Sebastian Vettel ist zum zweiten Mal Formel1-Weltmeister. Super! Herzlichen Glückwunsch.
Letzte Woche sprach er mit Bild unter anderem auch über seine Social Web Profile: "Vettel jagt Facebook-Schwindler". Darin sagte Sebastian Vettel:
Das bin ich nicht. Ich bin nicht bei Facebook oder Twitter aktiv. Mir gefällt es besser, wenn ich persönlich mit den Fans in Kontakt treten kann, zum Beispiel bei meinen Autogrammstunden.
Okay. Okay? Das hat mich massiv überrascht. Das muss ich ehrlich zugeben. Denn seine Facebook-Seite hat mittlerweile über 590.000 Fans! Über eine halbe Million, weltweit.
Und er sagt: nein, ich habe mit dieser Seite nichts zu tun. Ich bin vor allem auch überrascht, dass Red Bull das so einfach laufen lässt. Denn schließlich wurde hier eine Identität gekapert. Allerdings wird damit (bisher) kein Schindluder getrieben. Und der Betreiber kann damit auch kein Geld verdienen.
Dennoch sollte hier das Management aus meiner Sicht schnellstens reagieren und den Kontakt zu den Seitenbetreibern suchen. Da sie ja nicht viel Arbeit mit der Seite haben, haben sie offensichtlich auch kein Interesse an einer funktionierenden Community. Sonst würd ich ja immer, wenn machbar, zu einer Zusammenarbeit raten. Wär extrem schade, die ganzen echten Fans dort so im Regen stehen zu lassen. Red Bull, bitte übernehmen!
Hier nun der Vergleich der Fan-Zahlen nach der WM. Wer hat profitiert? Bei wem ist wenig passiert?
Auffällig ist, dass der unerwartete Star dieser Ski-WM auch überdurchschnittlich viele Fans auf Facebook hinzu gewinnen konnte: Christof Innerhofer aus Italien, der Gold, Silber und Bronze gewinnen konnte. Er konnte als einziger Teilnehmer der WM seine Fanzahlen mehr als verdoppeln. Auch Julia Mancuso aus den USA gehört sicherlich zu den großen Gewinnerinnen dieser WM. Was aber weniger an der einen Medaille lag als vielmehr an ihrem sympathischen, witzigen Auftreten und der offiziellen Bekanntgabe ihrer Liaison mit Ski-Superstar Aksel Lund Svindal. Da beide die WM auch fleißig auf Facebook sowie in ihren Blogs begleiteten, ist es nur logisch, dass sie hinzu gewinnen konnten.
Julia Mancuso während der Ski-WM 2011.
Aber auch die Facebook-Queen der alpinen Ski-Welt, Lindsey Vonn, konnte ihre Fanzahlen kontinuierlich steigern. Und dass, obwohl ihre Auftritte in Garmisch-Partenkirchen wenig sympathisch wirkten und der ein oder andere über ihr arrogantes Auftreten die Nase rümpfte. Ansonsten gab es kaum beachtliche Sprünge in der Fanentwicklung. Bei den Sportlern, die erfolgreich die WM absolvierten wie Maria Riesch, Didier Cuche oder Tessa Worley gab es Zuwächse in einem normalen Bereich. Andere, die weniger erfolgreich waren wie zum Beispiel Carlo Janka oder Silvan Zurbriggen, merkt man das auch ganz leicht an der Fan-Zunahme.
Hier die absoluten Fanzahlen. Da gab es in der Reihenfolge kaum Veränderungen.
Frauen (Gold: ***, Silber: **, Bronze: * / Fett: Top3)
Die größten Gewinner der Ski-WM in absoluten Zahlen.
