SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

25Nov/13Off

KMU gelingt es noch nicht, die Kommunikationskanäle im Internet erfolgreich zu nutzen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Letzte Woche stieß ich auf eine aktuelle Studie der Wirtschaftsuniversität Wien und der Universität Liechtenstein über das Marketing in Social Media. Hierbei galt der Fokus vor allem auf mittelständische Unternehmen - die KMU. Dabei wurden mehr als 400 Entscheidungsträger aus Unternehmen sämtlicher Grössen und Branchen im gesamten deutschsprachigen Raum einbezogen.

Heraus kamen interessante Rückschlüsse. Die mich allesamt nicht überraschen und sich meist mit dem von mir geschriebenen Aussagen im Buch "Social Media Communities erfolgreich nutzen" deckt. Unter anderem konnte festgestellt werden, dass bei KMU ein stärkeres Engagement zumeist am Kostenfaktor Zeit scheitert. Dieser wird unterschätzt und Aufwand falsch eingeordnet.

Ein weiterer Aspekt, der angesprochen wird, ist das Monitoring:

... zwei Drittel verfügen über keinerlei Messsystem für den Erfolg und kennen meist auch keines.

Das ist erschreckend. Überrascht aber nicht wirklich. Mit dem Kommunikationsraum Social Web wird (oft, nicht immer) noch sehr unbeholfen umgegangen. Selten agiert man hier genauso professionell, wie im eigentlichen Aufgabengebiet. Das ist schade, führt aber auch dazu, dass das Social Media Engagement oft verpufft. Ausnahmen gibt es zum Glück allerdings auch einige.

Anders ist das bei etlichen größeren Marken:

Der Einsatz von Social Media zahlt sich bisher nur für Grossunternehmen aus, und zwar für solche, die Social Media proaktiv, innovativ und mit Risikobereitschaft, das heisst «unternehmerisch», nutzen.

Bei KMU konnten hingegen keine Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg festgestellt werden. Dies könnte, so eine der Schlussfolgerungen der Autoren, an den schlechteren Rahmenbedingungen liegen, an zu geringen personellen Ressourcen für das Social Media-Marketing und einem zu geringen Know-how der Materie der Marketingverantwortlichen.

Der Schlussfolgerung kann ich mich anschließen. Das (sinnvolle und effektive) Agieren im Social Web verlangt nicht nur ein kurzes "Wir machen da schnell mal was", sondern einen zeitlichen und personellen Aufwand, der bisher noch allzu oft unterschätzt wird.

Deutlich mehr dazu in meinem Buch, welches ich explizit für mittelständische Unternehmen geschrieben habe.

27Jun/12Off

Ein Buch für den Mittelstand über das Social Web

Autor des Artikels: Matias Roskos

Mit meinem Buch "Social Media Communities erfolgreich nutzen" wollte ich gemeinsam mit dem Verlag Wiley-VCH ein Buch auf den Markt bringen, das vor allem die anspricht, die noch nicht so recht wissen, wie sie mit dem Phänomen Social Web umgehen sollen. Ich will darin nicht allein denkbare Wege aufzeigen und anhand von vielfältigen Praxisbeispielen Inspirationsquellen liefern. Das Wichtigste an diesem Buch war mir: Mut und Lust machen auf einen Einstieg ins Social Web. Angst ist nie ein guter Ratgeber. Mut, Freude und positives Denken jedoch bringen jeden von uns voran.

In diesem Sinne hoffe ich, dass möglichst viele unentschlossene Mittelständler dieses Buch lesen und sich hinein wagen ins moderne, kommunikative Internet. Gern auch erstmal nur vorsichtig, tastend, ausprobierend. Daran ist aus meiner Sicht nichts auszusetzen. Ein erstes Flanieren, ein Ausprobieren und ein manchmal bereits notwendiges Reagieren auf Meinungsäußerungen und auf Trends ist ein absolut denkbarer Einstieg. Es muss nicht gleich der große Knall sein, mit dem man ins Social Web springt. Diese Mär habe ich in meinem Buch vom Tisch gefegt. Lesen Sie es, schnuppern Sie hinein. Ich würd mich freuen. Es steckt nicht nur unendlich viel Zeit, die Erfahrungen von jahrelanger Arbeit im Internet, sondern auch viel Herzblut in den über 200 Seiten.

