SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

19Apr/16Off

Wie die besten Blogs Facebook benutzen, um ihre Leser zu erreichen

Autor des Artikels: Gastautor

Facebook startete zwar als soziales Netzwerk, mithilfe dessen Freunde miteinander kommunizieren können und neue Leute kennengelernt werden können. Doch unlängst ist das riesige, weltweite Netzwerk mehr als das: Seit September 2015 Weiterlesen …

2Jul/10Off

Für 1.800 € monatlich wird Fan-Vieh angekarrt

Autor des Artikels: Matias Roskos

[Dies ist ein Gastbeitrag von Timo Maier.]

Mein Name ist Timo Maier. Ich bin hauptberuflich Konzepter für Kommunikationsstrategien im Social Web. Da es sich im Unternehmenssinn hierbei maßgeblich um Öffentlichkeitsarbeit handelt, ist mein Posten im Unternehmen, für das ich derzeit tätig bin, auch innerhalb der PR angesiedelt. Was ich als sehr sinnvoll ansehe, da jeder einzelne Social Media Dienst für die Nutzer, egal ob Neu-, Alt- oder Kunden in spe, immer auf Kommunikation basiert und einen Mehrwert darstellen muss.

Bitte keine Werbung einwerfen!

Jedes Profil in allen sozialen Netzwerken dieser Welt sollte eigentlich den typischen Aufkleber tragen: Bitte keine Werbung einwerfen!

Der Wert einer Marke im Sinne der Social Media, ihre Authentizität mit der sie für die sogenannte ‚Awareness’ sorgt, liegt immer in ihrem Mehrwert begründet. Einfach ausgedrückt heißt das, dass das Angebot so gut sein muss, dass sich die Kunden von ganz allein für selbiges entscheiden. Sicher spielt die Aufstellung sowie die Auffindbarkeit (nicht zuletzt durch SEO) eine zentrale Rolle. Denn wenn man nicht weiß, dass ein Produkt existiert, kann man sich auch nicht dafür entscheiden. Doch die Grundlage der Entscheidung bilden immer die kommunizierten Inhalte, die Diskussion über diese und die Benutzerfreundlichkeit der Online-Dienste, auf welchen die Inhalte veröffentlicht werden.

Die Agentur hingegen, die mir heute ihr Angebot schickte, scheint an so etwas keine Gedanken zu verschwenden – hier geht es lediglich um das Prinzip der steigenden Zahl, ein rein quantitatives Merkmal:

Angebot 1: Pro Kopf-Provision
Jeder neue Fan in der Gruppe [gemeint ist wohl die Fanpage] wird mit „einmalig“ 0,60 € (netto) vergütet. Geben Sie uns direkt einen Auftrag über 100.000 Fans, gebe ich Ihnen noch einen Rabatt von 10 % (0,54 €/Fan). Abgerechnet wird monatlich.

Ein Mensch im sozialen Netzwerk wird mir also für 0,60 € angeboten, 0,54 € wenn ich en Gros bestelle. Aber Vorsicht: „Es ist möglich, dass wir auch mal mehr als 10.000 Fans pro Monat besorgen.

Außerdem lässt sich nicht genau bestimmen, wer über die zweifelhafte Kopfpauschale zu der Marke gekommen ist, so dass eigentlich Option 2 das Mittel der Wahl darstellt:

Angebot 2: Pauschal-Angebot
Hier zahlen Sie für unseren kompletten Service (Facebook – Outsourcing) 1.800 € (netto) im Monat. Dieser Betrag beinhaltet folgende Punkte, die Sie alle nutzen KÖNNEN, aber nicht müssen. Sollten Sie aber auf eine Option verzichten, ist kein Nachlass möglich, weil wir alleine durch die Reichweitengewinnung schon die 1.800 € locker erreichen können!

Facebook-Fan-Vieh für 1.800 € monatlich

Für 1.800 € monatlich wird mir also Fan-Vieh angekarrt. Dies können auch Menschen sein, die rein gar nichts mit der Marke am Hut haben und sich vielleicht für den Klick bezahlen lassen. Eben von jener Agentur, die diese Klicks dann für 0,60 € weiter verkauft.
Die zusätzlichen Leistungen werden hochtrabend als „Kommunikationsstrategie“ betitelt, was „Mo-Fr 1-3 Posts täglich – Am Wochenende reduziert“ meint. Eine Analyseleistung (Auswertung einmal im Monat) und das Erkennen „imageschädigender Posts“ natürlich auch mit inbegriffen.

Ich schreibe noch mal den Preis, nur damit man sich der Wertigkeit des Angebots in vollem Maße bewusst wird: 1.800 € im Monat, Mindestlaufzeit 6 Monate. Natürlich übernimmt die Agentur auch den kompletten Aufbau der Fanpage. Dieses Starterpaket ist dann für den Spottpreis von 2.500 € zu haben. Und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der Support inklusive ist.

