SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

8Sep/09Off

Das Internet-Manifest ist bei weitem nicht ausreichend

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gestern wurde das Internet-Manifest ins Netz gestellt. Erstunterzeichner sind:

Prinzipiell stimme ich allen 17 Thesen inbrünstig zu. Und hier könnte ich einen dicken PUNKT setzen. Kann ich aber nicht. DENN: Warum bezieht sich dieses Manifest ganz ausdrücklich nur auf den Bereich "Journalismus"?

1. Das Internet ist anders.

Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln - das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

Es ist gut und richtig, dass versucht wird aufzuzeigen, dass sich die Medienwelt und auch unsere sozialen Strukturen Dank und mit dem Internet komplett umwälzen. Und niemand kann definitiv sagen, wohin die Reise geht. Der Vergleich zu den gesellschaftlichen Umwälzungen, die der Buchdruck seinerzeit mit sich brachte, ist vollkommen richtig und nicht zu weit hergeholt.

Aber: es geht nicht allein um den Journalismus, der wichtig ist. Es gibt etliche andere Bereiche, die davon genauso massiv betroffen sind. Wo es ganz genauso starre Strukturen gibt, die aufgebrochen werden, ja aufgebrochen werden müssen. Und wo es einen Haufen Querköpfe gibt, die versuchen ihr Revier zu verteidigen und die noch nicht begriffen haben, was Internet im Jahr 2009 tatsächlich bedeutet:

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

Medienbotschaften werden nicht mehr auf Einbahnstraßen wie Zeitungen, TV oder Radio zu den Menschen dort draußen geschickt. Die Menschen haben eine Stimme bekommen. Viele wissen diese neue Stimme noch nicht zu nutzen. Das ist richtig. Es ist manchmal wie mit einem Baby, dass scheinbar sinnloses Zeugs vor sich hinbrabbelt. Aber es lernt zu sprechen. Und bald wird es die Welt entdecken und viele Dinge zu berichten haben. Genau diese Sprache gibt das Internet den Menschen. Sie können sich äußern. Auch wenn das vielen anderen nicht passen mag. Kommunikation ist das Zauberwort unserer Zeit. Und das ist gut so. Kommunikation statt Konfrontation. Kommunikation auf Augenhöhe.

Also:

Das Internet-Manifest ist richtig. Aber es muss viele andere Bereiche neben dem Journalismus mit einbinden. Ich denke da unter anderem an die Werbebranche, die Marketingindustrie, die Musikbranche, das Verlagswesen.

Mehr dazu auch bei Markus Beckedahl auf Netzpolitik.org.

29Jul/09Off

Twitter und RSS – Abo funktioniert auch virtuell

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich muss mich immer wieder beherrschen, wenn ich die Gesichter von Kunden vor mir habe, denen ich etwas von RSS erzähle. "Was? RSZ? Was is denn das?" steht sehr deutlich in ihren Gesichtern. Nichts ist von sperriger wie diese gruselige Abkürzung für "Really Simple Syndication" oder auch "Rich Site Summary". Okay: XHTML wäre wohl noch eine Steigerung. Aber das brauche ich nie zu erklären. Zum Glück. Aber wenn man über Social Media und vor allem über Blogs spricht, kommt man an RSS nicht vorbei. Weil es ne verdammt gute Sache ist.

Ich erkläre es dann als standardisiertes Abonnement-System im Internet. Das wird dann meist verstanden. Aber ein kleines Fragezeichen bleibt immer? Kann etwas, das "RSS" heißt sexy, gut und erfolgreich sein?

Dass Abo-Systeme überaus gut funktionieren beweist nun auch Twitter. Denn vom Prinzip her ist es nichts anderes. Ich aboniere die News eines anderen: seine Microblogging-Beiträge. Der Unterschied zwischen normalen Blogbeiträgen und Twitter-Nachrichten liegt in der Länge des Mitzuteilenden. Und in der Bezeichnung. "Twitter" - das klingt. Das spricht. Das ist lustig. Das transportiert etwas Positives. "RSS" ist sperrig. Das klingt nicht gut. Das möchte man schnell wieder vergessen (wenn man kein Tekkie ist). Also: Weg mit der Bezeichnung RSS. Gebt dem Kind einen anderen Namen. Denn: Abosysteme sind cool. Sie machen uns das Leben einfacher. Sie erlauben uns Dinge zu erhalten, ohne uns großartig darum kümmern zu müssen, dass sie den Weg zu uns finden. Das ist mit der Zeitschrift für meinen Sohn genauso wie mit der GEO, die ich monatlich im Briefkasten finde, der neuesten Perry Rhodan Folge, die ich via Textunes abonnieren kann, den Blogbeiträgen guter Blogs die ich gern lese oder den Tweets von Leuten, die was zu sagen haben. Abo funktioniert. Virtuell wie im echten Leben.

9Jun/09Off

Liebes Microsoft: Der Eingang ins Internet ist der Browser

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gerade hat Microsoft eine neue Suchmaschine an den Start gemacht. Mit Bing und einer millionenschweren Marketingkampagne will man in den nächsten Jahren etwas Boden gut machen gegenüber dem großen Internetdominator Google. Ob Bling da jedoch der richtige Move ist, möchte ich bezweifeln. Zumal fast zeitgleich Google mit seiner Google Wave die weitaus innovativere Software angekündigt hat.

Ich verstehe Microsoft nicht. Sie haben Geld ohne Ende. Sie dominieren noch immer den Bereich PC-Software und sind noch immer führend bei den Online-Browsern:

(Quelle: Statista)

Aber Microsoft macht viel zu wenig aus diesem enormen Kapital. Microsoft ist ganz offensichtlich zu schwerfällig geworden über die Jahre. Es fehlt die Dynamik und Innovationskraft, die eine Firma wie Google oder auch Twitter, Facebook, Aviary und andere auszeichnet. Google ist es gelungen eine Firmen-DNA aufzubauen, die Freiraum lässt für neue Ideen, fürs Austesten von Innovationen, für Experimente, für Spaß beim Forschen und Entdecken. Herausgekommen sind Produkte wie Google Maps, Google Trends, Google Docs, Gmail und nun Google Wave. Die Hierarchien und die Struktur innerhalb der Firma Google passen perfekt. Bei Microsoft scheint dies anders zu sein. Zu viele Hierarchien? Zu wenig Freiraum zum Denken? Und dadurch zu wenig wirklich gute Leute? Weil diese lieber zu Google gehen, weil sie sich dort besser entfalten können? Ich weiß es nicht und kann nur vermuten. Selbstverständlich gibt es auch bei Microsoft viele verdammt gute Entwickler und intelligente Köpfe. Das steht außer Frage.

