SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

13Dez/110

Menschen kaufen gern bei Menschen – Kirstin Walter im Interview – ein Social Media Beispiel für KMU

Kirstin WalterKirstin Walter von der Kelterei Walter wollte ich schon lange mal interviewen. Weil sie so viel richtig macht im Social Web. Und damit schon so einiges erreicht hat für ihr mittelständisches Unternehmen. Damit ist sie Vorbild für so viele andere KMU. Im Rahmen meiner Recherchen für mein Buch über Communities und KMU führt kein Weg vorbei an Walters Säfte. Und Kirstin Walter nahm sich viel Zeit und beantwortete meine Fragen geduldig und ausführlich. Dafür ein ganz dickes Dankeschön!

Hallo Kirstin,
vielen Dank, dass Du einem Interview zugestimmt hast und mir und meinen Lesern ein wenig Auskunft gibst über die Social Media Arbeit der Kelterei Walther.

Seit wann bist du im Social Web aktiv? Und womit begann es?

Alles begann im Januar 2006 mit unserem Saftblog. 2007 folgte Twitter und seit 2009/2010 versuchen wir auch über eine Facebookseite mit Gott und der Welt zu kommunizieren. Ja und seit kurzem probiert man sich natürlich auch bei Google+.

Und was ist für dich heute der wichtigste Online-Kanal?

Die Kanäle sind eigentlich gleich wichtig, weil überall unsere Fans und Kunden sind. Wenn dann würde ich nur danach unterscheiden, welcher Kanal mehr Spaß macht oder einfacher zu handeln ist. Bei mir ist es so, dass mir nach wie vor Twitter am meisten Freude macht. Und ich glaube, das ist deswegen so, weil ich dort quasi nur eine Identität habe – mich aka Safttante. Nicht getrennt in Firma und Person so wie zum Beispiel bei Facebook. Das fällt mir nach wie vor schwer diesbezüglich zu trennen.

Ich schreibe gerade an einem Buch für den Mittelstand und die Arbeit mit Communities. Wo befindet sich die Community Walther's Säfte? Auf Facebook? Auf Twitter? Auf mehreren Plattformen parallel? Oder gibt es „die Community“ vielleicht gar nicht?

Hmm Community… Das ist so ein Wort was ich nie verwende. Wie oben schon gesagt, sind Fans und Kunden überall, weil wahrscheinlich jeder eben einen anderen oder mehrere Kanäle bevorzugt. Und ich für meinen Teil versuche halt dort zu sein, wo die Leute sind.

Wie findet Monitoring bei euch statt? Mit Hilfe von Software? Oder eher der tägliche persönliche Check, wo über eure Produkte gesprochen wird?

Eher der tägliche persönliche Check mit einfachsten Hilfsmitteln, die man als „normaler Mensch“ eben so verwendet. Google Alerts, Twittersuche und bei Facebook schau ich eigentlich nur auf die Meldungen, die standardmäßig angezeigt werden. Jedenfalls mit dem geringsten nötigen Aufwand.

Wo und wie kann dir denn die Community helfen? Gibt es Beispiele aus den letzten Jahren, wo die Community eine Hilfe für die Kelterei Walther war?

Oh ja – da gibt es sogar mehrere Beispiele. Die Beeindruckendsten kann ich ja mal Weiterlesen …

4Okt/110

Ich habe angefangen zu schreiben

Hier etwas in eigener Sache. Was aber sicherlich auch für viele Leser dieses Blogs interessant werden wird. Die ersten Zeilen für mein erstes Buch sind geschrieben. Ein Verlag hatte vor drei Wochen bei mir angefragt, ob ich Interesse hätte für sie ein Buch für das Themenspektrum "Mittelstand und Communities" zu schreiben. Da dies stark in mein Themenspektrum passt - die Menschen im Social Web - habe ich gern zugesagt. Letzte Woche Freitag kam dann das definitive "Go" durch den Verlag. Bis Ende des Jahres muss ich fertig sein.

Das bedeutet für mich mal wieder eine ganz neue Erfahrung. Aber ich freue mich darauf. Zumal der Mittelstand noch deutlich unterrepräsentiert ist im Social Web.

