Das Internet-Manifest ist bei weitem nicht ausreichend
Autor des Artikels: Matias RoskosGestern wurde das Internet-Manifest ins Netz gestellt. Erstunterzeichner sind:
- Markus Beckedahl
- Mercedes Bunz
- Julius Endert
- Johnny Haeusler
- Thomas Knüwer
- Sascha Lobo
- Robin Meyer-Lucht
- Wolfgang Michal
- Stefan Niggemeier
- Kathrin Passig
- Janko Röttgers
- Peter Schink
- Mario Sixtus
- Peter Stawowy
- Fiete Stegers
Prinzipiell stimme ich allen 17 Thesen inbrünstig zu. Und hier könnte ich einen dicken PUNKT setzen. Kann ich aber nicht. DENN: Warum bezieht sich dieses Manifest ganz ausdrücklich nur auf den Bereich "Journalismus"?
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln - das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
Es ist gut und richtig, dass versucht wird aufzuzeigen, dass sich die Medienwelt und auch unsere sozialen Strukturen Dank und mit dem Internet komplett umwälzen. Und niemand kann definitiv sagen, wohin die Reise geht. Der Vergleich zu den gesellschaftlichen Umwälzungen, die der Buchdruck seinerzeit mit sich brachte, ist vollkommen richtig und nicht zu weit hergeholt.
Aber: es geht nicht allein um den Journalismus, der wichtig ist. Es gibt etliche andere Bereiche, die davon genauso massiv betroffen sind. Wo es ganz genauso starre Strukturen gibt, die aufgebrochen werden, ja aufgebrochen werden müssen. Und wo es einen Haufen Querköpfe gibt, die versuchen ihr Revier zu verteidigen und die noch nicht begriffen haben, was Internet im Jahr 2009 tatsächlich bedeutet:
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.
Medienbotschaften werden nicht mehr auf Einbahnstraßen wie Zeitungen, TV oder Radio zu den Menschen dort draußen geschickt. Die Menschen haben eine Stimme bekommen. Viele wissen diese neue Stimme noch nicht zu nutzen. Das ist richtig. Es ist manchmal wie mit einem Baby, dass scheinbar sinnloses Zeugs vor sich hinbrabbelt. Aber es lernt zu sprechen. Und bald wird es die Welt entdecken und viele Dinge zu berichten haben. Genau diese Sprache gibt das Internet den Menschen. Sie können sich äußern. Auch wenn das vielen anderen nicht passen mag. Kommunikation ist das Zauberwort unserer Zeit. Und das ist gut so. Kommunikation statt Konfrontation. Kommunikation auf Augenhöhe.
Also:
Das Internet-Manifest ist richtig. Aber es muss viele andere Bereiche neben dem Journalismus mit einbinden. Ich denke da unter anderem an die Werbebranche, die Marketingindustrie, die Musikbranche, das Verlagswesen.
Mehr dazu auch bei Markus Beckedahl auf Netzpolitik.org.
Twitter und RSS – Abo funktioniert auch virtuell
Autor des Artikels: Matias RoskosIch muss mich immer wieder beherrschen, wenn ich die Gesichter von Kunden vor mir habe, denen ich etwas von RSS erzähle. "Was? RSZ? Was is denn das?" steht sehr deutlich in ihren Gesichtern. Nichts ist von sperriger wie diese gruselige Abkürzung für "Really Simple Syndication" oder auch "Rich Site Summary". Okay: XHTML wäre wohl noch eine Steigerung. Aber das brauche ich nie zu erklären. Zum Glück. Aber wenn man über Social Media und vor allem über Blogs spricht, kommt man an RSS nicht vorbei. Weil es ne verdammt gute Sache ist.
Ich erkläre es dann als standardisiertes Abonnement-System im Internet. Das wird dann meist verstanden. Aber ein kleines Fragezeichen bleibt immer? Kann etwas, das "RSS" heißt sexy, gut und erfolgreich sein?