Frauen
neu
alt
Name
Stand 6.2.2011
Stand 23.2.2011
Wachstum
Prozent
1
1
Lindsey Vonn **
241.217
256.260
15.043
106%
3
3
Julia Mancuso **
80.311
86.969
6.658
108%
4
4
Tina Maze ***
46.181
50.747
4.566
110%
2
2
Lara Gut
88.467
91.909
3.442
104%
5
5
Maria Riesch *
14.570
17.156
2.586
118%
6
6
Marlies Schild ***
4.043
5.001
958
124%
7
7
Dominique Gisin
2.695
3.288
593
122%
10
12
Tessa Worley *
959
1.300
341
136%
8
8
Viktoria Rebensburg
2.595
2.873
278
111%
12
11
Tanja Poutiainen
1.050
1.212
162
115%
11
10
Veronika Zuzulova
1.243
1.287
44
104%
9
9
Andrea Fischbacher
1.493
1.526
33
102%
Männer
neu
alt
Name
Stand 6.2.2011
Stand 23.2.2011
Wachstum
Prozent
2
2
Didier Cuche **
72.572
76.010
3.438
105%
10
14
Christof Innerhofer ***
2.377
5.761
3.384
242%
3
3
Aksel Lund Svindal ***
62.112
64.318
2.206
104%
1
1
Bode Miller
83.181
85.344
2.163
103%
9
9
Ivica Kostelic *
4.573
5.890
1.317
129%
6
6
Jean-Baptiste Grange ***
9.457
10.684
1.227
113%
5
5
Benjamin Raich
15.569
16.753
1.184
108%
4
4
Carlo Janka
52.110
52.748
638
101%
8
8
Ted Ligety ***
6.465
7.030
565
109%
11
12
Mario Matt
3.183
3.492
309
110%
14
16
Felix Neureuther
2.049
2.260
211
110%
7
7
Giuliano Razzoli
8.340
8.454
114
101%
Und hier nun die Gewinner was den prozentualen Zugewinn anbelangt. Auffällig ist dabei, dass den Sportlern mit Fanzahlen im fünfstelligen Bereich nicht mehr die großen prozentualen Zugewinne gelingen, auch wenn das Wachstum in absoluten Zahlen im vierstelligen Bereich liegt. Klarer Gewinner aber, auch auf Facebook, der dreimalige Medaillengewinner Christof Innerhofer.
Frauen
10
12
Tessa Worley *
959
1.300
341
136%
6
6
Marlies Schild ***
4.043
5.001
958
124%
7
7
Dominique Gisin
2.695
3.288
593
122%
5
5
Maria Riesch *
14.570
17.156
2.586
118%
12
11
Tanja Poutiainen
1.050
1.212
162
115%
8
8
Viktoria Rebensburg
2.595
2.873
278
111%
4
4
Tina Maze ***
46.181
50.747
4.566
110%
3
3
Julia Mancuso **
80.311
86.969
6.658
108%
1
1
Lindsey Vonn **
241.217
256.260
15.043
106%
2
2
Lara Gut
88.467
91.909
3.442
104%
Männer
neu
alt
Name
Stand 6.2.2011
Stand 23.2.2011
Wachstum
Prozent
10
14
Christof Innerhofer ***
2.377
5.761
3.384
242%
9
9
Ivica Kostelic *
4.573
5.890
1.317
129%
6
6
Jean-Baptiste Grange ***
9.457
10.684
1.227
113%
14
16
Felix Neureuther
2.049
2.260
211
110%
11
12
Mario Matt
3.183
3.492
309
110%
16
18
Andre Myhrer
1.022
1.120
98
110%
8
8
Ted Ligety ***
6.465
7.030
565
109%
5
5
Benjamin Raich
15.569
16.753
1.184
108%
2
2
Didier Cuche **
72.572
76.010
3.438
105%
3
3
Aksel Lund Svindal ***
62.112
64.318
2.206
104%
15
17
Kjetil Jansrud
1.789
1.849
60
103%
13
15
Silvan Zurbriggen
2.368
2.439
71
103%
1
1
Bode Miller
83.181
85.344
2.163
103%
7
7
Giuliano Razzoli
8.340
8.454
114
101%
4
4
Carlo Janka
52.110
52.748
638
101%
Extrem schade ist es aus meiner Sicht auch weiterhin, dass einer der Stars dieser WM, die zweifache Weltmeisterin Lizz Görgl aus Österreich, nicht auf Facebook präsent ist und ihre sicherlich zahlreichen Fans sich auf dem weltweit stärksten Social Network nicht mit ihr vernetzen können. Immerhin hat sie den offiziellen WM-Song gesungen, der während der WM rauf und runter lief.
Erstaunlich finde ich noch, dass zwei Seiten, die es vor der WM noch gab, nun plötzlich verschwunden sind. Das ist zum einen die Seite des besten österreichischen Abfahrers Michael Walchhofer sowie Peter Fill aus Italien, immerhin Medaillengewinner. Hat da Facebook wieder zugeschlagen und nicht-offizielle Fanseiten geschlossen? Ich weiß es nicht. Schade ist es auf jeden Fall.
Aksel Lund Svindal zählt zu den beliebtesten und smartesten Skifahrern weltweit und hat Fans in aller Herren Länder. Auch in Garmisch-Partenkirchen bei der Ski-WM, wo ich mich gerade aufhalte, ist er einer der absoluten Top-Stars der Szene.
