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23Apr/12Off

Bestes Crowdsourcing made in Germany: unserAller.de – Catharina van Delden im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

unserAller.de gehört für mich zweifelsohne zu den spannendsten Internetprojekten in Deutschland (Ich berichtete im November darüber.) Das innosabi-Team, dass hinter unserAller steckt, hat verstanden worauf es ankommt bei gutem, erfolgreichen Crowdsourcing. Darum freue ich mich, dass Catharina van Delden, Geschäftsführerin von innosabi, mir für dieses Interview Rede und Antwort gestanden hat. 

Catharina van Delden von unserAller.deHallo Catharina. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie läuft es bei unserAller? Wieviele Projekte sind aktuell am Start?

Vorab erst einmal Danke für die Einladung. Es macht immer wieder Spaß, sich mit Dir auszutauschen! Ich bin mit der aktuellen Entwicklung von unserAller sehr zufrieden. Wir konnten uns nach nun gerade einmal eineinhalb Jahre nach dem Launch als führender Player im Bereich „Produktentwicklung durch Konsumenten“ in Deutschland positionieren! Aktuell kannst Du bei ca. 80 verschiedenen Crowdsourcing-Projekten auf unserAller.de teilnehmen – da ist von Pferdefutter über Schmuck bis hin zu Schwimmbadausstattung einfach alles dabei.

Worum geht es bei unserAller? Wie setzt Ihr die Idee von Crowdsourcing um?

Bei uns können Konsumenten mit bestimmen, wie die Produkte von morgen aussehen, heißen, schmecken oder funktionieren sollen. Und Unternehmen finden heraus, was sich ihre Kunden wünschen und welche Produkte am Markt möglicherweise noch fehlen. Mit unserer Software können in diesem spannenden Dialog Crowdsourcing-Projekte effizient abgewickelt werden. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Teilnehmer zu erreichen und zu wirklich umsetzbaren Ergebnissen zu kommen.

Die jeweiligen Projektseiten auf unserer Plattform mit angeschlossener Community können auch als Appikation in Facebook-Fanpages oder als Overlay in Webseiten integriert werden.

Aktuell nutzen viele unserer Partner-Unternehmen unserAller auch zur Kommunikation rund um ihr Angebot: Dabei geht es beispielsweise um Namen oder Aussehen für neue Produkte, Wünsche für Bonusprogramme oder Ergänzungen des bestehenden Angebots. EineBand beispielsweise möchte auf diese Weise sogar ihr Repertoire nach den Wünschen ihrer „echten“ Fans erweitern.

unserAller.de

Wie kam es dazu, eine Crowdsourcing-Plattform mit dieser doch sehr komplexen Kernstruktur am Markt zu platzieren?

innosabi kommt ursprünglich aus der Produktentwicklung. In dieser Zeit kamen wir oft an einen entscheidenden Punkt: Immer dann, wenn wir mit Konsumenten zusammen arbeiteten, bekamen wir Anfragen, wann und wo es denn die gemeinsam entwickelten Produkte zu kaufen gäbe. Da entstand für uns die Idee, diesem Spaß-Faktor an der Produktentwicklung und den Emotionen, die bei der aktiven Beteiligung von Konsumenten im Entstehungsprozess eine wichtige Rolle spielen eine offizielle Anlaustelle zu geben. Und so war die Idee für unserAller geboren.

Wann ging das erste unserAller-Projekt online? War es ein Erfolg oder musstet Ihr zu Anfang viel Lehrgeld zahlen?

Die Plattform als solche ging im Juni 2010 online. Unser erstes Ziel, war es, einen Senf für die bayrische Manufaktur „Mari-Senf“ zu entwickeln. Dieser Beta-Test wurde mit drei leckeren, neuen Sorten zum vollen Erfolg und wurde die Blaupause für unsere weitere Entwicklung. Viele sehen ins uns sogar jetzt noch - eineinhalb Jahre später – als „die mit dem Senf“!

Gerade beim Start einer solchen eigenständigen Plattform spielt der Community-Aufbau eine immens wichtige Rolle. Wie seid Ihr da vorgegangen? Welche Bausteine waren erfolgsentscheidend, um die Plattform zum Laufen zu bekommen?

unserAller war zum Launch-Zeitpunkt eine reine Facebook-Applikation. Das war für uns wichtig, um schnell eine hohe Verbreitung und Bekanntheit der Plattform zu erreichen. Nach den ersten Schritten und Projekten war es unser primäres Ziel, plattformunabhängig zu arbeiten. So haben wir parallel eine unabhängige Webseite aufgebaut.

Sicher war das nicht der einzige Faktor, denn „nur“, weil man initial eine Facebook-Applikation hat, heißt das noch lange nicht, dass man bekannt ist und Teilnehmer findet. Unser erstes Projekt, die Senf-Entwicklung, hat den Teilnehmern einfach viel Spaß gemacht und wurde durch den offensichtlichen – doch nie durch uns offiziell ausgesprochenen – Claim „Geb Deinen Senf dazu“ schnell bekannt.

