SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

13Dez/110

Menschen kaufen gern bei Menschen – Kirstin Walter im Interview – ein Social Media Beispiel für KMU

Kirstin WalterKirstin Walter von der Kelterei Walter wollte ich schon lange mal interviewen. Weil sie so viel richtig macht im Social Web. Und damit schon so einiges erreicht hat für ihr mittelständisches Unternehmen. Damit ist sie Vorbild für so viele andere KMU. Im Rahmen meiner Recherchen für mein Buch über Communities und KMU führt kein Weg vorbei an Walters Säfte. Und Kirstin Walter nahm sich viel Zeit und beantwortete meine Fragen geduldig und ausführlich. Dafür ein ganz dickes Dankeschön!

Hallo Kirstin,
vielen Dank, dass Du einem Interview zugestimmt hast und mir und meinen Lesern ein wenig Auskunft gibst über die Social Media Arbeit der Kelterei Walther.

Seit wann bist du im Social Web aktiv? Und womit begann es?

Alles begann im Januar 2006 mit unserem Saftblog. 2007 folgte Twitter und seit 2009/2010 versuchen wir auch über eine Facebookseite mit Gott und der Welt zu kommunizieren. Ja und seit kurzem probiert man sich natürlich auch bei Google+.

Und was ist für dich heute der wichtigste Online-Kanal?

Die Kanäle sind eigentlich gleich wichtig, weil überall unsere Fans und Kunden sind. Wenn dann würde ich nur danach unterscheiden, welcher Kanal mehr Spaß macht oder einfacher zu handeln ist. Bei mir ist es so, dass mir nach wie vor Twitter am meisten Freude macht. Und ich glaube, das ist deswegen so, weil ich dort quasi nur eine Identität habe – mich aka Safttante. Nicht getrennt in Firma und Person so wie zum Beispiel bei Facebook. Das fällt mir nach wie vor schwer diesbezüglich zu trennen.

Ich schreibe gerade an einem Buch für den Mittelstand und die Arbeit mit Communities. Wo befindet sich die Community Walther's Säfte? Auf Facebook? Auf Twitter? Auf mehreren Plattformen parallel? Oder gibt es „die Community“ vielleicht gar nicht?

Hmm Community… Das ist so ein Wort was ich nie verwende. Wie oben schon gesagt, sind Fans und Kunden überall, weil wahrscheinlich jeder eben einen anderen oder mehrere Kanäle bevorzugt. Und ich für meinen Teil versuche halt dort zu sein, wo die Leute sind.

Wie findet Monitoring bei euch statt? Mit Hilfe von Software? Oder eher der tägliche persönliche Check, wo über eure Produkte gesprochen wird?

Eher der tägliche persönliche Check mit einfachsten Hilfsmitteln, die man als „normaler Mensch“ eben so verwendet. Google Alerts, Twittersuche und bei Facebook schau ich eigentlich nur auf die Meldungen, die standardmäßig angezeigt werden. Jedenfalls mit dem geringsten nötigen Aufwand.

Wo und wie kann dir denn die Community helfen? Gibt es Beispiele aus den letzten Jahren, wo die Community eine Hilfe für die Kelterei Walther war?

Oh ja – da gibt es sogar mehrere Beispiele. Die Beeindruckendsten kann ich ja mal Weiterlesen …

7Nov/110

Ein Spiel entsteht mittels Crowdsourcing

Karin Janner ist die Gründerin von Spieltz, dem Community Verlag für Brettspiele. Für die Weihnachtszeit hat sie sich eine wunderbare Crowdsourcing-Kampagne ausgedacht, über die sie uns etwas im folgenden Interview erzählt. Ich wünsche auf jeden Fall: viel Erfolg!

Du machst gerade ein Spiel via Crowdsourcing. Kannst Du die Idee kurz beschreiben?

Die Idee ist, dass wir mit der Community gemeinsam ein Spiel machen, und zwar ein Weihnachtswichtel Roulette.

Wer mitmachen will schickt uns ein Bild von einem „Weihnachtswichtel“, die 36 besten werden in das Spiel aufgenommen. Alle eingesandten Wichtel nehmen an einer Preisverlosung teil, ich habe im Vorfeld der Aktion tolle Preise eingesammelt für die Wichtelzeichner. Das Spiel wird es dann zum kostenlosen Download sowie zum Kauf bei Spieltz geben.

Der gesamte Erlös aus dieser Aktion kommt Project Human Aid zugute, einem gemeinnützigen Verein, der Schulen in Burundi baut und Lehrpersonal finanziert.

Zum Spiel: Die Regeln stehen also schon fest, die Community schickt nur noch die Bilder dazu, richtig?

Ja, diesmal versuchen wir das mal auf diese Weise.

Wir haben im Sommer 2010 schon mal Weiterlesen …

3Nov/110

Social Media bald so selbstverständlich wie Telefonat oder Email – Charles Schmidt von der Krones AG im Interview

Die Krones AG gilt als Vorreiter in Sachen Social Media Einsatz hier in Deutschland. Da das Unternehmen ausschließlich im B2B-Umfeld agiert aus meiner Sicht ein doppelt spannender Case. Darum bat ich einen der Verantwortlichen, Herrn Charles Schmidt, um ein sehr ausführliches Interview. Teile des Interviews werden auch in mein Buch einfließen, an dem ich gerade arbeite und das sich dem Thema "Mittelstand und Communities" annehmen wird. Hier ist das Interview mit Charles Schmidt:

Charles Schmidt / Krones AGHerr Schmidt, ich bedanke mich erst einmal, dass Sie sich die Zeit nehmen für dieses Interview.

