SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

31Mai/100

Auf der Webinale 2010

Heute beginnt die Webinale in Berlin. Gemeinsam mit Miguel Helfrich werde ich am Mittwoch einen Vortrag über die Chancen des Einsatzes von Crowdsourcing halten. Außerdem ist es mir gelungen, meinen Lieblings-Artist nach Berlin zu vermitteln.

Gemeinsam mit seiner Partnerin Andrea Kang wird der Kanadier mit australischen Wurzeln Nathan Jurevicius im Telekom-Shop 4010 heute abend in einer Vernissage seine Gallery Wall eröffnen und vorher auf der Webinale präsentieren. Ich freue mich tierisch, dass ich meine guten Kontakte in die Welt der Kreativen wieder einmal spielen lassen und einen solchen Hochkaräter nach Berlin holen konnte. Ich mag seine Arbeiten ungemein und habe auch einige Bilder von ihm in den heimischen vier Wänden.

Die Vernissage im 4010 in Berlin ist offen für jeden! Also - wer vorbeikommen möchte heute Abend, ist herzlich Willkommen!

Dieses Foto stammt vom Samstag, als Andrea und Nathan angefangen mit der Gestaltung der Wall. Mehr Bilder gibt es drüben in meinem Kreativ-Blog VisualBlog.

4010 Berlin: Andrea Kang & Nathan Jurevicius

28Mai/103

Support auf Sellaband: Hind

Ich bin ein großer Fan von Sellaband. Leider warte ich schon seit Wochen auf das Interview mit dem neuen Eigentümer aus Deutschland. Schade. Das ändert aber nichts daran, dass ich das Crowdsourcing-Prinzip von Sellaband für extrem innovativ halte und selbst gern den ein oder anderen Dollar in spannende Nachwuchs-Musiker investiere.

Hind

Gestern habe ich auf Sellaband Hind entdeckt, die bereits knapp 15.000 € einsammeln konnte innerhalb von zwei Wochen. Das ist eine starke Leistung. Und auch ich habe mir ein paar Anteile an diesem Projekt gesichert.

Ist nicht unbedingt meine favorisierte Musik. Aber die Frau hat eine grandiose Stimme und enormes Potential. Ich bin gespannt. Und wer das genau so sieht wie ich, kann ebenfalls gern Hind unterstützen. Es ist denkbar einfach. Viel Spaß.

27Mai/100

Youtube funktioniert: Jenny von Poshposh und die russische Duma

Immer wieder kann man feststellen, wie gut Youtube funktioniert. Oder auch, wie gut diese Plattform ist. Als Entertainment-Kanal. Als virale Marketing-Schleuder ab und zu auch. Sogar als Aufklärungs-Hilfe. Hier zwei Beispiele, über die ich gestern gestolpert bin.

Zuerst einmal ist da Jenny. Jenny macht Werbung. Für Poshposh. Ja, es ist die alte Leier: Sex sells. Wobei das hier nur bedingt stimmt. Jenny macht Werbung. Blond, nettes Dekolleté. Sie macht nen guten Job vor der Kamera wie ich finde. Sie schafft den Spagat. Aber "verkauft" man mit so einem Video schon? Nein. Nicht direkt. Aber man sorgt für Aufmerksamkeit.

Kaum hatte ich das Video in meinem Facebook-Profil gepostet, gab es auch schon Kommentare. Und es wurde weiter gereicht. Viralmarketing. Ob sich wirklich jemand dort im Online-Shop anmeldet und letztendlich was kauft, sei dahingestellt. Aber als Marketingbaustein hat es erst einmal funktioniert.

Und dann stolperte ich bei n-tv (via iPhone-App) über den Hinweis zu einem Video aus der russischen Duma. Es geht darum, dass bei einer Abstimmung nur 88 Abgeordnete anwesend waren, was keine Seltenheit ist. Erstaunlich war dann aber das Abstimmungsergebnis: 449 Ja-Stimmen von 450 Abgeordneten. Soso. Auf dem Video ist nun zu sehen, wie einige Abgeordnete fleißig die Ja-Knöpfe an den leeren Abgeordneten-Plätzen drücken. Was für eine Farce. Dank Youtube nun auch weltweit zu sehen, wie es mit russischer Demokratie ausschaut. Erst wenige Tage alt und komplett in russisch, hat es schon knapp 200.000 Aufrufe. Für solche Geschichten liebe ich Youtube!

