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4Feb/09Off

Viraldesaster für die Deutsche Bahn

Autor des Artikels: Matias Roskos

Der Deutschen Bahn gehts zur Zeit nicht gut. Zumindest was die Außenwirkung anbelangt. Die nackten Zahlen sollen ja gar nicht so schlecht sein nach etlichen Preiserhöhungen, wie man hört. Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich übrigens in einem ICE, freue mich über das bequeme Reisen und ärger mich gleichzeitig darüber, das es im ICE kein Internet gibt. Selbst meine Surfbox hat Probleme eine Verbindung zu bekommen.

Die Deutsche Bahn ist aktuell ein perfektes Beispiel wie man im Internet NICHT agieren sollte. Sie hat sich in ein wunderbares PR-Desaster gefahren. Worum geht es. Eines der besten und auch von mir hochgeschätzten Weblogs, Netzpolitik.org, hat ein Dokument online gestellt, das der Deutschen Bahn schwer im Magen liegt. Mit Hilfe einer massiven Abmahnung hat man versucht dieses Dokument wieder offline zu bekommen. Was natürlich nicht gelungen ist. Mir ist auch nicht klar, was man sich davon versprochen hat. Es war klar, dass das kam, was passierte bei einem Blog wie Netzpolitik.org und einem ausgewiesenen Internetexperten wie Markus Beckedahl. In einem der Artikel, in dem er das Abmahnungsschreiben veröffentlicht hat, gibt es über 280 Kommentare. Auf Twitter ist es ein ganz heißes Thema. Über 100 Blogs verlinken mittlerweile auf diesen Artikel, sagt Rivva! Mittlerweile wurde auch die Presse durch die gewaltige Sympathiewelle für Markus Beckedahl aufs Thema aufmerksam. Das Ganze ist für die Deutsche Bahn nun noch deutlich peinlicher als vorher. Und erreicht hat die Deutsche Bahn gar nichts. Denn das Dokument ist weiterhin online, weil die Anwälte von Markus ihm dazu rieten auf die Forderungen der Deutschen Bahn nicht einzugehen.

Dies sollte ein Negativbeispiel für alle Marken sein, wie man es nicht tun sollte. Man merkt deutlich, die Deutsche Bahn hat nicht kapiert, wie das Internet funktioniert. Schwingt man eine gewaltige Steinzeitkeule ist die Gefahr groß, das sie einem auf den eigenen Fuß fällt. Denn die im Web 2.0 agierenden Menschen wissen sich zu wehren. "Kommunikation auf Augenhöhe" wäre hier der richtige Ansatzpunkt. Mal sehen, ob die Deutsche Bahn das eines Tages versteht.