Archiv für die 'Theoretische Gedanken' Kategorie

Das kommende Geschäftsmodell von Facebook: Seiten für Unternehmen und Brands

Immer wieder taucht sie (zu recht) auf, die Frage “Und wie verdienen Facebook und die anderen Socal Networks Geld?” Ganz plump lautet dann die Standardantwort: “Mit Werbung“.

Okay, beim TV funktionierte es ja auch 20 Jahre lang. Zumindest bei den Privatsendern. Allein werbefinanziert! Da fragt auch niemand mehr: und wie verdienen die ihr Geld? Das sollte man nicht außer Acht lassen, wenn man über diese biedere Antwort den Kopf schüttelt. Werbung ist ein echter Faktor, der Google zum Beispiel reich gemacht hat. Der wirtschaftliche Erfolg von Google basiert auf den Werbekunden, die Google Adwords nutzen.

Aber auch ich denke, Werbung allein als Geschäftsmodell wird nicht ausreichen für Facebook, MySpace & Co. Darum hatte ich schon vor einer gefühlten Ewigkeit Wege für neue Geschäftsmodelle für Social Networks skizziert. Ich denke immer noch, dass WOM, Crowdsourcing und Social Commerce Bereiche sind, die spannend werden als Einnahmemodell für Facebook und andere.

Facebook hat den Dreh raus

Mittlerweile hat Facebook einen neuen Weg gefunden, wie sie ihre beeindruckende Entwicklung auch monetär in Erfolg umwandeln werden. “Pages”, also “Seiten” heißt das Rezept, mit dem der Rubel rollen soll in der Zukunft. Schritt für Schritt, in der virtuellen Öffentlichkeit fast unbemerkt, wurden die Seiten auf Facebook umgewandelt. Früher waren es mal reine Fanpages. Man konnte dort Fan eines Künstlers oder einer anderen Person der Öffentlichkeit werden. Mittlerweile kann man für jedes und alles eine Page einrichten.

Sie ähneln mittlerweile stark einem persönlichen Profil. Nur ist bei einer Seite die aktive Verknüpfung einseitiger Natur. Möchte ich mich mit einem echten Menschen vernetzen, muss dieser die virtuelle Freundschaft auf Facebook bestätigen. Fan einer Seite dagegen kann jeder werden. Die Betreiber der Seite müssen nichts bestätigen. Ab diesem Zeitpunkt des “Fan sein” sind Nutzer und Seite miteinander verknüpft.

Nachrichten der Seite werden im Informationsstream des Nutzers mit angezeiget. So wie die Statusberichte seiner menschlichen Freunde. Der Fan kann an der Pinwand der Seite Kommentare hinterlassen, je nach Einstellung der Administratoren auch Bilder hochladen oder eigene Beiträge schreiben. Er ist also nicht nur passiver Empfänger, sondern hat die Chance direkt mit der Seite und den Betreibern dahinter zu kommunizieren.

Firmen-Seiten gegen Gebühr nur eine Frage der Zeit

Seit kurzem kann – oder besser: muss – man bei der Einrichtung einer solchen Seite angeben, wofür diese Seite gedacht ist (siehe Screenshot). Es gibt diverse Optionen. Man unterscheidet zwischen

  • Künstler, Band oder öffentliche Person
  • Marke, Produkt oder Organisation
  • Lokales

facebook page einrichten

Ersteres war vor ein paar Jahren der Ursprung der Seiten. Die neue Entwicklung ist ein klares Indiz dafür, dass hier der Hebel angesetzt werden wird für ein neues Geschäftsmodell. Die Frage wird nur sein, wie es letztendlich in der Detailumsetzung realisiert wird. Möglicherweise gibt es für die kommerziellen Seiten eine kostenlose Basisversion. Premium könnte dann 5 $ im Monat kosten. Zur Grundgebühr kommt dann eine Pauschale gestaffelt nach der Anzahl der Fans. Bis zu 100 Fans: 0,99 $, 101-500 Fans: 2,99 $, 500- 1.000 Fans 4,99 $ und so weiter.

Damit würde Facebook Millionen einnehmen Monat für Monat. Und wenn ich ehrlich bin: es wäre okay. Facebook stellt nicht nur die größte, sondern auch die innovativste Plattform im Internet zur Verfügung. Kostenlos für die Nutzer. Sie sind extrem erfolgreich. Und sie machen einen verdammt guten Job. Sie haben durchaus das Recht auch Geld verdienen zu wollen.

Ich bin gespannt, wann Bezahlmodelle für kommerzielle Seiten auf Facebook eingeführt werden. Erleben wir es noch 2010? Vermutlich eher nicht. Aber dass es so kommen wird, davon bin ich fest überzeugt.

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Erstellt am Donnerstag 25. Februar 2010
Unter: Theoretische Gedanken | 4 Kommentare »

Social Web versus Reallife und die Sache mit den Freunden

Ich habe aktuell 324 Freunde auf Facebook, 464 Kontakte auf Xing, mir folgen 554 Leute auf Twitter. Und auch auf etlichen anderen Portalen bin ich vernetzt. Doch sind das nun alles wirklich Freunde? Unter Gesichtspunkten, die im realen Leben, in der Offline-Welt, gelten, ganz sicher nicht. Es gibt eine klare Differenz zwischen dem Internet und dem Leben auf der Straße, im Büro, im Urlaub.

