SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

26Jul/10Off

Social Media im Bereich B2B – Wozu ist das gut?

Autor des Artikels: Matias Roskos

Seit Anfang des Jahres 2010 häufen sich auf meinem Schreibtisch die Anfragen aus dem Bereich B2B für den Einsatz von Social Media und die möglichen Mehrwerte von Crowdsourcing. Auch im Rahmen der Social Media Akademie kam immer wieder die Frage nach der Relevanz von Communityaufbau, Socialnetworkstrategien und Social Media für B2B auf. Da ich jemand bin, der seinen Kunden ganz genau zuhört, habe ich mir mit meinem kleinen Team dazu zuletzt verstärkt Gedanken gemacht.

Ganz klar - die Märkte weltweit sind seit Jahren in einem umfassenden Wandel. Immer neue Player erscheinen auf der Bildfläche. Alte Strukturen, über Jahrzehnte gewachsen, funktionieren zwar noch. Aber oft nur noch zum Teil. Neue Firmen, neue Produkte aus China, Indien, Südamerika oder auch Osteuropa drängen entweder als Konkurrent oder aber auch als potentiell neuer Kunde auf die Märkte. Dies ist eine Tatsache, vor der viele mittelständische Unternehmen die Augen nicht mehr verschließen können. Neue Absatzwege tun sich auf, neue Partnerschaften werden geschmiedet.

Was nun bedeutet das konkret für das Feld von Social Media mit Blick auf B2B?

In meinem umfassenden Artikel zum Thema Crowdsourcing neulich hatte ich es bereits versprochen: Wir haben 10 Punkte definiert, die aus unserer Sicht Social Media spannend auch für vor allem an Business-to-business (B2B) interessierten Unternehmen machen. Für einige davon arbeiten wir gerade an konkreten Konzepten, deren Umsetzung dann in den kommenden Monaten in Angriff genommen werden sollte.

Socialnetworkstrategien: Social Media im Bereich B2B - Wozu ist das gut?

1. Verständnis der Mechanismen wie Social Media funktioniert

Aus meiner Sicht ist es unerlässlich, dass jeder Unternehmer, der mit Kunden zu tun hat, egal ob B2C oder B2B, in der Zukunft verstehen muss, wie Social Media "funktioniert" und was in dieser neuen Kommunikationskultur wichtig und entscheidend ist.
Zuerst einmal steht also das eigene Lernen an vorderster Stelle. Dies kann und sollte bald auch mit eigenem Agieren einher gehen. Denn am besten lernt es sich, in dem man es auch tut. Eine alte Weisheit, die auch heute immer noch zutrifft.

Socialnetworkstrategien: Social Media im Bereich B2B - Wozu ist das gut?

2. Arbeit am eigenen Markenbild

Jedes Unternehmen ist eine Marke und hat ein Image. Ob ein Mittelständler das nun wahrhaben möchte oder nicht. Ich weiß, dass viele Unternehmer von Marketing nichts hören wollen. Das sei "Agentur-Firlefanz" und man wolle ihnen eh nur das sauer verdiente Geld aus der Tasche ziehen. Und das ein oder andere Mal haben sie damit womöglich gar nicht so unrecht.

Aber jedes Telefonat mit einem potentiellen Kunden, jedes sauber ausgearbeitete Angebot, jeder mit viel Herzblut organisierte Messeauftritt sind Marketing in eigener Sache. Und tragen zum eigenen Markenbild bei. Wie wird die Firma und wie werden ihre leitenden Angestellten von anderen Unternehmen, von möglicherweise neuen Kunden, von potentiellen Partnern wahrgenommen?!

Social Media kann hier ein wertvoller Baustein werden, um sich seinen Kunden und seinen Partnern regelmäßig - unabhängig von Messen und von Netzwerk-Telefonaten - zu präsentieren und sich immer wieder ins Gedächtnis zu bringen. Unaufdringlich, sympathisch, kosteneffizient.

Die Arbeit am eigenen Image kann somit schon viel früher beginnen und viel nachhaltiger sein wie in der Vergangenheit.

Was sicherlich nichts daran ändert, dass zu allererst das Produkt an sich, das man anzubieten hat, überzeugen muss. Dessen bin auch ich mir bewusst.