Gerne! Kommunikation gehört ja schließlich auch zu meinen Aufgaben.

Sie sind bei der Krones AG, einem Konzern mit über 11.000 Mitarbeitern, davon etwa 8.000 allein in Deutschland, verantwortlich für die Kommunikation. Ist das richtig?

Das stimmt so nicht ganz. Lassen Sie mich das etwas einordnen. Die Krones AG beschäftigt weltweit in der Tat über 11.000 Menschen. Innerhalb der Unternehmenskommunikation bin ich als Teammanager Creations tätig. Ich bin verantwortlich für 17 Mitarbeiter. Gemeinsam mit meinem Team werden Filme produziert, Broschüren erstellt, Fotos gemacht, Artikel geschrieben, Messeauftritte organisiert, Kampagnen geplant und viele weitere spannende Sachen.

Hinzu kommt der Bereich Social Media. Hier bin ich als Corporate Social Media Officer tätig und verstehe mich als zentraler Ansprechpartner im Unternehmen. Ich leiste diesbezüglich Aufklärungs- und Koordinationsarbeit im Konzern und verantworte natürlich auch die Kommunikation der Krones AG im Social Web.

Was bedeutet das konkret? Gibt es parallel auch noch eine PR-Abteilung? Und dazu Marketing und eine Pressestelle?

Parallel zum Bereich Social Media sind selbstverständlich auch die „klassische“ PR und unsere Pressestelle innerhalb der Unternehmenskommunikation angesiedelt. Wir verstehen Social Media als ein zusätzliches Instrument in unserer Kommunikationsstrategie, welches andere Kommunikationsmittel bündelt und auch ergänzt. Dank unserer breit aufgestellten Kommunikationsabteilung, können wir so auf einen reichen Fundus an Inhalten aus den verschiedensten Bereichen zurückgreifen.

Warum wurde Social Media bei Krones der Kommunikation zugeordnet? Oft ist es dem Marketing unterstellt.

Hier muss man differenzieren. Die Aufgaben von Kommunikations- und Marketingabteilung sind je nach Unternehmen unterschiedlich strukturiert. Wir sind ja im Maschinen- und Anlagenbau unterwegs. Unser Marketing arbeitet mehr in Richtung Marktforschung. Es geht um Tendenzen und Marktbeobachtungen. Auch Bedürfnisse und Trends wie beispielsweise hinsichtlich der Getränkenachfrage in verschiedenen Ländern werden da untersucht. Die Schwerpunkte bei der Kommunikationsabteilung sind wieder anders gesetzt. Wir übernehmen hier eine Filterfunktion, bündeln Informationen und kommunizieren diese je nach Bedarf intern wie extern weiter. Daher ist Social Media als Kommunikationsweg und Medium auch in die Unternehmenskommunikation integriert. Außerdem verfügen wir hier auch über den notwendigen Content wie beispielsweise Fotos, Texte und Filme. Letztendlich gehen aber all unsere Tätigkeiten in der Unternehmenskommunikation Hand in Hand mit allen Abteilungen. Nur gemeinsam sind wir Krones.

Was genau macht die Krones AG eigentlich? Sie bewegen sich ausschließlich im B2B-Umfeld?

Die Krones AG plant, entwickelt und fertigt Maschinen und komplette Anlagen für die Bereiche Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik sowie Intralogistik. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen aus der Getränkeindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie aus den Bereichen Chemie, Pharmazeutik und Kosmetik. Damit bewegen wir uns in der Tat ausschließlich im B2B Umfeld.

Social Media bald so selbstverständlich sein wie Telefonat und Email

Und warum ist dann Social Media so spannend? Ich kenne eine eher ablehnende Haltung aus zahlreichen Konferenzen, wo mir Manager immer wieder sagen „Ach, wir sind im B2B unterwegs. Da ist Social Media nicht wichtig.“ Was waren und sind die Ziele der Krones AG beim Social Media Engagement?

Das Ziel, das wir in den Sozialen Medien verfolgen, ist schnell erklärt: Ein offener und ehrlicher Dialog – und zwar dort, wo sich unsere Kunden, Interessenten und (potentiellen) Mitarbeiter bewegen und auch „wohlfühlen“ – sei es auf einer klassischen Website, einer Fachmesse oder eben in Social Media. Das gilt selbstverständlich für B2B-Unternehmen genauso wie auch im B2C-Bereich, schließlich hat man es in beiden Bereichen mit Menschen zu tun – und diesen sollte man auf kommunikative Weise Wertschätzung entgegenbringen. Social Media ist dabei nur ein Kommunikationsmittel unter vielen, genauso wie auch die „klassische“ Website oder unser Kundenmagazin. Die Frage nach der Relevanz oder der Wichtigkeit von Social Media stellt sich somit für uns nicht, denn diese neue Form der Kommunikation wird meiner Meinung nach bald so selbstverständlich sein wie ein Telefonat oder eine Email.

