Archiv für die 'Crowdsourcing' Kategorie

Idee der Zukunft: Print on demand und Crowdsourcing am Beispiel von Foodbox.de

Drucken wird immer leichter. Print on demand hat der ganzen Branche eine ganz neue Perspektive eröffnet. Viele kleine Druckereien hassen diese Entwicklung. Andere schaffen es sich damit gewaltig zu etablieren. Die ganze Branche ist, ähnlich den Zeitschriften und Zeitungen, in einem großen Umbruch.

Die Menschen können sich nun Dinge drucken lassen, so wie sie es wollen. In Kleinstauflage. Mit dem entsprechenden Preis. Fotobücher werden zum Beispiel immer beliebter. Aber gerade auch für Crowdsourcing-Projekte sehe ich Dank Print on demand traumhafte Perspektiven. In einem Artikel aus dem Oktober letzten Jahres schrieb ich:

Jeder von uns ist ein kleiner Experte. Sei es in der Küche, beim Hobby, beim Reisen, in Sachen Auto, beim Sport, im Garten. Daher lassen sich theoretisch über Crowdsourcing viele Dinge realisieren. Zum Beispiel:

* Reiseführer, erstellt durch die Community. Bestellbar via print-on-demand.
* Kochbücher, wie zum Beispiel das „Food52“ Projekt von Amanda Hesser und Merrill Stubbs es exemplarisch vormacht
* Ratgeber für den Garten, für Heimwerker, für bestimmte Hobbythemen (Modellbahn, Fotografie, Stricken)
* Comic-Communitys, um neue Talente zu entdecken und um Fans zu finden und zu involvieren. Panini ist hier schon einen richtigen Schritt gegangen

Was die Ratgeber und Reiseführer angeht, ist es technisch ja machbar, dass man sich via Print-on-demand ein Buch erstellen und zuschicken lassen kann. Dieses stelle ich mir vorher auf der Crowdsourcing-Seite selbst zusammen und lasse es mir dann zuschicken. Oder ich verschenke es. Meine eigenen Tipps gemixt mit den Tipps der Community.

Die Community also sammelt Tipps zu einem bestimmten Themengebeit, wie Reise, Garten, Heimwerken, alle Formen des Sammelns oder Kochen.

Zum Thema Kochen wurde ich vor ein paar Wochen von den Jungs hinter Foodbox.de angemailt. Da sie, genauso wie ich, im Friedrichshain sitzen, trafen wir uns gleich auf einen Tee und plauderten über ihr jüngstes Projekt. Mit Cookelani, einer Community rund um Rezepte und das Kochen, sind sie schon länger auf dem Markt. Nun haben sie die Foodbox hinter her geschoben. Ein Projekt, das ich extrem spannend finde! Ich bin gespannt, wann die ersten Investoren ihre Fühler ausstrecken.

Foodbox

Bei Foodbox.de geht es darum, sich sein eigenes Kochbuch zu gestalten, ausdrucken und zuschicken lassen zu können! Alles wird in Berlin gedruckt und verpackt. Eines der spannenden Dinge dabei ist es, dass man ganz bewusst mit einem Ringbinder-System arbeitet, so dass man sich weitere Blätter später ausdrucken und auch zuschicken lassen kann. So kann das eigene Kochbuch weiter wachsen. Clever gemacht! 25 Rezeptseiten kosten dabei 24,95 EUR.

Auf der Startseite von Foodbox.de heißt es unter anderem:

Wählen Sie Ihre Startgröße und ändern Sie anschließend Cover, Titel und Inhalt. Ihr Vorteil? Sie haben in jeder FOODBOX bereits eine Vorauswahl von Lieblingsrezepten der Redaktion.

Man versucht geschickt die Angst vor einem leeren Blatt Papier zu nehmen. Das Prozedere ist denkbar einfach. Man wählt nach dem Login ein vorgefertigtes Rezeptbuch aus, zum Beispiel “Salate und Desserts“. Darin findet man bereits 25 fertige Rezepte wie zum Beispiel “Quarkcreme mit Himbeeren” oder “Kheer Reispudding mit Mandeln”. Allesamt stammen sie aus der Redaktion. Das ist eine der großen Stärken der Foodbox. Und aus meiner Sicht unerlässlich für Crowdsourcing-Projekte dieser Dimension.

Es bedarf einer readktionellen Betreuung und Unterfütterung mit Content, um ein auf Content ausgerichtetes Crowdsourcing-Projekt zum Erfolg zu führen.

Dies ist bei der Foodbox der Fall. Ein weiterer großer Vorteil für das Team ist hierbei, dass sie mit Cookelani bereits eine Community rund um das Thema Kochen aufbauen konnten! Beide sind lose miteinander verzahnt. Aus meiner Sicht muss die Verzahnung noch viel enger sein. Erst dann macht es so richtig Sinn. Man muss sich aktuell leider noch bei beiden Projekten separat anmelden und einloggen. Gut wäre es, wenn die Login-Daten übernommen werden könnten, für die Nutzer, die das möchten. Ich weiß, dass es da technische Hürden im Hintergrund gibt. Aber die Usability ist bei einem solchen Projekt elementar wichtig. Und da hapert es noch an der ein oder anderen Stelle. Ein wenig nervig finde ich auch die halbgrauen Texte überall. Schaut zwar schick aus auf den ersten Blick, lässt sich aber super schlecht lesen, Leute! Unbedingt ändern.

