SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

23Jul/12Off

So clever kann ein Gewinnspiel auf Pinterest sein

Autor des Artikels: Matias Roskos

Meine Begeisterung für die kreative Arbeit von Peugeot Panama auf Pinterest hatte ich Freitag bereits geäußert. Dass man nicht nur die Bilder dort geschickt und visuell funktional anordnen kann, sondern auch noch ein cleveres Gewinnspiel stricken kann, ist dort auch zu bewundern.

Das Team hat auf Pinterest einfach "fehlende Bilder" hochgeladen. Diese gilt es auf Facebook und auf der Webseite von Peugeot Panama zu finden. Die ersten fünf Finder können etwas gewinnen. Sie schreiben dazu:

This is a 5 piece puzzle of a Peugeot 207 cc, as you can see there are 4 pieces missing. Look for them in our website (peugeot.com.pa) or in our Facebook fan page (www.facebook.com/PeugeotPanama), pin them in your own board and share it with us. The first 5 people to complete any of the boards as shown, win!

Gewinnspiel auf Pinterest

So schaut das dazugehörige Album aus:

Gewinnspiel auf Pinterest

Sind die Bilder gefunden, werden die Alben komplettiert und die "missing picture" ersetzt, durch die richtigen.

Man muss "nur" gute Ideen haben und dazu wissen, wie man sie umsetzt im Social Web. So sorgt man nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern zeigt sich zugleich als sympathische Marke, die auch Spaß versteht. Sowas kommt an bei Menschen.

20Jul/12Off

Für mich die Besten auf Pinterest: Peugeot Panama

Autor des Artikels: Matias Roskos

Für mich aktuell die absoluten Helden des Social Web sind die Macher hinter Peugeot Panama. Wie sie Pinterest nutzen ist einfach genial. Kreativ, ausgefallen, gekonnt.

Peugeot Panama auf Pinterest

Sie haben ihre Fotos so clever gepinnt, dass bereits auf ihrem Board Kachelbilder entstehen, die visuell passen und die einzelnen Autos zeigen.

Außerdem haben sie Gewinnspiele konzipiert, die mich ebenso begeistern. Dazu die nächsten Tage mehr.

21Mai/12Off

Guter Case für KMU – Social Media Kampagne von LED Lenser

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich hatte bereits mit einem Interview über das beachtenswerte Social Media Engagement des Mittelständlers LED Lenser berichtet. Die Marke, die leistungsstarke Taschen- und Stirnlampen herstellt, hat dabei nicht einfach nur eine Test-Kampagne gestartet, sondern setzt kontinuierlich und unermüdlich auf die Kundennähe im Social Web.

Zuletzt hat das Social Media Team eine mehrwöchige Kampagne, die "X-Fans Rookie Weeks", mit drei Gewinnspielen durchgeführt. Kreativität war dabei ein ganz wichtiger Faktor. So entstanden im Verlauf dieser allein auf Facebook basierenden Kampagne viele spannende Zeichnungen und Modelle der X21R von LED Lenser, wie weiter unten zu sehen ist.

Facebook-Kampagne von LED Lenser

Hatte man bisher vor allem mit Blogs zusammengearbeitet, stand dieses Mal Facebook im Mittelpunkt. Drei Wochen - die "Smart Attention Week", die "Short Story Week" und die "Creative Art Week" - gaben der Crowdsourcing-Kampagne den so wichtigen Rahmen. Insgesamt über 150 Teilnehmer sind eine sehr gute Zahl, wenn man bedenkt, dass die meisten Communitymitglieder eher passiver Natur sind.

Ingo Dieners von LED Lenser meinte dazu zu mir:

Das ist natürlich verglichen mit Aktionen, bei denen man mit einem Klick mitmachen kann, recht wenig, aber das Ziel war nicht möglichst viele Fans zu erhalten, sondern vor allem „echte“ Fans anzusprechen, die bereit sind sich mit der Marke auseinanderzusetzen. Dadurch sollte die Verbindung mit der Marke gestärkt werden und Content entstehen, der für die Community wertvoll ist und deutlich macht, dass man bei uns „mitmachen“ kann, und dass wir unsere Fans mit einbeziehen.

