Archiv für die 'Crowdsourcing' Kategorie

Namensfindung für Online-Game mittels Crowdsourcing bei United Prototype

United Prototype Social GamesUnited Prototype ist ein Startup für den Bereich Social Games. Das bedeutet, sie entwickeln Online-Spiele die stark auf die Mechanismen des Social Web setzen. Das erste Spiel befindet sich noch im Beta-Stadium und wird von Testspielern getestet und parallel weiter entwickelt. Im Laufe dieses Monats soll es auf den Markt kommen.

Drei Dinge sind an diesem Projekt so spannend. Als Erstes ist da das Gründerteam. Es gibt wohl kaum ein Team in Deutschland, das (vollkommen zu recht) so viel Vorschusslorbeeren bekommt wie die Crew um Ibrahim Evsan und Thomas Bachem.

Ibrahim Evsan / United PrototypeThomas Bachem / United Prototype

Das liegt daran, dass beide zusammen bereits ein Startup mit beachtlichem Erfolg an den Start bringen und dann an Burda verkaufen konnten (geändert, weil nicht korrekt. Danke für die Hinweise!) dann zahlreiche Investoren ins Boot holen konnten: Sevenload. Außerdem ist Ibo, der für Strategie und PR verantwortlich ist, eine feste Größe der deutschen Social Media Landschaft. Als Redner auf Konferenzen, als Blogger, als Social Media Mann. Man kennt ihn und seine sympathische Art wenn man im Social Web unterwegs ist.

Der zweite Punkt ist der Kern dieses Startups: Social Games. Dieser Bereich des Social Web ist ein extrem im Wachstum befindliches Segment, was vor allem der Erfolg von Zynga (Facebook-Games wie Farmville und andere) beweist. Es werden echte Umsätze in nicht unerheblichem Maße generiert. Dazu folgt in den kommenden Wochen ein sehr ausführliches Interview mit einem Experten auf diesem Gebiet, Martin Szugat von Snipclip. Darum möchte ich an der Stelle zum Thema Social Games nicht vorgreifen.

Und der dritte Punkt letztendlich berührt den Kern meines Spezialgebietes: Crowdsourcing. In einer sehr aufwendig angelegten Aktion wurde der Name für das erste Social Game aus dem Hause United Prototype via Crowdsourcing gesucht und gefunden. In diesem Blogbeitrag “Wie unser Spiel zu seinem Namen kam” beschreibt das Team die einzelnen Schritte, die letztendlich zum Namen führten.

Es lag … nahe, die Community in unsere Namensfindung mit einzubeziehen. Uns war klar: Die geballte Kreativität so vieler würde sicher Tolles hervorbringen. Und wenn letztendlich doch kein Vorschlag unser Favorit werden würde, könnten wir ja immer noch eigene Ideen einbringen.

Der von uns im Juni ausgerufene Wettbewerb zur Namensfindung hat unsere Erwartungen sogar übertroffen: Innerhalb von 2 Wochen wurden über 10.000 Namensvorschläge eingereicht.

Spannend dann auch das Clicktesting:

Da gab es eine Sache, die wir schon immer einmal machen wollten: Die Wirkungskraft eines Namens mit Hilfe von Internetwerbung und Split Testing zu verifizieren.

Die Vorbereitung: Für jede Namensidee ein möglichst neutrales Pseudo-Werbebanner erstellen, bei dem einzig der Name im Vordergrund steht, und mit einer Landingpage verknüpfen. Unser Budget: knapp 1.000 EUR.

Unser Ziel: Anhand der CTR (Click Through Rate) herausfinden, welcher Banner am häufigsten geklickt wurde.

Die Community wurde also bereits im Vorfeld intensiv eingebunden in die Namensfindung. Mittels Crowdsourcing-Mechanismen. Das hatte zur Folge, das man nicht nur kreativen Input in Form von Ideen bekam, sondern zugleich auch die Community stärker an sich binden konnte: Kundenbindung und ein kundennäheres Produkt (siehe meinen Artikel dazu “Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition“) sind die Folge. Und zudem bedeutet eine solche, öffentliche Aktion bereits Marketing für das Game. Obwohl es noch gar nicht auf dem Markt ist. Die Mundpropaganda-Maschinerie läuft bereits auf Hochtouren, was unter anderem die Facebook-Seite mit bereits über 1.700 Fans beweist.

