SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

22Jun/12Off

Der Abwärtstrend für StudiVZ hält an

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es is schon ein Trauerspiel die Entwicklung der deutschsprachigen Social Network Landschaft mit anzusehen. In der neuen Infografik aus dem Hause Statista wird deutlich, wie tief und wie rasant der Fall vor allem auch von StudiVZ ist. Die Prognose geht sogar davon aus, dass StudiVZ bis Ende des Jahres komplett hinter wer-kennt-wen und Xing zurückfällt, bis hinab auf das Niveau der dahin siechenden Lokalisten.

Die Internetnutzer treffen sich mittlerweile vor allem auf Facebook. Aber auch Twitter und Google+ sind durchaus weiterhin am wachsen. Aber andere Social Media Plattformen wie Youtube und Pinterest oder aber auch Nischen-Projekte wie Motor-Talk.de halte ich perspektivisch, auch aus Marketing-Sicht, für oft die spannenderen Bausteine.

15Mai/12Off

Prognose für die deutschen Social Networks 2012 als Infografik

Autor des Artikels: Matias Roskos

Dass es mit den deutschen Social Networks stetig bergab geht, ist nun schon länger kein Geheimnis mehr. Die Kollegen von Statista haben sich einmal die Mühe gemacht und eine Infografik erstellt mit einer Prognose für die Entwicklung der Besucherzahlen im Jahr 2012. Da schaut es düster aus für StudiVZ, wer-kennt-wen, Lokalisten und Stayfriends.

Allerdings sind die prognostizierten 16,6 Millionen Visits für die VZ-Netzwerke immer noch eine beachtliche Zahl, mit der sich durchaus Geld verdienen ließe. Erstaunlicher finde ich dabei, dass nach dieser Prognose wer-kennt-wen Ende des Jahres mehr Visits hat als die VZ-Gruppe. Allerdings könnte das aufgrund der stark regionalen Ausrichtung von wer-kennt-wen tatsächlich passen. Regionale Communities sind stark gefragt. Wobei sich viele davon auf Facebook ein Zuhause suchen. Beispiele: Berchtesgadener Land, Berlin, Bodensee, Erzgebirge, Sächsische Schweiz oder Garmisch-Partenkirchen.

Entwicklung der deutschen Social Networks 2012

Passend dazu hier noch der Traffic-Vergleich deutscher Social Networks für den April 2012 mit dem des Vorjahres. Lediglich Xing ist stabil geblieben. Alle anderen deutschen Social Networks befinden sich ungebremst auf dem Weg Richtung Bedeutungslosigkeit. Die VZ-Seiten etwa verzeichneten im April 2012 nur noch 47 Millionen Visits, 79,3 % weniger als im Vorjahresmonat! Das ist heftig.

Die Visits deutscher Social Networks

16Feb/12Off

Immer mehr Nutzer versammeln sich tagtäglich in Social Networks

Autor des Artikels: Matias Roskos

Internetnutzer verbringen in Deutschland mittlerweile 23 Prozent ihrer Online-Zeit in Sozialen Netzwerken! Das ist eine beachtliche Zahl. Diese stammt aus einer repräsentativen Erhebung des Marktforschungsunternehmens comScore (mehr dazu auf der Bitkom-Seite). Noch vor einem Jahr waren es "nur" 14 Prozent.

Die Bedeutung von Social Networks wie Facebook, LinkedIn, Xing & Co. wächst rapide. Dies sind auch die Erfahrungen meiner täglichen Arbeit. Immer mehr "Otto-Normalsurfer" finden sich prächtig zurecht im Social Web und nutzen die vielfältigen Bausteine immer intensiver.

Auch für den Traffic auf die klassischen Webseiten werden Links in Sozialen Netzwerken immer wichtiger. Und Google misst Links aus Social Networks eine immer größere Bedeutung zu!

10Mai/11Off

Relevante Verschiebung von TV-Budgets hin zu Social-Media – Benno Müller von SchülerVZ im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich selbst bin großer Facebook-Fan. Aber als Papa eines Schulkindes gefällt mir durchaus nicht alles, was auf Facebook so möglich ist. SchülerVZ macht da aus meiner Sicht strategisch einen guten Job. Darum freut es mich, dass ich Benno Müller von den VZ-Netzwerken interviewen und ein paar Fragen zu den Vorteilen von SchülerVZ stellen konnte. Natürlich ging es im Interview auch um erfolgreiches Social Media Marketing auf den VZ-Plattformen. Der Kontakt kam über die Social Media Akademie zustande, wo ich als Referent tätig und für den Community Manager Lehrgang verantwortlich bin.

Herr Müller, für welche Bereiche in der VZ-Familie sind sie verantwortlich und was ist Ihr Aufgabengebiet?

Als Director Sales bin ich für den gesamten Vertrieb der drei VZ-netzwerke schülerVZ, studiVZ und meinVZ verantwortlich. Zu meinen Aufgaben zählt die Monetarisierung der drei Plattformen, sowohl über klassisches Display Advertising als auch Social-Media-Werbeformen.
 
In diesem Interview soll es in erster Linie um SchülerVZ als eine sehr starke Nischen-Plattform gehen. Nische insofern, als dass es ausschließlich Schüler betrifft. Von welchem Altersbereich sprechen wir hier? Wer darf SchülerVZ nutzen?

schülerVZ richtet sich – wie der Name schon sagt – an die junge Zielgruppe der Schüler und Berufsschüler von 12 bis 19 Jahren.
 