Das ist genau der richtige Ansatz für die Arbeit mit einer Community. Das Setzen auf Crowdsourcing-Bausteine führt zu einer echten Mehrwert-Generierung, die die Arbeit mit einer Community für ein Unternehmen so wertvoll und sinnvoll macht.

Anhand der vielfältigen kreativen Einsendungen (zum Beispiel Flugdrachen, Plüschtaschenlampen, Lakritzkonstruktion, usw.) wurde deutlich, dass die Idee von einem bestimmten Kundenkreis wunderbar angenommen wurde und auch die anderen Fans in den Kommentaren sehr positiv auf die kreativen Ideen reagierten.

Hier nun ein paar Gewinner-Beispiele (Alle Gewinner gibt es hier auf Facebook zu sehen.):

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22Feb/12Off

So sollte Social Media Marketing aufgebaut sein

Autor des Artikels: Matias Roskos

Im Mittelpunkt des Agierens im Social Web sollten Inhalte (also: content) stehen. Und die Menschen, die sich dafür interessieren. Content sind Stories, Videos, Produktdetails, Neuigkeiten oder auch witzige Aktionen.

Diese Infografik, die ich auf Smart Insights gefunden habe, zeigt ganz wunderbar, dass für ein Unternehmen ein sogenannter "Hub" (= Drehkreuz) enorm wichtig ist und das Zentrum der Social Media Aktivitäten sein sollte. Oft ist es die eigene Webseite. Bei vielen Unternehmen eignet diese sich aufgrund der statischen Inhalte und fehlender Aktualität aber weniger als Hub. Sie ist mehr eine Visitenkarte.

Ein eigenes Blog ist ein idealer Hub. Doch viele Unternehmen trauen sich - leider! - nicht an ein eigenes Blog heran. Auch die eigene Facebook-Seite kann durchaus ein Hub sein. Manchmal dient auch der Youtube-Kanal als Hub.

Schauen Sie sich diese exzellente Infografik in Ruhe an. Sie zeigt sehr gut, auf was man beim folgenden Social Media Marketing achten sollte. Es gibt nicht nur den Kanal hin zu den Menschen im Social Web! Auch die Suchmaschinen spielen eine Rolle, die Sie nicht unterschätzen sollten. SEO, also Suchmaschinenoptimierung, spielt eine ganz wichtige Rolle. Dieser Fokus wird aber oft noch vernachlässigt von den Verantwortlichen fürs Social Media Marketing.

So sollte Social Media Marketing aufgebaut sein

Was in dieser Grafik allerdings etwas zu kurz kommt, ist der wichtige Punkt der Zusammenarbeit mit der Community, mit den Menschen, die sich für Ihre Marke womöglich interessieren. Es geht beim Social Media Marketing nicht darum die Menschen zuzupflastern mit Markenbotschaften und tollen Geschichten. Diese Content-Bausteine sind nur Angebote für die Community. Viel wichtiger ist bei der Arbeit im Social Web das Zuhören und das Eingehen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen. Doch dazu muss man Bestandteil des Social Web werden. Und nicht nur nebendran stehen und mit großen Augen skeptisch schauen...

1Feb/11Off

Wie ein Spielzeughersteller Facebook, Youtube und Flickr nutzt

Autor des Artikels: Matias Roskos

Safari Ltd.Safari Ltd. ist ein Spielzeughersteller aus den USA, der im gleichen Segment agiert wie Schleich (Deutschland) und Papo (Frankreich). Wie bereits berichtet hatte, führt meine Frau unser Spielwarengeschäft, den Zwergen-Saloon. Und dort verkaufen wir sowohl Figuren von Papo wie auch seit zwei Jahren von Safari.

Entdeckt haben wir Safari 2009 auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Seitdem sind wir treuer Partner. Denn unsere Kunden lieben die Vielfalt, die wir ihnen bieten können, in dem wir nicht massiv auf den Quasi-Monopolisten hierzulande Schleich setzen, sondern auch andere Figuren anbieten.