Gestern fand das Königsrennen, die Abfahrt der Männer, statt. Und der Norweger Aksel Lund Svindal zählte zu den Mitfavoriten. Die Strecke, die berühmte Kandahar, ist derartig schwer, dass fast allen Fahrern im letzten Drittel die Puste ausging. Etliche stürzten im vereisten Zielraum. So auch Svindal, den es dann allerdings am heftigsten erwischte. Er wurde nach seinem Monstersturz mit hartem Aufprall in den luftgefüllten Banden ins Krankenhaus begleitet. Immerhin belegte er Rang 5 am Ende. Knapp vorbei an der erhofften Medaille.
Foto: Matias Roskos, aufgenommen vor wenigen Tagen im Hotel Rheinischer Hof, wo die Norweger logieren.
Wie informiert nun ein Sportstar seines Kalibers die vielen Fans da draußen, wie es ihm geht. Früher (und auch heute noch bei vielen Sportlern), dauert es eine halbe Ewigkeit, bis es eine nichtssagende, "offizielle" Pressemitteilung gibt, die erstmal die Journalisten erreicht. Aber wir schreiben das Jahr 2011. Und mittlerweile ist einiges anders in Sachen Informationspolitik und Kommunikationskanälen.
Crashed big in the finish area of the downhill. I jumped way to far on the last jump and that sucked the last power out of me and when I hit a bump in the finish area I couldnt hold it together anymore. Sucks because I fighting for third when it happened. Ended up in fifth, but the real good news is that I seem to be ok. Just came back from the hospital. Since I was dizzy after my crash they wanted to scan the head. The scan is done and it looked good. The rest is just bruses. Thankful that knees etc are all good. The other part of the good news is that Erik Guay is the new downhill world champion. This is a guy who has a track record of being 4th, 5th or 6th a lot at championships. So good job Erik! That was very deserved!!!
Der Facebook-Button unter dem Beitrag zeigt an, dass mittlerweile knapp 800 Leuten diese Nachricht gefällt! Sie wird also stark frequentiert. Witzigerweise drüber gestolpert bin ich auf der Facebook-Seite von Julia Mancuso. Ich wollte wissen, was sie zu ihrer Startnummer meint. Dort sagte sie:
Aksel is all good:). just a little bruised up
Da geht doch was, zwischen den beiden, oder? Egal. Geht mich nix an. Aber: süßes Paar!
Das ist Social Media im Jahr 2011. Ganz nah dran an seinen Stars. Eine ganz direkte Kommunikation ist möglich, soweit diese sie zulassen. Aksel Lund Svindal genauso wie Julia Mancuso Weiterlesen …
Dieser Beitrag ist zu einem großen Teil Werbung. Für die Deutsche Sporthilfe. Warum? Nicht weil ich dafür irgendwas bekomme. Im Gegenteil. Ich habe beschlossen, selbst einen Minimalbetrag jeden Monat der Deutschen Sporthilfe zu spenden.
Weil ich Sport liebe! Weil ich jahrelang selbst als Nachwuchstrainer im Leistungssport gearbeitet habe. Acht Trainingseinheiten die Woche, B-Lizenz, an einer Berliner Sportschule in den 90ern. Das hat Spaß gemacht. Riesigen Spaß. Den Kids genauso wie mir. Auch wenn es oft (vor allem auch in den Trainingslagern. Ich war ein harter Hund, glauben sie mir) auch harte Arbeit war. Für alle. Zu einigen habe ich heute noch (viel zu losen) Kontakt.
Ich finde Sport enorm wichtig für eine moderne Gesellschaft. Weil er Kinder von der Straße holt. Weil er ihnen einen Halt, einen Rahmen gibt und soziales Miteinander dabei erlernt wird. Im Team etwas erreichen. Sich einordnen können. Seine Grenzen ausloten. Lernen auf Ziele hin zu arbeiten. Besser werden, und dabei nicht allein sein. Sich an Regeln halten müssen, pünktlich sein, sein Sportgerät pflegen.
Es werden viele gute Werte vermittelt. Dabei geht es natürlich auch um Spaß. Um Kameradschaft. Um Zusammenhalt. Um viele gute Dinge. Jedenfalls in guten Vereinen, mit engagierten, guten Trainern und Übungsleitern.
Ich weiß, wovon ich rede. Denn ich war zehn Jahre mittendrin. Und es gibt da draußen, gerade auch in Deutschland, Tausende von ehrenamtlichen Übungsleitern, die viel Zeit und Herzblut investieren, damit die Kids Sport treiben können und ihnen die von mir genannten Werte vermittelt bekommen. Egal auf welchem sportlichen Niveau sie sich bewegen. Und wo hoffentlich Doping nie ein Thema ist.
Darum bin ich super gern dabei bei der Deutschen Sporthilfe. Und: die Webseite find ich auch cool! Denn Social Media Button sind überall eingebaut. Ich kann mir sogar mein persönliches Video generieren lassen. Mit meinem eigenen Namen. Kennen wir ja schon von "Du bist Oberstaufen" und anderen, ähnlichen Kampagnen.
