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11Mai/13Off

Rückblick auf die re:publica 2013 – Es war grandios

Autor des Artikels: Matias Roskos

Aus und vorbei. Die re:publica 2013. Toll war es. Richtig richtig gut. Endlich wieder die Wurzeln des Social Web in Deutschland erspüren. Ganz nah dran am Puls. Herrlich.

Es tut gut mal wieder "altbekannte Gesichter" zu treffen und mit ihnen zu plaudern. Aber auch neue Gesichter endlich einmal zu sehen, nachdem man sich nur zig Male virtuell über den Weg gelaufen ist. Das macht Spaß. Und zeigt, was das Social Web in erster Linie ausmacht: Kommunikation von Menschen miteinander. Hier wird es gelebt. Draußen auf dem Hof oder im zentralen Meeting-Point innen drin. Die Station in Berlin-Kreuzberg ist die ideale Location dafür. Das passt.

Noch nie habe ich übrigens so viele Steckdosen gesehen. Es war kein Problem Laptop und Smartphone immer mal wieder aufzuladen. Und: das Wlan war fast immer erstklassig. Auch das habe ich in dieser Form noch nie bei einer Konferenz, noch zumal dieser Größe, erlebt. Ich ziehe meinen Hut und sage Danke.

re:publica 2013

In den Session-Räumen dann gute, interessante, oft auch angenehm unterhaltsame Vorträge und Diskussionen. Okay, es war auch die ein oder andere Enttäuschung dabei. Doch insgesamt war das Niveau der Vorträge angenehm hoch. Und es gab ein paar echte Highlights. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch wegen dieser Highlights hat sich die Reise nach Berlin gelohnt.

Für mich das uneingeschränkt Beste an der re:publica 2013 war, ich schrieb es ja bereits, der Rant von Tanja und Johnny Haeusler. Sie haben mir mit ihrem Appell für die Kinder und die Jugend zutiefst aus der Seele geschrien. Als Papa kann einem zuweilen Angst und Bange werden mit Blick auf unser heutiges Schulsystem. Noch einmal ein ganz ganz großes Danke an die beiden für diesen Appell!

Hier die unvergesslichen 15 Minuten. Bitte reinhören. Diesen Appell sollte so viele Menschen wir nur möglich, egal ob Eltern oder kinderlos, gehört haben.

Hier gibt es den kompletten Text in Buchstaben.

Für meine aktuelle Tätigkeit als Communitymanager von Galileo GENIAL war natürlich das Panel "Kinderkram: So nutzen Kids das Web" super spannend. Schön, endlich einmal Verena Delius auch live auf dem Podium gehört zu haben. Eine gute Frau, die da an der Spitze von Panfu steht. Mit allem was sie dort erzählte, konnte ich 100% konform gehen. Es ist wichtig, dass unsere Kinder lernen vernünftig mit dem Internet umzugehen. Gefahren lauern überall. Auch da draußen auf der Straße. Aber moderierte, überwachte Chats sind eine gute Möglichkeit für Kinder die Kommunikationsmechanismen des Internets kennen zu lernen. Daran arbeite ich unter anderem tagtäglich.

Es gab noch andere Sessions zum Thema Kinder und Jugendliche. Diese Entwicklung auf der re:publica hin zu mehr Kids-Themen finde ich überaus erfreulich! Sie sind eine Bereicherung der Konferenz und mit Blick auf die digitale Zukunft enorm wichtig. Leider haben das bisher nur sehr wenige Macher und Entscheider dieses Landes erkannt.

Einen großen Raum nahm auf der re:publica 2013 unter anderem auch das Thema Videos ein. Im Panel "YouTube macht die Stars von heute" bewiesen drei auf Youtube überaus erfolgreiche Protagonisten viel Mut und stellten sich dem Live-Publikum. Hut ab dafür.

LeFloid, Simon W.[ungespielt] und Amy Herzstark berichteten von ihrem - meist unerwarteten - Erfolg und plauderten ein wenig aus dem Nähkästchen. Mit von der Partie war auch Hannes Jakobsen von Youtube/Google selbst. Und mit Christoph Krachten (Mediakraft) war auch ein Vertreter der neuen Networks da, die sich der Youtube-Stars annehmen und bei Vermarktung und Professionalisierung helfen. Spannend, sehr spannend.

Hier das Panel für alle Interessierten im Video:

Extrem gelungen fand ich den Vortrag von Bertram Gugel und Markus Hündgen: "YouTube - zwischen Wildwest und Goldgrube." Nicht allein des Inhalts wegen (excellent job, Bertram!), sondern auch wegen der Machart. Markus Hündgen war nicht vor Ort in Berlin, sondern wurde via Hangout aus dem "Studio Düsseldorf" dazu geschaltet. Und sammelte, während Bertram Gugel vortrug, Fragen und Feedback auf Twitter. Sehr cool gemacht! Und schön, dass sich danach Zeit fand ausgiebig mit Bertram zu plaudern. Hat Laune gemacht!

Hier der komplette Vortrag im Video.

