SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

7Okt/10Off

Lassen sie sich nicht verarschen! I don’t like Marketing-Geschwafel.

Autor des Artikels: Matias Roskos

Kennen sie das? Sie hören einen Vortrag oder sitzen in einem Meeting. Und der Kerl da vorn redet so ein Marketing-Kauderwelsch, dass sie noch nicht einmal die Hälfte kapieren? Und sie fühlen sich dann so unsagbar klein. Und unwissend. Und dumm. Und fehl am Platze.

Wenn ich zu Vorträgen eingeladen werde - das sind dann keine Internetkonferenzen, sondern Tagungen von Verbänden und B2B-Netzwerken - dann sagt man mir oft vorher: "Herr Roskos. Es wäre toll, wenn sie auf zu viel englische Fachbegriffe verzichten könnten." Meine Antwort ist dann immer: "Sehr gern. Mache ich sowieso."

Auch ich komme nicht ohne Wörter wie Social Media, Viralmarketing und Crowdsourcing aus. Aber wenn ich was hasse, dann ist es eine Marketing-Pseudo-Sprache, die in ganz bestimmten Kreisen gesprochen wird. Und bei der eigentlich niemand versteht, worum es geht. Bei der aber allle immer heftig nicken. Vor allem die daneben sitzenden Praktikanten. Die krampfhaft versuchen aufzusaugen, wo es nichts aufzusaugen gibt. In einem leeren Glas ist nunmal nur Luft.

Wenn ihnen also auch nach 20 Minuten immer noch was von Turnaround der real-time basierten Exit-Strategy mit dialogue-oriental sowie local-baseld Social Media Dingsbums, basierend auf der opportunity der Monetarisierung via crowdsourced Community-Projects in Abstimmung aller Departments und mit höchstmöglicher lead- und sales-generierung vorgeschwärmt wird, dann sollten sie dem Kerl da vorn schnell IHREN exit zeigen. Der dem entry entspricht. Das kann er dann gern tweeten. Das ist keine verpasste opportunity für sie. Zeigen sie diesem Consultant die Tür.

Ich arbeite auch am liesten mit Menschen (!) zusammen, die die gleiche Sprache sprechen wie ich. Beziehungsweise, die meine Sprache verstehen. Und ich stelle in letzter Zeit vermehrt fest - davon gibt es viele. Immer mehr Menschen haben die Schnauze voll von einer Kunstsprache, die voll ist mit Blasen und ohne wirkliche Inhalte. Was nicht heißt, dass Fachbegriffe nicht wichtig sind. Und es manchmal auch nicht anders geht, wie englische Wörter mit zu verwenden.

Ich muss mich entschuldigen. Auch ich komme in meinen Artikeln, Vorträgen, Workshops und Strategie-Papieren nicht komplett ohne solche Wörter aus. Crowdsourcing, Viralmarketing, ja auch Leaduser sind Worte, die ich kaum ersetzen kann durch sinnvolle, deutsche und verständliche Bezeichnungen. Und auch nicht unbedingt will. Aber ich versuche so zu sprechen, wie ich es auch tagtäglich tue. Ich erkläre die Begriffe auch. In Deutsch. Und ich mache nur den Mund auf, wenn ich was zu sagen habe. Und nicht um einfach nur zu sprechen und wichtig daher zu kommen. Das hoffe ich zumindest. Das ist nicht mein Ding.


Und passend zum Thema hier noch ein köstliches Video. Allerdings zum Thema SEO. Viel Spaß mit den beiden Jungs. Schacccckka!
Und: Lassen sie sich nicht verarschen!

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. Noch keine Kommentare? Ich bin erstaunt. Denn dieser Beitrag sprichtmir aus der Seele. Egal, ob es um interne Besprechungen geht, oder um externe – diese inhaltsleeren Aussagen kenne ich aus dem Alltag und bin jedesmal erneut genervt von der Verschwendung meiner Lebenszeit. Aber auch in Blogs ist eine derartige „Kommunikationstendenz“ zum Teil zu erkennen.

    Leider.

    Aber dann fliegen sie aus dem RSS-Reader…

    Vielen Dank fuer diesen erfrischenden Beitrag und weiter so!

    Gruß aus Hamburg

  2. Hi Sven,
    vielen Dank für den Kommentar. Freut mich extrems, sowas zu lesen.
    Auf Facebook hatte ich schon einen ähnlichen Kommentar.

    Meine Leser sind ganz allgemein eher nicht so kommentar-orientiert. Ist aber auch nicht weiter wild.
    Ich weiß, dass viele Leute hier mitlesen. Und viele von ihnen denken mit großer Sicherheit ganz genau so.
    Oft traut man sich das aber nicht zu sagen. Ich hab mal die Klappe aufgerissen. Musste mal raus.

  3. Wie hier schon erwähnt der Artikel ist echt gut und spricht einem aus der Seele. Aber das Video ist echt Klasse. Frei nach dem Motto wenn man schon keine Ahnung hat dann muß man das zumindest gut verkaufen. Aber das können die ja auch nicht.


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