WerWieWas.de, die Plattform für lokale Inhalte, ist gestartet
WerWieWas.de ist ganz frisch am Start. Diese Plattform basiert auf einer Idee, mit der ich bereits Ende 2008 konfrontiert wurde. Damals erzählte mir Dirk Rumberg, der zuvor bei der Süddeutschen Zeitung die SZ Bibliothek aufgebaut hatte, was er vorhat: Eine Agora des 21. Jahrhunderts.
Schnell merkte ich, wie ehrlich er es meinte mit seiner Begeisterung für diese Idee, den Menschen eine Plattform zu bauen, die sich vor allem um eines dreht: ihre Region, ihre Gemeinde, ihr Stadtviertel. Diese Begeisterung steckte an. AUßerdem fand ich es spannend, dass eine solche Idee nicht aus der Web 2.0 Ecke oder einer Studenten-Startup-Szene kam. So war ich schnell mit eingebunden in die Konzeption von WerWieWas.de. Über einige Monate hinweg im vergangenen Jahr war ich immer wieder in Martinsried bei München und arbeitete mit dem dortigen WerWieWas-Kernteam zusammen. Mein Part bestand vor allem darin aufzuzeigen, wie die Nutzer eingebunden werden können in den Prozess der Contentgenerierung. Man wollte hier vor allem auf Crowdsourcingmechanismen setzen. Ich entwickelte Vorschläge für die Incentivierung der Nutzer und damit einhergehend einen nachhaltigen Communityaufbau. Einige dieser von mir skizzierten Vorschläge werden nun Schritt für Schritt eingebaut und sollen helfen die Community langfristig wachsen zu lassen und den Communitymitgliedern helfen sich mit der Plattform und dem was sie dort mit einbringen ganz direkt zu identifizieren.
Kernstück der gerade gelaunchten Beta-Version ist die Karte und damit einhergehend eine aus meiner Sicht sehr gelungene Usability. Ziel des Produktmanagers Valentin Bauer, der von den Lokalisten zu WerWieWas.de kam, war und ist es, dass die Leute sich auf der Seite extrem schnell zurecht finden sollen. Jeder der neu ist, soll keinerlei Probleme haben lokale Neuigkeiten mit einzupflegen. Dieses Ziel ist ihm gelungen. Auch die einfache Anmeldung via Facebook-Connect oder Twitter Connect senkt die Hürden extrem. Das ist wichtig und gut. Die Plattform ist übrigens eine Eigenentwicklung von WerWieWas.de. Kompliment meine Herren!
Zum Start hat Gründer Dirk Rumberg einen Beitrag geschrieben, was die Idee hinter WerWieWas.de ist und wie es dazu kam:
Immer wieder habe ich mir in den vergangenen Jahren gewünscht, es gäbe eine Seite, auf der man sich schnell einen Überblick darüber verschaffen kann, was um einen herum gerade passiert, was andere bewegt, nicht weltweit, sondern in der eigenen direkten Umgebung.
Klar, es gibt lokale Seiten, Empfehlungsseiten, man kann googlen.
Aber: Einerseits findet man Vieles, was einen lokal interessiert, eben nicht.
Eltern, die Wochenende für Wochenende ihre Sprösslinge zu Fußballplätzen fahren und dort den Spielen der D- oder F-Jugend folgen, Lehrer, die Projekttage organisieren, Kindergärten, die einen Bazar abhalten, der Nachbar, der das Straßenfest veranstaltet, sie alle suchen nach Berichten über diese Aktivitäten heute meist vergeblich.
Zum andern findet man all das, was das tägliche Leben ausmacht, wenn überhaupt, dann verstreut über viele Informationsquellen, vom Plakat an der Brücke oder im Schaukasten des Sportvereins über den Gemeindebrief der Kirche, zum Mitteilungsblatt der Schule, das Lokalradio, die Regionalzeitung, das Branchenbuch, Empfehlungsseiten im Internet. Einen schnellen Gesamt-Überblick bekommt man bislang nirgends; und das soll nun anders werden.
