SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

25Nov/13Off

KMU gelingt es noch nicht, die Kommunikationskanäle im Internet erfolgreich zu nutzen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Letzte Woche stieß ich auf eine aktuelle Studie der Wirtschaftsuniversität Wien und der Universität Liechtenstein über das Marketing in Social Media. Hierbei galt der Fokus vor allem auf mittelständische Unternehmen - die KMU. Dabei wurden mehr als 400 Entscheidungsträger aus Unternehmen sämtlicher Grössen und Branchen im gesamten deutschsprachigen Raum einbezogen.

Heraus kamen interessante Rückschlüsse. Die mich allesamt nicht überraschen und sich meist mit dem von mir geschriebenen Aussagen im Buch "Social Media Communities erfolgreich nutzen" deckt. Unter anderem konnte festgestellt werden, dass bei KMU ein stärkeres Engagement zumeist am Kostenfaktor Zeit scheitert. Dieser wird unterschätzt und Aufwand falsch eingeordnet.

Ein weiterer Aspekt, der angesprochen wird, ist das Monitoring:

... zwei Drittel verfügen über keinerlei Messsystem für den Erfolg und kennen meist auch keines.

Das ist erschreckend. Überrascht aber nicht wirklich. Mit dem Kommunikationsraum Social Web wird (oft, nicht immer) noch sehr unbeholfen umgegangen. Selten agiert man hier genauso professionell, wie im eigentlichen Aufgabengebiet. Das ist schade, führt aber auch dazu, dass das Social Media Engagement oft verpufft. Ausnahmen gibt es zum Glück allerdings auch einige.

Anders ist das bei etlichen größeren Marken:

Der Einsatz von Social Media zahlt sich bisher nur für Grossunternehmen aus, und zwar für solche, die Social Media proaktiv, innovativ und mit Risikobereitschaft, das heisst «unternehmerisch», nutzen.

Bei KMU konnten hingegen keine Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg festgestellt werden. Dies könnte, so eine der Schlussfolgerungen der Autoren, an den schlechteren Rahmenbedingungen liegen, an zu geringen personellen Ressourcen für das Social Media-Marketing und einem zu geringen Know-how der Materie der Marketingverantwortlichen.

Der Schlussfolgerung kann ich mich anschließen. Das (sinnvolle und effektive) Agieren im Social Web verlangt nicht nur ein kurzes "Wir machen da schnell mal was", sondern einen zeitlichen und personellen Aufwand, der bisher noch allzu oft unterschätzt wird.

Deutlich mehr dazu in meinem Buch, welches ich explizit für mittelständische Unternehmen geschrieben habe.

27Jun/12Off

Ein Buch für den Mittelstand über das Social Web

Autor des Artikels: Matias Roskos

Mit meinem Buch "Social Media Communities erfolgreich nutzen" wollte ich gemeinsam mit dem Verlag Wiley-VCH ein Buch auf den Markt bringen, das vor allem die anspricht, die noch nicht so recht wissen, wie sie mit dem Phänomen Social Web umgehen sollen. Ich will darin nicht allein denkbare Wege aufzeigen und anhand von vielfältigen Praxisbeispielen Inspirationsquellen liefern. Das Wichtigste an diesem Buch war mir: Mut und Lust machen auf einen Einstieg ins Social Web. Angst ist nie ein guter Ratgeber. Mut, Freude und positives Denken jedoch bringen jeden von uns voran.

In diesem Sinne hoffe ich, dass möglichst viele unentschlossene Mittelständler dieses Buch lesen und sich hinein wagen ins moderne, kommunikative Internet. Gern auch erstmal nur vorsichtig, tastend, ausprobierend. Daran ist aus meiner Sicht nichts auszusetzen. Ein erstes Flanieren, ein Ausprobieren und ein manchmal bereits notwendiges Reagieren auf Meinungsäußerungen und auf Trends ist ein absolut denkbarer Einstieg. Es muss nicht gleich der große Knall sein, mit dem man ins Social Web springt. Diese Mär habe ich in meinem Buch vom Tisch gefegt. Lesen Sie es, schnuppern Sie hinein. Ich würd mich freuen. Es steckt nicht nur unendlich viel Zeit, die Erfahrungen von jahrelanger Arbeit im Internet, sondern auch viel Herzblut in den über 200 Seiten.