Online-Freunde sind nicht gleich echte Freunde!

Dies muss man wissen, wenn man den Schritt hinein wagt ins Web 2.0. Viele Menschen sind verwirrt, wenn sie plötzlich Personen als Freund auf Facebook oder anderswo akzeptieren sollen, mit denen sie auf einer Konferenz nur mal so geplaudert haben oder mit dem sie vor drei Jahren beim Urlaub an einem Frühstückstisch saßen. “Das ist doch nicht mein Freund! Aber ablehnen ist wohl auch unhöflich. Dann ist der bestimmt beleidigt.

Lieber Leser!
1. Jemanden ablehnen, den sie nicht teilhaben wollen an ihren Internetaktivitäten auf Facebook & Co., ist vollkommen in Ordnung! Auch ein Social Media Vielnutzer wie ich lehne hin und wieder jemanden ab.
2. Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, andere an ihren Aktivitäten teilhaben zu lassen. Das hängt natürlich auch davon ab, was sie auf ihrem Account so anstellen. Aber wirklich geheim halten können sie im Web sowieso nichts. Dessen sollten sie sich immer bewusst sein. Darum
3. Achten sie darauf, was sie preisgeben auf Facebook, Flickr, MySpace, StudiVZ und den anderen Web-Plattformen. Irgendwann kann es eine Öffentlichkeit erreichen, die sie nie wollten. Gehen sie sensibel mit dem Internet um. Bitte!

Lose Bindungen sind wertvoll

Freunde im Internet sind also nicht gleich Freunde in der Offline-Welt. Es sind eher schwächere Bindungen, die wir auf Facebook, Twitter und den anderen Web 2.0 Diensten vorfinden. Daraus können sich übrigens auch echte Freundschaften entwickeln. Doch gerade diese eher losen Kontakte sind durchaus wertvoll. Denn sie sind vielfältiger als die wenigen echten Freundschaften. Vielfältiger in regionaler Hinsicht, dazu generationenübergreifend und thematisch oft stark gefächert. Man erhält so Informationen und Input aus den verschiedensten Richtungen. Das macht Spaß, kann bei der Jobsuche helfen, kann hilfreich sein eine neue Wohnung zu finden oder die Vorbereitung des nächsten Urlaubs erleichtern. Klar: es kann auch anstrengend werden. Dann sollte man vielleicht die Einstellungen seines Profils überprüfen und sich ein Stück weit zurück nehmen. Und auch mal einen Online-Freund, der einen nervt, in die virtuelle Wüste schicken.

Die losen Bindungen sind extrem spannend für Brands

Diese schwächeren Beziehungen in Social Networks sind gerade auch für Unternehmen und Marken extrem spannend. Denn durch sie wird Viralität erst ermöglicht. Mit Hilfe des Internets werden regionale Hürden locker überwunden, berufliche Territorien miteinander vernetzt und altersspezifische Schranke entfernt. Das Netz der heutigen Zeit, das Social Web, verändert so unendlich viel in der Kommunikation der Menschen miteinander. Nutella-Fans finden zueinander, von überall her auf der Welt, unterschiedlichsten Alters, mit komplett differenziertem kulturellem Background. IKEA-Fans gibt es in Brasilien, genauso wie in Deutschland oder Kanada. Coca Cola lieben Franzosen ebenso wie Südafrikaner. Und jeder Fan, egal in welcher Form er sich outet – in einem Blogbeitrag, einer 140-Zeichen-Nachricht auf Twitter, seiner Zugehörigkeit zu einer Facebook-Fanseite – ist für die Marke ein einzigartiger Glücksfall. Denn er ist (vermutlich) nicht nur zahlender Kunde, sondern zugleich auch Multiplikator. Seine Freunde im Web 2.0, seine eher losen Bindungen, werden von seinen Vorlieben für Nutella, Pepsi, Coca Cola, Audi, BMW, McFit oder IKEA erfahren. Oft eher nebenbei. Meist unaufdringlich. Und vor allem: authentisch. Menschen gehen behutsam um mit dem was sie anderen empfehlen. Das macht ihre Outings um so wertvoller.

Viralität verbreitet sich durch die Internet-Freundschaften

Und hier setzt Viralität ein. Person A findet Milka Schokolade lecker. Person B und Person C und Person D und Person E erfahren davon via Facebook oder Twitter oder Flickr oder Youtube oder oder. Kann es bessere Werbung geben? Ich sage: nein.

Das ist das Web 2.0. Machen sie was draus. Denn man kann dies alles nutzen. Zuhören, lernen, gemeinsam mit seinen Fans Neues entwickeln. (Hier kommt Crowdsourcing, mein Spezialgebiet mit ins Spiel.) Man kann ein Stück weit Einfluss nehmen auf das Bild, dass sich von der eigenen Marke draußen im WorldWideWeb gemacht wird. Einfluss durch Offenheit, Ehrlichkeit, Herz und Mut. Bleiben sie also ehrlich, vermeiden sie aufdringliche Push-Aktionen, nehmen sie die Menschen ernst. Suchen sie den Kontakt auf einem Level. Suchen sie den Dialog. Beweisen sie dabei Fingerspitzengefühl. Gehen sie sensibel mit ihren Fans um. Seien sie bereit täglich dazu zu lernen. Ihre Fans und ihre vermutlich bald auch neuen Kunden werden es honorieren.

