Was Facebook alles nicht über mich weiß
Die Hass-Kampagne gegen Facebook läuft auf vollen Touren. Facebook scheint ja so böse zu sein, weil sie Daten sammeln. Und diese aller Wahrscheinlichkeit einsetzen um Werbung gezielt zu platzieren.
Auch ich habe meine Zweifel, ob alle Änderungen der letzten Wochen so clever sind. Siehe dazu meinen Beitrag "Das neue Facebook droht uns zu überfordern".
Aber:
1. Ist das nicht neu. Das tun sie nicht erst seit gestern. Facebook ist ein Unternehmen! Und sie müssen Geld verdienen. Dies sollte jedem bewusst sein, der sich dort anmeldet.
Mir ist das bewusst. Ich habe einen Deal mit Facebook: sie bekommen ein paar Daten von mir. Können sie gern ein Profil draus machen. Diese Daten nutzen sie um Werbung auf die Plattform zu bekommen. Und ich darf im Gegenzug ihre zweifelsohne gut gemachte Plattform kostenlos nutzen. Um mein Netzwerk zu pflegen. Um mit Menschen in Kontakt zu bleiben, die mir wichtig sind.
Wenn mir das nicht mehr passt, kündige ich den Deal und verlasse Facebook. Dann aber bitte mit aller Konsequenz. Und nicht so scheinheilig wie einige, die nun Facebook erstmal nicht nutzen wollen. Deren Profil aber dort bleibt. Und die sich nun auf Google+ tummeln. Als wenn Google anders ticken würde...
2. Nicht nur Facebook tut dies. Jede kommerzielle Internet-Plattform muss Geld verdienen. Und das geschieht zumeist durch Werbung. Oder durch gezielte Kaufanreize. Wie bei Amazon zum Beispiel. Oder Ebay. Auch Google muss Geld verdienen. Und all die anderen Plattformen die wir nutzen.
Es ist scheinheilig nun so zu tun, als wäre Facebook schlimmer als die anderen. Vielleicht nur cleverer. Und vor allem: größer. Glückwunsch, Facebook! Das Wachstum ist beeindruckend. Und das führt dazu, dass man mehr in den Fokus gerät.
3. Das ist das aus meiner Sicht wichtigste (ich sagte es gestern schon): Es kommt darauf an, wie wir selbst mit dem Medium Internet umgehen! Facebook weiß von uns nur so viel, wie wir preisgeben. Es liegt also an uns, was Facebook weiß. Und was nicht. Und Facebook weiß wahrlich nicht alles. Was ich auch gut so finde.
Hier mal eine kleine Liste, was Facebook alles NICHT weiß von mir.
- mein wirkliches Geburtsdatum
- mein Weiterlesen …
Verbessertes Lesen auf Facebook durch Nutzung der Listen
Der Newsstream, den jeder Nutzer auf der Facebook-Startseite sieht, wenn er eingeloggt ist, wird bestimmt durch den sogenannten Edge-Rank (das Whitepaper über die Funktionalität finden sie in diesem kostenlosen PDF "Whitepaper Facebook-Edgerank"). Eine Software bestimmt also mehr oder weniger, was wir zu sehen bekommen. Dabei werden uns etwa nur 1% der Posts angezeigt von den Seiten, von denen wir Fan sind und von unseren Freunden. Oft sehen wir die Dinge gar nicht, die wir spannend finden würden. Und Freunde wundern sich, warum wir das nicht mitbekommen haben. Das lustige Video von der Hochzeit neulich, die Fotos aus dem Afrika-Urlaub oder der Link zu der passenden Rechtsberatung. Vieles geht unter im täglichen Nachrichten-Überfluss. Was manchmal ja auch gut ist.
Was sich viele aber wünschen - so auch ich - ist mehr Kontrolle darüber, was einem angezeigt wird und was man liest. Aber auch an wen Postings auf Facebook heraus gehen. Geht Ihnen das auch so? Hierfür sind die Freundeslisten extrem hilfreich.