Hier ein Auszug aus „Social Media Communities erfolgreich nutzen“, ein Buch für den Mittelstand. Dies ist ein Teil der Einleitung. Ich freue mich über Weiterlesen …

15Jun/12Off

Kluge Gedanken für den Einzelhandel von Dennis Mittelmann – spannend und richtig für jeden mittelständischen Händler

Autor des Artikels: Matias Roskos

Auf Deutsche-Startups.de fand ich gestern einen erstklassigen Artikel zum Thema "Möbelhandel im Internet". Darin werden vom Autor Dennis Mittelmann (Online-Marketing-Agentur TrendView) Gedankenansätze geliefert, wie für etablierte Möbelhändler die virtuelle Zukunft aussehen könnte.

Dabei bläst der Autor nicht in das "Der-Einzelhandel-ist-tot-Horn", wie es viele andere tun. Sondern er macht den Händlern vielmehr Mut und zeigt auf, worin die Chancen und Möglichkeiten vor allem auch für etablierte Händler mit hohem Vertrauensvorschuss liegen.

Der Möbelhandel muss das Web als Zusatzkanal für seinen Verkauf nutzen und es nicht als „margenvernichtendes Ungetüm“ ignorieren. Erst dann kann eine Multi-Channel-Strategie – also die Kombination von Online- und Offline-Maßnahmen – umgesetzt und im Vertriebsprozess verankert werden. So können beispielsweise erklärungsbedürftige und konfigurierbare Produkte wie Polstermöbel oder komplette Regalsysteme im Web digital präsentiert und im stationären Geschäft erlebbar gemacht werden. Die Kaufanbahnung findet im Web statt und wird im Ladengeschäft durch persönliche Beratung und Serviceangebote ergänzt. Ganz nach dem RoPo-Motto (Research online – Purchase offline) kann der stationäre Möbelhandel diesem Trend direkt begegnen, da das Ladengeschäft bereits existiert.

Ganz richtig greift er auch den Punkt "lokale Nähe" auf, mit dem Ladengeschäfte ganz eindeutig punkten können und Weiterlesen …

16Mai/12Off

Mittelständler im Social Web – Aktionen mit nachhaltiger Wirkung – LED Lenser im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Marke "LED LENSER" aus dem Hause "Zweibrüder Optoelectronics" ist schon seit längerem sehr aktiv im Social Web. Für mein demnächst erscheinendes Buch "Social Media Communities" habe ich mit Herrn Ingo Dieners von der Zweibrüder Optoelectronics GmbH, ein ausführliches Interview zu den Social Media Aktivitäten des Unternehmens geführt. Herr Dieners ist Teil eines dreiköpfigen Teams, das Social Media Kampagnen für die hauseigene Marke LED Lenser entwickelt. Sicherlich ein spannender Case, gerade auch für Unternehmen des Mittelstandes.

Das Interview wurde im Dezember 2011 geführt.

LED Lenser ist sehr aktiv im Social Web. Seit wann sind Sie in den sozialen Medien präsent und welches sind die einzelnen Bausteine?

Wir haben im Februar 2009 mit dem LED LENSER Forum begonnen, um für die Rückmeldungen unserer Kunden einen Kanal zu schaffen. Kurze Zeit später startete die erste Bloggerkampagne. Ende 2009 kam die Facebookpräsenz von LED Lenser und ein Twitteraccount dazu.

Sie sind ein mittelständisches Unternehmen, richtig? Wie aufwendig ist die Arbeit im Social Web für Sie? Wie groß ist das Social Media Team? Arbeiten Sie mit externen Partnern zusammen?

Ja, wir sind ein mittelständisches Unternehmen. Die Arbeit, die durch die Social Media Aktivitäten entsteht, hängt stark von der Art unserer Aktivität ab. Eine Bloggerkampagne ist beispielsweise aufwändiger als ein Gewinnspiel bei Facebook. Obwohl wir hier auch mit einer externen Agentur zusammenarbeiten, nimmt die Betreuung der Blogger (Nachfragen, Versandprobleme bei den Testmustern etc.) recht viel Zeit ein.

