Unser aktuelles Crowdsourcing-Projekt: “Bag to the Future”
"Bag to the Future" - so heißt der aktuell laufende Contest, den ich mit meinem VOdA-Team im Auftrag des IPV an den Start gebracht habe. Bei dieser Kreativ-Crowdsourcing-Aktion geht es darum neue, ausgefallene Designs für Tragetaschen zu finden. Das betrifft zuerst einmal die optische Gestaltung. Also Grafik und Illustration. Alle Illustratoren, die das jetzt lesen sind herzlich eingeladen mitzumachen! Es darf aber auch die Tragetasche an sich designt werden. Also der Aspekt Produktdesign spielt auch eine Rolle, steht aber nicht im Mittelpunkt.
Bei einem solchen Contest greifen wir auf unser über Jahre gewachsenes Netzwerk an Kreativen zurück, die wir einladen mitzumachen. Dabei achten wir natürlich sehr genau darauf, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Ansonsten würden uns gerade auch die Profis, die wir auch gewinnen wollen mit dabei zu sein, eine solche Aktion gewaltig um die Ohren hauen. Bedeutet: eine faire Incentivierungsstrategie. Und keine Rechteabtretung, wenn man nicht gewinnt. Der Sieger erhält eine dreitägige Reise nach Schweden und 600 € Taschengeld dazu. Der Zweite darf ebenfalls 600 € mit nachhause nehmen. Platz 3 erhält 400 €, die Plätze 4 - 6 erhalten jeweils 100 €. Die drei Erstplatzierten des User-Voting erhalten jeweils 50 €. Diese geben aber keine Rechte an ihrem Design ab.
Über den Sieger entscheidet eine Jury. Nachdem die Nutzer für alle Arbeiten voten konnten, schaut sich die Jury die Arbeiten an, die es über das Nutzervoting in die Finalrunde geschafft haben. Und überlegt dann, welche Entwürfe für den Kunden am passendsten sind.
Da wir bei dieser Aktion mit dem IPV, dem Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V. (IPV) mit Sitz in Frankfurt (Main) zusammen arbeiten, ist das für Grafikdesigner und Illustratoren doppelt spannend. Es geht nicht allein um eine Siegprämie. Zum Verband gehören zig Firmen, von denen etliche schauen, wer so mit dabei ist. Und was an kreativem Potential Eingang findet. Ein solcher Kreativ-Contest ist also immer auch eine Plattform um sich zu zeigen. Und um auf sich aufmerksam zu machen. Für mögliche Folgeaufträge.
Dass das funktioniert, wissen wir aus unseren Erfahrungen mit solchen Contests, die wir seit 2006 professionell organisieren und managen. Beim MAM-Babyflaschen-Contest (2009) zum Beispiel entstanden zu zwei Illustratoren intensive Kontakte, die bis heute anhalten. Es gab also ganz konkret eine langfristige Zusammenarbeit, basierend auf dem durch uns durchgeführten Contest. Crowdsourcing also nicht allein als neue Formen der Ideenfindung und des Kreativ-Inputs, sondern auch zur Mitarbeiterfindung und Beziehungsaufbau hin zu kreativen Dienstleistern. Das macht es für den Kunden erst so richtig spannend. Und dann kommen noch Marketing-Aspekte hinzu.
So macht uns das am meisten Spaß. Wenn es nachhaltige Mehrwerte gibt und der Partner damit das Social Web und die Anwendung von Crowdsourcing-Mechanismen so verinnerlicht hat, das für ihn vielfältige Mehrwerte entstehen, die genutzt werden können.
Die ersten Einsendungen für "Bag to the Future" sind übrigens bereits da. Hier ein Beispiel. Und es werden ganz sicher noch viel mehr.

Kreativ-Crowdsourcing für Sandalen und Clogs von Birki
Bei Birki kann man Schuhe designen. Eine sympathische Aktion, die - so wie es sein sollte - vor allem auch als Marketing-Aktion im Web genutzt wird. Ohne dabei das echte Leben da draußen zu vergessen. Aufmerksam gemacht wurde ich durch meine Frau, die einen Hinweis auf den Contest in einem Flyer fand, der einem Kauf beilag.
Aufgabe ist es einen Schuh von Birki zu designen. Einsendeschluss ist der 31.10.2009.
Der Gewinner erhält den designten Schuh und eine Woche Familienurlaub im Grünen: für bis zu sechs Personen in ausgewählten Landal-Ferienparks.
heißt es auf der Birki-Seite.
Einsenden soll man die Arbeit via Email. Und an dem Punkt fange ich an mich zu fragen, wer das konzipiert hat. Der Ansatz ist super. Das Thema ist lustig. Ich kann mir gut vorstellen, dass da viele kreative Menschen Lust drauf haben und man so seine Marke zu ganz neuen potentiellen Käufergruppen transportieren kann. Doch wenn ich eine solche Aktion im Internet platziere, sollte ich es ein wenig anders angehen. Email ist okay. Gleichzeitig sollte man aber auf der Seite auch ein Uploadformular haben. Die Teilnahmebedingungen, die ja den rechtlichen Rahmen für so etwas vorgeben, sind, mit Verlaub gesagt, arg schlicht gestrickt. Das macht keinen guten Eindruck. Und ich finde es auch immer fragwürdig, wenn die Einsendungen im Nirvana eines virtuellen Briefkastens verschwinden. Warum gibt es keine Galerie? Man hat bei Birki wohl Angst gehabt vor dem Betreuungsaufwand für einen solchen Contest. Ja, das Communitymanagement spielt auch beim Crowdsourcing eine immense Rolle und sollte nie unterschätzt werden!
Und als Letztes - und damit sei genug gemeckert - halte ich Flash für die denkbar ungünstigste Variante so etwas technisch ins Netz zu bringen. Warum? Weil aus meiner Sicht Crowdsourcing im Kreativbereich nicht nur dazu dienen sollte eine Dienstleistung zu generieren, sondern parallel auch als Marketing-Baustein und als googlefreundliche SEO-Maßnahme fungieren kann. Alle Felder können mit bedient werden. Doch denkt man an Google und an Viralmarketing im Netz, dann ist eine Flashseite völlig unbrauchbar!
Fazit: Eine witzige Aktion von Birki, die ich sehr sympathisch finde. Aber der Rahmen, den man dafür gestrickt hat, ist in der heutigen Zeit mit Hinblick auf Viralmarketing-Effekte vollkommen unzureichend. Leider. Und eine Bindung der Teilnehmer durch ein sympathisches, professionelles und offensives Communitymanagement macht total Sinn, wurde hier aber außen vor gelassen. Dennoch: viel Erfolg! Schön dass immer mehr Firmen Wege wie diesen beschreiten.