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3. Suchmaschinenoptimierung

Ich sprach von den sich wandelnden Märkten und den neuen Playern. Wie sucht ein Unternehmer aus Fernost nach einem strategischen Partner oder einer Firma, die in einer Nische genau das Produkt anbietet, das er benötigt?

Er nutzt Google oder eine andere Internet-Suchmaschine.

Dabei wird es in der Zukunft nicht mehr ausreichen, einfach nur eine nette Webseite im Internet stehen zu haben. Mit aktuellen Inhalten (Corporate Blog) kann man zeigen, was an neuen Produkten, Planungen, Messeterminen und dergleichen mehr auf der Agenda steht.

Man kann Bilder der Produkte geschickt im Social Web platzieren (Flickr, Facebook). Man kann Image-Videos, Produktvideos, Infotainment-Videos erstellen und via Youtube auffindbar machen. Social Media ist immer auch ein Stück weit SEO.

Alles, damit ein potentiell neuer Kunde oder ein strategisch möglicherweise spannender Partner einen noch besser findet. Besser, als den direkten Konkurrenten. Nicht dass die Konkurrenz, die womöglich sogar ein schlechteres Produkt auf dem Markt hat, aggressiver agiert und somit besser gefunden und angesprochen wird...

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4. neue Kunden

Ich hatte es eben schon gesagt: immer mehr Kunden - auch im Segment B2B - suchen Produkte, Dienstleister, Partner via Internet. Man muss Präsenz zeigen, auf allen Kanälen. So erhöhen sich die Chancen neue Kunden gewinnen zu können.

Und es fällt anderen Kunden auch leichter ihr Unternehmen weiter zu empfehlen, wenn es im Internet dazu bereits genug Material gibt. Wie unter 3. beschrieben.

Social Media kann und sollte ihnen also mittelfristig - kurzfristig allzu große Hoffnungen zu wecken würde ich persönlich eher nicht tun - auch neue Kunden zuführen.

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5. Von Konkurrenz absetzen

Ich weiß - jeder Unternehmer behauptet von sich, er sei konkurrenzlos. Weil er bzw. sein Produkt so unschlagbar gut ist. Das sage ich selbst von mir und meiner Agentur übrigens auch. Und ich habe recht.

Aber dennoch muss man die Konkurrenz immer im Blick haben. Und man sollte ihr immer einen Schritt voraus, auf keinen Fall drei Schritte dahinter sein. Richtig?

Also: setzen sie sich ab von der Konkurrenz, auch im Bereich Social Media. Es wird ihnen langfristig strategische Vorteile bringen wenn es um die Außenwahrnehmung, die Auffindbarkeit in Suchmaschinen, die Gewinnung von neuen Mitarbeitern und das Image ihrer Firma geht.

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6. Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Darum: präsentieren sie sich als sympathischer Arbeitgeber mit hohem Innovationspotential. Immer mehr Menschen, auch potentiell neue Mitarbeiter, schauen sich aktiv im Social Web um. Immer mehr Studenten sind es gewohnt täglich mit Blogs, Twitter, Youtube, Facebook, Wikipedia und anderen Social Media Seiten zu arbeiten und künftige Arbeitgeber dahingehend abzuklopfen.

Wie gut wär es da, wenn sie ab und zu dabei auch über ihr Unternehmen stolpern?

Social Media heißt immer auch, dass man Menschen mit Menschen kommunizieren. Dass man sich kennen lernt. Das ihr Unternehmen im Idealfall auch die Menschen hinter der Marke, hinter den Produkten, hinter dem Unternehmen zeigt. Und ihr Unternehmen dadurch nicht nur menschlich, sondern auch sympathisch und greifbar wird für Fachkräfte, die auf der Suche nach einem Arbeitgeber sind.

Das Recruiting von passenden und gut ausgebildeten Mitarbeitern ist für viele Unternehmen ein ganz wichtiges Thema in der Zukunft. Hier kann Social Media ein hilfreicher und spannender Baustein sein, um als sympathischer Arbeitgeber und innovatives, modernes Unternehmen wahrgenommen zu werden.

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7. Nischenthemen besetzen

Viele KMU agieren in extremen Nischen, von denen der Consumer da draußen kaum etwas weiß. Relais für Sicherheitsschranken, spezielle Schmiermittel für die Autoindustrie, Schaltungen für irgendwas... Es sind winzige Nischen, in denen aber zum Teil erstaundliche Umsätze erzielt werden. Und in vielen dieser Nischen sind deutsche Firmen Weltmarktführer.