Sie sprachen das Thema "potentielle Mitarbeiter", also Recruiting an. Ist da Krones so schlecht aufgestellt? Und gibt es bereits konkrete Erfolgsbeispiele?

Natürlich steht auch die Krones AG mit anderen Unternehmen im Wettbewerb, besonders wenn es um die Fachkräfte von morgen geht. Social Media bietet hier für uns eine fantastische Möglichkeit, um uns als attraktive Arbeitgebermarke zu positionieren. Von unseren rund 10.000 Fans auf Facebook entfällt bestimmt ein Drittel auf Krones Mitarbeiter. Diese bekennen sich nicht nur offen zur Krones AG als Arbeitgeber, sondern beteiligen sich auch an Diskussionen, „liken“ unsere Beiträge und teilen ihre Erfahrungen mit anderen Usern. Könnte man sich bessere Markenbotschafter vorstellen, als die eigenen, zufriedenen Mitarbeiter? Unser Recruiting in Social Media geht also weit über das reine Einstellen von Stellenangeboten hinaus. Im Dialog mit Bewerbern und Mitarbeitern geben wir uns authentisch und erhalten deshalb auch regelmäßig Bewerbungen über die verschiedenen Plattformen auf denen wir vertreten sind. Als konkretes Erfolgsbeispiel ließe sich wohl auch unser sechster Platz im Ranking der deutschsprachigen Facebook-Karriereseiten anführen – für ein Unternehmen aus dem B2B Bereich sicher nicht schlecht.

Wird Kommunikation im Social Web bei Krones separat angegangen oder integriert in die gesamte Kommunikationsstrategie?

Wir verfolgen bei Krones eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie. Das beinhaltet neben Social Media selbstverständlich auch „klassische“ Kommunikationsmittel wie unser Kundenmagazin (das bei unseren Kunden ein besonders hohes Ansehen genießt), unsere Corporate Website und natürlich auch unsere Messeauftritte. In Social Media begleiten und bündeln wir alle diese Kommunikationsmaßnahmen und erhöhen so deren Reichweite. Als Paradebeispiel für diesen ganzheitlichen Ansatz ist wohl unsere Website magazine.krones.com zu nennen. Hier veröffentlichen wir besonders interessante Inhalte aus dem Kundenmagazin, begleiten unsere Auftritte auf Fachmessen multimedial und bieten mit einem „Social Media Newsroom“ auch jenen Interessenten, die selbst nicht auf Facebook & Co. aktiv sind, einen Einblick in unsere Aktivitäten im Social Web.

Krones Magazin

Es gibt auch eine Xing-Seite der Krones AG. Wie sehen Ihre Erfahrungen damit aus im Vergleich zu Facebook, Twitter, Flickr und Youtube?

Was uns hier zunächst sehr freut, ist Weiterlesen …

22Aug/113

Interview mit einem Hotelier aus Garmisch-Partenkirchen zu Groupon: “Kunden werden mit Angeboten überhäuft und somit bleibt einzelnes Angebot nicht haften”

Andreas Griess ist Inhaber des Rheinischen Hofes in Garmisch-Partenkirchen, des einzigen Inhaber-geführten Vier-Sterne-Hotels im Ort. Jessica Reindl ist im Rheinischen Hof für das Online-Marketing und die Social Media Aktivitäten verantwortlich.

Sie erzählten mir neulich, dass eine Vertriebsmitarbeiterin von Groupon bei ihnen im Haus war. Und dass diese sie letztendlich nicht von Groupon überzeugen konnte. Das fand ich - auch weil ich vom Geschäftskonzept von Groupon nur wenig halte - extrem spannend und bat die beiden um ein Interview. Hier nun das Interview mit dem Rheinischen Hof zum Thema Groupon.

Hallo Frau Reindl, hallo Herr Griess. Sie haben mir erzählt, dass der Vertrieb von Groupon den Kontakt zum Rheinischen Hof gesucht hat. Wann war das und was konkret hat man Ihrem Hotel angeboten?

Jessica Reindl: Das war heuer im Frühjahr. Eine ausgesprochen nette Vertreterin hat sich mit uns persönlich bei uns im Hotel getroffen und uns das Konzept von Groupon erklärt. Dabei wollte sie uns natürlich auch -am liebsten sofort- als Partner gewinnen. Wir sollten ein Hotelpaket bei Groupon einstellen, das wir gerne selber schnüren könnten, sie würden uns dabei aber auch behilflich sein.

Andreas Griess: Die Hotelpakete, die andere Hotels bereits eingestellt hatten, hatte Sie dabei. Hierbei handelt es sich meist um Wochenenden bzw. verlängerte Wochenenden, weniger Langzeitbuchungen. Hierbei wurden oft größere Zimmer als auch Zusatzleistungen inkludiert, sprich hierdurch erschienen die Pakete relativ hochwertig.

Sie haben ja viel mit Vertretern und Internetportalen zu tun. Wie war der Eindruck vom Groupon-Vertrieb?

JR: Die Dame, die bei uns war, war extrem sympathisch und wahnsinnig gut geschult! Der erste Eindruck ist sehr professionell und trotzdem persönlich.