Social Media ist das Marketing der Zukunft. Und die Freundschaften, diese losen Bindungen, sind die Basis dafür.

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Erstellt am Mittwoch 24. Februar 2010
Unter: Theoretische Gedanken | 1 Kommentar »

Das Web 2.0 – Wie auf einem Markt im Mittelalter

Heute mal ein Blick zurück in die Vergangenheit – ins Mittelalter. Der Handel im Mittelalter lebte von den Märkten, auf denen man so ziemlich alles bekam was man brauchte (oder auch nicht brauchte). Als Händler gab es die unterschiedlichsten Typen. Da waren zum einen die, die am lautesten und ausgefallensten schreien konnten. Dann wiederum gab es die, die durch Qualität überzeugen wollten. Selten traf beides zusammen: ein guter Marktschreier und eine außerordentliche Qualität seiner Waren. Wenn das doch mal der Fall war, war er unschlagbar.

Dazwischen gab es eine große Masse, die oft versuchte über den Preis zu überleben, von den lautesten Marktschreiern oft aber überschrien wurde. Sie hatten nur eine Chance langfristig zu überleben, wenn sie Nischen bedienten, die sonst kein anderer bediente. Oder sie lernten auch ganz laut zu schreien. Oder sie arbeiteten Schritt für Schritt an der Verbesserung der Qualität ihrer Waren. Das Feedback bekamen sie ja direkt von den Kunden auf dem Markt. Der Gradmesser war der Umsatz.

Genauso ist es im Internet des Jahres 2010. Nennen wir es Social Web oder Web 2.0. Wer am lautesten schreit, bekommt erst einmal die Aufmerksamkeit. Je länger ich das Web 2.0 beobachte und selbst aktiv daran teilnehme, desto mehr gewinne ich den Eindruck als befinde man sich auf einem Markt des Mittelalters. Damit meine ich keinesfalls, dass wir in eine eher düstere Zeit zurückkehren. Es geht mir dabei nicht um den Zeitgeist oder die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Ich meine allein die Lautstärke mit der versucht wird die Besucher auf sich aufmerksam zu machen. Seife aus Ochsenblut, Schneckenpastete mit Veilchenduft oder eine Rückenmassage einer orientalischen Wunderheilerin.

Gewonnen hat, wer am lautesten schreit.

Ist es nicht so? Gehört die Aufmerksamkeit nicht zuerst denen, die am auffälligsten brüllen? Sie waren auf einem Mittelaltermarkt oft ein auffälliger Angelpunkt – die Marktschreier.

Aber setzt sich letztendlich Lautstärke allein durch? Wen finden wir denn noch auf einem solchen Markt im Mittelalter? Händler, die auf Qualität setzen. Die ihr Handwerk mit Leidenschaft und Liebe betreiben. Und die sich, wenn sie sich nicht ungeschickt anstellen, mit der Zeit über treue Stammkunden freuen dürfen. Selten nur hatten sie auch marktschreierische Qualitäten.

Wer wird den größten Erfolg haben? Kurzfristig sicherlich der laute, auffällige Marktschreier. Wie ein Magnet zieht er neue Kunden an, die das mal ausprobieren möchten. Doch mittelfristig wird es ihm nicht gelingen eine Klientel an Stammkunden aufzubauen, wenn seine Hauptstärke allein das auffällige Rufen ist. Mittel- und langfristig wird der den größten Erfolg davon tragen, der sein Handwerk mit Liebe und Können betreibt. Und – das ist wichtig – es außerdem versteht seine Produkte und Dienstleistungen an die Frau und den Mann zu bringen. Er muss durchaus auch verkaufen können. Ein wenig „schreien“ muss er also auch können. Hockt er nur in seiner Werkstatt vor den Toren der Stadt oder ist sein Marktstand nicht einladend, nutzt ihm auch die beste Qualität nur wenig. Doch dann, wenn auch das einigermaßen stimmt, wird er viel Freude haben mit seinem Können, seinem Handwerk, seinem Business.

Der laute Marktschreier wird langfristig keine Chance haben gegen exzellente Handwerker mit einem wunderschönen Marktstand und der sympathischen Verkäuferin in ihrer Seite.

Und was sollen diese Ausführungen nun auf einem Blog, das sich mit Themen rund um Social Networks, Viralmarketing und Web 2.0 beschäftigt? Es ist im Grunde im modernen Internet, dem Social Web, nicht anders wie auf einem mittelalterlichen Markt. Es gibt viele viele laute Schreihälse. Die fallen auf. Sie ziehen Kunden bzw. Internetnutzer an wie ein zappelnder Regenwurm an der Angel den Fisch.

Doch es gibt auch viele gute „Handwerker“, die mit viel Liebe, Weitblick und Energie ihr Business betreiben. Sie fallen oft weniger auf. Doch langfristig werden sich die Projekte durchsetzen, die mit Passion immer weiter voran getrieben werden. Und die, die sich selbst Zeit geben um zu wachsen und um dazu zu lernen. Für einen Kreis an Stammkunden braucht es Zeit. Erst dann kann sich Mundpropaganda entfalten! Erst dann werden diese zufriedenen Stammkunden anderen davon erzählen. Die Community beginnt zu wachsen. Schritt für Schritt. Und vor allem: nachhaltig.