Bei der Entwicklung von Kampagnen, Gewinnspielen oder Forumstests arbeiten wir mit einem Team von bis zu vier Personen zusammen und bündeln unsere Ideen. Die tägliche Pflege des Forums und der Facebookpräsenz nimmt außerhalb der arbeitsintensiven Kampagnen und Gewinnspiele ca. ein bis zwei Stunden pro Tag in Anspruch.

Facebook und Blogs als Marktforschungsinstrument für den Mittelstand

Wie gut passt Social Media in die Kommunikationsstrategie bzw. in die Marketing-Strategie von LED Lenser?

Zweibrüder Optoelectronics steht für Innovation, frische Ideen und Flexibilität. Wir haben schon vor dem Web 2.0 auf die Rückmeldungen unserer Kunden großen Wert gelegt und diese, soweit möglich, aufgegriffen und bei Revisionen bzw. Neuheiten berücksichtigt. Die Möglichkeiten, die durch die sozialen Medien eröffnet werden zu erkunden und zu nutzen, ist da nur eine logische Konsequenz. Facebook und Blogs sind wichtige Medien, um die Bedürfnisse unserer Kunden besser kennenzulernen und zu beobachten, wie die Produkte bei unseren Kunden ankommen. Somit können diese Kanäle gut als Marktforschungsinstrument genutzt werden.

Im Herbst 2011 haben Sie eine Blog-Kampagne gestartet und Blogger zum Testen der LED Lenser Lampen eingeladen. Wie gut kam diese Aktion bei den Bloggern an? Wieviele Blogs waren eingebunden? Und wie zufrieden sind Sie mit dieser Aktion?

Wir haben bislang ca. 10 Kampagnen abgeschlossen, bei denen insgesamt zu 15 Produkten Bloggertests durchgeführt wurden. Während es in den ersten Kampagnen eher um Testberichte ging, haben wir die späteren Kampagnen immer mehr um kreative Aspekte bzw. um soziale Aktivitäten erweitert. So gab es beispielsweise Kampagnen „LED LENSER fördert den Umweltschutz“ oder „LED LENSER fördert Bildung und Wissenschaft“. Bei diesen Aktionen wurde ein hochwertiges Produkt durch die Blogger an entsprechende Aktivisten bzw. Institutionen verschenkt. Pro Kampagne waren zwischen 50 und 250 Blogger beteiligt.

Diese Aktivität hatte eine nachhaltige Wirkung. Der Bekanntheitsgrad der Marke LED LENSER in der Szene hat sich massiv erhöht, das Image der Marke LED LENSER wurde gestärkt bzw. geprägt und die Besucherzahlen auf der Webseite haben sich durch die Aktionen nahezu verdoppelt. Insofern kann man sagen, dass wir zufrieden sind.

300 Videos im Rahmen von Blog-Kampagnen entstanden

Gibt es konkrete Zahlen zu den Blog-Aktionen?

Während den laufenden Bloggeraktionen, hat sich Weiterlesen …

23Apr/12Off

Bestes Crowdsourcing made in Germany: unserAller.de – Catharina van Delden im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

unserAller.de gehört für mich zweifelsohne zu den spannendsten Internetprojekten in Deutschland (Ich berichtete im November darüber.) Das innosabi-Team, dass hinter unserAller steckt, hat verstanden worauf es ankommt bei gutem, erfolgreichen Crowdsourcing. Darum freue ich mich, dass Catharina van Delden, Geschäftsführerin von innosabi, mir für dieses Interview Rede und Antwort gestanden hat. 

Catharina van Delden von unserAller.deHallo Catharina. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie läuft es bei unserAller? Wieviele Projekte sind aktuell am Start?

Vorab erst einmal Danke für die Einladung. Es macht immer wieder Spaß, sich mit Dir auszutauschen! Ich bin mit der aktuellen Entwicklung von unserAller sehr zufrieden. Wir konnten uns nach nun gerade einmal eineinhalb Jahre nach dem Launch als führender Player im Bereich „Produktentwicklung durch Konsumenten“ in Deutschland positionieren! Aktuell kannst Du bei ca. 80 verschiedenen Crowdsourcing-Projekten auf unserAller.de teilnehmen – da ist von Pferdefutter über Schmuck bis hin zu Schwimmbadausstattung einfach alles dabei.

