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23Nov/10Off

Das Qype von Google: Hotpot

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es könnte eng werden für Qype, Yelp (die hier in Deutschland noch nicht so richtig Fuß fassen konnten) und andere Local Based Bewertungsportale in den kommenden 12 Monaten. Denn: Google greift auf diesem Segment massiv an. Oder probiert es zumindest. Wie wir an Google Wave gesehen haben, stampfen sie ein Projekt auch genau so schnell wieder ein, wenn es nicht läuft wie erhofft.

Google Maps ist schon seit geraumer Zeit extrem erfolgreich. Dort wurden Bewertungen von anderen Portalen schon seit einiger Zeit mit angezeigt. Eine wunderbare Sache für diese Bewertungsportale. Denn Google sorgte so für zusätzlichen Traffic. Immer mehr Menschen kennen, lieben und nutzen Google Maps.

Darauf baut nun Hotpot auf. Hotpot zeigt Ihnen Bewertungen zu Locations an. Diese werden witzigerweise vor allem von Qype aggregiert, aber auch von anderen Seiten. Auf den ersten Blick sehe ich noch cityguide.com und Prinz.de. Aber auch Bilder aus Google Streetview scheinen integriert zu sein, wenn ich das richtig erkenne.

Ohne, dass Qype oder andere Content-Sammelbecken sich dagegen wehren könnten. Sie wollen ja von Google gefunden und verlinkt werden. Google ist die Haupt-Traffic-Maschine des Internets. Auch im Jahr 2010.

Ob diese Entwicklung nun gut oder schlecht ist für Qype? Glücklich ist man mit Hotpot sicherlich nicht. Denn Geld verdient man ja unter anderem mit Werbung, die auf Qype angezeigt wird. Bleiben die Menschen nun auf Hotpot, sehen sie keine auf Qype eingeblendete Werbung oder bezahlte Einträge auf Qype.

So schaut die Suche nach meinem aktuellen Lieblings-Mittagsrestaurant im Friedrichshain bei Hotpot und bei Qype aus.

Google Hotpot

Qype - Datscha im Friedrichshain

Das finde ich eine faszinierende Entwicklung. Die für Qype, Yelp oder womöglich auch Holidaycheck heftige Einschneidungen bedeuten kann. Ich betone: kann. Denn mittelfristig verlieren sie durch Hotpot Traffic, den ihnen vorher Google bereitwillig zugeführt hat. Nun versucht Google einen Großteil dieses durch Suche erzeugten Traffics bei sich zu behalten.

Warum? Zum einen, weil sie den Suchenden Klicks ersparen und mehr Service liefern möchten. Und - selbstverständlich - weil sie darauf aufbauend wiederum mehr Geld über Werbeanzeigen direkt auf Google-Seiten verdienen möchten. Nicht unclever die Google-Jungs und -Mädels.

Ich bin gespannt, wie sich Hotpot entwickelt (die deutsche Version kommt demnächst) und wie Qype, Yelp & Co. darauf reagieren. Good luck, Qype! Vielleicht bahnen sich da ja auch ganz neue Kooperationen an. Sinn würde es auf jeden Fall für alle Seiten machen. Wenn Google bereit ist abzugeben. Oder Qype letzten Endes zu kaufen...

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Das ist echt unglaublich, Matias. Tatsächlich: Google macht eine Zusammenstellung aus dem Content derjenigen Sites, die es vorher mit Surfern beliefert hat. Und genau das können sie super: Eine handvoll Seiten zu crawlen ist trivial und dann mittels einfacher Relevanzanalysen der Bestandteile der Content-Lieferanten das jeweils Beste Foto oder sonstige Detaildatum darstellen. Links sind ja noch da auf Qype und Co. aber ob man die noch braucht? Bitter. Es ist Krieg da draußen.
    Ach ja: Man muss natürlich eingeloggt sein bei Google. Ergo wird mein Surfer-Profil weiter geschärft und detailliert.

  2. Dieser Dienst wird sich schnell durchsetzten, bei der Marktmacht von Google. Die Anfänge von Google-Place lassen ja gutes erwarten. Das bis heute die Adress-Qualität in Google-Places zu wünschen übrig lies wird sich wohl in der Zukunft ändern. Wenn die Nutzer einen Vorteil in einer Überarbeitung ihres Places- Eintrages sehen, werden die Daten wohl schnell besser werden. Dann sind Places- bzw. Hotspot-Einträge eine echte Konkurrenz zu den klassischen Telefonbüchern. http://www.pflumm.de


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