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15Jun/11Off

Crowdsourcing ist nicht gleich Open Innovation

Autor des Artikels: Matias Roskos

Immer wieder herrscht Unklarheit über die Begrifflichkeiten des Social Web. Vor allem auch, wenn es um Crowdsourcing geht. Immer wieder wird in Artikeln und Interviews Crowdsourcing und Open Innovation gleich gesetzt. Das ist jedoch ein Trugschluss. Crowdsourcing und Open Innovation sind nicht identisch.

Definition von Crowdsourcing und Open Innovation

Crowdsourcing definierte ich vor nicht ganz einem Jahr wie folgt:

Unter Crowdsourcing versteht man das Involvieren einer Gruppe von Internetnutzern außerhalb der Strukturen des Unternehmens in einem vorher klar definierten Rahmen (Software, Zeitraum, Teilnahmebedingungen, Incentivierung) zur Generierung unterschiedlichster Mehrwerte für einen Auftraggeber (Unternehmen, Dienstleister, Webplattform, Einzelperson).

(mehr im Artikel "Crowdsourcing - Mehrwerte, Chancen, Definition")

Zu Open Innovation heißt es auf Wikipedia:

Open Innovation ist die Öffnung des Innovationsprozesses von Organisationen und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt zur Vergrößerung des Innovationspotentials.
...
Open Innovation grenzt sich zu Closed Innovation ab, also dem Innovationsverständnis, welches nach Schumpeter (1942) die Exklusivität einer Innovation als wesentliche Rente des Innovators bezeichnet. Des Weiteren ist die Open-Source-Entwicklung von Produkten als eine Extremform von Open Innovation zu verstehen.

Es geht zum einen also um den Innovationsprozess bei Open Innovation. Und als zweiten Punkt, den ich heraus greifen möchte, inkludiert Open Innovation die Auslagerung dieser Prozesse nach außerhalb des Unternehmens. Das zwei Schlüsselpunkte um Open Innovation richtig einordnen zu können.

Der Unterschied zwischen Crowdsourcing und Open Innovation

Betrachtet man diese beiden Schlüsselpunkte - Innovationsprozess und Auslagerung - dann ist Crowdsourcing durchaus Open Innovation. Aber nicht 1:1. Daher sage ich: "Crowdsourcing ist ein Mechanismus von Open Innovation."

Aber Crowdsourcing und Open Innovation sind definitiv nicht identisch. Und bitte nicht miteinander zu verwechseln. Open Innovation ist noch viel mehr. Und die angesprochene Auslagerung von Innovationen muss nicht an eine "Crowd" bzw. Community stattfinden, sondern kann einen kleinen, vorher festgelegten Kreis von Menschen umfassen. Auch nicht-öffentlich ist dies denkbar. Es geht allein um das Verlassen der unternehmensinternen Strukturen der Innovationsprozesse. Dies alles Punkte, die eine deutliche Abgrenzung zu Crowdsourcing darstellen.

Crowdsourcing wiederum ist nicht auf den Innovationsprozess beschränkt. Crowdsourcing-Mechanismen kann man in vielen anderen Bereichen einsetzen. Und somit viel umfangreichere Mehrwerte generieren als "nur" im Innovationsmanagement. Auf die unterschiedlichen Mehrwerte bin ich intensiv im Artikel "Crowdsourcing - Mehrwerte, Chancen, Definition" eingegangen.

In der Wikipedia heißt es zum Unterschied bei Open Innovation ganz richtig:

Netnography, Crowdsourcing und webbasierte Innovationsstudien sind wesentliche Ansätze, um Anwender und Konsumenten in die Neuproduktentwicklung einzubeziehen. Netnography ist eine Methode um die Innovationskraft von Online-Communitys zu nutzen. Crowdsourcing bezeichnet eine offene Gruppe von Internetnutzern die über eine virtuelle Plattform an einer definierten Aufgabenstellung arbeitet.

Unter dem Begriff Open Innovation werden also verschiedene Mechanismen zur Auslagerung des Innovationsprozesses zusammengefasst. Crowdsourcing ist einer dieser Mechanismen. Aber Crowdsourcing muss (und sollte) nicht allein auf das Innovationsmanagement beschränkt sein.

Ich hoffe, mit diesen Ausführungen wieder ein wenig mehr Licht ins Dunkel des Social Web, diesmal speziell im Umfeld von Crowdsourcing, gebracht zu haben.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Hey Mathias,
    finde gut, dass Du etwas Klarheit in den Begriffsdschungel bringst. Mir ist schon öfters aufgefallen, dass die Begrifflichkeiten wild durcheinander gemischt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Verwendung der „richtigen“ Begriffe auch durchsetzen…


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