Das ist erfreulich. Und soll auch so bleiben. Darum rate ich: besetzen sie diese Nischen auch im Social Web, bevor ein Konkurrent aus Fernost dies tut. Zeigen sie ihr Fachwissen (ohne Geheimnisse zu verraten). Präsentieren sie sich als kompetent, erfahren und qualitätsbewusst. Zeigen sie, wie gut sie in ihrer Nische sind und das sie etwas verstehen von ihrem Metier.

Denn gerade auch bei Nischenthemen funktioniert die Suche via Suchmaschine bestens. Es wäre doch gut, wenn in der Zukunft sie und ihre Firma zuerst gefunden werden und nicht ein künftiger Konkurrent ihr Spezialgebiet besetzt und man den Eindruck gewinnt, er hätte mehr Fachwissen und Erfahrung als sie.

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8. Kompetenz und Branchenkenntnis offenbaren

Zeigen sie, wie souverän sie agieren und wie gut sie in ihrer Branche schon positioniert sind. Tradition ist etwas Großartiges. Darum ist es keine Schande, wenn man dies auch herausstellt. Unterstreichen sie durch passende Social Media Bausteine ihre Kompetenzen auf ihrem Kerngebiet und positionieren sie sich als Leader in ihrer Branche.

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9. Mehrwerte durch Crowdsourcing

Die Arbeit mit externen Experten und Querdenkern kann für viele Unternehmer super spannend sein. Weil man sich so kostensparend Wissen dazu holen kann, ohne gleich mehrere neue Arbeitsplätze schaffen zu müssen, die in Krisenzeiten der Firma womöglich weh tun.

Setzt man mit intelligenten Strategien auf die Kraft der Vielen, kann dies die eigene Innovationsabteilung oder auch den Support sowie die Marketingabteilung extrem entlasten und bereichern. Lesen sie hierzu gern auch meinen Artikel "Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition".

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10. Sich positionieren für die Zukunft

Die Zukunft ist virtuell!

Ja, ich weiß - nicht ausschließlich. Und das ist auch gut so. Auch ich selbst lebe nicht allein im Netz. Ich habe eine Familie. Meine Frau führt ein Spielwarengeschäft. Ich kaufe gern in kleinen Läden ein, gehe gern in einem guten Restaurant essen, fahre Fahrrad und verreise gern. Es gibt das unvirtuelle Leben da draußen. Und das ist wunderbar so.

Aber: die virtuelle Welt durchdringt unser tägliches Leben immer mehr. Und dieser Trend nimmt stetig zu, ist eigentlich schon kein "Trend" mehr. Dem kann sich kaum ein Unternehmen verschließen.

Darum rate ich jedem Unternehmer: nehmen sie die Zukunft in Angriff. Schnell und mit Mut und mit Energie. Ohne Risiken zu missachten. Ohne kopflos ins kalte Wasser zu springen. Mit Strategien und womöglich einem starken Partner oder erfahrenen neuen Mitarbeitern.

Das Internet wird immer wichtiger. Social Media Bausteine verhelfen zu einer immer besseren Präsenz im Web. Crowdsourcing sorgt für spannende Mehrwerte. Warten sie nicht zu lang. Sonst war die Konkurrenz womöglich schneller.

Socialnetworkstrategien: Social Media im Bereich B2B - Wozu ist das gut?

Ich hoffe, den ein oder anderen Unternehmer mit diesen Zeilen zum Nachdenken angeregt zu haben. Es wird hoffentlich deutlich, dass auch für Unternehmen, die fast ausschließlich im Segment B2B agieren, Social Media Strategien enorm wichtig sind und an Bedeutung immer weiter zunehmen werden. Ich wünsche viel Erfolg und den Mut zu neuen, oft noch fremden Schritten und Wegen.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (1) Trackbacks (1)
  1. Guter Artikel zu einem sehr interessanten Thema. Habe hierzu schon einiges im Netz gelesen.

    Unter anderem auch diese Studie mit dem Thema:

    „Mehr Wert schaffen − Social Media in der B2B-Kommunikation“

    http://www.kerstin-hoffmann.de/liest/2010/07/13/thomas-pleil-et-al-mehr-wert-schaffen/

    Kann ich nur empfehlen!