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5Nov/10Off

Was ist Social Media? Was ist das Social Web?

Autor des Artikels: Matias Roskos

Was ist Social Media

Gestern habe ich mich darüber beschwert, dass Social Media aktuell fast nur noch auf Facebook-Seiten reduziert wird. Ein großer Fehler meines Erachtens nach. Denn Facebook sollte zumeist nur einer von mehreren Bausteinen eines Social Media Engagements sein. Und nicht immer muss die Facebook-Seite zwangsläufig das Herzstück der Social Media Aktivitäten darstellen.

Was ist denn aber nun Social Media?

Nur allzu oft noch wird es als reiner Marketing-Kanal angesehen (und missbraucht). Doch damit wird man Social Media nicht gerecht. Und richtet möglicherweise mittelfristig betrachtet mehr Schaden an als das man etwas erreicht. Klar - Werbebotschaften sind schnell platziert. Manager freuen sich. Alles ist mit ihrer Marke zugepflastert. Wie die Banden beim Formel1-Rennen. Aber wie effektiv ist das? Wird damit nachhaltig (!) etwas erreicht?

Das Social Web ist kein Marketing-Kanal. Das Social Web ist ein Kommunikationsraum. Und Social Media sind die einzelnen Bausteine im Internet, die dem Social Web seinen technischen Rahmen geben.

Das Social Web hat unendlich viele Facetten. Der wichtigste Bestandteil des Social Web wiederum sind nicht die vielen neuen Plattformen - Facebook, Twitter, Youtube, Foursquare usw. - sondern: Es sind die Menschen! Es ist die gelebte, die praktizierte Kommunikation. Menschen machen das Social Web zu dem was es ist. Nicht die Technik, keine Strategie, keine Kampagne. Dabei geht es nicht immer nur um Produkte, Marken und Dienstleistungen. Aber auch. Es geht auch um gute Produkte und schlechte Produkte. Um interessante Botschaften und langweilige Botschaften. Um Zufriedenheit und Unzufriedenheit. Um Wünsche, Verbesserungsvorschläge, Kritik.

Die Menschen im Social Web bewerten auf Bewertungsplattformen wie Qype, Holidaycheck und Ebay. Sie hinterlassen Kommentare in Blogs (private wie Corporate Blogs) und auf Videoplattformen. Sie leiten Bilder, Videos oder Links zu Artikeln weiter an ihre Freunde und Kollegen. Sie geben ihrer Meinung Ausdruck auf Facebook, SchülerVZ, LinkedIn, Xing oder Twitter.

Sie sind aktiver Bestandteil des Social Web. Und machen es zu dem wertvollen, spannenden, oft auch unüberschaubaren Kommunikationsraum, der so vielfältig und abwechslungsreich ist wie in der realen Welt das Meer, der Regenwald oder ein riesiger Ameisenhügel.

Das macht vielen Markenverantwortlichen Angst. Das kann ich gut verstehen. Das ändert aber nichts daran, dass es da ist und die Menschen es nutzen. Und täglich werden es mehr. Man kann daneben stehen bleiben und Angst haben. Oder man sich Hilfe an die Seite holen (wie es ja schon viele tun), sich beraten und aufklären lassen und sich dann eine Strategie zurecht legen. Um mittel- und langfristig (!) Bestandteil des Social Web zu werden.

Bestandteil eines ganz neuen Kommunikationsraumes. Einer ganz neuen Kommunikationskultur. Für die man durchaus das richtige Fingerspitzengefühl braucht. In der man lernen muss mit Kritik umzugehen. Mal unberechtigt, oft aber auch berechtigt. Man ist so nah am Markt und am Kunden dran, wie man es nie zuvor war.

Das Social Web funktioniert nicht von 9-17 Uhr. Ganz im Gegenteil. Die Menschen können orts- und zeitungebunden agieren! Egal ob im Büro (Wenn es denn nicht gesperrt ist. Was ich für ausgemachten Blödsinn halte.), Zuhause nach Feierabend, im Urlaub, als Pensionär auf dem Ruhesitz, als Student in der Uni, als Schüler nach der Schule und so weiter. Egal wo auf der Welt sie sind. Nur eine Internetverbindung und ein internetfähiges Gerät bräuchte man.