Ich möchte im Buch nicht nur theoretisieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern auch mit Praxisbeispielen arbeite. Wer also Cases von mittelständischen Unternehmen im Social Web hat, kann mich gern in den Kommentaren darauf hinweisen. Auch gegen "Eigenwerbung" ist in dem Fall nichts einzuwenden. Ich schaue dann, was ich an welcher Stelle möglicherweise gebrauchen kann.

Natürlich habe ich schon einige Cases eingeplant, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Positiv-Beispiele wie auch Worst-Cases. Aber selbstverständlich freue ich mich über Anregungen und Vorschläge.

Die ersten Zeilen sind geschrieben. Es liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich freu mich drauf.

26Jan/110

Führungskräfte und Social Media: “ein weiteres relevantes Kommunikationsmittel”

Mein geschätzter Kollege an der Social Media Akademie und Inhaber der Münchner PR-Agentur talkabout hat im Vorfeld einer Konferenz ein Interview gegeben, in dem er sich mit der Umsetzung von Social Media Konzepten und die Ansiedelung dieses Themas in Unternehmen beschäftigt. Einige der Aussagen sind so Klasse, dass ich sie Ihnen hier nicht vorenthalten möchte.

Er spricht Social Media als Kommunikationsmittel an, dass in der Zukunft von den Führungskräften in Unternehmen wie selbstverständlich genutzt werden wird:

Manager werden es dann tun, wenn sie verstehen, dass sich „Social Media“ zu einem weiteren relevanten Kommunikationsmittel entwickelt hat, und dass sie als Unternehmen darauf reagieren müssen. Bei dem einen Unternehmen wird das früher passieren, bei dem anderen später.”

Gut finde ich, dass Mirko Lange immer wieder betont wie wichtig es ist, dass die Führungskräfte selbst voll hinter den Konzepten stehen und sie mit umsetzen. Ich kenne zahlreiche Unternehmen, wo genau das das Problem ist. "Ja - wir müssten da was machen. Aber ich selbst hab da keine Nerven für. Und ich versteh auch nicht so wirklich, worum es da geht bei diesem Facebook und so. Hab ich auch keine Zeit für."

So denken (und handeln) viele Geschäftsführer und Inhaber von KMU. Ich verkneif mir hier mal einige Namen. Aber genau das ist das Problem. Sie haben diese neuen Kommunikationsräume noch nicht als solche entdeckt und sehen es abstrakt irgendwo in der Ferne. Und "irgendwer" soll sich bitteschön mal darum kümmern. Damit man nicht hinten an steht bei diesem Thema. Aber so wird es nicht wirklich funktionieren.

Mirko Lange sagt dazu ganz richtig:

Es braucht einerseits Prozesse, Strukturen und Schulungen. Denn die neue Form der Kommunikation braucht Weiterlesen …

28Apr/100

Social Media im Mittelstand – Interview mit McFit zur Aktion mit einem Blogger

Auf die aus meiner Sicht sehr gelungene Social Media Aktion von McFit in Zusammenarbeit mit dem Blog Stadt-Bremerhaven.de hatte ich bereits mehrfach hingewiesen. Aufgrund dieser Aktion habe ich mich mit dem Verantwortlichen bei McFit, Timo Maier, zu einem virtuellen Interview verabredet, um ein wenig über die Hintergründe der Aktion und über die Social Media Strategie von McFit zu erfahren. Hier das Interview.

Guten Tag Herr Maier. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der erfolgreichen Social Media Kampagne mit dem Blog Stadt-Bremerhaven. Wie ist es ihnen denn gelungen einen der namhaftesten Blogger Deutschlands für ihr Unternehmen und eine solche Kampagne zu gewinnen? War er teuer?

McFit - Timo Maier: Hallo Herr Roskos. Vielen Dank! Eines vorweg: Carsten Knobloch hat von uns kein Geld erhalten. Er hat die Aktion von sich aus im Sinne der Wohltätigkeit durchgeführt. Von einem Bekannten haben wir erfahren, dass Carsten Knobloch, in der Blogosphere als Caschy bekannt, einen Sponsor für eine Wohltätigkeitsaktion sucht. Daraufhin habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen, um zu erfahren, was er überhaupt vorhat.

Matias Roskos: Und wie kam er dann zu McFit? War er bereits Mitglied oder mussten sie ihn erst überreden?