Glückwunsch an das Team zu dieser großartigen Crowdsourcing-Aktion! Herausgekommen ist dabei der Name Fliplife. Ich wünsche euch einen gigantischen Erfolg mit dem Game! Und Danke für diesen tollen Crowdsourcing-Case.

Fliplife Social Game

Erstellt am Donnerstag 5. August 2010
Unter: Crowdsourcing | 9 Kommentare »

Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition

Der Begriff Crowdsourcing ist – als ein wichtiger Part von Open Innovation – in vielen Unternehmen und Marketingagenturen angekommen. Und das ist gut so. Doch noch geht das Verständnis der Prozesse, der Einsatzmöglichkeiten und vor allem auch der diversen Mehrwerte, die generiert werden können, nicht tief genug.

Cases aus den vergangenen drei Jahren zeigen die verschiedenen Mehrwerte, die Crowdsourcing wirklich wertvoll machen. Und erst die Summe aus den unterschiedlichen Mehrwerten macht Crowdsourcing so enorm spannend und wertschöpfend. Doch dafür muss die strategische Ausrichtung vorab klar definiert sein und passende Rahmenbedingungen abgesteckt werden.

Unternehmen und Markenverantwortliche müssen verstehen, dass beim Crowdsourcing in fast allen Fällen auch die Mechanismen des Social Web greifen: Offenheit, Authenzität, Dialogbereitschaft, Glaubwürdigkeit. Nur dann kann man ein Crowdsourcing-Projekt meiner Meinung nach auch zum bestmöglichen Ergebnis führen.

Wer die Menschen im Netz nur als “Clickworker”, als billige Sekundenlöhner sieht – wie ich es schon mehrmals in Vorträgen voll Grauen mit anhören musste – wird langfristig keinen Spaß daran haben. Und vor allem nur wenige der Mehrwerte abschöpfen können.

Doch was bedeutet Crowdsourcing nun eigentlich? Es gibt zahlreiche verschiedene Definitionsansätze. Jeder versteht etwas anderes darunter. Viele haben nur schwammige, oft sogar unkorrekte Vorstellungen.

Ich arbeite bereits seit über vier Jahren in diesem Feld und habe seitdem zahlreiche Crowdsourcing-Projekte nicht nur mit konzipiert, sondern viele auch selbst umgesetzt und betreut. Eigene praktische Erfahrung ist für mich unerlässlich, möchte ich über solch ein noch junges Gebiet sprechen und beratend tätig sein, wie ich es tagtäglich tue. Das wird hoffentlich auch in meinen Vorträgen und Kundenmeetings deutlich. Deswegen werde ich auch immer wieder als Crowdsourcing-Experte weiterempfohlen. Das freut und ehrt mich. Und spornt mich an, nicht nur einen guten Rundum-Blick auf neue und alte Crowdsourcing-Projekte zu haben, sondern auch immer weiter voran zu denken und für jeden Kunden nach individuellen und passenden Wegen und Konzepten zu suchen.

Was nun konkret verstehe ich unter Crowdsourcing.

Kurzdefinition Crowdsourcing

Unter Crowdsourcing versteht man das Involvieren von einer Gruppe von Internetnutzern außerhalb der Strukturen des Unternehmens in einem vorher klar definierten Rahmen (Software, Zeitraum, Teilnahmebedingungen, Incentivierung) zur Generierung unterschiedlichster Mehrwerte (siehe weiter unten) für einen Auftraggeber (Unternehmen, Dienstleister, Webplattform, Einzelperson).

Dabei kommen die vielfältigen Mechanismen des Web 2.0 zum Einsatz, um eine Zusammenarbeit der Nutzer zu ermöglichen. Dazu zählt man Kommentare, Wertungsmechanismen, Weiterempfehlungen und Verschlagwortungen.