Die Menschen werden anderen zwar durchaus auch von den lauten, lustigen, auffälligen Marktschreiern erzählen. Doch die sind auch schnell wieder vergessen, wenn das Produkt nicht überzeugt. Von denen, die den Nutzer mit Qualität, einem freundlichen, persönlichen Service überzeugen, wird man Freunden immer wieder gern erzählen und sie immer wieder weiter empfehlen. Dann fängt Mundpropaganda an zu funktionieren. Wie auf einem Markt im Mittelalter.

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Erstellt am Donnerstag 14. Januar 2010
Unter: Theoretische Gedanken | 1 Kommentar »

Social Media ist kein Quickie

Neulich habe ich bei meiner fast täglichen Lektüre der Twitter-Streams und Blogbeiträge der Web 2.0 Welt einen wunderbaren Artikel gefunden, der auf humorvolle und dennoch extrem passende Weise Social Media und Werbung miteinander vergleicht: “Social Media vs. Werbung = Dating vs. One-night-stand“.

Der Autor greift dabei den fast schon legendären Tweet von Avinash Kaushik auf, der gesagt hatte:

Social media is like teen sex. Everyone wants to do it. No one actually knows how. When finally done, there is surprise its not better.

Der Autor auf dem Themenblog – Ich kann leider nicht erkennen, wer den Artikel geschrieben hat. Ich tippe aber: Mark Pohlmann. – schreibt diese wunderbaren Zeilen, bei denen ich einfach nur heftigst nicken kann:

Wer abends loszieht, kann ganz unverbindlich Kontakte knüpfen. Wo auch immer man hingeht, man weiß: “Irgendwen werde ich treffen.” Genauso verhält es sich mit einer Werbeanzeige: sie ist breit gestreut und richtet sich relativ wahllos an ein breites Publikum. Sie kann auf die richtigen Rezipienten treffen, muss aber nicht. Ihre Eigenschaften: oberflächlich, kurzfristig und nicht verpflichtend. Die Chancen auf eine langfristige Beziehung zum Konsumenten strebt hier, wie bei einem One-night-Stand, gegen Null.

Beim Dating gehen wir wählerischer vor. Schließlich geht es um langfristige(re) Intentionen – das heißt auch, dass man sich mehr Zeit lässt und gegebenenfalls seine Strategie anpassen muss, wenn das Verhalten nicht zum gewünschten Erfolg führt. Für den Einsatz von Social Media in Unternehmen gilt ebenfalls: wer eine dauerhafte Bindung seiner Kunden an eine Marke erreichen will, muss Geduld mitbringen. Das Ergebnis ist eine ehrlichere Bindung mit einer Zielgruppe, die ernsthaft interessiert ist.

Ja – es geht um echte Beziehungen im Web 2.0, die sich durchaus über einen längeren Zeitraum aufbauen. Das sind vor allem erst einmal Beziehungen zwischen Menschen. Und vielen Marken und Unternehmen fällt es schwer die Wege zu entdecken, die sie dort mit hinein führen. Es gibt sie. Doch wer sich wie der berühmte Elefant im Porzellanladen aufführt, wird wenig Erfolg haben. Und auch die Rosenverkäufer werden dort keine echten Beziehungen aufbauen können. Höchstens mal ne Blume verkaufen. Und ansonsten eher belächelt werden. Man muss ehrlich, offen und mit dem richtigen Gespür vorgehen. Wie im echten Leben, nicht wahr? Geduld gehört da auch durchaus dazu.

Rich Nadworny hat auf seinem digital strategy blog mehrere Tipps parat, was man dabei beachten sollte:

  • Most people are not that into you – Die Welt dreht sich nicht um dich (Übersetzung im Themenblog)
  • People tire quickly of other people who talk incessantly about themselves – Selbstdarsteller kommen arrogant rüber und langweilen
  • Take the long-term view – Langfristig denken
  • Reward good behavior – Belohnung
  • Own up to your mistakes quickly – Fehler eingestehen

Es wird deutlich: der normale Menschenverstand sollte einen leiten. Auch wenn es um ein Unternehmen geht. Eine Marke darf sich durchaus in das Treiben des Web 2.0 stürzen. Gar keine Frage. Aber mit Authenzität. Mit dem Wissen, dass Web 2.0 und Social Media Dialog bedeutet. Also: Zuhören, auf den anderen eingehen, voneinander lernen, andere akzeptieren, bereit sein Fragen (auch wenn sie unangenehm sind) zeitnah zu beantworten. Viel Spaß und viel Erfolg!

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Erstellt am Freitag 2. Oktober 2009
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Das Internet-Manifest ist bei weitem nicht ausreichend

Gestern wurde das Internet-Manifest ins Netz gestellt. Erstunterzeichner sind:

Prinzipiell stimme ich allen 17 Thesen inbrünstig zu. Und hier könnte ich einen dicken PUNKT setzen. Kann ich aber nicht. DENN: Warum bezieht sich dieses Manifest ganz ausdrücklich nur auf den Bereich “Journalismus”?