Lieben tue ich ja “drag & drop”, also wenn ich Bausteine direkt in meine eigene Foodbox ziehen kann. Sehr cool! Das Hinzufügen von Rezepten geht denkbar einfach. Man kann sich aus verschiedenen Kategorien bedienen oder seine eigenen Rezepte anlegen. Und genau das macht es aus meiner Sicht so spannend:

Ich kombiniere Inhalte, die aus der Community kommen, mit eigenen Inhalten und erhalte ein Produkt, das ich via Print on demand ausdrucken und mir zusenden lassen kann. Und gleichzeitig bereichere ich damit das Contentangebot für die Community.

Das ist Crowdsourcing von seiner besten Seite! Jeder hat etwas davon.

Solche Kochbücher lassen sich prima verschenken. Dadurch, dass man sich 25 weitere Blätter später zuschicken lassen kann, ist das Buch wunderbar erweiterbar. Ich kann immer mal wieder stöbern, was es für neue Rezepte gibt. Wenn die Community funktioniert, dann wird die Datenbank an spannenden und ausgefallenen Rezepten immer weiter wachsen.

Aber das ist die große Kunst bei langfristig konzipierten Crowdsourcing-Projekten: erst einmal muss ich es schaffen, dass die Community aktiv wird. Hier muss auch Foodbox.de noch aktiver werden. Die Verbreitung im Social Web zum Beispiel ist noch deutlich zu gering. Ein Widget für das eigene Blog mit meinen eigenen Rezepten wär eine super Sache für jeden Blogger.

Ich liebe dieses Konzept. Es ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis weitere Themengebiete erschlossen werden. Alles was mit do it yourself zu tun hat, bietet sich perfekt an. Bastler, Gartenfreaks, Hobbyschrauber, Autonarren… Die Liste ist schier unendlich. Und alle sehnen sich doch nach Austausch in ihrem Interessensgebiet, mit Gleichgesinnten. Es lebe die Nische!

Über ein solches Print on demand Tool wie Foodbox.de bekommen die Nutzer ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie ihr Wissen sogar für andere wie auch für sich selbst anfassbar machen können! Und die Community kann dadurch wachsen und vom Beitrag jedes Einzelnen profitieren. Ein solches Startup hat sogar ein eingearbeitetes Businessmodell! Großartig.

Ich wünsche viel Erfolg und bin gespannt, wo die Reise hingeht und was es an weiteren Crowdsourcing-Projekten mit Print on demand Baustein in der Zukunft geben wird. Noch schlafen die großen Verlage.

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Erstellt am Mittwoch 10. März 2010
Unter: Crowdsourcing | 3 Kommentare »

10 Tipps für erfolgreiches Crowdsourcing

Auch ich hatte mich ja schon mehrfach mit den besten Rahmenbedingungen für Crowdsourcing beschäftigt. Hier die Folien eines Kollegen, die es gut auf den Punkt bringen.

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Erstellt am Dienstag 23. Februar 2010
Unter: Crowdsourcing | Keine Kommentare »

Crowdsourcing und Qualität – Doritos Superbowl-Spot auf dem 2. Platz

Letzte Nacht war Superbowl-Nacht in den USA: Millionen von Amerikanern saßen vor den Bildschirmen und sahen den Sensations-Sieg von New Orleans. Dies ist in den Staaten die Sendung mit den höchsten Einschaltquoten. Und dementsprechend teuer sind die Werbeplätze beim Superbowl. 30 Sekunden kosten 2 Millionen US-Dollar!

Doritos ließ sich seine Spots nicht von einer Agentur produzieren, sondern setzte zum wiederholten Male auf Crowdsourcing. Ich berichtete darüber. Auf der Crash the Superbowl Seite war zu lesen:

Make it one of the six finalists and win $25.000. Then, if America votes it in our Top 3 submissions, your video will be aired as a Doritos brand commercial durcing Super Bowl XLIV.
But that’s not it. If you get first place on the USA Today Ad Meter, we’ll give you $1.000.000. Second wins $600.000, and third wins $400.000. If we take the Top 3, everyone gets another $1.000.000. Sound good? We thought so.

Die letztendlich vier Siegerspots sind allesamt verdammt gut. Ich konnte herzhaft lachen beim Anschauen. Was wieder einmal belegt: Mit Crowdsourcing kann Gutes entstehen! Wenn man es richtig anpackt. (Aber es kann auch Bullshit am Ende bei herauskommen, wenn man die üblichen Fehler macht.)

Ich habe mir heute morgen den angesprochenen Ad Meter von USA Today angeschaut. Und – einer der Doritos Spots belegt den 2. Platz! Das bedeutet 600.000 Dollar zusätzlich für die Macher des grandiosen Spots mit dem Hund. Und dazu muss man sagen: die Konkurrenz war gewaltig!

doritos superbowl spot 2010

Und hier der Spot:

Und noch ein Doritos-Gewinner-Spot, der beim Ad Meter den 11. Platz belegte. Auch das ist verdammt gut.

Crowdsourcing funktioniert. Wenn man es richtig macht als Unternehmen. Wenn die Prämien stimmen, wenn das Thema spannend ist für Kreative, wenn man die Manpower bereit ist zu investieren, die eine solche Social Media Aktion erfordert. Danke, Doritos, für solche tolle Kampagnen!

Mehr dazu gibt es auch beim Krawattenträger, Adland und auf Mashable.

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Erstellt am Montag 8. Februar 2010
Unter: Crowdsourcing, Viralmarketing | Keine Kommentare »

5 Millionen US-Dollar – Doritos und der Superbowl 2010

Doritos tut’s schon wieder. Nun schon zum vierten Mal. Wieder wird der Doritos Werbespot, der während der Live-Veranstaltung in den USA mit der höchsten Einschaltquote – dem Superbowl – ausgestrahlt wird, via Crowdsourcing gesucht. Wir befinden uns bereits in der Endphase der Aktion, wie beim “Krawattenträger” (trägst du wirklich täglich Krawatte, Markus?) nachzulesen ist.