Crowdsourcing ist ein Prozess, der auf einer eigenen Plattform oder unter Nutzung diverser schon vorhandener Web-Plattformen stattfinden kann. Unabdingbar ist das Nutzen des Internets, damit die Teilnehmer orts- und zeitunabhängig sich einbringen können.

Crowdsourcing ist ein noch sehr junger Baustein der virtuellen Wertschöpfungskette und setzt auf die Kraft der Vielen – die Kraft, die Kreativität und die Vielfalt der Menschen im Internet und ihre Ideen, kulturellen Backgrounds, beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen sowie ihr Können.

Egal ob Profi oder Amateur. Jeder kann sich beim Crowdsourcing als wertvoller Bestandteil der Crowdsourcing-Community mit einbringen. Mit einer eigenen Idee oder auch als jemand, der seine Meinung in Form von Bewertungen und Kommentaren in konstruktiver Form einbringt. Oft sind gerade sogenannte Amateure, die aber häufig über ein tiefes Fachwissen verfügen, sowie “Querdenker”, die aus ganz fremden Disziplinen kommen, diejenigen, die neue Sichtweisen, Ideen und vorwärtstreibende Denkanstöße einbringen.

Die Summe der Ideen, Erfahrungen und Meinungen führt zu neuen Egebnissen und Mehrwerten, wie sie bisher ohne das Internet nicht möglich waren.

Diverse Mehrwerte durch Crowdsourcing

Durch Crowdsourcing sind viele verschiedene Mehrwerte für den Auftraggeber zu erzielen. Welche Mehrwerte gewonnen werden, hängt von der strategischen Ausrichtung und der konkreten Umsetzung des Prozesses ab.

Hier 10 mögliche Mehrwerte, die durch Crowdsourcing generiert werden können, inklusive von Beispielen, wo dies in der Vergangenheit bereits erfolgreich praktiziert wurde.

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Erstellt am Mittwoch 21. Juli 2010
Unter: Crowdsourcing | 2 Kommentare »

Crowdsourcing-Präsentation für den Bereich Journalismus

Heute mal eine Fremdpräsentation. Die Folien stammen von Tanja Aitamurto. Auf Twitter schrieb sie dazu: “slides of my presentation about crowdsourcing in journalism at the Center for Design Research at Stanfor.

Sicherlich für den ein oder anderen Leser sehr lesenswert. Viel Spaß mit den Folien.

Erstellt am Sonntag 18. Juli 2010
Unter: Crowdsourcing | Keine Kommentare »

Crowdsourcing Landscape englisch-sprachige Welt als Grafik

Eine coole Grafik, auf der die Crowdsourcing landscape abgebildet wird. Zumindest die englischsprachige. Die deutschsprachigen Projekte und Plattformen fehlen leider komplett. Dennoch: schick gemacht und interessant. Viele von den dort zu sehenden Projekten wurden auch hier bereits vorgestellt.

Sagte ich eigentlich schon einmal, dass unser kleines Team aktuell an einer neuen, eigenen, extrem innovativen Crowdsourcing-Plattform arbeitet? Um unser vorhandenes Netzwerk und unsere Crowdsourcing-Expertise noch besser an den Mann bzw. die Frau bringen zu können… Demnächst hoffentlich mehr dazu dann auch hier auf Socialnetworkstrategien.de.

Crowdsourcing Landscape englisch-sprachige Welt als Grafik

Erstellt am Samstag 10. Juli 2010
Unter: Crowdsourcing | Keine Kommentare »

Crowdsourcing: Ebay und sein Empfehlungssystem – macht es doch wie Netflix

Ebay ist in Deutschland (nach Google) die meistbesuchte Seite im Internet. Das zumindest sagt der der Google Adplaner. Das kann man erstaunlich finden. Oder auch „typisch deutsch“. Doch darum soll es hier nicht gehen.

Ich selbst nutze Ebay sehr gern. Vor allem, um Vinyltoys von Nathan Jurevicius zu ergattern, die es hierzulande kaum gibt. Was mich aber an Ebay super nervt, sind die Empfehlungen, die mich via Email erreichen. Nur selten passen die Ebay-Empfehlungen zu meinen Sucheingaben und meinen ersteigerten Artikeln. Das kennen sie sicherlich auch. Wie kann das sein? Hier stimmt doch was nicht.

Dass solche Empfehlungssysteme „Wenn du dieses gekauft hast, interessiert dich vermutlich auch jenes“ wunderbar funktionieren, weiß man spätestens seit Amazons Erfolgen Ende der 90er. Und dass diese Empfehlungssysteme von Amazon, immerhin dem größten Online-Händler überhaupt weltweit, immer noch eingesetzt werden, spricht für den wirtschaftlichen Sinn dieser Empfehlungen. Ich selbst freue mich auch über passende Empfehlungen. Sie sorgen für Klicks und für eine positive Grundeinstellung gegenüber dem Internetprojekt. Auch brands4friends, Deutschlands größter Shopping-Club, setzt solche Empfehlungssysteme erfolgreich ein. Gegen ein solches Empfehlungssystem ist also nichts einzuwenden. Unpassende Empfehlungen jedoch werden als Spam wahrgenommen und nerven einfach nur.

Warum nur Ebay?

Liebe Ebay-Macher! Warum bombardiert ihr mich immer wieder mit vollkommen unpassenden Empfehlungen?

Ich möchte euch etwas empfehlen. Macht es wie Netflix! Setzt endlich auf Crowdsourcing – das ja schon bei der Käuferbewertung erfolgreich seit einem Jahrzehnt eingesetzt wird – und lasst euch eine bessere, funktionierende und innovative Prognose-Software bauen. Von der weltweiten Entwickler-Community.

Okay, ihr müsst dafür ein paar Dollar in die Hand nehmen. Bei Netflix war es 1 Million. Plus die monatlichen Betreuungskosten einer solchen Kampagne. Es muss ja nicht gleich die aufmerksamkeitshaschende Million sein. Eine hohe fünfstellige oder mittlere sechsstellige Summe sorgen garantiert auch für rege Beteiligung von Entwicklerteams. Aber es lohnt sich. Weil eure Kunden dann besser auf passende Produkte aufmerksam gemacht werden. Weil dadurch mehr Klicks aus den Empfehlungs-Emails heraus entstehen. Und in der Folge dessen euer Umsatz steigt.

Eine Crowdsourcing-Kampagne als Marketing-Baustein nutzen

Zeigt, dass ihr innovativ seid. Zeigt, dass ihr dazulernt. Setzt auf die Menschen da draußen im Netz. Nicht nur beim Verkaufen, sondern auch bei eurer eigenen Produktentwicklung! Es macht Sinn. Und wäre zudem traumhaftes Marketing für die Marke Ebay. „Innovativ und schon bald mit neuen, besseren Empfehlungstools für ihren Einkauf.

Marketing fängt beim Crowdsourcing nämlich schon mit der öffentlichen Projektausschreibung im Web an. Und Mundpropaganda über eine solche Aktion ist praktisch mit eingebaut. Ich weiß wovon ich rede. Netflix, MountainDEW oder Doritos haben gezeigt, wie man Crowdsourcing wunderbar als Marketingbaustein einsetzen kann. Crowdsourcing bietet einen ganzen Pool von Mehrwerten, die man ausschöpfen kann: Viralmarketing, SEO, Kundenbindung, Innovationen, Kommunikationsanlässe.

Hach wie wär das schön. Wie seht ihr das bei Ebay?

Erstellt am Dienstag 6. Juli 2010
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IBM sagt Crowdsourcing und meint Outsourcing

Hat Tim Ringo, IBM-Personalchef, einfach nur noch nicht verstanden was Crowdsourcing bedeutet? Oder will er plumpen Stellenabbau und die Auslagerung an externe Dienstleister einfach in ein innovatives Gewand packen?

Ich möchte ja fast behaupten, er hat sich noch nie wirklich mit Crowdsourcing beschäftigt und griff ein Schlagwort auf, das ihm bei einem Partygespräch eine Woche zuvor in die Ohren kam. “Das klingt gut. Und ist super innovativ. Das muss ich mal in meinen Sprachgebrauch einbauen.” So oder so ähnlich, vermute ich, wird es gewesen sein. Anders kann ich mir solche Aussagen von Tim Ringo nicht erklären.

100,000 people. I think crowd sourcing is really important, where you would have a core set of employees but the vast majority are sub-contracted out.

nachzulesen auf Personneltoday.

Für mich bedeutet Crowdsourcing deutlich mehr. Auslagerung: ja. Aber es muss eine Zusammenarbeit mit der Community geben. Und die Community kann dabei sehr vielfältig sein. Erst das macht es ja so spannend. Menschen können orts- und zeitungebunden arbeiten. Ein fairer Umgang mit den im Netz agierenden Menschen ist dabei genauso wichtig, wie eine clevere Incentivierungsstrategie. Sonst wird Crowdsourcing nicht funktionieren. Mehr dazu gern in meinem Beitrag “12 Dinge, die man beim Crowdsourcing unbedingt beachten sollte“.

Ein simples Auslagern von Dienstleistungen an externe Firmen oder Freelancer ist weit davon entfernt Crowdsourcing zu sein, Herr Ringo! Crowdsourcing ist deutlich mehr als nur Outsourcing. Ein Punkt, über den ich nicht müde werde seit über drei Jahren auf Konferenzen und bei Schulungen zu reden. Warum nur ist das so schwer zu verstehen?

Mehr dazu auch bei Jobtweet.de, die es genau so sehen wie ich.

Erstellt am Freitag 25. Juni 2010
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Das beste Crowdsourcing-Projekt der Welt: Innocentive

innocentiveOpen Innovation und Crowdsourcing sind für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden. Ich glaube an diese Idee. Ich liebe die Idee, die hinter Open Innovation und Crowdsourcing steckt. Und ich werde nicht müde in Vorträgen, Meetings und Projektkonzepten die enormen Möglichkeiten, die in Crowdsourcing-Konzepten stecken, anderen Menschen, vor allem auch Entscheidern in Unternehmen und Agenturen, zu erklären.

Eines der Leuchttürme auf diesem Gebiet ist die amerikanische Plattform Innocentive. Wenn ein Unternehmen ein Problem hat, das es Inhouse nicht lösen kann oder vielleicht auch gar nicht Inhouse lösen möchte, dann geht es zu Innocentive und stellt die Aufgabe dort ein. Damit wird das Unternehmen zu einem sogenannten “Seeker”. Aus der Community heraus wird dann versucht das Problem zu lösen. Diese Problemlöser werden auf Innocentive „Solver“ genannt.

Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 2001, mit Unterstützung des Pharmaunternehmens Eli Lilly and Company. Daher war die Ausrichtung anfangs auch stark auf den Pharma- und Chemie-Sektor konzentriert. Doch Schritt für Schritt möchte man sich zu einer Open Innovation Plattform für alle denkbaren Felder entwickeln. Einer der größten und wichtigsten Kunden wurde in den vergangenen Jahren beispielsweise Procter & Gamble.

Innocentive spricht davon, dass man welt rund 4 Millionen potenzielle Problemlöser erreicht. Das gelingt, weil man nicht nur etwa 200.000 Forscher, Ingenieure und Produktdesigner in der Innocentive-Community vereint, sondern weil man zugleich Mitarbeiter und vor allem auch ehemalige Mitarbeiter von Unternehmen wie SAP, Eli Lilly oder Procter & Gamble ansprechen darf. Und was den Erfolgsfaktor anbelangt, spricht man bei Innocentive von einer Lösungsquote von etwa 50 Prozent bei erfolgskritischen Aufgaben aus Unternehmen.

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Erstellt am Mittwoch 16. Juni 2010
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Support auf Sellaband: Hind

Ich bin ein großer Fan von Sellaband. Leider warte ich schon seit Wochen auf das Interview mit dem neuen Eigentümer aus Deutschland. Schade. Das ändert aber nichts daran, dass ich das Crowdsourcing-Prinzip von Sellaband für extrem innovativ halte und selbst gern den ein oder anderen Dollar in spannende Nachwuchs-Musiker investiere.

Hind

Gestern habe ich auf Sellaband Hind entdeckt, die bereits knapp 15.000 € einsammeln konnte innerhalb von zwei Wochen. Das ist eine starke Leistung. Und auch ich habe mir ein paar Anteile an diesem Projekt gesichert.

Ist nicht unbedingt meine favorisierte Musik. Aber die Frau hat eine grandiose Stimme und enormes Potential. Ich bin gespannt. Und wer das genau so sieht wie ich, kann ebenfalls gern Hind unterstützen. Es ist denkbar einfach. Viel Spaß.

Erstellt am Freitag 28. Mai 2010
Unter: Crowdsourcing | 3 Kommentare »

Neues von Tchibo ideas

Ich habe viel zu lange schon nichts mehr von einem meiner deutschen Lieblings-Crowdsourcing-Projekte geschrieben: Tchibo ideas. Das muss ich heute mal ändern. Denn gerade wurden die Gewinner des Monats März verkündet.

Extrem interessant finde ich die Aufgabe des Monats. Der User schreibt:

Die Idee kam mir in der küche,ich wollte mir eine Suppe zubereiten,und dazu benötigte ich 750ml Wasser.Da ich kein Meßbecher zur Hand hatte,um die 750ml Wasser auszumessen,kam mir die Idee. Es muß ein Wasserhahn entwickelt werden,der die gwünschte Wasserabgabemenge mit Hilfe einer Schaltvorrichtung ermöglicht.
Somit wäre eine Ausliterung mit einem Meßbecher nicht mehr nötig,und ich glaube mit diesem Wasserhahn könnte mann in größeren Mengen Frischwasser sparen.
Ich wünsche Euch viel Spaß,bei der Lösung der Aufgabe.

Sicherlich ist das keine Idee für Tchibo, die irgendwann auch tatsächlich im Tchibo-Regal landet. Dennoch hat sie enorm viel Charme und Potential. Denn das Problem kenne ich. Und es wird nicht nur ein immer wiederkehrendes Problem angesprochen, sondern zugleich auch das Thema Nachhaltigkeit durch das nicht Verschwenden von Wasser angesprochen. Eine Idee mit Grips. Großartig.

Solche Dinge zeigen mir immer wieder, dass Crowdsourcing funktioniert. Man muss die Menschen dort draußen “nur” ansprechen. Auf die richtige Art. Mit Ausdauer, Geduld und echtem Engagement. Dann kommt auch viel zurück. Wie das Projekt Tchibo ideas Monat für Monat beweist.

KA.POK - Tasse zum Gießen

Persönlich extrem gelungen finde ich “KA.POK – Tasse zum Gießen”. Wie oft habe ich beim Umfüllen schon rumgekleckert. Dem kann mit dieser Idee endlich Abhilfe geschaffen werden.

Kaffeebesuch ist geladen, Milchkännchen und Zuckertopf werden aufgedeckt und verschwinden wieder für lange Zeit im Schrank. Ein Gefäß, das sowohl als Kaffeetasse sowie auch als Milchkännchen und Zuckerstreuer genutzt werden kann, muss nicht im Schrank einstauben.
KA.POK ist eine Tasse mit Ausguss. So kann aus demselben Gefäßtyp getrunken, gegossen und gestreut werden.
Der Name KA.POK setzt sich aus den Wörtern Kaffee und pokulum (lat. für Becher) zusammen.

Das Patent könnte sich schnell rentieren. Denn viele Designs sind denkbar. Viele verschiedene Tassenformen, viele verschiedene Dekors! Gern können wir dazu einen spannenden Contest machen, liebes Tchibo ideas Team. 6 Styles für die “KA.POK Tassenkollektion”? Wir haben ja bereits letztes Jahr erfolgreich zusammengearbeitet.

Ich bin gespannt, was es dieses Jahr dann an echten Produkten in den Tchibo-Regalen geben wird, die ihren Weg aus der Tchibo ideas Plattform heraus gefunden haben. Weiterhin viel Erfolg dem ganzen Team.

Erstellt am Mittwoch 17. März 2010
Unter: Crowdsourcing | 1 Kommentar »

Idee der Zukunft: Print on demand und Crowdsourcing am Beispiel von Foodbox.de

Drucken wird immer leichter. Print on demand hat der ganzen Branche eine ganz neue Perspektive eröffnet. Viele kleine Druckereien hassen diese Entwicklung. Andere schaffen es sich damit gewaltig zu etablieren. Die ganze Branche ist, ähnlich den Zeitschriften und Zeitungen, in einem großen Umbruch.

Die Menschen können sich nun Dinge drucken lassen, so wie sie es wollen. In Kleinstauflage. Mit dem entsprechenden Preis. Fotobücher werden zum Beispiel immer beliebter. Aber gerade auch für Crowdsourcing-Projekte sehe ich Dank Print on demand traumhafte Perspektiven. In einem Artikel aus dem Oktober letzten Jahres schrieb ich:

Jeder von uns ist ein kleiner Experte. Sei es in der Küche, beim Hobby, beim Reisen, in Sachen Auto, beim Sport, im Garten. Daher lassen sich theoretisch über Crowdsourcing viele Dinge realisieren. Zum Beispiel:

* Reiseführer, erstellt durch die Community. Bestellbar via print-on-demand.
* Kochbücher, wie zum Beispiel das „Food52“ Projekt von Amanda Hesser und Merrill Stubbs es exemplarisch vormacht
* Ratgeber für den Garten, für Heimwerker, für bestimmte Hobbythemen (Modellbahn, Fotografie, Stricken)
* Comic-Communitys, um neue Talente zu entdecken und um Fans zu finden und zu involvieren. Panini ist hier schon einen richtigen Schritt gegangen

Was die Ratgeber und Reiseführer angeht, ist es technisch ja machbar, dass man sich via Print-on-demand ein Buch erstellen und zuschicken lassen kann. Dieses stelle ich mir vorher auf der Crowdsourcing-Seite selbst zusammen und lasse es mir dann zuschicken. Oder ich verschenke es. Meine eigenen Tipps gemixt mit den Tipps der Community.

Die Community also sammelt Tipps zu einem bestimmten Themengebeit, wie Reise, Garten, Heimwerken, alle Formen des Sammelns oder Kochen.

Zum Thema Kochen wurde ich vor ein paar Wochen von den Jungs hinter Foodbox.de angemailt. Da sie, genauso wie ich, im Friedrichshain sitzen, trafen wir uns gleich auf einen Tee und plauderten über ihr jüngstes Projekt. Mit Cookelani, einer Community rund um Rezepte und das Kochen, sind sie schon länger auf dem Markt. Nun haben sie die Foodbox hinter her geschoben. Ein Projekt, das ich extrem spannend finde! Ich bin gespannt, wann die ersten Investoren ihre Fühler ausstrecken.

Foodbox

Bei Foodbox.de geht es darum, sich sein eigenes Kochbuch zu gestalten, ausdrucken und zuschicken lassen zu können! Alles wird in Berlin gedruckt und verpackt. Eines der spannenden Dinge dabei ist es, dass man ganz bewusst mit einem Ringbinder-System arbeitet, so dass man sich weitere Blätter später ausdrucken und auch zuschicken lassen kann. So kann das eigene Kochbuch weiter wachsen. Clever gemacht! 25 Rezeptseiten kosten dabei 24,95 EUR.

Auf der Startseite von Foodbox.de heißt es unter anderem:

Wählen Sie Ihre Startgröße und ändern Sie anschließend Cover, Titel und Inhalt. Ihr Vorteil? Sie haben in jeder FOODBOX bereits eine Vorauswahl von Lieblingsrezepten der Redaktion.

Man versucht geschickt die Angst vor einem leeren Blatt Papier zu nehmen. Das Prozedere ist denkbar einfach. Man wählt nach dem Login ein vorgefertigtes Rezeptbuch aus, zum Beispiel “Salate und Desserts“. Darin findet man bereits 25 fertige Rezepte wie zum Beispiel “Quarkcreme mit Himbeeren” oder “Kheer Reispudding mit Mandeln”. Allesamt stammen sie aus der Redaktion. Das ist eine der großen Stärken der Foodbox. Und aus meiner Sicht unerlässlich für Crowdsourcing-Projekte dieser Dimension.