Timo Maier: Caschy war bereits Mitglied bei McFit. Darin bestand ja zunächst einmal das Problem - er war zwar Mitglied, konnte aber seinen inneren Schweinehund nicht überwinden, um regelmäßig zu trainieren. So wollte er ein konkretes Ziel haben, um daraus Motivation zu schöpfen.

Verstehe. Und dann hat McFit ihm diese Social Media Kampagne vorgeschlagen? Oder von wem kam konkret die Idee?

Timo Maier: Wie sie ja selbst wissen, ist Social Media kein Alleingang. So habe ich zusammen mit Caschy die Grundzüge erarbeitet und dann weiter ausgefeilt. Wir waren uns von Anfang an einig darin, dass wir einen wohltätigen Zweck verfolgen wollen.

5.000 € wurden bei Erfolg an ein wohltätiges Projekt gespendet. War es schwer die Verantwortlichen bei McFit von dieser recht hohen Summe für eine Social Media Aktion zu überzeugen?

Timo Maier: Zunächst einmal ist es für deutsche Unternehmen im Allgemeinen noch etwas ungewöhnlich auf diesem Feld zu arbeiten. Da McFit aber generell sehr aufgeschlossen ist und willens, neue Wege zu beschreiten und darüber hinaus der Leiter der PR-Abteilung Björn Köllen ein sehr gutes Gespür für Entwicklungen hat, war er von Anfang an von der Aktion begeistert. Für uns ist es eine konkrete Zielsetzung, im Bereich Social Media zu arbeiten. Dorthin gehen, wo unsere Kunden sind. Dafür wurde im Unternehmen auch extra meine Position geschaffen.

Wie lautet ihre Position konkret? Und entsteht da eine eigene Social Media Unit bei McFit?

Timo Maier: Konkret lautet meine Position Junior Manager Online-PR. Natürlich könnte sie auch als Social Media Stratege oder anders betitelt werden. Von fundamentaler Wichtigkeit ist lediglich, dass die Position in der PR-Abteilung eines Unternehmens angesiedelt ist, da es sich nun mal um öffentlichkeitswirksame Arbeit handelt. Wir kommunizieren mit Menschen und wollen sie nicht bloß mit Werbung überfluten. Das ist es doch gerade, was Social Media aus Unternehmenssicht ausmacht: Partizipieren an einem dynamischen, offenen Dialog in gegenseitigem Respekt.
Zu ihrer zweiten Frage: Wir befinden uns natürlich noch im Aufbau. Zunächst einmal werden wir dieses Jahr den Bereich Social Media Stück für Stück erweitern und die gängigen Dienste im Internet erschließen. Dann werden wir evaluieren, welche Anforderungen unsere Aktivitäten nach sich ziehen.

Sie wurden also über einen Bekannten aufmerksam auf die Sponsorensuche von Caschy. Um solche Gelegenheiten zu nutzen, muss man seine Nase ja weit im "Social Media Wind" haben. Erfolgt bei ihnen denn ein Monitoring nach für McFit relevanten Feldern? Wie entstehen Ideen für Social Media Aktivitäten? Wie werden Chancen erkannt?

Timo Maier: Natürlich versuchen wir, im Netz soviel wie möglich in Erfahrung zu bringen. Was bewegt unsere Mitglieder? Wie spricht man über uns im Netz? Und natürlich, welche Dienste werden vorrangig genutzt? Ich durchsuche das Netz täglich insbesondere nach Blogs, die über uns berichten und recherchiere in Twitter. Ideen entstehen allein schon durch die Beobachtung technologischer Entwicklungen - was gibt es Neues, wie funktioniert das und was können wir damit machen? Der größte Teil meiner Arbeit ist Recherche. Dazu kommt dann noch eine gute Intuition und Beurteilungsgabe. Dies lernt man im Social Media Bereich meiner Meinung nach allerdings nicht als rein theoretischer Beobachter, sondern als Netzarbeiter. Persönlich komme ich aus dem Bloggen, was ich privat auch immer noch weiter mache. Es war auch eine konkrete Anforderung an meine Stelle, diese mit jemandem zu besetzen, der Teil der Entwicklung ist und nicht nur als Zuschauer am Rand steht. Der wichtigste Faktor allerdings ist die Teamarbeit - wir sind hier keine Eigenbrödler und Einzelgänger. Genau so wenig wie im Social Web.

