SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

7Dez/11Off

6 Tipps zum richtigen Umgang mit der Facebook-Seite / Neonazis auf der Facebook-Seite – Was man alles falsch machen kann.

Autor des Artikels: Matias Roskos


(siehe auch Nachträge ganz unten)

Was musste ich gestern im Merkur lesen! Neonazis hatten die Facebook-Seite von "Murnau und Das Blaue Land" genutzt und ihren Werbeflyer dort platziert. Ja, das kann passieren. Ist an sich auch nicht weiter wild. Wenn - ja WENN man sich um seine Facebook-Seite kümmert. Das Social Web schläft nicht. Es gibt keine Öffnungszeiten auf Facebook. Und das ist prinzipiell auch gut so. Aber es ist UNERLÄSSLICH, dass eine so wichtige Facebook-Seite permanent überwacht wird! Durch ein erfahrenes Social Media Team. Und der Flyer war laut Merkur vier Tage zu sehen. Das sind mindestens drei Tage zuviel, finde nicht nur ich.

Ich weiß nicht, wie man in Murnau die Facebook-Seite verwaltet. Aber ich rede hier in der Region, in der ich seit dem 1.7.2011 wohne, mit etlichen Touristikern, Hotels und Politikern. Und kann erahnen, was da in Murnau falsch lief. Es ist fatal, wenn man Social Media so nebenbei macht. Und noch nicht richtig damit umgehen kann. Es ist nicht wild, wenn man erst wenig Erfahrungen hat. Aber wenn man noch unerfahren ist, dann holt man sich Profis mit ins Boot. Das ist in jedem Bereich des Berufsalltags so. Im Restaurant kochen Köche und selten der Chef. Einen LKW fährt ein erfahrener Fahrer und nicht der Dispatcher. Die Buchhaltung macht eine gelernte Buchhalterin und nicht der Pressesprecher noch nebenbei. Und so weiter und so fort.

Ja - das kostet Geld. Ist aber auch nicht wirklich teuer. Und was Kollegen von mir und manchmal auch ich selbst höre ist: "Dafür ist kein Budget da." Das Geld wurde meist schon kräftig für Printwerbung ausgegeben. Doch wo sind die Menschen im Jahr 2011? Unter anderem auch ganz massiv online. Nichts gegen Print (Ich mag Print!) - aber die Relationen der Mediennutzung haben sich verschoben. Ist aber noch nicht überall angekommen. Die tägliche Nutzung des Social Web steigt monatlich, auch in Deutschland. Und die Zeit, in der Zeitungen und Zeitschriften gelesen werden, sinkt kontinuierlich. Das ist eine sehr eindeutige Entwicklung der letzten Jahre, die sich weiter fortsetzt.

Was nun ganz konkret wurde womöglich falsch gemacht in Murnau?

1. Die Seite wurde offensichtlich mehrere Tage nicht überwacht.
Das geht nicht! Auch Sonntags sind Menschen auf Facebook aktiv. Ich schaue mehrmals täglich auf die Facebook-Seiten, für die ich verantwortlich bin. Auch am Sonntag. Geht dank iPhone relativ unkompliziert.
Man muss seine Facebook-Seite tatsächlich täglich im Blick haben!

2. Der für die Seite Verantwortliche hat entweder die Benachrichtigung via Email durch Facebook abgestellt. Oder er checkt seine Emails nicht täglich. Beides ist fatal wenn es um das Facebook-Management geht.
Auch wenn der oder die Verantwortliche krank oder im Urlaub ist, muss es jemanden geben, der sich um Facebook und andere Social Media Bausteine kümmert. Zeitnähe ist enorm wichtig beim Agieren im Social Web!

Mit diesen beiden Elementen - regelmäßiges Überwachen der Seite und Emailbenachrichtigung bei Aktivitäten auf der Seite - kann so etwas nicht passieren. Dann würde man solchen Mist wie NPD-Flyer oder auch andere Dinge, die da nichts zu suchen haben, zeitnah löschen. Geht eigentlich ganz einfach. Man muss es nur tun. Und seine Seite im Griff haben.

Alternativ kann man es übrigens auch ausschließen, dass andere an die Pinwand posten. Das lässt sich in Facebook alles einstellen. Was ich allerdings gerade im Bereich Tourismus sehr schade finden würde, dieses Abstellen von "Fremd-Postings".

Für den absolut falschen Weg halte ich das Schließen einer Facebook-Seite, wie es nun im Fall von Murnau von Politikern gefordert wird. Da hört man deutlich heraus, dass aus Unwissenheit irgendwas gesagt wird. Im Merkur ist zu lesen:

Die Verwaltung zieht Konsequenzen aus dem Vorfall: Spezialisten sollen nach Lösungen suchen, um die Sicherheit der Seite zu erhöhen. Zudem wurde der Verweis von der Gemeinde-Homepage auf das Facebook-Angebot gestrichen.