Gut, dass es die Deutsche Sporthilfe gibt! Ich freue mich schon auf Olympia 2018 und andere sportliche Großereignisse. Die Leichtathletik-WM in Berlin, live miterlebt im Stadion, war grandios.
2011 kommt die Alpine Ski-WM nach Deutschland, genauer gesagt nach Garmisch-Partenkirchen. Die Maskottchen Ga und Pa wurden Anfang des Jahres präsentiert. Zwei Schneebälle sollen die Sportwelt in Garmisch-Partenkirchen, kurz GaPa, empfangen. Und vielleicht auch schon ein wenig Werbung machen für Olympia 2018. Anfangs fand ich "Ga & Pa" albern. Mittlerweile aber find ich es eine witzige Idee. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder sie lieben werden.
Anlass für mich, mir einmal die aktuellen Internetaktivitäten zur Ski-WM 2011 anzuschauen. Schließlich werde ich Weihnachten in Garmisch-Partenkirchen verbringen. Und ich bin am überlegen auch die Zeit der Ski-WM dort zu verbringen und als Web 2.0 Reporter aus GaPa zu berichten.
Die Webseite Gap2011 ist eine Augenweide. Hier hat man sich viel Mühe gegeben und aus meiner Sicht einen echten Volltreffer gelandet.
Ein Countdown zeigt an, wie weit es noch hin ist bis zur WM. Da sieht man ganz direkt, wie die WM immer näher rückt. Super auch, dass man schnell zur Ticketbestellung gelangt. Den Kalender find ich Weltklasse! Schaut extrem gut aus, bietet einen wertvollen Mehrwert und rundet die optisch ansprechende Webpräsenz perfekt ab. Eine wirklich tolle Seite, die so richtig Laune macht auf dieses Ski-Event in Deutschland. Ein großes Kompliment an den verantwortlichen Webdesign für Gap2011!
Aber... Als Social Media Experten fehlt mir noch so einiges. Es gibt zwar den Bereich "Videos". Das ist schonmal ein guter Anfang. Er führt direkt in den Youtube-Kanal zu Gap2011. Aber viel zu sehen gibt es dort noch nicht. Warum nicht? Ein Imagefilm ist vorhanden (siehe weiter unten), der die Einweihung des Kandahar-Express zeigt. Aber mit dem Titel "GAP_WM2011_181209_KandaharExpress_169_I.wmv " ist er natürlich nur schwer zu finden. Er wurde bereits im Dezember online gestellt. In der Zeit hätte man ihm doch schonmal einen vernünftigen Titel verpassen können. Und von "Ga & Pa" ist noch rein gar nichts zu sehen. Schade!
Ansonsten sind Social Media Bausteine zu Gap2011 nicht zu entdecken. Noch nicht? Mag sein, denn noch ist ausreichend Zeit bis zur WM im Februar 2011.
Eine eigene Facebook-Seite oder die Zusammenarbeit mit einer Facebook-Seite - ich kenne da eine sehr gut funktionierende Seite mit über 3.000 Fans zu Garmisch-Partenkirchen ;) - dazu die Einbindung von Blogbeiträgen, Flickr-Bildern und Tweets in einem Social-Media-Bereich auf der Gap2011-Seite würde die Webpräsenz zum einen weiter inhaltlich aufwerten und zugleich die heutzutage aus meiner Sicht unerlässlichen Schnittstellen zum Social Web schaffen. Andere, wie zum Beispiel Audi, machen vor, wie es geht und aussehen kann. Etliche andere Marken bereiten gerade weitreichende Social Media Aktivitäten vor. Und auch eine Sportlerin wie Maria Riesch zum Beispiel ist sehr aktiv auf Facebook.
Noch fehlt ganz offensichtlich eine spannende Social Media Strategie für Gap2011. Jedenfalls gewinnt man den Eindruck, wenn man sich ein wenig umschaut im Internet. Und das ist so extrem schade, weil es A) viele begeisterte Ski-Fans und Gapa-Fans gibt (wie man auf Facebook zum Beispiel sehen kann) und weil man B) versäumt die vielfältigen Möglichkeiten von Social Media Bausteinen sinnvoll ins Marketingkonzept zu integrieren. Möchte man modernes Marketing machen, muss man dorthin gehen wo die Menschen sind (und nicht warten, das sie zu einem kommen). Und immer mehr Menschen tummeln sich auf den diversen Social Media Kanälen.
Die existierende Webseite ist Weltklasse. Und macht Lust auf mehr. Viel mehr. Noch ist ausreichend Zeit.
