SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

22Jun/12Off

Der Abwärtstrend für StudiVZ hält an

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es is schon ein Trauerspiel die Entwicklung der deutschsprachigen Social Network Landschaft mit anzusehen. In der neuen Infografik aus dem Hause Statista wird deutlich, wie tief und wie rasant der Fall vor allem auch von StudiVZ ist. Die Prognose geht sogar davon aus, dass StudiVZ bis Ende des Jahres komplett hinter wer-kennt-wen und Xing zurückfällt, bis hinab auf das Niveau der dahin siechenden Lokalisten.

Die Internetnutzer treffen sich mittlerweile vor allem auf Facebook. Aber auch Twitter und Google+ sind durchaus weiterhin am wachsen. Aber andere Social Media Plattformen wie Youtube und Pinterest oder aber auch Nischen-Projekte wie Motor-Talk.de halte ich perspektivisch, auch aus Marketing-Sicht, für oft die spannenderen Bausteine.

15Mai/12Off

Prognose für die deutschen Social Networks 2012 als Infografik

Autor des Artikels: Matias Roskos

Dass es mit den deutschen Social Networks stetig bergab geht, ist nun schon länger kein Geheimnis mehr. Die Kollegen von Statista haben sich einmal die Mühe gemacht und eine Infografik erstellt mit einer Prognose für die Entwicklung der Besucherzahlen im Jahr 2012. Da schaut es düster aus für StudiVZ, wer-kennt-wen, Lokalisten und Stayfriends.

Allerdings sind die prognostizierten 16,6 Millionen Visits für die VZ-Netzwerke immer noch eine beachtliche Zahl, mit der sich durchaus Geld verdienen ließe. Erstaunlicher finde ich dabei, dass nach dieser Prognose wer-kennt-wen Ende des Jahres mehr Visits hat als die VZ-Gruppe. Allerdings könnte das aufgrund der stark regionalen Ausrichtung von wer-kennt-wen tatsächlich passen. Regionale Communities sind stark gefragt. Wobei sich viele davon auf Facebook ein Zuhause suchen. Beispiele: Berchtesgadener Land, Berlin, Bodensee, Erzgebirge, Sächsische Schweiz oder Garmisch-Partenkirchen.

Entwicklung der deutschen Social Networks 2012

Passend dazu hier noch der Traffic-Vergleich deutscher Social Networks für den April 2012 mit dem des Vorjahres. Lediglich Xing ist stabil geblieben. Alle anderen deutschen Social Networks befinden sich ungebremst auf dem Weg Richtung Bedeutungslosigkeit. Die VZ-Seiten etwa verzeichneten im April 2012 nur noch 47 Millionen Visits, 79,3 % weniger als im Vorjahresmonat! Das ist heftig.

Die Visits deutscher Social Networks

10Mai/11Off

Relevante Verschiebung von TV-Budgets hin zu Social-Media – Benno Müller von SchülerVZ im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich selbst bin großer Facebook-Fan. Aber als Papa eines Schulkindes gefällt mir durchaus nicht alles, was auf Facebook so möglich ist. SchülerVZ macht da aus meiner Sicht strategisch einen guten Job. Darum freut es mich, dass ich Benno Müller von den VZ-Netzwerken interviewen und ein paar Fragen zu den Vorteilen von SchülerVZ stellen konnte. Natürlich ging es im Interview auch um erfolgreiches Social Media Marketing auf den VZ-Plattformen. Der Kontakt kam über die Social Media Akademie zustande, wo ich als Referent tätig und für den Community Manager Lehrgang verantwortlich bin.

Herr Müller, für welche Bereiche in der VZ-Familie sind sie verantwortlich und was ist Ihr Aufgabengebiet?

Als Director Sales bin ich für den gesamten Vertrieb der drei VZ-netzwerke schülerVZ, studiVZ und meinVZ verantwortlich. Zu meinen Aufgaben zählt die Monetarisierung der drei Plattformen, sowohl über klassisches Display Advertising als auch Social-Media-Werbeformen.
 
In diesem Interview soll es in erster Linie um SchülerVZ als eine sehr starke Nischen-Plattform gehen. Nische insofern, als dass es ausschließlich Schüler betrifft. Von welchem Altersbereich sprechen wir hier? Wer darf SchülerVZ nutzen?

schülerVZ richtet sich – wie der Name schon sagt – an die junge Zielgruppe der Schüler und Berufsschüler von 12 bis 19 Jahren.
 
Wie groß ist die Community? Und wieviele Besucher und PIs gibt es im Monat auf der Plattform?

Aktuell (Stand April 2011) zählt schülerVZ rund 5,8 Millionen registrierte Nutzer und ist damit Deutschlands größte Schülerplattform. schülerVZ erreicht über 4,4 Mio. Unique User/Monat (AGOF internet fact 2010-IV), hinzu kommt eine weitere Million Nutzer zwischen 12 und 13 Jahren, da die AGOF erst ab 14 Jahren misst. 3,72 Mrd. PIs/Monat und über 103 Mio. Visits/Monat (interne Daten VZ). Die durchschnittliche Verweildauer auf schülerVZ ist mit 41 Minuten/Tag sehr hoch.

