SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

9Mrz/11Off

Ein Facebook-Star im Interview – Heidi, das schielende Opossum steht Rede und Antwort

Autor des Artikels: Matias Roskos

Kennen Sie Heidi, das schielende Opossum? Wenn noch nicht, dann... Ich weiß nicht. Man ist in den letzten Monaten in den Medien eigentlich an Heidi nicht mehr vorbei gekommen. Das possierliche Tierchen ist ein Facebook-Mega-Star und hat mittlerweile weit über 320.000 Fans. Für mich ein Grund zu versuchen, Heidi zu interviewen. Und es ist mir gelungen. Vielen Dank dafür an die Verantwortlichen beim Zoo Leipzig, die schnell und klasse reagiert haben. Und hier nun das Interview mit Heidi, dem schielenden Opossum.

Hallo Heidi, ich freue mich, dass du dich bereit erklärt hast mir für ein Interview zur Verfügung zu stehen.

Mein Terminkalender ist zwar eng bemessen, aber für dich und die unglaubliche Menge an Social-Media-Freunden mache ich eine Ausnahme.

Du bist mittlerweile ein echter Star auf Facebook und hast dort mehr als 320.000 Fans. Bist du stolz darauf? Und wie kam es zu diesem Erfolg?

Ja, mehr als 320.000 Fans sind es inzwischen. Einfach unglaublich, nicht wahr? Und wo die alle leben. In aller Welt sind die Leute aus der facebook-Gruppe verstreut. Na klar bin ich stolz darauf, meine Heimat, den Zoo Leipzig und unsere neue Tropenerlebniswelt Gondwanaland, über alle Grenzen hinweg zu präsentieren und etwas für den Artenschutz zu tun. Den medialen Erfolg habe ich, wie soll es dem Namen nach auch sonst sein, den Medien zu verdanken. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich es Dominoeffekt oder Schneeballsystem nennen möchte. Auf jeden Fall hat einer angefangen und alle anderen haben einer nach dem anderen mitgemacht. Bis auf große Titelseiten und auf die US-Mattscheiben ging es dabei.

Hast du dir deine Facebook-Seite allein eingerichtet?

Aber nicht doch. Wo denkst du hin? Ich bin ein Opossum, kein Internet-Spezi. Da hatte ich kompetente Unterstützung.

Heidi, das schielende Opossum

Heidi - Quelle: Zoo Leipzig

Du sagtest, du tust etwas für den Artenschutz?

Ja, genau. Opossums gibt es wie Sand am Meer. Nicht in Europa, aber anderswo. Andere Tierarten dagegen, wie beispielsweise das Sabah-Nashorn auf Borneo, sind vom Aussterben bedroht. Wenn meine Popularität helfen kann, auf diese Tatsache aufmerksam zu machen und für die Projekte, die mein Zoo Leipzig unterstützt, Spenden zu akquirieren, macht mich das extrem stolz.

Wo lebst du eigentlich?

Derzeit lebe ich in der sogenannten „rückwärtigen Tierhaltung“. In diesem Gebäude gewöhnen wir Neulinge uns an die Leipziger Luft, das Pflegerpersonal und die sächsische Kost. In ein paar Monaten wird es spannend: Dann ziehen meine Freunde, zu denen das Tapirpärchen, die Silberäffchen, meine Opossumgefährten und unsere Ozelots gehören, in die Tropenerlebniswelt Gondwanaland um. Diese Tropenhalle zeigt 17.000 Pflanzen und etwa 300 Tiere aus Südamerika, Afrika und Asien. Der Regenwald und der Urkontinent „Gondwana“ haben bei der Planung Modell gestanden. Ich bin schon ganz aufgeregt und freue mich auf den 1. Juli 2011: Dann eröffnet Gondwanaland.

Du bist also ein sächsisches Opossum? Oder wo sind Opossums sonst Zuhause?

Wie sagt ihr Menschen so schön – Leipzig ist meine zweite Heimat geworden. Geboren bin ich in den Staaten, war dann in Dänemark und bin inzwischen seit zehn Monaten im Zoo Leipzig.
Ansonsten sind meine Artgenossen, die Virginia-Opossums, in Amerika zu Hause. Und stellvertretend als eine der Tierarten dieses Kontinents sind wir Opossums in Gondwanaland präsent.

Kann man dich auch in live besuchen und mit dir plaudern?

