibt als Fazit? Es hat Spaß gemacht. Allen Beteiligten. Uns als Organisatoren und Ideengebern und den Nutzern, die die Idee durchweg cool fanden. Das Produkt konnte so an geschätzte 2.500 Menschen auf eine sympatische Art herangetragen werden. Es fand ein deutliches Wachstum der Social Network Gruppen und Fankontakte statt. Diese müssen nun weiter genutzt werden. CROW'n'CROW ist als dynamisches und innovatives Startup immer wieder im Gespräch, worüber wir uns sehr freuen.

Eine Aktion wie das Bag-Race funktioniert wunderbar. Es gibt also sinnvolle Konzepte fürs Agieren in Social Networks. Man muss sie nur angehen. Mit Humor, mit Weitblick und der Bereitschaft zum Kommunizieren. Auch bei negativem Feedback! Man muss aber auch bedenken, das die Menschen erst Schritt für Schritt lernen das neue Internet für sich zu erschließen und mit Leben zu füllen. Täglich mehr. Gern sind wir auch für sie als Kunden da! Mailen oder rufen (roskos at vo-agentur punkt de) sie mich einfach an.

Wir arbeiten aktuell bereits an weiteren Aktionen für anderen Kunden. Es macht Spaß. Es macht Sinn. Denn die Unternehmen müssen dahin, wo die Menschen bereits sind: in den Social Networks und Contentplattformen des Web 2.0. Und jeden Tag werden es mehr.

Bag-Race-Tasche auf einer Hausparty

Auf Flickr wurde ein Großteil der Bilder gesammelt:

bagrace

3Feb/092

Facebook und die Glaubwürdigkeit oder: Warum TRND besser ist als Facebook

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich selbst nutze Facebook intensiv. Ich mag es, weil es das innovativste Social Network auf dem Markt ist und seine Position Schritt für Schritt ausbaut, auch hier in Deutschland (mehr als 2 Millionen Nutzer mittlerweile). Dem kann aus meiner Sicht nur MySpace das Wasser reichen.

Händeringend suchen die Social Networks nach den Erlösmodellen der Zukunft. Wie diese aussehen könnten, hatte ich vor geraumer Zeit in diesem Artikel "Es gibt sie, die funktionierenden Erlösmodelle für Facebook, Myspace, StudiVZ & Co." deutlich gemacht und bekam darauf auch positive Reaktionen aus den Social Networks. Aber wirklich anpacken tun sie es ganz offensichtlich noch nicht. Facebook sucht nun einen alten, neuen Weg: Marktforschung. Klingt erstmal langweilig. Ist es eigentlich auch. Macht aber Sinn. Weil die großen Markenfirmen dafür Millionen ausgeben. Und weil sie über Facebook ganz direkt und schnell Antworten bekommen können. Auf Tourismus-Zukunft ist zu lesen:

Damit könnte sich Facebook einen Teil der Marktforschungsausgaben großer Unternehmen sichern, welche neu entwickelte Produkte auf ihre Markttauglichkeit testen wollen. Marktforschung ist ein nachgefragter Markt mit hohen Spendings, daher ist dieser Schritt von Facebook als Versuch zu betrachten, einen Weg in Richtung Monetarisierung zu finden. Die Informationen, welche die 150 Mio. Mitglieder auf ihren Profilen und in Gruppengesprächen preisgeben, sollen für Marktforschung nutzbar gemacht werden - in Verbindung mit Profildaten der Mitgliedern ein wertvolles Wissen. Aus Sicht des Datenschutzes sind hier sicherlich noch Hürden erwartbar, aber generell macht Facebook hier einen Schritt in Richtung “real-time” Marketing - Neue Produkte können zeitnah auf ihre mögliche Nachfrage getestet und angepasst werden, Yield Management bekommt eine neue Bedeutung. Bleibt die Frage, inwieweit die Nutzer bei diesem Spiel mitspielen, inwieweit die Firmen den Dienst annehmen und wie diese Art der MaFo zukünftig in Zusammenhang mit Social Commerce gesetzt werden wird.

Dennoch denke ich, ähnlich wie Tourismus-Zukunft es andeutet, das dies der falsche Weg ist, wenn Facebook selbst Umfragen startet. Und irgendwie ist es auch nur bedingt innovativ. Und dann ist da noch das Problem mit der Credibility, die im Web 2.0 einfach super wichtig ist und oft aus den Augen verloren wird. Roland Kühl-v.Puttkamer schreibt auf Werbeblogger ganz richtig:

Wer also so bereitwillig über sich und sein Privatleben Auskunft gibt, hat schon längst freiwillig mit allen Grundsätzen gebrochen, die Datenschützer immer wieder anmahnen.