Was uns aber jetzt im Nachhinein negativ aufgefallen ist: Wir haben letzte Woche denselben Brief bekommen, wie im Frühjahr. In dem wurde uns auch wieder angeboten, dass ein Vertreter uns gerne besuchen würde, um uns kennenzulernen und uns das Konzept von Groupon vorzustellen.
Ist wohl schlechtes Datenbankmanagement, kommt aber beim Kunden nicht gut an.

AG: Kann ich bestätigen. Verteter anderer namhafter Portale wie z.B. booking.com oder expedia.com erscheinen auch nicht professioneller. Auf Fragen konnte Sie antworten, auch die etwas unangenehmeren.

Und konnte Groupon bei Ihnen einen Deal abschließen?

JR: Nein, die Vertreterin konnte uns nicht überzeugen.

Hotel Rheinischer Hof Garmisch-Partenkirchen

Warum kam es nicht zu einer Aktion des Rheinischen Hofes auf Groupon? Was waren letztendlich die Gründe, warum es für ein Vier-Sterne-Haus wie das Ihrige nicht spannend ist auf Groupon Zimmer anzubieten?

JR: Das Problem waren die Bedingungen zu denen Groupon verkaufen will.
Zum Einen ist es so, dass Weiterlesen …

30Mrz/112

Viele einzelne finanzieren gemeinsam ein Projekt. Neues Crowdfunding-Portal Pling.de im Interview

Pling.deAuf Pling.de bin ich durch Freunde aus dem Bereich Comic und Illustration aufmerksam gemacht worden. Die Jungs von Punks'n'Banters wollen ihren Comic filmisch umsetzen und brauchen dafür 8.000 € Startinvestition. Sie haben sich entschieden, dafür auf Crowdfunding, einem Spezialgebiet von Crowdsourcing, zu setzen und einen Aufruf auf Pling.de zu starten.

Schon mit einem Euro kann man dort Projekte supporten. Natürlich tat ich dies umgehend und investierte eine kleinere Summe in ihr Comic-Projekt. (Viel Erfolg, Jungs!)

Da ich Pling vorher noch überhaupt nicht kannte, war ich doppelt neugierig und habe die Macher hinter Pling.de gleich zu einem Interview eingeladen.

Herr Holetzeck, Herr Heberling, Sie sind die Gründer von Pling.de. Wann wurde Pling gelauncht?

Die Plattform www.pling.de ging im November 2010 live.

Sind auch Investoren mit an Bord?

Nein, wir haben pling.de aus eigenen Mitteln aufgebaut.

Wann entstand die Idee für Pling?

Wie so oft über Umwege: mein jetziger Geschäftspartner und ehemaliger Studienkollege, David Heberling, und ich hatten 2008 eine Idee für eine Bewegt-Bild-Serie, die im Internet laufen sollte. Wir waren felsenfest davon überzeugt, ein äußerst interessantes Projekt auf die Beine zu stellen. Ein großer deutscher Fernsehsender teilte unsere Meinung und lud uns zu einem Pitch ein. Zwar kamen wir unter die Top Drei, aber im Endeffekt bekamen wir keinen Zuschlag und leider bis heute noch nicht einmal eine Absage. Hätten wir damals eine Plattform wie pling* gehabt, hätten wir unsere Idee realisieren können. Und genau deswegen machen wir pling*. Um eine unbürokratische, schnelle, einfache, persönliche Plattform zu bieten, für jeden, der gute Ideen und Projekte hat.

Punks'n'Banters – DIE Punkcomicserie auf Pling.de

Was bedeutet das Wort Crowdfunding eigentlich?

Finanzierung durch eine (anonyme) Menschenmenge. Klingt etwas eigenartig. Deswegen benutzen wir auch den englischen Ausdruck. Bisher funktionierte die Finanzierung von Projekten meist nur in einer Form: Ein einzelner Geldgeber fördert ein bestimmtes Projekt. Wir halten diese Form der Finanzierung für verstaubt und sind der Meinung, dass mit Hilfe des Internets, sich Menschen finden, die an Projekte glauben und bereit sind dieses mit Geld zu unterstützen.

Und genau das ist die Idee hinter Crowdfunding: Viele einzelne finanzieren gemeinsam ein Projekt - im Internet.

Mit Sellaband für den Bereich Musikbusiness oder auch Betterplace.org für Spenden im karitativen Bereich gibt es gerade auch in Deutschland schon zwei sehr starke Player im Bereich Crowdfunding. Wo sehen Sie da die Abgrenzung von Pling.de zu anderen Crowdfunding-Plattformen?

Sellaband spielte definitiv eine inspirierende Rolle für uns. Jedoch zeigt der Weg von „Sellaband“, wie schwierig sich der Weg nach oben gestallten kann. Nach der Insolvenz 2010 hatte die holländische Plattform mit teils gravierenden Problemen zu kämpfen. Wir hoffen jedoch, dass uns Sellaband noch möglichst lange erhalten bleibt, da sie eine Vorreiter-Rolle im Bereich Crowdfunding spielten.

(Anmerkung von mir, Matias Roskos: Sellaband bleibt uns definitiv erhalten und ist aktuell auf einem sehr guten Weg. Das kann ich sagen, da ich in engem Kontakt zu den jetzigen Sellaband-Machern stehe.)