Von Safari bekommen wir vor allem im Vorfeld der großen Messen immer mal wieder Emails. Diese sind extrem schick designt und tun dem Auge echt gut (siehe Screenshot). Aber sie sind nicht einfach nur schick und enthalten Messetermine. Auf ihnen finden sich neben dem Safari-Logo auch vier Button zu Facebook, Twitter, Youtube und Flickr. Und dahinter verbergen sich die vielfältigen Social Media Aktivitäten, die Safari betreut.

Safari Ltd. figures

Über 1.500 Follower konnten bereits auf Twitter gewonnen werden. Eine Präsenz auf Facebook gehört genauso dazu wie ein eigener Youtube-Kanal. Der bietet sich Weiterlesen …

8Nov/10Off

Facebook flips – Innsbruck & Vienna with 139,000 new ‚fans‘ on Facebook (Part 2)

Autor des Artikels: Matias Roskos

Is Facebook completely nuts? In Austria at least that's the impression you get. I only recently reported on the Innsbruck case. Hannes Treichl had his well visited fan site taken away and given over to Innsbruck Tourism. The removal may be in itself totally legal. But to take all the fans over to a new site without even asking them is outrageous and highly dubious.

And what I find even more thought-provoking is that fact that Facebook – as the worlds largest communication channel – has not bothered to communicate with the people using its own platform.

Facebook + Communication = a dead loss!

For days now Hannes Treichl has been waiting for an official statement from Facebook about his case, a statement he was promised in a phone call. Since then total silence. Is that how your most active users should be treated?

It appears Facebook doesn't give a damn! Trust that has been built up over the last 2 years is being trampled on. And it is becoming clear now who actually owns Facebook pages – Facebook do! Not the person administering the page.

Now another, more prominent case has popped up. Two days ago the Facebook page for Vienna Tourism, instead of the 6,000 fans it had boasted on 28th October 2010, suddenly had 145,000 fans. Wow! On the Vienna page this can be read:

Dear Vienna fans! Our Vienna tourism fan page has been merged with other Vienna pages. We're really pleased to have such a lot of fans. On this page you will get up to date information and (insider) tips from experts on Vienna. To be able to offer you a better service in the future, we are asking: what would you like, what are you interested in: culture, concerts, events, food and drink...? We looking forward to hearing back from many of you!

Wien mit 139.000 neuen Fans auf Facebook

It actually appears that Vienna Tourism itself was taken by surprise at this course of events. Austrian tourism expert Martin Schobert writes the following about this new case:

Possibly brought about by the countless comments on, opinions and criticisms of the way things are happening in the social web, during the course of last weekend administrators of Facebook pages with the name Wien, Vienna etc were informed via succinct messages that their websites had been taken over. If there were any objections, a complaint could be instigated. What happenend next: user numbers for the Vienna Facebook page jumped sudenly from a few thousand to 143,000 – the fans had been transferred too – whether they wanted to be or not!

I have just been speaking on the phone with my colleagues at Vienna Tourism to get their side of the story – the result: they are amazed themselves at the sudden turn of events with Facebook. The Vienna Tourism colleagues found it hard to deny that they now have resulting unwanted negative PR via comments or posts to deal with.

Facebook is starting totally openly, at least in Austria (I have no idea what the picture is in other countries), to utilise its position as market leader and to take huge advantage of the owners' rights it undoubtedly holds. At the expense of normal, involved fans and in favour of strong brands, the ones who often have problems in interacting in an authentic and relaxed manner or in forming strong connections with their fans. They often lack the finger tip touch and the right strategy to deal appropraitely with a community.

Is the power shifting on Facebook? Thats the impression you get. And I, at least, don't like it at all. There is a possibility a paid-for model for Facebook pages is being put together, as I have suspected for a few months. I am positive – it will come.

I will in future always discuss in detail with my clients, as has happened in the past, whether creating a Facebook page is effective and makes sense. Or whether other elements of social media would be more exciting. At the moment social media is much to heavily concentrated on Facebook for my taste. But social media is not just Facebook! Social media is (happily) much more multi-faceted. There will be another article about this tomorrow (here a link to "Social Medis is not just Facebook").