Worum geht es bei unserAller? Wie setzt Ihr die Idee von Crowdsourcing um?

Bei uns können Konsumenten mit bestimmen, wie die Produkte von morgen aussehen, heißen, schmecken oder funktionieren sollen. Und Unternehmen finden heraus, was sich ihre Kunden wünschen und welche Produkte am Markt möglicherweise noch fehlen. Mit unserer Software können in diesem spannenden Dialog Crowdsourcing-Projekte effizient abgewickelt werden. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Teilnehmer zu erreichen und zu wirklich umsetzbaren Ergebnissen zu kommen.

Die jeweiligen Projektseiten auf unserer Plattform mit angeschlossener Community können auch als Appikation in Facebook-Fanpages oder als Overlay in Webseiten integriert werden.

Aktuell nutzen viele unserer Partner-Unternehmen unserAller auch zur Kommunikation rund um ihr Angebot: Dabei geht es beispielsweise um Namen oder Aussehen für neue Produkte, Wünsche für Bonusprogramme oder Ergänzungen des bestehenden Angebots. EineBand beispielsweise möchte auf diese Weise sogar ihr Repertoire nach den Wünschen ihrer „echten“ Fans erweitern.

unserAller.de

Wie kam es dazu, eine Crowdsourcing-Plattform mit dieser doch sehr komplexen Kernstruktur am Markt zu platzieren?

innosabi kommt ursprünglich aus der Produktentwicklung. In dieser Zeit kamen wir oft an einen entscheidenden Punkt: Immer dann, wenn wir Weiterlesen …

16Mrz/12Off

Eine Regionalbank im Social Web – einjähriger Geburtstag für die Berliner Volksbank

Autor des Artikels: Matias Roskos

Immer mehr mittelständische Unternehmen, zu denen ich auch die Regionalbanken zähle, wagen sich hinein ins Social Web. "Gut so!" kann ich da nur sagen. In meinem bald auf dem Markt erscheinenden Buch "Social Media Communities" gehe ich da noch näher drauf ein, warum ich diesen Schritt gut und richtig finde.

Als Kunde und Teilhaber der Berliner Volksbank bekomme ich deren monatliches Printheft. Darin fand ich nun einen Artikel (siehe die beiden eingescannten Seiten), in dem sie voll stolz über "Das erste Jahr mit Social Media" berichten. Glückwunsch zu diesem Geburtstag!

Manchmal wirkt das alles noch etwas holprig. Man merkt, dass da jemand in diesem Gebiet nicht unbedingt Zuhause ist. Egal. Denn man spürt auch die Bereitschaft lernen zu wollen. Lust darauf zu haben, auf dieses Social Web und damit verbunden diese unmittelbare Nähe zu einem Teil der eigenen Kunden (und auch Kritiker). Das finde ich immens wichtig! Testen, Ausprobieren, bereit sein zuzuhören was die Kunden zu sagen haben... und immer dazu lernen, was dieses Social Web ausmacht und wie es funktioniert. Das ist der richtige Weg. So arbeitet die Berliner Volksbank geschickt am eigenen Image als Bank, die für die Kunden da ist und ihnen zuhört. Sympathisch, nah und aufmerksam. Diese Botschaften werden durchaus transportiert über Facebook und in einem eigenen Blog.

Berliner Volksbank Weiterlesen …

13Dez/11Off

Menschen kaufen gern bei Menschen – Kirstin Walter im Interview – ein Social Media Beispiel für KMU

Autor des Artikels: Matias Roskos

Kirstin WalterKirstin Walter von der Kelterei Walter wollte ich schon lange mal interviewen. Weil sie so viel richtig macht im Social Web. Und damit schon so einiges erreicht hat für ihr mittelständisches Unternehmen. Damit ist sie Vorbild für so viele andere KMU. Im Rahmen meiner Recherchen für mein Buch über Communities und KMU führt kein Weg vorbei an Walters Säfte. Und Kirstin Walter nahm sich viel Zeit und beantwortete meine Fragen geduldig und ausführlich. Dafür ein ganz dickes Dankeschön!

