SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

2Feb/120

Von wegen Social Media verkauft nicht…

Es geht ja die Mär um, dass man mit Social Media nicht verkaufen kann. Hier mal das Gegenbeispiel.

Ich habe vorgestern auf Facebook ein Foto von meinem Lieblingssaft gepostet. Ich bin bekennender Fan der Walther's Säfte (siehe dazu auch das Interview mit der Chefin Kirstin Walther). Ich liebe den Quitten-Nektar. Sehr speziell, ich weiß. Hier das besagte Foto auf Facebook:

Sofort kamen nicht nur einige Kommentare und der Dank von Kirstin Walther unter dem Bild auf Facebook, sondern auch die klare Aussage, dass einige meiner Freunde gleich mal ein paar Saftboxen bestellt haben. Felix schrieb unter anderem:

So, direkt mal 2 Boxen im Shop bestellt. Bin ja mal Weiterlesen …

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1Feb/120

Ein B2B-Unternehmen im Social Web – HABA und die Spielwarenmesse in Nürnberg

HABA ist eine der bekanntesten Spielzeugmarken Deutschlands. HABA steht für innovatives, ausgefallenes und qualitativ exzellentes Holzspielzeug, gut gemachte Gesellschaftsspiele und wunderbare Puppen- und Stoff-Welten. Ein Grund, warum meine Frau in unserem Spielwarengeschäft, dem Zwergen-Saloon, so intensiv (und erfolgreich) mit HABA zusammenarbeitet. Es macht einfach Spaß, HABA zu verkaufen. Eine tolle Firma mit tollen Produkten. Passend zu diesem Marken-Image hat man sich 2011 bei HABA (endlich!) dazu entschlossen, auch im Social Web aktiv zu werden. Hierfür wurde eine Facebook-Seite eingerichtet, die bald 5.000 Fans haben wird.

Heute startet in Nürnberg die Spielwarenmesse, die größte und wichtigste Messe in diesem Segment weltweit. Selbstverständlich ist HABA auch mit einem großen Stand dabei. Und wir - meine Frau und ich - werden am Samstag uns dort alle Neuigkeiten anschauen. Da diese Messe allerdings eine reine Fachmesse ist, hat der Endverbraucher dort keinen Zutritt. Das ist für uns als Einzelhändler durchaus nachvollziehbar. Denn so können wir in Ruhe schauen und für die beiden Spielwaren-Geschäfte in Berlin und Garmisch-Partenkirchen Ware ordern.

Bei HABA geht man nun im Jahr 2012 einen ganz neuen Weg mit Blick auf die Spielwarenmesse. Einen Weg, den ich richtig gut finde. Auf Facebook wurde der Aufbau des Messestandes intensiv begleitet! Täglich gab es Bilder und Kommentare dazu. So wurden wir als Einzelhändler und ganz sicher auch viele Mamas und Papas neugierig gemacht auf die Neuigkeiten aus dem Hause HABA. Und wir waren bereits deutlich früher involviert in das Thema "Neues bei HABA" als sonst üblich. Das macht nicht einfach nur Spaß, sondern trägt zudem enorm zur Kundenbindung bei und weckt die Neugier auf neue HABA-Produkte. Ich rede hier immer von den "Mehrwerten durch Social Media". Kundenbindung, Schärfung des Markenimages, Marketingeffekte - das alles spielt in dem Moment eine wesentliche Rolle. Und wird mit viel Spaß und guter Laune durch HABA transportiert. Perfekt!

Bildunterschrift auf Facebook: "HABA auf der Spielwarenmesse in Nürnberg: "Mhhh, lecker Sandkuchen!" Piro ist schon bei seinem 2. Frühstück im Sun Bistro."

Bildunterschrift auf Facebook: "HABA auf der Spielwarenmesse in Nürnberg: Piro spielt Verstecken - wo ist er denn? Findet Ihr ihn?"

(Mehr dazu auch im Zwergen-Saloon-Blog.)

B2B-Unternehmen und Social Media

B2B-Unternehmen - und HABA ist ein solches - stehen dem Social Web meist noch sehr zögerlich und vor allem mit vielen Fragezeichen im Kopf gegenüber. Aber: Warum? Das Social Web ist nicht nur für Unternehmen spannend, die an Endverbraucher verkaufen. Auch für B2B-Firmen, egal welcher Größe, gelten unter anderem folgende drei Punkte, die einen Einstieg ins Social Web sinnvoll machen:

28Jan/120

Dank Social Media – die Kleinen sind der Star

Dieses Video hat innerhalb kürzester Zeit 3 Millionen Views generiert. Drei Millionen Menschen haben sich diese 12 Sekudnen angeschaut! Und das nicht, weil Roger Federer gegen Rafael Nadal spielt. Nein - hier ist der Balljunge der Star!

