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28Sep/10Off

Crowdsourcing: Doritos tut es schon wieder – Neuauflage von Crash the Superbowl

Autor des Artikels: Matias Roskos

Doritos Marketing-Aktion "Crash the superbowl" ist eines der großartigsten Beispiele dafür, wie gut Crowdsourcing funktioniert, wenn man es richtig anpackt. So wie es der zu Pepsi gehörende Chips-Hersteller bereits mehrere Male getan hat.

Beim diesjährigen Super-Bowl-Finale, dem Event mit den höchsten Einschaltquoten im TV in den USA, landete der via Crowdsourcing generierte Clip auf Rang 2 des angesehenen TV-Admeter von USA Today. Ich berichtete darüber.

Gelingt dies mit der neuen Aktion (die Einsendephase beginnt am 27. September und endet am 17. November 2010) auch, winken der Produktionsfirma erneut 600.000 Dollar Prämie von Doritos. Gelingt sogar der Sprung auf Rang 1 des TV Admeter, gibt es eine wunderbare, runde Million US-Dollar. Das nenne ich eine spannende Incentivierungsstrategie. Wobei allein die Ausstrahlung eines eigenen TV-Spots während des Superbowl für jede Werbeagentur und jeden in diesem Bereich tätigen Freelancer ein absoluter Traum ist.

Da die „Crash the Superbowl" Aktion 2010 so erfolgreich verlief (coole Spots und Platz 2 im TV Admeter) und man im Pepsi-Konzern ganz klar die verschiedenen Mehrwerte, die Crowdsourcing bieten kann, erkannt hat, wird nun die Aktion erweitert. Es geht diesmal nicht nur um zwei Spots für Doritos, sondern um zwei weitere Spots für Pepsi Max. Es rückt also ein zweites Produkt an die Seite von Doritos.

Pepsi tut es also erneut. Und setzt für eine der größten Marketing-Aktionen der Company der letzten Jahre auf Crowdsourcing! Weil es schon mehrmals exzellent funktioniert hat. Weil Crowdsourcing als Marketingbaustein mit vielen zusätzlichen Mehrwerten begleitend ein grandioses Tool ist, um im Social Web Fans und Kunden zu erreichen und zu involvieren.

Crash the Superbowl 2011 - Doritos and Pepsi Max

Für Doritos und Pepsi geht es dabei nicht allein darum witzige, ausgefallene TV-Spots zu erhalten. Es geht auch nicht um Kostensenkung. Dafür sind die ausgelobten Prämien viel zu hoch. Und auch die Betreuung der Kampagne über mehrere Monate hinweg kostet ein sicherlich nicht ganz unerhebliches Budget.

Man setzt im Hause Pepsi schon seit mehreren Jahren massiv auf Crowdsourcing, um die Fans und Kunden enger an sich zu binden und sie ins Marketing zu involvieren. Der Vorteil dabei besteht unter anderem auch darin, dass das Marketing viel früher beginnt als bei herkömmlichen Werbemaßnahmen. Schon mit dem Start einer solchen, öffentlichen Crowdsourcing-Aktion beginnt die Wahrnehmung der Marke durch die Internet-Nutzer und das Weiterreichen an Freunde und Kollegen. Marketing setzt also viel früher ein. Virale Effekte sind implementiert und können offensiv genutzt werden.

Außerdem hat man mit Hilfe von Crowdsourcing sein Ohr viel dichter am Kunden und kann mit ihm gemeinsam die Zukunft der Marke gestalten. Social Media – und Crowdsourcing gehört in dieser Form definitiv dazu – bietet auch immer die Möglichkeit echte Kundennähe herzustellen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Man erfährt, was der Fan/der Kunde mag oder was auch nicht. Und kann als Brand entsprechend reagieren. Frühzeitig.

Auch bei einer anderen, sehr umfangreichen Aktion hatte Pepsi mit seiner Brand „Mountain Dew" zuletzt massiv auf Crowdsourcing-Bausteine gesetzt. DEWmocracy nannte sich die Kampagne, die über ein Jahr lief. Ich berichtete ausführlich darüber und erklärte sie auch ausführlich im Rahmen meiner Vorträge an der Social Media Akademie.

Neu ist dieses mal noch ein weiterer Punkt, der noch mehr professionelle und semiprofessionelle Agenturen auf den Plan rufen wird und für spannende Clips sorgen dürfte. Es gibt nicht nur Prämien für die zehn Finalisten (5 Doritos-Clips und 5 Pepsi Max Clips). Auf der Seite ist zu lesen:

In addition, whoever creates the highest-ranking ad — whether or not it makes it into the top three — will be guaranteed a contract to create another ad for the two brands in 2011.

Es winkt also sogar ein Folgeauftrag! Spannend für jede Werbeagentur und jeden Werbefilmer. In den USA befindet sich der Werbemarkt in einem Umbruch. Immer mehr setzt man auch – nicht ausschließlich! - auf die kreative Vielfalt der Menschen im Internet. Und bindet sie aktiv in Produktverbesserungsprozesse, Design-Erstellung und das Marketing insgesamt ein. Um dabei die von mir mehrfach geschilderten Mehrwerte generieren zu können. Die Crowdsourcing zu einem immer wertvollen Baustein der Wertschöpfung im Internet werden lassen.

Wie erfolgreich so etwas sein kann, beweisen Kampagnen wie die "DEWmocracy" und „Crash the Superbowl" aus dem Hause Pepsi. Leider schläft Deutschland in dem Bereich noch einen Dornröschenschlaf. Woran das wohl liegt?!

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (2) Trackbacks (1)
  1. Okay, viel Lobenshymne auf „Crowdsourcing“, aber was Pepsi hier bis auf die größe der Aktion genau „richtig“ oder besser macht, ging für mich nicht wirklich hervor. Kannst Du die Erfolgsfaktoren dieser Aktionen mal in ein paar Stichpunkten zusammenfassen?

  2. Hi Chris,
    bitte hier weiterlesen:

    1) Doritos und „Crash the Superbowl“ 2010
    http://www.socialnetworkstrategien.de/2010/02/crowdsourcing-und-qualitat-doritos-superbowl-spot-auf-dem-2-platz/

    2) Die Social Media Aktivitäten von Pepsi
    http://www.socialnetworkstrategien.de/2009/12/pepsi-baut-crowdsourcing-mechanismen-in-social-media-strategie-weiter-aus/

    3) Allgemein – Mehrwerte mit Crowdsourcing, die wunderbar auf diese Aktion zutreffen
    http://www.socialnetworkstrategien.de/2010/07/crowdsourcing-mehrwerte-chancen-definition/

    Hoffe, das hilft.
    Gruss
    Matias