Hallo Kirstin,
vielen Dank, dass Du einem Interview zugestimmt hast und mir und meinen Lesern ein wenig Auskunft gibst über die Social Media Arbeit der Kelterei Walther.

Seit wann bist du im Social Web aktiv? Und womit begann es?

Alles begann im Januar 2006 mit unserem Saftblog. 2007 folgte Twitter und seit 2009/2010 versuchen wir auch über eine Facebookseite mit Gott und der Welt zu kommunizieren. Ja und seit kurzem probiert man sich natürlich auch bei Google+.

Und was ist für dich heute der wichtigste Online-Kanal?

Die Kanäle sind eigentlich gleich wichtig, weil überall unsere Fans und Kunden sind. Wenn dann würde ich nur danach unterscheiden, welcher Kanal mehr Spaß macht oder einfacher zu handeln ist. Bei mir ist es so, dass mir nach wie vor Twitter am meisten Freude macht. Und ich glaube, das ist deswegen so, weil ich dort quasi nur eine Identität habe – mich aka Safttante. Nicht getrennt in Firma und Person so wie zum Beispiel bei Facebook. Das fällt mir nach wie vor schwer diesbezüglich zu trennen.

Ich schreibe gerade an einem Buch für den Mittelstand und die Arbeit mit Communities. Wo befindet sich die Community Walther's Säfte? Auf Facebook? Auf Twitter? Auf mehreren Plattformen parallel? Oder gibt es „die Community“ vielleicht gar nicht?

Hmm Community… Das ist so ein Wort was ich nie verwende. Wie oben schon gesagt, sind Fans und Kunden überall, weil wahrscheinlich jeder eben einen anderen oder mehrere Kanäle bevorzugt. Und ich für meinen Teil versuche halt dort zu sein, wo die Leute sind.

Wie findet Monitoring bei euch statt? Mit Hilfe von Software? Oder eher der tägliche persönliche Check, wo über eure Produkte gesprochen wird?

Eher der tägliche persönliche Check mit einfachsten Hilfsmitteln, die man als „normaler Mensch“ eben so verwendet. Google Alerts, Twittersuche und bei Facebook schau ich eigentlich nur auf die Meldungen, die standardmäßig angezeigt werden. Jedenfalls mit dem geringsten nötigen Aufwand.

Wo und wie kann dir denn die Community helfen? Gibt es Beispiele aus den letzten Jahren, wo die Community eine Hilfe für die Kelterei Walther war?

Oh ja – da gibt es sogar mehrere Beispiele. Die Beeindruckendsten kann ich ja mal Weiterlesen …

4Okt/11Off

Ich habe angefangen zu schreiben

Autor des Artikels: Matias Roskos

Hier etwas in eigener Sache. Was aber sicherlich auch für viele Leser dieses Blogs interessant werden wird. Die ersten Zeilen für mein erstes Buch sind geschrieben. Ein Verlag hatte vor drei Wochen bei mir angefragt, ob ich Interesse hätte für sie ein Buch für das Themenspektrum "Mittelstand und Communities" zu schreiben. Da dies stark in mein Themenspektrum passt - die Menschen im Social Web - habe ich gern zugesagt. Letzte Woche Freitag kam dann das definitive "Go" durch den Verlag. Bis Ende des Jahres muss ich fertig sein.

Das bedeutet für mich mal wieder eine ganz neue Erfahrung. Aber ich freue mich darauf. Zumal der Mittelstand noch deutlich unterrepräsentiert ist im Social Web.

Ich möchte im Buch nicht nur theoretisieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern auch mit Praxisbeispielen arbeite. Wer also Cases von mittelständischen Unternehmen im Social Web hat, kann mich gern in den Kommentaren darauf hinweisen. Auch gegen "Eigenwerbung" ist in dem Fall nichts einzuwenden. Ich schaue dann, was ich an welcher Stelle möglicherweise gebrauchen kann.

Natürlich habe ich schon einige Cases eingeplant, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Positiv-Beispiele wie auch Worst-Cases. Aber selbstverständlich freue ich mich über Anregungen und Vorschläge.

Die ersten Zeilen sind geschrieben. Es liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich freu mich drauf.