21Jan/120

Einfach mal die Klappe halten (im Social Web)

Habe nur ich den Eindruck? Oder andere Social Media Intensivnutzer auch? Der Ton im deutschen Social Web wird rauher. Und mehr als einmal habe ich mich in den letzten sechs Monaten gefragt, was dieser Kommentar nun wieder soll auf Facebook.

Es passiert mir immer häufiger - egal ob bei mir im Profil oder aber auf Seiten, die ich betreue oder aber auf denen ich einfach nur selbst Community Mitglied bin - dass es Kommentare anderer gibt, wo ich mich frage, was dieser Kommentar soll. Aussagen wie "Da find ich's doof.", "Bei dem scheiß Wetter..." oder "Wozu soll das gut sein?!" sind zumeist einfach nur destruktiv und sorgen bei allen Beteiligten für schlechte Laune. Es wird gepault, gemotzt, schlechte Laune verbreitet. Schade. Aber klar - je mehr Menschen das Social Web immer intensiver nutzen, je mehr wird es wie im normalen Leben. Aber damit mag ich mich nicht abfinden.

Immer öfter denke ich dabei: Einfach mal die Klappe halten! Das wäre hin und wieder angebracht. Oder wenigstens vorher kurz mal darüber nachdenken, ob ich mit meiner verkommunizierten schlechten Laune nicht vielleicht bei anderen auch schlechte Laune verursache. Und ob ich das wirklich will.

Kommunikation sollte konstruktiv sein. Kritik ist wichtig und gut. Aber sie sollte ein Thema voranbringen. Sinnloses Rumnörgeln nur um des Rumnörgeln willens ist dagegen destruktiv.

Immer mehr Nutzer lassen sich gehen im Internet. Und merken dabei nicht, wie sie andere damit verschrecken. Ich reiße selbst gern kontroverse Themen an, wohlwissend, dass damit widersprüchliche Diskussionen losgetreten werden. Wem diese Themen oder meine Meinungen nicht passen, der kann sie denkbar einfach auf Facebook ausblenden. Genau dafür hat Facebook ja die Verbergen-Funktion für einzelne Beiträge. Und man kann seine Facebook-Freunde auch filtern über die Abonnement-Funktion, ohne die Freundschaft gleich beenden zu müssen. Was man wiederum auch tun kann. Aber ich kommentiere nicht sinnlos negativ in der Gegend rum oder paule Leute an, mit denen ich auf Facebook, Twitter oder Google+ verkontaktet bin. So wie ich auch nicht im Hausflur einfach mal meine Nachbarn anpaule oder beim Bäcker sinnlos rummotze.

Worum es mir geht und was ich für so wichtig halte, ist, dass man kurz überlegt, welchen Eindruck ein Kommentar auf Facebook oder an anderer Stelle im Internet auf andere macht. Eine hingerotzte Bemerkung steht möglicherweise für ewig im Netz. Zahlreiche andere Menschen, von denen man gar nicht ahnt, dass die das auch lesen könnten, nehmen es vielleicht sogar wahr. Und denken sich ihren Teil. Das könnten künftige Geschäftspartner sein, Freunde von Freunden oder Personen, mit denen man auch anderweitig zu tun hat.

Lieber nochmal überlegen, ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, einfach mal die Klappe zu halten. Oder aber sich lieber konstruktiv und sachlich in eine Diskussion einschalten.

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29Dez/110

Nicht welches Tool und ob, sondern wie und womit

Ganz einfach auf den Punkt gebracht, von Julius van de Laar, zwei Jahre aktiv eingebunden in den Wahlkampf von Barack Obama. Es sollte nicht darum gehen, ob man nun Facebook nutzt oder Twitter oder irgendeinen anderen Social Media Baustein. Sondern es kommt darauf an, WIE man Social Media nutzt. Und welche Inhalte man wie kommuniziert.

Nicht das ob ist entscheidend, sondern das wie. Doch viel zu viel reden noch immer über das "ob", statt über das "wie". So ist es leider. Noch immer. In Deutschland.