Wer wissen will, wie es um seine unmittelbare Umgebung bestellt ist und was in seinem Viertel geschieht, der ist künftig bei WerWieWas.de richtig. WerWieWas.de will alle lokal relevanten Informationen bündeln, verorten, auf einer Karte anzeigen und damit einen Überblick über die eigene Umgebung bieten.
Es sind die Informationen die sich mit dem beschäftigen was uns direkt umgibt. Diese sollen auf WerWieWas.de ein Zuhause finden. Das fand ich schon Ende 2008 super sympathisch. Und ich finde es heute, Anfang 2010, wo die Plattform in einer ersten Beta-Phase online geht, genauso spannend wie seinerzeit. Ja, ich bin nicht unbefangen, weil auch ein kleines Stück von meinen Ideen und Vorstellungen mit drin steckt. Und ich hoffe, dass dieser Anteil in den kommenden Wochen und Monaten noch größer wird. Aber auch hätte ich nicht mitwirken dürfen an der Verwirklichung der Idee, wäre ich begeistert. Denn ich mag Projekte, bei denen der Mensch in den Mittelpunkt gerückt wird. Und die gleichzeitig mit viel Passion und Herzblut für eine verdammt gute Idee betrieben werden. Das ist bei WerWieWas.de der Fall.
Darum: 1) Orts-Pin setzen, 2) Beitrag schreiben, 3) Bild hochladen. Einfacher gehts nicht. Ich bin gespannt, wie sich WerWieWas.de entwickeln wird. Und werde es hundertprozentig im Auge behalten. Viel Glück ans ganze Team in Martinsried!
Social Media Week 2010 in Berlin
Leider kann ich selbst nicht dabei sein, bei der Social Media Week 2010 in Berlin. Vom 1. bis 5. Februar 2010 gibt es in der Stadt über 30 Veranstaltungen, die die Vielfältigkeit der Ausprägungen sozialer Medien in Alltag und Berufsleben aufzeigen möchten.
Vorträge, Diskussionen und Workshops sind die Kernelemente des Programms, das die Bedeutung der Stadt als Motor einer deutschen Social Media-Entwicklung unterstreicht.
Das selbstgewählte Motto Streit! dient dabei als thematisches Dach und spiegelt die aktuelle Diskussion in den sozialen Medien und Netzwerken wieder. Das Programm wird über soziale Netzwerke und regelmäßige öffentliche Meetups koordiniert und ist ab sofort unter http://socialmediaweek.org/berlin/ einsehbar.
Hervorheben muss ich natürlich die Party meiner Freunde von Panorama3000 am 4. Februar! Gemeinsam mit Silk Relations wollen sie es in Berlin Mitte so richtig krachen lassen! Viel Spaß!
Und wer in der Stadt ist - sei dabei bei der Social Media Week 2010 in Berlin.
Probleme mit dem 1&1-Webmailer? Habe den neuen 1&1 Kundenservice getestet
Haben sie auch Probleme mit dem neuen 1&1-Webmailer? Ich mag ihn, hatte aber letzte Woche große Probleme. Mich erreichten keine Emails mehr. Daraufhin rief ich den neuen 1&1 Kundenservice an. Die Nummer fand ich in meinem 1&1-Account (siehe Screenshot).
Man war dort sehr bemüht und konnte mir letztendlich auch helfen. Fehler war allerdings ein krasser Usability-Fehler im neuen Webmailer. Alle Details dazu finden sie in meinem ausführlichen Bericht im VisualBlog.
Aber: der neue Kundenservice von 1&1 hat funktioniert. Zumindest bei mir.
Verbraucher bevorzugen interaktive Informationskanäle
Schon vor ein paar Wochen stieß ich im wunderbaren Commercial Communities Blog von Dr. Kai-Uwe Hellmann auf den Artikel mit gleichzeitiger Kernaussage: "Verbraucher bevorzugen interaktive Informationskanäle für Produkte und Dienstleistungen". Dabei geht es um eine Marketingstudie der Handelshochschule Leipzig (HHL) und McKinsey & Company.
Die repräsentative Befragung von 1.500 Konsumenten in den Bereichen Mobilfunk, Filialbanken und Unterhaltungselektronik zeigt: Zwar nutzt jeder dritte Konsument klassische TV-Werbung, Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge zur Information über Produkte und Services – als ausschlaggebende Informationsquelle vor einer Kaufentscheidung gelten diese Kanäle aber für weniger als fünf Prozent der Käufer.
Lieber informieren sich zum Beispiel Kunden, die vor einer konkreten Kaufentscheidung im Bereich Unterhaltungselektronik stehen, direkt im Einzelhandelsgeschäft (39 Prozent) und vor allem online: Die Seiten von Internethändlern und Herstellern sowie Foren und Web-Communities nennen mehr als 50 Prozent als den für sie wichtigsten Informationskanal.
Bemerkenswert: In allen drei untersuchten Branchen ähneln sich die Befragungsergebnisse
schreibt Dr. Kai-Uwe Hellmann. Da ich mich mit dem Agieren in Social Networks beschäftige und solchen Fragen:
- "Wie gelingt es eine Community authentisch wachsen zu lassen?"
- "Was muss ich den Mitgliedern bieten, damit sie aktiv bleiben?"
- "Welche Mechanismen funktionieren um eine lebendige Community aufzubauen?"
sind solche Untersuchungen natürlich extrem spannend. Und diese Studie untermauert eigentlich das, was ich meinen Kunden schon seit langem sage: Setzen sie auf Social Media. Denn hier kann Mundpropaganda initiiert werden, die deutlich wertvoller ist wie die klassischen Marketingmaßnahmen.
Weiter ist zu lesen:
"Die Konturen von Vertriebs-, Kommunikations- und Informationskanälen verschwimmen zunehmend; der Kunde wird souveräner und entscheidet selbst, auf wessen Meinung er vertraut“,
erläutert Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg von der HHL.
Dieser Trend stelle für Serviceanbieter, Händler und Hersteller eine besondere Herausforderung dar“, so Kirchgeorg, „denn die in Social Media geäußerten Meinungen über bestimmte Produkte und Marken sowie die daraus resultierenden Image- und Umsatzeffekte liegen außerhalb des direkten Einflussbereichs der Anbieter.“"Dem Kundenbedürfnis nach mehr und besserer On- und Offline Interaktion müssen Unternehmen Rechnung tragen“,
so Christoph Erbenich. Entscheidend sei es, die Marketing- und Vertriebsbudgets in Bezug auf alle Kundenkontaktpunkte integriert zu steuern.
"Nur so kann man den gestiegenen Anforderungen der Kunden nach Qualität, Konsistenz und Authentizität entgegenkommen – sei es im Beratungsgespräch mit einem Callcenter-Agenten, bei der Produktvorführung im Kaufhaus oder im Chatroom eines Online-Händlers“
Integrierte Marketingkampagnen. Mit Social Media als mindestens gleichberechtigtem, wenn nicht sogar dem wichtigsten Baustein - das ist die Zukunft des Marketing. Davon bin ich felsenfest überzeugt.
Das Web 2.0 – Wie auf einem Markt im Mittelalter
Heute mal ein Blick zurück in die Vergangenheit - ins Mittelalter. Der Handel im Mittelalter lebte von den Märkten, auf denen man so ziemlich alles bekam was man brauchte (oder auch nicht brauchte). Als Händler gab es die unterschiedlichsten Typen. Da waren zum einen die, die am lautesten und ausgefallensten schreien konnten. Dann wiederum gab es die, die durch Qualität überzeugen wollten. Selten traf beides zusammen: ein guter Marktschreier und eine außerordentliche Qualität seiner Waren. Wenn das doch mal der Fall war, war er unschlagbar.
Dazwischen gab es eine große Masse, die oft versuchte über den Preis zu überleben, von den lautesten Marktschreiern oft aber überschrien wurde. Sie hatten nur eine Chance langfristig zu überleben, wenn sie Nischen bedienten, die sonst kein anderer bediente. Oder sie lernten auch ganz laut zu schreien. Oder sie arbeiteten Schritt für Schritt an der Verbesserung der Qualität ihrer Waren. Das Feedback bekamen sie ja direkt von den Kunden auf dem Markt. Der Gradmesser war der Umsatz.
Genauso ist es im Internet des Jahres 2010. Nennen wir es Social Web oder Web 2.0. Wer am lautesten schreit, bekommt erst einmal die Aufmerksamkeit. Je länger ich das Web 2.0 beobachte und selbst aktiv daran teilnehme, desto mehr gewinne ich den Eindruck als befinde man sich auf einem Markt des Mittelalters. Damit meine ich keinesfalls, dass wir in eine eher düstere Zeit zurückkehren. Es geht mir dabei nicht um den Zeitgeist oder die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Ich meine allein die Lautstärke mit der versucht wird die Besucher auf sich aufmerksam zu machen. Seife aus Ochsenblut, Schneckenpastete mit Veilchenduft oder eine Rückenmassage einer orientalischen Wunderheilerin.
Gewonnen hat, wer am lautesten schreit.
Ist es nicht so? Gehört die Aufmerksamkeit nicht zuerst denen, die am auffälligsten brüllen? Sie waren auf einem Mittelaltermarkt oft ein auffälliger Angelpunkt – die Marktschreier.
Aber setzt sich letztendlich Lautstärke allein durch? Wen finden wir denn noch auf einem solchen Markt im Mittelalter? Händler, die auf Qualität setzen. Die ihr Handwerk mit Leidenschaft und Liebe betreiben. Und die sich, wenn sie sich nicht ungeschickt anstellen, mit der Zeit über treue Stammkunden freuen dürfen. Selten nur hatten sie auch marktschreierische Qualitäten.
Wer wird den größten Erfolg haben? Kurzfristig sicherlich der laute, auffällige Marktschreier. Wie ein Magnet zieht er neue Kunden an, die das mal ausprobieren möchten. Doch mittelfristig wird es ihm nicht gelingen eine Klientel an Stammkunden aufzubauen, wenn seine Hauptstärke allein das auffällige Rufen ist. Mittel- und langfristig wird der den größten Erfolg davon tragen, der sein Handwerk mit Liebe und Können betreibt. Und – das ist wichtig – es außerdem versteht seine Produkte und Dienstleistungen an die Frau und den Mann zu bringen. Er muss durchaus auch verkaufen können. Ein wenig „schreien“ muss er also auch können. Hockt er nur in seiner Werkstatt vor den Toren der Stadt oder ist sein Marktstand nicht einladend, nutzt ihm auch die beste Qualität nur wenig. Doch dann, wenn auch das einigermaßen stimmt, wird er viel Freude haben mit seinem Können, seinem Handwerk, seinem Business.
Der laute Marktschreier wird langfristig keine Chance haben gegen exzellente Handwerker mit einem wunderschönen Marktstand und der sympathischen Verkäuferin in ihrer Seite.
Und was sollen diese Ausführungen nun auf einem Blog, das sich mit Themen rund um Social Networks, Viralmarketing und Web 2.0 beschäftigt? Es ist im Grunde im modernen Internet, dem Social Web, nicht anders wie auf einem mittelalterlichen Markt. Es gibt viele viele laute Schreihälse. Die fallen auf. Sie ziehen Kunden bzw. Internetnutzer an wie ein zappelnder Regenwurm an der Angel den Fisch.
Doch es gibt auch viele gute „Handwerker“, die mit viel Liebe, Weitblick und Energie ihr Business betreiben. Sie fallen oft weniger auf. Doch langfristig werden sich die Projekte durchsetzen, die mit Passion immer weiter voran getrieben werden. Und die, die sich selbst Zeit geben um zu wachsen und um dazu zu lernen. Für einen Kreis an Stammkunden braucht es Zeit. Erst dann kann sich Mundpropaganda entfalten! Erst dann werden diese zufriedenen Stammkunden anderen davon erzählen. Die Community beginnt zu wachsen. Schritt für Schritt. Und vor allem: nachhaltig.
Die Menschen werden anderen zwar durchaus auch von den lauten, lustigen, auffälligen Marktschreiern erzählen. Doch die sind auch schnell wieder vergessen, wenn das Produkt nicht überzeugt. Von denen, die den Nutzer mit Qualität, einem freundlichen, persönlichen Service überzeugen, wird man Freunden immer wieder gern erzählen und sie immer wieder weiter empfehlen. Dann fängt Mundpropaganda an zu funktionieren. Wie auf einem Markt im Mittelalter.
5 Millionen US-Dollar – Doritos und der Superbowl 2010
Doritos tut's schon wieder. Nun schon zum vierten Mal. Wieder wird der Doritos Werbespot, der während der Live-Veranstaltung in den USA mit der höchsten Einschaltquote - dem Superbowl - ausgestrahlt wird, via Crowdsourcing gesucht. Wir befinden uns bereits in der Endphase der Aktion, wie beim "Krawattenträger" (trägst du wirklich täglich Krawatte, Markus?) nachzulesen ist.
Doritos hat drei (extrem teure) Sendeplätze in den Werbepausen des Superbowl geschaltet. Und unter dem Motto “Crash the Superbowl” vergibt Doritos diese drei Plätze an Spots, die mittels einer Crowdsourcing-Aktion gesucht wurden.
Spannend sind die Prämien. Und sie haben sicherlich auch dafür gesorgt, dass es gewaltige 4.000 Einsendungen gab! Was wiederum für Doritos schon im Vorfeld des Superbowl (!) allerbeste Werbung ist. Viralmarketing vom Feinsten.
Make it one of the six finalists and win $25.000. Then, if America votes it in our Top 3 submissions, your video will be aired as a Doritos brand commercial durcing Super Bowl XLIV.
But that's not it. If you get first place on the USA Today Ad Meter, we'll give you $1.000.000. Second wins $600.000, and third wins $400.000. If we take the Top 3, everyone gets another $1.000.000. Sound good? We thought so.
Bedeutet im Klartext: man kann bis zu 2 Millionen Dollar verdienen, wenn der eigene Spot Platz 1 des Ad Meter belegt und die anderen beiden Spots Platz 2 und 3. DAS ist garantiert für etliche Werbefilmer nicht unspannend. Und wie die Ergebnisse zeigen: es funktioniert. Hier wirkt eine extrem spannende Incentivierungsstrategie! Und die Leute erzählen davon. "Hey - da kannst du ne Million verdienen. Du machst doch sonst auch so kleine Spots... Versuchs doch mal."
Und wie Markus Sekulla schreibt: "Es wird ‘gemunkelt’ der letztjährige Gewinner habe mit lediglich 2.000 $ Einsatz die 1 Millionen $ gewonnen…" Crowdsourcing öffnet spannende Türen. Für alle - Kunde wie Kreativer.
Schade, dass die Spots die während Olympia oder der Fussball-WM im deutschen Fernsehen laufen, nicht auch über Crowdsourcing-Kampagnen gesucht werden. Bisher jedenfalls. Das kann und sollte sich die kommenden Jahre ändern. Es ist verschenktes Marketing-Potential! Wir stehen bereit.
Warum die Leute nichts für Qype und andere Portale schreiben
Zwischen den Feiertagen sitzt man oft mit Freunden und Familiemitgliedern zusammen und redet über alles mögliche. Oft habe ich mich dann auch in Restaurants und Cafés getroffen. Und selbstverständlich redet man dabei heutzutage auch übers Web 2.0, Facebook, Twitter, Bloggen und so weiter.
Wenn man in einem Restaurant sitzt, kommt bei mir automatisch auch der Gedanke: „Schreibe ich dazu jetzt was auf Qype?“ Meine Antwort ist meist „Nein.“. Bei diesen Gesprächen zwischen den Feiertagen habe ich dann auch meine Freunde gefragt, ob sie was auf Qype schreiben. Erstaunlich fand ich, wie viele schon von Qype gehört hatten. Einigen musste ich erklären worum es geht. Bei diesen Gesprächen tauchte dann immer wieder eine zentrale und entscheidende Frage auf: „Warum sollte ich auf Qype was schreiben?“
Wo ist der Mehrwert?
So ungefähr geht es mir selbst auch. Warum? Was habe ich davon? Wo ist der Mehrwert? Qype steht hier nur exemplarisch für viele andere Bewertungsportale. Es gibt so viele Bewertungsportale da draußen, die alle unter dem gleichen Problem leiden. Sorry, Qype, dass ich schon wieder euch heraus picke. Ich hoffe, ihr seht das positiv. Denn über euch wird geredet. Das ist ein an sich gutes Zeichen.
Es gibt sie – diese Mehrwerte auf Qype. Es gibt gute Gründe, warum man was auf Qype schreiben sollte. Dessen bin ich mir bewusst. Ich kann meine Tipps zu guten gastronomischen Einrichtungen easy weiter teilen auf Facebook und Twitter. Ich kann so meine favorisierten Restaurants sammeln und mit Freunden teilen. Ich kann auch was Gutes tun, in dem ich Restaurants gut bewerte in denen ich mich wohlgefühlt habe. Und genau das ist auch der Hauptgrund, warum ich immer mal wieder was schreibe oder ein Bild hochlade. Aber ich gebe es zu, ich tue dies eher selten.
Die Leute machen zu wenig mit bei zahlreichen durchaus spannenden Web-Startups. Es fehlt die Motivation der Menschen. Man kann nicht omnipräsent sein im Netz. Es ist schier unmöglich aktiv zu agieren auf seinem bevorzugten Social Network (bei mir ist das Facebook), möglicherweise seinem Bilder-Account bei Flickr, seinem eigenen Blog und vielleicht noch in ein oder zwei Foren für Spezial-Themen. Dazu gibt es auch noch Email. Und dann ist da ja auch noch das echte Leben mit Job, Familie, Haushalt und allem was dazu gehört.
Der Wikipedia-Vergleich
„Aber auf Wikipedia schreiben ja auch Tausende von Menschen, jeden Tag. Dann muss das bei uns doch auch funktionieren.“ Diese Sätze höre ich immer wieder. Und sicherlich gehört Qype zu den Portalen, die einigermaßen funktionieren, was die Community angeht. Aber Qype ist nicht Wikipedia. Das bedeutet ganz konkret: Wikipedia ist ein nichtkommerzielles Projekt, bei dem die Leute mitmachen um an einer gigantischen, weltweiten Wissenssammlung mitzuarbeiten. Aus Spaß. Und für "Ruhm und Ehre". Es geht auch ein Stück um das Erarbeiten eines Expertenstatus dort.
Qype dagegen ist, wie fast alle Portale im Web, ein kommerzielles Projekt. Das macht durchaus einen gewaltigen Unterschied für die Nutzer. Es geht dabei ums Image eines Portals. Bei einem Open Source Projekt macht man viel eher mit wie bei einem Webprojekt hinter dem ein Startup steckt.
Der kommerzielle Background ist aber sicherlich kein Killerkriterium. Wenn es gelingt ein spannendes Portal an den Start zu bringen, dass den Leuten echte Mehrwerte bietet, steht einem Erfolg an sich nichts im Weg. Aber – die alles entscheidende Frage muss von jedem Portalbetreiber beantwortet werden:
Was hat der Nutzer von seiner aktiven Teilnahme?
Diese Frage wird ganz offensichtlich selten gestellt und meist unzureichend beantwortet. Es müssen echte Mehrwerte geschaffen werden. Dann und nur dann wird man langfristig eine starke und vor allem spannende Community aufbauen. Und damit letztendlich erfolgreich sein.













