SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

16Feb/10Off

Facebook als Klickmaschine

Autor des Artikels: Matias Roskos

Was tun die Menschen auf Facebook? Klar - sich vernetzen. Mit "Freunden". Oft sind das nicht die Freunde aus dem Offline-Leben. Es sind eher lose Beziehungen, die aber in bestimmten Situationen wertvoll und hilfreich sein können.

Natürlich ist Facebook auch eine Bildersammlung. Die Menschen posten dort Bilder ohne Ende, die wiederum von Freunden kommentiert und verlinkt werden. Aber - und das wird noch viel zu wenig beachtet: Menschen sprechen Empfehlungen aus. In ihren Statusnachrichten ist zu lesen, wie sie den Film von gestern abend fanden, welches Buch sie gelesen haben oder wenn das eigene Auto spinnt, der Zug zu spät kommt, man Angst vor dem Zahnarzt hat. Man kann auf Facebook lesen, dass der Kaffee in dem oder dem Café nicht so lecker war und wo man den besten Kuchen bekommt. Menschen fragen auf Facebook "Kannst du mir ein Hotel in StadtXYZ empfehlen?" oder "Wo kann man heute Abend hingehen in Berlin?". Sie fragen, empfehlen, kritisieren. Nirgends ist das einfacher wie auf Facebook (und mit Abstrichen Twitter - bevor die Frage kommt: Der entstehende Dialog ist auf Facebook direkter, weil deutlicher abgebildet. Dadurch können sich weitere Teilnehmer einklinken in den Dialog!).

Und die Menschen empfehlen auf Facebook andere Seiten im Netz. Das sind wiederum Fotos und Videos, aber auch Blogbeiträge, News und Zeitungsartikel. Für mein Blog gehört Facebook mittlerweile neben Google und Twitter zu den Top-Quellen neuer Leser!

In der Süddeutschen Zeitung war neulich (Nr. 30, Seite 21) in einem Artikel von Johannes Boie Folgendes zu lesen. Es geht dabei um Google News und den Streit mit den deutschen Verlagen.

Andererseits, und das ist allen Beteiligten klar, kommen via Google News viele Leser. Bislang wagt es daher kein Verlag, auf den Dienst zu verzichten - was der Konzern den Medienhäusern als Reaktion auf Kritik immer wieder anbietet.
Mitten in diesen Streit platzt nun das Ergebnis einer digitalen Messung in den USA, das spektakulär ist und die verhärtete Debatte womöglich drehen könnte: Der Statistikkonzern Hitwise, der Datenströme im Netz misst, hat herausgefunden, dass die Nutzer von Nachrichtenportalen neuerdings eher von Facebook kommen als von Google News.
...
Dabei stellten die Forscher fest, dass 3,5 Prozent der Leser über Facebook kamen - und nur 1,4 Prozent von Google News. Damit ist Facebook zum vierwichtigsten Leser-Lieferanten für Medienportale geworden, zumindest in den USA.
...
Weil das (das posten des Links an der Pinwand) auf Facebook nur Menschen, aber keine Computer übernehmen, ist der Aufstieg des Netzwerkes auch ein Symbol: für die Macht der Nutzer. Es sind Menschen, die in Netzwerken wie Facebook Freunde und Kollegen auf Inhalte hinweisen, die sie interessant finden. Sie übernehmen dabei unbewusst klassische Redakteursaufgaben: Nachrichtenauswahl und Gewichtung.

Dies hat der Autor absolut richtig erkannt. Der Mensch gewinnt im Internet immer mehr an Bedeutung. Er erobert sich, Schritt für Schritt, diese Bedeutung. Facebook ist dabei "nur" eine technische Plattform, die ihm dies erleichtert. Wir erleben einen Wandel. Nur viele wollen dies noch nicht wahrhaben. Doch wer am ehesten reagiert und Social Media - nicht nur Facebook, sondern auch Twitter, Blogs, Youtube und vieles mehr - nicht als einen Hype sieht, der schnell wieder vergeht, sondern als eine komplette Veränderung, eine Bereicherung der Kommunikation der Menschen miteinander, der wird auch in der Zukunft erfolgreich agieren.

hat dir dieser Artikel gefallen?

Dann abonniere doch diesen Blog per RSS Feed!

Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (0) Trackbacks (0)

Die Kommentarfunktion ist hier derzeit deaktiviert.

Trackbacks are disabled.