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16Dez/110

Bottlenose als perfektes Social Media Dashboard der Zukunft?

Alle Community Manager und Social Media Manager sind permanent auf der Suche nach dem idealen Tool zur Pflege der zahlreichen Social Media Kanäle und dem Monitoring von Facebook-Seiten, Twitter-Accounts, Blogs usw. Jeder hat da seinen eigenen Pool an Tools, den er tagtäglich nutzt. Viele setzen dabei auf Tweetdeck, das tatsächlich schon recht gut ist. Doch wer behält den stetigen Strom an Informationen, Bildern, Links, Tipps, Meinungen unter Kontrolle?

Nun kündigt sich ein neues Social Media Dashboard an: Bottlenose. Es klingt tatsächlich spannend, was im Einführungsvideo angekündigt wird. Vor allem das Lernen des Tools hat was, birgt für mich aber auch die Gefahr, dass ich Dinge verpasse. Ich will gar nicht immer, dass die Software mir alles abnimmt. Denn nur durch teilweise ungezieltes Stöbern und unvorhergesehen eingeschlagene Wege kann ich Neues entdecken.

Aber Bottlenose scheint viele spannende Features zu bieten. Filter zum Beispiel sind immer Klasse. Und auch der Radar ist extrem spannend, um tiefer einzutauchen in die Vielfalt des Social Web. Schauen Sie sich das Video an. Es könnte vielleicht auch für Sie das richtige Tool werden, um den Überblick zu behalten.

T3n schreibt zu Bottlenose übrigens unter anderem:

Bottlenose richtet sich eher an Social-Media-Power-User als an den normalen Nutzer. Die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Optionen wirken beim ersten Besuch überwältigend. Entsprechend bedarf es einer nicht unerheblichen Einarbeitung in das Dashboard, um dessen volles Potenzial zu entfesseln und zu nutzen. Bottlenose befindet sich derzeit noch in einer geschlossenen Beta - allerdings können sich Interessierte bereits jetzt für Bottlenose anmelden und vormerken lassen.

13Dez/110

Menschen kaufen gern bei Menschen – Kirstin Walter im Interview – ein Social Media Beispiel für KMU

Kirstin WalterKirstin Walter von der Kelterei Walter wollte ich schon lange mal interviewen. Weil sie so viel richtig macht im Social Web. Und damit schon so einiges erreicht hat für ihr mittelständisches Unternehmen. Damit ist sie Vorbild für so viele andere KMU. Im Rahmen meiner Recherchen für mein Buch über Communities und KMU führt kein Weg vorbei an Walters Säfte. Und Kirstin Walter nahm sich viel Zeit und beantwortete meine Fragen geduldig und ausführlich. Dafür ein ganz dickes Dankeschön!

Hallo Kirstin,
vielen Dank, dass Du einem Interview zugestimmt hast und mir und meinen Lesern ein wenig Auskunft gibst über die Social Media Arbeit der Kelterei Walther.

Seit wann bist du im Social Web aktiv? Und womit begann es?

Alles begann im Januar 2006 mit unserem Saftblog. 2007 folgte Twitter und seit 2009/2010 versuchen wir auch über eine Facebookseite mit Gott und der Welt zu kommunizieren. Ja und seit kurzem probiert man sich natürlich auch bei Google+.

Und was ist für dich heute der wichtigste Online-Kanal?

Die Kanäle sind eigentlich gleich wichtig, weil überall unsere Fans und Kunden sind. Wenn dann würde ich nur danach unterscheiden, welcher Kanal mehr Spaß macht oder einfacher zu handeln ist. Bei mir ist es so, dass mir nach wie vor Twitter am meisten Freude macht. Und ich glaube, das ist deswegen so, weil ich dort quasi nur eine Identität habe – mich aka Safttante. Nicht getrennt in Firma und Person so wie zum Beispiel bei Facebook. Das fällt mir nach wie vor schwer diesbezüglich zu trennen.

Ich schreibe gerade an einem Buch für den Mittelstand und die Arbeit mit Communities. Wo befindet sich die Community Walther's Säfte? Auf Facebook? Auf Twitter? Auf mehreren Plattformen parallel? Oder gibt es „die Community“ vielleicht gar nicht?