Dass Abo-Systeme überaus gut funktionieren beweist nun auch Twitter. Denn vom Prinzip her ist es nichts anderes. Ich aboniere die News eines anderen: seine Microblogging-Beiträge. Der Unterschied zwischen normalen Blogbeiträgen und Twitter-Nachrichten liegt in der Länge des Mitzuteilenden. Und in der Bezeichnung. "Twitter" - das klingt. Das spricht. Das ist lustig. Das transportiert etwas Positives. "RSS" ist sperrig. Das klingt nicht gut. Das möchte man schnell wieder vergessen (wenn man kein Tekkie ist). Also: Weg mit der Bezeichnung RSS. Gebt dem Kind einen anderen Namen. Denn: Abosysteme sind cool. Sie machen uns das Leben einfacher. Sie erlauben uns Dinge zu erhalten, ohne uns großartig darum kümmern zu müssen, dass sie den Weg zu uns finden. Das ist mit der Zeitschrift für meinen Sohn genauso wie mit der GEO, die ich monatlich im Briefkasten finde, der neuesten Perry Rhodan Folge, die ich via Textunes abonnieren kann, den Blogbeiträgen guter Blogs die ich gern lese oder den Tweets von Leuten, die was zu sagen haben. Abo funktioniert. Virtuell wie im echten Leben.
Liebes Microsoft: Der Eingang ins Internet ist der Browser
Autor des Artikels: Matias RoskosGerade hat Microsoft eine neue Suchmaschine an den Start gemacht. Mit Bing und einer millionenschweren Marketingkampagne will man in den nächsten Jahren etwas Boden gut machen gegenüber dem großen Internetdominator Google. Ob Bling da jedoch der richtige Move ist, möchte ich bezweifeln. Zumal fast zeitgleich Google mit seiner Google Wave die weitaus innovativere Software angekündigt hat.
Ich verstehe Microsoft nicht. Sie haben Geld ohne Ende. Sie dominieren noch immer den Bereich PC-Software und sind noch immer führend bei den Online-Browsern:
(Quelle: Statista)
Aber Microsoft macht viel zu wenig aus diesem enormen Kapital. Microsoft ist ganz offensichtlich zu schwerfällig geworden über die Jahre. Es fehlt die Dynamik und Innovationskraft, die eine Firma wie Google oder auch Twitter, Facebook, Aviary und andere auszeichnet. Google ist es gelungen eine Firmen-DNA aufzubauen, die Freiraum lässt für neue Ideen, fürs Austesten von Innovationen, für Experimente, für Spaß beim Forschen und Entdecken. Herausgekommen sind Produkte wie Google Maps, Google Trends, Google Docs, Gmail und nun Google Wave. Die Hierarchien und die Struktur innerhalb der Firma Google passen perfekt. Bei Microsoft scheint dies anders zu sein. Zu viele Hierarchien? Zu wenig Freiraum zum Denken? Und dadurch zu wenig wirklich gute Leute? Weil diese lieber zu Google gehen, weil sie sich dort besser entfalten können? Ich weiß es nicht und kann nur vermuten. Selbstverständlich gibt es auch bei Microsoft viele verdammt gute Entwickler und intelligente Köpfe. Das steht außer Frage.
Microsoft könnte auch in der Zukunft DER Player auf jedem Rechner sein. Nicht im Bereich Suche. Auch nicht im Bereich Social Networks. Ich schüttel nur den Kopf, wenn ich von den zahlreichen erfolglosen Kaufversuchen von Yahoo! & Co. lese. (Wobei es strategisch ausnahmsweise sehr clever war eine Partnerschaft mit Facebook einzugehen. Egal wie teuer sie war. Das macht Sinn.)
Die Frage die ich mir stelle lautet: Wie gelangen die meisten Menschen ins Internet? Was ist ihr Tor dorthin? Klar: man braucht einen Provider. Und dann? Es ist der Browser! Er ist unser Tor, unsere wichtigste Software wenn wir ins Netz wollen. Und genau hier sollte Microsoft seine ganze Kraft einsetzen und innovativ, mutig in die Zukunft denken. Nicht umsonst hat Google mit dem Chrome mittlerweile auch einen eigenen Browser auf den Markt gebracht.