Die Idee, Spenden online einzusammeln, setzte Weiterlesen …

9Mrz/111

Ein Facebook-Star im Interview – Heidi, das schielende Opossum steht Rede und Antwort

Kennen Sie Heidi, das schielende Opossum? Wenn noch nicht, dann... Ich weiß nicht. Man ist in den letzten Monaten in den Medien eigentlich an Heidi nicht mehr vorbei gekommen. Das possierliche Tierchen ist ein Facebook-Mega-Star und hat mittlerweile weit über 320.000 Fans. Für mich ein Grund zu versuchen, Heidi zu interviewen. Und es ist mir gelungen. Vielen Dank dafür an die Verantwortlichen beim Zoo Leipzig, die schnell und klasse reagiert haben. Und hier nun das Interview mit Heidi, dem schielenden Opossum.

Hallo Heidi, ich freue mich, dass du dich bereit erklärt hast mir für ein Interview zur Verfügung zu stehen.

Mein Terminkalender ist zwar eng bemessen, aber für dich und die unglaubliche Menge an Social-Media-Freunden mache ich eine Ausnahme.

Du bist mittlerweile ein echter Star auf Facebook und hast dort mehr als 320.000 Fans. Bist du stolz darauf? Und wie kam es zu diesem Erfolg?

Ja, mehr als 320.000 Fans sind es inzwischen. Einfach unglaublich, nicht wahr? Und wo die alle leben. In aller Welt sind die Leute aus der facebook-Gruppe verstreut. Na klar bin ich stolz darauf, meine Heimat, den Zoo Leipzig und unsere neue Tropenerlebniswelt Gondwanaland, über alle Grenzen hinweg zu präsentieren und etwas für den Artenschutz zu tun. Den medialen Erfolg habe ich, wie soll es dem Namen nach auch sonst sein, den Medien zu verdanken. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich es Dominoeffekt oder Schneeballsystem nennen möchte. Auf jeden Fall hat einer angefangen und alle anderen haben einer nach dem anderen mitgemacht. Bis auf große Titelseiten und auf die US-Mattscheiben ging es dabei.

Hast du dir deine Facebook-Seite allein eingerichtet?

Aber nicht doch. Wo denkst du hin? Ich bin ein Opossum, kein Internet-Spezi. Da hatte ich kompetente Unterstützung.

Heidi, das schielende Opossum

Heidi - Quelle: Zoo Leipzig

Du sagtest, du tust etwas für den Artenschutz?

Ja, genau. Opossums gibt es wie Sand am Meer. Nicht in Europa, aber anderswo. Andere Tierarten dagegen, wie beispielsweise das Sabah-Nashorn auf Borneo, sind vom Aussterben bedroht. Wenn meine Popularität helfen kann, auf diese Tatsache aufmerksam Weiterlesen …

2Dez/101

Ist das Social Media? Die Deutsche Bahn auf Facebook. Ein Interview mit den Machern

Man - hat das gedauert. Nach etwa drei Wochen bekam ich die Antworten auf meine Interviewfragen von den Machern der Chefticket-Seite der Deutschen Bahn auf Facebook zurück. Ich höre dabei schon wieder die Kalauer von Freunden: "Was haste erwartet? Is doch die Deutsche Bahn." Aber ich muss ganz ehrlich sagen: Ich fahr gern mit der Deutschen Bahn! Und ich bin 2010 äußerst selten zu spät gekommen. Nur ab und zu hauts nicht hin. Aber das kann mir genauso gut mit dem Auto passieren, wenn ich in einen Stau gerate oder wieder einmal an einer Baustelle aufgehalten werde. Und gerade in den letzten Monaten hatten auch die Flugunternehmen immer wieder mit Verspätungen und Ausfällen zu kämpfen.

Zurück zum angepeilten Interview. Okay. Ich sehe ja ein, dass gerade auch bei großen Konzernen, Freigaben eingeholt werden müssen. Und das kann dauern. Wenig begeistert bin ich dann allerdings, wenn an anderer Stelle ähnliche Interviews mit den gleichen Protagonisten veröffentlicht werden. Ich warte und woanders antworten sie. Dankeschön.

Jegliche Nachfragen zum Interview habe ich mir verkniffen, weil ich nicht erneut Wochen warten wollte. Das sei mir bitte verziehen. Wer sich für das Thema interessiert, unbedingt auch das Interview bei den Kollegen von Facebookmarketing.de lesen. Dort finden sich weitere interessante Antworten.

Insgesamt - das auch vorab - finde ich es großartig, dass nun auch die Deutsche Bahn den Schritt hinein ins Social Web gewagt hat. Dass sie diesen Schritt erstmal gegangen sind, muss unbedingt begrüßt werden. Ich finde es immer positiv, wenn eine Marke es wagt sich hinein zu wagen in diesen neuen Kommunikationsraum.

Die Chefticket-Aktion der Deutschen Bahn ruft bei mir jedoch durchaus zwiespältige Gedanken hervor. Da ich davon ausgehe, dass nicht jeder meiner Leser bereits von der (abgelaufenen) Aktion erfahren hat, hier kurz worum es ging: Die Deutsche Bahn hat auf Facebook Billig-Tickets unter die Leute gebracht. Dafür hat man sich eine Facebook-Seite von ihrer betreuenden Agentur Ogilvy in Frankfurt einrichten und betreuen lassen. Man startete bei Null. Soweit so gut.

