SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

29Okt/12Off

Medienerziehung ist so enorm wichtig

Autor des Artikels: Matias Roskos

Kennen Sie schon dieses Video? Dazu muss man wissen, dass Amando Todd nicht mehr lebt. Sie hat sich umgebracht, weil das Mobbing für sie nicht mehr zu ertragen war. Sicherlich ein sehr krasser Fall. Aber ein Zeichen dafür, wie wichtig der richtige Umgang mit dem Internet ist. Für Eltern genauso wie für Jugendliche und Kinder.

Denn: der Anlass für das Mobbing lag bei ihr. Sie hat den Fehler gemacht, ein Nacktbild im Internet zu verschicken. Damit nahm das Unheil seinen Lauf. Es wär schön, wenn Lehrer, Schulen, Eltern und auch Kids aus solch tragischen Fällen lernen. Und das Internet bewusster und weniger leichtsinnig nutzen.

Mein Beileid der Familie und den Freunden von Amanda Todd. Mehr dazu unter anderem bei der Zeit.

Passend dazu auch der Artikel auf Meedia: "Porno-Sites greifen Facebook-Bilder ab".

Auszug:

Die Datenschützer scannten über vier Wochen 47 Stunden lang 12.224 Bilder und Videos und analysierten deren Inhalte. Von dieser Unmenge an Aufnahmen, die auf über 68 Seiten, darunter auch Social Networks, zu finden waren, landeten 10.776 Bilder und Videos auf parasitären Webseiten. Einmal dort hochgeladen, ist es beinahe unmöglich, rechtlich gegen eine Löschung durchzuführen. Die Betreiber bleiben meist anonym. Wer die urheberrechtlich geschützten Aufnahmen hochgeladen hat, lässt sich ebenso schwer nachverfolgen.

Für die IWF zeige die Entwicklung ein erschreckendes Maß an Naivität und Ignoranz von Nutzern, was den Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material gehe. “Junge Menschen muss klar werden, dass ein Bild, das einmal hochgeladen wurde, faktisch öffentliches Eigentum wird, das sic virtuell kaum wieder entfernen lässt”, glaubt Sarah Smith, Forscherin beim IWF. “Die bittere Erkenntnis ist: Wenn Du Inhalte hochlädst, gibst Du damit auch die Kontrolle über sie ab.”

1Okt/11Off

Check dein Profil

Autor des Artikels: Matias Roskos

Hier noch das passende Video zu meinem Blogbeitrag vom Donnerstag ("Was Facebook alles nicht über mich weiß"), in dem es um die so enorm wichtige Medienkompetenz geht. Und wieder gilt der Slogan: Du bist selbst verantwortlich für das, was man über dich im Netz findet.

29Sep/11Off

Was Facebook alles nicht über mich weiß

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Hass-Kampagne gegen Facebook läuft auf vollen Touren. Facebook scheint ja so böse zu sein, weil sie Daten sammeln. Und diese aller Wahrscheinlichkeit einsetzen um Werbung gezielt zu platzieren.

Auch ich habe meine Zweifel, ob alle Änderungen der letzten Wochen so clever sind. Siehe dazu meinen Beitrag "Das neue Facebook droht uns zu überfordern".

Aber:
1. Ist das nicht neu. Das tun sie nicht erst seit gestern. Facebook ist ein Unternehmen! Und sie müssen Geld verdienen. Dies sollte jedem bewusst sein, der sich dort anmeldet.
Mir ist das bewusst. Ich habe einen Deal mit Facebook: sie bekommen ein paar Daten von mir. Können sie gern ein Profil draus machen. Diese Daten nutzen sie um Werbung auf die Plattform zu bekommen. Und ich darf im Gegenzug ihre zweifelsohne gut gemachte Plattform kostenlos nutzen. Um mein Netzwerk zu pflegen. Um mit Menschen in Kontakt zu bleiben, die mir wichtig sind.
Wenn mir das nicht mehr passt, kündige ich den Deal und verlasse Facebook. Dann aber bitte mit aller Konsequenz. Und nicht so scheinheilig wie einige, die nun Facebook erstmal nicht nutzen wollen. Deren Profil aber dort bleibt. Und die sich nun auf Google+ tummeln. Als wenn Google anders ticken würde...