26Jan/11Off

Führungskräfte und Social Media: „ein weiteres relevantes Kommunikationsmittel“

Autor des Artikels: Matias Roskos

Mein geschätzter Kollege an der Social Media Akademie und Inhaber der Münchner PR-Agentur talkabout hat im Vorfeld einer Konferenz ein Interview gegeben, in dem er sich mit der Umsetzung von Social Media Konzepten und die Ansiedelung dieses Themas in Unternehmen beschäftigt. Einige der Aussagen sind so Klasse, dass ich sie Ihnen hier nicht vorenthalten möchte.

Er spricht Social Media als Kommunikationsmittel an, dass in der Zukunft von den Führungskräften in Unternehmen wie selbstverständlich genutzt werden wird:

Manager werden es dann tun, wenn sie verstehen, dass sich „Social Media“ zu einem weiteren relevanten Kommunikationsmittel entwickelt hat, und dass sie als Unternehmen darauf reagieren müssen. Bei dem einen Unternehmen wird das früher passieren, bei dem anderen später.”

Gut finde ich, dass Mirko Lange immer wieder betont wie wichtig es ist, dass die Führungskräfte selbst voll hinter den Konzepten stehen und sie mit umsetzen. Ich kenne zahlreiche Unternehmen, wo genau das das Problem ist. "Ja - wir müssten da was machen. Aber ich selbst hab da keine Nerven für. Und ich versteh auch nicht so wirklich, worum es da geht bei diesem Facebook und so. Hab ich auch keine Zeit für."

So denken (und handeln) viele Geschäftsführer und Inhaber von KMU. Ich verkneif mir hier mal einige Namen. Aber genau das ist das Problem. Sie haben diese neuen Kommunikationsräume noch nicht als solche entdeckt und sehen es abstrakt irgendwo in der Ferne. Und "irgendwer" soll sich bitteschön mal darum kümmern. Damit man nicht hinten an steht bei diesem Thema. Aber so wird es nicht wirklich funktionieren.

Mirko Lange sagt dazu ganz richtig:

Es braucht einerseits Prozesse, Strukturen und Schulungen. Denn die neue Form der Kommunikation braucht Weiterlesen …

28Apr/10Off

Social Media im Mittelstand – Interview mit McFit zur Aktion mit einem Blogger

Autor des Artikels: Matias Roskos

Auf die aus meiner Sicht sehr gelungene Social Media Aktion von McFit in Zusammenarbeit mit dem Blog Stadt-Bremerhaven.de hatte ich bereits mehrfach hingewiesen. Aufgrund dieser Aktion habe ich mich mit dem Verantwortlichen bei McFit, Timo Maier, zu einem virtuellen Interview verabredet, um ein wenig über die Hintergründe der Aktion und über die Social Media Strategie von McFit zu erfahren. Hier das Interview.

Guten Tag Herr Maier. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der erfolgreichen Social Media Kampagne mit dem Blog Stadt-Bremerhaven. Wie ist es ihnen denn gelungen einen der namhaftesten Blogger Deutschlands für ihr Unternehmen und eine solche Kampagne zu gewinnen? War er teuer?

McFit - Timo Maier: Hallo Herr Roskos. Vielen Dank! Eines vorweg: Carsten Knobloch hat von uns kein Geld erhalten. Er hat die Aktion von sich aus im Sinne der Wohltätigkeit durchgeführt. Von einem Bekannten haben wir erfahren, dass Carsten Knobloch, in der Blogosphere als Caschy bekannt, einen Sponsor für eine Wohltätigkeitsaktion sucht. Daraufhin habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen, um zu erfahren, was er überhaupt vorhat.

Matias Roskos: Und wie kam er dann zu McFit? War er bereits Mitglied oder mussten sie ihn erst überreden?

Timo Maier: Caschy war bereits Mitglied bei McFit. Darin bestand ja zunächst einmal das Problem - er war zwar Mitglied, konnte aber seinen inneren Schweinehund nicht überwinden, um regelmäßig zu trainieren. So wollte er ein konkretes Ziel haben, um daraus Motivation zu schöpfen.

Verstehe. Und dann hat McFit ihm diese Social Media Kampagne vorgeschlagen? Oder von wem kam konkret die Idee?