Microsoft könnte auch in der Zukunft DER Player auf jedem Rechner sein. Nicht im Bereich Suche. Auch nicht im Bereich Social Networks. Ich schüttel nur den Kopf, wenn ich von den zahlreichen erfolglosen Kaufversuchen von Yahoo! & Co. lese. (Wobei es strategisch ausnahmsweise sehr clever war eine Partnerschaft mit Facebook einzugehen. Egal wie teuer sie war. Das macht Sinn.)

Die Frage die ich mir stelle lautet: Wie gelangen die meisten Menschen ins Internet? Was ist ihr Tor dorthin? Klar: man braucht einen Provider. Und dann? Es ist der Browser! Er ist unser Tor, unsere wichtigste Software wenn wir ins Netz wollen. Und genau hier sollte Microsoft seine ganze Kraft einsetzen und innovativ, mutig in die Zukunft denken. Nicht umsonst hat Google mit dem Chrome mittlerweile auch einen eigenen Browser auf den Markt gebracht.

Viele denken "Der Browser ist doch einfach nur ne Software die funktionieren muss." Geld ließe sich damit kaum verdienen. Falsch. Apple macht vor wie es geht. Applications sind die kleinen Zaubertools, die Geld in die Kassen von Apple und der Entwickler der Apps spülen. Mit den Apps fürs iPhone wird Geld verdient! Micropayment funktioniert. Wie Ebay ja bereits vor zehn Jahren bewiesen hat. Auch Xing oder Stayfriends zeigen, dass man mit Micropayment durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen kann. Es muss nur eine adäquate Gegenleistung dafür geben. Dann sind die Menschen auch bereit Geld herauszurücken.

Warum gibt es noch keine kaufbaren Apps für meinen Browser? Warum setzt Microsoft nicht auf einen App-Store für den Internet Explorer? Warum wird nicht der Browser der Zukunft gesucht, der offen ist für die Anbindung von Apps, die sich die Leute selbst aussuchen und kaufen können? Damit würde man ihnen die Möglichkeit geben den Browser zu mehr zu machen wie nur zu einer kostenlosen, funktionierenden Software. Der Browser würde Mehrwerte bieten, die viele gern in Anspruch nehmen. Mit dem iPhone wird auch nicht nur telefoniert und gesurft. Die Leute sind süchtig nach Apps, nach kleinen, hilfreichen Zusatztools. Die können online, aber zum Teil auch offline funktionieren. Gleiches wäre für den Internet Explorer vorstellbar.

Wie genau ein solcher Browser aussehen kann, das sollte man einfach mal die Nutzer dort draußen fragen. Man würde garantiert viele gute Antworten erhalten. Crowdsourcing nennt sich dieses Prinzip! Nokia hat zum Beispiel vorgemacht, wie innovativ die Menschen dort draußen sind, wenn es zum Beispiel darum geht Ideen für neue Handys zu finden.

Warum fragen wir nicht einfach die Internetnutzer, wie sie sich den Browser der Zukunft vorstellen?! Fehlt nur noch ein Sponsor für einen solchen Browser-der-Zukunft-Contest. Microsoft, Adobe, Create or die - bitte melden! Das wäre zu 100% eine spannende Aktion, die allen Seiten Spaß und ganz sicher viele neue, gute Ideen bringt.

5Jun/09Off

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt…

Autor des Artikels: Matias Roskos

Alle grübeln darüber, wie man mit dem Internet Geld verdienen kann. Wenn man nicht gleich einen eigenen Online-Shop aufmachen möchte. Ausführlich war ich auf dieses Thema der künftigen Erlösmodelle bereits letzten Herbst eingegangen, wo es darum ging Social Networks neue Erlösmodelle aufzuzeigen. Dabei ging es um Viralmarketing, Crowdsourcing und Social Shopping. Viel passiert ist in der Richtung noch nicht auf Facebook & Co. Aber ich weiß, dass dort unter anderem auch in diese Richtung gedacht wird.

Heute soll es um eine andere Denkrichtung gehen. Es wird immer deutlicher, dass Handynutzung und Nutzung des Internets eine Symbiose eingehen. Spätestens seit dem gigantischen Erfolg des iPhones ist deutlich, dass ein Handy - oder wie immer man das handliche Endgerät letztendlich nennt, denn ein Handy im ursprünglichen Sinn ist das iPhone nun wahrlich nicht. Viele sprechen von Smartphones. - nicht allein zum Telefonieren taugt. Auch das Surfen, wenn man sich von Seiten der Hersteller um die Usability intensive Gedanken macht, kann mit einem Gerät wie dem iPhone Laune machen und wunderbar funktionieren. Und wir sind hier ganz sicher erst am Anfang einer Entwicklung von Geräten, die in jede Hosentasche passen und dennoch auch für das Internet funktionieren.

Und genau hier - bei den neuen mobilen Endgeräten - liegt ein weiteres, gigantisch großes Feld für Erlöse im Zusammenspiel mit dem Internet. Schauen wir uns doch mal kurz die Nutzung des Handys an. Bei der ITU findet man vielfältige Statistiken über die Entwicklung der Handynutzung. Alle besagen ein und das selbe: gigantisches Wachstum überall auf der Welt. Vor allem auch in den ärmsten Ländern. Das Handy wird das Kommunikationsmittel des Jedermann. Und das ist gut so.

Die folgenden Grafiken stammen aus dieser Präsentation von Vanessa Gray.

mobile_entwicklung

mobile_entwicklung

mobile_entwicklung

Kommen wir zurück zu den Erlösmodellen des Internets. Wie das funktionieren kann? Apple macht es vor. Apps heißt das Zauberwort des Jahres 2009. Und der App-Store dürfte zu den umsatztechnisch erfolgreichsten Bereichen des Internets gehören. Noch gibt es unendlich viele, sinnvolle Apps, die es NICHT gibt und die noch darauf warten entwickelt zu werden. Ich selbst nutze immer wieder die Ebay-App, die extrem gute Facebook-App, war auf der Webinale total begeistert von der Conangel-App zur Planung der Konferenz-Sessions. Ich nutze intensiv WikiMe und Wikiamo, habe mir den MobileButler aufs iPhone gezogen, spielen gern Risiko auf dem iPhone und so weiter. Alles zu finden über den App-Store, wenn ich ihn direkt auf dem iPhone aufrufe. Für einige dieser Apps habe ich auch Geld bezahlt. Ich habe es bisher nicht bereut.

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets begann am 9. Januar 2007, als Apple einen Prototyp des iPhone auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vorstellte. Damit begann nicht nur der Siegeszug der sogenannten Smartphones, sondern auch des Konzeptes eines App-Stores, also des Verkaufs von Zusatztools und damit der Öffnung einer speziellen Erlösschiene.