Politiker und Bürger sind über den Vorfall entsetzt. Dritter Bürgermeister Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum) stellt sich die Frage, ob Facebook die richtige Plattform für die Gemeinde ist. „Wen man das nicht kontrollieren kann, sollte man es abschalten.“

Was für Spezialisten "suchen" denn da nach Lösungen? Au Backe. Da gibts nix zu suchen. Es ist denkbar einfach, die Kontrolle über die Seite zu haben. Und: man kann eine Facebook-Seite ganz wunderbar kontrollieren, Herr Bürgermeister! Aber man muss halt tatsächlich wissen, wie. Das ist kein Hexenwerk. Beim Auto weißt auch jeder, wo der Scheibenwischer ist und wo das Licht. Aber Auto fahren darf man auch nur mit Führerschein. Den würde ich mir für Facebook auch manchmal wünschen.

6 Tipps zum richtigen Umgang mit der Facebook-Seite für Touristiker und andere mittelständische Unternehmen

Was empfehle ich Touristikern, egal in welchem Bundesland?

1. Machen Sie die Verantwortlichen in der Touristik-Behörde Weiterlesen …

17Mrz/11Off

Nicht jeder braucht eine Facebook-Seite

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ist es Blasphemie, wenn ich sage, dass nicht jedes Unternehmen und nicht jede Agentur eine eigene Facebook-Seite braucht? Vermutlich sehen das viele Berater (bin ja selbst einer) und Agenturen so. Da muss ich dann durch. Also ganz klar: nicht jeder - egal ob Marke, Unternehmen oder Agentur - braucht wirklich eine Facebook-Seite.

In den letzten Monaten konnte man den Eindruck gewinnen, dass es für jede Marke unablässig sei, sich eine Facebook-Seite einzurichten. Gefühlte 40% davon werden allerdings nicht gepflegt. Sie sind da, verwahrlosen dann aber. Das zeigt mir: dort wurde das Social Web - und Facebook als einem möglichen Kanal darin - nicht verstanden. Denn: das Social Web ist ein Kommunikationsraum. Das bedeutet wiederum, dass man bereit sein muss zur Kommunikation.

Facebook ist kein weiteres Sender-Marketing-Tool, mit deren Hilfe man einen TV-Spot oder einen Werbe-Slogan platzieren kann und gut ist es. Man kann sicherlich ein Video platzieren. Gut gemachte, witzige Videos sind sehr beliebt im Social Web (siehe BlendTec oder Doritos). Man muss dann aber mit Reaktionen rechnen. So wie es OldSpice vorgemacht hat. Und sollte auf diese auch eingehen. Ansonsten wird man unglaubwürdig.

Eine eigene Facebook-Seite macht also nur Sinn, wenn Sie diese als Kommunikationsbaustein verstehen und bereit sind Kommunikationslässe zu schaffen und aktiv Kommunikation zu betreiben. Tag für Tag, Woche für Woche. Und nicht nur ab und zu, wenn es zeitlich gerade mal passt.

Viel wichtiger als einfach ne Seite in Facebook rein zu klatschen ist es, seine potentiellen Influencer zu kennen und Zeit in einen Beziehungsaufbau zu stecken. Und für eine denkbare Social Media Strategie gibt es viele verschiedene, denkbare Bausteine und Szenarien. Facebook ist darin vermutlich nur EIN denkbarer Baustein in Ihrer neuen Kommunikationsstrategie.

14Mrz/11Off

Cajong is nothing – 1.500 Facebook-Fans in 5 Tagen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Kennen Sie Cajong? Nicht? Können Sie auch nicht. Denn Cajong ist nichts. Es ist eine von mir erfundene Marke. Okay, es gab mal ein Projekt namens Cajong, dass ich vor ein paar Jahren zusammen mit Martin Oetting ins Leben gerufen hatte. Aber Cajong ist schon seit Jahren nicht mehr existent. Ich habe also der Einfachheit halber nur Logo und Namen genommen und auf Facebook ein Experiment gestartet.

Ich habe vor fast einem Jahr die "German Brands on Facebook" als Facebook-Charts entwickelt. Um zu zeigen, welche für den deutschsprachigen Markt relevanten Marken auf Facebook aktiv sind. Demnächst werden wir dieses Projekt übrigens weiter ausbauen und tägliche Facebook-Charts liefern! Gemessen werden dabei allerdings (bisher) nur die Anzahl der Fans. Doch wie aussagekräftig sind die reinen Fanzahlen?