Es bedarf einer readktionellen Betreuung und Unterfütterung mit Content, um ein auf Content ausgerichtetes Crowdsourcing-Projekt zum Erfolg zu führen.

Dies ist bei der Foodbox der Fall. Ein weiterer großer Vorteil für das Team ist hierbei, dass sie mit Cookelani bereits eine Community rund um das Thema Kochen aufbauen konnten! Beide sind lose miteinander verzahnt. Aus meiner Sicht muss die Verzahnung noch viel enger sein. Erst dann macht es so richtig Sinn. Man muss sich aktuell leider noch bei beiden Projekten separat anmelden und einloggen. Gut wäre es, wenn die Login-Daten übernommen werden könnten, für die Nutzer, die das möchten. Ich weiß, dass es da technische Hürden im Hintergrund gibt. Aber die Usability ist bei einem solchen Projekt elementar wichtig. Und da hapert es noch an der ein oder anderen Stelle. Ein wenig nervig finde ich auch die halbgrauen Texte überall. Schaut zwar schick aus auf den ersten Blick, lässt sich aber super schlecht lesen, Leute! Unbedingt ändern.

Lieben tue ich ja “drag & drop”, also wenn ich Bausteine direkt in meine eigene Foodbox ziehen kann. Sehr cool! Das Hinzufügen von Rezepten geht denkbar einfach. Man kann sich aus verschiedenen Kategorien bedienen oder seine eigenen Rezepte anlegen. Und genau das macht es aus meiner Sicht so spannend:

Ich kombiniere Inhalte, die aus der Community kommen, mit eigenen Inhalten und erhalte ein Produkt, das ich via Print on demand ausdrucken und mir zusenden lassen kann. Und gleichzeitig bereichere ich damit das Contentangebot für die Community.

Das ist Crowdsourcing von seiner besten Seite! Jeder hat etwas davon.

Solche Kochbücher lassen sich prima verschenken. Dadurch, dass man sich 25 weitere Blätter später zuschicken lassen kann, ist das Buch wunderbar erweiterbar. Ich kann immer mal wieder stöbern, was es für neue Rezepte gibt. Wenn die Community funktioniert, dann wird die Datenbank an spannenden und ausgefallenen Rezepten immer weiter wachsen.

Aber das ist die große Kunst bei langfristig konzipierten Crowdsourcing-Projekten: erst einmal muss ich es schaffen, dass die Community aktiv wird. Hier muss auch Foodbox.de noch aktiver werden. Die Verbreitung im Social Web zum Beispiel ist noch deutlich zu gering. Ein Widget für das eigene Blog mit meinen eigenen Rezepten wär eine super Sache für jeden Blogger.

Ich liebe dieses Konzept. Es ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis weitere Themengebiete erschlossen werden. Alles was mit do it yourself zu tun hat, bietet sich perfekt an. Bastler, Gartenfreaks, Hobbyschrauber, Autonarren… Die Liste ist schier unendlich. Und alle sehnen sich doch nach Austausch in ihrem Interessensgebiet, mit Gleichgesinnten. Es lebe die Nische!

Über ein solches Print on demand Tool wie Foodbox.de bekommen die Nutzer ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie ihr Wissen sogar für andere wie auch für sich selbst anfassbar machen können! Und die Community kann dadurch wachsen und vom Beitrag jedes Einzelnen profitieren. Ein solches Startup hat sogar ein eingearbeitetes Businessmodell! Großartig.

Ich wünsche viel Erfolg und bin gespannt, wo die Reise hingeht und was es an weiteren Crowdsourcing-Projekten mit Print on demand Baustein in der Zukunft geben wird. Noch schlafen die großen Verlage.

Erstellt am Mittwoch 10. März 2010
Unter: Crowdsourcing | 4 Kommentare »