Dass Micropayment durchaus funktioniert, wenn man dem Nutzer dafür auch etwas bietet, wissen wir spätestens seitdem es Ebay gibt. Und der Erfolg des App-Store zeigt erneut: die Menschen bezahlen, wenn sie dafür etwas geboten bekommen. Es ist nicht allein eine Kostenlos-Kultur, die das Netz, dass sich nun rasend schnell auf mobile Endgeräte ausdehnt, so erfolgreich macht.

Nicht alle Apps für das iPhone haben etwas mit dem Internet zu tun. Aber viele davon connecten direkt mit Internetplattformen und Netzangeboten. Facebook, Ebay, StudiVZ, Flickr, Youtube, zahlreiche Wikipedia-Apps und so weiter. Etliche Entwickler schreiben Applications, die Inhalte aus dem Netz zusammentragen und intelligent aufbereiten. Und sie verdienen damit Geld. Apple verdient mit diesem Konzept Geld. Und Facebook, Ebay & Co. hilft es neue Nutzerströme zu erschließen bzw. die Verweildauer zu erhöhen. Ich selbst nutze Facebook und auch Ebay deutlich intensiver mit dem iPhone als vorher über PC und Browser.

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt: Applications für Smartphones, die sich die Nutzer gegen Kleinstbeträge aufs Phone ziehen können. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und erfordert ein Umdenken vieler Strategen. Noch gibt es viel zu wenige, gute Apps. Oft sind es noch Schnellschüsse, die nicht ausgereift sind und bei denen die Usability zu Wünschen übrig lässt. Das wird sich schnell ändern. Denn das Potential ist gigantisch, betrachtet man die Verkaufszahlen der iPhones und seiner Nachahmer (G1, Blackberry, Nokia) und die Nutzung von Apps. Und schaut man sich dazu obige Statistiken an wird klar, wann diese Welle sich über die gesamte Welt ausbreiten wird. Mit Hilfe (bezahlbarer) Smartphones wird das Internet bis in die entlegendsten Winkel dieser Welt vordringen.

Apple hat auf den Erfolg dieser Entwicklung bereits reagiert und kündigte für die nächste iPhone-Generation ein Entwickler-Kit und ein neues Betriebssystem OS 3.0 an. Die Vorschau auf das iPhone OS 3.0 gibt es hier. Dort heißt es:

Mit dem neuen SDK können die Mitglieder des iPhone Entwicklerprogramms Programme entwickeln, die noch mehr leisten können. Die Entwickler erhalten damit die Tools, um In-App Purchases wie Abonnements, zusätzliche Spielelevel und neue Inhalte zu ermöglichen. Sie können auch Apps entwickeln, die Peer-to-Peer-Verbindungen via Bluetooth herzustellen, mit Hardwarezubehör kommunizieren und den Apple Service für Push-Benachrichtungen für Meldungen nutzen.

Das ist ein gewaltiger Paukenschlag. Denn übersetzt bedeutet dies: Entwickler können INNERHALB von (kostenlosen) Apps virtuelle Güter zum Kauf anbieten, also direkt in die Anwendungen Bezahldienste einbauen. Dadurch wird eine neue iPhone-Miniökonomie entstehen, die Erlösmodellen ganz neue Türen, Wege und Brücken zeigt.

Ein Beispiel? Ein Spiel, dass man sich als App aufs iPhone ziehen kann. Die ersten 3 Level des Games sind kostenlos. Level 4 - 50 kosten dann pro Level 5 Cent. Außerdem könnte im Spiel auch ein Shop integriert sein, in dem man echte Dinge kaufen und sich zuschicken lassen kann. Das Spiel motiviert also zum Kauf. Es dient als Marketinginstrument und schafft Kaufanreize. Alles wird über den iTunes-Store abgewickelt und läuft genauso unkompliziert wie der Kauf von Musik im iTunes-Store. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Apple-Ökonomie: unkompliziert und schnell! Easy to use. Für jeden Nutzer.

Auf diese Entwicklung müssen und werden sich erfolgreiche Internetunternehmen einstellen müssen. Hier liegen Umsatzquellen, die in der Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten um mit und im Internet auch Geld zu verdienen. Apple ist, mal wieder, Vorreiter.

29Apr/09Off

Social Media Marketing

Autor des Artikels: Matias Roskos

Marketing in Social Networks und auf anderen Web 2.0 Plattformen ist eines DER Diskussionsthemen zur Zeit in der Netz-Welt. Man versucht heraus zu finden, was funktioniert, wie man die Menschen erreicht, wo man sie erreicht, ob man sie erreicht.

Auch ich bewege mich auf diesem Gebiet als Berater und Stratege und kann vielen der Aussagen in diesem Artikel "25 Must Read Social Media Marketing Tips" zustimmen.

Wenn man mich fragt, was aus meiner Sicht im Web 2.0 wichtig ist, dann antworte ich meist:

  • Die Technik ist nur Mittel zum Zweck
  • der Mensch steht im Mittelpunkt
  • Kommunikation ist das Wichtigste - Kommunikation auf Augenhöhe. Von Mensch zu Mensch, aber auch von Marke zu Mensch
  • Es gibt keine Marketing-Einbahnstraßen mehr!
  • Man muss dahin gehen, wo die Menschen bereits sind. Statt zu warten, dass sie zu einem kommen.
  • Unternehmen, Markenbotschafter, Werber müssen lernen zuzuhören. Die potentiellen Kunden und Fans werden ihnen auch zuhören, wenn sie merken, dass auch sie zuhören!
  • Die Menschen dort draußen wollen ernst genommen werden. Und das ist ihr gutes Recht!
  • Das neue Internet ist ein soziales Netz! Dies kann man nutzen. Dies sollte man nutzen.
  • Agieren sie offen, ehrlich und glaubwürdig. Authenzität ist ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg im Web 2.0!

Etliche Unternehmen begreifen so langsam worauf es ankomm. Aber dies in die eigene Firmenpolitik zu implementieren ist oft nicht so einfach.

veröffentlicht unter: Theoretische Gedanken keine Kommentare
24Mrz/09Off

Regionen – die noch wenig besetzten Nischen im Internet

Autor des Artikels: Matias Roskos

Regionen, Gemeinden, Städte und Dörfer sind die Cluster, die im Internet von den großen Playern noch viel zu wenig besetzt sind. Aber die Menschen lechzen nach regionalen Informationen. Dies ist aus meiner Sicht einer DER Trends in den kommenden Jahren.

Bild.de geht da jetzt in die richtige Richtung. "Ausgerechnet Bild" werden jetzt viele denken. Tja - die haben die Nase im Wind. So ist bei Meedia nachzulesen:

Die „Bild“-Chefredaktion sieht den Regionaljournalismus als eine der wichtigsten Kernkompetenzen des Blattes und – jetzt auch – der Website.
...
Für Experten wie Professor Ewald Wessling fährt Springer mit dieser Regionalisierungsoffensive die richtige Strategie: „Das Lokale ist der einzige freie Platz im Internet", analysierte Wessling gerade auf der CeBIT.