20Mai/101

Werbung auf dem iPhone

Werbung hält zur Zeit massiv Einzug auf dem iPhone! Viele neue Apps und auch Updates von vorhandenen Apps haben nun Werbung mit drauf. Zumeist am unteren Bildschirmrand. Und ich muss sagen: es nervt! Enorm.

Hier mal ein Beispiel. Vier gewinnt. Spiele ich ab und zu ganz gern. Aber wenn es dann so ausschaut wie hier und permanent die Gefahr besteht, dass man mit dem Finger drauf kommt, ist das ein echter Grund für mich kaum noch dieses Spiel zu spielen oder die App gleich komplett zu löschen. Was ich wohl bald machen werde.

Eine Alternative wäre es, die Werbung nur für 5 Sekunden einzublenden und dann verschwinden zu lassen. Oder nach meinen ersten drei Aktionen die Werbung auszublenden. Damit könnte ich leben. Aber permanent auf solch einem kleinen Screen Gefahr zu laufen da drauf zu kommen und dann einfach so aus der App geschmissen zu werden - das sind die guten alten, widerlichen Frontalmarketing-Sitten. Immer mit der Faust rein ins Gesicht. Nein Danke. Es gibt so viel clevere Marketingstrategien...

19Mai/102

Google sagt: Lena wird gewinnen

Gibt es die Weisheit der Vielen? Ich weiß es nicht. Oder besser gesagt: ich weiß nicht, ob ich es "Weisheit" nennen würde. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass da draußen eine gewaltige Kraft an Talenten, Ideen und Meinungen liegt, die bisher noch viel zu wenig angezapft wird. Darum spreche ich gern von der "Kraft der Vielen". Crowdsourcing-Modelle wie Threadless, Wikipedia oder auch simple Kreativ-Contests wie ich sie initiiere und organisiere sind da erst der Anfang. Davon bin ich fest überzeugt.

Neulich hatte ich im Vorfeld des Finales von "Unser Star für Oslo" einmal Facebook unter die Lupe genommen und ganz richtig anhand der Stärke der Fanpages Lena als Siegerin vorausgesagt. Nun gibt es eine Vorhersage für den Entscheid beim Grand Prix in Oslo die aus dem Hause Google kommt (gestolpert bin ich darüber bei den Kollegen von netzwertig.com). Und sie gefällt mir ausgesprochen gut, weil Google vorhersagt, dass Lena den Grand Prix 2010 gewinnen wird. Schon im Vorjahr lag Google mit seiner Prognose richtig. Worauf nun basiert diese Prognose? Bei Google heißt es dazu:

Prognostizieren Sie den Gewinner des Eurovision Song Contests 2010 vor der offiziellen Entscheidung mit Hilfe des iGoogle "Prognose"-Gadgets. Basierend auf Google-Suchanfragen zeigt das Gadget die Popularität jedes Teilnehmers und berechnet die Punktzahl, die dieser erhalten würde, fände die offizielle Abstimmung heute statt. 50% der Bewertung fließen durch eine professionelle Jury ein, die wir nicht vorhersagen können.

Man nimmt also die Google-Suchanfragen als Basis. Nicht mit einberechnen kann man jedoch eine Jurymeinung. Spannend wird es aus meiner Sicht, wenn man die Google-Suchanfragen abgleichen könnte mit den Social Media Aktivitäten. Dazu würden zählen: Twitter-Nachrichten, Blogbeiträge, MySpace-Freunde der Musikerinnen und Musiker und Facebook-Fanpages. Doch: der Aufwand wäre enorm, eine entsprechende Software ist mir zumindest nicht bekannt, die hier die Daten nicht nur erfassen, sondern sie auch noch auswerten kann. Es gibt bereits gute Monitoring-Software (siehe diesen Beitrag auf Create or die) - aber um hier qualitativ hochwertige Auswertungen zu generieren, werden vermutlich noch ein paar Jahre ins Land gehen. Ich lass mich aber gern vom Gegenteil überzeugen!

