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15Mrz/12Off

Google ist gnadenlos: Bewertungs-Gau mit Kritik auf Bewertungsplattform

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gestern bin ich auf Facebook über einen interessanten Fall in Sachen Google-Platzierung und Kundenbewertungen im Social Web gestolpert. Geben Sie doch bitte einmal in der Google Suche "5 Sterne Hotels Fuerteventura" ein. Ich nehme an, Ihnen wird das gleiche Ergebnis angezeigt wie mir (siehe Screenshot). Der erste organische, also nicht bezahlte, Treffer liefert eine Bewertung auf der deutschlandweit führenden Bewertungsplattform im Bereich Hotels und Tourismus: HolidayCheck. Spannend dabei ist der Beschreibungstext unter dem Link, der auf Google prominent mit dargestellt wird. Dort steht Folgendes:

dreckig, Kakerlaken, Mobiliar alt und kaputt, unsicher (wurden beklaut), Einflugschneise zum Flugplatz, schlechter Service-keinen an der Rezeption kümmerte ...

Tja, so kann es gehen. Das ist für das betreffende Hotel, das "Hotel Fuerteventura Beach Club" in Caleta de Fuste, welches so beschrieben wurde von einem enttäuschten Gast, peinlich und extrem unangenehm. Wenn die Hotelführung es denn überhaupt mitbekommen hat.

Ich kann von hier aus nicht sagen, ob diese Kritik berechtigt ist oder sich jemand nur für irgendetwas rächen möchte. Worum es mir vielmehr geht, ist, dass es in der heutigen Zeit unerlässlich ist, permanent das Social Web und die für das eigene Haus, die eigene Marke, die eigene Firma relevanten Plattformen im Blick zu haben. Was reden die Menschen über Sie als Marke? Welche Kommentare gibt es zu Ihren Produkten? Welche Fotos wurden hochgeladen, die Sie ganz direkt betreffen. Das gilt gerade auch im Bereich Tourismus, aber nicht allein dort. "Monitoring" nennt man das. Ob mit Hilfe einer teuren Software oder händisch mit Hilfe kleinerer Tools lasse ich einmal dahingestellt. Meiner Erfahrung sagt mir, dass in den meisten Fällen ein aufmerksames Beobachten der wichtigsten Seiten ausreicht. Wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit.

Solche Bewertungen können ohne Frage Schaden anrichten. Denn an einem Fuerteventura-Urlaub interessierte Touristen werden um dieses Hotel ganz sicher einen großen Bogen machen, wenn sie HolidayCheck besucht haben. Und dies tun immer mehr Menschen, wenn es an die Urlaubsplanung geht. Verhindern kann man sie nicht immer, diese Bewertungen und Kommentare. Aber man kann durch gute und engagierte Social Media Arbeit solchen Bewertungen vorbeugen und im Krisenfall schnell und clever reagieren. Google zeigt nunmal solch stark frequentierte Seiten wie zum Beispiel HolidayCheck soweit oben an. Daran führt kein Weg vorbei.

Google-Suche 5 Sterne Hotel Fuerteventura

Damit Google so etwas nicht findet im Internet, lohnt sich zum einen die permanente Arbeit am eigenen Service, aber auch ein geschicktes Social Media Engagement.

18Feb/12Off

HolidayCheck kürt die beliebtesten Hotels weltweit

Autor des Artikels: Matias Roskos

HolidayCheck hat sich in den letzten Jahren zum wichtigsten deutschsprachigen Portal für Hotelbewertungen entwickelt. Davor ziehe ich zuerst einmal meinen Hut!

Seitdem ich in Garmisch-Partenkirchen wohne, höre ich immer wieder Kritik am Portal. Viele Hoteliers fühlen sich nicht fair behandelt, mit Blick auf die Bewertungen einiger Nörgel-Besucher. Doch den Schwarzen Peter an der Stelle HolidayCheck zuzuschieben, halte ich für unfair. Viel wichtiger wäre es eigentlich, dass Hotelbetreiber und Restaurant-Inhaber endlich lernen clever und engagiert mit den für sie relevanten Social Media Bausteinen umzugehen! Doch davon wollen die wenigsten etwas hören. Für sie ist das alles mehr oder weniger Teufelswerk. Schade. Aber ein Wandel wird auch hier stattfinden. Denn sie spüren mittlerweile die enorme Relevanz bei der Wahl des Urlaubsdomizils oder des abendlichen Ausgeh-Tipps. Man braucht nur Google nutzen und stellt sehr schnell fest, wie wichtig es ist auf Bewertungsplattformen wie HolidayCheck und anderen eine gute Reputation vorweisen zu können.

