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17Mrz/11Off

Nicht jeder braucht eine Facebook-Seite

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ist es Blasphemie, wenn ich sage, dass nicht jedes Unternehmen und nicht jede Agentur eine eigene Facebook-Seite braucht? Vermutlich sehen das viele Berater (bin ja selbst einer) und Agenturen so. Da muss ich dann durch. Also ganz klar: nicht jeder - egal ob Marke, Unternehmen oder Agentur - braucht wirklich eine Facebook-Seite.

In den letzten Monaten konnte man den Eindruck gewinnen, dass es für jede Marke unablässig sei, sich eine Facebook-Seite einzurichten. Gefühlte 40% davon werden allerdings nicht gepflegt. Sie sind da, verwahrlosen dann aber. Das zeigt mir: dort wurde das Social Web - und Facebook als einem möglichen Kanal darin - nicht verstanden. Denn: das Social Web ist ein Kommunikationsraum. Das bedeutet wiederum, dass man bereit sein muss zur Kommunikation.

Facebook ist kein weiteres Sender-Marketing-Tool, mit deren Hilfe man einen TV-Spot oder einen Werbe-Slogan platzieren kann und gut ist es. Man kann sicherlich ein Video platzieren. Gut gemachte, witzige Videos sind sehr beliebt im Social Web (siehe BlendTec oder Doritos). Man muss dann aber mit Reaktionen rechnen. So wie es OldSpice vorgemacht hat. Und sollte auf diese auch eingehen. Ansonsten wird man unglaubwürdig.

Eine eigene Facebook-Seite macht also nur Sinn, wenn Sie diese als Kommunikationsbaustein verstehen und bereit sind Kommunikationslässe zu schaffen und aktiv Kommunikation zu betreiben. Tag für Tag, Woche für Woche. Und nicht nur ab und zu, wenn es zeitlich gerade mal passt.

Viel wichtiger als einfach ne Seite in Facebook rein zu klatschen ist es, seine potentiellen Influencer zu kennen und Zeit in einen Beziehungsaufbau zu stecken. Und für eine denkbare Social Media Strategie gibt es viele verschiedene, denkbare Bausteine und Szenarien. Facebook ist darin vermutlich nur EIN denkbarer Baustein in Ihrer neuen Kommunikationsstrategie.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (3) Trackbacks (1)
  1. Guten Morgen Matias, prima Artikel!
    Bei meinen Kunden, welche zwar Marketing-Maßnahmen nutzen wollen, aber nicht bereit sind irgendetwas zu investieren, scheitert die facebook-Nutzung ausschliesslich:

    1. An der Bereitschaft ZEIT zu investieren (facebook und auch twitter) sollten sich möglichst von selbst befüllen, wieso benötigt man dafür Zeit? Zeit haben Selbständige nicht :-)

    Ist der Faktor Zeit vielleicht doch vorhanden, dann:
    2. An der weiteren Bereitschaft sich mit Aufbereiten von guten Artikel zu beschäftigen, Ideen etc. einfallen zu lassen und auch noch SELBST zu schreiben (was soll man denn da bloss schreiben? Ich habe doch eine Website!)

    Und zu guter Letzt:
    3. Jemanden dafür zu beschäftigen, bzw. zu beauftragen (das ist doch viel zu teuer! Und der kennt sich doch gar nicht mit meinem Geschäft aus!).

    Klar ist hier richtige Argumentation, Aufklärung und Unterstützung unsererseits angezeigt, aber die von mir genannten Punkte zeigen, dass ein Kunde oft nicht bereit ist etwas zu investieren, aber möglichst gleich morgen bei Google auf Platz 1 erscheinen möchte. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei solch einer Kundenargumentation auch eine vollständige Aufklärung und klare Argumentation oft nur zu einer vorrübergehenden Überzeugung und früher oder später meistens zu einer facebook- oder twitterleiche führt.
    Solange die Kunden nicht wirklich wollen und nicht BEREIT sind die notwendigen Vorgänge zur Pflege von facebook und twitter in Ihren Alltag regelmäßig einzubauen, wird es schwierig…

  2. Hallo zusammen,

    das was Frau Lewandowski schreibt, kann ich nur bestätigen. Es gibt eben auch viele Unternehmensleitungen die mit Twitter und Facebook einfach sich nicht anfreunden können und wollen.

    Viele Grüße

    Marita Betz

  3. Wir hatten am Montag beim ersten Bonner Webmontag hierzu eine sehr schöne Diskussion. Auf meinen Einwand hin, dass nur ein Bruchteil der Unternehmen bei Facebook (habe in diversen Vorträgen und Studien was von um die 17-20 % im Kopf) überhaupt eine Social Media Strategie haben (und da reicht schon zu sagen, es geht um die Kommunikation mit den Kunden und um Kundenbindung- aber eben nicht nur „weil ja alle dabei sind“), hieß es, dass viele eben doch einen Account anlegen und „dann mal sehen, wird schon was passieren“.
    Das mag bei einer Kultmarke oder einer kleinen lokalen Kultkneipe durchaus funktionieren, weil die Kommunikation hier im besten Fall die Fans übernehmen. Aber davon kann und sollte eben nicht ausgegangen werden.

    Meine Überzeugung ist, dass vor allem eins von den Unternehmen – sei es groß, sei es klein – investiert werden muss: Herzblut! Denn wenn derjenige, der dahinter sitzt und tippt, wirklich mit Leib und Seele dabei ist, dann springt der Funke auch in den meisten Fällen über. Hier ist für mich immer wieder die liebe Safttante ein schönes Beispiel. Aber auch zB. bei Cewe Fotobuch merkt man der Fanpage und auch dem Twitterprofil an, dass da hinter jemand sitzt, der auch Spaß an der Materie (Fotografie) hat.
    Die Fanpages, bei denen innerhalb von sechs Monaten mit Glück fünf Beiträge gepostet wurden… das tut eigentlich immer in der Seele weh. Entweder man sagt „Ja“ – dann aber auch mit dem nötigen Engagement – oder man lässt es… Es muss ja nicht gleich ne Vollzeitstelle draus werden, aber drei Mal die Woche etwas posten und zweimal am Tag nachsehen, ob man auf eine Frage von den Fans reagieren kann oder auf ein Kompliment oder…

    Fazit: Danke dass du es mal wieder ausgesprochen hast ;)