Was man jedoch machen kann, ist sich einmal die Stärke der Facebook-Fanseiten anzuschauen. Hier der Stand vom 19. Mai 2010, wobei ich mir nur die Top9 (Platz 10 "3+2" ist denkbar schlecht zu finden) von Google angeschaut habe. Hier die Facebook-Reihenfolge (mit dem Google-Rang in Klammern):

Lena Meyer-LandrutDie Platzierungen sind unterschiedlich. Was natürlich unter anderem mit der Verbreitung von Facebook in den einzelnen Ländern zu tun hat. Sicherlich wäre es sinnvoll, hier auch mit MySpace abzugleichen, da MySpace gerade bei Musikern extrem beliebt ist. Falls jemand Zeit und Lust dazu hat...

Aber eins steht fest: bei Google wie auf Facebook hat Lena die Nase weit vorn. Darf man ihr schon gratulieren? Nein. Sicherlich nicht. Denn viel kann noch passieren bis zum Auftritt. Viel kann schief gehen im Vorfeld oder auch direkt auf der Bühne. Und erst dann wird, live, entschieden. Von daher glaube ich zwar fest an ein Vorabstimmungsbild mit Hilfe von Google und auch Social Media. Aber zu 100% sicher kann dieses nie sein. Und das ist auch gut so.

18Mai/102

Gap2011 Alpine Ski-WM und Social Media

2011 kommt die Alpine Ski-WM nach Deutschland, genauer gesagt nach Garmisch-Partenkirchen. Die Maskottchen Ga und Pa wurden Anfang des Jahres präsentiert. Zwei Schneebälle sollen die Sportwelt in Garmisch-Partenkirchen, kurz GaPa, empfangen. Und vielleicht auch schon ein wenig Werbung machen für Olympia 2018. Anfangs fand ich "Ga & Pa" albern. Mittlerweile aber find ich es eine witzige Idee. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder sie lieben werden.

Anlass für mich, mir einmal die aktuellen Internetaktivitäten zur Ski-WM 2011 anzuschauen. Schließlich werde ich Weihnachten in Garmisch-Partenkirchen verbringen. Und ich bin am überlegen auch die Zeit der Ski-WM dort zu verbringen und als Web 2.0 Reporter aus GaPa zu berichten.

Die Webseite Gap2011 ist eine Augenweide. Hier hat man sich viel Mühe gegeben und aus meiner Sicht einen echten Volltreffer gelandet.

Gap2011

Ein Countdown zeigt an, wie weit es noch hin ist bis zur WM. Da sieht man ganz direkt, wie die WM immer näher rückt. Super auch, dass man schnell zur Ticketbestellung gelangt. Den Kalender find ich Weltklasse! Schaut extrem gut aus, bietet einen wertvollen Mehrwert und rundet die optisch ansprechende Webpräsenz perfekt ab. Eine wirklich tolle Seite, die so richtig Laune macht auf dieses Ski-Event in Deutschland. Ein großes Kompliment an den verantwortlichen Webdesign für Gap2011!

Aber... Als Social Media Experten fehlt mir noch so einiges. Es gibt zwar den Bereich "Videos". Das ist schonmal ein guter Anfang. Er führt direkt in den Youtube-Kanal zu Gap2011. Aber viel zu sehen gibt es dort noch nicht. Warum nicht? Ein Imagefilm ist vorhanden (siehe weiter unten), der die Einweihung des Kandahar-Express zeigt. Aber mit dem Titel "GAP_WM2011_181209_KandaharExpress_169_I.wmv " ist er natürlich nur schwer zu finden. Er wurde bereits im Dezember online gestellt. In der Zeit hätte man ihm doch schonmal einen vernünftigen Titel verpassen können. Und von "Ga & Pa" ist noch rein gar nichts zu sehen. Schade!

Ansonsten sind Social Media Bausteine zu Gap2011 nicht zu entdecken. Noch nicht? Mag sein, denn noch ist ausreichend Zeit bis zur WM im Februar 2011.