Hmm Community… Das ist so ein Wort was ich nie verwende. Wie oben schon gesagt, sind Fans und Kunden überall, weil wahrscheinlich jeder eben einen anderen oder mehrere Kanäle bevorzugt. Und ich für meinen Teil versuche halt dort zu sein, wo die Leute sind.

Wie findet Monitoring bei euch statt? Mit Hilfe von Software? Oder eher der tägliche persönliche Check, wo über eure Produkte gesprochen wird?

Eher der tägliche persönliche Check mit einfachsten Hilfsmitteln, die man als „normaler Mensch“ eben so verwendet. Google Alerts, Twittersuche und bei Facebook schau ich eigentlich nur auf die Meldungen, die standardmäßig angezeigt werden. Jedenfalls mit dem geringsten nötigen Aufwand.

Wo und wie kann dir denn die Community helfen? Gibt es Beispiele aus den letzten Jahren, wo die Community eine Hilfe für die Kelterei Walther war?

Oh ja – da gibt es sogar mehrere Beispiele. Die Beeindruckendsten kann ich ja mal Weiterlesen …

3Nov/110

Social Media bald so selbstverständlich wie Telefonat oder Email – Charles Schmidt von der Krones AG im Interview

Die Krones AG gilt als Vorreiter in Sachen Social Media Einsatz hier in Deutschland. Da das Unternehmen ausschließlich im B2B-Umfeld agiert aus meiner Sicht ein doppelt spannender Case. Darum bat ich einen der Verantwortlichen, Herrn Charles Schmidt, um ein sehr ausführliches Interview. Teile des Interviews werden auch in mein Buch einfließen, an dem ich gerade arbeite und das sich dem Thema "Mittelstand und Communities" annehmen wird. Hier ist das Interview mit Charles Schmidt:

Charles Schmidt / Krones AGHerr Schmidt, ich bedanke mich erst einmal, dass Sie sich die Zeit nehmen für dieses Interview.

Gerne! Kommunikation gehört ja schließlich auch zu meinen Aufgaben.

Sie sind bei der Krones AG, einem Konzern mit über 11.000 Mitarbeitern, davon etwa 8.000 allein in Deutschland, verantwortlich für die Kommunikation. Ist das richtig?

Das stimmt so nicht ganz. Lassen Sie mich das etwas einordnen. Die Krones AG beschäftigt weltweit in der Tat über 11.000 Menschen. Innerhalb der Unternehmenskommunikation bin ich als Teammanager Creations tätig. Ich bin verantwortlich für 17 Mitarbeiter. Gemeinsam mit meinem Team werden Filme produziert, Broschüren erstellt, Fotos gemacht, Artikel geschrieben, Messeauftritte organisiert, Kampagnen geplant und viele weitere spannende Sachen.

Hinzu kommt der Bereich Social Media. Hier bin ich als Corporate Social Media Officer tätig und verstehe mich als zentraler Ansprechpartner im Unternehmen. Ich leiste diesbezüglich Aufklärungs- und Koordinationsarbeit im Konzern und verantworte natürlich auch die Kommunikation der Krones AG im Social Web.

Was bedeutet das konkret? Gibt es parallel auch noch eine PR-Abteilung? Und dazu Marketing und eine Pressestelle?

Parallel zum Bereich Social Media sind selbstverständlich auch die „klassische“ PR und unsere Pressestelle innerhalb der Unternehmenskommunikation angesiedelt. Wir verstehen Social Media als ein zusätzliches Instrument in unserer Kommunikationsstrategie, welches andere Kommunikationsmittel bündelt und auch ergänzt. Dank unserer breit aufgestellten Kommunikationsabteilung, können wir so auf einen reichen Fundus an Inhalten aus den verschiedensten Bereichen zurückgreifen.

Warum wurde Social Media bei Krones der Kommunikation zugeordnet? Oft ist es dem Marketing unterstellt.

Hier muss man differenzieren. Die Aufgaben von Kommunikations- und Marketingabteilung sind je nach Unternehmen unterschiedlich strukturiert. Wir sind ja im Maschinen- und Anlagenbau unterwegs. Unser Marketing arbeitet mehr in Richtung Marktforschung. Es geht um Tendenzen und Marktbeobachtungen. Auch Bedürfnisse und Trends wie beispielsweise hinsichtlich der Getränkenachfrage in verschiedenen Ländern werden da untersucht. Die Schwerpunkte bei der Kommunikationsabteilung sind wieder anders gesetzt. Wir übernehmen hier eine Filterfunktion, bündeln Informationen und kommunizieren diese je nach Bedarf intern wie extern weiter. Daher ist Social Media als Kommunikationsweg und Medium auch in die Unternehmenskommunikation integriert. Außerdem verfügen wir hier auch über den notwendigen Content wie beispielsweise Fotos, Texte und Filme. Letztendlich gehen aber all unsere Tätigkeiten in der Unternehmenskommunikation Hand in Hand mit allen Abteilungen. Nur gemeinsam sind wir Krones.