Wie groß ist die Community? Und wieviele Besucher und PIs gibt es im Monat auf der Plattform?

Aktuell (Stand April 2011) zählt schülerVZ rund 5,8 Millionen registrierte Nutzer und ist damit Deutschlands größte Schülerplattform. schülerVZ erreicht über 4,4 Mio. Unique User/Monat (AGOF internet fact 2010-IV), hinzu kommt eine weitere Million Nutzer zwischen 12 und 13 Jahren, da die AGOF erst ab 14 Jahren misst. 3,72 Mrd. PIs/Monat und über 103 Mio. Visits/Monat (interne Daten VZ). Die durchschnittliche Verweildauer auf schülerVZ ist mit 41 Minuten/Tag sehr hoch.

Kann SchülerVZ für sich allein betrachtet bereits wirtschaftlich rentabel arbeiten?

Ja - schülerVZ alleine ist rentabel, aber für uns als Unternehmen mit drei Plattformen ist dennoch der Gesamtumsatz entscheidend, mit dem wir überaus zufrieden sind: In 2010 haben wir einen Gesamtumsatz von über 30 Mio. Euro erzielt mit einer Umsatzsteigerung von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein sensationelles Ergebnis und zeigt deutlich, das seitens der werbetreibenden Wirtschaft eine relevante Verschiebung von TV-Budgets hin zu Social-Media stattgefunden hat, die sich noch stärker in 2011 zeigen wird. Als soziales Netzwerk profitieren wir hier in zweierlei Hinsicht, da wir sowohl die reichweitenstarken Display Ads anbieten als auch neue Social-Media-Werbeformen.
 
Wie findet Marketing auf der Plattform statt? Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

Social-Media-Marketing findet bei den VZ-Netzwerken am optimalsten durch eine Mischung aus klassischen Display-Ads und netzwerkspezifischen Werbeformen statt. Konkret heißt das: Schneller Reichweitenaufbau in Kombination mit Weiterlesen …

4Sep/09Off

Über die Bedeutung von Virtual Gifts und virtueller Währungen für Social Networks

Autor des Artikels: Matias Roskos

Auf jeden Fall ist beim Thema „Schenken“ wie in Facebook eine emotionale Aufladung nötig. Die sehe ich in Xing zum Beispiel eher nicht, auf einer Hobby-Plattform wiederum schon. Doch das Thema Virtual Items hat eine fließende Grenze zu digitalen Gütern wie etwa MP3-Songs oder zu Softwarefeatures. So könnte der Hersteller eines Routenplaners eine kostenlose Basisversion verschenken und die Kartenupdates zu kleinen Preisen verkaufen. Das ist im Grunde das Comeback des alten Shareware-Prinzips.
Und wenn die Nutzer das gelernt haben, sind sie auch wesentlich näher an der Idee, für digitalen Content zu bezahlen, etwa auf qualitativ hochwertigen redaktionellen Plattformen. Die Spieleindustrie war hier der Wegbereiter für die unterschiedlichsten Micropayment-Modelle.

Das sagt Martin Herdina, Gründer von FatFooGoo, in einem interessanten Interview auf Create or die. Er erläutert, wie der Umsatz Dank virtueller Güter, also von Dingen, die man nicht mit ins echte Leben nehmen kann (außer auf seinem Laptop oder iPhone), stetig steigt. Und wie dieses Umsatzmodell immer mehr zu einem spannenden Erlösmodell für Social Networks wird. Übrigens funktioniert in seiner Antwort beschriebene Methode auf dem iPhone schon bestens. Die Leute werden mit einer kostenlosen Basis-App versorgt. Wollen sie mehr Funktionalität oder mehr Content, müssen sie die Bezahlversion erwerben über den App-Store. So gewinnt man Kunden in Zeiten von Smartphones und Web 2.0. Ich wäre sogar bereit für eine Advanced-Facebook-App einmalig 5 $ zu bezahlen.

Der chinesische Anbieter tencent machte im ersten Quartal 2009 allein 350 Millionen Dollar Umsatz mit virtuellen Gütern. Dort haben die drei Marktführer eine so hohe Marktmacht, dass deren virtuelle Währungen inzwischen zum realen Tauschmittel geworden sind. Die chinesische Regierung hat gerade den Rücktausch der virtuellen Währung in reales Geld verboten. Ein weiteres Beispiel ist die virtuelle 3D-Welt Habbo-Hotel. Dort werden mehr Möbelstücke pro Jahr verkauft als bei Ikea.

Als ich im November letzten Jahres den Artikel "Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks – So wird die Zukunft aussehen" ins Netz stellte, gab es viele positive Reaktionen. Ich stellte dar, dass Word-of-Mouth Marketing, Crowdsourcing und spannende Ecommerce-Konzepte (Social Commerce, Shopping-Clubs) für Social Networks neben der nur stotternd funktionierenden Werbe-Schiene echte Alternativen sind, um ihnen den Weg in eine wirtschaftlich gesunde Zukunft zu weisen. Bis heute ist in dieser Richtung so gut wie gar nichts passiert. Woran das liegt? Ich kann es nur vermuten: fehlende Expertise innerhalb der Unternehmen und Angst vor dem Aufwand im Bereich Konzeption und Communitymanagement. Dazu die falschen Partner in Sachen Online-Marketing, die ihren Claim hartnäckig verteidigen. Immer schön Werbung und Affiliate-Programme verkaufen. Der Rest ist zu umständlich. Man könnte auch sagen: Es fehlt an Weitsicht. Und möglicherweise an guter Lobbyarbeit. Die Werbebranche ist mit ihrem Geflecht von Agenturen deutlich besser positioniert. Wobei es auch echte Schwergewichte wenigstens im Bereich Ecommerce gibt. Hier würde sich eine Kooperation sicherlich anbieten. Zum Beispiel zwischen Amazon und Facebook. Oder Ebay und MySpace. Oder Etsy und Facebook. Oder Tchibo ideas und MeinVZ. Die Segmente Word-of-mouth-Marketing und Crowdsourcing haben es da deutlich schwerer aufgrund noch fehlender, über Jahre gewachsener Agentur-Strukturen.