Viele denken "Der Browser ist doch einfach nur ne Software die funktionieren muss." Geld ließe sich damit kaum verdienen. Falsch. Apple macht vor wie es geht. Applications sind die kleinen Zaubertools, die Geld in die Kassen von Apple und der Entwickler der Apps spülen. Mit den Apps fürs iPhone wird Geld verdient! Micropayment funktioniert. Wie Ebay ja bereits vor zehn Jahren bewiesen hat. Auch Xing oder Stayfriends zeigen, dass man mit Micropayment durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen kann. Es muss nur eine adäquate Gegenleistung dafür geben. Dann sind die Menschen auch bereit Geld herauszurücken.
Warum gibt es noch keine kaufbaren Apps für meinen Browser? Warum setzt Microsoft nicht auf einen App-Store für den Internet Explorer? Warum wird nicht der Browser der Zukunft gesucht, der offen ist für die Anbindung von Apps, die sich die Leute selbst aussuchen und kaufen können? Damit würde man ihnen die Möglichkeit geben den Browser zu mehr zu machen wie nur zu einer kostenlosen, funktionierenden Software. Der Browser würde Mehrwerte bieten, die viele gern in Anspruch nehmen. Mit dem iPhone wird auch nicht nur telefoniert und gesurft. Die Leute sind süchtig nach Apps, nach kleinen, hilfreichen Zusatztools. Die können online, aber zum Teil auch offline funktionieren. Gleiches wäre für den Internet Explorer vorstellbar.
Wie genau ein solcher Browser aussehen kann, das sollte man einfach mal die Nutzer dort draußen fragen. Man würde garantiert viele gute Antworten erhalten. Crowdsourcing nennt sich dieses Prinzip! Nokia hat zum Beispiel vorgemacht, wie innovativ die Menschen dort draußen sind, wenn es zum Beispiel darum geht Ideen für neue Handys zu finden.
Warum fragen wir nicht einfach die Internetnutzer, wie sie sich den Browser der Zukunft vorstellen?! Fehlt nur noch ein Sponsor für einen solchen Browser-der-Zukunft-Contest. Microsoft, Adobe, Create or die - bitte melden! Das wäre zu 100% eine spannende Aktion, die allen Seiten Spaß und ganz sicher viele neue, gute Ideen bringt.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt…
Autor des Artikels: Matias RoskosAlle grübeln darüber, wie man mit dem Internet Geld verdienen kann. Wenn man nicht gleich einen eigenen Online-Shop aufmachen möchte. Ausführlich war ich auf dieses Thema der künftigen Erlösmodelle bereits letzten Herbst eingegangen, wo es darum ging Social Networks neue Erlösmodelle aufzuzeigen. Dabei ging es um Viralmarketing, Crowdsourcing und Social Shopping. Viel passiert ist in der Richtung noch nicht auf Facebook & Co. Aber ich weiß, dass dort unter anderem auch in diese Richtung gedacht wird.
Heute soll es um eine andere Denkrichtung gehen. Es wird immer deutlicher, dass Handynutzung und Nutzung des Internets eine Symbiose eingehen. Spätestens seit dem gigantischen Erfolg des iPhones ist deutlich, dass ein Handy - oder wie immer man das handliche Endgerät letztendlich nennt, denn ein Handy im ursprünglichen Sinn ist das iPhone nun wahrlich nicht. Viele sprechen von Smartphones. - nicht allein zum Telefonieren taugt. Auch das Surfen, wenn man sich von Seiten der Hersteller um die Usability intensive Gedanken macht, kann mit einem Gerät wie dem iPhone Laune machen und wunderbar funktionieren. Und wir sind hier ganz sicher erst am Anfang einer Entwicklung von Geräten, die in jede Hosentasche passen und dennoch auch für das Internet funktionieren.