Eine eigene Facebook-Seite oder die Zusammenarbeit mit einer Facebook-Seite - ich kenne da eine sehr gut funktionierende Seite mit über 3.000 Fans zu Garmisch-Partenkirchen ;) - dazu die Einbindung von Blogbeiträgen, Flickr-Bildern und Tweets in einem Social-Media-Bereich auf der Gap2011-Seite würde die Webpräsenz zum einen weiter inhaltlich aufwerten und zugleich die heutzutage aus meiner Sicht unerlässlichen Schnittstellen zum Social Web schaffen. Andere, wie zum Beispiel Audi, machen vor, wie es geht und aussehen kann. Etliche andere Marken bereiten gerade weitreichende Social Media Aktivitäten vor. Und auch eine Sportlerin wie Maria Riesch zum Beispiel ist sehr aktiv auf Facebook.

Noch fehlt ganz offensichtlich eine spannende Social Media Strategie für Gap2011. Jedenfalls gewinnt man den Eindruck, wenn man sich ein wenig umschaut im Internet. Und das ist so extrem schade, weil es A) viele begeisterte Ski-Fans und Gapa-Fans gibt (wie man auf Facebook zum Beispiel sehen kann) und weil man B) versäumt die vielfältigen Möglichkeiten von Social Media Bausteinen sinnvoll ins Marketingkonzept zu integrieren. Möchte man modernes Marketing machen, muss man dorthin gehen wo die Menschen sind (und nicht warten, das sie zu einem kommen). Und immer mehr Menschen tummeln sich auf den diversen Social Media Kanälen.

Die existierende Webseite ist Weltklasse. Und macht Lust auf mehr. Viel mehr. Noch ist ausreichend Zeit.

Nachtrag: Leider hat man auf mein Angebot zu einer gemütlichen Tasse Kaffee neulich, als ich 10 Tage in Garmisch-Partenkirchen war, beim Organisationskomitee der Ski-WM nicht geantwortet. Vom Büro des Bürgermeisters wurde meine Email zwar weitergeleitet, versandete dann aber ganz offensichtlich im virtuellen Nirvana. Schade. Ich hätte einige Vorschläge und Ideen, wie man mehr macht aus Gap2011 im Social Web.

17Mai/105

Ein weiteres Geschäftsmodell für Facebook

Facebook muss Geld verdienen. Facebook verdient bereits Geld. Vor allem mit Werbung. Aber für die Zukunft muss und wird es weitere Erlösmodelle für Facebook geben. Eines davon könnten und werden sicherlich Unternehmensseiten sein, die den Betreibern deutlich mehr Möglichkeiten des Brandings und Zusatzfunktionalitäten wie auch ein noch stark verbessertes Monitoring bieten werden. Für diese zusätzlichen Funktionen wird es ein Premium-Modell geben. Ich schrieb hier schonmal darüber.

Auf diesen neuen Unternehmens- und Markenseiten könnten dann auch Social-Commerce-Applikationen laufen, mittels Crowdsourcing Mehrwerte durch die Community generiert (wie es die DEWmocracy ja bereits vorgemacht hat) und Viralkampagnen noch besser begleitet werden. Auf diese Möglichkeiten für Facebook ging ich bereits im November 2008 ein. Nun hat Facebook ein weiteres spannendes Modell gefunden, wie man Umsatz abseits vom faden Anzeigenverkaufen generieren kann.

Die Diesel-Facebook-Cam

In Spanien gibt es seit kurzem in den Umkleidekabinen von Diesel eine Facebook-Cam (siehe Video). Damit können sich die Leute in der Umkleidekabine fotografieren und die Bilder sofort auf Facebook hochladen. Freunde können dann sagen: "Hey - du siehst toll aus." oder: "Nee, das passt ja gar nicht zu dir." Facebook-Freunde werden also live und ganz direkt in den Kaufprozess mit eingebunden, ohne das sie im realen Leben mit im Geschäft sind.

