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14Mai/12Off

So nutzt ein Spielwarenhersteller Pinterest

Autor des Artikels: Matias Roskos

Safari Ltd. auf PinterestPinterest? Wozu soll das gut sein? Das fragen sich aktuell zahlreiche Marketing-Verantwortliche überall auf der Welt. Neben Instagram ist Pinterest DIE Social Media Plattform des Jahres 2012 bisher. Wenn man mal vom unaufhaltsam andauernden Facebook-Hype absieht.

Aber was kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen damit anfangen? Macht es überhaupt Sinn, sich auch auf Pinterest zu engagieren? "Kommt drauf an." wäre hier aus meiner Sicht die richtige Antwort. Fest steht: der Traffic auf Pinterest aktuell ist beachtlich. Die Plattform wächst und wächst. Angeblich ist dabei der Anteil weiblicher Internet-Nutzer extrem hoch. Also: nicht unspannend.

Einige "Experten" bemängeln aber bereits, dass Aktionen auf Pinterest bisher keinerlei Traffic auf die eigene Webseite gebracht haben. Das überrascht mich nicht sonderlich. Denn ich besuche Pinterest nicht, um woanders hin zu gelangen. Dafür habe ich Google oder auch Twitter und Facebook. Pinterest ist extrem stark visuell ausgerichtet. So wie Youtube auf Videos ausgerichtet ist. Da klicken die Leute auch selten weiter auf andere Webseiten. Es geht bei Pinterest um das Konsumieren von Bildern!

Und das wiederum kann auch für Unternehmen durchaus spannend sein. Ich wies im Beitrag Zur Zeit in aller Munde: Pinterest im Tutorial explizit darauf hin, wie wichtig es ist, mit dabei zu sein:

Macht Pinterest für Unternehmen Sinn?

Klare Antwort: Ja, auf jeden Fall! Auch wenn ein Unternehmen mit plumper Werbung hier - wie fast überall im Social Web - fehl am Platz ist, ist Pinterest für Marken extrem spannend. Denn es wird unter anderem genau über das geredet, um dass es auch bei Marken geht: Themengebiete, Trends, Vorlieben der Menschen.

Es gibt Boards, die nennen sich "My Style", "All these lovely clothes", "bags", "Kids", "Wheels" oder einfach nur "Red". Überall und immer wieder sind Produkte zu sehen. Und das ist nur ein winzig kleine Auswahl von Boards. Bei "Red" beispielsweise habe ich gefunden: Bionade! Lecker. Ein Bild von Puma ist in dem Board auch mit dabei.

Klare Antwort also: Ja, Pinterest macht Sinn, wenn man visuelle Inhalte beisteuern und unterfüttern kann.

Wie das konkret aussieht, zeigt die amerikanische Spielzeugfirma Safari Ltd., die Tierfiguren, Ritter, Drachen und Feen herstellen. Das amerikanische Pendant zu Schleich. Ich kenne diese Firma, weil meine Frau in ihrem Spielwarengeschäft auch Produkte von Safari im Sortiment hat. Dadurch werde ich auch immer wieder auf die vielfältigen, sehr engagierten Marketing-Aktivitäten des kleinen Teams aufmerksam. Sie machen einen verdammt guten Job in Sachen Markenbildung und Kundenbindung im Social Web. Die Amerikaner verstehen, wie das geht. Die meisten deutschen Firmen hinken da noch gewaltig hinterher. Leider.

Man findet auf Pinterest einen eigenen Kanal von Safari Ltd. Sie zeigen dort zum einen ihre Produkte, so dass man beim Stöbern auf Pinterest beim Wort Drachen auch über Safari stolpern wird. Und das ist aus meiner Sicht absolut clever!

Safari Ltd. auf Pinterest

Oft ist das Bildmaterial ja bereits vorhanden. Und muss "nur noch" auf Pinterest eingepflegt werden. Eine Fleißarbeit. Safari Ltd. geht aber sogar noch einen Schritt weiter und hat eigene Alben angelegt, die thematisch zur Firma passen. So gibt es ein Album "Carnegie Museum of Natural History Dinosaur Collection". Sie besetzen damit ganz offensiv die Themen "Dinosaurier" und koppeln ihre Marke gleichzeitig an das Carnegie Museum of Natural History. Clever, nicht wahr?

Safari auf Pinterest

Ein anderes Album von Safari nennt sich "Party Decor Ideas". Ein für die Firma spannendes Segment, in dem man sich somit aktiv platziert.

Safari auf Pinterest

So schafft es die Firma Safari Ltd. Präsenz zu zeigen in für sie wichtigen Themengebieten. Und das für ein absolut überschaubares Marketing-Budget. Einfach clever. Zur Nachahmung empfohlen! Wenn es passt.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (4) Trackbacks (1)
  1. Ein interessanter Ansatz. Allerdings gibt es eine Menge Firmen, deren Dienstleistung erstmal visualisiert werden muss, bevor Sie in dieser Richtung etwas erreichen könnte. Um diesen Aufwand anzugehen müßte ein erwartbares Ergebnis formuliert werden, dem man die Aufwände entgegen stellen kann. Und dann stellt sich wieder die große Fragen nach dem ROI von social media Aktionen.

  2. Ich habe dies auch bereits seit längerem gemacht und muss sagen, dass es aktuell nicht viel bringt, vorallem für deutsche Websites, da wohl niemand aus Deutschland diesen Dienst ernsthaft nutzt. Im englischen Sprachraum mag dies wieder ganz anders sein.

  3. So nett das auch ist, aber die guten Safari-Jungs haben gerade mal 88 Follower und 200 Likes. Ich denke, bei einer reinen Kosten/Nutzen Betrachtung ist das Engagement mehr als fragwürdig. Obwohl Idee und Umsetzung ohne Zweifel ihren Charme haben, keine Frage.

  4. Sehe ich etwas anders, David. Da sie Ihr Geld im B2B-Bereich verdienen, reichen schon zwei oder drei Kunden, also Einzelhändler, um das Engagement auch umsatztechnisch zu rechtfertigen. Wenn eine Spielwarenabteilung eines Kaufhauses im Jahr im fünf- bis sechsstelligen Bereich bestellt und man Social Media als Kundenbindungstool sieht, passt es.
    Aber – man muss auch Lust darauf haben. Wenn man sich abquält im Social Web, bringt es nix. Das stimmt.