Für 13.300 € (netto) erhält ein Unternehmen in einem halben Jahr also Zehntausende von Fans, zu denen kaum eine Bindung besteht. Eingekauftes Klickvieh, dass die Unternehmensseite höchstwahrscheinlich nach Anklicken des ‚Gefällt mir-Buttons’ nie wieder besuchen wird, samt Design, 1-3 Posts täglich (außer natürlich am Wochenende) und einer monatlichen Auswertung.

Der Mülleimer sollte auf solch ein Angebot warten

Da ich persönlich den Ansatz eines respektvollen Miteinanders vertrete, verzichte ich auf die Nennung der Agentur. Dieser Beitrag dient nur einem Ziel, nämlich der Warnung. Sollten Sie als Verantwortliche eines Unternehmens ein solches Angebot bekommen, tun sie gut daran, selbiges sofort in den digitalen Mülleimer wandern zu lassen. Denn Sie werden ganz offensichtlich über den Tisch gezogen!

Leider sind davon zumeist Unternehmen betroffen, die sich mit dem Thema Social Media noch nicht oder nur rudimentär auseinandergesetzt haben. Mein Rat: Stellen Sie qualifizierte Mitarbeiter ein, die konzept- wie analysestark sind und im Bestfall nicht nur projektbezogene Erfahrung mitbringen, sondern auch privat im Social Web (z.B. als Blogger) arbeiten und Kommunikation auf Augenhöhe leben.

Oder wenden Sie sich an eine Agentur, deren Ansatz ein kommunikativer ist, der auf Qualität statt Quantität, auf Mehrwert statt Werbung setzt. Mit allem anderen tun Sie sich keinen Gefallen!

Kommunikation ermöglichen

In erster Linie geht es darum im Unternehmen selbst Synergien zu erzeugen, d.h. Schnittstellen zu den einzelnen Bereichen und den dort angesiedelten Projekten zu schaffen, Strukturen online zu erweitern und Inhalte zu bündeln. Und vor allem Kommunikationsplattformen bereitzustellen, die den Austausch der User / Kunden untereinander fördern und eine direkte Kommunikation der User / Kunden mit dem Unternehmen ermöglichen.

Die Kanäle sollten seitens des Unternehmens mit hochwertigem Content bespielt werden. Transparenz und Kritikfähigkeit sollten zu jedem Zeitpunkt gegeben sein. Gerade eine gepflegte und ausgebildete Kritikfähigkeit ist von fundmentaler Wichtigkeit, eine Eigenschaft, die großen Einfluss auf die Verbesserung eines Produkts, sogar des ganzen Unternehmens haben kann.

Diese rudimentär benannten Punkte machen meiner Ansicht nach den tatsächlichen Mehrwert der Dienste im Social Web aus, für ein Unternehmen wie seine Kunden. Im Optimalfall wird noch Crowdsourcing als Baustein hinzugefügt. Seine Kunden ernst zu nehmen, einen gelebten Dialog anzustreben, sollte für jede Unternehmenskommunikation essentiell sein. Wird dies mit Geduld, Respekt und Beharrlichkeit betrieben, können sich sogenannte „starke Bindungen“ aufbauen.

Lieber 50 Stammkunden

Stellen wir uns einen Einzelhändler vor, der Küchenartikel vertreibt. Wenn besagter Einzelhändler am Ende des Monats nun gefragt werden würde, was ihm lieber sei, 50 Stammkunden, die regelmäßig bei ihm einkaufen, die sich gerne von ihm beraten lassen und wissen, dass sie sich im Problemfall jederzeit vertrauensvoll an ihn wenden können und sogar Hilfe bekommen oder 1.000 Kunden, die statistisch gesehen durch den Laden gestolpert sind - was würde dem Einzelhändler wohl lieber sein?

Eine rhetorische Frage, die eigentlich überflüssig erscheint. Natürlich sollte jederzeit der Aufbau einer Stammkundschaft das vorrangige Ziel sein. Und im Social Web bedeuten Stammkunden nichts anderes als erwähnte starke Bindungen. So evident und kaum einer Erwähnung würdig dieser Mechanismus erscheinen mag, so befremdlich erscheint es doch, wenn man, wie ich beruflich bedingt, Angebote erhält, die sich ungefähr so lesen:

Ich habe mir ihre Fanpage (Facebook) angeschaut und das „Wachstum ist absolut zu wenig und kann sehr stark beschleunigt werden“. Ich kann Ihnen einen Service anbieten, „den Ihnen keine andere Agentur in Deutschland bieten kann“.

Na klar, kann Agentur XY das. Und wie soll dieses exponentielle Wachstum erreicht werden? Ganz einfach:

Durch die „Einsammlung“ aller Personen auf Facebook, die mit der Marke assoziiert und per Monitoring ausfindig gemacht werden. Das heißt unterm Strich nicht das Aufmerksammachen auf die eigenen Dienste in öffentlichen Gruppen oder Interessensseiten. Es meint die aggressive Belästigung privater Personen mittels Anschreiben, in einem Wort: Reklame im Briefkasten, sprich Spam.

Nein Danke.

Timo Maier