Crash the SuperbowlDoritos hat drei (extrem teure) Sendeplätze in den Werbepausen des Superbowl geschaltet. Und unter dem Motto “Crash the Superbowl” vergibt Doritos diese drei Plätze an Spots, die mittels einer Crowdsourcing-Aktion gesucht wurden.

Spannend sind die Prämien. Und sie haben sicherlich auch dafür gesorgt, dass es gewaltige 4.000 Einsendungen gab! Was wiederum für Doritos schon im Vorfeld des Superbowl (!) allerbeste Werbung ist. Viralmarketing vom Feinsten.

Make it one of the six finalists and win $25.000. Then, if America votes it in our Top 3 submissions, your video will be aired as a Doritos brand commercial durcing Super Bowl XLIV.

But that’s not it. If you get first place on the USA Today Ad Meter, we’ll give you $1.000.000. Second wins $600.000, and third wins $400.000. If we take the Top 3, everyone gets another $1.000.000. Sound good? We thought so.

Bedeutet im Klartext: man kann bis zu 2 Millionen Dollar verdienen, wenn der eigene Spot Platz 1 des Ad Meter belegt und die anderen beiden Spots Platz 2 und 3. DAS ist garantiert für etliche Werbefilmer nicht unspannend. Und wie die Ergebnisse zeigen: es funktioniert. Hier wirkt eine extrem spannende Incentivierungsstrategie! Und die Leute erzählen davon. “Hey – da kannst du ne Million verdienen. Du machst doch sonst auch so kleine Spots… Versuchs doch mal.

Und wie Markus Sekulla schreibt: “Es wird ‘gemunkelt’ der letztjährige Gewinner habe mit lediglich 2.000 $ Einsatz die 1 Millionen $ gewonnen…” Crowdsourcing öffnet spannende Türen. Für alle – Kunde wie Kreativer.

Doritos Superbowl 2010

Schade, dass die Spots die während Olympia oder der Fussball-WM im deutschen Fernsehen laufen, nicht auch über Crowdsourcing-Kampagnen gesucht werden. Bisher jedenfalls. Das kann und sollte sich die kommenden Jahre ändern. Es ist verschenktes Marketing-Potential! Wir stehen bereit.

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Erstellt am Mittwoch 13. Januar 2010
Unter: Crowdsourcing | 2 Kommentare »

Crowdsourcing – Wieso? Wozu? Am Beispiel der Peperami-Kampagne

Die Crowdsourcing-Kampagne für die neuen Peperami-Ads hat in den USA, vor allem in der dortigen Agentur- und Werbeszene, mächtig für Wirbel gesorgt. Warum? Weil Unilever, denen die Marke Peperami gehört, die Zusammenarbeit mit der namhaften Agentur Lowe, die den Peperami-Character, der in jeder Werbung auftaucht, erfunden hatte, beendete und nun auf Crowdsourcing setzt. Das sorgte für Entsetzen und für lebhafte Diskussionen. Ich war dazu in meinem Artikel “Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work) am Beispiel der aktuellen Peperami-Video-Ad-Kampagne von Unilever” eingegangen.

Vor wenigen Tagen nun wurden auf dem idea bounty Blog – idea bounty ist die Crowdsourcing-Plattform, auf der der Contest stattfand – die Sieger verkündet. Anders als vorher angekündigt gab es statt einem zwei Sieger. Noam Buchalter, der Marketing Manager von Peperami, sagte dazu:

We were very impressed by the standard and quality of the ideas – our biggest challenge was picking a winner from such a high calibre of thinking. I would like to thank the Idea Bounty community for all their hard work and effort. We couldn’t be more happy with the process and outcome and look forward to sharing the campaign with you in 2010.

Diese Erfahrung konnte ich mit unseren VOdA-Kunden auch immer wieder sammeln. Sei es zuletzt MAM oder Tchibo ideas oder Sony Ericsson – immer wieder sind die Kunden überrascht von der Vielfalt guter Ideen, die dabei (meist) herauskommen. Allerdings wird dies nicht bei jeder Plattform der Fall sein. Grundlage ist eine gut funktionierende und gut betreute Community!

Profis oder Amateure?

Oft wird kritisiert, dass beim Crowdsourcing keine “fertigen Dinge” herauskommen, die der Kunde sofort nutzen kann. Dann wird kritisiert, dass da angeblich blutige Amateure am Werk wären, die von nichts so richtig Ahnung hätten. Dann wird kritisiert, dass gelernte Grafiker und Werber plötzlich außen vor sind. All diese Punkte werden mit der Peperami-Aktion widerlegt. Ja – es gibt hier noch kein fertiges Ergebnis, sondern “nur” gut ausgearbeitete Ideen. Diese werden nun von einer Agentur, SmartWorks, umgesetzt. Es findet also letztendlich eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen der sogenannten Crowd, die im Idealfall mehr eine gute funktionierende Community ist, und einer professionellen Agentur statt. Gelernte Werber sind hier also keineswegs außen vor. Die idea bounty Community wurde nur intelligent dazu genutzt um neue Ideen zu generieren. Kooperation heißt das Zauberwort! Es ist immer eine Definitionsfrage, was man unter “fertig” versteht. Die Illustrationen für die Babyflaschen unseres Kunden MAM waren weitestgehend “fertig”. Aber eine Feinabstimmung zwischen Kunde und seiner Agentur und dem Communitymitglied findet fast immer noch statt.