Hier ein Auszug aus „Social Media Communities erfolgreich nutzen“, ein Buch für den Mittelstand. Dies ist ein Teil der Einleitung. Ich freue mich über Weiterlesen …

15Jun/12Off

Kluge Gedanken für den Einzelhandel von Dennis Mittelmann – spannend und richtig für jeden mittelständischen Händler

Autor des Artikels: Matias Roskos

Auf Deutsche-Startups.de fand ich gestern einen erstklassigen Artikel zum Thema "Möbelhandel im Internet". Darin werden vom Autor Dennis Mittelmann (Online-Marketing-Agentur TrendView) Gedankenansätze geliefert, wie für etablierte Möbelhändler die virtuelle Zukunft aussehen könnte.

Dabei bläst der Autor nicht in das "Der-Einzelhandel-ist-tot-Horn", wie es viele andere tun. Sondern er macht den Händlern vielmehr Mut und zeigt auf, worin die Chancen und Möglichkeiten vor allem auch für etablierte Händler mit hohem Vertrauensvorschuss liegen.

Der Möbelhandel muss das Web als Zusatzkanal für seinen Verkauf nutzen und es nicht als „margenvernichtendes Ungetüm“ ignorieren. Erst dann kann eine Multi-Channel-Strategie – also die Kombination von Online- und Offline-Maßnahmen – umgesetzt und im Vertriebsprozess verankert werden. So können beispielsweise erklärungsbedürftige und konfigurierbare Produkte wie Polstermöbel oder komplette Regalsysteme im Web digital präsentiert und im stationären Geschäft erlebbar gemacht werden. Die Kaufanbahnung findet im Web statt und wird im Ladengeschäft durch persönliche Beratung und Serviceangebote ergänzt. Ganz nach dem RoPo-Motto (Research online – Purchase offline) kann der stationäre Möbelhandel diesem Trend direkt begegnen, da das Ladengeschäft bereits existiert.

Ganz richtig greift er auch den Punkt "lokale Nähe" auf, mit dem Ladengeschäfte ganz eindeutig punkten können und Weiterlesen …

16Mai/12Off

Mittelständler im Social Web – Aktionen mit nachhaltiger Wirkung – LED Lenser im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Marke "LED LENSER" aus dem Hause "Zweibrüder Optoelectronics" ist schon seit längerem sehr aktiv im Social Web. Für mein demnächst erscheinendes Buch "Social Media Communities" habe ich mit Herrn Ingo Dieners von der Zweibrüder Optoelectronics GmbH, ein ausführliches Interview zu den Social Media Aktivitäten des Unternehmens geführt. Herr Dieners ist Teil eines dreiköpfigen Teams, das Social Media Kampagnen für die hauseigene Marke LED Lenser entwickelt. Sicherlich ein spannender Case, gerade auch für Unternehmen des Mittelstandes.

Das Interview wurde im Dezember 2011 geführt.

LED Lenser ist sehr aktiv im Social Web. Seit wann sind Sie in den sozialen Medien präsent und welches sind die einzelnen Bausteine?

Wir haben im Februar 2009 mit dem LED LENSER Forum begonnen, um für die Rückmeldungen unserer Kunden einen Kanal zu schaffen. Kurze Zeit später startete die erste Bloggerkampagne. Ende 2009 kam die Facebookpräsenz von LED Lenser und ein Twitteraccount dazu.

Sie sind ein mittelständisches Unternehmen, richtig? Wie aufwendig ist die Arbeit im Social Web für Sie? Wie groß ist das Social Media Team? Arbeiten Sie mit externen Partnern zusammen?

Ja, wir sind ein mittelständisches Unternehmen. Die Arbeit, die durch die Social Media Aktivitäten entsteht, hängt stark von der Art unserer Aktivität ab. Eine Bloggerkampagne ist beispielsweise aufwändiger als ein Gewinnspiel bei Facebook. Obwohl wir hier auch mit einer externen Agentur zusammenarbeiten, nimmt die Betreuung der Blogger (Nachfragen, Versandprobleme bei den Testmustern etc.) recht viel Zeit ein.