I am saddened by the way Facebook has acted here. Owners' rights are right and important. And that brands should have certain rights is absolutely appropriate. But to hit involved fans with a sledgehammer and to avoid (as Facebook) any communication about it, does not fit the image of the Social Web's forerunner. Facebook is threatening to develop in a very unattractive direction. If there are more such instances, they will lose much of their reputation and with it many involved fans.

Which would be a shame. Because I still really like the platform.

27Jul/10Off

Lass es oder mach es so – Kommunikation statt Werbe-Einbahnstraße bei Old Spice

Autor des Artikels: Matias Roskos

Über die Old Spice Werbekampagne mit Ex-Football-Profi Isaiah Mustafa als Testimonial wurde in den vergangenen zwei Wochen schon viel geschrieben. Auch ich möchte meinen Lesern dieses Lehrstück für gelungenes Social Media Marketing nicht vorenthalten.

Old Spice Man auf Youtube

Worum geht es? Old Spice ist eine ein wenig angestaubte Duftmarke für Männer. Die Werbestrategen von Wieden & Kennedy haben sich deswegen etwas ausgedacht, was zu 100% ins Jahr 2010 passt. Hier die Bausteine:

  • Baustein 1: Ein attraktiver, in den USA gut bekannter Testimonial.
  • Baustein 2: ein ganz normales (sexy) Video, das zuerst im TV läuft - abgestimmt auf die Zielgruppe (Frauen, die ihren Männern was kaufen)
  • Baustein 3: nach TV-Austrahlung Platzierung des Videos auf Youtube
  • Baustein 4: Streuung im Social Web und Beobachtung der Resonanz = Monitoring (Twitter, Facebook, Blogs, Youtube)
  • Baustein 5: abgeleitet aus Analyse des Monitoring: Kommunikation durch Antwort-Videos
  • Baustein 6: Viralität wirkt - Mundpropaganda

Damit ist das Wichtigste bereits gesagt. Man hat nicht einfach ein Video fürs Fernsehen produziert und es nachdem es im TV lief noch schnell auf Youtube untergebracht. Nein. Man hat mehr draus gemacht. Statt der altbekannten Werbe-Einbahnstraße ist man in die Social Media Kommunikation eingestiegen. Man hat begriffen, wie die Welt im Jahr 2010 funktioniert. Will man Erfolg haben, möchte man Markenbotschaften transportieren, muss man den Dialog suchen. Mit den Menschen im Social Web.

Die betreuende Agentur suchte nach Kommentaren zum Video und ging dann auf die wichtigsten direkt ein. Man kommunizierte. Spannende Statements wurden von Isaiah Mustafa direkt und so zeitnah wie möglich per Video beantwortet! Etwa 200 Videos entstanden so.

Ja - das ist aufwendig. Ja, eine solche Kampagne ist kein Selbstläufer. Sie erfordert viel Engagement der Macher. Und sie kostet Geld. Aber: wenn sie heutzutage Werbung machen möchten - machen sie es genau so. Kommunikation statt plattes Phrasendreschen. Die Menschen wollen ernst genommen werden. Sie wollen, dass man ihnen zuhört. Und dass man ihnen zugehört hat, kann man beweisen, in dem man antwortet. In dem man mit ihnen kommuniziert. Zeitnah, offen, ehrlich, sympathisch, engagiert.

Ich verbeuge mich vor den Machern der Old Spice Kampagne. Ach ja - den Originalspot haben bereits über 15 Millionen Menschen gesehen. Und der Youtube-Kanal von Old Spice konnte so in relativ kurzer Zeit 135.000 Nutzer an sich binden.

Mehr dazu auch in diesem Artikel auf heute.de. Und hier noch das Video.

29Apr/10Off

The Lady Gaga Styling Tutorial – Wieviele Impressions sind möglich auf Youtube

Autor des Artikels: Matias Roskos

Man nehme DIE aktuell angesagteste Künstlerin. Packe dazu ein Thema, das möglichst viele Teenies bewegt. Dazu ein Model, das nett ausschaut. Und nun drehe man mit ihr ein Tutorial und stelle das Video auf Youtube.

    Das Social Web liebt Musik!
    Das Social Web liebt Tutorials!
    Youtube ist einer der Stars des Social Web.