Kommt dabei spezielle Monitoring-Software zum Einsatz?

Timo Maier: Noch nicht, ist jedoch geplant. Im Moment screene ich noch mit einer Reihe offener Dienste wie IceRocket, BlogPulse oder SocialMention. Aber auch hier probiere ich immer wieder neue Technologien aus.

Zurück zur Aktion mit Caschy. Wie passt das eigentlich zusammen - McFit und Blogs?

Timo Maier: Die entscheidende Kommunikation im Social Web spielt sich in der Blogosphere ab. Hier liegt das Potential für Diskurs. Das bietet für jedes Unternehmen, nicht nur für McFit, große Möglichkeiten. Und wir wollen am Diskurs teilnehmen und uns nicht verschließen.

Die Blogosphäre ist wichtiger als Facebook zum Beispiel? Und: sind denn McFit-Kunden Leser von Blogs wie Stadt-Bremerhaven?

Timo Maier: Das würde ich nicht unbedingt sagen. Ich halte Facebook für eine sehr wichtige Plattform, doch funktioniert sie anders als Blogs. Da aber auch hier ein großes Potential für McFit ersichtlich ist - es gibt allein über achtzig Gruppen, die von Mitgliedern gepflegt werden - werden wir uns auch auf Facebook in nächster Zeit konzentrieren (soviel verrate ich Ihnen schon). McFit-Kunden lesen eigentlich alle Arten von Blogs, da wir auch alle Arten von Mitgliedern haben – vom Arbeiter bis zum Akademiker, Schüler und Sportler, alt wie jung. Dieser Pluralismus spiegelt sich natürlich auch im Netz.

McFit hat 5.000 Euro für die Arche in Hellersdorf gespendet im Rahmen der Aktion. Sie haben zudem viel Zeit sicherlich investiert, was McFit wiederum auch Geld kostet. Wie hoch ist denn aus der Sicht von McFit der generierte Nutzen? Was konkret hat McFit eine solche Aktion gebracht?

Timo Maier: Nun ja, wir wissen wohl beide, dass sich ein ROI aus der Arbeit mit Social Media nur sehr schwer ableiten lässt. Zumindest lässt sich sicher sagen, dass wir mit Hilfe der Aktion ein sehr positives Bild in der Netzöffentlichkeit kreiert haben. Daraus sind auch neue Bindungen entstanden, die sich in monetärem Wert gar nicht messen lassen. Zudem ist uns Wohltätigkeit sehr wichtig. Der Firmengründer und Inhaber Rainer Schaller nennt das "etwas zurück geben". Außerdem haben wir gezeigt, dass wir unsere Kunden und die Menschen da draußen ernst nehmen, mit ihnen interagieren – und das Web nicht bloß als nächsten Werbekanal nutzen wollen.

Und was kommt als Nächstes? Ist schon eine weitere Aktion mit einem Blogger angedacht? Wie schaut die Social Media Zukunft 2010 für McFit aus?

Timo Maier: Die Zukunft ist sicher Facebook. Aber deswegen werden wir den Rest des Social Web bestimmt nicht missachten. Der Ausbau unseres YouTube-Channels ist auch ein wichtiges Feld, genauso wie des Unternehmens-Twitters. Und wie Sie schon sagten: Wenn es um Social Media geht, muss man seine Nase immer im Wind haben. Die Offenheit für den Zufall spielt eine wichtige Rolle.

Letzte Frage - Warum gibt es eigentlich kein McFit-Blog? In einem Magazinformat zum Beispiel. Das würde doch prima passen. Oder gibt es nichts zu erzählen aus den vielen Studios deutschlandweit? Mir jedenfalls fallen da hunderte von Themen ein... Und dann wäre McFit sogar Bestandteil der Blogosphäre und nicht nur Außenbetrachter.

Timo Maier: Auch dies ist eine gerechtfertigte Frage. Ein Corporate Blog hat viele Vorteile. Aber first things first, wie man so schön sagt. Und man darf nie vergessen, dass jedes Medium, dass von einem Unternehmen genutzt wird, auch einen echten Mehrwert für die User darstellen muss. Das Thema Blog steht definitiv zur Diskussion. Sollte es konkret werden, werden Sie es als Erster erfahren.