1. Das Internet ist anders.

Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

Es ist gut und richtig, dass versucht wird aufzuzeigen, dass sich die Medienwelt und auch unsere sozialen Strukturen Dank und mit dem Internet komplett umwälzen. Und niemand kann definitiv sagen, wohin die Reise geht. Der Vergleich zu den gesellschaftlichen Umwälzungen, die der Buchdruck seinerzeit mit sich brachte, ist vollkommen richtig und nicht zu weit hergeholt.

Aber: es geht nicht allein um den Journalismus, der wichtig ist. Es gibt etliche andere Bereiche, die davon genauso massiv betroffen sind. Wo es ganz genauso starre Strukturen gibt, die aufgebrochen werden, ja aufgebrochen werden müssen. Und wo es einen Haufen Querköpfe gibt, die versuchen ihr Revier zu verteidigen und die noch nicht begriffen haben, was Internet im Jahr 2009 tatsächlich bedeutet:

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

Medienbotschaften werden nicht mehr auf Einbahnstraßen wie Zeitungen, TV oder Radio zu den Menschen dort draußen geschickt. Die Menschen haben eine Stimme bekommen. Viele wissen diese neue Stimme noch nicht zu nutzen. Das ist richtig. Es ist manchmal wie mit einem Baby, dass scheinbar sinnloses Zeugs vor sich hinbrabbelt. Aber es lernt zu sprechen. Und bald wird es die Welt entdecken und viele Dinge zu berichten haben. Genau diese Sprache gibt das Internet den Menschen. Sie können sich äußern. Auch wenn das vielen anderen nicht passen mag. Kommunikation ist das Zauberwort unserer Zeit. Und das ist gut so. Kommunikation statt Konfrontation. Kommunikation auf Augenhöhe.

Also:

Das Internet-Manifest ist richtig. Aber es muss viele andere Bereiche neben dem Journalismus mit einbinden. Ich denke da unter anderem an die Werbebranche, die Marketingindustrie, die Musikbranche, das Verlagswesen.

Mehr dazu auch bei Markus Beckedahl auf Netzpolitik.org.

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Erstellt am Dienstag 8. September 2009
Unter: Theoretische Gedanken | 3 Kommentare »

Twitter und RSS – Abo funktioniert auch virtuell

Ich muss mich immer wieder beherrschen, wenn ich die Gesichter von Kunden vor mir habe, denen ich etwas von RSS erzähle. “Was? RSZ? Was is denn das?” steht sehr deutlich in ihren Gesichtern. Nichts ist von sperriger wie diese gruselige Abkürzung für “Really Simple Syndication” oder auch “Rich Site Summary”. Okay: XHTML wäre wohl noch eine Steigerung. Aber das brauche ich nie zu erklären. Zum Glück. Aber wenn man über Social Media und vor allem über Blogs spricht, kommt man an RSS nicht vorbei. Weil es ne verdammt gute Sache ist.

Ich erkläre es dann als standardisiertes Abonnement-System im Internet. Das wird dann meist verstanden. Aber ein kleines Fragezeichen bleibt immer? Kann etwas, das “RSS” heißt sexy, gut und erfolgreich sein?

Dass Abo-Systeme überaus gut funktionieren beweist nun auch Twitter. Denn vom Prinzip her ist es nichts anderes. Ich aboniere die News eines anderen: seine Microblogging-Beiträge. Der Unterschied zwischen normalen Blogbeiträgen und Twitter-Nachrichten liegt in der Länge des Mitzuteilenden. Und in der Bezeichnung. “Twitter” – das klingt. Das spricht. Das ist lustig. Das transportiert etwas Positives. “RSS” ist sperrig. Das klingt nicht gut. Das möchte man schnell wieder vergessen (wenn man kein Tekkie ist). Also: Weg mit der Bezeichnung RSS. Gebt dem Kind einen anderen Namen. Denn: Abosysteme sind cool. Sie machen uns das Leben einfacher. Sie erlauben uns Dinge zu erhalten, ohne uns großartig darum kümmern zu müssen, dass sie den Weg zu uns finden. Das ist mit der Zeitschrift für meinen Sohn genauso wie mit der GEO, die ich monatlich im Briefkasten finde, der neuesten Perry Rhodan Folge, die ich via Textunes abonnieren kann, den Blogbeiträgen guter Blogs die ich gern lese oder den Tweets von Leuten, die was zu sagen haben. Abo funktioniert. Virtuell wie im echten Leben.

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Erstellt am Mittwoch 29. Juli 2009
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Liebes Microsoft: Der Eingang ins Internet ist der Browser

Gerade hat Microsoft eine neue Suchmaschine an den Start gemacht. Mit Bing und einer millionenschweren Marketingkampagne will man in den nächsten Jahren etwas Boden gut machen gegenüber dem großen Internetdominator Google. Ob Bling da jedoch der richtige Move ist, möchte ich bezweifeln. Zumal fast zeitgleich Google mit seiner Google Wave die weitaus innovativere Software angekündigt hat.

