SocialNetworkStrategien Social Media Marketing, Communityaufbau, Crowdsourcing für den Mittelstand & KMU

21Jun/100

The right way: Google TV und die Zukunft von Fernsehen und Internet

Autor des Artikels: Matias Roskos

Darauf warte ich nun schon seit drei Jahren. Dass TV und Internet wirklich zueinander finden. Auf einem einzigen Gerät mit der höchstmöglichen Auflösung und der bestmöglichen, einfachen Bedienbarkeit. Google könnte schon bald mit Google TV diesen Weg beschreiten und damit seine Marktmacht gewaltig ausbauen.

Aus meiner Sicht hat man bei Google tatsächlich verstanden, was die meisten Menschen sich für Zuhause, für die eigenen vier Wände wünschen. Und man muss ihnen das so einfach wie möglich machen. Ich habe zum Beispiel mehrere Tage gebraucht, bis ich mit meiner Wii ins Internet kam. Um dann völlig enttäuscht festzustellen, wie unkomfortabel Nintendo das gelöst hat. Der Browser auf der Wii ist Schrott. Das Internet zu nutzen macht keinen Spaß. Alles viel zu kompliziert und schwerfällig. Die Folge: nach einer Woche hab ich es nie wieder genutzt. Und dass, obwohl ich durchaus bereit wäre für bestimmte Mehrwerte Geld zu bezahlen. Livespiele aus der NBA, Video on demand, Live-Online-Games, Konzert-Mitschnitte meiner Lieblingsbands, einzigartige Reportagen usw.

Nun kommt Google TV. Und ich bin gespannt, ob es Google besser macht als alle diejenigen, die es ansatzweise schon probiert haben. Wenn sie es packen, dann erleben wir eine echte Revolution in der Nutzung des Webs. Und darauf freue ich mich schon.

Und hier Videos von der Google Keynote zu Google TV:

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19Mai/102

Google sagt: Lena wird gewinnen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gibt es die Weisheit der Vielen? Ich weiß es nicht. Oder besser gesagt: ich weiß nicht, ob ich es "Weisheit" nennen würde. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass da draußen eine gewaltige Kraft an Talenten, Ideen und Meinungen liegt, die bisher noch viel zu wenig angezapft wird. Darum spreche ich gern von der "Kraft der Vielen". Crowdsourcing-Modelle wie Threadless, Wikipedia oder auch simple Kreativ-Contests wie ich sie initiiere und organisiere sind da erst der Anfang. Davon bin ich fest überzeugt.

Neulich hatte ich im Vorfeld des Finales von "Unser Star für Oslo" einmal Facebook unter die Lupe genommen und ganz richtig anhand der Stärke der Fanpages Lena als Siegerin vorausgesagt. Nun gibt es eine Vorhersage für den Entscheid beim Grand Prix in Oslo die aus dem Hause Google kommt (gestolpert bin ich darüber bei den Kollegen von netzwertig.com). Und sie gefällt mir ausgesprochen gut, weil Google vorhersagt, dass Lena den Grand Prix 2010 gewinnen wird. Schon im Vorjahr lag Google mit seiner Prognose richtig. Worauf nun basiert diese Prognose? Bei Google heißt es dazu:

Prognostizieren Sie den Gewinner des Eurovision Song Contests 2010 vor der offiziellen Entscheidung mit Hilfe des iGoogle "Prognose"-Gadgets. Basierend auf Google-Suchanfragen zeigt das Gadget die Popularität jedes Teilnehmers und berechnet die Punktzahl, die dieser erhalten würde, fände die offizielle Abstimmung heute statt. 50% der Bewertung fließen durch eine professionelle Jury ein, die wir nicht vorhersagen können.

Man nimmt also die Google-Suchanfragen als Basis. Nicht mit einberechnen kann man jedoch eine Jurymeinung. Spannend wird es aus meiner Sicht, wenn man die Google-Suchanfragen abgleichen könnte mit den Social Media Aktivitäten. Dazu würden zählen: Twitter-Nachrichten, Blogbeiträge, MySpace-Freunde der Musikerinnen und Musiker und Facebook-Fanpages. Doch: der Aufwand wäre enorm, eine entsprechende Software ist mir zumindest nicht bekannt, die hier die Daten nicht nur erfassen, sondern sie auch noch auswerten kann. Es gibt bereits gute Monitoring-Software (siehe diesen Beitrag auf Create or die) - aber um hier qualitativ hochwertige Auswertungen zu generieren, werden vermutlich noch ein paar Jahre ins Land gehen. Ich lass mich aber gern vom Gegenteil überzeugen!

Was man jedoch machen kann, ist sich einmal die Stärke der Facebook-Fanseiten anzuschauen. Hier der Stand vom 19. Mai 2010, wobei ich mir nur die Top9 (Platz 10 "3+2" ist denkbar schlecht zu finden) von Google angeschaut habe. Hier die Facebook-Reihenfolge (mit dem Google-Rang in Klammern):

Lena Meyer-LandrutDie Platzierungen sind unterschiedlich. Was natürlich unter anderem mit der Verbreitung von Facebook in den einzelnen Ländern zu tun hat. Sicherlich wäre es sinnvoll, hier auch mit MySpace abzugleichen, da MySpace gerade bei Musikern extrem beliebt ist. Falls jemand Zeit und Lust dazu hat...