In letzter Zeit gibt es immer mehr schnell und stark wachsende Facebook-Seiten. Heidi, das schielende Opossum, die Stuttgart21-Seiten oder die Pro-und-Contra-Guttenberg-Geschichten. Auf Facebook ist mächtig was los in Deutschland. Dabei wird immer wieder gemunkelt, dass das manchmal nicht mit rechten Dingen zugeht.

Eins vorweg: ich behaupte NICHT, dass auf irgendeiner Seite die ich kenne geschummelt wird oder was nicht mit rechten Dingen zugeht. Darüber habe ich keine Kenntnis und möchte hier auch keine Vermutungen anstellen. Ich möchte ausschließlich über mein kleines Cajong-Experiment berichten.

Start des Cajong-Experiments auf Facebook

Ich habe also am Samstag, 5. März 2010, eine Facebook-Seite mit dem Namen Cajong eingerichtet. Ich habe via Statusmeldung meine Facebook-Kontakte darum gebeten, dieser Seite zu folgen, damit ich schnell eine sogenannte VanityURL beantragen kann. Innerhalb von fünf Stunden hatte ich 25 Fans beisammen und konnte http://www.facebook.com/Cajong anmelden als URL. Danke nochmal an alle, die diesen Spaß mitgemacht haben!

So sah die Seite dann Sonntag morgen aus.

Start von Cajong auf Facebook

Dann startete ich mein Experiment. Mein Ziel war es möglichst schnell 1.000 Fans "einzusammeln". Am Montag, zwei Tage nach Start, hatte ich knapp über 100 Fans. Am Dienstag morgen waren es dann bereits über 500 Fans. Dienstag Abend hatte ich mein Ziel erreicht: 1.000 Fans. Nach nur vier Tagen. Am Mittwoch, fünf Tage nach Seiten-Start, stieg die Zahl bis auf 1.550 Fans, bis ich das Experiment vorerst stoppte.

1.500 Fans auf Facebook in 5 Tagen

Mir war es also gelungen, innerhalb von fünf Tagen mehr als 1.500 Fans auf einer Facebook-Seite zu versammeln. Auf einer Seite, die außer einem Namen und mir als Admin nichts zu bieten hatte. Erstaunlich? Ja, erstaunlich. Ich war selbst ein wenig überrascht, wie extrem gut und wie extrem schnell das Wachstum vonstatten ging.

Nochmal: niemand Weiterlesen …

28Okt/10Off

Die „gestohlene“ Facebook-Seite – Innsbruck auf Facebook (Teil 1)

Autor des Artikels: Matias Roskos

Kann eine Facebook-Seite einfach so von jemand anderem übernommen werden? Samt Fans und Vanity-URL? Kann eine Seite gar gekidnappt werden?

Rechtsanwalt Carsten Ulbricht sagt: eigentlich nicht. Ausführlich schreibt er:

"Für eindeutig rechtswidrig halte ich allerdings die Übergabe des gesamten Accounts inklusive Inhalte und Fans. Bei diesem Vorgang sind rechtliche Argumente, wie etwaige Urheberrechte an den vom bisherigen Accountinhaber erstellten Inhalten, aber auch etwaige Datenschutzrechte der Fans bei der Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit zu berücksichtigen. [...]

Im vorliegenden „Innsbruck“ Fall kommt darüber hinaus noch hinzu, dass man seitens der Verantwortlichen offensichtlich schon seit einiger Zeit von der Existenz der Facebook Seite wusste und sich dafür aber nicht interessiert hat. Als weiteres juristisches Argument könnte daher angeführt werden, dass die Nutzung des Namens geduldet worden ist und insofern nun nicht mehr rechtlich vorgegangen werden kann."

Genau das scheint aber nun geschehen zu sein. Die VanityURL www.facebook.com/Innsbruck wurde an Innsbruck Tourismus übertragen. Und gleichzeitig alle über 16.000 Fans. Innsbruck Tourismus kam auf Nachfrage Weiterlesen …

27Sep/10Off

Fehler bei Facebook-Anmeldung mit info@

Autor des Artikels: Matias Roskos

Der ein oder andere wird es schon gemerkt haben. Und viele sind daran bereits verzweifelt, wie ich selbst von einigen Kunden weiß. Möchte man sich bei Facebook anmelden, funktionieren Emails mit dem Anfang „info@" nicht! Facebook akzeptiert diese Emails nicht. Auch nicht, wenn man bereits einen Account hat und nun die Email-Adresse auf eine info@irgendwas ändern möchte.

Facebook-Anmeldung mit info@

Besonders ärgerlich ist dies für viele Hotels und Pensionen, bei denen info@ besonders beliebt ist. Nun könnte man argumentieren, dass Weiterlesen …