Ich verstehe Microsoft nicht. Sie haben Geld ohne Ende. Sie dominieren noch immer den Bereich PC-Software und sind noch immer führend bei den Online-Browsern:

(Quelle: Statista)

Aber Microsoft macht viel zu wenig aus diesem enormen Kapital. Microsoft ist ganz offensichtlich zu schwerfällig geworden über die Jahre. Es fehlt die Dynamik und Innovationskraft, die eine Firma wie Google oder auch Twitter, Facebook, Aviary und andere auszeichnet. Google ist es gelungen eine Firmen-DNA aufzubauen, die Freiraum lässt für neue Ideen, fürs Austesten von Innovationen, für Experimente, für Spaß beim Forschen und Entdecken. Herausgekommen sind Produkte wie Google Maps, Google Trends, Google Docs, Gmail und nun Google Wave. Die Hierarchien und die Struktur innerhalb der Firma Google passen perfekt. Bei Microsoft scheint dies anders zu sein. Zu viele Hierarchien? Zu wenig Freiraum zum Denken? Und dadurch zu wenig wirklich gute Leute? Weil diese lieber zu Google gehen, weil sie sich dort besser entfalten können? Ich weiß es nicht und kann nur vermuten. Selbstverständlich gibt es auch bei Microsoft viele verdammt gute Entwickler und intelligente Köpfe. Das steht außer Frage.

Microsoft könnte auch in der Zukunft DER Player auf jedem Rechner sein. Nicht im Bereich Suche. Auch nicht im Bereich Social Networks. Ich schüttel nur den Kopf, wenn ich von den zahlreichen erfolglosen Kaufversuchen von Yahoo! & Co. lese. (Wobei es strategisch ausnahmsweise sehr clever war eine Partnerschaft mit Facebook einzugehen. Egal wie teuer sie war. Das macht Sinn.)

Die Frage die ich mir stelle lautet: Wie gelangen die meisten Menschen ins Internet? Was ist ihr Tor dorthin? Klar: man braucht einen Provider. Und dann? Es ist der Browser! Er ist unser Tor, unsere wichtigste Software wenn wir ins Netz wollen. Und genau hier sollte Microsoft seine ganze Kraft einsetzen und innovativ, mutig in die Zukunft denken. Nicht umsonst hat Google mit dem Chrome mittlerweile auch einen eigenen Browser auf den Markt gebracht.

Viele denken “Der Browser ist doch einfach nur ne Software die funktionieren muss.” Geld ließe sich damit kaum verdienen. Falsch. Apple macht vor wie es geht. Applications sind die kleinen Zaubertools, die Geld in die Kassen von Apple und der Entwickler der Apps spülen. Mit den Apps fürs iPhone wird Geld verdient! Micropayment funktioniert. Wie Ebay ja bereits vor zehn Jahren bewiesen hat. Auch Xing oder Stayfriends zeigen, dass man mit Micropayment durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen kann. Es muss nur eine adäquate Gegenleistung dafür geben. Dann sind die Menschen auch bereit Geld herauszurücken.

Warum gibt es noch keine kaufbaren Apps für meinen Browser? Warum setzt Microsoft nicht auf einen App-Store für den Internet Explorer? Warum wird nicht der Browser der Zukunft gesucht, der offen ist für die Anbindung von Apps, die sich die Leute selbst aussuchen und kaufen können? Damit würde man ihnen die Möglichkeit geben den Browser zu mehr zu machen wie nur zu einer kostenlosen, funktionierenden Software. Der Browser würde Mehrwerte bieten, die viele gern in Anspruch nehmen. Mit dem iPhone wird auch nicht nur telefoniert und gesurft. Die Leute sind süchtig nach Apps, nach kleinen, hilfreichen Zusatztools. Die können online, aber zum Teil auch offline funktionieren. Gleiches wäre für den Internet Explorer vorstellbar.

Wie genau ein solcher Browser aussehen kann, das sollte man einfach mal die Nutzer dort draußen fragen. Man würde garantiert viele gute Antworten erhalten. Crowdsourcing nennt sich dieses Prinzip! Nokia hat zum Beispiel vorgemacht, wie innovativ die Menschen dort draußen sind, wenn es zum Beispiel darum geht Ideen für neue Handys zu finden.

Warum fragen wir nicht einfach die Internetnutzer, wie sie sich den Browser der Zukunft vorstellen?! Fehlt nur noch ein Sponsor für einen solchen Browser-der-Zukunft-Contest. Microsoft, Adobe, Create or die – bitte melden! Das wäre zu 100% eine spannende Aktion, die allen Seiten Spaß und ganz sicher viele neue, gute Ideen bringt.

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Erstellt am Dienstag 9. Juni 2009
Unter: Theoretische Gedanken | 3 Kommentare »

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt…

Alle grübeln darüber, wie man mit dem Internet Geld verdienen kann. Wenn man nicht gleich einen eigenen Online-Shop aufmachen möchte. Ausführlich war ich auf dieses Thema der künftigen Erlösmodelle bereits letzten Herbst eingegangen, wo es darum ging Social Networks neue Erlösmodelle aufzuzeigen. Dabei ging es um Viralmarketing, Crowdsourcing und Social Shopping. Viel passiert ist in der Richtung noch nicht auf Facebook & Co. Aber ich weiß, dass dort unter anderem auch in diese Richtung gedacht wird.