Naja - sicherlich nicht der einzige freie Platz. Aber in der Aussage steckt viel Wahrheit.

Die praktische Arbeitsaufteilung sieht folgendermaßen aus: Die „Bild“-Außenredaktionen liefern die lokalen Top-Stories. Die Koordination und Produktion wird allerdings vor der Online-Redaktion zentral aus Berlin gesteuert.

Könnte man im Web 2.0 auch anders organisieren. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

veröffentlicht unter: Theoretische Gedanken keine Kommentare
8Jan/09Off

Es gibt sie, die funktionierenden Erlösmodelle für Facebook, Myspace, StudiVZ & Co.

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es gibt neue, erfolgversprechende Erlösmodelle neben den üblichen Bausteinen Banner-Werbung und Premiumcontent (die man beide nicht komplett verteufeln sollte). Ein Mix aus allem - klassische Internetwerbung (inklusive Affiliate-Modellen), Premium-Accounts, WOM-Kampagnen, Crowdsourcing-Projekte und Ecommerce-Einbindung - wird dazu führen, das Social Networks in der Zukunft wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Kooperation heißt auch hier, wie im gesamten Web 2.0, das Zauberwort. Kooperationen mit Anbietern von Special-Services im Bereich Marketing. Der Aufbau eigener Units durch die Social Networks, um Projekte zu initiieren und zu betreuen. Kooperationen mit großen Markenartiklern und spannenden Ecommerce-Projekten. Auf den Plattformen, die die meisten Menschen anziehen.

Dies hatte ich vor ein paar Wochen in einem viel beachteten Artikel geschrieben. Vor ein paar Tagen dann gab es auf Seedfinance einen ähnlich gelagerten Artikel von Daniel Verst, der prinzipiell in die gleiche Richtung zielt und dem ich voll und ganz zustimmen kann: "Geschäftsmodell für Soziale Netze ist endlich gefunden".

Wichtig ist die Feststellung, dass aus meiner Sicht einen Paradigmenwechsel von reinem Display-Marketing hin zu “Empfehlungsmarketing” erfolgen wird.

heißt es dort vollkommen richtig. Ich hatte wiederum WOM als ein Erlösmodell der Zukunft für Social Networks genannt.

Daniel Verst schreibt weiter:

Soziale Netzwerke bilden das soziale Netzwerk eines jeden Nutzers ab. Somit ergibt sich bei der Addition aller Nutzer eines Sozialen Netzwerks ein sogenannter Social Graph, der die Verbindungen der gesamten Nutzer darstellt. Bis zum Zeitalter des Web 2.0 war es nahezu unmöglich, auf ein derartiges soziales Beziehungsgeflecht zuzugreifen.
...
Im Mai 2007 verkündete Facebook die Öffnung seines Dienstes für externe Entwickler. Diese können seither eigene Applikationen für die Facebook-Plattform schreiben. Viele Applikationen wurden zum Erfolg (definiert als: mehr als eine Millionen Nutzer). Seit diesem Monat bietet Facebook nun Facebook Connect an. Mit Facebook Connect ist die Integration von Facebook auf anderen Seiten möglich. So kann - verkürzt dargestellt - der Seitenbetreiber auf den Social Graph von Facebook zugreifen und der Nutzer hat den Vorteil, dass das lästige Anmeldeprozedere nicht mehr bei jedem Dienst erneut durchzuführen ist.
...
Nicht im B2C Bereich werden Soziale Netze zukünftig Umsätze generieren, sondern im B2B-Bereich. Die Anbieter Sozialer Netze werden anderen Unternehmen den Zugriff auf den Social Graph ermöglichen. Ein Netz auf das bisher nicht so einfach zugegriffen werden konnte.

Das ist entspricht vom Grundtenor erfreulicherweise dem, was ich seinerzeit geschrieben habe. Es GIBT Geschäftsmodelle für Social Networks. Facebook, MySpace & Co. haben etwas zu bieten - die Menschen, die das Netzwerk nutzen, und damit zusammenhängend den Social Graph.

Allerdings würde ich nicht so streng zwischen B2B und B2C trennen. Ja - die Erlöse werden zu großen Teilen aus dem Bereich B2B kommen. Auch wir mit unserer Agentur VOdA sprechen ja ganz bewusst Unternehmen an, für die wir als Dienstleister im Bereich Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien tätig werden. Reines B2B.

Aber - erreicht werden soll der Internetnutzer, der sich in den sozialen Netzwerken tummelt. Also "C". Die Erlöse kommen von Businesspartnern, die den Konsumenten hier über ganz neue Schienen und Möglichkeiten - ich hatte sie seinerzeit aufgezählt und sie wurden in den Kommentaren noch ergänzt: WOM, Crowdsourcing, Ecommerce 2.0 mit Social Commere, Live Shopping und Shopping Clubs, virtuelle Güter - erreichen. Neue Marketingstrategien. Neue Wege - die beschritten werden in der Zukunft. Wenn die Marken anfangen sich zu trauen und bereit sind auch wirklich komplett neue Wege zu testen.

Und auch B2C wird eine wichtige Rolle bei den Erlösmodellen spielen. Über den Verkauf von virtuellen Gütern und über Ecommerce-Anwendungen 2.0. Anbindung von Shopping-Clubs, Live-Shopping-Events und dergleichen mehr. Doch schon jetzt spielt der B2B-Bereich für viele Netzwerke eine bedeutende Rolle. Gerade auch mit Whitelabel-Lösungen wird bereits vielfach gearbeitet und spannende Erlöse erzielt. Die Zukunft gehört Empfehlungsmarketing, WOM und Crowdsourcing. Die Social Networks sind die Knotenpunkte der Zukunft.

6Jan/09Off

80% der Web-Startups haben keine Chance – dennoch…

Autor des Artikels: Matias Roskos

2006 und 2007 war das große Jahr der Internet-Startups. Etliche junge Neugründungen erhielten Venture Capital und Fördergelder. Viele Ideen wurden geboren oder auch einfach nur aus den USA abgekupfert. Viele schüttelten mit dem Kopf und fragten sich: "Was soll das?". 2008 dann begann das langsame Sterben etlicher dieser Startups. Bei manchen mit lautem Getöse oder einer Ebay-Versteigerung. Andere verschwanden vollkommen unbemerkt von der Bildfläche. Und die kritischen Geister jubilierten: "Seht ihr. Ich wusste es doch!"

Aus meiner Sicht haben 80% der Web-Startups keine Zukunftsperspektive. Aus einem einfachen Grund: kein tragfähiges Geschäftsmodell.

