SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

18Feb/12Off

HolidayCheck kürt die beliebtesten Hotels weltweit

Autor des Artikels: Matias Roskos

HolidayCheck hat sich in den letzten Jahren zum wichtigsten deutschsprachigen Portal für Hotelbewertungen entwickelt. Davor ziehe ich zuerst einmal meinen Hut!

Seitdem ich in Garmisch-Partenkirchen wohne, höre ich immer wieder Kritik am Portal. Viele Hoteliers fühlen sich nicht fair behandelt, mit Blick auf die Bewertungen einiger Nörgel-Besucher. Doch den Schwarzen Peter an der Stelle HolidayCheck zuzuschieben, halte ich für unfair. Viel wichtiger wäre es eigentlich, dass Hotelbetreiber und Restaurant-Inhaber endlich lernen clever und engagiert mit den für sie relevanten Social Media Bausteinen umzugehen! Doch davon wollen die wenigsten etwas hören. Für sie ist das alles mehr oder weniger Teufelswerk. Schade. Aber ein Wandel wird auch hier stattfinden. Denn sie spüren mittlerweile die enorme Relevanz bei der Wahl des Urlaubsdomizils oder des abendlichen Ausgeh-Tipps. Man braucht nur Google nutzen und stellt sehr schnell fest, wie wichtig es ist auf Bewertungsplattformen wie HolidayCheck und anderen eine gute Reputation vorweisen zu können.

Nun vermeldet das Hotelbewertungsportal, dass sie die 99 beliebtesten Hotels weltweit gekürt haben. Diese wurden auf der Basis von mehr als 530.000 Hotelbewertungen aus dem Jahr 2011 ermittelt und dann zusätzlich in sieben verschiedene Kategorien unterteilt: Nr. 1 des Landes, Badeurlaub, Städtereise, Wintersport, Wellness/Wandern, Familie und Paare.

Wenn man sich alle Rubriken und alle Gewinner anschaut, dann stellt man erst einmal fest, dass unter den 99 Hotels nur insgesamt sieben Stück aus Deutschland kommen. Bei einem deutschsprachigen Portal hätte ich mit einer deutlich höheren Quote gerechnet. Woran liegt das? Weil wir Deutschen so gern im Urlaub ins Ausland reisen? Oder weil die deutschen Hotels qualitativ im Schnitt eher mittelmäßig sind? Ich weiß es nicht. Hier wäre eine Auswertung der Daten durch HolidayCheck sicherlich extrem spannend. Unter dem Fokus: Wie gut sind die deutschen Hotels im Vergleich weltweit.

Die Nummer 1 bei HolidayCheck 2011 für Deutschland

Nr. 1 des Landes für Deutschland kommt aus München. Glückwunsch an das Schiller 5 Hotel & Boardinghouse. Ich hätte nicht gedacht, dass die Nummer 1 in einer Großstadt liegt.
Gesamtbewertung: 5.6
Weiterempfehlung: 98.4%

HolidayCheck Award 2012 - Deutschland

Für Österreich kommt die Nr. 1 aus Saalfelden. Es ist Weiterlesen …

23Nov/10Off

Das Qype von Google: Hotpot

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es könnte eng werden für Qype, Yelp (die hier in Deutschland noch nicht so richtig Fuß fassen konnten) und andere Local Based Bewertungsportale in den kommenden 12 Monaten. Denn: Google greift auf diesem Segment massiv an. Oder probiert es zumindest. Wie wir an Google Wave gesehen haben, stampfen sie ein Projekt auch genau so schnell wieder ein, wenn es nicht läuft wie erhofft.

Google Maps ist schon seit geraumer Zeit extrem erfolgreich. Dort wurden Bewertungen von anderen Portalen schon seit einiger Zeit mit angezeigt. Eine wunderbare Sache für diese Bewertungsportale. Denn Google sorgte so für zusätzlichen Traffic. Immer mehr Menschen kennen, lieben und nutzen Google Maps.