Ja – in einer gut durchmischen Kreativ-Community, wie auch wir sie hinter uns wissen, gibt es viele viele sogenannte Amateure. Es gibt aber auch immer sogenannte “Profis”. Sie machen aus den unterschiedlichsten Gründen mit. Profis wie Amateure. Ich mag diese Unterteilung nicht sonderlich. Denn jeder kann gute Ideen haben. Jeder kann etwas mit Leidenschaft tun und dabei verdammt gut sein. Mit oder ohne Ausbildung. Oft hilft eine solide Ausbildung. Manchmal hemmt sie aber auch. Das Gute am Crowdsourcing ist die Mischung von Lebensgeschichten, kulturellem Background, Berufserfahrungen, Stilen die in einer Community aufeinander treffen. Ich spreche hier nicht von Billig-Marktplätzen, wo ich mir für 75 Euro mal schnell ein Logo machen lassen kann. Das hat aus meiner Sicht nur herzlich wenig mit Crowdsourcing zu tun. Ich spreche von einer über Jahre gewachsenen, gut gepflegten Community, die von Menschen betreut wird, die dies gern und mit Professionalität tun.

Einer der beiden Gewinner der Peperami-Crowdsourcing-Aktion, Kevin Baldwin, erzählt im Interview auf idea bounty zu seinem Background Folgendes:

I’ve been a copywriter since the mid-80s at a number of agencies, though with breaks to write books (three about football, one about baldness) and also to write questions and rude putdowns on the Weakest Link. For the last year, I’ve been a full-time stay-at-home husband/father; I still do bits and pieces of freelance, but looking after our two young children – plus the fact that I can usually only work via e-mail and phone – means I’m necessarily restricted in how much I can do. As for the brief – I saw it mentioned on a few advertising-related sites and checked it out.

Ein Profi durch und durch also. Und dennoch kein klassischer Agentur-Arbeiter. Und ein typisches Beispiel für einen Crowdsourcing-Worker. Jemand, der dazu gezwungen ist (oder sich selbst zwingt) zeit- und büroungebunden zu arbeiten. In diesem konkreten Fall wegen der Kinder. Oft sind es aber auch Studenten oder Pensionäre, auch Freelancer, die beim Crowdsourcing mit von der Partie sind. Und die es wunderbar finden von zuhause aus mit dabei zu sein und nicht den Blick des Chefs im Nacken zu spüren. Eine ganz neue Welt von Jobs und Arbeitern entsteht, die arbeiten möchten, wann es ihnen gefällt und wo es ihnen gefällt. Im Home-Office, im Cafe, am Strand. Warum nicht? Wenn das Ergebnis am Ende stimmt. Crowdsourcing setzt voll auf diese neue Welt und nutzt die Möglichkeiten wunderbar aus.

Die Motivation beim Crowdsourcing mitzumachen

Interessant sind auch die Antworten der beiden Peperami-Gewinner zu ihrer Motivation mitzumachen. Kevin Baldwin sagt dazu ganz eindeutig:

it was the money! I know that sounds terribly mercenary, but it’s the truth. It did cross my mind that if I were to win, it would be a boost to know that I can still do it, but the money was the main factor.

Genau diese Erfahrung machen wir auch immer wieder mit unserer Community. Geld ist ein ganz entscheidener Faktor dafür dass viele gute Leute mit von der Partie sind. Aber es ist definitiv nicht der Einzigste! Ganz wichtig – ich sprach es schon an – ist die Glaubwürdigkeit der Plattformbetreiber. Die Community muss fair und offen behandelt werden. Das Communitymanagement spielt eine elementare Rolle. Ohne gute, echte Leute, die so etwas betreiben und der Community jederzeit für Fragen und Anliegen zur Verfügung stehen, wird Crowdsourcing nicht funktionieren.

Problematisch ist oft der Aspekt, dass es nur einen oder zwei Gewinner gibt. Dies liegt im Contestgedanken begründet. Wir von VOdA werden 2010 ein Modell einführen, dass mit diesem Sieger-Verlierer-Gedanken brechen wird. Mehr dazu in naher Zukunft. Wir wollen und werden ganz neue Wege gehen gemeinsam mit unserer Community.

Einen weiteren wichtigen Punkt spricht der zweite Gewinner, Rowland Davies, an. Auch er ist übrigens absoluter Werbeprofi und hat unter anderem schon “as worldwide creative director for Wella haircare at BBDO in Germany” gearbeitet. Er sagt:

I’m an ex – creative director (let go a few months ago) who was looking for something to do besides putting my portfolio together, a friend of mine Pete sent me the link to your page and it was just as the Peperami brief was posted. I thought it was a great chance to do something fun for a change.

Und wieder passt die Motivation zur Lebenssituation. Arbeitsweisen und Arbeitswelten verändern sich. Und: die Leute wollen Spaß haben bei der Arbeit! Auf dieses Grundbedürfnis geht Crowdsourcing ein. Denn es basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Niemand ist gezwungen mitzumachen. Das kann bei falsch konzipierten oder nicht authentisch aufgesetzten Crowdsourcing-Plattformen und -Kampagnen auch nach hinten losgehen. Aber es bietet auch enorme Möglichkeiten.

Peperami hat dies offensichtlich erkannt und ist die aus meiner Sicht richtigen Schritte gegangen. Ich bin gespannt, was 2010 dann letztendlich als Print- und TV-Kampagne bei herauskommt.

Mehr zu den richtigen Rahmenbedingungen beim Crowdsourcing finden sie auch in meinem Artikel “12 Dinge, die man beim Crowdsourcing unbedingt beachten sollte“.