Was genau macht die Krones AG eigentlich? Sie bewegen sich ausschließlich im B2B-Umfeld?

Die Krones AG plant, entwickelt und fertigt Maschinen und komplette Anlagen für die Bereiche Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik sowie Intralogistik. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen aus der Getränkeindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie aus den Bereichen Chemie, Pharmazeutik und Kosmetik. Damit bewegen wir uns in der Tat ausschließlich im B2B Umfeld.

Social Media bald so selbstverständlich sein wie Telefonat und Email

Und warum ist dann Social Media so spannend? Ich kenne eine eher ablehnende Haltung aus zahlreichen Konferenzen, wo mir Manager immer wieder sagen „Ach, wir sind im B2B unterwegs. Da ist Social Media nicht wichtig.“ Was waren und sind die Ziele der Krones AG beim Social Media Engagement?

Das Ziel, das wir in den Sozialen Medien verfolgen, ist schnell erklärt: Ein offener und ehrlicher Dialog – und zwar dort, wo sich unsere Kunden, Interessenten und (potentiellen) Mitarbeiter bewegen und auch „wohlfühlen“ – sei es auf einer klassischen Website, einer Fachmesse oder eben in Social Media. Das gilt selbstverständlich für B2B-Unternehmen genauso wie auch im B2C-Bereich, schließlich hat man es in beiden Bereichen mit Menschen zu tun – und diesen sollte man auf kommunikative Weise Wertschätzung entgegenbringen. Social Media ist dabei nur ein Kommunikationsmittel unter vielen, genauso wie auch die „klassische“ Website oder unser Kundenmagazin. Die Frage nach der Relevanz oder der Wichtigkeit von Social Media stellt sich somit für uns nicht, denn diese neue Form der Kommunikation wird meiner Meinung nach bald so selbstverständlich sein wie ein Telefonat oder eine Email.

Sie sprachen das Thema "potentielle Mitarbeiter", also Recruiting an. Ist da Krones so schlecht aufgestellt? Und gibt es bereits konkrete Erfolgsbeispiele?

Natürlich steht auch die Krones AG mit anderen Unternehmen im Wettbewerb, besonders wenn es um die Fachkräfte von morgen geht. Social Media bietet hier für uns eine fantastische Möglichkeit, um uns als attraktive Arbeitgebermarke zu positionieren. Von unseren rund 10.000 Fans auf Facebook entfällt bestimmt ein Drittel auf Krones Mitarbeiter. Diese bekennen sich nicht nur offen zur Krones AG als Arbeitgeber, sondern beteiligen sich auch an Diskussionen, „liken“ unsere Beiträge und teilen ihre Erfahrungen mit anderen Usern. Könnte man sich bessere Markenbotschafter vorstellen, als die eigenen, zufriedenen Mitarbeiter? Unser Recruiting in Social Media geht also weit über das reine Einstellen von Stellenangeboten hinaus. Im Dialog mit Bewerbern und Mitarbeitern geben wir uns authentisch und erhalten deshalb auch regelmäßig Bewerbungen über die verschiedenen Plattformen auf denen wir vertreten sind. Als konkretes Erfolgsbeispiel ließe sich wohl auch unser sechster Platz im Ranking der deutschsprachigen Facebook-Karriereseiten anführen – für ein Unternehmen aus dem B2B Bereich sicher nicht schlecht.

Wird Kommunikation im Social Web bei Krones separat angegangen oder integriert in die gesamte Kommunikationsstrategie?