Darauf baut nun Hotpot auf. Hotpot zeigt Ihnen Bewertungen zu Locations an. Diese werden witzigerweise vor allem von Qype aggregiert, aber auch von anderen Seiten. Auf den ersten Blick sehe ich noch cityguide.com und Prinz.de. Aber auch Bilder aus Google Streetview scheinen integriert zu sein, wenn ich das richtig erkenne.

Ohne, dass Qype oder andere Content-Sammelbecken sich dagegen wehren könnten. Sie wollen ja von Google gefunden und verlinkt werden. Google ist die Haupt-Traffic-Maschine des Internets. Auch im Jahr 2010.

Ob diese Entwicklung nun gut oder schlecht ist für Qype? Glücklich ist man mit Hotpot sicherlich nicht. Denn Geld verdient man ja unter anderem mit Werbung, die auf Qype angezeigt wird. Bleiben die Menschen nun auf Hotpot, sehen sie keine auf Qype eingeblendete Werbung oder bezahlte Einträge auf Qype.

So schaut die Suche nach meinem aktuellen Lieblings-Mittagsrestaurant im Friedrichshain bei Hotpot und bei Qype aus.

Google Hotpot

Qype - Datscha im Friedrichshain

Das finde ich eine faszinierende Entwicklung. Die für Qype, Yelp oder womöglich auch Holidaycheck heftige Einschneidungen bedeuten kann. Ich betone: kann. Denn mittelfristig verlieren sie durch Hotpot Traffic, den ihnen vorher Google bereitwillig zugeführt hat. Nun versucht Google einen Großteil dieses durch Suche erzeugten Traffics bei sich zu behalten.

Warum? Zum einen, weil sie den Suchenden Klicks ersparen und mehr Service liefern möchten. Und - selbstverständlich - weil sie darauf aufbauend wiederum mehr Geld über Werbeanzeigen direkt auf Google-Seiten verdienen möchten. Nicht unclever die Google-Jungs und -Mädels.

Ich bin gespannt, wie sich Hotpot entwickelt (die deutsche Version kommt demnächst) und wie Qype, Yelp & Co. darauf reagieren. Good luck, Qype! Vielleicht bahnen sich da ja auch ganz neue Kooperationen an. Sinn würde es auf jeden Fall für alle Seiten machen. Wenn Google bereit ist abzugeben. Oder Qype letzten Endes zu kaufen...

24Sep/10Off

Der Qype-Schock: Ein Jahr danach / Ich liebe Qype Radar – Qype aber ist weiterhin viel zu passiv

Autor des Artikels: Matias Roskos

Qype habe ich in der Vergangenheit mehr als einmal stark kritisiert. Warum? Weil ich es von seiner Grundstruktur her für ein großartiges Crowdsourcing-Projekt halte. Und Crowdsourcing nun mal mein Lieblingsgebiet ist, über das ich mir viel Gedanken mache und immer mehr Unternehmen beratend oder auch projektbegleitend unterstütze. Und Qype könnte aus meiner Sicht einige Dinge deutlich besser machen, vor allem im Bereich Community-Incentivierung und Anreizsystheme.

Ich mag Qype. Und nutze es immer mal wieder gern. Manchmal funktioniert es gut, manchmal überhaupt nicht. Wenn ich unterwegs bin und ein nettes Café oder Restaurant suche. Und manchmal lade ich auch selbst Bilder hoch und schreibe etwas zu der Location, in der ich mich gerade aufhalte. Auch wenn ich mich immer wieder frage: wozu? Die Mehrwerte reichen mir nicht. Und vielen meiner Freunde auch nicht. Darum schreiben sie nichts auf Qype. Die Ansprüche an die Plattformbetreiber sind gestiegen in den vergangenen Jahren. Da kann man nicht immer alles an die Community delegieren wollen.

Aber das neue Qype Radarist schon ein paar Monate alt, ich weiß – motiviert mich deutlich stärker aktiv zu sein. Darum: ein dickes Lob für die iPhone-App Qype Radar! Die es natürlich auch für Smartphones mit einem Android-Betriebssystem gibt. Eine gut gemachte Software, deren Usability verdammt gut ist, senkt deutlich die Hürden für Aktivität. Wie ich an mir selbst merke. Wenn es schnell und einfach geht etwas zu schreiben oder ein Bild hoch zu laden, dann macht man dies viel eher.

