SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

12Jan/11Off

Wer ist verantwortlich für die Strategie einer Community?

Autor des Artikels: Matias Roskos

Im Zusammenhang mit meinem Artikel Die 7 wichtigsten Aufgaben eines Community Manager – führende Experten geben Auskunft kam die Diskussion auf, wer für die strategische Planung des Communityaufbaus und des Communitywachstums zuständig ist. Für solche kritischen und zugleich kontroversen Diskussionen liebe ich das Social Web. Danke für die Anregungen, Johannes und Dirk. Auch wenn ich Eurer Kritik nicht zu zustimmen kann.

Bei allen sieben von mir befragten Community Managern spielte in der Aufgabenbeschreibung des Community Managers Strategie eine eher untergeordnete Rolle. Andere Dinge stehen im Vordergrund. Vor allem die tägliche Arbeit, die permanente Kommunikation in und mit der Community.

Wer ist zuständig für die Community-Strategie?

Dies kann ganz unterschiedlich sein. Wünschenswert ist es auf jeden Fall, dass der Community Manager in die strategischen Planungen eng eingebunden wird. Zu jedem Zeitpunkt. In der Phase des Communityaufbaus genauso wie beim Communityausbau und bei Social Media Kampagnen, bei denen die Community involviert werden soll.

Oft ist es auch üblich, dass der künftige Community Manager entscheidend am Strategiekonzert mitarbeitet und den Communityaufbau federführend mitgestaltet. Oft, aber nicht immer. Aus meiner Erfahrung der letzten drei Jahre weiß ich, dass auch erst während der Planung der bzw. die passenden Community Manager und Community Managerinnen gefunden werden. Und immer wieder auch kommt es vor, dass in der ersten Phase des Communityaufbaus (meist 3 - 6 Monate) aus der Community heraus Community Manager gewonnen werden, die sich vorher als besonders aktiv und zugleich geeignet heraus kristallisiert haben. Oft ein Idealfall, den man aber nicht immer voraussetzen kann und sollte.

Selten aber ist ein Community Manager ein Theoretiker. Jemand der gern Konzepte schreibt und Ideen zu Papier bringt, mit denen dann die Verantwortlichen im Unternehmen (und damit letztendlich auch die Geldgeber - ich weiß wovon ich rede...) überzeugt werden sollen.

Die meisten Community Manager lieben das Arbeiten in der Praxis und lassen ihre Erfahrungen und Weiterlesen …

12Jan/10Off

Warum die Leute nichts für Qype und andere Portale schreiben

Autor des Artikels: Matias Roskos

Zwischen den Feiertagen sitzt man oft mit Freunden und Familiemitgliedern zusammen und redet über alles mögliche. Oft habe ich mich dann auch in Restaurants und Cafés getroffen. Und selbstverständlich redet man dabei heutzutage auch übers Web 2.0, Facebook, Twitter, Bloggen und so weiter.

Wenn man in einem Restaurant sitzt, kommt bei mir automatisch auch der Gedanke: „Schreibe ich dazu jetzt was auf Qype?“ Meine Antwort ist meist „Nein.“. Bei diesen Gesprächen zwischen den Feiertagen habe ich dann auch meine Freunde gefragt, ob sie was auf Qype schreiben. Erstaunlich fand ich, wie viele schon von Qype gehört hatten. Einigen musste ich erklären worum es geht. Bei diesen Gesprächen tauchte dann immer wieder eine zentrale und entscheidende Frage auf: „Warum sollte ich auf Qype was schreiben?

Wo ist der Mehrwert?

So ungefähr geht es mir selbst auch. Warum? Was habe ich davon? Wo ist der Mehrwert? Qype steht hier nur exemplarisch für viele andere Bewertungsportale. Es gibt so viele Bewertungsportale da draußen, die alle unter dem gleichen Problem leiden. Sorry, Qype, dass ich schon wieder euch heraus picke. Ich hoffe, ihr seht das positiv. Denn über euch wird geredet. Das ist ein an sich gutes Zeichen.

Es gibt sie – diese Mehrwerte auf Qype. Es gibt gute Gründe, warum man was auf Qype schreiben sollte. Dessen bin ich mir bewusst. Ich kann meine Tipps zu guten gastronomischen Einrichtungen easy weiter teilen auf Facebook und Twitter. Ich kann so meine favorisierten Restaurants sammeln und mit Freunden teilen. Ich kann auch was Gutes tun, in dem ich Restaurants gut bewerte in denen ich mich wohlgefühlt habe. Und genau das ist auch der Hauptgrund, warum ich immer mal wieder was schreibe oder ein Bild hochlade. Aber ich gebe es zu, ich tue dies eher selten.

Die Leute machen zu wenig mit bei zahlreichen durchaus spannenden Web-Startups. Es fehlt die Motivation der Menschen. Man kann nicht omnipräsent sein im Netz. Es ist schier unmöglich aktiv zu agieren auf seinem bevorzugten Social Network (bei mir ist das Facebook), möglicherweise seinem Bilder-Account bei Flickr, seinem eigenen Blog und vielleicht noch in ein oder zwei Foren für Spezial-Themen. Dazu gibt es auch noch Email. Und dann ist da ja auch noch das echte Leben mit Job, Familie, Haushalt und allem was dazu gehört.

Der Wikipedia-Vergleich

Aber auf Wikipedia schreiben ja auch Tausende von Menschen, jeden Tag. Dann muss das bei uns doch auch funktionieren.“ Diese Sätze höre ich immer wieder. Und sicherlich gehört Qype zu den Portalen, die einigermaßen funktionieren, was die Community angeht. Aber Qype ist nicht Wikipedia. Das bedeutet ganz konkret: Wikipedia ist ein nichtkommerzielles Projekt, bei dem die Leute mitmachen um an einer gigantischen, weltweiten Wissenssammlung mitzuarbeiten. Aus Spaß. Und für "Ruhm und Ehre". Es geht auch ein Stück um das Erarbeiten eines Expertenstatus dort.

Qype dagegen ist, wie fast alle Portale im Web, ein kommerzielles Projekt. Das macht durchaus einen gewaltigen Unterschied für die Nutzer. Es geht dabei ums Image eines Portals. Bei einem Open Source Projekt macht man viel eher mit wie bei einem Webprojekt hinter dem ein Startup steckt.

Der kommerzielle Background ist aber sicherlich kein Killerkriterium. Wenn es gelingt ein spannendes Portal an den Start zu bringen, dass den Leuten echte Mehrwerte bietet, steht einem Erfolg an sich nichts im Weg. Aber – die alles entscheidende Frage muss von jedem Portalbetreiber beantwortet werden:

Was hat der Nutzer von seiner aktiven Teilnahme?

Diese Frage wird ganz offensichtlich selten gestellt und meist unzureichend beantwortet. Es müssen echte Mehrwerte geschaffen werden. Dann und nur dann wird man langfristig eine starke und vor allem spannende Community aufbauen. Und damit letztendlich erfolgreich sein.