Bei der Entwicklung von Kampagnen, Gewinnspielen oder Forumstests arbeiten wir mit einem Team von bis zu vier Personen zusammen und bündeln unsere Ideen. Die tägliche Pflege des Forums und der Facebookpräsenz nimmt außerhalb der arbeitsintensiven Kampagnen und Gewinnspiele ca. ein bis zwei Stunden pro Tag in Anspruch.

Facebook und Blogs als Marktforschungsinstrument für den Mittelstand

Wie gut passt Social Media in die Kommunikationsstrategie bzw. in die Marketing-Strategie von LED Lenser?

Zweibrüder Optoelectronics steht für Innovation, frische Ideen und Flexibilität. Wir haben schon vor dem Web 2.0 auf die Rückmeldungen unserer Kunden großen Wert gelegt und diese, soweit möglich, aufgegriffen und bei Revisionen bzw. Neuheiten berücksichtigt. Die Möglichkeiten, die durch die sozialen Medien eröffnet werden zu erkunden und zu nutzen, ist da nur eine logische Konsequenz. Facebook und Blogs sind wichtige Medien, um die Bedürfnisse unserer Kunden besser kennenzulernen und zu beobachten, wie die Produkte bei unseren Kunden ankommen. Somit können diese Kanäle gut als Marktforschungsinstrument genutzt werden.

Im Herbst 2011 haben Sie eine Blog-Kampagne gestartet und Blogger zum Testen der LED Lenser Lampen eingeladen. Wie gut kam diese Aktion bei den Bloggern an? Wieviele Blogs waren eingebunden? Und wie zufrieden sind Sie mit dieser Aktion?

Wir haben bislang ca. 10 Kampagnen abgeschlossen, bei denen insgesamt zu 15 Produkten Bloggertests durchgeführt wurden. Während es in den ersten Kampagnen eher um Testberichte ging, haben wir die späteren Kampagnen immer mehr um kreative Aspekte bzw. um soziale Aktivitäten erweitert. So gab es beispielsweise Kampagnen „LED LENSER fördert den Umweltschutz“ oder „LED LENSER fördert Bildung und Wissenschaft“. Bei diesen Aktionen wurde ein hochwertiges Produkt durch die Blogger an entsprechende Aktivisten bzw. Institutionen verschenkt. Pro Kampagne waren zwischen 50 und 250 Blogger beteiligt.

Diese Aktivität hatte eine nachhaltige Wirkung. Der Bekanntheitsgrad der Marke LED LENSER in der Szene hat sich massiv erhöht, das Image der Marke LED LENSER wurde gestärkt bzw. geprägt und die Besucherzahlen auf der Webseite haben sich durch die Aktionen nahezu verdoppelt. Insofern kann man sagen, dass wir zufrieden sind.

300 Videos im Rahmen von Blog-Kampagnen entstanden

Gibt es konkrete Zahlen zu den Blog-Aktionen?

Während den laufenden Bloggeraktionen, hat sich Weiterlesen …

23Apr/12Off

Bestes Crowdsourcing made in Germany: unserAller.de – Catharina van Delden im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

unserAller.de gehört für mich zweifelsohne zu den spannendsten Internetprojekten in Deutschland (Ich berichtete im November darüber.) Das innosabi-Team, dass hinter unserAller steckt, hat verstanden worauf es ankommt bei gutem, erfolgreichen Crowdsourcing. Darum freue ich mich, dass Catharina van Delden, Geschäftsführerin von innosabi, mir für dieses Interview Rede und Antwort gestanden hat. 

Catharina van Delden von unserAller.deHallo Catharina. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie läuft es bei unserAller? Wieviele Projekte sind aktuell am Start?

Vorab erst einmal Danke für die Einladung. Es macht immer wieder Spaß, sich mit Dir auszutauschen! Ich bin mit der aktuellen Entwicklung von unserAller sehr zufrieden. Wir konnten uns nach nun gerade einmal eineinhalb Jahre nach dem Launch als führender Player im Bereich „Produktentwicklung durch Konsumenten“ in Deutschland positionieren! Aktuell kannst Du bei ca. 80 verschiedenen Crowdsourcing-Projekten auf unserAller.de teilnehmen – da ist von Pferdefutter über Schmuck bis hin zu Schwimmbadausstattung einfach alles dabei.