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Erstellt am Dienstag 1. Dezember 2009
Unter: Crowdsourcing | 1 Kommentar »

Die Zukunft des Autos? 1. Crowdsourcing-Auto ist da

Schade, dass ein solches Projekt nicht aus Deutschland kommt. Schließlich sind wir doch das Land der Erfinder des Autos, der Ingenieure und der stärksten Automarken weltweit. Doch wieder einmal ist man uns in den USA in Sachen Innovation, Weitblick und vor allem auch Mut zu Neuem einen Schritt voraus.

Mir ist klar, dass Marken wie Mercedes, Audi oder BMW Angst haben zu verlieren bei solch einem Projekt. Dennoch dürfen auch sie die Zeichen der Zeit nicht missachten und bereit sein den Weg in die Zukunft zu gehen. Und Trends wie Open Innovation & Crowdsourcing, Individualisierung, Do it your self, LOHAS sind starke Trends, an denen man kaum noch vorbei kommt. Genau da setzt das Projekt Local Motors an.

Technisch setzt man beim allerersten Local Motors Car, dem „Rally Fighter“, auf Bewährtes. Der Motor ist ein Sechszylinder-Diesel aus dem Hause BMW. Andere Bauteile stammen von Ford oder GM, werden aber meist für den Offroader modifiziert. Kostenpunkt: etwa 50.000 Dollar. Ab 200 verkauften Stück schreibt man, laut Eigenaussage, schwarze Zahlen. Der Clou: das Design stammt aus der Community. Car-Design via Crowdsourcing. Und das ist erst der Anfang. Denn Firmenchef Jay Rogers hat eine Menge vor für die kommenden Jahre.

Local Motors: Rally Fighter

Es wird weitere Autos geben. Die Community an Autoschraubern ist schon jetzt beachtlich. Und ich bin mir sicher: sie wird bei diesem großartigen Konzept weiter enorm wachsen. Wer möchte, kann sich sein Auto selbst zusammenschrauben, unter Anleitung von Local Motors Mitarbeitern. Denkbar sind somit verschiedene Bausätze, die live vor Ort getestet werden können. Der Aufbau von Local Motors Werkstätten weltweit ist geplant, so dass vielleicht auch wir hier in Deutschland 2010 oder 2011 in den Genuss von Local Motors Cars kommen. Wenn der TÜV und die Automobil-Lobby da mitspielen.

Aber warum nicht ein ähnlich konzipiertes Projekt aus dem Hause Porsche oder BMW? Kundennähere Produkte hieße da die Zauberformel. Man erfährt über diesen Weg, was sich die Kunden wünschen. Man ist dran an den Autofans. Und kann man ihnen gemeinsam die Zukunft gestalten. Kann es etwas Wünschenswerteres geben?

Local Motors ist möglicherweise ein Initialprojekt für ganz neue Wege im Autobau. Aber es muss auch erst einmal beweisen, dass es wirtschaftlich funktioniert.

local motors

Hier noch das Video mit der Präsentation des Siegers für das erste Local Motors Car.

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Erstellt am Mittwoch 11. November 2009
Unter: Crowdsourcing | 5 Kommentare »

Burberry – Crowdsourcing als Marketinginstrument in Zeiten des Web 2.0

Immer mehr Marken, bisher vor allem in der englischsprachigen Welt, setzen auf Crowdsourcing als Onlinemarketing und Viralmarketing-Baustein. Zur Kundenbindung, oder besser: Fanbindung. Um Aktualität auf der eigenen Webpräsenz zu haben. Um eine starke, lebendige Anbindung zu Social Media Bausteinen (Facebook, Flickr, Youtube, Twitter zum Beispiel) zu haben. Um keine langweilige, statische und damit unzeitgemäßge Webseite im Netz herumlungern zu haben. Um den Besuchern etwas zu bieten: Spaß, Mehrwerte, Kommuniktionsanreize. All dies kann mit Crowdsourcing erreicht werden. Wenn man es intelligent konzipiert, man eine Marke hat, zu der es passt und die Fans da sind, die es gilt zu involvieren. Und wenn im Unternehmen der Willen da ist die ausgetretenen Marketing-Pfade, über die man immer schlechter die Menschen da draußen erreicht, zu verlassen.

Ein Beispiel? Bitteschön. Kein Problem. Wie wäre es mit Burberry?! Eine starke Marke mit starken Produkten. Vielleicht ein wenig hausbacken. Perfekt. Ja, “hausbacken” ist perfekt. Denn dann hat man sehr sehr treue Fans. Für eine Marke wie Burberry ist es aber wichtig mit Blick auf die Zukunft auch junge Menschen zu erreichen. Da ist der Schritt in die Welt des Web 2.0 nur konsequent.

Auf einer eigens konzipierten Landingpage namens “Art of Trench” wurde vor allem auf das Visuelle gesetzt. Der Blogger Scott Schuman lieferte das Bildmaterial für den Start. Und sorgte natürlich für den ersten Ansturm auf dieses Projekt. Und nun sind die Fans aufgerufen eigene Trenchcoat-Bilder hochzuladen. Das Ganze funktioniert perfekt realisiert über eine Facebook Connect Anbindung. Es gibt Kategorien um besser durch die Bilder zu gelangen – Wetter, Farbe, Geschlecht, Stil.

art of trench

Sehr gelungen finde ich auch den historischen Abriss. Dort erfährt man viel über die Geschichte des Trenchcoat. Sowas mag ich. Redaktionelle Inhalte von hoher Qualität.

Die Fans werden mit diesem Projekt hinein geholt ins Marketing der Marke. Sie liefern Bildmaterial und damit auch Storys. Dies wird in diesem Fall gut unterstützt durch redaktionelle Inhalte. Ein gelungener Mix, den man weiter ausbauen sollte. Eine Flickr-Galerie würde sicherlich Sinn machen. Und eine Facebook-Page dazu. Insgesamt ein wunderbarer Schritt in genau die richtige Richtung. Der Guardian schreibt dazu:

With this combination of curated content and crowdsourcing the site clearly belongs to the second generation of web 2.0 projects. While early projects mainly focused on giving the users a platform, the second generation combines the curation of content with crowd sourcing to make sure it has attractive, high quality content to offer.