Heute soll es um eine andere Denkrichtung gehen. Es wird immer deutlicher, dass Handynutzung und Nutzung des Internets eine Symbiose eingehen. Spätestens seit dem gigantischen Erfolg des iPhones ist deutlich, dass ein Handy – oder wie immer man das handliche Endgerät letztendlich nennt, denn ein Handy im ursprünglichen Sinn ist das iPhone nun wahrlich nicht. Viele sprechen von Smartphones. – nicht allein zum Telefonieren taugt. Auch das Surfen, wenn man sich von Seiten der Hersteller um die Usability intensive Gedanken macht, kann mit einem Gerät wie dem iPhone Laune machen und wunderbar funktionieren. Und wir sind hier ganz sicher erst am Anfang einer Entwicklung von Geräten, die in jede Hosentasche passen und dennoch auch für das Internet funktionieren.

Und genau hier – bei den neuen mobilen Endgeräten – liegt ein weiteres, gigantisch großes Feld für Erlöse im Zusammenspiel mit dem Internet. Schauen wir uns doch mal kurz die Nutzung des Handys an. Bei der ITU findet man vielfältige Statistiken über die Entwicklung der Handynutzung. Alle besagen ein und das selbe: gigantisches Wachstum überall auf der Welt. Vor allem auch in den ärmsten Ländern. Das Handy wird das Kommunikationsmittel des Jedermann. Und das ist gut so.

Die folgenden Grafiken stammen aus dieser Präsentation von Vanessa Gray.

mobile_entwicklung

mobile_entwicklung

mobile_entwicklung

Kommen wir zurück zu den Erlösmodellen des Internets. Wie das funktionieren kann? Apple macht es vor. Apps heißt das Zauberwort des Jahres 2009. Und der App-Store dürfte zu den umsatztechnisch erfolgreichsten Bereichen des Internets gehören. Noch gibt es unendlich viele, sinnvolle Apps, die es NICHT gibt und die noch darauf warten entwickelt zu werden. Ich selbst nutze immer wieder die Ebay-App, die extrem gute Facebook-App, war auf der Webinale total begeistert von der Conangel-App zur Planung der Konferenz-Sessions. Ich nutze intensiv WikiMe und Wikiamo, habe mir den MobileButler aufs iPhone gezogen, spielen gern Risiko auf dem iPhone und so weiter. Alles zu finden über den App-Store, wenn ich ihn direkt auf dem iPhone aufrufe. Für einige dieser Apps habe ich auch Geld bezahlt. Ich habe es bisher nicht bereut.

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets begann am 9. Januar 2007, als Apple einen Prototyp des iPhone auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vorstellte. Damit begann nicht nur der Siegeszug der sogenannten Smartphones, sondern auch des Konzeptes eines App-Stores, also des Verkaufs von Zusatztools und damit der Öffnung einer speziellen Erlösschiene.

Dass Micropayment durchaus funktioniert, wenn man dem Nutzer dafür auch etwas bietet, wissen wir spätestens seitdem es Ebay gibt. Und der Erfolg des App-Store zeigt erneut: die Menschen bezahlen, wenn sie dafür etwas geboten bekommen. Es ist nicht allein eine Kostenlos-Kultur, die das Netz, dass sich nun rasend schnell auf mobile Endgeräte ausdehnt, so erfolgreich macht.

Nicht alle Apps für das iPhone haben etwas mit dem Internet zu tun. Aber viele davon connecten direkt mit Internetplattformen und Netzangeboten. Facebook, Ebay, StudiVZ, Flickr, Youtube, zahlreiche Wikipedia-Apps und so weiter. Etliche Entwickler schreiben Applications, die Inhalte aus dem Netz zusammentragen und intelligent aufbereiten. Und sie verdienen damit Geld. Apple verdient mit diesem Konzept Geld. Und Facebook, Ebay & Co. hilft es neue Nutzerströme zu erschließen bzw. die Verweildauer zu erhöhen. Ich selbst nutze Facebook und auch Ebay deutlich intensiver mit dem iPhone als vorher über PC und Browser.

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt: Applications für Smartphones, die sich die Nutzer gegen Kleinstbeträge aufs Phone ziehen können. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und erfordert ein Umdenken vieler Strategen. Noch gibt es viel zu wenige, gute Apps. Oft sind es noch Schnellschüsse, die nicht ausgereift sind und bei denen die Usability zu Wünschen übrig lässt. Das wird sich schnell ändern. Denn das Potential ist gigantisch, betrachtet man die Verkaufszahlen der iPhones und seiner Nachahmer (G1, Blackberry, Nokia) und die Nutzung von Apps. Und schaut man sich dazu obige Statistiken an wird klar, wann diese Welle sich über die gesamte Welt ausbreiten wird. Mit Hilfe (bezahlbarer) Smartphones wird das Internet bis in die entlegendsten Winkel dieser Welt vordringen.