Wie gesagt, bislang leider nicht. Aber ich freue mich auf viele von euch Zweibeinern in Gondwanaland – ab 1. Juli. Bis dahin halte ich euch auf Facebook auf dem Laufenden. Wenn ihr Fragen habt, fragt einfach.

Gondwanaland im Bau - Quelle: "Zoo Leipzig"

Entschuldige diese unhöfliche Frage, aber die Leute interessiert das einfach: Warum schielst du? Oder ist das nur eine Fotomanipulation? Komm, gib es zu!

Ich gebe doch nicht mein Erfolgsgeheimnis preis… Nein, aber im Ernst: Ich habe zwischenzeitlich etwas zu viel Gewicht auf die Waage gebracht und opossum-typisch Fett im Schwanz und hinter den Augen angelagert. Genau das ist das Problem. Aber ich werde bestens versorgt – und ernährt. Das Gemüse auf meinem Diätplan schmeckt lecker und die paar Gramm zu viel purzeln langsam.

Nachdem du nun ein echter Social Web Star bist - was kommt als Nächstes? Was ist geplant? Wirst du vielleicht bald auch twittern? Oder wird es Filme mit dir auf Youtube geben? Eine T-Shirt-Kollektion? Gibt es schon Fan-Artikel?

Für mich ist gerade wichtig, dass unsere Tropenerlebniswelt Gondwanaland pünktlich fertig wird und meine Freunde und ich die neue Heimat erobern können. Denn die Medien dieser Welt habe ich bereits erobert. Aber ich freue mich über meine zahlreichen Fans und die immense Aufmerksamkeit – und jeder der möchte kann mich derzeit als Plüschtier kaufen und mich im iPhone-Spiel „Heidi’s Workout“ von Ast zu Ast schicken. Alle weiteren Fragen richte bitte an mein Management.

Wer kümmert sich denn um die Pflege deiner Facebook-Seite? Und wie groß ist das Team?

Bei uns im Zoo Leipzig arbeiten mehr als 130 Zweibeiner. Wenn ich etwas auf dem Herzen habe, kann ich mich an jeden wenden. Und wie du gemerkt hast, kommen Infos und Bilder immer an der richtigen Stelle an...

Wozu dient deinem Zuhause, dem Zoo Leipzig, diese Facebook-Seite? Ein neues Marketing-Tool?

Der Zoo Leipzig als mein Zuhause weiß einfach immer wie es mir geht, was ich gerade mache und was ansonsten rings um mich herum, im Zoo und in Gondwanaland geschieht. Wenn wir etwas zu sagen haben, können wir uns so direkt und ohne Umwege oder Schaltstellen an alle Freunde des Zoo Leipzig und meine Fans richten.

Gondwanaland des Zoo Leipzig - Quelle: "Zoo Leipzig"

Hatte man mit diesem Erfolg gerechnet? War er geplant oder geschah das eher zufällig?

Seit wann ist Erfolg und Bekanntheit planbar?

Liebe Heidi! Ich finde dich großartig und bedanke mich für das Interview und die Zeit, die du dir genommen hast. Weiterhin viel Erfolg und Spaß auf Facebook. Vielleicht sieht man dich demnächst ja auch in einem Werbeclip oder gar im Kino. :)

Am liebsten wäre es mir, wir sehen uns ab 1. Juli in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland im Zoo Leipzig.

Das Beispiel der Facebook-Seite Heidi, das schielende Opossum zeigt, wie schnell ein Hype in Zeiten des Social Web entstehen kann. Oft auch ungeplant. Warum die Heidi-Seite so schnell wachsen konnte hat einen entscheidenden Grund. Und der lautet: Humor! Es ist eine witzige Story mit lustigen Bildern. Die Leute lieben es zu lachen. Wie man an diesem Beispiel sehen kann. Was man dann daraus macht, steht auf einem anderen Blatt. Aber der Zoo Leipzig ist da auf einem guten Weg.

Die nächsten Tage gibt es dann weitere Beispiele für exzellente Facebook-Seiten. Und nächste Woche nehme ich mich wieder verstärkt dem Bereich Crowdsourcing an. Und auch ein Artikel "Nicht jeder braucht eine Facebook-Seite" ist in Vorbereitung.

hat dir dieser Artikel gefallen?

Dann abonniere doch diesen Blog per RSS Feed!

Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos