Seit ich (glücklicher) iPhone-Besitzer und damit automatisch auch Telekom-Kunde bin, bin ich nur noch halb so schlecht zu sprechen auf die Magenta-Firma. Und viele haben in den letzten Monaten und Jahren die Erfahrung machen müssen, dass die anderen Player auf dem Markt sich oft ähnlich ungeschickt anstellen wie der deutsche Telekommunikations-Gigant.
Letzte Woche fand ich in meinem Briefkasten ein Schreiben der Deutschen Telekom. Eigentlich wandert solche Werbung bei mir umgehend in den Müll, egal von wem. Aber wenn vorn ganz groß “iPhone” drauf prangt, schau ich meist wenigstens mal rein. “Neue Apps der Deutschen Telekom” war auf der aufwendig gemachten Broschüre zu lesen. Ich war neugierig geworden.
Und dann folgt folgender Text:
Sie haben’s gut:
Sie haben ein iPhone!
Stimmt, dachte ich. Und fühlte mich ziemlich direkt angesprochen. Und genau das war der Knackpunkt. Und der clevere Schachzug. Es gibt da draußen Tausende von zufriedenen iPhone-Kunden. Wie mich. Und die sollte man ganz direkt ansprechen. Das gefällt mir. Weil es mir zeigt, das man mich als Kunde schätzt.
Natürlich ist es Werbung. Man will, dass ich mir die neuen Telekom-Apps anschaue. Hab ich dann auch gern getan! Und eine davon bereits installiert.
Ich bin positiv überrascht. Und habe den Eindruck, das man mit dem iPhone bei der Deutschen Telekom eine Menge dazugelernt hat. Ich hoffe, dass diese Tendenz auch für 2010 erhalten bleibt. Gegen Werbung ist nix einzuwenden. Wenn es die richtigen trifft. Denn dann ist es kein Spam mehr. Und dann lesen viele auch Werbung. Egal ob im Netz oder per Direktmarketing. Good job, Telekom.
Neulich hatte ich ja schon über die gelungene Viral-Aktion auf Facebook von IKEA hingewiesen. Nun bin ich beim Krawattenträger über Folgendes gestolpert: den neuen IKEA-Katalog gibt es iPhone-App.
Damit beweist IKEA erneut, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Ich vermisse noch viel zu viele Unternehmen auf dem iPhone. Es ist nicht wirklich kompliziert eine iPhone-App entwickeln zu lassen. Man muss nur die iTunes-Store-Hürde dann nehmen. Aber die stetig steigende Zahl von Smartphone-Besitzern, zu denen das iPhone an vorderster Front gehört, lechzen nach Apps für ihre Geräte. Und für die Marken gibt es kaum eine bessere, weil direktere Methode um einen Kanal hin zum Fan und potentiellen Kunden (und wieder zurück!) zu bauen.
Jetzt fehlt bei IKEA ja fast nur noch eine spannende Crowdsourcing-Strategie. DARAUF hätte ich ja so richtig Lust. Was man sich da alles Geniales einfallen lassen könnte in der Konzeption und bei der Community-Incentivierung.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt: Applications für Smartphones, die sich die Nutzer gegen Kleinstbeträge aufs Phone ziehen können. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und erfordert ein Umdenken vieler Strategen. Noch gibt es viel zu wenige, gute Apps.
Daran hat sich bis heute leider nicht allzu viel geändert. Wie solch eine iPhone-App aussehen kann, zeigen nun die Suicide Girls. “Seduce a SuicideGirl” heißt die zur Zeit wohl heißeste App fürs iPhone.
Suicide Girls ist eine Community, in die man nur mit einem Bezahl-Account hinein kommt. Aus gutem Grund. Denn es geht nicht unbedingt jugendfrei zu. Extrem gut gemachte Fotostrecken mit Mädels, die sich gern unbekleidet zeigen und die fast ausschließlich Tattoos und Piercings haben. Underground, Punk Rock, Gothic sind die Schlagworte, mit denen Suicid Girls ungemein erfolgreich sind. Und die Qualität stimmt. Keine Pornografie. Aber viel Erotik.
Passend zum erfolgreichen Konzept des Portals gibt es nun seit kurzem eine iPhone-App, die es in sich hat. Ein gut produzierter Video-Clip lädt zu Interaktion ein. Man hat immer wieder die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Wobei eine immer eine Sackgasse ist. Sehr einfach gestrickt, aber dennoch spannend und sehenswert.
So könnte… nein: So WIRD ein Teil der Zukunft kommerziell erfolgreicher Internetanwendungen aussehen.
Denn: man muss diese Anwendung einfach nur mal weiter spinnen. An verschiedenen Punkten des interaktiv gemachten Videoclips gelangt man auf Landingpages. Wo Produkte beworben werden oder Testimonials zu weiterer Interaktion einladen. Oder wo man beispielsweise Tourtickets ordern kann. Gleichzeitig ist es möglich direkt im Videoclip Orders zu generieren. Man kann ein Buch bestellen und als eBook aufs iPhone laden. Man kann die Jeans, die ein Protagonist anhat, sofort ordern. Oder die Schuhe, die Sonnenbrille, die Handtasche. Man kann die Location sich näher anschauen wo gedreht wurde. Warum nicht zu einer Landingpage geleitet werden, die die Urlaubsregion näher beschreibt, in der die Story gedreht wurde. Schöne Grüße nach Oberstaufen, Zell am See oder nach Garmisch-Partenkirchen. Das Ganze dann noch verknüpft mit einer Facebook-Fanpage, wie wir sie zum Beispiel für Garmisch-Partenkirchen betreuen (Bericht dazu gibts hier).
All dies ist bereits machbar! Aber wird bisher nicht eingesetzt. Doch es wird kommen. Die Zukunft gehört den mobilen Endgeräten. Nicht allein dem iPhone. Und Applications wie diese weisen den Weg. Sie sind innovativ und bieten zugleich den notwendigen Spaß, um erfolgreich zu sein.
Schon neulich hatte ich darüber berichtet, dass im Bereich Comics aktuell eine ganze Menge passiert im Internet. Das ist völlig konsequent und gut so. Denn Fans von Comics sind fast nie rein regional ansässig, sondern verteilen sich über die ganze Welt. Da war es in der Vergangenheit eher erstaunlich, wie zögerlich Verlage im Internet versuchten sich zu etablieren und neue Wege zu gehen. Aber Verlage ganz allgemein haben ja so ihre Probleme mit dem Internet und tun sich extrem schwer Erlösmodelle zu entwickeln. Hier nun ein Beispiel, wie es klappen könnte.
Dass übrigens die Zeichner selbst oft wenig Engagement im Netz zeigen, halte ich zwar für einen großen Fehler, kann das aber durchaus nachvollziehen. Sie sind in erster Linie Artists. Sie widmen sich ihrer Kunst und haben mit Marketing und Selbstdarstellung oft nicht viel am Hut. Hier müssen die Verlage den entsprechenden Part mit abdecken.
Auf der ComicOn wurde unter anderem nun eine iPhone-App aus dem Hause Iconology präsentiert (mehr Infos dazu beim Examiner). Ich halte das iPhone für einen der spannendsten Distributionskanäle um in der Zukunft nicht nur Content zum Endnutzer zu bringen, sondern gleichzeitig auch noch sinnvolle Erlösmodelle damit zu koppeln. Der hier beschrittene Weg ist vom Prinzip her der gleiche wie bei Textunes, die versuchen Bücher online zu den Leuten zu bringen.
Eine kostenlose (oder für einen ganz geringen Betrag zu erwerbende) App fürs iPhone wird angeboten. Dazu kann man comiXology kostenlos in Comics reinschnuppern. Gefällt einem das Buch, zeigt einem comiXology den nächstgelegenen Comic-Händler an. Oder man kauft es direkt über comiXology und zieht es auf sein iPhone. Genau dieses Prinzip des Stöberns ist es, was aus meiner Sicht diese Konzepte zum Erfolg führen wird. Man muss nicht etwas kaufen um zu sehen was drin ist. Wie in einer echten Buchhandlung kann ich blättern, schauen, stöbern. Ich kann kostenlos antesten. Gefällt es mir, downloade ich es. Da aber viele Buchnarren (wie ich) gern ein echtes Buch oder Comicheft zuhause stehen haben, läuft es meist darauf hinaus, dass man sich doch das echte Buch kauft. Aber ich lese auch mehr und mehr direkt auf dem iPhone. Das hätte ich vor einem halbe Jahr noch für kaum möglich gehalten. Aber so kann ich auch zwischendurch weiter lesen.
Auf jeden Fall sind genau solche Projekte wie comiXology ein Teil der Zukunft von Verlagen. Das iPhone und vor allem der daran gekoppelte App-Store als Marketingbaustein UND gänzlich neuer, alternativer Vertriebskanal werden ein wichtiger Teil der Zukunft von Künstlern im Bereich Literatur und Comic sein. Daran führt kein Weg vorbei.
Ich stöber jetzt mal weiter auf meinem iPhone bei comiXology. Macht Laune. Danke, Felix, für den tollen Tipp!