Apple hat auf den Erfolg dieser Entwicklung bereits reagiert und kündigte für die nächste iPhone-Generation ein Entwickler-Kit und ein neues Betriebssystem OS 3.0 an. Die Vorschau auf das iPhone OS 3.0 gibt es hier. Dort heißt es:

Mit dem neuen SDK können die Mitglieder des iPhone Entwicklerprogramms Programme entwickeln, die noch mehr leisten können. Die Entwickler erhalten damit die Tools, um In-App Purchases wie Abonnements, zusätzliche Spielelevel und neue Inhalte zu ermöglichen. Sie können auch Apps entwickeln, die Peer-to-Peer-Verbindungen via Bluetooth herzustellen, mit Hardwarezubehör kommunizieren und den Apple Service für Push-Benachrichtungen für Meldungen nutzen.

Das ist ein gewaltiger Paukenschlag. Denn übersetzt bedeutet dies: Entwickler können INNERHALB von (kostenlosen) Apps virtuelle Güter zum Kauf anbieten, also direkt in die Anwendungen Bezahldienste einbauen. Dadurch wird eine neue iPhone-Miniökonomie entstehen, die Erlösmodellen ganz neue Türen, Wege und Brücken zeigt.

Ein Beispiel? Ein Spiel, dass man sich als App aufs iPhone ziehen kann. Die ersten 3 Level des Games sind kostenlos. Level 4 – 50 kosten dann pro Level 5 Cent. Außerdem könnte im Spiel auch ein Shop integriert sein, in dem man echte Dinge kaufen und sich zuschicken lassen kann. Das Spiel motiviert also zum Kauf. Es dient als Marketinginstrument und schafft Kaufanreize. Alles wird über den iTunes-Store abgewickelt und läuft genauso unkompliziert wie der Kauf von Musik im iTunes-Store. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Apple-Ökonomie: unkompliziert und schnell! Easy to use. Für jeden Nutzer.

Auf diese Entwicklung müssen und werden sich erfolgreiche Internetunternehmen einstellen müssen. Hier liegen Umsatzquellen, die in der Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten um mit und im Internet auch Geld zu verdienen. Apple ist, mal wieder, Vorreiter.

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Erstellt am Freitag 5. Juni 2009
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Social Media Marketing

Marketing in Social Networks und auf anderen Web 2.0 Plattformen ist eines DER Diskussionsthemen zur Zeit in der Netz-Welt. Man versucht heraus zu finden, was funktioniert, wie man die Menschen erreicht, wo man sie erreicht, ob man sie erreicht.

Auch ich bewege mich auf diesem Gebiet als Berater und Stratege und kann vielen der Aussagen in diesem Artikel “25 Must Read Social Media Marketing Tips” zustimmen.

Wenn man mich fragt, was aus meiner Sicht im Web 2.0 wichtig ist, dann antworte ich meist:

  • Die Technik ist nur Mittel zum Zweck
  • der Mensch steht im Mittelpunkt
  • Kommunikation ist das Wichtigste – Kommunikation auf Augenhöhe. Von Mensch zu Mensch, aber auch von Marke zu Mensch
  • Es gibt keine Marketing-Einbahnstraßen mehr!
  • Man muss dahin gehen, wo die Menschen bereits sind. Statt zu warten, dass sie zu einem kommen.
  • Unternehmen, Markenbotschafter, Werber müssen lernen zuzuhören. Die potentiellen Kunden und Fans werden ihnen auch zuhören, wenn sie merken, dass auch sie zuhören!
  • Die Menschen dort draußen wollen ernst genommen werden. Und das ist ihr gutes Recht!
  • Das neue Internet ist ein soziales Netz! Dies kann man nutzen. Dies sollte man nutzen.
  • Agieren sie offen, ehrlich und glaubwürdig. Authenzität ist ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg im Web 2.0!

Etliche Unternehmen begreifen so langsam worauf es ankomm. Aber dies in die eigene Firmenpolitik zu implementieren ist oft nicht so einfach.

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Erstellt am Mittwoch 29. April 2009
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Regionen – die noch wenig besetzten Nischen im Internet

Regionen, Gemeinden, Städte und Dörfer sind die Cluster, die im Internet von den großen Playern noch viel zu wenig besetzt sind. Aber die Menschen lechzen nach regionalen Informationen. Dies ist aus meiner Sicht einer DER Trends in den kommenden Jahren.

Bild.de geht da jetzt in die richtige Richtung. “Ausgerechnet Bild” werden jetzt viele denken. Tja – die haben die Nase im Wind. So ist bei Meedia nachzulesen:

Die „Bild“-Chefredaktion sieht den Regionaljournalismus als eine der wichtigsten Kernkompetenzen des Blattes und – jetzt auch – der Website.

Für Experten wie Professor Ewald Wessling fährt Springer mit dieser Regionalisierungsoffensive die richtige Strategie: „Das Lokale ist der einzige freie Platz im Internet”, analysierte Wessling gerade auf der CeBIT.

Naja – sicherlich nicht der einzige freie Platz. Aber in der Aussage steckt viel Wahrheit.

Die praktische Arbeitsaufteilung sieht folgendermaßen aus: Die „Bild“-Außenredaktionen liefern die lokalen Top-Stories. Die Koordination und Produktion wird allerdings vor der Online-Redaktion zentral aus Berlin gesteuert.

Könnte man im Web 2.0 auch anders organisieren. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

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Erstellt am Dienstag 24. März 2009
Unter: Theoretische Gedanken | Keine Kommentare »