Worum geht es bei unserAller? Wie setzt Ihr die Idee von Crowdsourcing um?

Bei uns können Konsumenten mit bestimmen, wie die Produkte von morgen aussehen, heißen, schmecken oder funktionieren sollen. Und Unternehmen finden heraus, was sich ihre Kunden wünschen und welche Produkte am Markt möglicherweise noch fehlen. Mit unserer Software können in diesem spannenden Dialog Crowdsourcing-Projekte effizient abgewickelt werden. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Teilnehmer zu erreichen und zu wirklich umsetzbaren Ergebnissen zu kommen.

Die jeweiligen Projektseiten auf unserer Plattform mit angeschlossener Community können auch als Appikation in Facebook-Fanpages oder als Overlay in Webseiten integriert werden.

Aktuell nutzen viele unserer Partner-Unternehmen unserAller auch zur Kommunikation rund um ihr Angebot: Dabei geht es beispielsweise um Namen oder Aussehen für neue Produkte, Wünsche für Bonusprogramme oder Ergänzungen des bestehenden Angebots. EineBand beispielsweise möchte auf diese Weise sogar ihr Repertoire nach den Wünschen ihrer „echten“ Fans erweitern.

unserAller.de

Wie kam es dazu, eine Crowdsourcing-Plattform mit dieser doch sehr komplexen Kernstruktur am Markt zu platzieren?

innosabi kommt ursprünglich aus der Produktentwicklung. In dieser Zeit kamen wir oft an einen entscheidenden Punkt: Immer dann, wenn wir Weiterlesen …

16Mrz/12Off

Eine Regionalbank im Social Web – einjähriger Geburtstag für die Berliner Volksbank

Autor des Artikels: Matias Roskos

Immer mehr mittelständische Unternehmen, zu denen ich auch die Regionalbanken zähle, wagen sich hinein ins Social Web. "Gut so!" kann ich da nur sagen. In meinem bald auf dem Markt erscheinenden Buch "Social Media Communities" gehe ich da noch näher drauf ein, warum ich diesen Schritt gut und richtig finde.

Als Kunde und Teilhaber der Berliner Volksbank bekomme ich deren monatliches Printheft. Darin fand ich nun einen Artikel (siehe die beiden eingescannten Seiten), in dem sie voll stolz über "Das erste Jahr mit Social Media" berichten. Glückwunsch zu diesem Geburtstag!

Manchmal wirkt das alles noch etwas holprig. Man merkt, dass da jemand in diesem Gebiet nicht unbedingt Zuhause ist. Egal. Denn man spürt auch die Bereitschaft lernen zu wollen. Lust darauf zu haben, auf dieses Social Web und damit verbunden diese unmittelbare Nähe zu einem Teil der eigenen Kunden (und auch Kritiker). Das finde ich immens wichtig! Testen, Ausprobieren, bereit sein zuzuhören was die Kunden zu sagen haben... und immer dazu lernen, was dieses Social Web ausmacht und wie es funktioniert. Das ist der richtige Weg. So arbeitet die Berliner Volksbank geschickt am eigenen Image als Bank, die für die Kunden da ist und ihnen zuhört. Sympathisch, nah und aufmerksam. Diese Botschaften werden durchaus transportiert über Facebook und in einem eigenen Blog.

Berliner Volksbank Weiterlesen …

3Nov/11Off

Social Media bald so selbstverständlich wie Telefonat oder Email – Charles Schmidt von der Krones AG im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Krones AG gilt als Vorreiter in Sachen Social Media Einsatz hier in Deutschland. Da das Unternehmen ausschließlich im B2B-Umfeld agiert aus meiner Sicht ein doppelt spannender Case. Darum bat ich einen der Verantwortlichen, Herrn Charles Schmidt, um ein sehr ausführliches Interview. Teile des Interviews werden auch in mein Buch einfließen, an dem ich gerade arbeite und das sich dem Thema "Mittelstand und Communities" annehmen wird. Hier ist das Interview mit Charles Schmidt:

Charles Schmidt / Krones AGHerr Schmidt, ich bedanke mich erst einmal, dass Sie sich die Zeit nehmen für dieses Interview.

