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9Feb/10Off

Was soll denn das mit Facebook? Viralität, Freunde, gute Musik…

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Frage höre ich immer wieder: "Was soll denn das mit Facebook?" Gute Frage. Berechtigte Frage. Und es gibt viele Antworten. Viele laue Antworten. Aber auch manch gute Antwort. Ich will heute mal eine geben. Wie ich hoffe, eine verdammt gute. Ich möchte ein Beispiel zeigen, was so toll ist an Facebook. Und warum ich Facebook so liebe. Deutlich mehr übrigens als Twitter. Weil genau das, was ich hier beschreibe, mit Twitter nicht - oder wenn, dann nur extrem umständlich - und auch mit kaum einem anderen Social Network in dieser einfachen Art möglich ist.

Es geht um eine gute Freundin von mir. Und um die Musik von Asaf Avidan. Wir haben uns im echten Leben kennengelernt. Weil sie den leckersten Bio-Imbiss der Stadt hatte, die besten Suppen der Welt kocht und ich sie auch sonst extrem sympathisch finde. Sie nutzt Facebook, wie so viele - nicht jeden Tag. Aber ab und zu gibt es Einträge, was sie so gerade macht oder welche Musik sie hört. Neulich morgen fand ich in meinem Facebook-Stream (das sind die Nachrichten meiner Freunde, die mir auf der Startseite angezeigt werden und die ich selbst übrigens wunderbar filtern kann, wenn ich weiß, wie es geht) - ein Musikvideo angezeigt, das meine Freundin an ihre Pinwand geheftet hatte (siehe Screenshot). Sie war auf einem Konzert von Asaf Avidan gewesen und hatte nun dieses Video gepostet. Dazu schrieb sie: "das konzert im franz war laut und auch sehr laut und leise und auch sehr leise und wunderbar sympatisch."

Facebook Video

Ich liebe es neue Musik zu entdecken. Ich klickte auf das Video. Die Musik war gut. Verdammt gut! Wer reinhören möchte - die Musik um die es hier geht, folgt ganz am Ende als Youtube-Video.

Ich war begeistert. Und dankbar. Der Morgen begann mit extrem guter, mir noch unbekannter Musik. Besser kann ein Tag doch nicht beginnen. Oder? Dank der Möglichkeiten von Facebook! Eine Freundin hatte ihre Musik auf Facebook geteilt - geshared, wie man sagt in Web 2.0 Sprache. So hatte sie mich erreicht.

Es ist nun denkbar einfach diese Dinge, die andere ihren Freunden mitteilen, wiederum selbst mit anderen zu teilen. Ich habe ja zu großen Teilen andere "Freunde" auf Facebook, die diese Musik auch noch nicht kennen. Also klickte ich auf "Teilen", weil ich die Musik so extrem genial finde (Screenshot).

Facebook sharing

So gelangte dieses Video auch an meine Pinwand (siehe Screenshot) und in den Stream meiner Freunde. Damit sehen nun auch meine Freunde das Video und können es anklicken. Oder es auch bleiben lassen. Niemand ist gezwungen sich die Musik anzuhören. Aber man hat die Möglichkeit dazu.

Facebook Sharing

So verbreitet sich gute Musik auf Facebook. Freunde teilen sie mit Freunden. Diese reichen sie möglicherweise weiter. Andere erfahren davon. Das nennt man dann "Viralität". Und genau das liebe ich an Facebook! Ich bleibe mit Freunden in Kontakt, erfahre wo sie sind und was sie so treiben. Früher hätte ich viele von ihnen aus den Augen verloren. Die Möglichkeiten Kontakt zu halten sind Dank Web 2.0 erheblich größer und einfacher. Und: ich kann neue, gute Musik entdecken. Freunde geben mir Empfehlungen. Ich reiche sie gern weiter.

Ach ja: ich bin dann später mit meinem iPhone noch in den iTunes-Store und habe mir das komplette Album von Asaf Avidan & the Mojos gekauft! Es entstand also sogar eine echte Transaktion. Und danach habe ich es in meinem anderen Blog, dem VisualBlog, das täglich über 2.000 Leser hat, als "Song der Woche" eingestellt, so dass noch mehr Leute die Musik hören können. Auf Facebook schrieb mir noch ein Freund via Direktnachricht, dass er sich die CD holen will, weil die Musik so genial sei! So funktioniert das Social Web. So gut ist Facebook. Und darum nutzen es immer mehr Menschen.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (5) Trackbacks (0)
  1. und warum soll jetzt Facebook so viel besser sein als Twitter?
    Den kompletten Vorgang den du beschrieben hast, kann ich genauso über Twitter a la Retweet an all meine Freunde verteilen.

    Gruss, rob

  2. Hi Rob,
    du nutzt Facebook kaum, richtig?
    Der erste Unterschied – und in dem Fall der wichtigste: ich kann mir das Video auf Facebook direkt anschauen! Kein weiterer Klick hin auf eine andere Seite. Direkt im Stream anschaubar.
    Desweiteren: mein Kommentar wird direkt zum Video zugeordnet und ist für jeden zu sehen, der sich das Video anschaut. Das ist bei Twitter deutlich umständlicher. Der direkte Dialog ist gegeben. Und andere können sich dran beteiligen. Also nicht nur 1:1 sondern 1:x.
    Auch das „Mag ich“ auf Facebook ist ein super Signal. Ich sehe: der und der hat es sich angeschaut und mag es auch.
    Und weiter: ich kann so ein Video direkt an die Pinwand von Freunde schreiben. Dort ist es dann auch nach zwei Wochen noch zu sehen. Damit breche ich das Grundrauschen, Hauptbestandteil von Twitter, auf. Facebook ist damit nachhaltiger und aus meiner Sicht somit auch effektiver.

  3. Hey Matias,

    ich muss Rob Recht geben. Erst deine Ausführungen in deinem nachträglich geschrieben Kommentar stellen den Unterschied zwischen Facebook und Twitter richtig heraus. Alles was du in deinem Artikel beschrieben hast, hätte auch via Twitter passieren können.

    Ich gebe aber auch dir ein wenig Recht. Denn ich mag Facebook auch ein kleines bisschen lieber als Twitter ;-) Allerdings denke ich, dass beide nicht in direkter Konkurenz stehen sondern nebeneinander recht gut leben können.

  4. Hey – es war nicht das Ziel Facebook mit Twitter zu vergleichen. Kann man auch nicht, meiner Meinung nach. Denn Facebook ist ein Social Network, Twitter ein Kurznachrichten-Dienst. Da ist ein ziemlich deutlicher Unterschied. Auch wenn es natürlich Überschneidungen gibt.
    Klar kann ich auch auf anderen Social Media angeboten Tolles entdecken und weiter sharen. Ein Video in einem Blog gesehen und anderen zugemailt. Auf Youtube entdeckt und in MySpace eingebunden. Usw. Letztendlich funktioniert Viralität im Social Web über diverse Wege und nutzt unterschiedliche Kanäle.
    Das von mir beschriebene bezog sich auf Facebook. Und ich finde – nirgends geht es einfacher wie dort. Und genau darum ist Facebook auch weiterhin (!) so extrem erfolgreich.
    Twitter ist aus anderen Gründen erfolgreich: Schnelligkeit, Zeitnähe, Einfachheit. Twitter hat den Livestream sozusagen erfunden. Ist aber kein Social Network.


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