Kritik kam auf, weil man Facebook zuvorderst als Abverkaufskanal nutzen wollte. Das hat wenig (oder eigentlich gar nichts) mit Social Media zu tun. Kann man diesen Weg gehen? Darf man diesen Weg gehen, möchte man als innovative, ehrliche, authentische Marke wahrgenommen werden? Oder anders herum gefragt: Ist man offen und ehrlich genug, um Social Media so in Angriff zu nehmen, dass man den Menschen, seinen Kunden, das bietet was das Social Web in der Lage ist zu bieten und was die Menschen - und um die geht es ja letztendlich - von einer Marke erwarten?

Oder nutzt man es als reinen Abverkaufskanal? Oder ist es gar das, was die Menschen wirklich wollen und erwarten? Schnäppchenangebote auch im Social Web? Sie merken, lieber Leser - mehr Fragen als Antworten. Die sicherlich für 2010 in Deutschland in Bezug auf das Social Web nicht eindeutig beantwortet werden können. Wir, auch ich, lernen jeden Tag dazu.

Dieses Beispiel zeigt aus meiner Sicht vor allem zwei Dinge:

  1. Das Social Web kann (ich betone: KANN) als Abverkaufskanal funktionieren. Wenn die Marke stark und das Angebot verlockend genug ist.
    Diese Weisheit des Viralmarketing ist nicht neu, funktioniert aber immer wieder: Ist das Produkt gut genug, verbreitet es sich viral im Internet.
  2. Man kann solche abverkaufsorientieren Aktionen (oder alternativ auch Gewinnspiele, wie es zur Zeit Gang und Gebe ist in Deutschland) nutzen, um eine Facebook-Seite schnell mit Zahlen zu füllen und um Menschen anzulocken.
    Dagegen ist an sich nix einzuwenden. Im Interview ist dabei vom "Werbemittel" die Rede.
    Immerhin konnte man auf diese Art über 50.000 Menschen "einsammeln" innerhalb weniger Wochen.

Aber einen faden Beigeschmack bekommt es, wenn man dem Dialog, den die Menschen im Social Web ganz offensichtlich suchen, ausklammert. Und ob dies alles nachhaltig ist, lass ich mal dahingestellt. Aber: man kann was draus machen, aus dieser Seite und den entstandenen, sehr losen Kontakten hin zu seinen Kunden. Den Betreuern der Chefticket-Seite kann man dabei zugute halten, dass sie sich redlich Mühe gegeben haben, nicht allein Tickets zu verkaufen, sondern auch Fragen zu beantworten, auf die sie antworten dürfen können. Dass diese Seite der falsche Ort für Diskussionen um Stuttgart21 ist, sollte allen klar sein. Aber: es fand letztendlich vordergründig Abverkauf statt. Aber nicht das allein. Es gab auch Kommunikation auf der Facebook-Seite. Und das ist ein klar positives Signal aus meiner Sicht.

Trotz meiner Enttäuschung über das lange Warten auf die Antworten, hier nun das Interview mit den Jungs von Ogilvy. Dr. Ulf Schmidt, "Social Web Strategist" bei Ogilvy & Mather in Frankfurt am Main, habe ich via Twitter kennen gelernt. Er ist zusammen mit Thorben Meier, Leiter der strategischen Planung bei Ogilvy PR in Düsseldorf, zuständig für die Strategie hinter der Facebook-Seite zur Chef-Ticket-Aktion der Deutschen Bahn.

Für viele Unternehmen, die über ein Engagement im Social Web nachdenken, sicherlich ein interessanter Case mit einer interessanten Herangehensweise. Die ich in dieser Radikalität allerdings nur selten empfehlen, sondern immer zu einer strategisch anders konzipierten Herangehensweise raten würde.

Wie kam es zu der Idee des Cheftickets? Und warum gerade auf Facebook? Und nicht zum Beispiel Twitter oder ein Corporate Blog?

Schmidt: Die Agentur hatte die Idee, ein spezielles Ticketangebot in einem begrenzten Zeitraum exklusiv über Facebook zu verkaufen, um eine junge Zielgruppe für die Bahn zu gewinnen, die über andere Kanäle nur sehr schwierig und zu hohen Kosten erreicht werden kann. Dazu haben wir dann Werbemittel entwickelt, die dieses Angebot passend zur Zielgruppe kommunizieren. Also ein echter, greifbarer Mehrwert und eine echte Neuheit. Hätten wir reine Kommunikation gemacht, wären sicher auch andere Kanäle wie Twitter u.ä. stärker eingebunden worden.

Meier: Einen idealeren Ort als Facebook kann es dafür doch gar nicht geben. Hohe Nutzerzahlen und Frequenz, großes Viralpotenzial und durch die technische Flexibilität hochgradig auf eine Kampagne zuschneidbar. Und dabei noch überaus kosteneffektiv.

Wer ist für den provokanten Videoclip verantwortlich? War dabei die Facebook-Seite konzeptionell bereits mit angedacht? Oder lief die Entwicklung dieser beiden Bausteine parallel und unabhängig voneinander?

Schmidt: Das war eine gemeinsame Entwicklung. Im Zentrum stand das Angebot, über Facebook ein extrem günstiges Ticket buchen zu können. Andere Werbemittel sollten auf dieses Angebot aufmerksam machen.

