6 Tipps zum richtigen Umgang mit der Facebook-Seite / Neonazis auf der Facebook-Seite – Was man alles falsch machen kann.
(siehe auch Nachträge ganz unten)
Was musste ich gestern im Merkur lesen! Neonazis hatten die Facebook-Seite von "Murnau und Das Blaue Land" genutzt und ihren Werbeflyer dort platziert. Ja, das kann passieren. Ist an sich auch nicht weiter wild. Wenn - ja WENN man sich um seine Facebook-Seite kümmert. Das Social Web schläft nicht. Es gibt keine Öffnungszeiten auf Facebook. Und das ist prinzipiell auch gut so. Aber es ist UNERLÄSSLICH, dass eine so wichtige Facebook-Seite permanent überwacht wird! Durch ein erfahrenes Social Media Team. Und der Flyer war laut Merkur vier Tage zu sehen. Das sind mindestens drei Tage zuviel, finde nicht nur ich.
Ich weiß nicht, wie man in Murnau die Facebook-Seite verwaltet. Aber ich rede hier in der Region, in der ich seit dem 1.7.2011 wohne, mit etlichen Touristikern, Hotels und Politikern. Und kann erahnen, was da in Murnau falsch lief. Es ist fatal, wenn man Social Media so nebenbei macht. Und noch nicht richtig damit umgehen kann. Es ist nicht wild, wenn man erst wenig Erfahrungen hat. Aber wenn man noch unerfahren ist, dann holt man sich Profis mit ins Boot. Das ist in jedem Bereich des Berufsalltags so. Im Restaurant kochen Köche und selten der Chef. Einen LKW fährt ein erfahrener Fahrer und nicht der Dispatcher. Die Buchhaltung macht eine gelernte Buchhalterin und nicht der Pressesprecher noch nebenbei. Und so weiter und so fort.
Ja - das kostet Geld. Ist aber auch nicht wirklich teuer. Und was Kollegen von mir und manchmal auch ich selbst höre ist: "Dafür ist kein Budget da." Das Geld wurde meist schon kräftig für Printwerbung ausgegeben. Doch wo sind die Menschen im Jahr 2011? Unter anderem auch ganz massiv online. Nichts gegen Print (Ich mag Print!) - aber die Relationen der Mediennutzung haben sich verschoben. Ist aber noch nicht überall angekommen. Die tägliche Nutzung des Social Web steigt monatlich, auch in Deutschland. Und die Zeit, in der Zeitungen und Zeitschriften gelesen werden, sinkt kontinuierlich. Das ist eine sehr eindeutige Entwicklung der letzten Jahre, die sich weiter fortsetzt.
Was nun ganz konkret wurde womöglich falsch gemacht in Murnau?
1. Die Seite wurde offensichtlich mehrere Tage nicht überwacht.
Das geht nicht! Auch Sonntags sind Menschen auf Facebook aktiv. Ich schaue mehrmals täglich auf die Facebook-Seiten, für die ich verantwortlich bin. Auch am Sonntag. Geht dank iPhone relativ unkompliziert.
Man muss seine Facebook-Seite tatsächlich täglich im Blick haben!
2. Der für die Seite Verantwortliche hat entweder die Benachrichtigung via Email durch Facebook abgestellt. Oder er checkt seine Emails nicht täglich. Beides ist fatal wenn es um das Facebook-Management geht.
Auch wenn der oder die Verantwortliche krank oder im Urlaub ist, muss es jemanden geben, der sich um Facebook und andere Social Media Bausteine kümmert. Zeitnähe ist enorm wichtig beim Agieren im Social Web!
Mit diesen beiden Elementen - regelmäßiges Überwachen der Seite und Emailbenachrichtigung bei Aktivitäten auf der Seite - kann so etwas nicht passieren. Dann würde man solchen Mist wie NPD-Flyer oder auch andere Dinge, die da nichts zu suchen haben, zeitnah löschen. Geht eigentlich ganz einfach. Man muss es nur tun. Und seine Seite im Griff haben.
Alternativ kann man es übrigens auch ausschließen, dass andere an die Pinwand posten. Das lässt sich in Facebook alles einstellen. Was ich allerdings gerade im Bereich Tourismus sehr schade finden würde, dieses Abstellen von "Fremd-Postings".
Für den absolut falschen Weg halte ich das Schließen einer Facebook-Seite, wie es nun im Fall von Murnau von Politikern gefordert wird. Da hört man deutlich heraus, dass aus Unwissenheit irgendwas gesagt wird. Im Merkur ist zu lesen:
Die Verwaltung zieht Konsequenzen aus dem Vorfall: Spezialisten sollen nach Lösungen suchen, um die Sicherheit der Seite zu erhöhen. Zudem wurde der Verweis von der Gemeinde-Homepage auf das Facebook-Angebot gestrichen.
Politiker und Bürger sind über den Vorfall entsetzt. Dritter Bürgermeister Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum) stellt sich die Frage, ob Facebook die richtige Plattform für die Gemeinde ist. „Wen man das nicht kontrollieren kann, sollte man es abschalten.“
Was für Spezialisten "suchen" denn da nach Lösungen? Au Backe. Da gibts nix zu suchen. Es ist denkbar einfach, die Kontrolle über die Seite zu haben. Und: man kann eine Facebook-Seite ganz wunderbar kontrollieren, Herr Bürgermeister! Aber man muss halt tatsächlich wissen, wie. Das ist kein Hexenwerk. Beim Auto weißt auch jeder, wo der Scheibenwischer ist und wo das Licht. Aber Auto fahren darf man auch nur mit Führerschein. Den würde ich mir für Facebook auch manchmal wünschen.
6 Tipps zum richtigen Umgang mit der Facebook-Seite für Touristiker und andere mittelständische Unternehmen
Was empfehle ich Touristikern, egal in welchem Bundesland?
1. Machen Sie die Verantwortlichen in der Touristik-Behörde Weiterlesen …
Die “gestohlene” Facebook-Seite – Innsbruck auf Facebook (Teil 1)
Kann eine Facebook-Seite einfach so von jemand anderem übernommen werden? Samt Fans und Vanity-URL? Kann eine Seite gar gekidnappt werden?
Rechtsanwalt Carsten Ulbricht sagt: eigentlich nicht. Ausführlich schreibt er:
"Für eindeutig rechtswidrig halte ich allerdings die Übergabe des gesamten Accounts inklusive Inhalte und Fans. Bei diesem Vorgang sind rechtliche Argumente, wie etwaige Urheberrechte an den vom bisherigen Accountinhaber erstellten Inhalten, aber auch etwaige Datenschutzrechte der Fans bei der Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit zu berücksichtigen. [...]
Im vorliegenden „Innsbruck“ Fall kommt darüber hinaus noch hinzu, dass man seitens der Verantwortlichen offensichtlich schon seit einiger Zeit von der Existenz der Facebook Seite wusste und sich dafür aber nicht interessiert hat. Als weiteres juristisches Argument könnte daher angeführt werden, dass die Nutzung des Namens geduldet worden ist und insofern nun nicht mehr rechtlich vorgegangen werden kann."
Genau das scheint aber nun geschehen zu sein. Die VanityURL www.facebook.com/Innsbruck wurde an Innsbruck Tourismus übertragen. Und gleichzeitig alle über 16.000 Fans. Innsbruck Tourismus kam auf Nachfrage Weiterlesen …