Wir verfolgen bei Krones eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie. Das beinhaltet neben Social Media selbstverständlich auch „klassische“ Kommunikationsmittel wie unser Kundenmagazin (das bei unseren Kunden ein besonders hohes Ansehen genießt), unsere Corporate Website und natürlich auch unsere Messeauftritte. In Social Media begleiten und bündeln wir alle diese Kommunikationsmaßnahmen und erhöhen so deren Reichweite. Als Paradebeispiel für diesen ganzheitlichen Ansatz ist wohl unsere Website magazine.krones.com zu nennen. Hier veröffentlichen wir besonders interessante Inhalte aus dem Kundenmagazin, begleiten unsere Auftritte auf Fachmessen multimedial und bieten mit einem „Social Media Newsroom“ auch jenen Interessenten, die selbst nicht auf Facebook & Co. aktiv sind, einen Einblick in unsere Aktivitäten im Social Web.

Krones Magazin

Es gibt auch eine Xing-Seite der Krones AG. Wie sehen Ihre Erfahrungen damit aus im Vergleich zu Facebook, Twitter, Flickr und Youtube?

Was uns hier zunächst sehr freut, ist Weiterlesen …

6Okt/110

Ein paar Worte vom Präsidenten der Türkei, Herrn Abdullah Gül

Neulich stand in "Der Zeit" (Ausgabe vom 15. September 2011, Nr. 38, Seite 10) ein interessantes Interview mit Abdullah Gül, seit 2007 Präsident der Türkei. Sehr lesenswert. Sehr interessant. Für meinen Beruf fand ich folgende Aussage sehr spannend. Und es freute mich zu lesen, dass Herr Gül durchaus verstanden hat, wie wertvoll und konstruktiv das moderne Internet, das sogenannte Social Web, sein kann.

Frage: Welche Rolle spielt der Islam im Arabischen Frühling?
Herr Gül: Keine wesentliche. Den wichtigsten Part hatte die arabische Jugend. Die Regime haben ihr Ansehen verloren. Wir leben in einer Welt, in der alle Kommunikationswege offenstehen. Alle verfolgen alles und vergleichen das mit ihrer eigenen Situation. Die jungen Araber sehen sich in einem Leben ohne Würde. Sie sehen, was richtig und falsch ist. Der Unterbau der Revolution ist die Kommunikationstechnologie. Der Westen hat mit dieser Technologie den stärksten Beitrag für diese Revolution geleistet.

Der Präsident der Türkei hat erkannt, dass das Social Web - Facebook, Twitter, Youtube & Co. - vor allem ein Kommunikations- und ein Informationsraum ist. Einer, den man kaum noch "wegsperren" kann. Er hat die Bedeutung der Entwicklungen im Internet erkannt. Und das betrifft ja nicht nur den arabischen Raum. Und nicht nur die Politik. Das durchdringt alle unsere Bereiche. Jeder kann, wenn er will, sich über fast alles informieren. Sich vorab ein Bild machen. Seine Meinung anderen kundtun. Im Internet - als Kommunikationsraum! Nicht als Spielwiese. (Das manchmal auch.) Aber der wahre Wert liegt in den Kommunikations-, Informations- und Interaktionsmöglichkeiten.

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4Okt/110

Ich habe angefangen zu schreiben

Hier etwas in eigener Sache. Was aber sicherlich auch für viele Leser dieses Blogs interessant werden wird. Die ersten Zeilen für mein erstes Buch sind geschrieben. Ein Verlag hatte vor drei Wochen bei mir angefragt, ob ich Interesse hätte für sie ein Buch für das Themenspektrum "Mittelstand und Communities" zu schreiben. Da dies stark in mein Themenspektrum passt - die Menschen im Social Web - habe ich gern zugesagt. Letzte Woche Freitag kam dann das definitive "Go" durch den Verlag. Bis Ende des Jahres muss ich fertig sein.

Das bedeutet für mich mal wieder eine ganz neue Erfahrung. Aber ich freue mich darauf. Zumal der Mittelstand noch deutlich unterrepräsentiert ist im Social Web.

Ich möchte im Buch nicht nur theoretisieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern auch mit Praxisbeispielen arbeite. Wer also Cases von mittelständischen Unternehmen im Social Web hat, kann mich gern in den Kommentaren darauf hinweisen. Auch gegen "Eigenwerbung" ist in dem Fall nichts einzuwenden. Ich schaue dann, was ich an welcher Stelle möglicherweise gebrauchen kann.

Natürlich habe ich schon einige Cases eingeplant, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Positiv-Beispiele wie auch Worst-Cases. Aber selbstverständlich freue ich mich über Anregungen und Vorschläge.

Die ersten Zeilen sind geschrieben. Es liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich freu mich drauf.