Die meisten Startups setzen in ihren Businessplänen auf schnelles Wachstum und damit einhergehend Erlöse über Bannerwerbung. Doch welches Startup kann es denn wirklich schaffen eine solch große Community aufzubauen, das wirklich Werbeerlöse in einem sinnvollen Rahmen erzielt werden können? StudiVZ kann es, Wer-kennt-wen kann es, Bigpoint kann es. Aber die meisten der Neugründungen wird es nie schaffen. Die meisten Businesspläne sind daher aus meiner Sicht Humbug und Augenwischerei. Oder dienen nur dem einen Zweck: Kapital zu bekommen und Banker zu überzeugen. Die stehen nun mal auf Zahlen.

Aber (!) ich sage damit NICHT, das nicht etliche der Web-Startups Sinn machen. Ganz im Gegenteil: Internet-Startups machen Sinn! Alle.

Sie haben meist keine wirkliche Überlebenschance, weil der Großteil der Internetnutzer sich zum einen auf Google, Yahoo, Amazon & Co. versammelt oder den Weg in die wirklich großen Social Networks geht: MySpace, Facebook, StudiVZ, auch Wer-kennt-wen. Kaum jemand hat Lust sich auf fünf weiteren Plattformen anzumelden, wo kaum jemand ist, geschweige denn jemand den man schon kennt.

Eine Chance für Startups wäre es, würde es ihnen gelingen Kooperationen mit den großen Playern einzugehen. Wie es zum Beispiel Weblin (mit T-Online) gelungen ist. Doch die meisten Startups tun so, als würden sie allein überleben können. Blödsinn. Ein echter Mehrwert könnte nur generiert werden, wenn zum Beispiel mein Social Shopping Angebot von den Usern auf StudiVZ genutzt werden könnte oder wenn meine Karaoke-Maschine direkt in MySpace eingebunden wird. Als bezahltes Widget zum Beispiel. Obs funktioniert, müsste die Zeit zeigen. Aber eine eigene Community, mit der relevante Werbeerlöse erzielt werden könnten, ist aus meiner Sicht utopisch. Selbst viele auf Ecommerce ausgerichtete Startups, wo es Erlöse durch Prozente an den Verkäufen gibt, können nicht wirklich tragfähig arbeiten und haben in der Zukunft nur eine Chance, wenn sie Symbiosen eingehen mit Amazon, Ebay, MySpace, T-Online, Apple, Yahoo und ähnlich großen Plattformen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, das sich diese Big Player umschauen werden, welche Startups zu ihnen passen und wie man diese intelligent ins eigene Angebot integrieren kann. Google, Yahoo, T-Online und andere haben ja zuletzt schon eingekauft und probieren, was wie wo integriert werden kann. Amazon zum Beispiel hält sich da noch arg zurück.

Dennoch: Viele Startups machen absolut Sinn. Für die Gründer, weil sie Erfahrungen sammeln können, weil sich funktionierende Teams bilden und weil Konzepte getestet werden. Was kommt an bei den Nutzern, was funktioniert nicht? Wo sind die technischen Hürden und wie hoch sind sie?

Für Investoren ist es ebenso spannend, weil sie in einem finanziell für sie oft überschaubaren Rahmen experimentieren können, was funktionieren könnte und was nicht. Trial and error. Da es kaum wissenschaftliche Grundlagen und Analysen für das Agieren im Web 2.0 gibt - Hochschulen, Studenten, Professoren: Wo seid ihr? - kann es nur über Tests und Experimente gehen. Es bilden sich so Teams und Erfahrungswerte, auf die in der Zukunft zurückgegriffen werden kann! Und das ist gut für die Internetindustrie und gut für die Investoren. Sie kommen so an eingespielte Teams und erfahrene Communitymanager, Projektleiter, Marketingexperten, die später in anderen Projekten erfolgreicher arbeiten können. Viele der Gründer werden in der Zukunft in durchaus verantwortungsvollen Positionen in größeren und besser funktionierenden Internetunternehmen sitzen und dort ihre gesammelten Erfahrungen - positive wie negative - mit einbringen.

So wurde es zum Beispiel auch bei dem überaus erfolgreichen Brands4friends praktiziert. Hier trafen etliche mittlerweile schon recht erfahrene Internetmenschen aufeinander und bauten in kürzester Zeit ein neues, extrem erfolgreiches Unternehmen auf. Ihre Erfahrung zahlte sich sofort aus.

Fazit

1. Der Großteil der Internet-Startups hat keine Überlebenschance, weil sie solo nicht wirtschaftlich überleben können. Bei den meisten Ideen wäre eine Symbiose mit großen Social Networks die einzige Perspektive. Doch diese wiederum sind an diesem Punkt noch deutlich zu zurückhaltend.
2. Ein Gesundschrumpfen der Startups ist normal. Trial and Error gehören zum Internetgeschäft ganz normal dazu, da es kaum wissenschaftliche Grundlagen gibt.
3. Die gesammelten Erfahrungswerte dabei sind Gold wert.
4. Diese Internetstartups machen Sinn, weil wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten und Menschen dabei geschult und ausgebildet wurden, die später in anderen Projekten ihre Erfahrungen einbringen können. Beispiele dafür gibt es mittlerweile einige.

Darum: verteufeln wir nicht die vielen Startups mit den abstrusesten Ideen. Sie werden als eigenständiges Projekt nicht funktionieren - das ist richtig. Aber die Teams, die Menschen dahinter werden später an anderer Stelle ihre Erfahrungswerte einbringen können.

Wir alle können dabei lernen. Lernen, wie das neue Netz, das Web 2.0 funktioniert und was die Menschen wollen und sich erhoffen für die Zukunft. In diesem Sinne ist jedes Internet-Startup gut und sinnvoll und jeden Cent wert, der dort hinein gesteckt wird. Trotz des Kopfschüttelns, das auch mich immer wieder plagt.

12Dez/08Off

Bloß nicht zu mutig werden

Autor des Artikels: Matias Roskos

Marcel Weiss hat auf Netzwertig gerade einen Artikel veröffentlicht, den ich jedem nur ans Herz legen möchte. Dort geht es unter dem Titel "Von der Unfähigkeit zu lernen" über den Zusammenbruch der Verlage in den USA und vor allem auch darum, das fast die komplette Medienbranche weiter fröhlich vor sich hindöst und die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen will.

Die Unfähigkeit, einfachste Umstände zu lernen und zu akzeptieren, ist schon bei der Musikindustrie absolut bemerkenswert. Besonders wenn man bedenkt, von welchen Zeiträumen wir hier mittlerweile reden.

Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.

Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise. Und statt das zu ändern, verschließt man einfach die Augen

Vollkommen richtig. Die Medienwelt verändert sich. Und das atemberaubend schnell. Profitieren davon werden Projekte wie MySpace, Flickr, Facebook und Youtube, die sich völlig und komplett auf die Nutzer (und nicht auf sich selbst) ausgerichtet haben und den Takt vorgeben. Projekte wie Qype oder Zoomer sind löbliche Ausnahmen (ich hoffe, ihr haltet durch Leute!) und zielen genau in die richtige Richtung. Auch auf StudiVZ gibt es hier und da zaghafte Versuche Infotainment und Entertainment einzubinden. Das aber noch deutlich zu unmotiviert. StudiVZ oder auch die so dramatisch wachsenden Wer-kennt-wen sind so spannend und innovativ wie ein Opel aus dem Jahr 1998. Zumindest, wenn man es schafft über den eigenen Tellerrand zu schauen und es mit MySpace und Facebook vergleicht. Ich bin auf allen aktiv und langweile mich in den deutschen Social Networks zu Tode! Keine Widgets, keine Newsfeeds, keine Infos, was die anderen so tun, keine Tipps von den Freunden. Es ist, als würde es in Deutschland in Sachen Social Networks nur Kopfsteinpflaster-Straßen geben... Es holpert und ermüdet.

Auch für andere Branchen trifft dieses Szenario von einem gewaltigen Wandel zu. Ich denke da an die Fashion-Industrie und den Lifestyle-Sektor. Immer mehr Bekleidung wird von den Menschen nicht nur im Netz gekauft, sondern mittlerweile auch selbst gestaltet. Mass Customization, Social Commerce und Crowdsourcing heißen hier die Schlagwörter der Zukunft. Der Konsument wird zum Ideengeber und Mitproduzenten. Er wird zum absolut mündigen Käufer und Konsumenten.

"The third wave of mass customization is happening now: It is driven by companies like Ponoko, Zazzle, Spreadshirt, Lulu, Shapeways, and many others, which offer design, manufacturing, and retail capacity to everyone.

So in this third stage, people are not just customizing to fulfill their own needs, but to create (micro) niche markets and serve them efficiently. Here, I think, we are just at the beginning and will see many more application soon."

sagt Frank Piller in einem Interview (Danke an Exciting Commerce für den Link). Mehr von Frank Piller findet sich auf seiner Mass Customization-Seite.

Es ist nur eine Frage der Zeit bis Portale entstehen, wo die Leute sich ihre eigenen Getränke mixen und liefern lassen, sich mit Hilfe von zugeschalteten Experten eigene Möbel designen und liefern lassen und sich ihre Kleidung ausschließlich im Internet selbst entwerfen und dann Muster zum Anprobieren schicken lassen. Immer in Zusammenarbeit mit anderen, die sich mit dem jeweiligen Metier auskennen. Statt vor dem Fernseher zu sitzen gestalten viele sich ihre eigene Kleidung, den eigenen Schmuck, die eigene Wohnungseinrichtung über Online-Designer, zusammen mit Experten der Plattform. Vieles davon gibt es schon heute in ersten Ansätzen!

Die alte Welt ist passé. Wer es nicht wahrhaben will, wird zu den Verlieren zählen. Wer jedoch mutig ist und auf die Zukunft setzt, kann viel gewinnen.

[Nachtrag]
Sagte ich eigentlich schon, das man mit solchen Dingen - Mass Customization, Crowdsourcing - auch Geld verdienen kann in der Zukunft?
Ja - sagte ich schon. Ich sprach über die Erlösmodelle der Zukunft für Social Networks. Genau DORT sind sie.

24Nov/08Off

Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks – So wird die Zukunft aussehen

Autor des Artikels: Matias Roskos

Hände ringend suchen die großen Social Networks nach den Erlösmodellen, die sie in der Zukunft in die schwarzen Zahlen führen. Wo sind die funktionierenden Geschäftsmodelle? Das mit der simplen Bannerwerbung will einfach noch nicht funktionieren. Und wird es auch nie so wie im guten alten TV. Die Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Ob man es in den Marketingabteilungen nun wahrhaben möchte oder nicht.

Wenn ich selbst Kunden berate, dreht sich vieles um Web 2.0. Oft gehts darum, ob es Sinn macht eine eigene Community aufzubauen. Ich versuche dann gemeinsam mit dem Kunden heraus zu finden, was genau er erreichen möchte und wie der beste Weg dorthin ausschaut. Und der führt in den seltensten Fällen über den Neuaufbau einer eigenen Community. Ein eigenes Socialnetwork macht nur bei extrem starken Marken Sinn, die bereits viele Fans im echten Leben haben, die dann virtuell nur noch vernetzt werden müssen.

Zahlreiche Große der Internetbranche haben sich 2007/2008 arg verhoben mit dem Aufbau eines eigenen Social Networks. Ich denke da an Google oder United Internet.

"Gehen sie zu den Menschen im Internet und warten sie nicht, das sie zu ihnen kommen. Gehen sie dorthin wo sie bereits sind!" Das ist meine Botschaft bezüglich der Arbeit mit einer Community. Und die Menschen im Internet treiben sich nun mal in den großen Social Networks und den Contentplattformen rum.

Hier genau ist die Schnittmenge zwischen Kunden, die bereit sind (bzw. bald nicht mehr daran vorbei kommen) fürs Internet-Marketing ein Budget zur Verfügung zu stellen und den Social Networks, die auf der Suche nach den Erlösmodellen der Zukunft sind. Firmen möchten die Menschen im Netz erreichen. Das funktioniert nur bedingt über Banneradvertising. Und die Menschen im Netz bewegen sich vor allem auf MySpace, Facebook, StudiVZ, Wer-kennt-wen, Youtube, Flickr und anderen Social Networks, wie die monatlichen Klickstatistiken immer wieder überdeutlich vor Augen führen.

Hier nun drei Modelle wie die Erlösmodelle für MySpace, Facebook, StudiVZ & Co. aussehen werden, 2009, spätestens 2010 wird es soweit sein.

1. WOM - Word-of-Mouth Marketing

Wie erreiche ich die Menschen im Internet auf eine ehrliche, offene Art? (Denn etwas anderes wird nachhaltig nicht funktioneren.) Wie gelingt es mir, das sie meine Werbung nicht einfach nur sehen (wie bei simpler Bannerwerbung oder auch TV-Werbung)? Wie erreiche ich die richtigen Menschen? Also die, die sich tatsächlich für meine Marke, für mein Produkt, für meine Botschaft interessieren.

Hier ist WOM ganz sicher ein idealer Ansatzpunkt. Mit Word-of-Mouth Marketing erreiche ich meine potentiellen Leaduser. Ich kann diese High-Level-Fans ausfindig machen (was viel Zeit und Spucke kostet) und kann zu ihnen intensive Beziehungen aufbauen. Ich kann sie involvieren in meine Markenstrategie. Ich kann ihnen Insiderwissen zur Verfügung stellen und sie so zu potentiellen Markenbotschaftern machen. Wenn sie es möchten! Freiwillig! Genial erklären kann das Viralmarketing-Spezialist Martin Oetting, wie hier in dieser Präsentation zu sehen.