Herr Maier, ich bedanke mich für das interessante Gespräch und die Zeit, die sie sich genommen haben. McFit weiterhin viel Erfolg auch im Internet. Ich finde es gut, dass Unternehmen wie McFit sich an den Bereich Social Media herantasten und dort Engagement zeigen.

22Apr/102

Wachstum durch Relevanz – Mittelständler mit erfolgreicher Facebookseite: Kauperts

Neulich habe ich mich mit Roman Kaupert, dem Geschäftsführer der Kaupert Media GmbH und Jan Unger, dem Leiter Interaktive Medien der Kaupert Media GmbH, getroffen, um ein wenig über "Kauperts", den Straßenführer für Berlin, vor allem aber über die sehr erfolgreiche Facebook-Seite von Kauperts zu reden. Ich bereite gerade meine Unterlagen für den Vortrag in der virtuellen Social Media Akademie vor und werde dort unter anderem auch einige gute Facebook-Seiten von mittelständischen Unternehmen vorstellen. "Kauperts" wird ein Erfolgs-Case sein.

Kauperts als Straßenführer ist ein Berliner Urgestein. Bereits 1946 erschien das erste Buch. Siehe hierzu das Foto - ich durfte ihn mir anschauen. Cool! Sowas liebe ich. Online ist man nun seit 2009 mit einer Seite, die mich von der Usability und dem Mehrwert absolut überzeugt. Sucht man etwas konkret in Berlin, zum Beispiel die nächstgelegene öffentliche Toilette, dann findet man sie über Kauperts einfach und schnell. Auch die nächste Feuerwehr oder die nächstgelegene Imbissbude ist mit Kauperts wunderbar zu finden.

Was mir als jemanden der sich intensiv mit Communitybuilding und Crowdsourcing beschäftigt dabei sofort in den Kopf schießt, ist die Frage: Warum gibt es denn keine Kauperts-Community, die die Online-Plattform weiter anreichert mit hilfreichen Tipps, aktuellen Fotos, Bewertungen, Hinweisen zu aktuellen Konzerten und Sportveranstaltungen und so weiter? Das würde sich gerade auch bei Kauperts extrem anbieten. Diese Frage stellte ich natürlich Roman Kaupert und Jan Unger. Und beide nickten sofort heftig.

"Genau darum haben wir die Facebook-Seite eingerichtet. Wir bauen hier eine Community auf, die dann in der Zukunft auch die Webseite mit Content anreichern soll." verriet Roman Kaupert. Man beginnt mit dem Communityaufbau via Facebook! Ein extrem cleverer Schachzug, der wunderbar funktioniert, wie das rapide Wachstum der Kauperts-Seite beweist, die seit kurzem die erfolgreichste Facebook-Seite von deutschen Buchverlagen ist (siehe die Auflistung hier).

Die Facebook-Seite ging Anfang 2010 an den Start und hatte nach 122 Tagen beachtliche 2.341 Fans eingesammelt. Das ist ein Startwachstum, von dem viele Mittelständler in Deutschland träumen. Darum galt meine nächste Frage dem Erfolgsrezept dahinter. Die sicherlich für viele interessante Antwort von Roman Kaupert lautete: "Wachstum durch Relevanz! Wir posten einfach Themen, die für die Leute relevant sind und die sie mit Berlin verbinden." Da geht es immer wieder um die Berliner Currywurst. Oder um die Subventionierung der Berliner Theater. Natürlich auch um Hertha BSC. Alles Themen, die die Berliner bewegen. Der Content für die Facebook-Seite kommt nicht allein vom Kaupert Media Team. Man arbeitet hier mit Bernd Philipp zusammen, der Feuilleton­redak­teur bei "Die Welt" und 18 Jahre Chef­report­er bei der "Ber­liner Morgen­post" war. Content aus professioneller Hand also. Oft top-aktuell. Mit Bernd Philipp arbeitet man auch bei einem anderen super sympathischen Kauperts-Projekt zusammen: Berlin Beweger. Hier geht es um Persönlichkeiten, die Berlin durch ihre Arbeit, ihre Ideen und ihr Engagement voran bringen.