Es gibt sie schon recht lange. Ich nutze sie schon seit Monaten intensiv und bin dankbar für dieses Facebook-Feature. Doch nur die wenigsten kannten sie bisher. Nun hat Facebook im Rahmen seiner September-Feature-Offensive (siehe auch die Beiträge zum neuen Kommentieren auf Seiten, die neuen Abonnements und die Anzeige der Shares) die Listen deutlich aufgewertet. Zum einen erhält jeder Nutzer nun ganz offensiv Hinweise auf diese Listen. Facebook hat automatisiert zudem Listen für die Familie, enge Freunde, den Wohnort, Studienkollegen und Arbeitskollegen angelegt, in die man seine Kontakte einsortieren kann. "Kann" - nicht muss! Außerdem gibt es eine "restricted"-Liste (=eingeschränkt), so dass man auch bestimmte Personen weitestgehend ausschließen kann. Der ein oder andere möchte ja nicht, dass der Chef oder der Kollege (oder die Freundin) bestimmte Dinge sofort mitbekommen.
Facebook-Kontakte in Listen einsortieren
Wie bekomme ich nun meine Facebook-Kontakte in diese Listen. Das ist relativ simpel. Facebook hat dafür gesorgt, dass man Freunde und Bekannte ganz einfach und schnell sortieren kann.
Zum einen gelangt man über den Menüpunkt "Konto" rechts oben in den Bereich "Freunde bearbeiten". Dort kann man dann all seine Kontakte sehen und bearbeiten (siehe Screenshot). Einfach mit der Maus neben dem Namen über den Button "Freunde" gehen und schon werden einem die Listen angezeigt. Dort kann man dann übrigens auch eine neue Liste anlegen.
Ich habe etliche Zusatzlisten für meine Kontakte. Man muss selbstverständlich auch nicht alle vorgegebenen Listen nutzen! Facebook möchte damit nur Weiterlesen …
Das neue Facebook droht uns zu überfordern
Der Schuss könnte nach hinten losgehen. Denn es besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass die Menschen sich überfordert fühlen. Dass es einfach zu viel wird. Dass man nicht mehr mitkommt auf Facebook. Das nur mein erster Eindruck.
CTO Bret Taylor erklärt, wie Opengraph funktioniert und verdeutlicht, dass das Rollout der Timeline-Features, also das neue Facebook, über mehrere Monate ausgerollt werden wird. Taylor geht relativ kritisch an die Sache heran und will so klar machen, dass man zwar alles teilen kann, aber nicht alles teilen muss. Die Entscheidung liegt beim User. Taylor setzt ebenfalls auf Nike+ Lauftracking, aber vor allem, weil er die empfohlenen Routen seiner Freunde zu schätzen weiß.
Stimmt. Empfehlungen von Freunden sind etwas Tolles! Aber wenn alles überhand nimmt, wenn meine virtuelle Timeline proppevoll ist mit Empfehlungen, dann hat Otto-Normalnutzer irgendwann die Schnauze voll. Dann wird ein System unnutzbar.
In der Zukunft Mehr-Arbeit für die Admins von Facebook-Seiten
In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Veränderungen auf Facebook. Ganz offensichtlich treibt der Innovationsdruck durch Google+ die Facebook-Mannschaft zu ständiger Optimierung ihres Produktes. Was prinzipiell ja nicht verkehrt ist. Über die Einführung des Follower-Prinzips, Abonnements genannt, hatte ich ja schon ausführlich berichtet.
Es gab aber noch eine andere, weitreichende Veränderung. Ab sofort können Facebook-Nutzer auf Seiten von Marken, Unternehmen, Schauspielern, Musikern usw. auch kommentieren und bei einzelnen Beiträgen auf "gefällt mir" klicken (=liken), ohne Fan dieser Seite zu sein. Also auch "Nicht-Fans" können sich nun in Diskussionen einschalten, Inhalte mit ihren Freunden teilen und so weiter. An sich eine feine Sache. Denn nicht immer will man gleich Fan dieser Marke (im Screenshot: einer Automarke) werden, hat aber doch ein konkretes Anliegen. Oder möchte etwas Konkretes kommentieren.