Gerne! Kommunikation gehört ja schließlich auch zu meinen Aufgaben.

Sie sind bei der Krones AG, einem Konzern mit über 11.000 Mitarbeitern, davon etwa 8.000 allein in Deutschland, verantwortlich für die Kommunikation. Ist das richtig?

Das stimmt so nicht ganz. Lassen Sie mich das etwas einordnen. Die Krones AG beschäftigt weltweit in der Tat über 11.000 Menschen. Innerhalb der Unternehmenskommunikation bin ich als Teammanager Creations tätig. Ich bin verantwortlich für 17 Mitarbeiter. Gemeinsam mit meinem Team werden Filme produziert, Broschüren erstellt, Fotos gemacht, Artikel geschrieben, Messeauftritte organisiert, Kampagnen geplant und viele weitere spannende Sachen.

Hinzu kommt der Bereich Social Media. Hier bin ich als Corporate Social Media Officer tätig und verstehe mich als zentraler Ansprechpartner im Unternehmen. Ich leiste diesbezüglich Aufklärungs- und Koordinationsarbeit im Konzern und verantworte natürlich auch die Kommunikation der Krones AG im Social Web.

Was bedeutet das konkret? Gibt es parallel auch noch eine PR-Abteilung? Und dazu Marketing und eine Pressestelle?

Parallel zum Bereich Social Media sind selbstverständlich auch die „klassische“ PR und unsere Pressestelle innerhalb der Unternehmenskommunikation angesiedelt. Wir verstehen Social Media als ein zusätzliches Instrument in unserer Kommunikationsstrategie, welches andere Kommunikationsmittel bündelt und auch ergänzt. Dank unserer breit aufgestellten Kommunikationsabteilung, können wir so auf einen reichen Fundus an Inhalten aus den verschiedensten Bereichen zurückgreifen.

Warum wurde Social Media bei Krones der Kommunikation zugeordnet? Oft ist es dem Marketing unterstellt.

Hier muss man differenzieren. Die Aufgaben von Kommunikations- und Marketingabteilung sind je nach Unternehmen unterschiedlich strukturiert. Wir sind ja im Maschinen- und Anlagenbau unterwegs. Unser Marketing arbeitet mehr in Richtung Marktforschung. Es geht um Tendenzen und Marktbeobachtungen. Auch Bedürfnisse und Trends wie beispielsweise hinsichtlich der Getränkenachfrage in verschiedenen Ländern werden da untersucht. Die Schwerpunkte bei der Kommunikationsabteilung sind wieder anders gesetzt. Wir übernehmen hier eine Filterfunktion, bündeln Informationen und kommunizieren diese je nach Bedarf intern wie extern weiter. Daher ist Social Media als Kommunikationsweg und Medium auch in die Unternehmenskommunikation integriert. Außerdem verfügen wir hier auch über den notwendigen Content wie beispielsweise Fotos, Texte und Filme. Letztendlich gehen aber all unsere Tätigkeiten in der Unternehmenskommunikation Hand in Hand mit allen Abteilungen. Nur gemeinsam sind wir Krones.

Was genau macht die Krones AG eigentlich? Sie bewegen sich ausschließlich im B2B-Umfeld?

Die Krones AG plant, entwickelt und fertigt Maschinen und komplette Anlagen für die Bereiche Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik sowie Intralogistik. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen aus der Getränkeindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie aus den Bereichen Chemie, Pharmazeutik und Kosmetik. Damit bewegen wir uns in der Tat ausschließlich im B2B Umfeld.

Social Media bald so selbstverständlich sein wie Telefonat und Email

Und warum ist dann Social Media so spannend? Ich kenne eine eher ablehnende Haltung aus zahlreichen Konferenzen, wo mir Manager immer wieder sagen „Ach, wir sind im B2B unterwegs. Da ist Social Media nicht wichtig.“ Was waren und sind die Ziele der Krones AG beim Social Media Engagement?