Dem kann ich mich nur anschließen. Crowdsourcing ist mal wieder ein wunderbarer Baustein um die dialogorientierten Möglichkeiten des Web 2.0 für gutes Viralmarketing, Community- und Kundenpflege sowie Content-Aufbau zu nutzen.

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Erstellt am Dienstag 10. November 2009
Unter: Crowdsourcing | 3 Kommentare »

Welche Bands wollt ihr hören? Lollapalooza setzt auf Crowdsourcing

Dass sich das Musikbusiness perfekt anbietet für Crowdsourcing-Mechanismen werde ich nicht müde zu betonen. Nicht nur Bands, auch Musik-Festivals haben eine treue Fangemeinde und müssen gleichzeitig auch in ihrer Aktivität nicht nachlassen, um sich auf diesem heiß umkämpften Markt zu behaupten. Immer mehr Festivals schießen aus dem Boden und buhlen um die sommerliche Kundschaft. Fans wollen bei Laune gehalten und neue Fans gewonnen werden.

Wie geht das in der heutigen Zeit des medialen Overkill? Eine Möglichkeit um seine Fans zu erreichen und auf eine sympathische Schiene in das Festival-Projekt zu integrieren ist Crowdsourcing. Wie das unter anderem gehen kann, beweist das Lollapalooza Festival in Chicago. “Be a Booking Agent” heißt die Aktion, bei der man die Möglichkeit hat, seine fünf Lieblingsbands vorzuschlagen für das 2010 Lineup. Leider konnte ich diese Aktion auf der Startseite des Lollapalooza Festival nicht finden. Wie ich überhaupt die Webseite an sich ziemlich gruselig finde. Die Bilder von 2009 sind kaum zu entdecken. Man gelangt von vielen Unterseiten nicht zurück und muss den Backbutton des Browser benutzen. Was die Haupt-Webpräsenz anbelangt besteht dringender Nachholbedarf. Gut wiederum ist die Social Media Anbindung mit Facebook, Twitter und MySpace. Ich bin auch via Twitter auf diese Aktion aufmerksam geworden.

Lollapalooza
(Foto von der Lollapalooza Facebook-Fanpage)

Be a Booking Agent ist eine grandiose Idee! Denn: Es steckt unglaubliches virales Potential darin! Wenn ich Fan einer noch nicht so extrem bekannten Band bin und möchte, dass sie auf dem Festival auftritt, dann werde ich natürlich meinen Freunden und den anderen Fans davon erzählen, dass die Chance besteht diese Band aufs Festival zu bekommen! Ich werde auf Facebook aktiv sein, meinen Twitter-Account nutzen um für die Band und damit gleichzeitig auch für das Festival zu trommeln! Habe ich ein Blog, werde ich auch dort Werbung machen für diese Aktion. Ich werde in Foren davon berichten und andere motivieren auch diese Band vorzuschlagen. Mit Leidenschaft und Herzblut. Ehrlich und engagiert. Als Fan. Und so werden viele andere von diesem Festival erfahren, sich das Lineup anschauen und vielleicht auch bereits Tickets buchen. Viralmarketing in seiner besten Form. Durch Crowdsourcing. Unter Einbindung der Fangemeinden.

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Erstellt am Dienstag 10. November 2009
Unter: Crowdsourcing, Viralmarketing | 1 Kommentar »

Snickers nutzt Crowdsourcing als Marketingbaustein

Gerade bin ich über eine Nachricht gestolpert, dass nun auch der gute Snickers-Riegel auf Crowdsourcing setzt. Es geht hier um die Erstellung von Videos, Commercials. Was mir dabei gut gefällt ist die Tatsache, dass man sich nicht allein auf einen Sieger festlegt. Sondern man sagt:

You could earn $5,000 for each video they purchase or one of the $2000 in guaranteed awards.

Gibt es mehrere gute Videos, besteht die reale Chance, dass auch mehrere eingekauft werden. Applaus meinerseits für die, die diese Aktion konzipiert haben.

Man kann sich natürlich erneut darüber streiten, ob das nun “spec work” ist (darauf war ich in diesem Beitrag schon eingegangen) und ob man damit traditionellen Agenturen die Arbeit wegnimmt. Aber dieses Gejammer wird mit der Zeit nervig. Die Medienwelt ändert sich grundsätzlich. Auch die virtuelle Arbeit verlagert sich in dramatischen Maße hinein ins Internet. Davon werden viele profitieren. Und einige werden dabei verlieren. Das ist immer so, wenn es Umbrüche gibt.

Was nicht heißen soll, dass wir nicht alle unsere Sinne dafür schärfen müssen, dass Crowdsourcing-Mechanismen zum Vorteil aller und in einem fairen Rahmen eingesetzt werden! Viele Freelancer konzentrieren sich immer stärker auf dieses Segment der virtuellen Wertschöpfungskette. Über die großen Vorteile hatte ich ja nun schon des öfteren geschrieben (siehe hier und hier und hier).

Auch bei Snickers hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Das ist gut und richtig so. Immer mehr starke Brands folgen diesem Trend, der sich in den kommenden Monaten und Jahren von einem “Trend” zu einem festen Bestandteil der täglichen Kreativarbeit entwickeln wird. Davon bin ich fest überzeugt. Und Crowdsourcing wird dabei auch immer stärker als Marketingbaustein eingesetzt, so wie es Pepsi, Audi, Netflix, Etsy, Vitaminwater und etliche andere schon tun. Und nun auch Snickers.