Wie man das anpacken kann, macht seit ein paar Jahren TRND aus München vor. Hier findet man ein wunderbares kleines Video unter dem Titel "Was ist eigentlich Word-of-Mouth Marketing?". Ganz bewusst wird hier auch ein wenig provoziert. Das gehört zum Business dazu.

TRND nutzt für seine WOM-Projekte die eigene über Jahre aufgebaute Community. Denkbar wäre es aber auch, das auf den großen Social Networks WOM-Kampagnen gestartet werden. Durch TRND, durch das Social Network selbst oder durch andere darauf spezialisierte Agenturen. Man sollte dabei aber immer erfahrene Marketingstrategen mit ins Boot holen, die wissen, was sie da tun!

WOM wäre ein spannendes und intelligentes Erlösmodell für Social Networks in der Zukunft. Große Markenfirmen investieren gewaltige Budgets in zur Zeit noch extrem langweilige Werbekampagnen. Doch für die Zukunft sind diese Marken auf der Suche nach spannenden und vor allem auch intelligenten Konzepten, wie sie die Menschen effektiv erreichen. WOM ist EIN Weg. Und eine große Chance für MySpace, Facebook, Flickr, StudiVZ & Co.

So könnte das Ganze dann einmal aussehen. (Achtung! Dies sind keine realen Screenshots, sondern von mir bearbeitete Bilder, um besser zu visualisieren, was gemeint ist!)

TRND-WOM-Aktionen auf Facebook - im Jahr 2010?
Schaut doch durchaus schick aus: TRND in meinem Facebook-Profil. Noch Zukunftsmusik. Aber: wie lange noch?

2. Crowdsourcing

Auch mit Crowdsourcing ist es mir möglich potentielle Leaduser ausfindig zu machen und Fans eng an die Marke zu binden. Mit Crowdsourcing erreiche ich die Menschen sogar noch ein Stück früher als beim WOM, wenn ich das möchte: in dem ich sie bereits in die Produktentwicklung mit einbeziehe, so wie es Fiat mit seiner Fiat500-Community getan hat, wie es Threadless, die Mutter des erfolgreichen Crowdsourcing, von Anfang an tut oder wie es Tchibo Ideas seit Sommer 2008 gekonnt umsetzt.

Alle drei genannten Projekte - und noch einige mehr - sind fester Bestandteil meiner Präsentationen, wie zuletzt auf der Xtopia von Microsoft.

Es ist möglich mittels Crowdsourcing in einen Dialog mit den Nutzern zu kommen und mit ihnen über die Vorteile des Produkts, über spannende Marketingkampagnen, die allen (Marke wie Empfänger) Spaß machen, über cooleres Produktdesign oder über Ideengenerierung für eine Verbesserung des Services und des Produktes zu sprechen. Ich kann meine Fans ganz direkt in die Markenentwicklung - egal ob das eine Band, ein elektronisches Gerät, eine Urlaubsregion, ein Onlineshop, eine Software oder was auch immer ist - einbeziehen und mit ihnen den Weg in die Zukunft gestalten.

Ich kann Crowdsourcing also als Container hin zu den Menschen nutzen, wenn ich es intelligent anstelle.

Hier eine Folie von mir, die sagt, was im Web 2.0 wichtig ist (und was ich mit Crowdsourcing dann auch erreichen kann, wenn ich es richtig anpacke):

Meine Agentur VOdA nimmt sich genau dieses Themas intensiv an und berät Unternehmen und andere potentielle Kunden offen und ehrlich, wie sie Crowdsourcing geschickt einsetzen können um die Menschen im Web 2.0 zu erreichen.

Dabei geht es nicht allein um Ideengenerierung oder das Design von Dingen, also um die konkrete Dienstleistung. Crowdsourcing hat in sich zugleich auch Viralmarketing implementiert und hilft genauso beim Thema Suchmaschinenmarketing (SEM)! Ganz automatisch. Die Menschen beschäftigen sich mit dem Produkt und der Markenbotschaft. Sie erzählen anderen davon. Sie bloggen darüber, schreiben in ihren Profilen davon, verschicken private messages in Facebook oder MySpace und twittern darüber. Es besteht also eine hohe Chance, das sich die Botschaft viral weiter verbreitet. Und Google freut sich zudem auch über so viel aktuelle Infos (SEM).

Die Einsatzmöglichkeiten von Crowdsourcing sind extrem vielfältig. Ich hatte es bereits weiter oben gesagt: es kann bereits bei der Produktentwicklung starten. Crowdsourcing ist einsetzbar für die Ideengenerierung wenn es um die Verbesserung des Services (siehe my Starbucks Idea), um neue Produktlinien (Dell Ideastorm, WePC) geht. Crowdsourcing ist ideal für ein cooleres Produktdesign (siehe Kickercontest). Crowdsourcing ist ein wunderbarer Bestandteil komplexer Marketing-Kampagnen um bestimmte Zielgruppen mit einzubinden und einen Container in Communitys zu finden (siehe SonyEricsson-Handywallpaper-Contest). Mit langfristig angelegtem Crowdsourcing kann ich wunderbar Fans meiner Tourismusregion, meines Ressorts, meines Hotels involvieren und ihnen mit spanenden Incentives meine Marke immer wieder von neuem schmackhaft machen. Crowdsourcing ist perfekt geeignet für die Musikindustrie, um die vielen vorhandenen Fans stärker als bisher zu involvieren und mit ihnen in direkten Kontakt zu treten (siehe Fanta4-Videocontest oder auch das Agieren von Paulo Coelho). Crowdsourcing ist perfekt geeignet um auf meine Nische aufmerksam zu machen und im Bereich Fashion ausgefallene Designs auf meine Klamotten zu bringen (siehe BabyRocker-Contest oder auch BE! your own brand von CROW'n'CROW).

Es gibt viele Nischenbeispiele mehr, wie man Crowdsourcing perfekt einsetzen kann, um die Menschen im Web 2.0 zu erreichen, mit ihnen in einen Dialog zu treten und dabei gleichzeitig echte Mehrwerte (Dienstleistung, Viralmarketing, SEM) zu generieren.

Und dies könnte in der Zukunft auf den Plattformen der großen Social Networks stattfinden! In Zusammenarbeit mit Agenturen wie VOdA oder aber alleinorganisiert durch Facebook, Myspace & Co.

Crowdsourcing ist ein weiteres spannendes Erlösmodell der Zukunft für Social Networks. Dort sind die Menschen. Dort sollte ich hingehen, wenn ich meine "Crowd" finden und erreichen möchte.

So könnte das Ganze dann einmal aussehen. (Achtung! Dies sind keine realen Screenshots, sondern von mir bearbeitete Bilder, um besser zu visualisieren, was gemeint ist!)