Ich liebe Konzepte, die das echte Leben mit der virtuellen Welt auf eine sinnvolle Art und Weise verknüpfen. Die Facebook Diesel Cam ist ein solches Projekt. Ich bin gespannt, ob man in der Zukunft mehr solche Cams in den Umkleidekabinen sehen wird. Entscheidend ist, ob die Leute es annehmen. Ich befürchte, dass der Zeitfaktor dabei eine negative Rolle spielt. Denn man möchte ja ein super schnelles Feedback und kann nicht erst eine Stunde warten. Nicht immer sind die besten Freunde auch permanent online. Aber Smartphones sorgen hier sicherlich für gute Schnittstellen und helfen Feedback zeitnah einzuholen. Es gibt kein Smartphone mehr ohne Facebook-App.

Es kann also funktionieren. Auf jeden Fall ein großartiges Projekt, das für Facebook ganz neue Möglichkeiten der Umsatzgenerierung beinhaltet und für Brands einen spannenden Mehrwert darstellt. Weil es ein guter Service für die Kunden ist und damit ein Wettbewerbsvorteil. Parallel kann man die Kunden gleich noch auf die eigene Facebook-Seite ziehen und sie dort in andere Marketingkampagnen integrieren. Ein neuer Weg der Fangenerierung sozusagen.

Mehr dazu auch bei Thomas Hutter und auf All Facebook.

11Mai/100

Ein paar Worte zum Nutzen von Social Media

Bei immer mehr Unternehmen kocht das Thema Social Media hoch. Sollen wir das nutzen? Was bringt uns das? Verkaufen wir dadurch mehr?

Berechtigte Fragen. Aber die Antworten sind zum einen nicht so einfach zu liefern. Und für viele rein an den Ertrag denkende Manager auch noch unbefriedigend. Denn: der direkte Abverkauf mit Hilfe von Social Media ist nur schwer möglich. Nur bei bestimmten Produkten und Firmen findet man die passenden Bausteine, um den Verkauf direkt anzukurbeln.

Jörg Wassink, Pressesprecher bei der Sage Software GmbH, sagte in einem sehr guten und informativen Interview auf Visuelle PR Folgendes:

Frage: Wie sehen Sie die Relation von Zeitaufwand und Nutzen?

Antwort: Bislang ist der messbare Nutzen noch recht gering. Allerdings muss man sich hier auch immer die Frage stellen: Was will ich denn eigentlich mit meinen Social Media-Aktivitäten erreichen? Würde man rein auf Umsatz oder Lead-Generierung schauen, so müssten wir die Kanäle sicherlich sofort wieder schließen. Betrachtet man jedoch die Erfahrungen, die man in der aktuell noch recht frühen Phase des Social Webs machen kann, und nimmt man dann noch den Image-Gewinn, den man durch die Nutzung innovativer Tools in der Branche gewinnt, so kann sich der Nutzen in Relation zum Zeitaufwand sicherlich sehen lassen.

Schön, dass es Unternehmen gibt, in der man diese zeitgemäße Sicht auf Social Media hat!

Ich sage immer - so auch demnächst in meiner Vorlesung für die Social Media Akademie - dass es viele verschiedene Mehrwerte gibt, die durch eine Community und durch den Einsatz von Social Media Bausteinen wie Facebook, Youtube, Flickr, Blogs generiert werden können.

Und was sind das nun für Mehrwerte, die durch Social Media entstehen können für ein Unternehmen?

Das hängt vom Unternehmen ersteinmal selbst ab. Und davon, welche Ziele man strategisch anpeilt. Denn ausgerichtet an den Zielen und passend zur Struktur des Unternehmens und seiner Produkte, wird man die wiederum passenden Social Media Bausteine zum Einsatz bringen. Um DIE Mehrwerte generieren zu lassen, die man A) wünscht und die B) möglich sind.

