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5Aug/10Off

Namensfindung für Online-Game mittels Crowdsourcing bei United Prototype

Autor des Artikels: Matias Roskos

United Prototype Social GamesUnited Prototype ist ein Startup für den Bereich Social Games. Das bedeutet, sie entwickeln Online-Spiele die stark auf die Mechanismen des Social Web setzen. Das erste Spiel befindet sich noch im Beta-Stadium und wird von Testspielern getestet und parallel weiter entwickelt. Im Laufe dieses Monats soll es auf den Markt kommen.

Drei Dinge sind an diesem Projekt so spannend. Als Erstes ist da das Gründerteam. Es gibt wohl kaum ein Team in Deutschland, das (vollkommen zu recht) so viel Vorschusslorbeeren bekommt wie die Crew um Ibrahim Evsan und Thomas Bachem.

Ibrahim Evsan / United PrototypeThomas Bachem / United Prototype

Das liegt daran, dass beide zusammen bereits ein Startup mit beachtlichem Erfolg an den Start bringen und dann an Burda verkaufen konnten (geändert, weil nicht korrekt. Danke für die Hinweise!) dann zahlreiche Investoren ins Boot holen konnten: Sevenload. Außerdem ist Ibo, der für Strategie und PR verantwortlich ist, eine feste Größe der deutschen Social Media Landschaft. Als Redner auf Konferenzen, als Blogger, als Social Media Mann. Man kennt ihn und seine sympathische Art wenn man im Social Web unterwegs ist.

Der zweite Punkt ist der Kern dieses Startups: Social Games. Dieser Bereich des Social Web ist ein extrem im Wachstum befindliches Segment, was vor allem der Erfolg von Zynga (Facebook-Games wie Farmville und andere) beweist. Es werden echte Umsätze in nicht unerheblichem Maße generiert. Dazu folgt in den kommenden Wochen ein sehr ausführliches Interview mit einem Experten auf diesem Gebiet, Martin Szugat von Snipclip. Darum möchte ich an der Stelle zum Thema Social Games nicht vorgreifen.

Und der dritte Punkt letztendlich berührt den Kern meines Spezialgebietes: Crowdsourcing. In einer sehr aufwendig angelegten Aktion wurde der Name für das erste Social Game aus dem Hause United Prototype via Crowdsourcing gesucht und gefunden. In diesem Blogbeitrag "Wie unser Spiel zu seinem Namen kam" beschreibt das Team die einzelnen Schritte, die letztendlich zum Namen führten.

Es lag ... nahe, die Community in unsere Namensfindung mit einzubeziehen. Uns war klar: Die geballte Kreativität so vieler würde sicher Tolles hervorbringen. Und wenn letztendlich doch kein Vorschlag unser Favorit werden würde, könnten wir ja immer noch eigene Ideen einbringen.

Der von uns im Juni ausgerufene Wettbewerb zur Namensfindung hat unsere Erwartungen sogar übertroffen: Innerhalb von 2 Wochen wurden über 10.000 Namensvorschläge eingereicht.

Spannend dann auch das Clicktesting:

Da gab es eine Sache, die wir schon immer einmal machen wollten: Die Wirkungskraft eines Namens mit Hilfe von Internetwerbung und Split Testing zu verifizieren.

Die Vorbereitung: Für jede Namensidee ein möglichst neutrales Pseudo-Werbebanner erstellen, bei dem einzig der Name im Vordergrund steht, und mit einer Landingpage verknüpfen. Unser Budget: knapp 1.000 EUR.
...
Unser Ziel: Anhand der CTR (Click Through Rate) herausfinden, welcher Banner am häufigsten geklickt wurde.

Die Community wurde also bereits im Vorfeld intensiv eingebunden in die Namensfindung. Mittels Crowdsourcing-Mechanismen. Das hatte zur Folge, das man nicht nur kreativen Input in Form von Ideen bekam, sondern zugleich auch die Community stärker an sich binden konnte: Kundenbindung und ein kundennäheres Produkt (siehe meinen Artikel dazu "Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition") sind die Folge. Und zudem bedeutet eine solche, öffentliche Aktion bereits Marketing für das Game. Obwohl es noch gar nicht auf dem Markt ist. Die Mundpropaganda-Maschinerie läuft bereits auf Hochtouren, was unter anderem die Facebook-Seite mit bereits über 1.700 Fans beweist.

Glückwunsch an das Team zu dieser großartigen Crowdsourcing-Aktion! Herausgekommen ist dabei der Name Fliplife. Ich wünsche euch einen gigantischen Erfolg mit dem Game! Und Danke für diesen tollen Crowdsourcing-Case.

Fliplife Social Game

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (9) Trackbacks (0)
  1. „Das liegt daran, dass beide zusammen bereits ein Startup mit beachtlichem Erfolg an den Start bringen und dann an Burda verkaufen konnten: Sevenload.“

    Seit wann gehört denn Sevenload Burda? Das ist mir aber neu! Ist Burda nicht lediglich einer der Investoren?

  2. Ich danke Dir für diesen tollen Artikel. Wir werden Gas geben und ein gutes Produkt in Deutschland entwickeln.

    Da ist natürlich so ein Artikel genau richtig um sich weiter zu freuen. Vielen lieben Dank vom ganzen UP Team.

    Liebe Grüße

    Ibo

  3. @Peter: Hast recht. Wird geändert.

    Aber meine Außenwahrnehmung ist einfach so. Sorry.
    Mein Fehler!

  4. @Ralf:
    Ein Stück weit kann ich deinen Ärger verstehen! Das mit der Massen-Email hasse ich auch wie die Pest.
    Und die Verlosung… Super ungeschickt würd ich sagen.

    Aber daraus gleich einen Skandal zu konstruieren und nen Shit-Storm anzukündigen, find ich mit Verlaub gesagt, deutlich überzogen.

    Aber: berechtigte Kritik! Ohne Frage.

  5. Matias :)
    Danke. Ich denke Ralf hat über reagiert. Passt aber. Gehört auch dazu.

  6. @Matias und Ibo:
    Okay, es scheint keinen Shitstorm zu geben. Ich würde sagen: Glück gehabt. Da habe ich mich wohl getäuscht. Das wirkte allerdings Montag/Dienstag noch ganz anders, was ich so mitbekam. Nur war ich wohl einer der wenigen, die sich „getraut“ haben, öffentlich etwas zu schreiben.

    Schön für UP, dass ich offenbar daneben gelegen habe. Allerdings macht das die Angelegenheit in meinen Augen leider auch nicht besser.
    Und mir Neid vorzuwerfen, Ibo, ist ein wenig kindisch und einfallslos. Sorry.

  7. Die Community wurde also bereits im Vorfeld intensiv eingebunden in die Namensfindung. Mittels Crowdsourcing-Mechanismen. Das hatte zur Folge, das man nicht nur kreativen Input in Form von Ideen bekam, sondern zugleich auch die Community stärker an sich binden konnte

    Hmm, wie belegst du diese Aussage?

    Ich vermute dass diese Aktion diese Auswirkung gehabt haben kann.
    Ich kann mir aber auch genauso gut vorstellen dass die Auswahl der eigenen Idee wiederum zu Abstand bzw. weniger Interesse geführt haben könnte.

    Wie ist deine Meinung dazu, und warum erwähnst du diesen sehr wichtigen und sehr interessanten Aspekt der ganzen Aktion in deinem Artikel nicht?

  8. Ich finde den Namen nicht gerade toll. Als ich ihn gelesen habe, hab ich ehrlich gesagt an ein anderes startup gedacht, das auch Flip im Namen hat. Hier besteht verwechslungsgefahr.


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