Das Ziel, das wir in den Sozialen Medien verfolgen, ist schnell erklärt: Ein offener und ehrlicher Dialog – und zwar dort, wo sich unsere Kunden, Interessenten und (potentiellen) Mitarbeiter bewegen und auch „wohlfühlen“ – sei es auf einer klassischen Website, einer Fachmesse oder eben in Social Media. Das gilt selbstverständlich für B2B-Unternehmen genauso wie auch im B2C-Bereich, schließlich hat man es in beiden Bereichen mit Menschen zu tun – und diesen sollte man auf kommunikative Weise Wertschätzung entgegenbringen. Social Media ist dabei nur ein Kommunikationsmittel unter vielen, genauso wie auch die „klassische“ Website oder unser Kundenmagazin. Die Frage nach der Relevanz oder der Wichtigkeit von Social Media stellt sich somit für uns nicht, denn diese neue Form der Kommunikation wird meiner Meinung nach bald so selbstverständlich sein wie ein Telefonat oder eine Email.

Sie sprachen das Thema "potentielle Mitarbeiter", also Recruiting an. Ist da Krones so schlecht aufgestellt? Und gibt es bereits konkrete Erfolgsbeispiele?

Natürlich steht auch die Krones AG mit anderen Unternehmen im Wettbewerb, besonders wenn es um die Fachkräfte von morgen geht. Social Media bietet hier für uns eine fantastische Möglichkeit, um uns als attraktive Arbeitgebermarke zu positionieren. Von unseren rund 10.000 Fans auf Facebook entfällt bestimmt ein Drittel auf Krones Mitarbeiter. Diese bekennen sich nicht nur offen zur Krones AG als Arbeitgeber, sondern beteiligen sich auch an Diskussionen, „liken“ unsere Beiträge und teilen ihre Erfahrungen mit anderen Usern. Könnte man sich bessere Markenbotschafter vorstellen, als die eigenen, zufriedenen Mitarbeiter? Unser Recruiting in Social Media geht also weit über das reine Einstellen von Stellenangeboten hinaus. Im Dialog mit Bewerbern und Mitarbeitern geben wir uns authentisch und erhalten deshalb auch regelmäßig Bewerbungen über die verschiedenen Plattformen auf denen wir vertreten sind. Als konkretes Erfolgsbeispiel ließe sich wohl auch unser sechster Platz im Ranking der deutschsprachigen Facebook-Karriereseiten anführen – für ein Unternehmen aus dem B2B Bereich sicher nicht schlecht.

Wird Kommunikation im Social Web bei Krones separat angegangen oder integriert in die gesamte Kommunikationsstrategie?

Wir verfolgen bei Krones eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie. Das beinhaltet neben Social Media selbstverständlich auch „klassische“ Kommunikationsmittel wie unser Kundenmagazin (das bei unseren Kunden ein besonders hohes Ansehen genießt), unsere Corporate Website und natürlich auch unsere Messeauftritte. In Social Media begleiten und bündeln wir alle diese Kommunikationsmaßnahmen und erhöhen so deren Reichweite. Als Paradebeispiel für diesen ganzheitlichen Ansatz ist wohl unsere Website magazine.krones.com zu nennen. Hier veröffentlichen wir besonders interessante Inhalte aus dem Kundenmagazin, begleiten unsere Auftritte auf Fachmessen multimedial und bieten mit einem „Social Media Newsroom“ auch jenen Interessenten, die selbst nicht auf Facebook & Co. aktiv sind, einen Einblick in unsere Aktivitäten im Social Web.

Krones Magazin

Es gibt auch eine Xing-Seite der Krones AG. Wie sehen Ihre Erfahrungen damit aus im Vergleich zu Facebook, Twitter, Flickr und Youtube?

Was uns hier zunächst sehr freut, ist Weiterlesen …

4Okt/11Off

Ich habe angefangen zu schreiben

Autor des Artikels: Matias Roskos

Hier etwas in eigener Sache. Was aber sicherlich auch für viele Leser dieses Blogs interessant werden wird. Die ersten Zeilen für mein erstes Buch sind geschrieben. Ein Verlag hatte vor drei Wochen bei mir angefragt, ob ich Interesse hätte für sie ein Buch für das Themenspektrum "Mittelstand und Communities" zu schreiben. Da dies stark in mein Themenspektrum passt - die Menschen im Social Web - habe ich gern zugesagt. Letzte Woche Freitag kam dann das definitive "Go" durch den Verlag. Bis Ende des Jahres muss ich fertig sein.