Wie wurde zum Start auf die Facebook-Seite aufmerksam gemacht? Gab es Werbeschaltungen auf Facebook? Andere Initialbausteine?

Meier: Der erste „Hype“ um das Ticket wurde allein durch Weiterlesen …

17Nov/100

Das Twitter-Meme des Jahres – der Initiator der #einbuchstabendanebentiere im Interview

Seit Freitag läuft eine gewaltige Welle durch die deutsche Twitterlandschaft. Ein Meme (Erklärung folgt im Interview) mit dem Titel #einbuchstabendanebentiere macht die Runde und hat bereits über 16.000 Tweets generiert.

Auf einem unserer anderen Blog-Projekte, dem VisualBlog, haben wir einen Teil der entstandenen Tweets gesammelt und sie von einer befreundeten Grafikerin aus unserer Kreativ-Community illustrieren lassen. Elke von Laska.com aus München hat erstklassige Arbeit geliefert. Danke, Elke, dass du so spontan Samstag Abend reagiert hast.

Diese Twitter-Welle ist beeindruckend. Und niemand hatte damit gerechnet. Der Initiator der #einbuchstabendanebentiere selbst auch nicht. Ich habe ihn zu einem Interview überreden können, obwohl er gerade im Umzugsstress steckt. Vielen Dank dafür, Matthias!

Ursachen, warum dieses Meme so erfolgreich ist, gibt es sicherlich mehrere. Wieder bewahrheitet sich einer der Aspekte, die ich nicht müde werde in Vorträgen und Artikeln zu propagieren: das Social Web muss Spaß machen! Freude, Schmunzeln, Lachen, positive Empfindungen spielen eine ganz wesentliche Rolle. Wie diese Welle beweist.

Und dass auf Twitter derartig viele Reaktionen passieren, zeigt, dass die viele Menschen in Deutschland Twitter nutzen und als Kommunikationskanal akzeptiert haben. Twitter ist 2010 definitiv angekommen in Deutschland.

Und hier nun das Interview mit maatc.

Matthias - du bist der Schuldige an einem der gewaltigsten Twitter-Stürme, den die deutsche Social Media Landschaft gesehen hat. Wie kam es zu der Idee der #einbuchstabendanebentiere?

Vor ungefähr einem Jahr lief mir ein Tweet von Sarah Silverman mit dem Hashtag "#oneletteroffmovies" über den Weg. Kurz darauf habe ich die deutsche Version #einbuchstabendanebenfilme gestartet, die auch einigermassen gut lief. Danach habe ich das "einbuchstabedaneben" Prinzip erstmal in meinen Wortspielbaukasten wegsortiert und für eine Weile vergessen.

Wie ich dann letzten Freitag auf das "Fettchen" kam weiß ich im Nachhinein gar nicht mehr genau. Für mich war es einfach eines der vielen Wortspiele, die ich an einem normalen Twitter-Tag so raushaue. Den Hashtag dazu habe ich eher beiläufig angehängt, nicht ahnend was ich damit auslösen würde. Es war ja auch bei Weitem kein Highlight, sondern einfach nur der Erste. Auf einmal brachen dann aber alle Dämme bei den Followern. Ich bin immer noch überwältigt von der unglaublichen Kreativität die dort draußen entfesselt wurde.

Das Fettchen

Hattest du damit gerechnet, dass es solche Ausmaße annimmt? Ich habe allein im VisualBlog fast 300 "einbuchstabendanebentiere" gesammelt. Andere sprechen von über 5.000. Gemeint sind vermutlich Tweets.

Damit habe ich nie und nimmer gerechnet! Noch heute laufen immer neue Tiertweets ein. Google lieferte gestern ca. 16.100 Treffer allein aus den ersten drei Tagen nach dem ersten Tweet! Normalerweise laufen sich solche Sachen ja nach ein paar Stunden tot, aber dieses Mal habe ich wohl wirklich einen Nerv getroffen, und das trotz (oder vielleicht auch wegen?) des eher unhandlich langen Hashtags. Es ist großartig, dass es Weiterlesen …

5Nov/104

Interview mit dem Geschäftsführer von Hamburg.de über Städte-Facebook-Seiten: “Wer gegen seine eigenen Kunden vorgeht, hat bald keine mehr.”

Einleitung: Georg Konjovic ist Geschäftsführer von Hamburg.de. Als Reaktion auf den Innsbruck-Fall auf Facebook, den ich hier ausführlich beschrieben habe, berichtete er in den Kommentaren, dass es auch anders geht und nahm die Kollegen aus Wien etwas in Schutz. Darum habe ich ihn um ein kurzes Interview gebeten, um zu zeigen, dass Kommunikation statt Löschen der richtige Weg sein sollte. In Hamburg hat man vorgemacht, wie es geht.

Vielen Dank Herr Konjovic, dass sie sich so kurzfristig für ein Interview zur Verfügung gestellt haben! Erzählen sie kurz etwas über sich. Seit wann sind sie Geschäftsführer von Hamburg.de? Und wer ist damit ihr Arbeitgeber? Die Stadt Hamburg? Die Tourismusbehörde?

Ich bin seit Juli 2007 Geschäftsführer der hamburg.de GmbH und Co. KG, einem Gemeinschaftsunternehmen von Axel Springer, der Freien und Hansestadt Hamburg, der HSH Nordbank, der Haspa sowie der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Unser Auftrag ist es ein unabhängiges Angebot für Hamburger und Touristen zu betreiben, das sich finanziell selbst trägt, wobei das Stadtportal hamburg.de mit rund 35 Mio. Page Impression im Monat bei etwa 3 Mio. Visits unser Haupttätigkeitsfeld darstellt.

Hamburg.de

Wann haben sie für Hamburg.de eine Facebook-Seite eingerichtet? Und wieviele Fans konnten darauf gewonnen werden?

Wir haben keine Fanpage für „hamburg.de“ eingerichtet, sondern zunächst einen Useraccount namens hamburg.de eröffnet. Dies verstieß nicht nur gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook, sondern gefiel uns auch aus Datenschutzgründen überhaupt nicht. Wir wollten als Unternehmen nicht Einsicht haben in private Details von „Freunden“. Wir waren schon zu so einem frühen Zeitpunkt Mitglied bei Facebook als es die Möglichkeiten der Fanpages noch nicht gab, daher der Umweg über den Account.

Sie entdeckten dann andere Hamburg-Seiten auf Facebook? Wer waren die Betreiber? Inhaltlich lagen sie dicht an ihrem Angebot? Wieviele Fans hatten diese Seiten in etwa?

Es gab Ende 2009 etwa 6-7 Fanpages mit Weiterlesen …

28Sep/101

Eintauchen ins Social Web zur morgendlichen Tasse Kaffee – Interview mit der Kurdirektorin von Oberstaufen

Sehr geehrte Frau Keybach. Vor wenigen Wochen hatte ich Bernhard Lingg und Benjamin Buhl über die Marketing-Aktion „Du bist Oberstaufen“ und über die vielfältigen Social Media Aktivitäten von Oberstaufen interviewt. Heute ein paar Fragen an sie, als letztendlich Hauptverantwortliche für das Marketing von Oberstaufen.

Das offensive Online-Marketing der Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH hat in den vergangenen Jahren für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Zumindest in der deutschen Web 2.0 Szene. Hatten sie damit von Anfang an gerechnet?

Nein. Wir waren eine der ersten touristischen Destinationen, die sich ins Web 2.0 vor gewagt hat. Anfangs stellte ich mir schon die Frage der Notwendigkeit und der Zielgruppen-Affinität. Der größte Teil unserer Gäste ist über 50 Jahre alt. Vor 15 Monaten war es nicht vorhersehbar, dass genau diese Altersgruppe zwischenzeitlich das Web 2.0 für sich entdeckt hat und es teilweise leidenschaftlicher nutzt als manch ein "Digital Native". Auch bewegt sich unsere Zielgruppe tendenziell in die mittleren und höheren Einkommensschichten. Es stand die Frage im Raum, ob vielbeschäftigte Manager überhaupt die Zeit für facebook und Co haben und damit über dieses neue Marketing-Instrument erreicht werden können.

Dank und durch Benjamin Buhl konnten wir frühzeitig Erfahrungen sammeln, unsere Präsenz und spezielle Aktionen optimieren und haben nun sicher einen beachtlichen Vorsprung gegenüber vielen anderen Tourismusorten/-regionen. Auf diesen Vorsprung sind jetzt wahrscheinlich mehr Oberstaufener stolz als damals offen waren für das Web 2.0.

So viele wie möglich mit zu nehmen

Wie lange hat Herr Buhl gebraucht, um sie von einer so offensiven Social Media Strategie zu überzeugen?

Herr Buhl hat mich nicht überzeugt, er hat mich überfallen. Wie bei vielen anderen neuen Themen ist es wichtig, die Menschen zu sensibilisieren, Ihnen Zeit zu geben, sich mit der neuen Materie zu befassen und dann zu entscheiden, ob man sich damit anfreunden oder gar identifizieren kann - bzw. in meinem Fall für entsprechenden Verantwortungsbereich einen Sinn erkennt. Unsere offensive Social Media Strategie musste sich entwickeln.

Als "Kurdirektor" hat man immer das große Ganze im Blick und das ist in unserer Branche sehr komplex. Die zahlreichen Anspruchsgruppen, vom Gast über den Gastgeber, die einheimische Bevölkerung, die politischen Entscheidungsgremien bis hin zum Friseur und zum Bäcker. Alle sind am Tourismus beteiligt und alle kennen sich im Tourismus aus, denn jeder war schon mal im Urlaub. Es ist sehr wichtig, im Rahmen von Revolutionen wie diesen so viele wie möglich "mit zu nehmen".

Kannten sie Social Media schon vorher?

Ich hatte bereits ein Facebook-Profil, als Herr Buhl noch im Fahrschul-Unterricht saß. ;-) Damals gab es die Plattform noch ausschließlich in der englischen Version. Ich war vor einigen Jahren als Au Pair in Kanada und blieb über Facebook mit den dortigen Bekannten und Freunden in Kontakt. Damals war es allerdings ein rein persönliches Interesse meinerseits.

Im Social Web gibt es keine Geschäftszeiten

Nutzen sie selbst Social Media Plattformen?

Natürlich. Als @kurdirektor von Oberstaufen - DEM Social Media Tourismusort - ist Twitter, Facebook, Youtube, Holidaycheck usw. nicht nur ein Weiterlesen …