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Erstellt am Mittwoch 4. November 2009
Unter: Crowdsourcing | Keine Kommentare »

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Ich habe in den letzten Wochen hier etliche Artikel gepostet, die zeigen sollen, wo der Einsatz von Crowdsourcing Sinn macht und vor allem auch welche Mehrwerte dabei entstehen können, wenn man es richtig anpackt. Zum Beispiel:

Sie sehen: einige namhafte Marken setzen verstärkt auf Crowdsourcing. Pepsi, Google, Netflix, Unilever, auch Audi. Hier nun mal 10 Branchen die sich aus meiner Sicht besonders eignen um Crowdsourcing als Marketingbaustein und als Mittel zum Aufbau einer Community einzusetzen.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Konsumgüter

Viele Brands haben treue Fans, die auf ihre Marke schwören und immer wieder zu den Produkten dieser Firma greifen. Mit Hilfe von Crowdsourcing kann man diese Menschen im Web 2.0:

Ich denke hier zum einen an neue Produktideen, wie sie zum Beispiel auf Tchibo ideas entstehen. Gut eignen sich aber auch das Produktdesign, Verpackungsdesign und die Erstellung von Werbematerialien für Crowdsourcing. Das immer mit dem Hintergrund: Kundenbindung und Viralmarketing.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Lebensmittel

Das gleiche, was ich für die Konsumgüter geschrieben habe, trifft auch auf die Lebensmittelbranche zu. Jeder hat seine bevorzugten Marken. Seien es Süßigkeiten, Spirituosen, Joghurts, Tiefkühlkost usw. Auch hier gilt wieder:

    1. Fans ausfindig machen
    2. sie stärker an die Marke binden
    3. sie in Marketingkonzepte einbinden (Crowdsourcing als Viralmarketing-Baustein)
    4. neue, kundennähere Produkte oder auch Marketingslogans entwickeln

Ein gutes Beispiel, wie so etwas aussehen könnte, lieferten Becks oder auch Vitaminwater.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Musikindustrie

Wohl nirgends gibt es wohl so viele echte Fans wie im Bereich Musik. Na gut: wenn es um Urlaub und Tourismus geht vielleicht auch. Aber gerade bei Musik sind die Menschen extrem emotional berührt. Ich schließe mich da mit ein. Gern erzähle ich anderen von neuen Bands, neuen Alben, die ich entdeckt habe oder die mir zugeschickt wurden. Dies wird bisher noch viel zu wenig ausgenutzt. Denkbar sind hier

  • Crowdsourcing zur Fanbindung mit Zielrichtung Viralmarketing
  • Crowdfunding, wie es auf Sellaband erfolgreich praktiziert wird. Ich habe selbst schon mehrfach dort investiert, zuletzt erst wieder vergangene Woche.
  • Fanvideos, die sich viral im Netz verbreiten
  • ganz allgemein: Spaß für die Community!

Eigentlich ist keine Branche so wunderbar geeignet für Crowdsourcing-Mechanismen wie das Musikbusiness. Und hier und da werden sie auch schon eingesetzt. Eine Leuchtturm-Funktion hat da Sellaband. Auch Fanta4 haben bereits via Crowdsourcing ein Video kreieren lassen. Noch aber sind die Versuche in der Regel sehr zaghaft und viel zu selten. Leider.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Verlagswesen

Jeder von uns ist ein kleiner Experte. Sei es in der Küche, beim Hobby, beim Reisen, in Sachen Auto, beim Sport, im Garten. Daher lassen sich theoretisch über Crowdsourcing viele Dinge realisieren. Zum Beispiel:

  • Reiseführer, erstellt durch die Community. Bestellbar via print-on-demand.
  • Kochbücher, wie zum Beispiel das „Food52“ Projekt von Amanda Hesser und Merrill Stubbs es exemplarisch vormacht
  • Ratgeber für den Garten, für Heimwerker, für bestimmte Hobbythemen (Modellbahn, Fotografie, Stricken)
  • Comic-Communitys, um neue Talente zu entdecken und um Fans zu finden und zu involvieren. Panini ist hier schon einen richtigen Schritt gegangen

Was die Ratgeber und Reiseführer angeht, ist es technisch ja machbar, dass man sich via Print-on-demand ein Buch erstellen und zuschicken lassen kann. Dieses stelle ich mir vorher auf der Crowdsourcing-Seite selbst zusammen und lasse es mir dann zuschicken. Oder ich verschenke es. Meine eigenen Tipps gemixt mit den Tipps der Community.

Dass man die Fans eines Autors oder einer Reihe wunderbar für Crowdsourcing als Marketing-Baustein einsetzen und sogar Bücher auf diesem Wege verfilmen kann, bewies bereits Paulo Coelho meiner seiner “Hexe von Portobello”.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Tourismus

Ähnlich wie in der Musikbranche sind auch beim Thema Reisen und Urlaub die Menschen emotional extrem stark bei der Sache. Daher bieten sich Crowdsourcing-Mechanismen perfekt an, um

  • Tipps zu sammeln (Hotels, Restaurants, Wanderrouten, Fahrradwege, Segelreviere usw.)
  • Bewertungen zu generieren
  • Fotos und Videos zu erhalten (die man fürs Marketing einsetzen könnte)
  • Reiseplaner zusammen zu stellen
  • Gleichgesinnte kennen zu lernen (Segler, Golfer, Biker, Angler, Wanderer)

Wenn es um Bewertungen geht, haben sich Portale wie Holidaycheck schon gut etabliert. Dass das Ganze aber auch seine Tücken hat, konnte ich in meinem Qype-Test ausführlich darlegen. Allein mit Automatismen kann man langfristig im Web 2.0, zu dem auch Crowdsourcing gehört, nicht erfolgreich sein.

