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31Mai/11Off

Nicht alles was ich like gefällt mir auch! – Ein paar Worte zur Einbindung des Like-Button von Facebook

Autor des Artikels: Matias Roskos

[Ein Gastbeitrag von Felix Angermüller]

Seit Facebook angefangen hat, seine Plattform für externe Entwickler und Webseiten zu öffnen, kann man vor allem eine Invasion des Like-Buttons (= "gefällt mir") im world wide web beobachten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, ist er doch auf der einen Seite fast kinderleicht einzubinden und bietet auf der anderen Seite aus der Sicht des Webseiten-Betreibers große Chancen zur Traffic-Generierung.

Eigentlich sollte man meinen, dass bezüglich dem Like-Button keine großen strategischen Überlegungen anzustellen sind. Eigentlich! Denn nun bin ich zufällig über ein konkretes Beispiel gestolpert, das einen aus strategischer Sicht falsch eingesetzten Like-Button nutzt. Das betroffene Unternehmen möchte ich namentlich nicht nennen, da ich denke, dass anhand der folgenden Ausführungen die Problematik auch ersichtlich wird.

In meinem Facebook News-Stream habe ich einen Link zu einem amüsanten Video von einer Facebook Seite (Fan Page) entdeckt. Auf der verlinkten Webseite war dann neben etwas Text ein YouTube-Video eingebunden, direkt darunter ein Facebook Like-Button. Nach einem Klick auf den Like-Button habe ich mir sogar noch die Mühe gemacht, zusätzlich einen Kommentar zu verfassen.

In meinen Status-Updates habe ich anschließend auch direkt den Post samt meinem Kommentar sehen können, allerdings war nicht die Seite mit dem Video verlinkt, sondern die thematisch völlig belanglose Hauptseite.

Aufbau von Webseiten

Website Schema

Eine Webseite ist i.d.R. immer in viele Einzelseiten unterteilt. Vereinfacht kann man sich das so vorstellen, als ob man unter dem Ordner „Meine Dokumente“ auf dem eigenen PC mehrere Text-Dateien ablegt. Beim Eintippen der Domain (www.meine-beispiel-seite.de) landet man immer auf der Hauptseite bzw. analog zu dem PC-Beispiel im Ordner „Meine Dokumente“. Ernst wenn man eine Pfadangabe (z.B. /videos/beispiel.html) hinzufügt, landet man beim Klick auf www.meine-beispiel-siete.de/videos/beispiel.html direkt auf der Zielseite.

Der Facebook Like-Button außerhalb von Facebook

Klickt ein User auf den Like-Button, wird auf seiner Pinnwand ein Post (=Status-Update) erzeugt, z.B. „Max Muster gefällt Beispiel-Video auf www.meine-beispiel-seite.de“. Dabei ist „Beispiel-Video“ mit der URL verlinkt, die im Code-Schnipsel auf der Webseite angegeben wurde. Wenn man sich mit Facebook’s Code Generator einmal den Like-Button für die Hauptseite www.meine-beispiel-seite.de generiert und diesen Code exakt auf allen Seiten verwendet, erzeugt jeder „gefällt mir“-Klick immer eine Verlinkung auf die Hauptseite, obwohl dem User aber beispielsweise speziell „Video 1“ gefällt. (= User hat DORT auf „gefällt mir“ geklickt)

Die URL des Like-Buttons

Im iframe- bzw. dem fbml-Tag des Like-Buttons kann man eine beliebige URL angeben, die später auf der Pinnwand der User ausgegeben werden. Man kann also lediglich www.meine-beispiel-seite.de angeben oder eben auch www.meine-beispiel-seite.de/videos/beispiel.html, um User direkt auf die Zielseite zu leiten. Optisch ist für den Normal-User überhaupt nicht zu erkennen, wohin der jeweilige Like-Button verlinkt.