Denkbare Mehrwerte - ohne hier Wert auf eine umfassende Vollständigkeit zu legen - können sein:

  • Kundenbindung und Kundenloyalität
  • Produktverbesserung durch Feedback der Fans und Kunden und damit kundennähere und verbesserte Produkte
  • Online Reputation Management und frühzeitige Krisenerkennung und -abwehr
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • neue Produktideen durch den Einsatz von Crowdsourcing-Bausteinen (Einbau ins Innovationsmanagement)
  • neues Verpackungsdesign und Gestaltung von Werbemaßnahmen in Zusammenarbeit mit einer Kreativcommunity als Marketingbaustein schon in der Frühphase von Produkteinführungen (Crowdsourcing im Kreativbereich - mein Steckenpferd)
  • Präsenzaufbau und Präsenzausbau im Internet und damit Werbung und PR
  • Anregen und stimulieren von Mundpropaganda (WOM)
  • eigene Lerneffekte durch das frühzeitige Nutzen und Bestandteil sein einer sich rasend schnell verändernden Kommunikationslandschaft

Das nur einige wenige, aus meiner Sicht oft sehr wichtige Mehrwerte. Es geht darum dabei zu sein bei den gewaltigen Veränderungen, die im Gange sind wenn es um die Kommunikation MIT den Kunden und vor allem auch UNTER den Kunden (ohne die Marke als Dialogpartner) geht. Es führt aus meiner Sicht kaum noch ein wenig vorbei an den Social Media Kanälen in der Zukunft, wenn ich als Marke überleben möchte. Ich muss zuhören, lernen und sicherlich irgendwann aus dem passiven Zuhörer heraus auch zu einem aktiven Bestandteil des Social Web werden. Aber immer passend zu mir, meinem Unternehmen, meinen Produkten und Marken.

10Mai/102

Zeitungen tun mir Leid

Eigentlich ist der Video-Clip extrem witzig. Ich hab herzhaft geschmunzelt. Denn auch mir geht das ganze Social-Media-Marketing-Buzz-Blabla auf den Keks. Auch wenn ich damit zum Teil meine Brötchen verdiene. Aber viele beten nur irgendwelche Marketing-Slogans heruntern, ohne den Sinn und die Möglichkeiten von Social Media Bausteinen zu begreifen. Leere Worthülsen, ohne Substanz. Damit spielt dieser Clip.

Nur - das Ende ist tooootal albern. Aber schauen sie am besten selbst.

Ganz ehrlich: Wen erreiche ich denn bitteschön mit meiner Zeitungswerbung in einem Lokalblatt?! So gut wie niemanden. Das wird überblättert. In keinster Weise wahrgenommen. Social Media, wenn ich denn verstehe es geschickt, authentisch, dialogorientiert einzusetzen, kann dagegen so bedeutend viel mehr. Mir sind doch als Marke 300 treue Fans, die ich immer wieder erreiche, tausendmal lieber als 10.000 Papierseiten, die bestenfalls zum Lagerfeuer anzünden verwendet werden. Oder wie sehen sie das?

Das Video sagt mir vor allem: diese Zeitung hat nichts verstanden. Sie haben Humor. Aber sie machen sich über den falschen Kanal lustig. Anstatt ihn sinnvoll zu erobern.

Gefunden beim Krawattenträger. Dort mehr Infos zur Kampagne.

8Mai/100

Eishockey-WM in Deutschland, und keiner bekommt es mit

Deutschland schlägt im Auftaktmatch der Eishockey-Weltmeisterschaft 2010 vor 77.800 Zuschauern in der Gelsenkirchener Schalke-Arena den Zweiten der Olympischen Spiele USA sensationell mit 2:1! Und niemand bekommt es so richtig mit.

Na gut - "keiner" stimmt nicht ganz. Über 77.000 Fans, was übrigens Weltrekord für ein Eishockeyspiel bedeutete, sahen das spiel live auf Schalke. Und auf Sport1 (ehemals DSF) wurde es im TV auch übertragen. Vielen Dank an Sport1! Es war ein großartiges Match, das sogar mit einer Sensation, dem Sieg in der Verlängerung über die USA, endete. Ein tolles Spiel, voll Leidenschaft, Kampfgeist und Glauben an sich selbst. Beste Werbung für diese tolle, schnelle und damit zeitgemäße Sportart.