Das bedeutet für mich mal wieder eine ganz neue Erfahrung. Aber ich freue mich darauf. Zumal der Mittelstand noch deutlich unterrepräsentiert ist im Social Web.

Ich möchte im Buch nicht nur theoretisieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern auch mit Praxisbeispielen arbeite. Wer also Cases von mittelständischen Unternehmen im Social Web hat, kann mich gern in den Kommentaren darauf hinweisen. Auch gegen "Eigenwerbung" ist in dem Fall nichts einzuwenden. Ich schaue dann, was ich an welcher Stelle möglicherweise gebrauchen kann.

Natürlich habe ich schon einige Cases eingeplant, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Positiv-Beispiele wie auch Worst-Cases. Aber selbstverständlich freue ich mich über Anregungen und Vorschläge.

Die ersten Zeilen sind geschrieben. Es liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich freu mich drauf.

20Jan/11Off

Glückwunsch an eines der beeindruckendsten Blog- und Social Media Projekte Deutschlands

Autor des Artikels: Matias Roskos

Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen um einem der wunderbarsten Mittelstands-Unternehmen und seinem sympathischen und zugleich cleveren Agieren im Social Web zu gratulieren. Das Walther's Saftblog wurde gestern 5 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, Kirstin!

Safttante auf Twitter

Erfahren habe ich davon via Twitter, wo auch immer wieder auf den Livestream des Saftblogs hingewiesen wurde. Dort findet man zahlreiche Videobeiträge, die zeigen wie bei Walther's Weiterlesen …

28Jul/10Off

Eine Volksbank mit umfassendem Social Media Konzept: die Volksbank Bühl

Autor des Artikels: Matias Roskos

Neulich wies mich der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Bühl, Herr Preis, vollkommen zu recht auf die Social Media Aktivitäten der Bank hin. Bei einer Konferenz am Bodensee konnten wir uns dann ein wenig näher kennen lernen. Und ich merkte, wie ernst es dem gesamten Team dort ist mit Social Media. Heraus gekommen ist ein Interview, das sicherlich Inspiration für viele andere Mittelständler sein kann. Einige Kernaussagen kann ich nur unterstreichen. Sie treffen nicht nur auf den Sektor Banken & Versicherungen, sondern auch auf viele andere Bereiche zu. Darum - viel Spaß mit dem informativen Interview.

Homepage der Volksbank Bühl mit eigenem Social Media Bereich

Guten Tag Herr Preiss. Sie haben mich neulich im Vorfeld der Konferenz "Marketing & Vertrieb" am Bodensee auf die Social Media Aktivitäten ihrer Volksbank Bühl aufmerksam gemacht. Vielen Dank dafür. Seit wann ist die Volksbank Bühl im Bereich Social Media aktiv und welche Kanäle werden aktuell genutzt?

Die Volksbank Bühl ist seit Anfang 2009 im Bereich Social Media aktiv. Angefangen haben wir mit einer XING-Gruppe für Mitarbeiter und haben dann unsere Aktivitäten mit steigender Erfahrung über twitter, youtube, flickr und schließlich Facebook sukzessive ausgebaut. Wobei dazu gesagt werden muss, dass wir eine zweigleisige Strategie fahren: Die zentrale Nutzung als Institution und die dezentrale Nutzung über die Kolleginnen und Kollegen der Volksbank Bühl. Die zentrale Nutzung umfasst z.B. unsere Facebook Seite und wird von einem Kernteam gepflegt. Darüber hinaus ermuntern wir aber auch unsere Mitarbeiter Social Media zu nutzen. Zum Beispiel haben wir Mitarbeiter-Workshops durchgeführt, die zum einen das Phänomen Social Media erklären und dafür begeistern sollten und zum anderen aber auch die insbesondere im Bankenumfeld wichtigen Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit thematisiert haben.

Wie kam es zu dieser doch recht umfassenden Social Media Strategie? Im Vergleich zu anderen Banken ist man damit ganz vorn dabei.

Anfang 2009 wurde unsere Internetstrategie Weiterlesen …