Und genau hier - bei den neuen mobilen Endgeräten - liegt ein weiteres, gigantisch großes Feld für Erlöse im Zusammenspiel mit dem Internet. Schauen wir uns doch mal kurz die Nutzung des Handys an. Bei der ITU findet man vielfältige Statistiken über die Entwicklung der Handynutzung. Alle besagen ein und das selbe: gigantisches Wachstum überall auf der Welt. Vor allem auch in den ärmsten Ländern. Das Handy wird das Kommunikationsmittel des Jedermann. Und das ist gut so.
Die folgenden Grafiken stammen aus dieser Präsentation von Vanessa Gray.
Kommen wir zurück zu den Erlösmodellen des Internets. Wie das funktionieren kann? Apple macht es vor. Apps heißt das Zauberwort des Jahres 2009. Und der App-Store dürfte zu den umsatztechnisch erfolgreichsten Bereichen des Internets gehören. Noch gibt es unendlich viele, sinnvolle Apps, die es NICHT gibt und die noch darauf warten entwickelt zu werden. Ich selbst nutze immer wieder die Ebay-App, die extrem gute Facebook-App, war auf der Webinale total begeistert von der Conangel-App zur Planung der Konferenz-Sessions. Ich nutze intensiv WikiMe und Wikiamo, habe mir den MobileButler aufs iPhone gezogen, spielen gern Risiko auf dem iPhone und so weiter. Alles zu finden über den App-Store, wenn ich ihn direkt auf dem iPhone aufrufe. Für einige dieser Apps habe ich auch Geld bezahlt. Ich habe es bisher nicht bereut.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets begann am 9. Januar 2007, als Apple einen Prototyp des iPhone auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vorstellte. Damit begann nicht nur der Siegeszug der sogenannten Smartphones, sondern auch des Konzeptes eines App-Stores, also des Verkaufs von Zusatztools und damit der Öffnung einer speziellen Erlösschiene.
Dass Micropayment durchaus funktioniert, wenn man dem Nutzer dafür auch etwas bietet, wissen wir spätestens seitdem es Ebay gibt. Und der Erfolg des App-Store zeigt erneut: die Menschen bezahlen, wenn sie dafür etwas geboten bekommen. Es ist nicht allein eine Kostenlos-Kultur, die das Netz, dass sich nun rasend schnell auf mobile Endgeräte ausdehnt, so erfolgreich macht.
Nicht alle Apps für das iPhone haben etwas mit dem Internet zu tun. Aber viele davon connecten direkt mit Internetplattformen und Netzangeboten. Facebook, Ebay, StudiVZ, Flickr, Youtube, zahlreiche Wikipedia-Apps und so weiter. Etliche Entwickler schreiben Applications, die Inhalte aus dem Netz zusammentragen und intelligent aufbereiten. Und sie verdienen damit Geld. Apple verdient mit diesem Konzept Geld. Und Facebook, Ebay & Co. hilft es neue Nutzerströme zu erschließen bzw. die Verweildauer zu erhöhen. Ich selbst nutze Facebook und auch Ebay deutlich intensiver mit dem iPhone als vorher über PC und Browser.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt: Applications für Smartphones, die sich die Nutzer gegen Kleinstbeträge aufs Phone ziehen können. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und erfordert ein Umdenken vieler Strategen. Noch gibt es viel zu wenige, gute Apps. Oft sind es noch Schnellschüsse, die nicht ausgereift sind und bei denen die Usability zu Wünschen übrig lässt. Das wird sich schnell ändern. Denn das Potential ist gigantisch, betrachtet man die Verkaufszahlen der iPhones und seiner Nachahmer (G1, Blackberry, Nokia) und die Nutzung von Apps. Und schaut man sich dazu obige Statistiken an wird klar, wann diese Welle sich über die gesamte Welt ausbreiten wird. Mit Hilfe (bezahlbarer) Smartphones wird das Internet bis in die entlegendsten Winkel dieser Welt vordringen.