Nachtrag: Leider hat man auf mein Angebot zu einer gemütlichen Tasse Kaffee neulich, als ich 10 Tage in Garmisch-Partenkirchen war, beim Organisationskomitee der Ski-WM nicht geantwortet. Vom Büro des Bürgermeisters wurde meine Email zwar weitergeleitet, versandete dann aber ganz offensichtlich im virtuellen Nirvana. Schade. Ich hätte einige Vorschläge und Ideen, wie man mehr macht aus Gap2011 im Social Web.
Deutschland schlägt im Auftaktmatch der Eishockey-Weltmeisterschaft 2010 vor 77.800 Zuschauern in der Gelsenkirchener Schalke-Arena den Zweiten der Olympischen Spiele USA sensationell mit 2:1! Und niemand bekommt es so richtig mit.
Na gut - "keiner" stimmt nicht ganz. Über 77.000 Fans, was übrigens Weltrekord für ein Eishockeyspiel bedeutete, sahen das spiel live auf Schalke. Und auf Sport1 (ehemals DSF) wurde es im TV auch übertragen. Vielen Dank an Sport1! Es war ein großartiges Match, das sogar mit einer Sensation, dem Sieg in der Verlängerung über die USA, endete. Ein tolles Spiel, voll Leidenschaft, Kampfgeist und Glauben an sich selbst. Beste Werbung für diese tolle, schnelle und damit zeitgemäße Sportart.
Ist ihnen dieses Logo in den letzten drei Wochen über den Weg gelaufen? Nein? Mir auch nicht. Haben sie Vorberichte gesehen oder gelesen? Sind sie im Internet über Links zu namhaften Eishockeyspielern gestolpert oder haben ein cool gemachtes Image-Video gesehen? Nicht? Ich auch nicht.
Aber: es ist eine Heim-WM. Eine Weltmeisterschaft in einer durchaus populären Sportart, die hier in Deutschland ausgetragen wird. Gehört sowas nicht in eines der ersten Programme der Öffentlich-Rechtlichen? Und warum hat man hierzulande im Vorfeld so gut wie gar nichts gehört? Im Vorfeld der Fussball-WM 2006 gab es eine Stimmung, von der wir heute noch träumen. Wenig später feierten wir den WM-Titel der Handballer im eigenen Land. Und letzten Sommer kam man nicht an der Leichtathletik-WM in Berlin vorbei.
Wir wissen, wie man eine WM ausrichtet. Wir sind ein sportbegeistertes Land. Und das finde ich großartig. Ein Grund, warum viele Menschen Deutschland durchaus sympathisch finden. Und nun ist Eishockey-WM in Deutschland. Und niemand hierzulande bekommt es mit. Warum ist das so? Weil der deutsche Eishockeybund nicht so wohlhabend ist wie der DFB? Und darum keine Marketing-Kampagne fahren kann? Mag sein, dass dies ein Grund ist. Und man muss auch nicht die ganz schweren Geschütze auffahren.
Aber gerade heutzutage ist es so einfach auch mit kleinem Budget etwas zu bewirken. Es ist ja nicht so, dass sich hier niemand für Eishockey interessieren würde. Es gibt Tausende von Kids die begeistert Eishockey spielen. Die Eisbären hier in Berlin sind ein echter Magnet und die Fans sieht man in der ganzen Stadt, wenn Heimspiel ist. Eishockey zieht viele Menschen an. Wenn sie denn davon wissen.
Und Social Media würde die perfekten Kanäle bieten um die Message nach außen zu tragen und dann von den Fans, die ja ganz offensichtlich vorhanden sind (77.800 Menschen beim Match), weiter transportieren zu lassen. Eine Viral-Kampagne mit Bausteinen wie Facebook, ein paar gute Youtube-Videos, Twitter, eine Aktion mit passenden Blogs - das wäre kein Problem und auch mit kleinem Budget realisierbar. Stattdessen gibt es... nix. Oder hab ich was übersehen? Klärt mich auf.
Und die "offizielle" WM-Seite führt auf eine englischsprachige (!) Unterseite des internationalen Eishockey-Verbandes. Au Backe. Aber dort gibt es ganz unten wenigstens einen Hinweis auf ne Facebook-Seite. Immerhin! Diese hat knapp 6.000 Fans. Aber die Außenwirkung ist deutlich zu gering, die Web 2.0 Penetration viel zu schwach, um virale Effekte in Gang zu setzen.