Warum macht die Community bei Euch so aktiv mit? Wie lautet die unserAller.de-Erfolgsformel?

Hey, das sind Geschäftsgeheimnisse! Nein, im Ernst: Es ist immer unsere höchste Priorität, unsere Teilnehmer ernst zu nehmen. Daran orientieren wir uns im Community-Management, der Moderation, unserem Auftritt und den Prozessen auf der Plattform. Wir sind davon überzeugt, dass das Mitentwickeln Spaß machen muss, damit sich eine Dynamik entwickeln kann, die letztendlich zu herausragenden Produktkonzepten und einer hohen Weiterempfehlung führt.

unserAller.de

Wer bzw. wie viele Leute sind bei Euch für das Community Management zuständig?

Im Grunde genommen muss jeder mal ran – das gehört bei uns zur Firmenkultur. Alle Entwickler, Marketing- und Vertriebsleute und Projektleiter, einfach jeder, sollen wissen, wie unsere Community tickt. Mit unserer SaaS-Variante, die es erlaubt, die Software monatsweise zu nutzen, werden wir immer mehr zum reinen Technologie-Anbieter, der die Plattform bereit stellt. Das bedeutet, dass die Firmen die Teilnehmer ihrer eigenen Projekte zunehmend selbst betreuen. Natürlich stehen wir immer als Ansprechpartner zur Verfügung, damit auch Crowdsourcing in Eigenregie der Partner-Unternehmen weiter den unserAller-Gedanken lebt.

Wie groß ist Eure Community mittlerweile und wie in etwa setzt sie sich zusammen?

Aktuell sind 15.000 Mitentwickler registriert. Diese sind, fast alle aus Deutschland und vom Alter, Interessen und Geschlecht ein sehr guter Schnitt durch die deutsche Online-Gesellschaft. Erstaunlich finde ich persönlich, dass 97% mit ihrem Facebook-Account bei uns registriert sind, obwohl wir ja inzwischen eine eigenständige Webseite haben. Das zeigt, dass die Leute in unserer Community modern und kommunikativ sind.

Worum ging es beim bisher erfolgreichsten unserAller-Projekt? Stell es uns einmal genauer vor, bitte.

Das aktuellste Beispiel ist unsere Tuchkollektion, die Fans von Görtz 17 und unsere Community zusammen entwickelt haben. Das Ergebnis des Entwicklungsprozesses sind drei moderne Tücher mit Naturmotiven, die bereits nach wenigen Tagen ausverkauft waren! Hier zeigt sich sehr eindrucksvoll, dass Social Media Aktivitäten auch in Umsatz überführt werden können. Unser wohl bekanntestes Projekt war ein Duschgel, das die unserAller Community für den Drogeriemarkt dm entwickelt hat und das im letzten Winter in den Regalen dessen Filialen stand.

Es gibt mittlerweile verschiedene Pakete, die Ihr interessierten Unternehmen anbietet. Die einfachste Stufe davon ist sogar kostenlos, was es gerade auch für Mittelständler sicherlich spannend macht. Rechnet sich das für Euch? Und was kosten die einzelnen Stufen?

Wir glauben, dass wirklich jedes konsumentennahe Unternehmen mit seinen Kunden über die eigenen Produkte austauschen muss, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Dafür gab es aber bisher keine guten Tools. Deswegen haben wir mit unserAller eine Plattform geschaffen, auf der jedes Unternehmen seine Kunden in Entscheidungen rund um neue Produkte einfach und effizient einbeziehen kann. Das geht mit einer Feedback-Funktion sogar kostenlos. Wollen Unternehmen diese Funktion in ihre Fanpage und Webpage einbinden, kostet es sie 19 Euro im Monat. Featuring in unserer Community und spezielle Fragestellungen gibt es für 49 Euro im Monat und für mehr Verwaltungsfunktionen geht es dann ab 390 Euro los.

Pakete von unserAller.de

Wo geht die Reise hin mit unserAller? Was steht für 2012 auf der Todo-Liste? Und wo siehst Du Euch in drei Jahren?

In 2012 möchten wir mit unserAller weiter wachsen und wirklich vielen Branchen und Unternehmen ermöglichen, mit unserAller ihre Produkte erfolgreich zu entwickeln und zu verbessern. Vom Ein-Mann-Gastronomen, der seine Gäste nach Ideen für seine Frühstückskarte fragt, hin zu Großkonzernen, die ihre eigenen Mitarbeiter verstärkt in Innovationsprozesse einbinden wollen.

Mittelfristig ist die internationale Erweiterung unserer Plattform ein wichtiger Schritt. Gerade in den USA sind die Themen Crowdsourcing und Co-Creation ja schon viel weiter entwickelt. Wo Leute wie Du und ich hier in Deutschland viel Pionier-Arbeit leisten müssen, ist vieles da drüben schon längst selbstverständlich. Da wollen wir mit unserAller auch mitmischen!

Danke für das spannende Interview und Euch weiterhin so viel Erfolg! 

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