Das Fehlen solcher Konzepte halte ich gerade bei Facebook für besonders enttäuschend. Denn kein anderes Social Network versteht es so mutig und innovativ immer neue Schritte Richtung Zukunft zu gehen. Die anderen hecheln nur hinterher. Hier nochmal drei Bilder aus dem Artikel von vor neun Monaten:

TRND-WOM-Aktionen auf Facebook - im Jahr 2010?

VOdA-Crowdsourcing für Produktdesign auf MeinVZ - im Jahr 2010

Edelight integriert in Wer-kennt-wen - im Jahr 2010

Alles nur Fiktion. Bisher. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen: die Social Networks wollen gar keine neuen Erlösmodelle testen. Wobei auf Facebook es erste zaghafte Versuche in Sachen Crowdsourcing gibt. Audi hat hier zuletzt ein spannendes Projekt aufgesetzt, das in die richtige Richtung weist.

Allerdings ist Facebook im Segment virtuelle Währung umso aktiver und experimentierfreudiger. Seinerzeit hatte ich den Punkt Virtual Gifts und damit verbunden virtuelle Währungen nicht mit im Artikel. Ein echtes Versäumnis. Denn dass Virtual Gifts durchaus eine starke Säule für die Erlösmodelle der Zukunft sein werden, steht mittlerweile außer Frage. Das Interview mit Martin Herdina gibt einen guten, ersten Einblick in die Thematik. Passend dazu gibt es auf "Create or die" einen ergänzenden Artikel "Du wolle Rose kaufen?", den ich genauso empfehle. Guter Job, Herr Puscher! Lesenswert und verdammt viel Gutes darin. Ich stimme ohne Einschränkung zu:

Jenseits der eher konservativen Werbeformate im Rahmen des Ingame Advertising bietet auch das Konzept des Verkaufs digitaler Güter Raum für die strategische Platzierung von Marken bis hin zum direkten Erlösmodell.

Das gilt nicht allein für Online-Games, sondern auch für die Knotenpunkte der virtuellen Zukunft - die Social Networks.

3Sep/09Off

Was wichtig ist heutzutage bei einem Web 2.0 Portal – Podcast.de machts vor

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gerade habe ich auf Facebook gelesen, dass Podcast.de gerelauncht wurde. Fabio hat sein Portal für die immer größer werdende Podcast-Gemeinde nun in der Version 5.0 am Start. Seit Jahren entwickelt er mit seinem Team die Seite immer weiter. Der Akzent beim jetzigen Relaunch liegt laut eigener Aussage im Podcast.de-Blog zum einen auf vielfältigen Individualisierungsmöglichkeiten der eigenen Startseite. Hinzu kommt eine Verbesserung der Nutzerführung. Also mehr Usability. Und letztendlich bietet man Fremdentwicklern eine Api an, damit diese die Daten von Podcast.de weiterverwenden können.

Podcast.deAll das sind Punkte, die bei einem Web 2.0 Portal im Jahr 2009 eigentlich unerlässlich sein sollten. Von vielen werden sie aber noch als nicht so wichtig abgetan. Ein gigantischer Fehler. Die Leute wollen sich ihr Online-Zuhause selbst gestalten. Eine intelligente und vor allem auch funktionierende Nutzerführung wird meist komplett vernachlässigt und rächt sich dann im Nachhinein. Und anderen Entwicklern eine Möglichkeit zu geben mit den Daten weiter zu arbeiten ist eine großartige Chance Mehrwerte zu schaffen. Bestes Beispiel ist dafür Twitter, um das herum Dank seiner Api ein richtiges Twitterversum an eigenen Diensten entstanden ist.

Glückwunsch an Podcast.de und das Team um Fabio Bacigalupo für diesen Relaunch. Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und sind ganz weit vorn hierzulande was Konzeption und technische Umsetzung anbelangt.

Jetzt fehlt nur noch die iPhone-App!

8Jan/09Off

Es gibt sie, die funktionierenden Erlösmodelle für Facebook, Myspace, StudiVZ & Co.

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es gibt neue, erfolgversprechende Erlösmodelle neben den üblichen Bausteinen Banner-Werbung und Premiumcontent (die man beide nicht komplett verteufeln sollte). Ein Mix aus allem - klassische Internetwerbung (inklusive Affiliate-Modellen), Premium-Accounts, WOM-Kampagnen, Crowdsourcing-Projekte und Ecommerce-Einbindung - wird dazu führen, das Social Networks in der Zukunft wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Kooperation heißt auch hier, wie im gesamten Web 2.0, das Zauberwort. Kooperationen mit Anbietern von Special-Services im Bereich Marketing. Der Aufbau eigener Units durch die Social Networks, um Projekte zu initiieren und zu betreuen. Kooperationen mit großen Markenartiklern und spannenden Ecommerce-Projekten. Auf den Plattformen, die die meisten Menschen anziehen.

