SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

14Jun/10Off

B2B mit einer Community? Rückblick auf meinen Vortrag in der Social Media Akademie

Autor des Artikels: Matias Roskos

Letzte Woche hielt ich meinen fast dreistündigen Vortrag an der Social Media Akademie. Es hat Spaß gemacht. Vor allem auch das viele positive Feedback hat mich sehr gefreut. Angeblich wurde sogar mal getanzt während meiner Präsentation. Dann ist es mir wohl gelungen zu vermitteln, was "Spaß" in Social Networks bedeutet und dass das durchaus wichtig ist. Eine meiner Kernaussagen: Social Media darf und sollte Spaß machen. Aber natürlich nicht nur.

Deutlich wurde während meines Vortrages, dass viele sich nach einem Patentrezept für den Bereich B2B sehnen, wenn es um Communitys geht. Aus meiner Sicht muss man ganz klar sagen: ein Patentrezept gibt es an dieser Stelle keines. Und ich selbst kenne auch keine wirklich gut funktionierende B2B-Community, wenn man von Innocentive mal absieht (dazu weiter unter etwas mehr).

Xing könnte man hier möglicherweise anführen. Aber zum einen ist Xing eine Art Generalist. Und zum anderen sagt meine Erfahrung mir, dass es wirkliche Zusammenarbeit dort kaum gibt. Die meisten Gruppen sind extrem passiv. Viele Unternehmen und Mitarbeiter pflegen zwar ihr Profil dort. Das ist es aber auch schon. Eine gute Visitenkarte, ein gutes Adressbuch - so nutzen die meisten Xing.

Wenn man über Community-Konzepte für B2B nachdenkt, wird schnell klar, wie ambitioniert und kompliziert eine effektive Strategie wird. Denn man kann hier eigentlich nur mit geschlossenen Bereichen arbeiten. Der Consumer soll ja bewusst außen vor bleiben. Doch das hat dann eigentlich nur noch wenig mit Social Web zu tun.

Sicherlich finden sich viele brauchbare Konzepte und Bausteine in der Enterprise 2.0 Welt. Zwar gehts es dort um unternehmensinterne Prozesse, die aus der Social Media Welt bekannte Bausteine nutzen. Doch ließe sich das zumindest zum Teil auch auf eine B2B-Community übertragen.

Was aber aus meiner Sicht unabdingbar ist, wenn man an B2B-Konzepte im Bereich Social Media denkt, sind folgende Punkte:

  • Welche Mehrwerte ist man bereit zu bieten!
    (In diesem Fall nicht für einen normalen Nutzer, sondern für andere Unternehmen)
  • Social Web bedeutet Offenheit. Bin ich bereit mich recht weit zu öffnen? Für potentielle Partner, B2B-Kunden, gleichzeitig aber auch für mögliche Konkurrenten?
  • Kann ich mich gegenüber direkter Konkurrenz effektiv schützen, damit diese mir nicht Ideen und Wissensvorsprung stiehlt? Ein ganz heißes Thema. Das ist mir durchaus bewusst.
  • Man darf vordergründig nicht an den Abverkauf denken. Social Media bietet eine Vielzahl von Mehrwerten, die gerade auch in ihrer Komplexität enorm wertvoll sein können für ein Unternehmen.
  • Einer dieser Mehrwerte - und aus meiner Sicht ein ganz entscheidender - ist die Nähe zu meinen Kunden. Auch wenn dies andere Unternehmen sind. Gemeinsam kann man neue Konzepte, Ideen, Strategien und Produkte entstehen lassen. Gemeinsam ist man stark. Und man weiß, was die Kunden sich wünschen und wonach sie suchen. Gerade hier wird Social Media, auch auf einer B2B-Plattform, so enorm wertvoll.
  • Und zu guter Letzt: es ist unablässig die Mechanismen zu verstehen und dann zu verinnerlichen, die Social Media funktionieren lassen. Darin ging es unter anderem in meinem Vortrag. Vor dem erfolgreichen Agieren, steht das Verstehen der Mechanismen im Web 2.0.
    Und darauf aufbauend kann man dann starke Konzepte entwickeln und spannende, in die Zukunft weisende Projekte an den Start bringen.

Mein Fazit: Beispiele gibt es kaum welche bisher. Innocentive aus den USA, eine Crowdsourcing-Plattform zum Lösen firmeninterner Probleme (u.a. Procter & Gamble) ist ein solches Beispiel. Wobei diese Plattform nur bedingt in den Bereich B2B gerechnet werden kann.

Ja, ich glaube dass man spannende und funktionierende B2B-Konzepte entwickeln kann. Man muss die von mir skizzierten, besonderen Rahmenbedingungen beachten. Und gerade Crowdsourcing-Mechanismen bieten sich hier aus meiner Sicht perfekt an um vielfältige Mehrwerte zu generieren, die dann für alle Teilnehmer spannend sind. Da trifft dann eine weitere Kernaussage meines Vortrages zu: Nutzen sie die Kraft der Masse. Mit Hilfe von Social Media.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Tags: Kommentare
Kommentare (4) Trackbacks (1)
  1. Es gibt auf XING diverse Beispiele für B2B Communities, die im Rahmen sog. Enterprise Gruppen professionell umgesetzt werden. So pflegt beispielsweise Die Deutsche Telekom die Beziehung zu B2B Kunden Ihrer Mehrwertdienste in einen solchen Forum: http://mehrwertcommunity.xing.com/index.html
    Siemens launchte unlängst ein Forum zum Austausch zum Thema Unified Communication http://ucnetwork.xing.com/ um nur eine Auswahl zu nennen.

  2. Vielen Dank Herr Kunze für diese spannende Information.
    Auf solche Hinweise hatte ich gehofft.
    Können sie einen Kontakt zu einem der Macher herstellen? Dann würde ich gern ein Interview führen hier für dieses Blog und zugleich für die 200 Lernenden an der Social Media Akademie.

  3. Das Open Forum [http://www.openforum.com] von American Express ist auch ein schönes Beispiel für eine B2B Community.

    En Gruess aus der Schweiz

  4. Eine B2B Community ist nur so gut, wie das Unternehmen! Wenn Social Media nicht vom Management vorgelebt wird, dann folgen auch die Lemminge nicht.