Nun vermeldet das Hotelbewertungsportal, dass sie die 99 beliebtesten Hotels weltweit gekürt haben. Diese wurden auf der Basis von mehr als 530.000 Hotelbewertungen aus dem Jahr 2011 ermittelt und dann zusätzlich in sieben verschiedene Kategorien unterteilt: Nr. 1 des Landes, Badeurlaub, Städtereise, Wintersport, Wellness/Wandern, Familie und Paare.

Wenn man sich alle Rubriken und alle Gewinner anschaut, dann stellt man erst einmal fest, dass unter den 99 Hotels nur insgesamt sieben Stück aus Deutschland kommen. Bei einem deutschsprachigen Portal hätte ich mit einer deutlich höheren Quote gerechnet. Woran liegt das? Weil wir Deutschen so gern im Urlaub ins Ausland reisen? Oder weil die deutschen Hotels qualitativ im Schnitt eher mittelmäßig sind? Ich weiß es nicht. Hier wäre eine Auswertung der Daten durch HolidayCheck sicherlich extrem spannend. Unter dem Fokus: Wie gut sind die deutschen Hotels im Vergleich weltweit.

Die Nummer 1 bei HolidayCheck 2011 für Deutschland

Nr. 1 des Landes für Deutschland kommt aus München. Glückwunsch an das Schiller 5 Hotel & Boardinghouse. Ich hätte nicht gedacht, dass die Nummer 1 in einer Großstadt liegt.
Gesamtbewertung: 5.6
Weiterempfehlung: 98.4%

HolidayCheck Award 2012 - Deutschland

Für Österreich kommt die Nr. 1 aus Saalfelden. Es ist Weiterlesen …

23Nov/10Off

Das Qype von Google: Hotpot

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es könnte eng werden für Qype, Yelp (die hier in Deutschland noch nicht so richtig Fuß fassen konnten) und andere Local Based Bewertungsportale in den kommenden 12 Monaten. Denn: Google greift auf diesem Segment massiv an. Oder probiert es zumindest. Wie wir an Google Wave gesehen haben, stampfen sie ein Projekt auch genau so schnell wieder ein, wenn es nicht läuft wie erhofft.

Google Maps ist schon seit geraumer Zeit extrem erfolgreich. Dort wurden Bewertungen von anderen Portalen schon seit einiger Zeit mit angezeigt. Eine wunderbare Sache für diese Bewertungsportale. Denn Google sorgte so für zusätzlichen Traffic. Immer mehr Menschen kennen, lieben und nutzen Google Maps.

Darauf baut nun Hotpot auf. Hotpot zeigt Ihnen Bewertungen zu Locations an. Diese werden witzigerweise vor allem von Qype aggregiert, aber auch von anderen Seiten. Auf den ersten Blick sehe ich noch cityguide.com und Prinz.de. Aber auch Bilder aus Google Streetview scheinen integriert zu sein, wenn ich das richtig erkenne.

Ohne, dass Qype oder andere Content-Sammelbecken sich dagegen wehren könnten. Sie wollen ja von Google gefunden und verlinkt werden. Google ist die Haupt-Traffic-Maschine des Internets. Auch im Jahr 2010.

Ob diese Entwicklung nun gut oder schlecht ist für Qype? Glücklich ist man mit Hotpot sicherlich nicht. Denn Geld verdient man ja unter anderem mit Werbung, die auf Qype angezeigt wird. Bleiben die Menschen nun auf Hotpot, sehen sie keine auf Qype eingeblendete Werbung oder bezahlte Einträge auf Qype.

So schaut die Suche nach meinem aktuellen Lieblings-Mittagsrestaurant im Friedrichshain bei Hotpot und bei Qype aus.

Google Hotpot

Qype - Datscha im Friedrichshain

Das finde ich eine faszinierende Entwicklung. Die für Qype, Yelp oder womöglich auch Holidaycheck heftige Einschneidungen bedeuten kann. Ich betone: kann. Denn mittelfristig verlieren sie durch Hotpot Traffic, den ihnen vorher Google bereitwillig zugeführt hat. Nun versucht Google einen Großteil dieses durch Suche erzeugten Traffics bei sich zu behalten.

Warum? Zum einen, weil sie den Suchenden Klicks ersparen und mehr Service liefern möchten. Und - selbstverständlich - weil sie darauf aufbauend wiederum mehr Geld über Werbeanzeigen direkt auf Google-Seiten verdienen möchten. Nicht unclever die Google-Jungs und -Mädels.

Ich bin gespannt, wie sich Hotpot entwickelt (die deutsche Version kommt demnächst) und wie Qype, Yelp & Co. darauf reagieren. Good luck, Qype! Vielleicht bahnen sich da ja auch ganz neue Kooperationen an. Sinn würde es auf jeden Fall für alle Seiten machen. Wenn Google bereit ist abzugeben. Oder Qype letzten Endes zu kaufen...