Timo Maier: Wie sie ja selbst wissen, ist Social Media kein Alleingang. So habe ich zusammen mit Caschy die Grundzüge erarbeitet und dann weiter ausgefeilt. Wir waren uns von Anfang an einig darin, dass wir einen wohltätigen Zweck verfolgen wollen.

5.000 € wurden bei Erfolg an ein wohltätiges Projekt gespendet. War es schwer die Verantwortlichen bei McFit von dieser recht hohen Summe für eine Social Media Aktion zu überzeugen?

Timo Maier: Zunächst einmal ist es für deutsche Unternehmen im Allgemeinen noch etwas ungewöhnlich auf diesem Feld zu arbeiten. Da McFit aber generell sehr aufgeschlossen ist und willens, neue Wege zu beschreiten und darüber hinaus der Leiter der PR-Abteilung Björn Köllen ein sehr gutes Gespür für Entwicklungen hat, war er von Anfang an von der Aktion begeistert. Für uns ist es eine konkrete Zielsetzung, im Bereich Social Media zu arbeiten. Dorthin gehen, wo unsere Kunden sind. Dafür wurde im Unternehmen auch extra meine Position geschaffen.

Wie lautet ihre Position konkret? Und entsteht da eine eigene Social Media Unit bei McFit?

Timo Maier: Konkret lautet meine Position Junior Manager Online-PR. Natürlich könnte sie auch als Social Media Stratege oder anders betitelt werden. Von fundamentaler Wichtigkeit ist lediglich, dass die Position in der PR-Abteilung eines Unternehmens angesiedelt ist, da es sich nun mal um öffentlichkeitswirksame Arbeit handelt. Wir kommunizieren mit Menschen und wollen sie nicht bloß mit Werbung überfluten. Das ist es doch gerade, was Social Media aus Unternehmenssicht ausmacht: Partizipieren an einem dynamischen, offenen Dialog in gegenseitigem Respekt.
Zu ihrer zweiten Frage: Wir befinden uns natürlich noch im Aufbau. Zunächst einmal werden wir dieses Jahr den Bereich Social Media Stück für Stück erweitern und die gängigen Dienste im Internet erschließen. Dann werden wir evaluieren, welche Anforderungen unsere Aktivitäten nach sich ziehen.

Sie wurden also über einen Bekannten aufmerksam auf die Sponsorensuche von Caschy. Um solche Gelegenheiten zu nutzen, muss man seine Nase ja weit im "Social Media Wind" haben. Erfolgt bei ihnen denn ein Monitoring nach für McFit relevanten Feldern? Wie entstehen Ideen für Social Media Aktivitäten? Wie werden Chancen erkannt?

Timo Maier: Natürlich versuchen wir, im Netz soviel wie möglich in Erfahrung zu bringen. Was bewegt unsere Mitglieder? Wie spricht man über uns im Netz? Und natürlich, welche Dienste werden vorrangig genutzt? Ich durchsuche das Netz täglich insbesondere nach Blogs, die über uns berichten und recherchiere in Twitter. Ideen entstehen allein schon durch die Beobachtung technologischer Entwicklungen - was gibt es Neues, wie funktioniert das und was können wir damit machen? Der größte Teil meiner Arbeit ist Recherche. Dazu kommt dann noch eine gute Intuition und Beurteilungsgabe. Dies lernt man im Social Media Bereich meiner Meinung nach allerdings nicht als rein theoretischer Beobachter, sondern als Netzarbeiter. Persönlich komme ich aus dem Bloggen, was ich privat auch immer noch weiter mache. Es war auch eine konkrete Anforderung an meine Stelle, diese mit jemandem zu besetzen, der Teil der Entwicklung ist und nicht nur als Zuschauer am Rand steht. Der wichtigste Faktor allerdings ist die Teamarbeit - wir sind hier keine Eigenbrödler und Einzelgänger. Genau so wenig wie im Social Web.

Kommt dabei spezielle Monitoring-Software zum Einsatz?

Timo Maier: Noch nicht, ist jedoch geplant. Im Moment screene ich noch mit einer Reihe offener Dienste wie IceRocket, BlogPulse oder SocialMention. Aber auch hier probiere ich immer wieder neue Technologien aus.

