SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

2Nov/10Off

Meine Gedanken zum Communitycamp am vergangenen Wochenende

Autor des Artikels: Matias Roskos

Letztes Wochenende fand in Berlin das mittlerweile 3. Communitycamp statt. Das erste vor zwei Jahren hatte ich noch mit initiiert und tatkräftig mit organisiert. Diesmal habe ich das Feld lieber anderen überlassen. Die das super gemacht haben!

Ich war selbst Samstag vor Ort. Um mit einigen nun schon "alten Bekannten" aus der Social Media Welt zu plaudern. Das hat Laune gemacht! Aber auch, um zu horchen, worüber diskutiert wird in Sachen Communitys, Communitymanagement und Social Networks. Folgende Punkte sind bei mir haften geblieben.

1. Das Niveau war extrem hoch und hatte einen sehr professionellen Charakter.
Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Doch diesmal waren zahlreiche Communitymanager von starken Plattformen da, die schon über jahrelange Erfahrung verfügen. Und sie brachten sich wunderbar ein in den Sessions. Das sorgte für ein starkes Niveau in den Diskussionen.

2. Der Frauenanteil war endlich mal bei einem Barcamp in etwa so, wie er erwiesenermaßen auch im Social Web ist: hoch!
Frauen sind kommunikationsgetrieben. Und darum ist das Social Web wie gemacht für sie. Auch auf dem Communitycamp habe ich diesen Frauenanteil als sehr inspirierend und bereichernd empfunden.

3. Zahlen versus Qualität
Zahlen sind das eine. Gerade Markenverantwortliche fragen immer nach nackten Zahlen. Und auch wir bieten mit den "German Brands on Facebook" ja reines Zahlenmaterial.
Aber was in vielen Diskussionen auf dem Communitycamp von denen, die täglich mit den Menschen im Netz zu tun haben (und das sind nicht die Markenverantwortlichen), deutlich gesagt wurde, ist, dass die Qualität der Beziehungen letztendlich das Wertvolle ist. Und nicht die reinen Zahlen (Mitglieder, Follower, Liker, Leser).

Silke Schippmann von Wer-weiss-was.de (ehemals Xing und Qype) sagte in ihrem Vortrag in etwa: "Nicht nur auswerten, wieviel positive und negative Bewertungen, sondern auch Qualität der einzelnen Bewertungen super wichtig."
So ist es. Nur will das nur selten in die Köpfe der Werber, der betreuenden (alten) Agenturen, der PR- und Marketing-Chefs hinein.

Es geht darum, die Menschen auch wirklich zu erreichen. Authentisch. Mit Engagement und Herzblut. Es geht um Beziehungen und den Aufbau und Ausbau von Beziehungen. Und dann erreicht man langfristig deutlich mehr. Für die Marke und seine Produkte.
Der Beziehungsaufbau, vor allem zu sogenannten Gatekeepern, "Gurus" und Heavy Usern muss im Mittelpunkt guter Social Media Arbeit stehen.

4. Ein guter Communitymanager ist einer, der mit dem Herzen bei der Sache ist. Reines Verwalten, Beobachten, Managen reicht nicht aus um eine langfristig erfolgreiche Community aufzubauen.

5. Trolle und Störer sind immer wieder ein ernsthaftes Problem für das Funktionieren einer Community. Darauf muss man zum einen vorbereitet sein und dann auch gekonnt und geschickt damit umgehen.

6. Manchmal ist es dann auch notwendig, rechtlich, also mit einem Anwalt und über die Staatsanwaltschaft, gegen notorische Störer vorzugehen.
Es geht dabei nicht um Kritik. Die ist immer und jederzeit willkommen.
Es geht um einige wenige Ausnahmen, die tatsächlich kriminelle Energie entwickeln. Auch in Communitys. Dagegen muss man unbedingt vorgehen.

7. Der Job des Communitymanagers wird immer noch oft unterschätzt. Unternehmen denken, das könnte man nebenbei machen. Die verschiedenen Facetten, die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl, die so enorm wichtig sind für einen guten Communitymanager, werden von den Marken-Verantwortlichen viel zu sehr unterschätzt.

8. Die vielfältigen Mehrwerte, die man gemeinsam mit seiner Community generieren kann, werden oft noch verkannt.
Bei Lokalkompass.de, einem beeindruckenden Projekt aus der WAZ-Gruppe, werden die Leser zu Lokalreportern. Anfang des Jahres gestartet, läuft es gigantisch gut. Bei Tchibo ideas, fast schon einem "Oldie", zeigt man, dass Crowdsourcing zu echten Produkten führen kann. Mit Hilfe einer eigenen Community. Und Motor-Talk zählt für mich hierzulande zu den am besten geführten Communitys. Und das nun schon über Jahre hinweg.

Crowdsourcing ist da aus meiner Sicht ein immer wichtiger werdener Faktor für die virtuelle Werschöpfung und das Erbringen echter Mehrwerte für alle. Kundennähere Produkte, marktgerechtere Dienstleistungen, Werbung die Spaß macht. Und noch vieles mehr.

Dies nur einige, wenige Stichpunkte aus meiner Sicht zum Communitycamp 2010 in Berlin. Es hat richtig richtig Spaß gemacht! Und ich freue mich schon auf das Communitycamp 2011.

Ich bin mit vielen Gedankenanstößen nachhause gegangen. Auch für den neuen Communitymanager-Kurs für die Social Media Akademie, für den ich 2011 verantwortlich zeichnen werde. Danke für den inspirierenden Input und das tolle Niveau des Camps.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

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