2. Nicht nur Facebook tut dies. Jede kommerzielle Internet-Plattform muss Geld verdienen. Und das geschieht zumeist durch Werbung. Oder durch gezielte Kaufanreize. Wie bei Amazon zum Beispiel. Oder Ebay. Auch Google muss Geld verdienen. Und all die anderen Plattformen die wir nutzen.
Es ist scheinheilig nun so zu tun, als wäre Facebook schlimmer als die anderen. Vielleicht nur cleverer. Und vor allem: größer. Glückwunsch, Facebook! Das Wachstum ist beeindruckend. Und das führt dazu, dass man mehr in den Fokus gerät.

3. Das ist das aus meiner Sicht wichtigste (ich sagte es gestern schon): Es kommt darauf an, wie wir selbst mit dem Medium Internet umgehen! Facebook weiß von uns nur so viel, wie wir preisgeben. Es liegt also an uns, was Facebook weiß. Und was nicht. Und Facebook weiß wahrlich nicht alles. Was ich auch gut so finde.

Hier mal eine kleine Liste, was Facebook alles NICHT weiß von mir.

28Sep/11Off

In Sachen Facebook: Wir sind Schuld

Autor des Artikels: Matias Roskos

Diese ganze Diskussion, wie böse Facebook plötzlich in Sachen Schutz der Privatsphäre ist, finde ich scheinheilig. Denn es hat sich nicht viel geändert in den letzten Monaten. Und das betrifft nicht nur Facebook, sondern andere "big player" wie Google, Apple, LinkedIn, Ebay usw. ganz genauso. Aber es macht sich halt gerade gut, auf Facebook drauf zu hauen. Also tun es möglichst viele.

Hier mein Statement dazu:

Es geht nicht darum, was Facebook (oder andere) mit unseren Daten machen, sondern was wir selbst von uns Preis geben!

Das ist doch das Entscheidende! Wie gehen wir selbst mit den neuen Medien um. Und was geben wir von uns preis. Das ist nicht anders wie auf der Straße, im Büro, in der Klasse, in der Uni, im Sportverein. Welche Fotos zeige ich und welche lasse ich lieber zuhause. Was sage ich und wann halte ich lieber einfach mal die Klappe. Kann ich ein Gerücht für mich behalten oder muss ich tratschen? Beleidige ich andere oder benehme ich mich zivilisiert? Nicht jeder muss wissen wie mein Zeugnis aussah, wo ich mit 18 Party gemacht habe oder wie groß meine Schuhgröße ist. In der Offline-Welt genauso wenig wie im Internet.

Es geht darum, was ich wo von mir preisgebe. Das sollte ich IMMER kontrollieren. Egal ob auf Facebook oder im Büro.

PS: Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass es nicht gut ist, dass einige Facebook und anderen auf die Finger schauen und versuchen sie in eine Richtung zu lenken, die den Schutz der eigenen Privatsphäre stärker in den Fokus rückt. Aber: diese Plattformen verdienen Geld mit unseren Daten. In dem sie sie an die Werbung verkaufen. Anders würden sie gar nicht funktionieren. Das ist bei Google genauso wie bei Facebook und vielen anderen.

André Vatter hat gestern dazu ganz richtig geschrieben:

Wer sich bei Facebook anmeldet, geht einen Vertrag ein: Ich darf das Netzwerk benutzen, dafür bezahle ich mit einem Häkchen bei den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung. Es ist ein friedfertiger Vertrag. Niemand kramt im Portemonnaie nach der EC-Karte oder im Hirn nach der PIN-Nummer. Das macht es ja so einfach. Ich bezahle bereitwillig mit meinen Daten und bekomme dafür einen Service: “Anstatt umständlich Foto-Mails an mehrere Freunde zu verschicken, erstelle ich ein Facebook-Album”, mögen die einen sagen. “Anstatt in Übersee anzurufen, kann ich einfach den Facebook-Chat anwerfen”, finden vielleicht andere. Ich bezahle mit meinen Daten – und bekomme eine Leistung, etwas, das für mich Wert besitzt. Facebook benutzt diese Daten, um bei den Werbekunden den Streuverlust zu minimieren und auch das wird den Kunden mitgeteilt und ist gut so.

Genau so ist es. Das kann einem gefallen oder nicht. Aber: man ist immer selbst verantwortlich für das, was man von sich preisgibt. Egal wo.