Aber eins steht fest: bei Google wie auf Facebook hat Lena die Nase weit vorn. Darf man ihr schon gratulieren? Nein. Sicherlich nicht. Denn viel kann noch passieren bis zum Auftritt. Viel kann schief gehen im Vorfeld oder auch direkt auf der Bühne. Und erst dann wird, live, entschieden. Von daher glaube ich zwar fest an ein Vorabstimmungsbild mit Hilfe von Google und auch Social Media. Aber zu 100% sicher kann dieses nie sein. Und das ist auch gut so.

14Okt/091

Google Building Maker – Google Earth setzt auf Crowdsourcing

Autor des Artikels: Matias Roskos

Genial, was Google da mal wieder ausgepackt hat. Beim Google Building Maker setzt man auf den aktuellen Trend des Jahres: Crowdsourcing. Angekoppelt an Google Earth ist es nun möglich 3D-Modelle von Häusern zu bauen - von der Usern! Einfach mal dieses Video anschauen. Verdammt coole Sache, wie ich finde.

So entsteht ein 3D-Abbild der echten Welt! Zu extrem geringen Kosten. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich ausmalen, wohin das führen wird. Die ganzen schon existierenden 3D-Welten wie SecondLife & Co. können sich nun warm anziehen. Denn Google hat nicht nur die größeren Ressourcen, sondern durch das Involvement der Community auch die viel größere Manpower um eine echte 3D-Welt entstehen zu lassen. Ich bin begeistert, total.

Ich bin dann mal beschäftigt. Werd Berlin-Marzahn schnell mal nachbauen. :O)

9Jun/093

Liebes Microsoft: Der Eingang ins Internet ist der Browser

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gerade hat Microsoft eine neue Suchmaschine an den Start gemacht. Mit Bing und einer millionenschweren Marketingkampagne will man in den nächsten Jahren etwas Boden gut machen gegenüber dem großen Internetdominator Google. Ob Bling da jedoch der richtige Move ist, möchte ich bezweifeln. Zumal fast zeitgleich Google mit seiner Google Wave die weitaus innovativere Software angekündigt hat.

Ich verstehe Microsoft nicht. Sie haben Geld ohne Ende. Sie dominieren noch immer den Bereich PC-Software und sind noch immer führend bei den Online-Browsern:

(Quelle: Statista)

Aber Microsoft macht viel zu wenig aus diesem enormen Kapital. Microsoft ist ganz offensichtlich zu schwerfällig geworden über die Jahre. Es fehlt die Dynamik und Innovationskraft, die eine Firma wie Google oder auch Twitter, Facebook, Aviary und andere auszeichnet. Google ist es gelungen eine Firmen-DNA aufzubauen, die Freiraum lässt für neue Ideen, fürs Austesten von Innovationen, für Experimente, für Spaß beim Forschen und Entdecken. Herausgekommen sind Produkte wie Google Maps, Google Trends, Google Docs, Gmail und nun Google Wave. Die Hierarchien und die Struktur innerhalb der Firma Google passen perfekt. Bei Microsoft scheint dies anders zu sein. Zu viele Hierarchien? Zu wenig Freiraum zum Denken? Und dadurch zu wenig wirklich gute Leute? Weil diese lieber zu Google gehen, weil sie sich dort besser entfalten können? Ich weiß es nicht und kann nur vermuten. Selbstverständlich gibt es auch bei Microsoft viele verdammt gute Entwickler und intelligente Köpfe. Das steht außer Frage.

Microsoft könnte auch in der Zukunft DER Player auf jedem Rechner sein. Nicht im Bereich Suche. Auch nicht im Bereich Social Networks. Ich schüttel nur den Kopf, wenn ich von den zahlreichen erfolglosen Kaufversuchen von Yahoo! & Co. lese. (Wobei es strategisch ausnahmsweise sehr clever war eine Partnerschaft mit Facebook einzugehen. Egal wie teuer sie war. Das macht Sinn.)

Die Frage die ich mir stelle lautet: Wie gelangen die meisten Menschen ins Internet? Was ist ihr Tor dorthin? Klar: man braucht einen Provider. Und dann? Es ist der Browser! Er ist unser Tor, unsere wichtigste Software wenn wir ins Netz wollen. Und genau hier sollte Microsoft seine ganze Kraft einsetzen und innovativ, mutig in die Zukunft denken. Nicht umsonst hat Google mit dem Chrome mittlerweile auch einen eigenen Browser auf den Markt gebracht.