Dies hatte ich vor ein paar Wochen in einem viel beachteten Artikel geschrieben. Vor ein paar Tagen dann gab es auf Seedfinance einen ähnlich gelagerten Artikel von Daniel Verst, der prinzipiell in die gleiche Richtung zielt und dem ich voll und ganz zustimmen kann: "Geschäftsmodell für Soziale Netze ist endlich gefunden".

Wichtig ist die Feststellung, dass aus meiner Sicht einen Paradigmenwechsel von reinem Display-Marketing hin zu “Empfehlungsmarketing” erfolgen wird.

heißt es dort vollkommen richtig. Ich hatte wiederum WOM als ein Erlösmodell der Zukunft für Social Networks genannt.

Daniel Verst schreibt weiter:

Soziale Netzwerke bilden das soziale Netzwerk eines jeden Nutzers ab. Somit ergibt sich bei der Addition aller Nutzer eines Sozialen Netzwerks ein sogenannter Social Graph, der die Verbindungen der gesamten Nutzer darstellt. Bis zum Zeitalter des Web 2.0 war es nahezu unmöglich, auf ein derartiges soziales Beziehungsgeflecht zuzugreifen.
...
Im Mai 2007 verkündete Facebook die Öffnung seines Dienstes für externe Entwickler. Diese können seither eigene Applikationen für die Facebook-Plattform schreiben. Viele Applikationen wurden zum Erfolg (definiert als: mehr als eine Millionen Nutzer). Seit diesem Monat bietet Facebook nun Facebook Connect an. Mit Facebook Connect ist die Integration von Facebook auf anderen Seiten möglich. So kann - verkürzt dargestellt - der Seitenbetreiber auf den Social Graph von Facebook zugreifen und der Nutzer hat den Vorteil, dass das lästige Anmeldeprozedere nicht mehr bei jedem Dienst erneut durchzuführen ist.
...
Nicht im B2C Bereich werden Soziale Netze zukünftig Umsätze generieren, sondern im B2B-Bereich. Die Anbieter Sozialer Netze werden anderen Unternehmen den Zugriff auf den Social Graph ermöglichen. Ein Netz auf das bisher nicht so einfach zugegriffen werden konnte.

Das ist entspricht vom Grundtenor erfreulicherweise dem, was ich seinerzeit geschrieben habe. Es GIBT Geschäftsmodelle für Social Networks. Facebook, MySpace & Co. haben etwas zu bieten - die Menschen, die das Netzwerk nutzen, und damit zusammenhängend den Social Graph.

Allerdings würde ich nicht so streng zwischen B2B und B2C trennen. Ja - die Erlöse werden zu großen Teilen aus dem Bereich B2B kommen. Auch wir mit unserer Agentur VOdA sprechen ja ganz bewusst Unternehmen an, für die wir als Dienstleister im Bereich Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien tätig werden. Reines B2B.

Aber - erreicht werden soll der Internetnutzer, der sich in den sozialen Netzwerken tummelt. Also "C". Die Erlöse kommen von Businesspartnern, die den Konsumenten hier über ganz neue Schienen und Möglichkeiten - ich hatte sie seinerzeit aufgezählt und sie wurden in den Kommentaren noch ergänzt: WOM, Crowdsourcing, Ecommerce 2.0 mit Social Commere, Live Shopping und Shopping Clubs, virtuelle Güter - erreichen. Neue Marketingstrategien. Neue Wege - die beschritten werden in der Zukunft. Wenn die Marken anfangen sich zu trauen und bereit sind auch wirklich komplett neue Wege zu testen.

Und auch B2C wird eine wichtige Rolle bei den Erlösmodellen spielen. Über den Verkauf von virtuellen Gütern und über Ecommerce-Anwendungen 2.0. Anbindung von Shopping-Clubs, Live-Shopping-Events und dergleichen mehr. Doch schon jetzt spielt der B2B-Bereich für viele Netzwerke eine bedeutende Rolle. Gerade auch mit Whitelabel-Lösungen wird bereits vielfach gearbeitet und spannende Erlöse erzielt. Die Zukunft gehört Empfehlungsmarketing, WOM und Crowdsourcing. Die Social Networks sind die Knotenpunkte der Zukunft.

12Dez/08Off

Bloß nicht zu mutig werden

Autor des Artikels: Matias Roskos

Marcel Weiss hat auf Netzwertig gerade einen Artikel veröffentlicht, den ich jedem nur ans Herz legen möchte. Dort geht es unter dem Titel "Von der Unfähigkeit zu lernen" über den Zusammenbruch der Verlage in den USA und vor allem auch darum, das fast die komplette Medienbranche weiter fröhlich vor sich hindöst und die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen will.

Die Unfähigkeit, einfachste Umstände zu lernen und zu akzeptieren, ist schon bei der Musikindustrie absolut bemerkenswert. Besonders wenn man bedenkt, von welchen Zeiträumen wir hier mittlerweile reden.

Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.

Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise. Und statt das zu ändern, verschließt man einfach die Augen

Vollkommen richtig. Die Medienwelt verändert sich. Und das atemberaubend schnell. Profitieren davon werden Projekte wie MySpace, Flickr, Facebook und Youtube, die sich völlig und komplett auf die Nutzer (und nicht auf sich selbst) ausgerichtet haben und den Takt vorgeben. Projekte wie Qype oder Zoomer sind löbliche Ausnahmen (ich hoffe, ihr haltet durch Leute!) und zielen genau in die richtige Richtung. Auch auf StudiVZ gibt es hier und da zaghafte Versuche Infotainment und Entertainment einzubinden. Das aber noch deutlich zu unmotiviert. StudiVZ oder auch die so dramatisch wachsenden Wer-kennt-wen sind so spannend und innovativ wie ein Opel aus dem Jahr 1998. Zumindest, wenn man es schafft über den eigenen Tellerrand zu schauen und es mit MySpace und Facebook vergleicht. Ich bin auf allen aktiv und langweile mich in den deutschen Social Networks zu Tode! Keine Widgets, keine Newsfeeds, keine Infos, was die anderen so tun, keine Tipps von den Freunden. Es ist, als würde es in Deutschland in Sachen Social Networks nur Kopfsteinpflaster-Straßen geben... Es holpert und ermüdet.

Auch für andere Branchen trifft dieses Szenario von einem gewaltigen Wandel zu. Ich denke da an die Fashion-Industrie und den Lifestyle-Sektor. Immer mehr Bekleidung wird von den Menschen nicht nur im Netz gekauft, sondern mittlerweile auch selbst gestaltet. Mass Customization, Social Commerce und Crowdsourcing heißen hier die Schlagwörter der Zukunft. Der Konsument wird zum Ideengeber und Mitproduzenten. Er wird zum absolut mündigen Käufer und Konsumenten.

"The third wave of mass customization is happening now: It is driven by companies like Ponoko, Zazzle, Spreadshirt, Lulu, Shapeways, and many others, which offer design, manufacturing, and retail capacity to everyone.

So in this third stage, people are not just customizing to fulfill their own needs, but to create (micro) niche markets and serve them efficiently. Here, I think, we are just at the beginning and will see many more application soon."

sagt Frank Piller in einem Interview (Danke an Exciting Commerce für den Link). Mehr von Frank Piller findet sich auf seiner Mass Customization-Seite.

Es ist nur eine Frage der Zeit bis Portale entstehen, wo die Leute sich ihre eigenen Getränke mixen und liefern lassen, sich mit Hilfe von zugeschalteten Experten eigene Möbel designen und liefern lassen und sich ihre Kleidung ausschließlich im Internet selbst entwerfen und dann Muster zum Anprobieren schicken lassen. Immer in Zusammenarbeit mit anderen, die sich mit dem jeweiligen Metier auskennen. Statt vor dem Fernseher zu sitzen gestalten viele sich ihre eigene Kleidung, den eigenen Schmuck, die eigene Wohnungseinrichtung über Online-Designer, zusammen mit Experten der Plattform. Vieles davon gibt es schon heute in ersten Ansätzen!

Die alte Welt ist passé. Wer es nicht wahrhaben will, wird zu den Verlieren zählen. Wer jedoch mutig ist und auf die Zukunft setzt, kann viel gewinnen.

[Nachtrag]
Sagte ich eigentlich schon, das man mit solchen Dingen - Mass Customization, Crowdsourcing - auch Geld verdienen kann in der Zukunft?
Ja - sagte ich schon. Ich sprach über die Erlösmodelle der Zukunft für Social Networks. Genau DORT sind sie.

30Nov/08Off

Crowdsourcing als Erlösmodell für Social Networks? Ja – Mixi zeigt es

Autor des Artikels: Matias Roskos

Neulich schrieb ich über mögliche Erlösmodelle für Social Networks für die Zukunft: WOM, Crowdsourcing und innovative Ecommerce-Konzepte. Es gab übrigens bereits einige sehr interessante Reaktionen.

Und was lese ich nun auf CScout Japan? Auf Mixi (geht leider nur mit Login), einem der größten Social Networks Japans - wenn nicht gar dem größten - suchte man neue Nudelrezepte und konnte so 4.000 Nutzer ganz direkt involvieren. Und nun stehen die ersten nutzergenerierten Nudelrezepte demnächst in den japanischen Supermärkten. Genau DAS meinte ich: Crowdsourcing für Kunden. Das Nutzen der Social Networks als den Ort, wo die Menschen bereits sind und agieren. Wo sie Lust haben auf Kommunikation und Interaktion.

Ja - Crowdsourcing funktioniert. Es gibt von Monat zu Monat mehr Praxisbeispiele.

Und für Mixi scheint darin eine wichtige Zukunft zu liegen. Denn dieses Projekt ist nur eines von mehreren, wie man ebenfalls auf CScout Japan nachlesen kann.

24Nov/08Off

Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks – So wird die Zukunft aussehen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Hände ringend suchen die großen Social Networks nach den Erlösmodellen, die sie in der Zukunft in die schwarzen Zahlen führen. Wo sind die funktionierenden Geschäftsmodelle? Das mit der simplen Bannerwerbung will einfach noch nicht funktionieren. Und wird es auch nie so wie im guten alten TV. Die Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Ob man es in den Marketingabteilungen nun wahrhaben möchte oder nicht.

Wenn ich selbst Kunden berate, dreht sich vieles um Web 2.0. Oft gehts darum, ob es Sinn macht eine eigene Community aufzubauen. Ich versuche dann gemeinsam mit dem Kunden heraus zu finden, was genau er erreichen möchte und wie der beste Weg dorthin ausschaut. Und der führt in den seltensten Fällen über den Neuaufbau einer eigenen Community. Ein eigenes Socialnetwork macht nur bei extrem starken Marken Sinn, die bereits viele Fans im echten Leben haben, die dann virtuell nur noch vernetzt werden müssen.