Qype Radar 2010

Man hat bei Qype nun auch eine Checkin-Funktion eingeführt, wie sie Social Media Nerds schon von Foursquare, Gowalla und anderen kennen. Das macht noch wenig Sinn, weil viel zu wenig Freunde Qype nutzen. Auf Facebook, wo der Launch dieser Checkin-Funktion für Deutschland kurz bevorsteht, macht das schon deutlich mehr Sinn. Sehen, wer von den eigenen Freunden gerade in der Nähe ist. Sinnvoll und von mir sicherlich in der Zukunft auch genutzt.

Vielleicht würde hier perspektivisch ein Verknüpfen dieser Ortungs-Funktion von Qype mit Facebook-Places Sinn machen? Warten wir es ab.

Das neue Qype Radar ist deutlich verbessert in der Usability. Es macht Spaß Bilder hoch zu laden! Was ich für elementar wichtig halte. Denn der Mensch ist nun mal ein visuelles Wesen. Und ich schaue mir gern Bilder von einem Restaurant an, bevor ich dorthin gehe. Aber es gibt noch viel zu wenig Bilder auf Qype? Warum nutzt man hier nicht Schnittstellen zu Flickr oder auch Facebook? Und zeigt passende Bilder an, die dort hochgeladen wurden? Nur so eine Idee... Ich selbst lade, wenn ich als Social Media Reporter unterwegs bin, viele Bilder auf Flickr hoch. Da hab ich dann keine Lust mehr, sie auch noch auf Qype oder anderen Bewertungsportalen separat hochzuladen. Würd mich aber dennoch freuen, wenn sie auch dort zu finden sind.

Klasse finde ich auch die Kartenfunktion, mit der mir Qype Radar nicht nur in einer Liste, sondern auch in einer Kartenfunktion die entsprechenden Orte in der näheren Umgebung anzeigt. Das hilft, sich in einer fremden Stadt zu orientieren.

Was mich total nervt, ist die Einordnung in Rubriken, die nur bedingt funktioniert. Immer wieder passiert es mir, dass ich in einem Café sitze, dieses aber nicht unter „Cafés & Coffee Shops“ finde. Sondern dann nach längerem Suchen unter „Bars & Kneipen“ oder unter „Fast Food & Imbiss“. Hier würde es helfen, wenn die Suche stärker mit Tags (also Schlagworten) kombiniert wird und man Locations in mehrere Rubriken - Café + Restaurant zum Beispiel - einsortieren könnte. Damit sie auch wirklich gefunden werden. Denn darum muss es doch gehen: dass Menschen passende Locations finden! Schnell und unkompliziert.

Was ich auch weiterhin nicht leiden kann, sind Orte, bei denen die Daten eindeutig aus einem Branchenbuch gezogen wurden, es aber keine Fotos oder Bewertungen gibt. Das hatte ich bereits letztes Jahr heftig kritisiert. Ich bin gerade in Garmisch-Partenkirchen und muss feststellen: Wirklich passiert ist in der Richtung nichts. Hier würde eine spannende Kampagne Sinn machen, um Nutzer zu motivieren noch undokumentierte Lokalitäten mit virtuellem Leben zu füllen. "Leaduser ausfindig machen und stärker involvieren" heißt dies in meinen Vorträgen und Workshops.

Noch immer bleibt meine Kritik: die Community wird durch Qype viel zu wenig eingebunden. Qype verhält sich viel zu passiv gegenüber den Mitgliedern und dem Social Web. Man lässt vieles laufen und hofft, dass die Community von allein funktioniert. Tut sie auch. Aber nur in Ballungsräumen. Doch gerade in nicht so stark frequentierten Gegenden brauche ich doch gute Informationen! Nischen müssen besetzt werden. Ich denke da zum Beispiel an „Schmilka“ in Sachsen. Dort gibt es einiges zu entdecken. Ich war ja gerade erst da. Dies nur ein Beispiel von vielen.