Darum: über 16 Millionen Visits - noch einmal in Worten: sechzehn Millionen - für dieses Video (Stand Ende April 2010).

Hinweis: Es trifft den Zeitgeist. Und es ist gut gemacht. Und es gibt noch zahlreiche andere Tutorials im Videochannel von MichellePhan, die auch fast alle über eine Millionen Visits haben.

Und sie schreibt auf der Channel-Seite:

Hi! I'm Michelle. I'm a professional makeup artist and also a spokesperson for Lancome.

Ein professioneller Background also. Ein Marketing-Kanal. Genau so wirds gemacht.

28Apr/10Off

Social Media im Mittelstand – Interview mit McFit zur Aktion mit einem Blogger

Autor des Artikels: Matias Roskos

Auf die aus meiner Sicht sehr gelungene Social Media Aktion von McFit in Zusammenarbeit mit dem Blog Stadt-Bremerhaven.de hatte ich bereits mehrfach hingewiesen. Aufgrund dieser Aktion habe ich mich mit dem Verantwortlichen bei McFit, Timo Maier, zu einem virtuellen Interview verabredet, um ein wenig über die Hintergründe der Aktion und über die Social Media Strategie von McFit zu erfahren. Hier das Interview.

Guten Tag Herr Maier. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der erfolgreichen Social Media Kampagne mit dem Blog Stadt-Bremerhaven. Wie ist es ihnen denn gelungen einen der namhaftesten Blogger Deutschlands für ihr Unternehmen und eine solche Kampagne zu gewinnen? War er teuer?

McFit - Timo Maier: Hallo Herr Roskos. Vielen Dank! Eines vorweg: Carsten Knobloch hat von uns kein Geld erhalten. Er hat die Aktion von sich aus im Sinne der Wohltätigkeit durchgeführt. Von einem Bekannten haben wir erfahren, dass Carsten Knobloch, in der Blogosphere als Caschy bekannt, einen Sponsor für eine Wohltätigkeitsaktion sucht. Daraufhin habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen, um zu erfahren, was er überhaupt vorhat.

Matias Roskos: Und wie kam er dann zu McFit? War er bereits Mitglied oder mussten sie ihn erst überreden?

Timo Maier: Caschy war bereits Mitglied bei McFit. Darin bestand ja zunächst einmal das Problem - er war zwar Mitglied, konnte aber seinen inneren Schweinehund nicht überwinden, um regelmäßig zu trainieren. So wollte er ein konkretes Ziel haben, um daraus Motivation zu schöpfen.

Verstehe. Und dann hat McFit ihm diese Social Media Kampagne vorgeschlagen? Oder von wem kam konkret die Idee?

Timo Maier: Wie sie ja selbst wissen, ist Social Media kein Alleingang. So habe ich zusammen mit Caschy die Grundzüge erarbeitet und dann weiter ausgefeilt. Wir waren uns von Anfang an einig darin, dass wir einen wohltätigen Zweck verfolgen wollen.

5.000 € wurden bei Erfolg an ein wohltätiges Projekt gespendet. War es schwer die Verantwortlichen bei McFit von dieser recht hohen Summe für eine Social Media Aktion zu überzeugen?

Timo Maier: Zunächst einmal ist es für deutsche Unternehmen im Allgemeinen noch etwas ungewöhnlich auf diesem Feld zu arbeiten. Da McFit aber generell sehr aufgeschlossen ist und willens, neue Wege zu beschreiten und darüber hinaus der Leiter der PR-Abteilung Björn Köllen ein sehr gutes Gespür für Entwicklungen hat, war er von Anfang an von der Aktion begeistert. Für uns ist es eine konkrete Zielsetzung, im Bereich Social Media zu arbeiten. Dorthin gehen, wo unsere Kunden sind. Dafür wurde im Unternehmen auch extra meine Position geschaffen.

Wie lautet ihre Position konkret? Und entsteht da eine eigene Social Media Unit bei McFit?