Kann SchülerVZ für sich allein betrachtet bereits wirtschaftlich rentabel arbeiten?

Ja - schülerVZ alleine ist rentabel, aber für uns als Unternehmen mit drei Plattformen ist dennoch der Gesamtumsatz entscheidend, mit dem wir überaus zufrieden sind: In 2010 haben wir einen Gesamtumsatz von über 30 Mio. Euro erzielt mit einer Umsatzsteigerung von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein sensationelles Ergebnis und zeigt deutlich, das seitens der werbetreibenden Wirtschaft eine relevante Verschiebung von TV-Budgets hin zu Social-Media stattgefunden hat, die sich noch stärker in 2011 zeigen wird. Als soziales Netzwerk profitieren wir hier in zweierlei Hinsicht, da wir sowohl die reichweitenstarken Display Ads anbieten als auch neue Social-Media-Werbeformen.
 
Wie findet Marketing auf der Plattform statt? Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

Social-Media-Marketing findet bei den VZ-Netzwerken am optimalsten durch eine Mischung aus klassischen Display-Ads und netzwerkspezifischen Werbeformen statt. Konkret heißt das: Schneller Reichweitenaufbau in Kombination mit Weiterlesen …

4Sep/09Off

Ehssan Dariani hat recht – StudiVZ ist schlafmützig

Autor des Artikels: Matias Roskos

Wer mich noch aus dem Jahr 2006 kennt, der wird wissen wie sehr ich auf Ehssan Dariani, den Gründer von StudiVZ, eingehackt habe. Weil sein Auftreten und Agieren oft peinlich und eines Geschäftsführers eines mittelständischen Unternehmens - und das war StudiVZ seinerzeit dann bereits - unwürdig war. Weil sein "Krawall-Marketing" aus meiner Sicht der Web 2.0 Szene hierzulande nicht gut tat. Aber, auch das möchte ich klar und deutlich sagen: Ich habe größten Respekt vor der Leistung eine Plattform wie StudiVZ aufgebaut und zu einem beachtlichen Erfolg geführt zu haben! Auch wenn man "nur" Facebook kopierte. Gerade in Sachen Communityaufbau und Marketing hat das Team um Ehssan Dariani verdammt viel richtig gemacht. Sie hatten die Zeichen der Zeit erkannt und virale Effekte perfekt genutzt.

Seit langem liegt Ehssan Dariani nach dem Verkauf des Portals an Holtzbrinck und seinem folgenden Rauswurf im Clinch mit dem Verlag. Es geht dabei um Gewinne und Verluste und die Frage, ob ihm nach den ersten 10 Millionen Euro noch mehr Geld zusteht oder ob Holtzbrinck absichtlich Verluste erzielt. Wenn ich auf Meedia Folgendes lese, dann bleibt mir nix anderes als Ehssan Dariani zuzustimmen.

Die "Zeitungsverkäufer aus Stuttgart" hätten den innovativen Geist bei Studi VZ abgetötet und "den Laden" zu einer Verwaltungseinheit gemacht.

Genau dieser Eindruck bestätigt sich Monat für Monat. Wie ein beinkranker Igel hechelt StudiVZ den Entwicklungen der Zeit hinterher. Wenn man es mit Facebook vergleicht, dann muss man unweigerlich an ein Rennen zwischen einem Dacia und einem BMW denken. Nein: StudiVZ ist nicht der BMW!

Andere Portale sind deutlich innovativer und mutiger. StudiVZ verschläft permanent neueste Entwicklungen. Und verliert dadurch immer mehr Boden an Facebook. Ob man das in der Zentrale in Berlin nun wahrhaben möchte oder nicht. Dass es zum Beispiel durchaus Ideen für neue Erlösmodelle gibt, hatte ich ja schon mehrmals angesprochen (siehe Artikel "Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks – So wird die Zukunft aussehen" und "Über die Bedeutung von Virtual Gifts und virtueller Währungen für Social Networks"). Und dass man schnell und innovativ sein Portal weiterentwickeln kann, hat gerade Podcast.de bewiesen. Es ist durchaus möglich die Zeichen der Zeit zu erkennen und schnell zu reagieren.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass man bei StudiVZ gar keinen Wert darauf legt innovativ zu sein. Ob man das nun absichtlich tut, wie Ehssan Dariani dem Unternehmen unterstellt, oder einfach nur aus einer Beamtenmentalität heraus, sei dahingestellt. Aber so wird man ein einst starkes Portal nicht in die Zukunft führen können. Womöglich will man den Koloss auch einfach nur noch verkaufen. Aber wer zahlt heute noch dafür? Schade - der dynamische Gründergeist, der mir selbst auch von ehemaligen StudiVZ-Leuten bestätigt wurde, ist schon lange futsch. Man hat viel verschenkt. Die Amerikaner haben den Dreh irgendwie besser raus. Andere Web 2.0 Projekte hierzulande sollten es besser machen als StudiVZ.