Dann kann jeder - auch ein Unternehmen, auch die Markenverantwortlichen eines Produktes - Bestandteil des Social Web werden. Und die Mehrwerte mit generieren, die für das eigene Unternehmen, die eigene Marke wertvoll sein werden. Mittel- und langfristig.

Und wie sehen diese Werte aus, die ich mit Hilfe des Social Web generieren kann?

Wieder lautet die Antwort: vielfältig. Unendlich vielfältig. Doch hier ein paar Stichworte, die hoffentlich neugierig machen und zeigen, was alles an Nutze im Social Web darauf wartet angepackt zu werden:

  • Kundennähe und Kundenloyalität
    (manch einer würde auch sagen: Kundenbindung)
  • Marktgerechte Produkte durch Kundenfeedback
    (könnte man althergebracht bei "Marktforschung" platzieren, ist aber weitaus mehr)
  • virale Marketingeffekte durch das Gewinnen von Multiplikatoren
  • Imageaufbau und Markenpflege
  • Krisenkommunikation und Online Reputation Management
  • Aufmerksamkeit erzeugen für Fachkräfte und potentielle Auszubildene
    (Oder suchen sie nicht die Kollegen der Zukunft für ihre Firma? Im Social Web können sie sich so präsentieren wie sie sind. Und damit spannend werden für gute Leute.)
  • Ausweitung des Innovationsmanagements
    (Open Innovation und Crowdsourcing)
  • Generierung von konkreten Produktideen, Verpackungsdesigns und Werbekampagnen (siehe: Crowdsourcing)
  • Google-Präsenz untermauern und ausbauen (SEO)
  • ... und noch einiges mehr

Dies nur einige Schlagworte, die den ein oder anderen hoffentlich zum Nachdenken und Umdenken anregen. Denn das Social Web bietet so viel Gutes. Aber auch Gefahren. Darauf weise ich hier im Blog und auch in meinen Vorträgen immer wieder hin. Aber die Chancen und die echten Mehrwerte überwiegen bei weitem. Wenn man es richtig anpackt. Wenn man nicht kopf- und planlos (wie der WeTab-Gründer) ins Social Web stolpert. Wenn man mit der Zeit lernt und versteht diesen Kommunikationsraum Social Web zu nutzen und sich einzubringen als gleichberechtigten Player. Und sich mit einer gekonnten Strategie die richtigen Social Media Bausteine zurecht legt, mit denen man sein Agieren im Social Web steuert und vorantreibt.

Es finden gewaltige soziale Umwälzungen statt. Ganz aktuell und in den kommenden Jahren. Mit Hilfe des Social Web. Das den Menschen eine Möglichkeit gibt sich zu äußern. Sich zu vernetzen. Selbstbewusster zu werden. Man kann es ignorieren. Oder akzeptieren. Und mit dabei sein. Gemeinsam. In der virtuellen Zukunft. Mit Spaß und mit Verstand. Im neuen Kommunikationsraum Social Web.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (4) Trackbacks (6)
  1. Das Social Media ein Kommunikationsraum ist, ist sicher unbestritten. Es ist jedoch nicht auf die von Dir beschriebenen ’neuen‘ Plattformen reduziert. Auch ist es keine ’neue‘ Kommunikationskultur. Kommunikation als Dialog wird in den oft vergessenen, aber immer noch quicklebendigen Foren schon lange gepflegt.

  2. Herbert! Dazu kann ich nur sagen: JA! Ja! Ja!
    Du hast absolut recht.
    Foren sind „Social Web“ pur.

    Und die meisten der Social Network Mechanismen haben dort ihren Ursprung.
    Aber ich sehe es als eine Evolution.

    Und mit Social Media hat diese Form der Kommunikation ihren Weg in den sogenannten „Mainstream“ gefunden.
    Außerdem sind neue Möglichkeiten und Tools dazu gekommen. Videos. Bilder. Voting.

  3. Hallo Herbert,
    ich kann dem, was Du sagst absolut zustimmen. Im Rückblick auf die letzten Monate faszinieren mich die gesellschaftlichen Veränderungen durch Social Media. Man darf gespannt sein, was da noch so alöles passieren wird.
    Gruß Uli

  4. Gut geschrieben, vor allem „Das Social Web ist kein Marketing-Kanal. Das Social Web ist ein Kommunikationsraum“ wird heute noch viel zu wenig von Unternehmen verstanden