Zahlreiche Große der Internetbranche haben sich 2007/2008 arg verhoben mit dem Aufbau eines eigenen Social Networks. Ich denke da an Google oder United Internet.

"Gehen sie zu den Menschen im Internet und warten sie nicht, das sie zu ihnen kommen. Gehen sie dorthin wo sie bereits sind!" Das ist meine Botschaft bezüglich der Arbeit mit einer Community. Und die Menschen im Internet treiben sich nun mal in den großen Social Networks und den Contentplattformen rum.

Hier genau ist die Schnittmenge zwischen Kunden, die bereit sind (bzw. bald nicht mehr daran vorbei kommen) fürs Internet-Marketing ein Budget zur Verfügung zu stellen und den Social Networks, die auf der Suche nach den Erlösmodellen der Zukunft sind. Firmen möchten die Menschen im Netz erreichen. Das funktioniert nur bedingt über Banneradvertising. Und die Menschen im Netz bewegen sich vor allem auf MySpace, Facebook, StudiVZ, Wer-kennt-wen, Youtube, Flickr und anderen Social Networks, wie die monatlichen Klickstatistiken immer wieder überdeutlich vor Augen führen.

Hier nun drei Modelle wie die Erlösmodelle für MySpace, Facebook, StudiVZ & Co. aussehen werden, 2009, spätestens 2010 wird es soweit sein.

1. WOM - Word-of-Mouth Marketing

Wie erreiche ich die Menschen im Internet auf eine ehrliche, offene Art? (Denn etwas anderes wird nachhaltig nicht funktioneren.) Wie gelingt es mir, das sie meine Werbung nicht einfach nur sehen (wie bei simpler Bannerwerbung oder auch TV-Werbung)? Wie erreiche ich die richtigen Menschen? Also die, die sich tatsächlich für meine Marke, für mein Produkt, für meine Botschaft interessieren.

Hier ist WOM ganz sicher ein idealer Ansatzpunkt. Mit Word-of-Mouth Marketing erreiche ich meine potentiellen Leaduser. Ich kann diese High-Level-Fans ausfindig machen (was viel Zeit und Spucke kostet) und kann zu ihnen intensive Beziehungen aufbauen. Ich kann sie involvieren in meine Markenstrategie. Ich kann ihnen Insiderwissen zur Verfügung stellen und sie so zu potentiellen Markenbotschaftern machen. Wenn sie es möchten! Freiwillig! Genial erklären kann das Viralmarketing-Spezialist Martin Oetting, wie hier in dieser Präsentation zu sehen.

Wie man das anpacken kann, macht seit ein paar Jahren TRND aus München vor. Hier findet man ein wunderbares kleines Video unter dem Titel "Was ist eigentlich Word-of-Mouth Marketing?". Ganz bewusst wird hier auch ein wenig provoziert. Das gehört zum Business dazu.

TRND nutzt für seine WOM-Projekte die eigene über Jahre aufgebaute Community. Denkbar wäre es aber auch, das auf den großen Social Networks WOM-Kampagnen gestartet werden. Durch TRND, durch das Social Network selbst oder durch andere darauf spezialisierte Agenturen. Man sollte dabei aber immer erfahrene Marketingstrategen mit ins Boot holen, die wissen, was sie da tun!

WOM wäre ein spannendes und intelligentes Erlösmodell für Social Networks in der Zukunft. Große Markenfirmen investieren gewaltige Budgets in zur Zeit noch extrem langweilige Werbekampagnen. Doch für die Zukunft sind diese Marken auf der Suche nach spannenden und vor allem auch intelligenten Konzepten, wie sie die Menschen effektiv erreichen. WOM ist EIN Weg. Und eine große Chance für MySpace, Facebook, Flickr, StudiVZ & Co.

So könnte das Ganze dann einmal aussehen. (Achtung! Dies sind keine realen Screenshots, sondern von mir bearbeitete Bilder, um besser zu visualisieren, was gemeint ist!)

TRND-WOM-Aktionen auf Facebook - im Jahr 2010?
Schaut doch durchaus schick aus: TRND in meinem Facebook-Profil. Noch Zukunftsmusik. Aber: wie lange noch?

2. Crowdsourcing

Auch mit Crowdsourcing ist es mir möglich potentielle Leaduser ausfindig zu machen und Fans eng an die Marke zu binden. Mit Crowdsourcing erreiche ich die Menschen sogar noch ein Stück früher als beim WOM, wenn ich das möchte: in dem ich sie bereits in die Produktentwicklung mit einbeziehe, so wie es Fiat mit seiner Fiat500-Community getan hat, wie es Threadless, die Mutter des erfolgreichen Crowdsourcing, von Anfang an tut oder wie es Tchibo Ideas seit Sommer 2008 gekonnt umsetzt.

Alle drei genannten Projekte - und noch einige mehr - sind fester Bestandteil meiner Präsentationen, wie zuletzt auf der Xtopia von Microsoft.

Es ist möglich mittels Crowdsourcing in einen Dialog mit den Nutzern zu kommen und mit ihnen über die Vorteile des Produkts, über spannende Marketingkampagnen, die allen (Marke wie Empfänger) Spaß machen, über cooleres Produktdesign oder über Ideengenerierung für eine Verbesserung des Services und des Produktes zu sprechen. Ich kann meine Fans ganz direkt in die Markenentwicklung - egal ob das eine Band, ein elektronisches Gerät, eine Urlaubsregion, ein Onlineshop, eine Software oder was auch immer ist - einbeziehen und mit ihnen den Weg in die Zukunft gestalten.

Ich kann Crowdsourcing also als Container hin zu den Menschen nutzen, wenn ich es intelligent anstelle.

Hier eine Folie von mir, die sagt, was im Web 2.0 wichtig ist (und was ich mit Crowdsourcing dann auch erreichen kann, wenn ich es richtig anpacke):

Meine Agentur VOdA nimmt sich genau dieses Themas intensiv an und berät Unternehmen und andere potentielle Kunden offen und ehrlich, wie sie Crowdsourcing geschickt einsetzen können um die Menschen im Web 2.0 zu erreichen.

Dabei geht es nicht allein um Ideengenerierung oder das Design von Dingen, also um die konkrete Dienstleistung. Crowdsourcing hat in sich zugleich auch Viralmarketing implementiert und hilft genauso beim Thema Suchmaschinenmarketing (SEM)! Ganz automatisch. Die Menschen beschäftigen sich mit dem Produkt und der Markenbotschaft. Sie erzählen anderen davon. Sie bloggen darüber, schreiben in ihren Profilen davon, verschicken private messages in Facebook oder MySpace und twittern darüber. Es besteht also eine hohe Chance, das sich die Botschaft viral weiter verbreitet. Und Google freut sich zudem auch über so viel aktuelle Infos (SEM).

Die Einsatzmöglichkeiten von Crowdsourcing sind extrem vielfältig. Ich hatte es bereits weiter oben gesagt: es kann bereits bei der Produktentwicklung starten. Crowdsourcing ist einsetzbar für die Ideengenerierung wenn es um die Verbesserung des Services (siehe my Starbucks Idea), um neue Produktlinien (Dell Ideastorm, WePC) geht. Crowdsourcing ist ideal für ein cooleres Produktdesign (siehe Kickercontest). Crowdsourcing ist ein wunderbarer Bestandteil komplexer Marketing-Kampagnen um bestimmte Zielgruppen mit einzubinden und einen Container in Communitys zu finden (siehe SonyEricsson-Handywallpaper-Contest). Mit langfristig angelegtem Crowdsourcing kann ich wunderbar Fans meiner Tourismusregion, meines Ressorts, meines Hotels involvieren und ihnen mit spanenden Incentives meine Marke immer wieder von neuem schmackhaft machen. Crowdsourcing ist perfekt geeignet für die Musikindustrie, um die vielen vorhandenen Fans stärker als bisher zu involvieren und mit ihnen in direkten Kontakt zu treten (siehe Fanta4-Videocontest oder auch das Agieren von Paulo Coelho). Crowdsourcing ist perfekt geeignet um auf meine Nische aufmerksam zu machen und im Bereich Fashion ausgefallene Designs auf meine Klamotten zu bringen (siehe BabyRocker-Contest oder auch BE! your own brand von CROW'n'CROW).

Es gibt viele Nischenbeispiele mehr, wie man Crowdsourcing perfekt einsetzen kann, um die Menschen im Web 2.0 zu erreichen, mit ihnen in einen Dialog zu treten und dabei gleichzeitig echte Mehrwerte (Dienstleistung, Viralmarketing, SEM) zu generieren.

Und dies könnte in der Zukunft auf den Plattformen der großen Social Networks stattfinden! In Zusammenarbeit mit Agenturen wie VOdA oder aber alleinorganisiert durch Facebook, Myspace & Co.

Crowdsourcing ist ein weiteres spannendes Erlösmodell der Zukunft für Social Networks. Dort sind die Menschen. Dort sollte ich hingehen, wenn ich meine "Crowd" finden und erreichen möchte.

So könnte das Ganze dann einmal aussehen. (Achtung! Dies sind keine realen Screenshots, sondern von mir bearbeitete Bilder, um besser zu visualisieren, was gemeint ist!)

VOdA-Contest für BabyRocker auf MySpace - im Jahr 2010
So könnte ein VOdA-Kreativcontest wie hier für BabyRocker in Facebook aussehen. Die Schnittstellen sind von Facebook ja durchaus schon gelegt, durch ihre intelligente Appication-Politik.

Tchibo Ideas auf MySpace - im Jahr 2010
MySpace und Tchibo Ideas - eine durchaus vorstellbare und intelligente Kooperation für alle Seiten.

VOdA auf MySpace - im Jahr 2010
Auch Crowdsourcing via VOdA würde sich doch gut machen in einem MySpace-Profil.

VOdA-Crowdsourcing für Produktdesign auf MeinVZ - im Jahr 2010
So könnte eine VOdA-Crowdsourcing-Aktion in MeinVZ/StudiVZ integriert aussehen. Noch ist das Zukunftsmusik.

3. Spannende Ecommerce-Konzepte: Social Commerce, Live shopping und Shopping Clubs

Social Commerce ist schon seit nunmehr zwei Jahren ein ganz heißes Thema bei Web 2.0 Experten. Noch kämpfen die meisten Projekte hart ums Überleben. Was aus meiner Sicht daran liegt, das sie mühsam versuchen eine eigene Community aufzubauen. Und natürlich am Ausloten der Möglichkeiten. Was wollen die Nutzer dort draußen? Was macht ihnen Spaß? Womit kann man sie begeistern und zum Wiederkommen animieren? Hier befinden sich viele Projekte noch immer in der Findungsphase. Aber Plattformen wie zum Beispiel Etsy oder der führende deutsche Shopping-Club Brands4friends (wo ich auch ab und zu gern einkaufe) machen vor, wie Erfolg in diesem Segment aussehen kann.