Timo Maier: Konkret lautet meine Position Junior Manager Online-PR. Natürlich könnte sie auch als Social Media Stratege oder anders betitelt werden. Von fundamentaler Wichtigkeit ist lediglich, dass die Position in der PR-Abteilung eines Unternehmens angesiedelt ist, da es sich nun mal um öffentlichkeitswirksame Arbeit handelt. Wir kommunizieren mit Menschen und wollen sie nicht bloß mit Werbung überfluten. Das ist es doch gerade, was Social Media aus Unternehmenssicht ausmacht: Partizipieren an einem dynamischen, offenen Dialog in gegenseitigem Respekt.
Zu ihrer zweiten Frage: Wir befinden uns natürlich noch im Aufbau. Zunächst einmal werden wir dieses Jahr den Bereich Social Media Stück für Stück erweitern und die gängigen Dienste im Internet erschließen. Dann werden wir evaluieren, welche Anforderungen unsere Aktivitäten nach sich ziehen.

Sie wurden also über einen Bekannten aufmerksam auf die Sponsorensuche von Caschy. Um solche Gelegenheiten zu nutzen, muss man seine Nase ja weit im "Social Media Wind" haben. Erfolgt bei ihnen denn ein Monitoring nach für McFit relevanten Feldern? Wie entstehen Ideen für Social Media Aktivitäten? Wie werden Chancen erkannt?

Timo Maier: Natürlich versuchen wir, im Netz soviel wie möglich in Erfahrung zu bringen. Was bewegt unsere Mitglieder? Wie spricht man über uns im Netz? Und natürlich, welche Dienste werden vorrangig genutzt? Ich durchsuche das Netz täglich insbesondere nach Blogs, die über uns berichten und recherchiere in Twitter. Ideen entstehen allein schon durch die Beobachtung technologischer Entwicklungen - was gibt es Neues, wie funktioniert das und was können wir damit machen? Der größte Teil meiner Arbeit ist Recherche. Dazu kommt dann noch eine gute Intuition und Beurteilungsgabe. Dies lernt man im Social Media Bereich meiner Meinung nach allerdings nicht als rein theoretischer Beobachter, sondern als Netzarbeiter. Persönlich komme ich aus dem Bloggen, was ich privat auch immer noch weiter mache. Es war auch eine konkrete Anforderung an meine Stelle, diese mit jemandem zu besetzen, der Teil der Entwicklung ist und nicht nur als Zuschauer am Rand steht. Der wichtigste Faktor allerdings ist die Teamarbeit - wir sind hier keine Eigenbrödler und Einzelgänger. Genau so wenig wie im Social Web.

Kommt dabei spezielle Monitoring-Software zum Einsatz?

Timo Maier: Noch nicht, ist jedoch geplant. Im Moment screene ich noch mit einer Reihe offener Dienste wie IceRocket, BlogPulse oder SocialMention. Aber auch hier probiere ich immer wieder neue Technologien aus.

Zurück zur Aktion mit Caschy. Wie passt das eigentlich zusammen - McFit und Blogs?

Timo Maier: Die entscheidende Kommunikation im Social Web spielt sich in der Blogosphere ab. Hier liegt das Potential für Diskurs. Das bietet für jedes Unternehmen, nicht nur für McFit, große Möglichkeiten. Und wir wollen am Diskurs teilnehmen und uns nicht verschließen.

Die Blogosphäre ist wichtiger als Facebook zum Beispiel? Und: sind denn McFit-Kunden Leser von Blogs wie Stadt-Bremerhaven?

Timo Maier: Das würde ich nicht unbedingt sagen. Ich halte Facebook für eine sehr wichtige Plattform, doch funktioniert sie anders als Blogs. Da aber auch hier ein großes Potential für McFit ersichtlich ist - es gibt allein über achtzig Gruppen, die von Mitgliedern gepflegt werden - werden wir uns auch auf Facebook in nächster Zeit konzentrieren (soviel verrate ich Ihnen schon). McFit-Kunden lesen eigentlich alle Arten von Blogs, da wir auch alle Arten von Mitgliedern haben – vom Arbeiter bis zum Akademiker, Schüler und Sportler, alt wie jung. Dieser Pluralismus spiegelt sich natürlich auch im Netz.