Ich finde das insgesamt super traurig. Dieser Sport, diese Mannschaft, diese WM hätten mehr verdient. Und die Fans hier in Deutschland hätten gern geholfen der Welt zu zeigen, was für tolle Gastgeber wir für die besten Eishockeyspieler der Welt sind. Und wie schon gesagt: mittels Social Media könnte man die Fans so wunderbar einbinden und ihnen Kanäle und eine Plattform bieten. Man verlässt sich wohl allein auf Sport1, dass die genug Werbung machen. Kann man das den Organisatoren vorwerfen. Ich finde schon. Denn man will die Stadien voll bekommen und zugleich Werbung für den Eishockeysport UND den Sport-Standort Deutschland machen. Schließlich bewerben wir uns ja unter anderem auch um die Olympischen Spiele 2018! Da ist Kritik durchaus angebracht.
Ich freue mich aber jetzt erstmal aufs nächste Match der deutschen Mannschaft. Das Auftaktspiel hat Lust auf mehr gemacht! Am Montag geht es um 20.15 Uhr gegen Finnland. Sport1 überträgt (hoffentlich) wieder live.
Magdalena Neuner gehört zu den gefeierten Stars der deutschen Wintersportszene. Sie ist jung, attraktiv und überaus erfolgreich. Sie ist eine der großen Medaillenhoffnungen für die Olympischen Winterspiele in Vancouver in drei Wochen.
Da ich selbst großer Biathlon-Fan bin und mit ihr, wie übrigens auch mit Andrea Henkel, Martine Beck, Kati Wilhelm und Simone Hauswald, immer wieder mitfieber, habe ich mich (auch aus beruflichem Interesse) einmal im Bereich Social Media nach ihr umgeschaut. Das hängt auch damit zusammen, dass Magdalena Neuner aus Garmisch-Partenkirchen stammt und dem SC Wallgau angehört, nur wenige Kilometer entfernt von Garmisch-Partenkirchen. Ich bin aktiv beteiligt am Management der erfolgreichen Facebook-Fanpage für Garmisch-Partenkirchen und komme so kaum vorbei an Magdalena Neuner. Ich bin ein aktiver GAP-Fan sozusagen.
Magdalena Neuner auf Facebook
Natürlich hat auch Magdalena Neuner eine Facebook-Fanpage (siehe Screenshot). Diese hat aktuell fast 3.700 Fans. Aber der letzte Eintrag stammt vom 28. September 2009! Sehr eigenartig. Ganz offensichtlich wird sie nicht mehr gepflegt. Ich gehe mal davon aus, dass Magdalena Neuner selbst dort nicht aktiv war. Ich befürchte sogar, dass sie noch nicht einmal etwas weiß von dieser Fanpage und den vielen Fans dort.
Ich bin dann via Google zu ihrer Webseite gesurft. Und war geschockt.
Die Magdalena Neuner Webseite - Aktualität Fehlanzeige
Eine an sich schicke Seite. Viele Bilder. Man spielt mit ihrer Attraktivität, ihrer Ausstrahlung und mit ihren beachtlichen Erfolgen. Alles schön und gut so. Und es gibt sogar "News" auf der Startseite. News, die keine News mehr sind. Denn dort ist als aktuellster Eintrag zu lesen:
Endlich geht´s auch bei mir los...
Magdalena Neuner 08.12.2009
Leider wurde ich am Ende unseres Lehrgangs in Muonio krank und konnte dann, wider Erwarten nicht mit nach Östersund fliegen. Darüber war ich natürlich schon sehr enttäuscht, aber ich habe mich auch schnell damit abgefunden und war froh, als ich nach fast zwei Wochen Ausfall am Donnerstag wieder trainieren konnte. Gott sei Dank gings dann schon wieder einigermaßen gut und ich konnte heute recht zuversichtlich nach Hochfilzen anreisen. Ich hatte zwar jetzt nur ein paar Tage um wieder in Form zu kommen, aber ich hoffe, dass ich bis Freitag noch ein bisschen was machen kann. Zum Glück konnte ich den ganzen Sommer und bis vor kurzem richtig gut trainieren.
Ich bin einfach froh, dass ich jetzt wieder gesund bin und bei meinem Team sein kann. Der Rest kommt dann schon. Auf jeden Fall freu ich mich auf mein erstes Rennen der Saison. Drückt mir die Daumen!!
Das ist eine Katastrophe aus meiner Sicht. Und einfach nur traurig. Und unnötig zugleich. Was soll so etwas? Warum "News", wenn es gar keine News gibt? Aber seit dem Datum des letzten Eintrags gab es Weltcupsiege von ihr, eine Staffel in der sie starten durfte und die Qualifikation für die olympischen Spiele. Eigentlich Neuigkeiten ohne Ende rund um Magdalena Neuner. News, die ihre Fans und die Besucher der Webseite sicherlich interessiert hätten. Oder auch für einen Journalisten, der Informationen sammelt, sicherlich spannend wären. Und es ginge doch so einfach. Mit Hilfe von Social Media.