Ein weiteres Highlight war für mich der Auftritt von Betsy Hoover, die 2008 wie auch 2012 verantwortlich war für die Online-Kampagnen von Barack Obama. "Community Organizing - lessons from Obama for America 2012". Sie berichtete darin über die Learnings in der Arbeit mit einer Community für Kampagnen. Spannend und inspirierend.

Sie sagte unter anderem:

Online organizing is a set of principles, not tactics.
1 Empowerment
2 Participation
3 Force multiplier
4 Relationship based organizing

Interessant fand ich, am Rande bemerkt, wie unstylish ihre Folien daher kamen. Aber es zählt der Inhalt. Und der stimmte 100 Prozent.

Hier das Video inklusive der Folien vom Vortrag von Betsy Hoover:

Interessant war es auch Dieter Zetsche live auf dem Podium zu erleben: "Das vernetzte Auto – wie verändert sich unsere Mobilität?"

Er machte seinen Job extrem gut, fand ich. Auch wenn es immer wieder um Mercedes ging - wer will es ihm verdenken - zeigte er recht gut auf, wo die Reise hin gehen wird in den kommenden Jahren. Er verwies unter anderem darauf, dass wir den Menschen in Indien oder China nicht verbieten könnten Auto zu fahren. Aber die Autofirmen müssten versuchen den Ausstoß von Abgasen stetig zu verbessern. Man ist sich seiner Verantwortung durchaus bewusst. Auch das Thema Carsharing spielt bei Mercedes mit car2go mittlerweile eine wichtige Rolle. Find ich gut. Nur leider nutzt mir das auf der täglichen Strecke Garmisch-München nix.

Hier das Video dazu:

Sympathisch fand ich auch den Vortrag von Daniela Warndorf und Kiki Haas: "Yarnbombing, Social Commerce und die Craftistas: Wie das Internet Crafting und Crafting unsere Gesellschaft verändert". Ja, es ging dabei um Häkeln und Stricken. Aber vor allem auch um Seiten wie ravelry.com, die mittlerweile Millionen-Umsätze machen. Und um DIY-Communities, die weltweit vernetzt sind. Solche "Nischen"-Beispiele liebe ich. Vielen Dank an die beiden für den wunderbaren Rundgang durch diese Welt! Communities in solchen Longtail-Segmenten machen das Social Web so vielfarbig und spannend. Sie sind wichtig und bereichern die Community-Landschaft.

Schade, dass es hiervon bisher kein Video gibt.

Interessant war auch, was der SWR so in Sachen Social Web und TV zuletzt ausprobiert hat. Mein Kommentar auf Twitter dazu fand viel Zustimmung:

Das ist zur Zeit sicherlich das Wichtigste: Lernen! Wie erreiche ich Menschen auch im Netz. Und dabei geht es nicht nur um eine Programmbegleitung, sondern darum sie hinein zu holen in den Film, die Serie, die Show. Der SWR ist da ein paar spannende Schritte gegangen. Daumen hoch dafür.

Großartig war am letzten Tag unter anderem der Vortrag von Jöran Muuß-Merholz: "x-learning. Warum die Digitale Revolution des Lernens gescheitert ist" (bisher leider noch nicht als Video vorhanden). Leider leider hat er nur allzu recht, wenn er von der „Sehnsucht nach Kontrolle und Ordnung statt Aufbruch in die Wissensgesellschaft“ spricht mit Blick auf unser Bildungssystem. Es wird verwaltet statt den Kindern und Jugendlichen Wege aufzuzeigen. Wenn ein iPad in die Schule geholt wird, um darauf ein Abitur zu schreiben, dann wird vorher Tastatur und Internet-Zugang gesperrt. Geschrieben wird immer noch mit einem Stift. So etwas ist absurd. Aber Realität im Jahr 2013.

Es geht nicht wirklich voran. Gelehrt wird meist immernoch frontal wie vor 100 Jahren. Ohne die gewaltigen Möglichkeiten der Recherche und Wissensaneignung über das Internet wirklich zu nutzen. Stillsitzen und Zuhören - das soll die Prämisse für die Kinder sein. Statt ihnen aufzuzeigen was Freiheit bedeutet. Und welche wunderbaren Möglichkeiten der Recherche, des Austauschs mit anderen und der Wissensaneignung es gibt. Danke für diesen wunderbaren Vortrag!

Mein Fazit zur re:publica 2013

Was für eine Konferenz! Die re:publica 2013. Sie war wunderbar. Viele inspirierende Vorträge und Diskussionen. Themen, die perfekt zu meiner Arbeit passen: Kids, Video, Communities.

Viele ungemein sympatische Menschen auf den Fluren und am Abend beim Communitystammtisch zum Beispiel. Ich bin voll mit Eindrücken, voll mit Ideen, voll mit neuen Kontakten. Danke an die Macher der re:publica. Und Danke an jeden einzelnen, mit dem ich ein paar Worte wechseln durfte. Es hat Spaß gemacht. Es hat gut getan. Im nächsten Jahr gern wieder. Oder vorher beim Communitycamp im Herbst in Berlin!

re:publica 2013

Sämtliche re:publica-Session-Videos gibt es hier.

Nachtrag - ich während der re:publica. Foto aufgenommen abends im FluxBau zum Communitymanager-Stammtisch. Danke an David Philippe für das Foto!

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

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