McFit hat 5.000 Euro für die Arche in Hellersdorf gespendet im Rahmen der Aktion. Sie haben zudem viel Zeit sicherlich investiert, was McFit wiederum auch Geld kostet. Wie hoch ist denn aus der Sicht von McFit der generierte Nutzen? Was konkret hat McFit eine solche Aktion gebracht?

Timo Maier: Nun ja, wir wissen wohl beide, dass sich ein ROI aus der Arbeit mit Social Media nur sehr schwer ableiten lässt. Zumindest lässt sich sicher sagen, dass wir mit Hilfe der Aktion ein sehr positives Bild in der Netzöffentlichkeit kreiert haben. Daraus sind auch neue Bindungen entstanden, die sich in monetärem Wert gar nicht messen lassen. Zudem ist uns Wohltätigkeit sehr wichtig. Der Firmengründer und Inhaber Rainer Schaller nennt das "etwas zurück geben". Außerdem haben wir gezeigt, dass wir unsere Kunden und die Menschen da draußen ernst nehmen, mit ihnen interagieren – und das Web nicht bloß als nächsten Werbekanal nutzen wollen.

Und was kommt als Nächstes? Ist schon eine weitere Aktion mit einem Blogger angedacht? Wie schaut die Social Media Zukunft 2010 für McFit aus?

Timo Maier: Die Zukunft ist sicher Facebook. Aber deswegen werden wir den Rest des Social Web bestimmt nicht missachten. Der Ausbau unseres YouTube-Channels ist auch ein wichtiges Feld, genauso wie des Unternehmens-Twitters. Und wie Sie schon sagten: Wenn es um Social Media geht, muss man seine Nase immer im Wind haben. Die Offenheit für den Zufall spielt eine wichtige Rolle.

Letzte Frage - Warum gibt es eigentlich kein McFit-Blog? In einem Magazinformat zum Beispiel. Das würde doch prima passen. Oder gibt es nichts zu erzählen aus den vielen Studios deutschlandweit? Mir jedenfalls fallen da hunderte von Themen ein... Und dann wäre McFit sogar Bestandteil der Blogosphäre und nicht nur Außenbetrachter.

Timo Maier: Auch dies ist eine gerechtfertigte Frage. Ein Corporate Blog hat viele Vorteile. Aber first things first, wie man so schön sagt. Und man darf nie vergessen, dass jedes Medium, dass von einem Unternehmen genutzt wird, auch einen echten Mehrwert für die User darstellen muss. Das Thema Blog steht definitiv zur Diskussion. Sollte es konkret werden, werden Sie es als Erster erfahren.

Herr Maier, ich bedanke mich für das interessante Gespräch und die Zeit, die sie sich genommen haben. McFit weiterhin viel Erfolg auch im Internet. Ich finde es gut, dass Unternehmen wie McFit sich an den Bereich Social Media herantasten und dort Engagement zeigen.

26Apr/10Off

Integrierte Marketingkampagne mit starkem Social Media Fokus: Audi A1

Autor des Artikels: Matias Roskos

Neulich stieß ich in der PAGE 05.10 mit dem Titel "Multichannel-Kommunikation" auf dem Titelblatt auf einen sehr informativen Artikel über die Launch-Kampagne zum neuen Audi A1. In dem PAGE-Artikel heißt es:

Sowohl was das Timing als auch was den Mediamix anging, wollte Audi mit der A1-Kampagne neue Wege beschreiten, um der Zielgruppe und dem Fahrzeugsegment gerecht zu werden. Nicht nur durch die verwendeten Kanäle und die Tonaliät sollte sich die Kommunikation deutlich von der für die anderen Audi-Modelle unterscheiden, sondern auch in puncto Interaktivität. Das Herzstück ist daher die bereits am 14. Dezember gelaunchte A1-Microsite, entwickelt von Neue Digitale/Razorfish Berlin.