Strategische Überlegungen

Im Grunde genommen gibt es genau 3 verschiedene Möglichkeiten bzgl. der URL im Like-Button.

  1. URL entspricht exakt der URL der Webseite, auf der der Button eingebunden ist
    + Vorteil: durch den „gefällt mir“-Klick erstellte Status-Updates auf den Pinnwänden der User verlinken direkt zum „richtigen“ Inhalt.
  2. eine URL (z.B. Hauptseite = Domain) für alle Like-Buttons, egal wo sie platziert sind
    + Vorteil: der Zählerstand wächst ggf. sehr schnell an, da ja alle Like-Buttons eigentlich nur eine Kopie sind
    - Nachteil: oftmals gefällt einem User ein ganz spezieller Inhalt, da hilft die „eine-für-alle-URL“ überhaupt nicht! Absolut unsinnig wird es, wenn der User auch noch einen kontextsensitiven Kommentar dazu schreibt. Und nicht zuletzt werden gerade die etwas erfahreneren User fehlleitende Like-Posts wieder von ihrer Pinnwand entfernen. Aber selbst der technisch nicht so versierte User wird sich ggf. Kommentare seiner Freunde einfangen wie z.B. „Wo ist denn das Video?!?“
  3. Facebook Username einer Facebook Seite (Vanity URL); in diesem Fall ist der Like Button (egal wo platziert) eine 1zu1 Kopie des Like Buttons auf der jeweiligen Facebook Seite! Technisch macht es keinen Unterschied, ob ich auf der Facebook Seite durch „gefällt mir“ zum Fan werde, oder durch Klick irgendwo auf der Webseite.
    + Vorteil: jeder “gefällt mir”-Klicker wird zum Fan der Facebook Seite
    - Nachteil: überhaupt keine Verbindung zur Webseite, da ja direkt die Facebook Seite verlinkt ist! Dieser kleine „Trick“, den Facebook erst seit einigen Monaten ermöglicht, kann ganz schnell als Like-Jacking interpretiert werden. Klickt ein User auf einer Webseite in der Fan Box/Like Box auf „gefällt mir“, ist normalerweise klar, dass er dadurch zum Fan wird. Wenn hingegen ein einfacher Like-Button unterhalb eines Videos schon zum Fanwerden führt, kann das schnell als untergeschoben seitens der User interpretiert werden. Ggf. fällt das den nicht so versierten Usern kaum auf, ich rate aber dringend vom regen Gebrauch ab!

Like Box von Facebook

Unterschied Like Box vs. Like Button

Grundsätzlich sollte man als Webseiten-Betreiber also darauf achten, dass allein durch das optische Gesamterscheinungsbild der Webseite klar ist, welcher Like-Button welchen Inhalt verlinkt bzw. als „Gefällt mir“ ausgibt.

Like Button von Facebook

Im eingangs erwähnten Beispiel wurde beim Like-Button als URL lediglich die Domain hinterlegt, so dass statt für das Video ein Like für die Domain / Hauptseite erzeugt wurde. Dies habe ich auch sofort bemerkt, und deshalb den Like-Post wieder gelöscht.

Im Rahmen der Optimierung der eigenen Webseite sollte man sich auch mit dem Open Graph Protocol auseinandersetzen, um eine optimale Positionierung in Facebook sicherzustellen. Wenn Ihr dazu auch ein paar Tipps bzw. Einschätzungen meiner Wenigkeit wollt, schreibt unten einen entsprechenden Kommentar in der Facebook Kommentarbox!

Über den Autor
Felix Angermüller, Jahrgang 1987, ist mit Computern und dem Internet groß geworden. Bereits zu Schulzeiten wurde mit einem Teamkollegen aus dem Schulprojekt business@school ein Unternehmen gegründet, das sich neben Computerhardware vor allem auch mit Webprogrammierung beschäftigt. Momentan baut Felix mit Nuvidian eine separate Marke auf, die sich voll und ganz dem Thema Social Media widmet.

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