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16Sep/11Off

Nun ist’s geschehen. Auch Facebook führt das Followerprinzip ein

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es war nur eine Frage der Zeit. Spätestens nach dem Launch und dem Anfangsboom von Google+ war klar, dass man in einem modernen Social Network kaum noch ohne das seinerzeit von Twitter eingeführte Followerprinzip auskommt. Dieses bedeutet, dass man jemand anderem virtuell "folgt" (= follower), ohne dass man mit ihm eine (virtuelle) Freundschaft geschlossen hat. Diese Beziehung ist einseitiger Natur. Man sieht alles, was derjenige schreibt und postet. Dieser andere aber sieht nicht die Sachen, die man selbst schreibt. Wenn er es denn nicht möchte. Dafür müsste er einem wiederum "folgen". Twitter ist mit diesem Prinzip eines Abonnements groß geworden. Google+ hat es dann übernommen. Und nun auch Facebook. Aber mit einem guten Sicherheitsmechanismus.

Auf Facebook gab es dieses Prinzip auch schon vorher. Die Funktionalität war da. Nur wussten dies nur Insider. Nun wurde sie ganz offen freigeschaltet. Facebook nennt es "Abonnements". Was es tatsächlich exakt trifft.

Dazu muss man aber wissen - bevor wieder alle losschimpfen, dass sie das doof finden und gar keine Abonnenten wollen - dass Facebook es einem freistellt, ob andere einen abonnieren (followern) können oder nicht. Dafür gibt es nun im eigenen Profil links unter dem Profilbild (siehe Screenshot) den Punkt "Abonnements", über den man einstellen kann, ob man dies zulassen möchte! Wer also nicht mag, der muss nicht. Klasse!

Facebook-Abonnements

Facebook beschreibt die neue Funktion wie folgt:

Mehr von Menschen erfahren, die dich interessieren, selbst wenn ihr nicht befreundet seid
Du hast die Aktualisierungen deiner Freunde schon immer erhalten. Jetzt kannst du auch bei Journalisten, Prominenten, Politikern und anderen Menschen, die dich interessieren, auf dem neuesten Stand bleiben. Du kannst ihre öffentlichen Aktualisierungen in deinen Neuigkeiten erhalten, indem du ihr Profil aufrufst und auf die „Abonnieren“-Schaltfläche klickst. Durch ein Abonnement erhältst du ihre öffentlich geposteten Beiträge in deinen Neuigkeiten.

Klicke im Profil der betreffenden Person auf die „Abonnieren“-Schaltfläche. (Diese Schaltfläche wird nur angezeigt, wenn die Person Abonnenten zulässt.)

Du kannst zudem die Meldungsarten auswählen, die von den Personen angezeigt werden sollen, deren Aktualisierungen du abonniert hast.

Auf der von Facebook eingerichteten Erklärungsseite zu den neuen Abonnements heißt es dann unter anderem:

Du erhältst die Aktualisierungen von Freunden immer. Mit der „Abonnieren“-Schaltfläche kannst du festlegen, welche ihrer Aktualisierungen du sehen kannst.

Nur Personen, die Abonnenten zulassen, haben eine „Abonnieren“-Schaltfläche in ihrem Profil. Wenn du die Schaltfläche nicht sehen kannst, kannst du die Aktualisierungen des Nutzers nicht abonnieren.

Abonnenten sehen nur die Dinge, die du öffentlich teilst. Sie können zudem festlegen, wie viele und welche Arten von diesen öffentlichen Aktualisierungen sie erhalten.

Das bedeutet also, dass man also noch mehr Kontrollmöglichkeiten bekommt, was man in seinem Stream sehen möchte und was nicht. Viele wird dies sicherlich überfordern. Und sie werden weiter allein dem Facebook-Edgerank vertrauen (siehe den Beitrag "Whitepaper Facebook Edgerank"). Aber wer feiner seinen Stream auf der Startseite steuern möchte, kann dies nun wunderbar tun. Ich kann auch niemanden abonnieren, der diese Follower-Funktion nicht freigeschaltet hat. Und das ist okay so.

Insgesamt also aus meiner Sicht ein guter Schritt in die richtige Richtung. Mehr Kontrollmöglichkeiten über die Dinge, die mir auf Facebook angezeigt werden. Dafür ganz klar den Daumen hoch.

Nachtrag: Das bedeutet aber auch, dass Politiker, Sänger, Sportler, Schauspieler - also Personen des öffentlichen Lebens - in der Zukunft nicht mehr zwingend eine Facebook-Seite brauchen. Sie können nun Ihr Facebook-Profil (statt einer Seite) verwenden, um mit ihren Fans bzw. Abonnenten Dinge zu teilen. Bisher galt dieses Einseitigkeitsprinzip auf Facebook ja nur für Seiten (und nur für Insider auch schon für Profile). Ich bin gespannt, welche Auswirkungen dies auf die Nutzung und Erstellung von Facebook-Seiten hat. Hoffentlich gräbt sich da Facebook nicht selbst ein Stück weit das Wasser ab...

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (1) Trackbacks (1)
  1. Hallo Matias,
    danke für diese kurze Übersicht. Ich hatte auch schon lange überlegt, ob ich mich mal mit den Abonnements beschäftigen soll, doch bisher hatte sich für mich der Sinn noch nicht wirklich erschlossen. Doch wenn ich damit der „Streamflut“ auf meiner Profilseite Herr werden kann, dann kann es sich wirklich lohnen.

    Herzliche Grüße aus dem heute sehr nassen Cardiff
    Uwe