Mir ist klar, dass sich eine Sportlerin, Magdalena Neuner wie jede andere, in der Saison voll auf ihren Sport konzentrieren muss. Und dennoch. Jeder Athlet in einer in der Öffentlichkeit auf breites Interesse stoßenden Sportart versucht von und mit seinem Sport zu leben. Magdalena Neuner hat Werbeverträge und verdient gutes Geld. Geld, das ich ihr absolut gönne. Ich finde es klasse, wenn Leistungssportler von dem Leben können, was sie tun. Aber: jeder Sportler auf diesem Level ist nicht einfach nur ein Sportler, sondern auch eine "Brand". So wie übrigens auch jeder erfolgreiche Schauspieler, Sänger, Künstler. Das ist nichts Abstößiges. Manche mögen das und spielen damit (Angelina Jolie, Brad Pitt, Madonna, Banksy, Paulo Coelho). Andere finden das nervig und gehen dem ganzen damit verbundenen Trubel aus dem Weg.
Magdalena Neuner ist eine Brand
Magdalena Neuner als eine der erfolgreichsten und gefragtesten Sportlerinnen Deutschlands, die mehrere Werbeverträge hat (unter anderem ist sie Testimonial von 11880), ist eine "Marke". Eine Brand, die vermarktet werden muss, will sie weiter erfolgreich platziert sein. Das geschieht zuerst einmal über sportliche Leistungen. Aber: auch andere Kanäle müssen aus meiner Sicht in der heutigen Zeit bedient werden.
Dies muss eine Sportlerin ja nicht allein tun. Die Werbespots dreht ja auch nicht sie, sondern Partneragenturen. Darum muss hier die Frage erlaubt sein:
Wo ist die Social Media Strategie für Magdalena Neuner?
Ich konnte keine entdecken. Ganz im Gegenteil. Man begeht sogar noch schwere Fehler, in dem man auf der Webseite von News spricht, die alles andere als News sind. Es gibt eine Facebook-Fanpage, die nicht mehr gepflegt wird, aber viele Fans vereint. Und schaut man sich weiter um, entdeckt man Videos auf Youtube und auch zahlreiche Bilder auf Flickr. Hier mal eines von zahlreichen davon:
Magdalena findet also - wie viele andere Sportstars auch - durchaus im Web 2.0, dem Social Web statt. Das ist super für sie und zeigt das große Interesse an ihr. Dagegen kann (und sollte) man sich nicht wehren. Man sollte darauf reagieren und eine Social Media Strategie entwickeln, die für die Sportlerin im Bereich des Machbaren liegt. Sicherlich in Zusammenarbeit mit einer guten Social Media Agentur, die weiß was sie tut. Viele Werbeagenturen haben leider noch immer kaum Ahnung vom Web 2.0 und den dort geltenden Spielregeln, Vorgehensweisen und Erfolgsfaktoren.
Web 2.0 Elemente sinnvoll nutzen
Denkbar wäre nicht nur der Einbau eines Flickr-Streams in die Webseite und die Verknüpfung mit einer Facebook-Fanpage. Auch die Videos sollten eingebunden werden in die Magdalena Neuner Webseite. Und die News könnten mit Hilfe von Twitter regelmäßig mit wirklichen News gefüttert werden. Ein Tweet kostet nicht wirklich viel Zeit und kann tatsächlich von der Sportlerin selbst abgesandt werden. Das geht super einfach mit dem Handy. Ich bin gern bereit mal in Wallgau vorbei zu kommen und Magdalena Neuner zu zeigen, wie sie mit dem Handy (am besten ein iPhone) Twitter nutzt, ohne dass es sie wirklich großartig belastet. Alternativ kann aber aus meiner Sicht so ein Newsbereich auf einer Webseite - den ich übrigens für eine Sportlerin absolut sinnvoll halte! - auch von einem Partner regelmäßig aktualisiert werden. Dies sollte dann aber in enger Abstimmung mit der Sportlerin geschehen. Sie sollte zumindest wissen, was auf ihrer Seite steht. Denn Authentizität und Glaubwürdigkeit sind Grundpfeiler erfolgreichen Agierens im Social Web.
Denkbar wäre auch ein Blog statt der News oder ergänzend dazu. Darin könnten zwei Mal im Monat kleine Videobeiträge gepostet werden, die das Social Media Team erstellt. Kurze Interviews mit Magdalena Neuner zu den letzten Erfolgen und den kommenden Wettkämpfen. DAS würde die Fans interessieren. Immer mit einer parallelen Anbindung an Facebook und Youtube. Andrea Henkel macht das schon sehr gut in ihrem Tagebuch.