Viele Unternehmen und Marken haben Angst vor dem Kontrollverlust im Social Web. Aber haben sie denn wirklich noch die Kontrolle darüber, wer was wo über sie spricht? Nicht wirklich. Die Menschen kommunizieren, Tag für Tag, Minute für Minute, an den verschiedensten Orten. Im Cafe mit Freunden, am Arbeitsplatz mit Kollegen, abends beim Bierchen, beim Sport, in der Freizeit oder halt auch im Internet auf Facebook, Youtube, StudiVZ, Twitter und diversen Blogs. Dagegen können (und sollten) die Unternehmen und die Markenverantwortlichen nichts Unternehmen.

Aber man kann diese Unterhaltungen fördern, sie mit Material und Informationen unterfüttern und sich auch einklinken in Gespräche. Wobei man bei letzterem aufpassen muss, das man nicht plump und krawallig daherkommt, sondern authentisch und mit Fingerspitzengefühl agiert.

Für den Audi A1 hat man hier eine Kampagne konzipiert, die genau in die richtige Richtung zielt. Auf der Microsite führt man alle Internetaktivitäten und alle Kanäle zusammen. Von hier aus kann man starten, hier bekommt man alle notwendigen Infos. Und die Marke Audi hat Einblick, was wo wann über den A1 gesprochen wird.

Sehr gelungen finde ich die Interviews mit Audi-Designern. Hier bekommen die Menschen hinter innovativen Ideen endlich ein Gesicht und eine Stimme. Es "menschelt". Und das ist gut so!

Ob man mit einer gecasteten Band namens Torpedo auftreten muss, darüber werden sich sicherlich die Geister scheiden. Ich sage: warum nicht?! Es ist einen Versuch wert. Und die Musik gefällt. Im PAGE-Artikel spricht man von einem "Hauch Independence", den man hinein bringen möchte in die Kampagne. Sicherlich nicht die schlechteste Idee. Der Song "Accelerate" steht auf der Microsite zum Download bereit. Auch das ein guer Schachzug. Denn Unternehmen sollten immer darüber nachdenken: "Was kann ich den Fans, den potentiellen Markenbotschaftern geben?!" Es müssen Win-Win-Situationen geschaffen werden. Wer etwas haben will von seiner Community (Marketing, Mundpropaganda, Ideen), der muss auch bereit sein zu geben!

Auf der Microsite sind die verschiedenen Social Media Kanäle abgebildet. Man wird aber nicht nur aufgefordert diese Seite mit anderen zu teilen (siehe Screenshot weiter oben, rechte untere Ecke: Social Media Icons) und dem gebrandeten Twitter-Feed zu folgen sowie Fan der Facebook-Seite und des Youtube-Kanals zu werden, sondern man bindet auch Inhalte von Twitter, Youtube, Facebook und Blogs direkt auf der Microsite ein. Hierfür hat man ein eigenes Tool gebaut, das mir extrem gut gefällt! Man sieht die Twitter-Nachrichten auf einen Blick. Man gelangt von der Microsite zu den diversen Blogbeiträgen und kann dort einen eigenen Kommentar hinterlassen. Man kann direkt Youtube-Videos kommentiern. Das ist alles verdammt gut und intelligent gemacht! Kompliment. Gut zu handhaben und übersichtlich.

Aber ein Auto gehört vor allem auf die Straße! Das darf bei einem solchen Produkt nicht vergessen werden. Und so gibt es eine Roadshow, für die am 10. März Startschuss war, um das neue Auto direkt zu den Kunden in die Innenstädte zu bringen.

Es komme keinesfalls darauf an, möglichst viele Medien zu befüllen, betont Sven Küster, Managing Director bei Neue Digital/Razorfish Berlin. Viel wichtiger sei es, die Kanäle sinnvoll zu verbinden und eine Dramaturgie in die Kommunikation zu bringen. Laut Briefing wollte Audi ein neues Segment erobern, die Marke aber nicht neu positionieren. "Wir haben die Kommunikation verjüngt, ohne die Markenwerte zu vernachlässigen oder gar über Bord zu werfen", erläutert Küster.

Gut gemacht, kann ich da nur sagen. Live-Events und klassische Werbung wurden verbunden mit neuen Formen des Online-Marketing. Social Media Marketing wurde so zu einem elementaren Bestandteil des Marketings für den Audi A1. Daumen hoch dafür. Und bitte mehr davon auch von anderen Marken.