Bis letzte Woche war dies nicht möglich. Man musste zwingend Fan einer Seite sein, um kommentieren und liken zu können. Das ist jetzt anders. Es ist erstmal gut, weil es die Kommunikation fördert. Noch mehr Menschen können sich einbringen. Man wird Weiterlesen …
Google wird nicht müde das Internet zu erobern
Für viele besteht das Internet eigentlich nur aus Google. Seit dem Launch von Google+ verstärkt sich dieser Eindruck auch noch. Man greift ganz direkt die großen Social Media Player Facebook und Twitter an. Youtube gehört ja eh schon zu Google.
Nun kommt ein weiterer Baustein hinzu, der den Internetnutzern helfen soll genau das zu finden, wonach sie suchen. In diesem Fall geht es um die Suche nach dem passenden (und preiswerten) Flug. Mit Google Flightsearch haben Seiten wie billigflieger.de, Opodo.de, Swoodoo, Expedia und viele andere bald eine mächtige Konkurrenz. Aber noch funktioniert Google Flightsearch nur für den us-amerikanischen Markt.
Google hört also nicht auf Gas zu geben. Gut so. Denn nichts ist schlimmer wie Stillstand. Hoffen wir nur, dass die Konkurrenz nicht schläft und Google damit immer wieder zu Höchstleistungen antreibt.
Neu auf Facebook: Anzeige der Shares
Bei Facebook gab es im September ein ganzes Paket an neuen Features und Veränderungen. Unter anderem gehört auch dazu, dass einem neben den Likes ("gefällt mir") und den Kommentaren auch die Shares (also alles, wo die Nachricht, das Foto, der Link, das Video geteilt wurden) angezeigt werden (siehe Screenshot). Das ist extrem spannend. Denn zeigt ein Share doch, wie viral eine Nachricht ist. Und dies ist, neben den Likes und Kommentaren, ein weiterer Indikator für den Kommunikationsgrad und damit den Erfolg einer Facebook-Seite.

Vorsicht vor Email-Fallen von Facebook, Paypal und Co.
Haben Sie auch schon eine Email von Facebook erhalten mit dem Betreff "Facebook has sent you a notification"? Und mit einem Link darin, angeblich hin zu einem Facebook-Account? Nicht - niemals! - drauf klicken! Aber einfach mal mit der rechten Maustaste sich den Link anzeigen lassen, der dahinter steckt. Sie werden sehen, er führt nicht zu Facebook!
Hinter solchen Emails, in den letzten Wochen auch massiv von angeblich Paypal verschickt, stecken meist sogenannte Botnetze. Sie dienen einzig und allein dazu bei Ihnen Trojaner oder Viren zu installieren.
Im 1&1-Blog ist dazu Folgendes nachzulesen:
Aktuell gibt es eine neue gefährliche Spam-Welle. Kriminelle verschicken verstärkt E-Mails, die scheinbar von Facebook stammen. Unter Verweis auf eine angeblich verlorene Nachricht werden die Empfänger auf eine gefälschte Website gelockt. Betroffen ist offenbar ganz Europa.
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Unsere Sicherheits-Experten empfehlen den Empfängern entsprechender E-Mails, diese umgehend zu löschen. Auf keinen Fall sollte man der Verlinkung folgen, denn wer den fingierten Link anklickt, sitzt in der Falle. Ist der Computer nicht ausreichend geschützt, installiert sich dann ein Trojaner, der den Rechner des ahnunglosen Opfers zum Teil eines weltweiten Botnetzes macht. In Botnetzen sind hunderte oder gar tausende Computern zusammen geschlossen, die nach einer Infektion mit Schadsoftware ferngesteuerte Befehle empfangen können. Unbemerkt entsteht so eine Art Zombiearmee, die geheime Passwörter klaut und wichtige IT-Infrastrukturen vollständig lahm legen kann.
Und weiter:
Auf der gefälschten Website wird dazu aufgerufen, die Weiterlesen …