Man verlässt sich aber nicht allein auf relevanten Content für die Nutzer. So hat man auch Werbung auf Facebook geschaltet, um das Wachstum zu beschleunigen. Hierbei wirbt man vor allem mit der Currywurst-Aktion, die auch immer wieder heißes Thema auf der Facebook-Seite ist. Schafft man die 5.000-Fan-Marke, gibt es eine große Currywurst-Party von Kauperts in Berlin. Diese Aktion führt dazu, dass Fans immer wieder andere Berliner einladen um auch Fan zu werden. Damit die 5.000er-Marke schnell geknackt wird.

Kauperts Facebook-Seite

Zudem kann man bei Kauperts natürlich auf ein großes Berliner Netzwerk zurückgreifen, dass aktiviert wird um die Facebook-Seite voran zu bringen. Dieses Netzwerk existiert nicht nur online, sondern seit Jahrzehnten auch im realen (Offline-) Leben. Kauperts ist eine Marke, die man in Berlin einfach kennt. Und Roman Kaupert ist im Berliner Unternehmerleben extrem aktiv und extrem gut vernetzt.

Selbstverständlich ist auch eine iPhone-App ein ganz heißes Thema für Kauperts. Roman Kaupert wartet schon gespannt, wann sein Entwicklerteam ihm hier Erfolg melden kann. Darauf freue auch ich mich als Berliner und iPhone-Nutzer!

Auch auf das Thema Roi einer Facebook-Seite und Mehrwerte für Kauperts kamen wir zu sprechen. "Wir finanzieren das quer. Eine Facebook-Seite ist für uns natürlich zum einen Marketing. Aber noch viel mehr." verriet mir Roman Kaupert. Es geht um den schon angesprochenen Communityaufbau. Aber auch um das positive Marken-Image von Kauperts. Man ist sich bewusst, dass gute Arbeit im Bereich Social Media heutzutage unerlässlich ist um die Marke emotional aufzuladen und Imagepflege zu betreiben. "Die Facebook-Seite ist ein wunderbarer Kanal in beide Richtungen. Wir können den Fans Infos und Bildmaterial bieten. Sie geben uns viel Feedback und auch immer wieder Tipps." Dass die Kosten für die Betreuung nicht gering sind, bestätigte mir Jan Unger gern: "Es kostet Zeit. Viel Zeit! Aber es macht auch Spaß."

Ich beobachte die Seite schon seit einigen Wochen und kann bestätigen, dass sie extrem gut gemacht ist. Sie kommt authentisch rüber. Man spürt, dass Leute dahinter stecken, für die Kauperts und auch Berlin eine Herzensangelegenheit sind. Und das ist aus meiner Sicht ein weiteres Erfolgsgeheimnis einer guten Facebook-Seite: Authentizität und Herzblut.

Hier nochmal die Zusammenfassung der Elemente, die zum schnellen Wachstum der Kauperts-Seite und zum Erfolg dieses Social Media Projektes führten:

  • relevante Inhalte (aktuelle Infos zu Berlin, Fotos, Programmtipps)
  • ein vorhandenes Netzwerk, dass gut genutzt wird
  • bezahlte Werbung innerhalb von Facebook für die Seite
  • Hoher Grad an Authentizität (das spüren die Nutzer!)
  • tägliches Engagement (zwei bis drei Posts pro Tag und Monitoring der Kommentare sowie Beantwortung von Fragen)

Zum Abschluss noch einmal Roman Kaupert: "Ich will Erfolg für das gesamte Projekt "Kauperts". Offline wie online. Und ich möchte, dass Kauperts wieder was richtig Geiles wird." Mit der eingeschlagenen Strategie - Print übertragen auf Online und Communityaufbau - ist er aus meiner Sicht auf genau dem richtigen Weg. Und da sie es mit viel Herzblut, Engagement und Authentizität anpacken, wird sich der Erfolg mit großer Sicherheit einstellen. Ich wünsche dafür allen erdenklichen Erfolg! Berlin kann Menschen wie das Kauperts-Team und Projekte wie dieses bestens gebrauchen. Und für andere Mittelständler ist es ganz sicher ein gutes Beispiel, wie man es anpacken muss in Sachen Facebook, Social Media und Communityaufbau.

Wer etwas in Berlin sucht - bitteschön. Mit der Kauperts-Online-Seite findet man meist relevantere Treffer als mit Google oder anderen lokalen Suchmaschinen: