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25Feb/10Off

Das kommende Geschäftsmodell von Facebook: Seiten für Unternehmen und Brands

Autor des Artikels: Matias Roskos

Immer wieder taucht sie (zu recht) auf, die Frage "Und wie verdienen Facebook und die anderen Socal Networks Geld?" Ganz plump lautet dann die Standardantwort: "Mit Werbung".

Okay, beim TV funktionierte es ja auch 20 Jahre lang. Zumindest bei den Privatsendern. Allein werbefinanziert! Da fragt auch niemand mehr: und wie verdienen die ihr Geld? Das sollte man nicht außer Acht lassen, wenn man über diese biedere Antwort den Kopf schüttelt. Werbung ist ein echter Faktor, der Google zum Beispiel reich gemacht hat. Der wirtschaftliche Erfolg von Google basiert auf den Werbekunden, die Google Adwords nutzen.

Aber auch ich denke, Werbung allein als Geschäftsmodell wird nicht ausreichen für Facebook, MySpace & Co. Darum hatte ich schon vor einer gefühlten Ewigkeit Wege für neue Geschäftsmodelle für Social Networks skizziert. Ich denke immer noch, dass WOM, Crowdsourcing und Social Commerce Bereiche sind, die spannend werden als Einnahmemodell für Facebook und andere.

Facebook hat den Dreh raus

Mittlerweile hat Facebook einen neuen Weg gefunden, wie sie ihre beeindruckende Entwicklung auch monetär in Erfolg umwandeln werden. "Pages", also "Seiten" heißt das Rezept, mit dem der Rubel rollen soll in der Zukunft. Schritt für Schritt, in der virtuellen Öffentlichkeit fast unbemerkt, wurden die Seiten auf Facebook umgewandelt. Früher waren es mal reine Fanpages. Man konnte dort Fan eines Künstlers oder einer anderen Person der Öffentlichkeit werden. Mittlerweile kann man für jedes und alles eine Page einrichten.

Sie ähneln mittlerweile stark einem persönlichen Profil. Nur ist bei einer Seite die aktive Verknüpfung einseitiger Natur. Möchte ich mich mit einem echten Menschen vernetzen, muss dieser die virtuelle Freundschaft auf Facebook bestätigen. Fan einer Seite dagegen kann jeder werden. Die Betreiber der Seite müssen nichts bestätigen. Ab diesem Zeitpunkt des "Fan sein" sind Nutzer und Seite miteinander verknüpft.

Nachrichten der Seite werden im Informationsstream des Nutzers mit angezeiget. So wie die Statusberichte seiner menschlichen Freunde. Der Fan kann an der Pinwand der Seite Kommentare hinterlassen, je nach Einstellung der Administratoren auch Bilder hochladen oder eigene Beiträge schreiben. Er ist also nicht nur passiver Empfänger, sondern hat die Chance direkt mit der Seite und den Betreibern dahinter zu kommunizieren.

Firmen-Seiten gegen Gebühr nur eine Frage der Zeit

Seit kurzem kann - oder besser: muss - man bei der Einrichtung einer solchen Seite angeben, wofür diese Seite gedacht ist (siehe Screenshot). Es gibt diverse Optionen. Man unterscheidet zwischen

  • Künstler, Band oder öffentliche Person
  • Marke, Produkt oder Organisation
  • Lokales

facebook page einrichten

Ersteres war vor ein paar Jahren der Ursprung der Seiten. Die neue Entwicklung ist ein klares Indiz dafür, dass hier der Hebel angesetzt werden wird für ein neues Geschäftsmodell. Die Frage wird nur sein, wie es letztendlich in der Detailumsetzung realisiert wird. Möglicherweise gibt es für die kommerziellen Seiten eine kostenlose Basisversion. Premium könnte dann 5 $ im Monat kosten. Zur Grundgebühr kommt dann eine Pauschale gestaffelt nach der Anzahl der Fans. Bis zu 100 Fans: 0,99 $, 101-500 Fans: 2,99 $, 500- 1.000 Fans 4,99 $ und so weiter.

Damit würde Facebook Millionen einnehmen Monat für Monat. Und wenn ich ehrlich bin: es wäre okay. Facebook stellt nicht nur die größte, sondern auch die innovativste Plattform im Internet zur Verfügung. Kostenlos für die Nutzer. Sie sind extrem erfolgreich. Und sie machen einen verdammt guten Job. Sie haben durchaus das Recht auch Geld verdienen zu wollen.

Ich bin gespannt, wann Bezahlmodelle für kommerzielle Seiten auf Facebook eingeführt werden. Erleben wir es noch 2010? Vermutlich eher nicht. Aber dass es so kommen wird, davon bin ich fest überzeugt.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (4) Trackbacks (2)
  1. Es war doch nur eine Frage der Zeit bis sich Facebook auch für das Unternehmen rechnen muss. Bei XING funktionieren die Unternehmerseiten nicht wirklich gut. Ich hoffe, dass dies bei FB anders ist. Ich werde es ebenfalls im Auge behalten. Bin mal gespannt was da alles so auf uns einprallt.

  2. Es wundert mich eher, dass es noch immer nicht geschehen ist, dass Unternehmensseiten noch immer kostenlos sind.
    Dass sich die Zahl der Mitglieder stark dezimieren wird, sollte Facebook jemals für den „privaten Nutzer“ kostenpflichtig werden, steht in meinen Augen außer Frage.
    Aus Unternehmenssicht wären wir bereit eine gewisse Summe zu bezahlen, wenn es sich rechnet. Ausschlaggebend dafür ist aber die Erweiterung der Funktionen für das Unternehmen. Da geht es nicht einmal um die Werbemöglichkeiten, sondern die Kontaktaufnahme und Kommunikation. Und, dass man jemanden erreicht, wenn man Fragen hat.

  3. Ob und wie ist natürlich ein super Diskussionsthema. Es gibt verschiedenste Modelle die für Facebook und für die Anwender super Attraktiv sein könnten. Ich persönlich bin mir noch unsicher aber ich glaube nicht das Facebook seine Fanpages perse kostenpflichtig machen wird, wenn überhaupt dann nur mit der von dir erwähnten „Pro“ Variante. Aber sogar das halte ich für extrem Diskussionswürdig weil dann Facebook einige Services (z.B. Facebook Connect) kostenlos für Unternehmen anbieten würde und andere nicht. Da Facebook bei seinen Services einen allgemein sehr offenen Charakter hat würde ich wohl eher behaupten das Pages gratis bleiben und sie an anderen Stellen Geld verdienen werden. Schließlich haben sie gerade erst ihr eigenes Bezahlmodell vorgestellt mit dem in Zukunft zwar sicherlich viele digitale Güter verkauft werden aber auch für reale Güter und Dienstleistungen besteht ein riesiger Markt (siehe Pizzahut App). Mit dem positiven Cash-Flow den sie bereits haben sind sie aber zumindest nicht unter Druck ;)

  4. Konzept wirkt übrigens nicht nur in TV und auf großen Social-Media-Plattformen, es funktioniert auch in Blogs.