Logo der Eishockey-WM 2010Ist ihnen dieses Logo in den letzten drei Wochen über den Weg gelaufen? Nein? Mir auch nicht. Haben sie Vorberichte gesehen oder gelesen? Sind sie im Internet über Links zu namhaften Eishockeyspielern gestolpert oder haben ein cool gemachtes Image-Video gesehen? Nicht? Ich auch nicht.

Aber: es ist eine Heim-WM. Eine Weltmeisterschaft in einer durchaus populären Sportart, die hier in Deutschland ausgetragen wird. Gehört sowas nicht in eines der ersten Programme der Öffentlich-Rechtlichen? Und warum hat man hierzulande im Vorfeld so gut wie gar nichts gehört? Im Vorfeld der Fussball-WM 2006 gab es eine Stimmung, von der wir heute noch träumen. Wenig später feierten wir den WM-Titel der Handballer im eigenen Land. Und letzten Sommer kam man nicht an der Leichtathletik-WM in Berlin vorbei.

Wir wissen, wie man eine WM ausrichtet. Wir sind ein sportbegeistertes Land. Und das finde ich großartig. Ein Grund, warum viele Menschen Deutschland durchaus sympathisch finden. Und nun ist Eishockey-WM in Deutschland. Und niemand hierzulande bekommt es mit. Warum ist das so? Weil der deutsche Eishockeybund nicht so wohlhabend ist wie der DFB? Und darum keine Marketing-Kampagne fahren kann? Mag sein, dass dies ein Grund ist. Und man muss auch nicht die ganz schweren Geschütze auffahren.

Aber gerade heutzutage ist es so einfach auch mit kleinem Budget etwas zu bewirken. Es ist ja nicht so, dass sich hier niemand für Eishockey interessieren würde. Es gibt Tausende von Kids die begeistert Eishockey spielen. Die Eisbären hier in Berlin sind ein echter Magnet und die Fans sieht man in der ganzen Stadt, wenn Heimspiel ist. Eishockey zieht viele Menschen an. Wenn sie denn davon wissen.

Und Social Media würde die perfekten Kanäle bieten um die Message nach außen zu tragen und dann von den Fans, die ja ganz offensichtlich vorhanden sind (77.800 Menschen beim Match), weiter transportieren zu lassen. Eine Viral-Kampagne mit Bausteinen wie Facebook, ein paar gute Youtube-Videos, Twitter, eine Aktion mit passenden Blogs - das wäre kein Problem und auch mit kleinem Budget realisierbar. Stattdessen gibt es... nix. Oder hab ich was übersehen? Klärt mich auf.

Und die "offizielle" WM-Seite führt auf eine englischsprachige (!) Unterseite des internationalen Eishockey-Verbandes. Au Backe. Aber dort gibt es ganz unten wenigstens einen Hinweis auf ne Facebook-Seite. Immerhin! Diese hat knapp 6.000 Fans. Aber die Außenwirkung ist deutlich zu gering, die Web 2.0 Penetration viel zu schwach, um virale Effekte in Gang zu setzen.

eishockey wm 2010 auf Facebook

Ich finde das insgesamt super traurig. Dieser Sport, diese Mannschaft, diese WM hätten mehr verdient. Und die Fans hier in Deutschland hätten gern geholfen der Welt zu zeigen, was für tolle Gastgeber wir für die besten Eishockeyspieler der Welt sind. Und wie schon gesagt: mittels Social Media könnte man die Fans so wunderbar einbinden und ihnen Kanäle und eine Plattform bieten. Man verlässt sich wohl allein auf Sport1, dass die genug Werbung machen. Kann man das den Organisatoren vorwerfen. Ich finde schon. Denn man will die Stadien voll bekommen und zugleich Werbung für den Eishockeysport UND den Sport-Standort Deutschland machen. Schließlich bewerben wir uns ja unter anderem auch um die Olympischen Spiele 2018! Da ist Kritik durchaus angebracht.

Ich freue mich aber jetzt erstmal aufs nächste Match der deutschen Mannschaft. Das Auftaktspiel hat Lust auf mehr gemacht! Am Montag geht es um 20.15 Uhr gegen Finnland. Sport1 überträgt (hoffentlich) wieder live.