Den Fokus derartig stark auf die Technik (und die Expansion in andere Länder) und weniger auf die Community zu lenken, ist ein großer Fehler, den nur allzu viele Internetprojekte tun. Und der mittelfristig schädlich sein wird für eine Social Media Plattform.

Dennoch: Qype Radar ist eine mittlerweile erstklassige App, die ich super gern nutze! Bitte weiter so. Und irgendwann vielleicht auch mit spannender, funktionierender Incentivierungsstragie, um Menschen in „Nischen-Regionen“ zu motivieren sich aktiv einzubringen und die Plattform weiter mit Leben zu füllen. Denn Social Media bedeutet, dass Menschen sich aktiv einbringen und ein gelebtes Geben und Nehmen stattfindet. Erst dann werden Crowdsourcing-Projekt wie Qype und andere ihre wirkliche Kraft voll entfalten können.

4Nov/09Off

Aufruf zum proaktiven Dialog vom Qype-Communitymanager

Autor des Artikels: Matias Roskos

Der (bisher erschreckenderweise einzige) Communitymanager von Qype, Stephan ‘Moe’ Mosel, hat einen langen und verdammt guten Beitrag zum Thema "Bewertungsportale effektiv als Unternehmer nutzen" geschrieben. Nachdem ja gerade auch Qype von mir heftig kritisiert wurde in diesem Beitrag, möchte ich ausdrücklich betonen, wie richtig und gut ich diese Worte aus dem Hause Qype finde. Ich kann in allen Punkten zustimmen. Allerdings ohne meine im August geäußerte Kritik außer acht zu lassen. Denn auch eine community-orientierte Bewertungs-Plattform (die nicht nur mit Bots Daten irgendwo anders im Netz aggregiert) muss aus meiner Sicht mehr investieren um Nutzer - und das sollten auch die Destinations, Restaurants, Geschäfte sein - zu motivieren sich einzubringen. Sicherlich stehen wir noch immer ganz am Anfang einer Entwicklung. Auch dies betont Stephan Mosel ganz richtig.

Stephan Mosel ruft die Unternehmen zum proaktiven Dialog auf und schreibt:

Bewertungsplattformen haben nun aber den sagenhaften Vorteil, dass sie Bewertungen zusammenführen können, leicht auffindbar machen, ein vertrauenswürdiges Netzwerk zwischen Usern auf der Platform unterstützen (denn eine Bewertung ohne Community erscheint mir fast wertlos), und darüber hinaus auch Unternehmern viele Chancen geben, dies proaktiv zu nutzen. Denn wenn man schon bewertet wird, möchte man einerseits ja in der Lage sein, dies mitzubekommen und darauf reagieren zu können, aber andererseits auch proaktiv sich bzw. sein Unternehmen ansprechend darstellen, so dass man auf der Plattform selbst und auch via Google gut gefunden wird. So generiert man neue Kunden im Web.

Genau so ist es. Und die wenigsten Unternehmen haben das bisher verstanden. Es findet Kommunikation im Web 2.0 statt. Ob es einem nun passt oder nicht. Und man kann Augen und Ohren verschließen. Oder man kann die Chancen nutzen und in einen echten Dialog mit seinen Kunden treten. Hierfür sind Bewertungsplattformen wie Qype, Tipsbytrips und andere bestens geeignet.

Noch besser ist eine gut durchdachte und mittelfristig angelegte Social Media Strategie, bei der ein Social Media Team aufgebaut wird und bei dem mehrere für das Unternehmen sinnvolle Bausteine (das können Facebook, Twitter, ein Corporate Blog, Bewertungsplattformen, Flickr, Youtube und etliche andere Kanäle im Web 2.0 sein) integriert werden. Dies kann und sollte helfen Mundpropaganda zu erzeugen und auch unter dem Gesichtspunkt Onlinemarkerting/Viralmarketing beleuchtet und konzipiert werden. Wenn man es nicht selbst tut - die Konkurrenz wird es tun.