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21Jan/120

Einfach mal die Klappe halten (im Social Web)

Habe nur ich den Eindruck? Oder andere Social Media Intensivnutzer auch? Der Ton im deutschen Social Web wird rauher. Und mehr als einmal habe ich mich in den letzten sechs Monaten gefragt, was dieser Kommentar nun wieder soll auf Facebook.

Es passiert mir immer häufiger - egal ob bei mir im Profil oder aber auf Seiten, die ich betreue oder aber auf denen ich einfach nur selbst Community Mitglied bin - dass es Kommentare anderer gibt, wo ich mich frage, was dieser Kommentar soll. Aussagen wie "Da find ich's doof.", "Bei dem scheiß Wetter..." oder "Wozu soll das gut sein?!" sind zumeist einfach nur destruktiv und sorgen bei allen Beteiligten für schlechte Laune. Es wird gepault, gemotzt, schlechte Laune verbreitet. Schade. Aber klar - je mehr Menschen das Social Web immer intensiver nutzen, je mehr wird es wie im normalen Leben. Aber damit mag ich mich nicht abfinden.

Immer öfter denke ich dabei: Einfach mal die Klappe halten! Das wäre hin und wieder angebracht. Oder wenigstens vorher kurz mal darüber nachdenken, ob ich mit meiner verkommunizierten schlechten Laune nicht vielleicht bei anderen auch schlechte Laune verursache. Und ob ich das wirklich will.

Kommunikation sollte konstruktiv sein. Kritik ist wichtig und gut. Aber sie sollte ein Thema voranbringen. Sinnloses Rumnörgeln nur um des Rumnörgeln willens ist dagegen destruktiv.

Immer mehr Nutzer lassen sich gehen im Internet. Und merken dabei nicht, wie sie andere damit verschrecken. Ich reiße selbst gern kontroverse Themen an, wohlwissend, dass damit widersprüchliche Diskussionen losgetreten werden. Wem diese Themen oder meine Meinungen nicht passen, der kann sie denkbar einfach auf Facebook ausblenden. Genau dafür hat Facebook ja die Verbergen-Funktion für einzelne Beiträge. Und man kann seine Facebook-Freunde auch filtern über die Abonnement-Funktion, ohne die Freundschaft gleich beenden zu müssen. Was man wiederum auch tun kann. Aber ich kommentiere nicht sinnlos negativ in der Gegend rum oder paule Leute an, mit denen ich auf Facebook, Twitter oder Google+ verkontaktet bin. So wie ich auch nicht im Hausflur einfach mal meine Nachbarn anpaule oder beim Bäcker sinnlos rummotze.

Worum es mir geht und was ich für so wichtig halte, ist, dass man kurz überlegt, welchen Eindruck ein Kommentar auf Facebook oder an anderer Stelle im Internet auf andere macht. Eine hingerotzte Bemerkung steht möglicherweise für ewig im Netz. Zahlreiche andere Menschen, von denen man gar nicht ahnt, dass die das auch lesen könnten, nehmen es vielleicht sogar wahr. Und denken sich ihren Teil. Das könnten künftige Geschäftspartner sein, Freunde von Freunden oder Personen, mit denen man auch anderweitig zu tun hat.

Lieber nochmal überlegen, ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, einfach mal die Klappe zu halten. Oder aber sich lieber konstruktiv und sachlich in eine Diskussion einschalten.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

veröffentlicht unter: Social Media Kommentar schreiben
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