VOdA-Contest für BabyRocker auf MySpace - im Jahr 2010
So könnte ein VOdA-Kreativcontest wie hier für BabyRocker in Facebook aussehen. Die Schnittstellen sind von Facebook ja durchaus schon gelegt, durch ihre intelligente Appication-Politik.

Tchibo Ideas auf MySpace - im Jahr 2010
MySpace und Tchibo Ideas - eine durchaus vorstellbare und intelligente Kooperation für alle Seiten.

VOdA auf MySpace - im Jahr 2010
Auch Crowdsourcing via VOdA würde sich doch gut machen in einem MySpace-Profil.

VOdA-Crowdsourcing für Produktdesign auf MeinVZ - im Jahr 2010
So könnte eine VOdA-Crowdsourcing-Aktion in MeinVZ/StudiVZ integriert aussehen. Noch ist das Zukunftsmusik.

3. Spannende Ecommerce-Konzepte: Social Commerce, Live shopping und Shopping Clubs

Social Commerce ist schon seit nunmehr zwei Jahren ein ganz heißes Thema bei Web 2.0 Experten. Noch kämpfen die meisten Projekte hart ums Überleben. Was aus meiner Sicht daran liegt, das sie mühsam versuchen eine eigene Community aufzubauen. Und natürlich am Ausloten der Möglichkeiten. Was wollen die Nutzer dort draußen? Was macht ihnen Spaß? Womit kann man sie begeistern und zum Wiederkommen animieren? Hier befinden sich viele Projekte noch immer in der Findungsphase. Aber Plattformen wie zum Beispiel Etsy oder der führende deutsche Shopping-Club Brands4friends (wo ich auch ab und zu gern einkaufe) machen vor, wie Erfolg in diesem Segment aussehen kann.

Besonders Brands4friends hat bereits vorgemacht, wie hier der Weg in die Zukunft aussehen kann. In enger Kooperation mit StudiVZ ging man an den Start und schaffte durch die starke Präsenz in Deutschlands führendem Social Network (zumindest was die Reichweite anbelangt, nicht die Innovationskraft) extrem schnell ein signifikantes Communitywachstum und Umsatzzahlen, die man vorher für Träumerei gehalten hätte. Ob dies auch ohne die Präsenz auf StudiVZ möglich gewesen wäre, ist stark zu bezweifeln.

Aber: so gehts! In Kooperation mit den großen Social Networks (mittlerweile arbeitet Brands4friends auch mit anderen Plattformen eng zusammen) und in starker Präsenz dort. Wofür die Netzwerke selbstverständlich bezahlt bzw. am Umsatz beteiligt werden.

Gleiches ist nicht nur für Shoppingclubs wie Brands4friends, Limango und Vente Priveé denkbar, sondern auch für Projekte wie Etsy, Dawanda oder die vielen Live-Shopping-Tools da draußen.

Hier liegt das dritte Erlösmodell für Social Networks in der Zukunft: Ecommerce made in Web 2.0! Das wird die in Deutschland qualitativ beste Quelle für den Bereich Ecommerce, Exciting Commerce von Jochen Krisch, sicherlich genauso sehen.

So könnte das Ganze dann einmal aussehen. (Achtung! Dies sind keine realen Screenshots, sondern von mir bearbeitete Bilder, um besser zu visualisieren, was gemeint ist!)

Dawanda integriert in MeinVZ - im Jahr 2010
Dawanda als möglicher Bestandteil des eigenen Profils auf MeinVZ/StudiVZ. Zukunftsmusik?

CROW'n'CROW integriert in Wer-kennt-wen - im Jahr 2010
CROW'n'CROW integriert in Wer-kennt-wen. Wann ist es soweit? 2009 oder doch erst 2010?

Edelight integriert in Wer-kennt-wen - im Jahr 2010
Auch Edelight würde sich gut machen im eigenen Wer-kennt-wen-Profil. (Noch) Zukunftsmusik.

Ein Schlussplädoyer

Es gibt neue, erfolgversprechende Erlösmodelle neben den üblichen Bausteinen Banner-Werbung und Premiumcontent (die man beide nicht komplett verteufeln sollte). Ein Mix aus allem - klassische Internetwerbung (inklusive Affiliate-Modellen), Premium-Accounts, WOM-Kampagnen, Crowdsourcing-Projekte und Ecommerce-Einbindung - wird dazu führen, das Social Networks in der Zukunft wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Kooperation heißt auch hier, wie im gesamten Web 2.0, das Zauberwort. Kooperationen mit Anbietern von Special-Services im Bereich Marketing. Der Aufbau eigener Units durch die Social Networks, um Projekte zu initiieren und zu betreuen. Kooperationen mit großen Markenartiklern und spannenden Ecommerce-Projekten. Auf den Plattformen, die die meisten Menschen anziehen.

Der Aufwand dafür wird hoch sein und viel Manpower fressen. Denn es müssen Menschen agieren um WOM zu betreuen und Crowdsourcing-Projekte ins Leben zu rufen. Aber: die Etats der Markenfirmen werden immer stärker ins Internet wandern. Schon jetzt belegen Studien, das die jungen Menschen im Bereich 14-20 Jahre mehr Zeit im Internet wie vor dem Fernseher verbringen. Das bedeutet mittelfristig, das die Firmen einfach umdenken müssen, wollen sie die Menschen da draußen auch weiterhin erreichen. Und sie können sie im Internet nicht einfach nur erreichen, sondern sie intelligent involvieren. Schluss mit den Marketing-Einbahnstraßen! Das Web 2.0 schreit nach dem Ausschöpfen der Möglichkeiten - fair und offen. Zum Vorteil aller. Der Nutzer, wie auch der Markenmacher. Denn so nah wie mittels Internet kommen sie nur ganz selten an ihre Zielgruppen heran. Jetzt müssen sie noch lernen zuzuhören und die richtigen Schlüsse aus dem zu ziehen, was ihnen die Nutzer so sagen.

Technisch ist das alles bei vielen Plattformen schon heute kein Problem mehr. Facebook war hier Vorreiter und hat das Erstellen externen Applications erlaubt, die man in sein Profil einbinden kann. Woanders heißen diese Programme Widgets. Diese gibt es auch für MySpace. Nur die meisten deutschen Netzwerke, allen voran StudiVZ, hinken da leider noch hinterher. Aber auch bei ihnen ist die Öffnung für Widgets, also externer Anbieter von Softwarebausteinen, eingeplant und so weit ich weiß sogar theoretisch schon möglich.

Ich bin gespannt, wann wir die ersten Projekte direkt auf den Social Networks sehen werden. Ich denke, 2009 wird es losgehen, um sich dann 2010 durchzusetzen. So wie ich es in den Bildern der Social Networks einmal dargestellt habe.