Foursquare rückt in den Fokus
Wird Foursquare „the next big thing" in Sachen Social Media? Ein Nachfolger von Youtube, Facebook und Twitter? Glaubt man den Social Media Experten in den USA, dann ist das wohl so. Denn die Nutzerzahlen steigen stetig. Foursquare ist dort in aller Munde. Und auch hierzulande nutzen etliche „early adoter" bereits Foursquare oder einen Konkurrenzdienst wie Gowalla.
Der Dienst, bei dem es darum geht auf spielerische Art und Weise – Dies eines der Geheimrezepte von Foursquare. Ähnliche Dienste gab es schon vorher. Aber die Kopplung an Spielmechanismen macht Foursquare so besonders. - seinen Kumpels und Kollegen zu zeigen, wo man gerade ist und so möglicherweise Freunde im Reallife zu treffen, hat enormen Zulauf. So viel zum Thema "Anti-Sozialisierung durch das moderne Internet", liebe Social Media Hasser.
Foursquare wächst und wächst. Und hat auch bereits etliche Millionen Dollar an Venture Capital (siehe Artikel in der New York Times) einsammeln können. Viele in den Staaten glauben also an einen Erfolg (oder einen Gewinn bringenden Verkauf) von Foursquare. Gegen einen langfristigen Erfolg spricht wiederum, dass Facebook die Funktionalitäten von Foursquare in die eigene Plattform seit kurzem integriert hat. In den USA zumindest ist Facebook-Places bereits freigeschaltet. Wir in Europa müssen noch ein paar Wochen warten.
Die Zeit wird zeigen, wer sich in Sachen Local Based Network durchsetzt: Foursquare, Facebook oder gar ein ganz anderer Dienst. Auf Qype zum Beispiel gibt es diese Funktion auch bereits in der Smartphone-App Qype Radar, die ich selbst gern nutze (siehe meinen Bericht darüber von vor wenigen Tagen). Allerdings bin ich dort an etlichen Orten mit nur einem einzigen sogenannten Checkin „Champion". Weil andere diese Funktion (noch) nicht nutzen.
Wozu das Ganze gut sein soll? Die Strategie ist denkbar einfach. Und clever zudem. Mit Hilfe der Checkins können Restaurants oder auch Hotels, Bowlingbahnen, Kinos, Schwimmbäder, Museen, Galerien, Bars, Diskotheken, Sportstadien, Konzerthallen, Theater und so weiter Besucher ausfindig machen, die besonders häufig bei ihnen zu Gast sind. Diese potentiellen Multiplikatoren, die ja sicherlich nicht so oft vor Ort sind, weil sie die Location doof finden, können ins eigene Marketing involviert und mit Gutscheinen und Rabatten stärker gebunden werden. Das Thema Kundenbindung spielt hierbei eine elementare Rolle. Und führt von dort direkt ins Social Media Marketing. Denn man kann davon ausgehen, dass diese Vielnutzer gern Empfehlungen aussprechen und so für Viralität im Web 2.0 sorgen.
Die Checkin-Funktion erlaubt das direkte Finden und Analysieren von Nutzungsmustern. Allerdings nur von den Besuchern, die freiwillig mit dabei sind. Dies hat Vorteile für das Marketing. Aber auch Nachteile. Weil ganz sicher nur ein Bruchteil der realen Besucher diese Funktionen nutzen wird. Und gerade wir Deutschen sind erwiesenermaßen sehr langsam im Annehmen neuer Tools und Dienste. Sinn machen Foursquare & Co. schließlich nur, wenn die Internet-Nutzer, vor allem die mit mobilen Endgeräten, auf denen die Foursquare-App läuft (oder alternativ Qype Radar bzw. Facebook-Places), auch tatsächlich das Checkin auslösen.
Noch stehen wir ganz am Anfang einer Entwicklung. Und niemand vermag zu sagen, ob sich die freiwillige Lokalisierung der Nutzer durchsetzen wird. Oder ob nicht doch ein großer Teil der Besucher gar nicht will, dass andere sehen und wissen, wann sie wo waren. Warten wir die Entwicklung von Foursquare, Facebook-Places und Qype ab. Spannend ist es auf jeden Fall. Und für viele Marken sicherlich nicht uninteressant, auch auf diesem noch so jungen Social Media Feld erste Erfahrungen zu sammeln.
Wer in Sachen Foursquare und Local Based Services auf dem Laufenden bleiben möchte, dem empfehle ich – neben der regelmäßigen Lektüre von Socialnetworkstrategien.de natürlich – foursquare-infos.de, das Blog meines hochgeschätzten Kollegen Markus Sekulla, in dem er sich ausschließlich diesem Themenspektrum widmet.
Morgen dann ein Beitrag zum ersten Foursquare-Case in Deutschland.
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September 30th, 2010
Ist dies wirklich so oder nur die Wahrnehmung durch die Berlin-Mitte-Perspektive? Habe 4sq früh & gern genutzt, seit Monaten aber kaum noch – es bringt einfach keinen Spaß, wenn das Game an jeder Straßenbahnhaltestelle im Vorbeigehen gegamet wird…
Ein interessanter Effekt ließ sich dabei beobachten: Ich verliere trotzdem keine Mayorships (und ch habe 29. Es gibt also nicht nur ein Berlin für Checkins, sondern Tausende Parallel-Berlins, die sich allerdings kaum überschneiden – von wenigen Locations wie der St. Oberholz Toilette einmal abgesehen.
Insofern halte ich es mit Dave McClure: Show me the money, oder: Was habe ich von Check-ins?
September 30th, 2010
Denke dass das Rennen um den Titel “the next big thing” noch offen ist in diesem Bereich. ES gibt einige Dienste in den USA mit gleich vielen und mehr Nutzern. Der Bereich LBS ist und bleibt spannend.
Interessanter Ausspruch auf dem derzeit in New York stattfindenden Location-Based Marketing Summit ist “Companies are looking for the next “Facebook” of Location-based services that’s not Facebook”