Es wundert daher eigentlich überhaupt nicht, dass Facebook nun auf die Idee kommt, diese “Auskunftsbereitschaft” zu monetarisieren. Den Pfad zu diesem neuerlichen Geschäftsmodell haben die Nutzer selbst gelegt, mich eingeschlossen.

Wohl wahr. Die Frage ist, wer bei solchen Umfragen mitmacht und ob diese letztendlich wirklich aussagekräftig sind. Menschen wie ich oder Roland werden sicherlich nicht mit dabei sein. Weil wir der Datenkrake Facebook nunmal nicht trauen. Es gibt Schutzmechanismen, um in seinen Profilen nicht ganz so gläsern zu werden, wie Facebook & Co. sich das gern wünschen. Facebook ist nicht glaubwürdig! Das ist das Problem. Nutzer wie ich trauen Facebook nicht wirklich. Wir nutzen es als Plattform, dem Unternehmen aber stehen wir sehr vorsichtig und skeptisch gegenüber. Keine Ahnung, ob das nur eine deutsche Marotte ist oder auch für Amerikaner gilt.

Ich hatte in meinem Artikel ja davon gesprochen, das Partner in Facebook Seiten und Apps aufsetzen könnten, die genau so etwas und noch viel spannendere Dinge anbieten. Ich denke da an TRND aus München und andere. Wenn es gelänge, das TRND eine Subcommunity in Facebook aufbaut, dann wäre das deutlich glaubwürdiger wie Facebook-Umfragen. Zum einen kann TRND das einfach noch viel besser, weil sie jahrelange Erfahrung haben und wissen, wie Mundpropaganda erzeugt wird. Zum anderen vertrauen die Mitglieder der TRND-Community ihren Communitymanagern deutlich mehr wie unbekannten und vermutlich noch anonymen Facebook-Leuten. Es geht hier um eine viel höhere Credibility und damit um einen deutlich größeren Erfolg von Aktionen. Ich weiß: TRND macht nicht einfach nur Marktforschung. TRND macht mehr. Und das gut. Ich könnte hier auch andere Firmen für andere Spezialgebiete nennen. Es geht mir ums Prinzip.

Facebook KANN Marktforschung machen. Aber eigentlich sollte man das Unternehmen überlassen, die glaubwürdiger sind und ihnen auf Facebook dafür die Plattform anbieten, weil sie dort viel mehr Menschen erreichen wie auf eigenen Nischenplattformen. Das sind Geschäftskonzepte die Sinn machen.

Mehr dazu auch auf AllFacebook.com und auf ReadWriteWeb.

22Jan/090

Grandioses Internet-Marketing: ZDF, Uschi Blum und der Fjord

Autor des Artikels: Matias Roskos

Wie nicht anders zu erwarten, wurde der gestrige Fernsehfilm "Ein Mann, ein Fjord!" ein großer Erfolg fürs ZDF. Man kann sich über die Qualität des seichten Comedy-Streifens sicherlich streiten. Ein echtes Highlight war es nicht. Aber ein Erfolg, wenn man sich die nackten Zahlen anschaut:

"Ein Mann, ein Fjord!" war der große Zuschauermagnet des Mittwochs. 7,17 Mio. sorgten insgesamt für 21,5%, 2,46 Mio. 14- bis 49-Jährige für mindestens genauso grandiose 17,8%.

So ist es bei Meedia nachzulesen. Zum einen ist dafür sicherlich Zugpferd Hape Kerkeling verantwortlich. Aber allein diese Tatsache reicht heutzutage nicht mehr aus. Dieser Erfolg in dieser Dimension - man trat immerhin gegen den Start von DSDS auf RTL an und konnte dem Format etliche Zuschauer in der Altersgruppe 14 bis 49 abnehmen! - ist heutzutage nicht einfach nur möglich, in dem man aufwendig einen Film produziert und das dann in Programmzeitschriften ankündigt. Diese Zeiten sind vorbei. Gerade bei diesem Film zeigt sich, wie wichtig heutzutage gutes Online-Marketing ist, vor allem im Bereich Viralmarketing und Socialnetworkstrategien.

Schon vor Wochen tauchte im Internet Uschi Blum auf. Und ich bekannte mich, ganz freiwillig, zum Fan. Wie viele andere auch. Warum? Weils witzig war! Weil Hape Kerkeling ein begnadeter Comedian ist. Weil mir die Uschi-Blum-Videos Tränen in die Augen trieben. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, wo das hinführen soll. Ich wusste nicht, das es um einen ZDF-Film ging.

Auf MySpace gibt es eine eigene Seite zu Uschi Blum, inklusive Bildern und Videos:

Uschi Blum ist wieder da!

Auf Facebook kann man Fan werden, auf Youtube fanden sich etliche verschiedene Videos zu Uschi Blum.

Alle Kanäle wurden durch die Macher bestens bedient. Kompliment für diese exzellente Arbeit! Es war ein mordsmäßiger Spaß und - der Film wurde ein großartiger Erfolg. Ich habe ihn nur geschaut wegen der Vorgeschichte im Internet. Ohne diese massive Viralkampagne, hätte ich den Film garantiert nicht gesehen. Das Internet hat neugierig gemacht. Das Marketing auf diesem neuen Kanal (Internet + Social Networks + Content-Portale) hat bestens funktioniert.

Dies ist ein perfektes Beispiel, wie man gutes Viralmarketing in Social Networks machen kann. Dies geht auch mit kleinerem Budget. Wenn die Story stimmt, wenn die Aktion Charme hat und man bereit ist neue Wege zu gehen.

17Jun/080

Studie der Marktforschungsgesellschaft Harris Interactive belegt: Viralmarketing im Netz ist wichtig

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Marktforschungsgesellschaft Harris Interactive hat im Auftrag der PR-Agentur Fleishman Hillard unter 5.000 Europäern eine Befragung zu ihren Kaufentscheidungen und deren Beeinflussung durch das Internet durchgeführt (mehr Details finden sie beim Netzökonom).

David Senay, der Vorstandsvorsitzende von Fleishman Hillard, sagte gegenüber der FAZ Folgendes: "Werbung ist das Modell von gestern. Online-Konversationen, Suchmaschinenoptimierung und eine starke Internetseite werden immer wichtiger."

Gerade Socialnetworks werden dabei eine immer wichtigere Rolle spielen. Zum einen, weil sich dort immer mehr Menschen aufhalten. Aber auch weil der Austausch von Meinungen, Tipps und Empfehlungen elementarer Bestandteil von Socialnetworks ist. Die Menschen kommunizieren dort miteinander. Über Bewertungssysteme, mittels privater Nachrichten, in Forums-Bereichen, in den Kommentaren zu Galerien.

Die Marktforscher haben in der Studie einen digitalen Entscheidungsindex ermittelt, der sich aus der Zeit, die Menschen mit einem Medium verbringen, und der Einschätzung der Befragten über die Einfluss des Mediums auf ihre Entscheidungen zusammensetzt. Danach liegt das Internet in Deutschland mit einem Anteil von 40 Prozent klar vor dem Fernsehen (22 Prozent), Zeitungen (14 Prozent), Radio (13 Prozent) und Magazinen (11 Prozent).

Die Aufschlüsselung des Internet-Einflusses zeigt, dass beim Kauf eines Fernsehgerätes die Suchmaschinen und die Produkt- oder Preisvergleichsseiten einen hohen Einfluss haben. Die Kommentare anderer Nutzer und die Internetseite des Herstellers haben einen mittleren Einfluss, während die Online-Werbung quasi bedeutungslos für die Kaufentscheidung ist.

heißt es im FAZ-Artikel. Und weiter:

"Je komplexer ein Produkt, desto stärker wird der Rat anderer Internetnutzer gesucht", sagte Thomas Rodenhausen von Harris Interactive. Zum Beispiel suchen Konsumenten beim Kauf eines Fernsehgerätes, bei der Wahl eines neuen Mobilfunkanbieters oder dem Kauf eines Medikamentes häufig Rat bei anderen Internetnutzern

Mundpropaganda wird immer wichtiger, gerade auch im Internet. Darum wird Virales Marketing, Word-of-Mouth (WOM) eine immer größere Rolle im Bereich intelligentes Marketing spielen. Und die strategischen Überlegungen führen direkt hinein in Social Networks. Wer diesen Zug nicht verpassen will, sollte sich zügig nach spannenden Konzepten für gutes Viralmarketing umschauen.