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14Mai/12Off

Umsatzwachstum bei der New York Times nach Einführung der Online-Paywall

Autor des Artikels: Matias Roskos

Seit Jahren nun schon überlegen alle großen Verlage, wie sie den Rückgang von Abonnenten und damit auch den damit einhergehenden Umsatz-Rückgang aufhalten können. Kosteneinsparungen sind die eine Möglichkeit, um schwarze Zahlen zu schreiben. Wobei dabei immer die Gefahr besteht, dass darunter die Qualität der Artikel und damit des Gesamt-Produktes leidet.

Hat die New York Times nun das Patentrezept gefunden? Wenn man sich die Zahlen untenstehender Infografik - Danke an Statista dafür! - anschaut, entsteht zumindest dieser Eindruck. Seitdem die New York Times ein cleveres (die ersten Artikel sind kostenlos) Abo-System für die Online-Ausgabe eingeführt hat, stiegen die Umsätze wieder, nachdem sie zuvor drei Quartale lang gefallen waren. Ende März 2012 wies die NYT bereits 454.000 zahlende digitale Abonnenten aus. Das ist beachtlich.

Basis der Grafik sind die Zahlen des amerikanischen Audit Bureau of Circulations zur Verbreitung von Tageszeitungen. Darin wurde erstmalig die digitale Auflage der wochentäglichen New York Times höher ausgewiesen als die Auflage der Printausgabe. Die sogenannte Paywall stellt offensichtlich eine Trendwende dar, was die Umsätze und damit auch die Profitabilität des Verlagshauses anbelangt.

Die Menschen sind bereit auch für digitale Inhalte zu bezahlen. Wenn die Qualität der Inhalte stimmt und das Preis-Leistungs-Verhältnis als fair und passend wahrgenommen wird. Print ist nicht tot! Oder besser: Journalismus ist nicht tot. Und das ist gut so. Nur müssen die Verlage die richtigen Wege finden, um Umsätze mit ihren Produkten zu generieren. Die New York Times scheint hier einen Schlüssel gefunden zu haben.

Paywall der New York Times

27Okt/11Off

Kaputt? Ach nee – ist ne Zeitung

Autor des Artikels: Matias Roskos

Herrlich. So wachsen neue Generationen heran. Davor sollte man die Augen nicht verschließen. Auch wenn wir, die wir mit Zeitung und TV groß geworden sind, es nicht immer verstehen wollen können.

30Nov/10Off

Erfolg von Postwurfsendungen im Selbsttest – Wie effektiv sind Flyer?

Autor des Artikels: Matias Roskos

Neulich saß ich in einem Meeting und erzählte von der Kommunikation auf Facebook-Seiten. Ich zeigte ein Beispiel, wo 16 Nutzer innerhalb von wenigen Stunden sich begeistert über eine Marke geäußert hatten. Die Seite hat knapp 5.000 Fans. Daraufhin meinte der Chef der Presseabteilung: "Aber entschuldigen Sie, Herr Roskos. 16 Kommentare schön und gut. Aber wir schicken jeden Monat mehr als eine Million Flyer hinaus und erreichen so MILLIONEN von Menschen? Was sind denn da 16 Kommentare?!"

Ich bin ehrlich. Ich konnte mir ein Losprusten gerade noch so verkneifen. Millionen von Flyern... So so. Die erste Frage, die da in meinem Kopf auftauchte, war: "Wer verdient sich denn daran eine goldene Nase? Herzlichen Glückwunsch."

Meine Antwort aber sah anders aus. Sie lautete:

"1. Es sind nicht allein 16 begeisterte Kommentierende, die sich hier als echte Fans freiwillig outen. Sie sind potentielle Markenbotschafter, die einen viel viel höheren Stellenwert haben sollten als ein x-beliebiger Flyer-Empfänger.
2. Lesen diesen Beitrag DEUTLICH mehr Menschen als nur diese 16. Diese Kommentierenden sind die Spitze des Eisbergs. Aber ich gebe ihnen Recht, Millionen erreichen wir (noch?) damit nicht.
3. Der Kontakt zu meinen potentiellen Markenbotschaftern, die nur am Rande Kunden sind - Denn darum geht es erstmal nicht beim Social Media Marketing. Aber das kapieren viele Unternehmensvertreter auch in 20 Jahren wohl noch nicht. :( - ist so eng, wie er niemals vorher war! Es findet ein Austausch mit meinen wertvollsten Fans auf direktem Wege statt. Was bedeutet, dass ich nicht nur wertvolles Feedback über meine Produkte von ihnen erhalte, sondern mit ihnen gemeinsam auch das Marketing der Zukunft gestalten kann könnte.
4. Und, lieber Herr XYZ - wer bitteschön liest denn diese Flyer wirklich? Und wieviele von denen landen ungelesen oder nur flüchtig durchgeblättert im Müll? Wie hoch ist denn die Trefferquote.
Da wird doch mit Schrotkugeln auf Spatzen geschossen."
Was ja okay ist, wenn man es sich leisten kann unendlich viel Schrot Monat für Monat zu verballern. Nix gegen einzuwenden.

Aber ob das effektiv ist, möchte ich bezweifeln.

Ich habe mir dann gedacht: teste es doch einmal selber. Ich habe ja auch ständig irgendwelche Werbung im Briefkasten. Ich habe einmal ein paar dieser Sachen gesammelt (siehe Foto) und bin dann klingeln gegangen.

Hauspost-Werbung

Ich wohne in einem ganz normalen, sanierten Mietshaus in Berlin. 34 Mietparteien. Sehr durchwachsene Mieterstruktur. Etliche Studenten, ein paar Familien mit Kind. Wenig ältere Bürger. Eine Woche bin ich jeden Abend oder auch mal vormittags klingeln gegangen, habe den Mietern erklärt was ich da tue, ihnen die Postwurfsendungen gezeigt und gefragt, was sie damit gemacht haben. Nicht alle Mieter habe ich erreicht. Aber die meisten fanden das ganz witzig und habe mir bereitwillig geantwortet. Insgesamt 26 Mietparteien konnte ich befragen. Und hier nun die Auswertung dieses kleinen Selbstversuchs. Bitte dieses PDF aufrufen, um die Auswertung zu sehen. Auf dem Bild ist leider nicht alles so einfach platzierbar.

Postwurfsendung Teilscreen - PDF Aufruf

Natürlich ist diese Umfrage nur zum Teil repräsentativ. Aber ernüchternd ist sie auf jeden Fall, oder? Welche Wirkung haben denn solche Sendungen? Was taugen diese Millionen von Flyern, die tagtäglich in Umlauf gebracht werden? Wenig. Wenn sie nicht zielgerichtet sind. Oder die Marke so derartig stark und beliebt, dass man das Heftchen nicht gleich wegwirft.

Sicherlich sind Flyer, die bei den großen Discountern liegen und dann aktiv von den Käufern mitgenommen werden, noch ein Stück weit effektiver. Das gebe ich zu.

Aber kann ich nicht im Internet deutlich zielgerichteter die Menschen erreichen, die wirklich interessant für mich sind? Ich denke schon.