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30Aug/12Off

Anonymität und das fehlende Gegenüber verleiten zu virtueller Aggressivität in einer Community

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage: Warum wird im Netz so erbittert gestritten? Gerade in Communities ist der Ton oft rau und kann auch schonmal unter die Gürtellinie gehen. Doch was ist der Grund dafür? Ist es die Anonymität des Internets? Oder der fehlende Augenkontakt? Beides trifft zu. Und auch wieder nicht.

Die Forscher sagen unter anderem:

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen realer und virtueller Diskussion ist: Im Netz treffen Menschen aufeinander, die sich nicht kennen. Diese Aussage mag banal klingen, doch aus ihr leiten sich Erkenntnisse ab, warum der Ton in Foren, Blogs und Kommentarbereichen oft so rau ist. Mit Anonymität hat das laut Psychologie-Professor Arvid Kappas von der Jacobs University in Bremen nämlich nicht viel zu tun.

Der an dem Projekt beteiligte Forscher hat dazu ein Experiment mit zwei Kleingruppen durchgeführt: Jede Gruppe besteht aus zwei Personen, die über das Internet zu einem Thema diskutieren sollten. Die eine Gruppe sollte sich vorher kennenlernen, fragen, wo die andere Person herkommt, was sie macht. Die andere Gruppe startete sofort in die Diskussion. Das Ergebnis: Die Personen, die sich vorher nicht über persönliche Dinge unterhalten haben, gingen rauer miteinander um als die, die sich vorher gegenseitig kennengelernt hatten.

Die Anonymität und das Fehlen des direkten Gegenübers verleiten dazu, sich anders zu verhalten und agressiver zu argumentieren.

Auch meine Erfahrung hat mir immer wieder gezeigt, dass es gut und auf Diskussionen entschärfend wirkend wirkt, wenn das Gegenüber weiß, mit wem es redet. Wenn also das "Gespräch" auf eine nicht-komplett-anonyme Ebene gebracht wird. Darum rate ich auch immer dazu Moderatoren und Community Managern einen Namen und ein Gesicht zu geben. So fällt es ihnen leichter in der Community für einen vernünftigen Umgangston zu sorgen.

Ich sehe aber auch in Communities immer wieder Lernkurven in der Kommunikation untereinander. In gewachsenen Communities sprechen die Menschen ganz anders miteinander, als in einer Community, in der sich viele ganz frische Communitymitglieder, oft noch mit wenig Erfahrung im Social Web, aufhalten. "Neue Nutzer" motzen gern drauf los. Nutzer, die schon länger dabei sind, haben gelernt das virtuelle Gegenüber zu respektieren.

Meine Schlussfolgerung daraus:

  1. Geben Sie Moderatoren ein Gesicht (Profilbild) und einen Namen (sollte allerdings nicht Vor- und Nachname sein!).
  2. Greifen Sie vor allem bei jungen Communities frühzeitig in Diskussionen und unter die Gürtellinie Kommentare ein und sorgen Sie für einen für alle Seiten akzeptablen Umgangston. Mit der Zeit lernen die Communitymitglieder respektvoll miteinander umzugehen.
  3. Geben Sie Ihrer Community Zeit. Und binden Sie frühzeitig besonders aktive Communitymitglieder als Stakeholder mit ein. Zum Beispiel, in dem Sie ihnen einen Moderatorenstatus geben.
Danke fürs Teilen!
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