Apple hat auf den Erfolg dieser Entwicklung bereits reagiert und kündigte für die nächste iPhone-Generation ein Entwickler-Kit und ein neues Betriebssystem OS 3.0 an. Die Vorschau auf das iPhone OS 3.0 gibt es hier. Dort heißt es:
Mit dem neuen SDK können die Mitglieder des iPhone Entwicklerprogramms Programme entwickeln, die noch mehr leisten können. Die Entwickler erhalten damit die Tools, um In-App Purchases wie Abonnements, zusätzliche Spielelevel und neue Inhalte zu ermöglichen. Sie können auch Apps entwickeln, die Peer-to-Peer-Verbindungen via Bluetooth herzustellen, mit Hardwarezubehör kommunizieren und den Apple Service für Push-Benachrichtungen für Meldungen nutzen.
Das ist ein gewaltiger Paukenschlag. Denn übersetzt bedeutet dies: Entwickler können INNERHALB von (kostenlosen) Apps virtuelle Güter zum Kauf anbieten, also direkt in die Anwendungen Bezahldienste einbauen. Dadurch wird eine neue iPhone-Miniökonomie entstehen, die Erlösmodellen ganz neue Türen, Wege und Brücken zeigt.
Ein Beispiel? Ein Spiel, dass man sich als App aufs iPhone ziehen kann. Die ersten 3 Level des Games sind kostenlos. Level 4 - 50 kosten dann pro Level 5 Cent. Außerdem könnte im Spiel auch ein Shop integriert sein, in dem man echte Dinge kaufen und sich zuschicken lassen kann. Das Spiel motiviert also zum Kauf. Es dient als Marketinginstrument und schafft Kaufanreize. Alles wird über den iTunes-Store abgewickelt und läuft genauso unkompliziert wie der Kauf von Musik im iTunes-Store. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Apple-Ökonomie: unkompliziert und schnell! Easy to use. Für jeden Nutzer.
Auf diese Entwicklung müssen und werden sich erfolgreiche Internetunternehmen einstellen müssen. Hier liegen Umsatzquellen, die in der Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten um mit und im Internet auch Geld zu verdienen. Apple ist, mal wieder, Vorreiter.
Social Media Marketing
Autor des Artikels: Matias RoskosMarketing in Social Networks und auf anderen Web 2.0 Plattformen ist eines DER Diskussionsthemen zur Zeit in der Netz-Welt. Man versucht heraus zu finden, was funktioniert, wie man die Menschen erreicht, wo man sie erreicht, ob man sie erreicht.
Auch ich bewege mich auf diesem Gebiet als Berater und Stratege und kann vielen der Aussagen in diesem Artikel "25 Must Read Social Media Marketing Tips" zustimmen.
Wenn man mich fragt, was aus meiner Sicht im Web 2.0 wichtig ist, dann antworte ich meist:
- Die Technik ist nur Mittel zum Zweck
- der Mensch steht im Mittelpunkt
- Kommunikation ist das Wichtigste - Kommunikation auf Augenhöhe. Von Mensch zu Mensch, aber auch von Marke zu Mensch
- Es gibt keine Marketing-Einbahnstraßen mehr!
- Man muss dahin gehen, wo die Menschen bereits sind. Statt zu warten, dass sie zu einem kommen.
- Unternehmen, Markenbotschafter, Werber müssen lernen zuzuhören. Die potentiellen Kunden und Fans werden ihnen auch zuhören, wenn sie merken, dass auch sie zuhören!
- Die Menschen dort draußen wollen ernst genommen werden. Und das ist ihr gutes Recht!
- Das neue Internet ist ein soziales Netz! Dies kann man nutzen. Dies sollte man nutzen.
- Agieren sie offen, ehrlich und glaubwürdig. Authenzität ist ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg im Web 2.0!
Etliche Unternehmen begreifen so langsam worauf es ankomm. Aber dies in die eigene Firmenpolitik zu implementieren ist oft nicht so einfach.
Regionen – die noch wenig besetzten Nischen im Internet
Autor des Artikels: Matias RoskosRegionen, Gemeinden, Städte und Dörfer sind die Cluster, die im Internet von den großen Playern noch viel zu wenig besetzt sind. Aber die Menschen lechzen nach regionalen Informationen. Dies ist aus meiner Sicht einer DER Trends in den kommenden Jahren.