Menschen möchten durch Menschen angesprochen werden! Daher bedarf es eines guten, mit ausreichend Manpower ausgestatteten Communitymanagements.

Viele Community-Projekte, nicht nur im Bereich Tourismus, fahren hier noch deutlich zu niedrig. Dies wird sich in den kommenden Jahren ändern.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Autobranche

Auch Automarken haben Fans. Dies weiß schon jedes Kind in Deutschland. Diese in den Innovations- und den Designprozess zu involvieren ist eine logische Konsequenz, wenn man die Zeichen der Zeit erkannt hat. Einige tun dies bereits. Allen voran Fiat. Aber auch bei BMW und Audi gibt es spannende Ansätze, um zum Beispiel via Facebook Fans stärker an sich zu binden und sie für virale Effekte zu nutzen.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Mode

Threadless ist einer der erfolgreichsten Shirt-Verkäufer weltweit. Das gesamte Konzept der Plattform basiert auf Crowdsourcing. Die Community bestimmt, welche Designs letztendlich im Shop landen.

Es gibt da draußen so unendlich viele Menschen, die visuell kreativ sind. Wir selbst haben über die Jahre eine Kreativ-Community aufgebaut, die bereits mehrfach erfolgreich für Kunden gearbeitet hat. Letztes Beispiel war das Design für Babyflaschen: “Feel good style”. So etwas lässt sich natürlich auch wunderbar auf Bekleidung jeder Couleur übertragen. Dies kann bis zu Designvorschlägen für Kleider, Mäntel, Mützen, Schuhe usw gehen.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Spielwaren

Lego, Playmobil & Co. haben viele viele Fans weltweit. Und das nicht nur bei Kindern. Auch Erwachsene sammeln, basteln und spielen mit den eigenen Kindern und Enkeln. Damit bietet sich die Spielzeugindustrie bestens für Crowdsourcing-Konzepte an. Ich denke da zum einen an neue Verpackungsdesigns, Werbematerialien, die von den eigenen Fans entworfen werden können. Aber auch neue Produktideen für Spielzeug können aus der eigenen Community kommen. Wer ist besser geeignet zu wissen, was ankommt bei den Käufern, wenn nicht die Käufer selbst?! Wer kennt die Wünsche seiner Kinder besser wie die eigenen Eltern? Wer weiß besser was fehlt für die Förderung unserer Kinder auf spielerische Art wie die Erzieherinnen in den Kitas und die Mamis und Papis zuhause? Und seine Fans über Community- und Crowdsourcing-Mechanismen zu binden und jederzeit erreichen zu können, wird in der Zukunft ein echter Wettbewerbsvorteil sein. Oder auch ein Nachteil, wenn man diese Schritte hinein ins Web 2.0 nicht oder nur halbherzig tut.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Messen

Messeveranstalter sind immer auf der Suche nach neuen Marketingideen, nach gut gemachten Messeständen, spannenden Werbebausteinen. Da bietet sich das Agieren im Web 2.0 mit Crowdsourcing als Marketingbaustein perfekt an. Um zum einen Menschen auf die Messe aufmerksam zu machen und um gleichzeitig visuell neue Reize zu setzen.

In der heutigen Zeit ist das Engagement im Internet und da vor allem im Web 2.0 unbedingt erforderlich um auch mittelfristig weiterhin Erfolg zu haben. Crowdsourcing als Baustein von Viralmarketing kann und sollte hier verstärkt eingesetzt werden.

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Outdoor

Wo gibt es geballteres Expertenwissen wie im immer stärker wachsenden Outdoor-Bereich? Egal ober Kletterer, Mountainbiker, Kanu, Rafting, Windsurfen, Snowboarden usw… Überall wimmelt es von technischen Feinheiten und den passenden Experten dazu. Es gibt viele kleine Nischenanbieter und viele extrem innovative Produkte und die passenden Nutzer und Fans dazu. Das schreit doch förmlich nach Crowdsourcing, um

  • Bewertungen und Tipps zu erhalten
  • neue Produktideen gemeinsam zu entwickeln
  • Erfahrungen auszutauschen
  • das Marketing, vor allem auch Viralmarketing, voran zu bringen
  • gemeinsam neue Touren zu organisieren

10 mögliche Branchen für den Einsatz von Crowdsourcing

Sie sehen – es gibt viele Bereiche, in denen Crowdsourcing zum Einsatz kommen kann. Um die Kunden stärker zu binden und sie leichter zu erreichen. Um virale Marketing-Effekte auszulösen. Um ins Gespräch zu kommen mit potentiellen Markenbotschaftern und neuen Käufern. Um Präsenz zu zeigen im Web 2.0 über eine sympathische Schiene. Um meinen Fans Spaß und Abwechslung zu bieten. Um für mich als Unternehmen echte Mehrwerte wie neue Werbematerialien, Fotos und Videos (User generated content), neue Produktideen, Marketing-Slogans, Designvorschläge und vieles mehr zu erhalten. Crowdsourcing enthält so viel Gutes, dass es zu nutzen gilt in der Zukunft.

Ich hoffe, ich konnte mit dieser kleinen Liste erneut dem ein oder anderen Interessierten ein paar Denkanstöße geben in Sachen sinnvoller Einsatz von Crowdsourcing für Unternehmen und Markenbotschafter. Gern stehe ich beratend, in der Konzeption und dann auch projektbetreuend mit meinem Team zur Verfügung.

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Erstellt am Freitag 30. Oktober 2009
Unter: Crowdsourcing | 2 Kommentare »