Es gibt also vielfältige Bausteine, die sinnvoll wären um die "Brand Magdalena Neuner" auch im Web 2.0 gut zu platzieren, so wie es sich gehören sollte im Jahr 2010. Doch hierfür müsste es ein Konzept geben. 11880! Warum übernehmen sie nicht? Das wäre doch mal endlich wieder eine spannenden Werbekampagne, die die Fernsehwerbung begleiten und wertvoll ergänzen kann. Schade, dass es aktuell noch so ist wie es ist. Ein eher trauriges Bild von Magdalena Neuner im Social Web.
Nachtrag: Social Media für jeden erfolgreichen Sportler sinnvoll
Magdalena Neuner ist hier nur ein Beispiel von vielen. Jeder erfolgreiche Sportler sollte sich Gedanken über eine Social Media Strategie machen, will er die Bindung zu seinen Fans erhalten und ausbauen. Immer unter dem Blickwinkel des letztendlich auch Machbaren. Aber das Web 2.0 in der Zukunft links liegen lassen, ist ganz sicher die falsche Entscheidung.
Ich war auf der Suche nach der diesjährigen Vierschanzentournee der Skispringer. Gestern, mit dem iPhone. Ich wollte gern live die Ergebnisse der Qualifikation zum ersten Springen wissen. Da ich aber unterwegs war, ging das nur mobil. Ich dachte mir: es gibt bestimmt eine gute Facebook-Seite, die ich über die geniale Facebook-App auf dem iPhone ansteuern kann. Schließlich haben wir das Jahr 2009 und Social Media wird immer wichtiger und stärker. Doch mein Entsetzen war groß. Das Einzige was ich fand, war eine nicht gepflegte Seite aus der vergangenen Saison. Ohne Inhalte, ohne aktuelle Informationen. Wie traurig...
Auch im App-Store fand ich keine iPhone-App zur Vierschanzentournee. Es gibt zwar einige Sport-Webseiten, die einen Live-Ticker liefern. Der ist aber fast immer auf Flash-Basis. Und damit nicht darstellbar vom iPhone. Eurosport wiederum hat zwar eine ziemlich gut gemacht iPhone-App, die ich sehr mag. Aber Skispringen findet dort nicht statt. Das dürfte rechtliche Gründe haben.
So stand ich also im Regen. Noch nicht einmal auf Twitter gab es relevante, zeitnahe Informationen über die Vierschanzentournee. Dafür gibt es aber wenigstens eine Webseite der Vierschanzentournee. Diese macht jedoch den Eindruck, als hätte man sie im Jahr 1992 konzipiert und umgesetzt. Entschuldigung, sollte ich damit jemandem auf den Schlipps treten. Aber so ist es aus meiner Sicht. Webseiten zu Live-Events, wie es die Vierschanzentournee nunmal ist, die Millionen von Menschen in ihren Bann ziehen, finde ich verdammt traurig und vor allem: unzeitgemäß. Es fehlt komplett eine Social Media Anbindung und ein zeitnaher Informationskanal. Facebook, Friendfeed, Twitter & Co. liefern die Technik und die Vernetzungsmöglichkeiten. Man muss sie "nur" noch geschickt einsetzen und benutzen. Doch das geschieht bei der übrigens von Jack Wolfskin gesponsorten Vierschanzentournee überhaupt nicht.
Alles konzentriert sich ganz offensichtlich aufs TV. Und das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Mobile Inhalte werden in einem rasenden Tempo von den Menschen dort draußen angenommen. Das Internet gewinnt stetig an Bedeutung. Immer mehr nutzen Smartphones wie das iPhone um damit Bilder hochzuladen, Emails zu schreiben, ihr Facebook-Profil zu pflegen, zu twittern und neueste Nachrichten zu erhalten. Auf all dies verzichtet man bei der diesjährigen Vierschanzentournee leider. Und das sage ich als großer Skispring-Fan, seit 30 Jahren. Wo ist der Twitter-Stream von der Vierschanzentournee? Wo sind die Bilder der Fans, die sie auf Flickr und Sevenload hochladen? Wo die Videos rund um die Tour auf Youtube und Vimeo? Wo die Facebook-Page die mich mit Neuigkeiten versorgt und auf der ich mich als Fan "outen" kann?
Und bevor ich mich weiter über diese Missstände ärgere, richte ich lieber eine eigene Facebook-Fanpage ein. Eigentlich ist es dafür zeitlich schon zu spät für die diesjährige Tournee. Aber ich mag es nicht nur zu kritisieren. Man muss auch was machen. Und: besser als gar nichts. Für all die, die die Tournee nicht via TV verfolgen können und die mobil und via Internet dabei sein möchten: bitte hier entlang, zur privaten Facebook-Fanpage der Vierschanzentournee.
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