Bild.de geht da jetzt in die richtige Richtung. "Ausgerechnet Bild" werden jetzt viele denken. Tja - die haben die Nase im Wind. So ist bei Meedia nachzulesen:
Die „Bild“-Chefredaktion sieht den Regionaljournalismus als eine der wichtigsten Kernkompetenzen des Blattes und – jetzt auch – der Website.
...
Für Experten wie Professor Ewald Wessling fährt Springer mit dieser Regionalisierungsoffensive die richtige Strategie: „Das Lokale ist der einzige freie Platz im Internet", analysierte Wessling gerade auf der CeBIT.
Naja - sicherlich nicht der einzige freie Platz. Aber in der Aussage steckt viel Wahrheit.
Die praktische Arbeitsaufteilung sieht folgendermaßen aus: Die „Bild“-Außenredaktionen liefern die lokalen Top-Stories. Die Koordination und Produktion wird allerdings vor der Online-Redaktion zentral aus Berlin gesteuert.
Könnte man im Web 2.0 auch anders organisieren. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
80% der Web-Startups haben keine Chance – dennoch…
Autor des Artikels: Matias Roskos2006 und 2007 war das große Jahr der Internet-Startups. Etliche junge Neugründungen erhielten Venture Capital und Fördergelder. Viele Ideen wurden geboren oder auch einfach nur aus den USA abgekupfert. Viele schüttelten mit dem Kopf und fragten sich: "Was soll das?". 2008 dann begann das langsame Sterben etlicher dieser Startups. Bei manchen mit lautem Getöse oder einer Ebay-Versteigerung. Andere verschwanden vollkommen unbemerkt von der Bildfläche. Und die kritischen Geister jubilierten: "Seht ihr. Ich wusste es doch!"
Aus meiner Sicht haben 80% der Web-Startups keine Zukunftsperspektive. Aus einem einfachen Grund: kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Die meisten Startups setzen in ihren Businessplänen auf schnelles Wachstum und damit einhergehend Erlöse über Bannerwerbung. Doch welches Startup kann es denn wirklich schaffen eine solch große Community aufzubauen, das wirklich Werbeerlöse in einem sinnvollen Rahmen erzielt werden können? StudiVZ kann es, Wer-kennt-wen kann es, Bigpoint kann es. Aber die meisten der Neugründungen wird es nie schaffen. Die meisten Businesspläne sind daher aus meiner Sicht Humbug und Augenwischerei. Oder dienen nur dem einen Zweck: Kapital zu bekommen und Banker zu überzeugen. Die stehen nun mal auf Zahlen.
Aber (!) ich sage damit NICHT, das nicht etliche der Web-Startups Sinn machen. Ganz im Gegenteil: Internet-Startups machen Sinn! Alle.
Sie haben meist keine wirkliche Überlebenschance, weil der Großteil der Internetnutzer sich zum einen auf Google, Yahoo, Amazon & Co. versammelt oder den Weg in die wirklich großen Social Networks geht: MySpace, Facebook, StudiVZ, auch Wer-kennt-wen. Kaum jemand hat Lust sich auf fünf weiteren Plattformen anzumelden, wo kaum jemand ist, geschweige denn jemand den man schon kennt.