Zurück zur Aktion mit Caschy. Wie passt das eigentlich zusammen - McFit und Blogs?

Timo Maier: Die entscheidende Kommunikation im Social Web spielt sich in der Blogosphere ab. Hier liegt das Potential für Diskurs. Das bietet für jedes Unternehmen, nicht nur für McFit, große Möglichkeiten. Und wir wollen am Diskurs teilnehmen und uns nicht verschließen.

Die Blogosphäre ist wichtiger als Facebook zum Beispiel? Und: sind denn McFit-Kunden Leser von Blogs wie Stadt-Bremerhaven?

Timo Maier: Das würde ich nicht unbedingt sagen. Ich halte Facebook für eine sehr wichtige Plattform, doch funktioniert sie anders als Blogs. Da aber auch hier ein großes Potential für McFit ersichtlich ist - es gibt allein über achtzig Gruppen, die von Mitgliedern gepflegt werden - werden wir uns auch auf Facebook in nächster Zeit konzentrieren (soviel verrate ich Ihnen schon). McFit-Kunden lesen eigentlich alle Arten von Blogs, da wir auch alle Arten von Mitgliedern haben – vom Arbeiter bis zum Akademiker, Schüler und Sportler, alt wie jung. Dieser Pluralismus spiegelt sich natürlich auch im Netz.

McFit hat 5.000 Euro für die Arche in Hellersdorf gespendet im Rahmen der Aktion. Sie haben zudem viel Zeit sicherlich investiert, was McFit wiederum auch Geld kostet. Wie hoch ist denn aus der Sicht von McFit der generierte Nutzen? Was konkret hat McFit eine solche Aktion gebracht?

Timo Maier: Nun ja, wir wissen wohl beide, dass sich ein ROI aus der Arbeit mit Social Media nur sehr schwer ableiten lässt. Zumindest lässt sich sicher sagen, dass wir mit Hilfe der Aktion ein sehr positives Bild in der Netzöffentlichkeit kreiert haben. Daraus sind auch neue Bindungen entstanden, die sich in monetärem Wert gar nicht messen lassen. Zudem ist uns Wohltätigkeit sehr wichtig. Der Firmengründer und Inhaber Rainer Schaller nennt das "etwas zurück geben". Außerdem haben wir gezeigt, dass wir unsere Kunden und die Menschen da draußen ernst nehmen, mit ihnen interagieren – und das Web nicht bloß als nächsten Werbekanal nutzen wollen.

Und was kommt als Nächstes? Ist schon eine weitere Aktion mit einem Blogger angedacht? Wie schaut die Social Media Zukunft 2010 für McFit aus?

Timo Maier: Die Zukunft ist sicher Facebook. Aber deswegen werden wir den Rest des Social Web bestimmt nicht missachten. Der Ausbau unseres YouTube-Channels ist auch ein wichtiges Feld, genauso wie des Unternehmens-Twitters. Und wie Sie schon sagten: Wenn es um Social Media geht, muss man seine Nase immer im Wind haben. Die Offenheit für den Zufall spielt eine wichtige Rolle.

Letzte Frage - Warum gibt es eigentlich kein McFit-Blog? In einem Magazinformat zum Beispiel. Das würde doch prima passen. Oder gibt es nichts zu erzählen aus den vielen Studios deutschlandweit? Mir jedenfalls fallen da hunderte von Themen ein... Und dann wäre McFit sogar Bestandteil der Blogosphäre und nicht nur Außenbetrachter.

Timo Maier: Auch dies ist eine gerechtfertigte Frage. Ein Corporate Blog hat viele Vorteile. Aber first things first, wie man so schön sagt. Und man darf nie vergessen, dass jedes Medium, dass von einem Unternehmen genutzt wird, auch einen echten Mehrwert für die User darstellen muss. Das Thema Blog steht definitiv zur Diskussion. Sollte es konkret werden, werden Sie es als Erster erfahren.

Herr Maier, ich bedanke mich für das interessante Gespräch und die Zeit, die sie sich genommen haben. McFit weiterhin viel Erfolg auch im Internet. Ich finde es gut, dass Unternehmen wie McFit sich an den Bereich Social Media herantasten und dort Engagement zeigen.