Viele denken "Der Browser ist doch einfach nur ne Software die funktionieren muss." Geld ließe sich damit kaum verdienen. Falsch. Apple macht vor wie es geht. Applications sind die kleinen Zaubertools, die Geld in die Kassen von Apple und der Entwickler der Apps spülen. Mit den Apps fürs iPhone wird Geld verdient! Micropayment funktioniert. Wie Ebay ja bereits vor zehn Jahren bewiesen hat. Auch Xing oder Stayfriends zeigen, dass man mit Micropayment durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen kann. Es muss nur eine adäquate Gegenleistung dafür geben. Dann sind die Menschen auch bereit Geld herauszurücken.

Warum gibt es noch keine kaufbaren Apps für meinen Browser? Warum setzt Microsoft nicht auf einen App-Store für den Internet Explorer? Warum wird nicht der Browser der Zukunft gesucht, der offen ist für die Anbindung von Apps, die sich die Leute selbst aussuchen und kaufen können? Damit würde man ihnen die Möglichkeit geben den Browser zu mehr zu machen wie nur zu einer kostenlosen, funktionierenden Software. Der Browser würde Mehrwerte bieten, die viele gern in Anspruch nehmen. Mit dem iPhone wird auch nicht nur telefoniert und gesurft. Die Leute sind süchtig nach Apps, nach kleinen, hilfreichen Zusatztools. Die können online, aber zum Teil auch offline funktionieren. Gleiches wäre für den Internet Explorer vorstellbar.

Wie genau ein solcher Browser aussehen kann, das sollte man einfach mal die Nutzer dort draußen fragen. Man würde garantiert viele gute Antworten erhalten. Crowdsourcing nennt sich dieses Prinzip! Nokia hat zum Beispiel vorgemacht, wie innovativ die Menschen dort draußen sind, wenn es zum Beispiel darum geht Ideen für neue Handys zu finden.

Warum fragen wir nicht einfach die Internetnutzer, wie sie sich den Browser der Zukunft vorstellen?! Fehlt nur noch ein Sponsor für einen solchen Browser-der-Zukunft-Contest. Microsoft, Adobe, Create or die - bitte melden! Das wäre zu 100% eine spannende Aktion, die allen Seiten Spaß und ganz sicher viele neue, gute Ideen bringt.

29Mai/091

The Google Wave is coming

Autor des Artikels: Matias Roskos

Da ist er endlich, der große Wurf, auf den ich schon so lange gewartet habe. Google Wave ist DER Schritt in die Zukunft und ist aus meiner Sicht eine neue Evolutionsstufe in der Entwicklung des Internets. Google Wave setzt konsequent auf den Entwicklungen und dem Erfolg von Twitter und Facebook auf. Live-Kommunikation wie es sie in dieser Komplexität bisher nicht gibt. Eigentlich hätte man ein solches Projekt von Facebook erwarten können. Doch Google scheint schneller zu sein. Hier die Details die deutlich machen, warum ich glaube, dass Google Wave ein Meilenstein in der Entwicklung des Internets werden könnte:

Google Wave is a real-time communication platform. It combines aspects of email, instant messaging, wikis, web chat, social networking, and project management to build one elegant, in-browser communication client. You can bring a group of friends or business partners together to discuss how your day has been or share files.

Google Wave has a lot of innovative features, but here are just a few:

  • Real-time: In most instances, you can see what someone else is typing, character-by-character.
  • Embeddability: Waves can be embedded on any blog or website.
  • Applications and Extensions: Just like a Facebook (Facebook reviews) application or an iGoogle gadget, developers can build their own apps within waves. They can be anything from bots to complex real-time games.
  • Wiki functionality: Anything written within a Google Wave can be edited by anyone else, because all conversations within the platform are shared. Thus, you can correct information, append information, or add your own commentary within a developing conversation.
  • Open source: The Google Wave code will be open source, to foster innovation and adoption amongst developers.
  • Playback: You can playback any part of the wave to see what was said.
  • Natural language: Google Wave can autocorrect your spelling, even going as far as knowing the difference between similar words, like “been” and “bean.” It can also auto-translate on-the-fly.
  • Drag-and-drop file sharing: No attachments; just drag your file and drop it inside Google Wave and everyone will have access.

Live-Kommunikation; Wiki-Funktionen und damit perfekt geeignet für kollaborative Projekte vor allem im Bereich Crowdsourcing; Opensource, so dass es schnell ein neues Ökosystem um Google Wave herum geben wird inklusive Apps fürs iPhone und für Facebook; Filesharing und und und.

Mehr dazu gibt es auf Mashable. Der ein oder andere wird befürchten, dass es für die Nutzer da draußen zu unübersichtlich, zu mächtig ist. Über solche Äußerungen, die unter anderem auch immer wieder von den StudiVZ-Machern kommen, kann ich nur müde schmunzeln. Für wie blöd hält man den Nutzer da draußen eigentlich? Die Usability muss stimmen. Gar keine Frage. Die Seite muss übersichtlich sein und selbst erklärend. Das bedeutet aber nicht, dass man auf alle Tools verzichten muss. Man muss nur ein gutes Userinterface bauen.

Schade nur, dass Google Wave erst in ein paar Monaten seinen Rollout haben wird.