Eine Chance für Startups wäre es, würde es ihnen gelingen Kooperationen mit den großen Playern einzugehen. Wie es zum Beispiel Weblin (mit T-Online) gelungen ist. Doch die meisten Startups tun so, als würden sie allein überleben können. Blödsinn. Ein echter Mehrwert könnte nur generiert werden, wenn zum Beispiel mein Social Shopping Angebot von den Usern auf StudiVZ genutzt werden könnte oder wenn meine Karaoke-Maschine direkt in MySpace eingebunden wird. Als bezahltes Widget zum Beispiel. Obs funktioniert, müsste die Zeit zeigen. Aber eine eigene Community, mit der relevante Werbeerlöse erzielt werden könnten, ist aus meiner Sicht utopisch. Selbst viele auf Ecommerce ausgerichtete Startups, wo es Erlöse durch Prozente an den Verkäufen gibt, können nicht wirklich tragfähig arbeiten und haben in der Zukunft nur eine Chance, wenn sie Symbiosen eingehen mit Amazon, Ebay, MySpace, T-Online, Apple, Yahoo und ähnlich großen Plattformen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, das sich diese Big Player umschauen werden, welche Startups zu ihnen passen und wie man diese intelligent ins eigene Angebot integrieren kann. Google, Yahoo, T-Online und andere haben ja zuletzt schon eingekauft und probieren, was wie wo integriert werden kann. Amazon zum Beispiel hält sich da noch arg zurück.
Dennoch: Viele Startups machen absolut Sinn. Für die Gründer, weil sie Erfahrungen sammeln können, weil sich funktionierende Teams bilden und weil Konzepte getestet werden. Was kommt an bei den Nutzern, was funktioniert nicht? Wo sind die technischen Hürden und wie hoch sind sie?
Für Investoren ist es ebenso spannend, weil sie in einem finanziell für sie oft überschaubaren Rahmen experimentieren können, was funktionieren könnte und was nicht. Trial and error. Da es kaum wissenschaftliche Grundlagen und Analysen für das Agieren im Web 2.0 gibt - Hochschulen, Studenten, Professoren: Wo seid ihr? - kann es nur über Tests und Experimente gehen. Es bilden sich so Teams und Erfahrungswerte, auf die in der Zukunft zurückgegriffen werden kann! Und das ist gut für die Internetindustrie und gut für die Investoren. Sie kommen so an eingespielte Teams und erfahrene Communitymanager, Projektleiter, Marketingexperten, die später in anderen Projekten erfolgreicher arbeiten können. Viele der Gründer werden in der Zukunft in durchaus verantwortungsvollen Positionen in größeren und besser funktionierenden Internetunternehmen sitzen und dort ihre gesammelten Erfahrungen - positive wie negative - mit einbringen.
So wurde es zum Beispiel auch bei dem überaus erfolgreichen Brands4friends praktiziert. Hier trafen etliche mittlerweile schon recht erfahrene Internetmenschen aufeinander und bauten in kürzester Zeit ein neues, extrem erfolgreiches Unternehmen auf. Ihre Erfahrung zahlte sich sofort aus.
Fazit
1. Der Großteil der Internet-Startups hat keine Überlebenschance, weil sie solo nicht wirtschaftlich überleben können. Bei den meisten Ideen wäre eine Symbiose mit großen Social Networks die einzige Perspektive. Doch diese wiederum sind an diesem Punkt noch deutlich zu zurückhaltend.
2. Ein Gesundschrumpfen der Startups ist normal. Trial and Error gehören zum Internetgeschäft ganz normal dazu, da es kaum wissenschaftliche Grundlagen gibt.
3. Die gesammelten Erfahrungswerte dabei sind Gold wert.
4. Diese Internetstartups machen Sinn, weil wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten und Menschen dabei geschult und ausgebildet wurden, die später in anderen Projekten ihre Erfahrungen einbringen können. Beispiele dafür gibt es mittlerweile einige.
Darum: verteufeln wir nicht die vielen Startups mit den abstrusesten Ideen. Sie werden als eigenständiges Projekt nicht funktionieren - das ist richtig. Aber die Teams, die Menschen dahinter werden später an anderer Stelle ihre Erfahrungswerte einbringen können.
Wir alle können dabei lernen. Lernen, wie das neue Netz, das Web 2.0 funktioniert und was die Menschen wollen und sich erhoffen für die Zukunft. In diesem Sinne ist jedes Internet-Startup gut und sinnvoll und jeden Cent wert, der dort hinein gesteckt wird. Trotz des Kopfschüttelns, das auch mich immer wieder plagt.