Besonders Brands4friends hat bereits vorgemacht, wie hier der Weg in die Zukunft aussehen kann. In enger Kooperation mit StudiVZ ging man an den Start und schaffte durch die starke Präsenz in Deutschlands führendem Social Network (zumindest was die Reichweite anbelangt, nicht die Innovationskraft) extrem schnell ein signifikantes Communitywachstum und Umsatzzahlen, die man vorher für Träumerei gehalten hätte. Ob dies auch ohne die Präsenz auf StudiVZ möglich gewesen wäre, ist stark zu bezweifeln.

Aber: so gehts! In Kooperation mit den großen Social Networks (mittlerweile arbeitet Brands4friends auch mit anderen Plattformen eng zusammen) und in starker Präsenz dort. Wofür die Netzwerke selbstverständlich bezahlt bzw. am Umsatz beteiligt werden.

Gleiches ist nicht nur für Shoppingclubs wie Brands4friends, Limango und Vente Priveé denkbar, sondern auch für Projekte wie Etsy, Dawanda oder die vielen Live-Shopping-Tools da draußen.

Hier liegt das dritte Erlösmodell für Social Networks in der Zukunft: Ecommerce made in Web 2.0! Das wird die in Deutschland qualitativ beste Quelle für den Bereich Ecommerce, Exciting Commerce von Jochen Krisch, sicherlich genauso sehen.

So könnte das Ganze dann einmal aussehen. (Achtung! Dies sind keine realen Screenshots, sondern von mir bearbeitete Bilder, um besser zu visualisieren, was gemeint ist!)

Dawanda integriert in MeinVZ - im Jahr 2010
Dawanda als möglicher Bestandteil des eigenen Profils auf MeinVZ/StudiVZ. Zukunftsmusik?

CROW'n'CROW integriert in Wer-kennt-wen - im Jahr 2010
CROW'n'CROW integriert in Wer-kennt-wen. Wann ist es soweit? 2009 oder doch erst 2010?

Edelight integriert in Wer-kennt-wen - im Jahr 2010
Auch Edelight würde sich gut machen im eigenen Wer-kennt-wen-Profil. (Noch) Zukunftsmusik.

Ein Schlussplädoyer

Es gibt neue, erfolgversprechende Erlösmodelle neben den üblichen Bausteinen Banner-Werbung und Premiumcontent (die man beide nicht komplett verteufeln sollte). Ein Mix aus allem - klassische Internetwerbung (inklusive Affiliate-Modellen), Premium-Accounts, WOM-Kampagnen, Crowdsourcing-Projekte und Ecommerce-Einbindung - wird dazu führen, das Social Networks in der Zukunft wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Kooperation heißt auch hier, wie im gesamten Web 2.0, das Zauberwort. Kooperationen mit Anbietern von Special-Services im Bereich Marketing. Der Aufbau eigener Units durch die Social Networks, um Projekte zu initiieren und zu betreuen. Kooperationen mit großen Markenartiklern und spannenden Ecommerce-Projekten. Auf den Plattformen, die die meisten Menschen anziehen.

Der Aufwand dafür wird hoch sein und viel Manpower fressen. Denn es müssen Menschen agieren um WOM zu betreuen und Crowdsourcing-Projekte ins Leben zu rufen. Aber: die Etats der Markenfirmen werden immer stärker ins Internet wandern. Schon jetzt belegen Studien, das die jungen Menschen im Bereich 14-20 Jahre mehr Zeit im Internet wie vor dem Fernseher verbringen. Das bedeutet mittelfristig, das die Firmen einfach umdenken müssen, wollen sie die Menschen da draußen auch weiterhin erreichen. Und sie können sie im Internet nicht einfach nur erreichen, sondern sie intelligent involvieren. Schluss mit den Marketing-Einbahnstraßen! Das Web 2.0 schreit nach dem Ausschöpfen der Möglichkeiten - fair und offen. Zum Vorteil aller. Der Nutzer, wie auch der Markenmacher. Denn so nah wie mittels Internet kommen sie nur ganz selten an ihre Zielgruppen heran. Jetzt müssen sie noch lernen zuzuhören und die richtigen Schlüsse aus dem zu ziehen, was ihnen die Nutzer so sagen.

Technisch ist das alles bei vielen Plattformen schon heute kein Problem mehr. Facebook war hier Vorreiter und hat das Erstellen externen Applications erlaubt, die man in sein Profil einbinden kann. Woanders heißen diese Programme Widgets. Diese gibt es auch für MySpace. Nur die meisten deutschen Netzwerke, allen voran StudiVZ, hinken da leider noch hinterher. Aber auch bei ihnen ist die Öffnung für Widgets, also externer Anbieter von Softwarebausteinen, eingeplant und so weit ich weiß sogar theoretisch schon möglich.

Ich bin gespannt, wann wir die ersten Projekte direkt auf den Social Networks sehen werden. Ich denke, 2009 wird es losgehen, um sich dann 2010 durchzusetzen. So wie ich es in den Bildern der Social Networks einmal dargestellt habe.