SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

24Nov/09Off

Wie verdient Facebook Geld? Beispiel NBA

Autor des Artikels: Matias Roskos

Die Frage geistert nun schon seit zirka zwei Jahren durch die Lande: Wie verdienen Social Networks eigentlich Geld? Zuerst einmal mit banaler Bannerwerbung. Dass dies nur bedingt funktioniert ist allen klar. Aber es ist eine finanzielle Basis. Wie die Erlösmodelle der Zukunft aussehen könnten, hatte ich hier bereits skizziert. Social Shopping, Viralmarketing und Crowdsourcing sind Bausteine, die den Social Networks auch wirtschaftlich enorm weiterhelfen könnten. Aber es passiert in der Richtung noch viel zu wenig. Warum? Weil es konzeptionell nicht mit zwei Klicks umsetzbar ist. Für alle drei Bereiche bedarf es eines starken Communitymanagements - also Menschen von Seiten der Anbieter, die gekonnt und mit Passion agieren. Und davon gibt es noch viel zu wenige. Und Menschen kosten Geld... Und auch von konzeptioneller Seite muss mehr Vorarbeit geleistet werden. Vor dem scheut man noch (!) zurück.

Einfacher ist da das Erlösmodell Virtual Gifts (siehe auch diesen Beitrag). Hierzu ein aktuelles Beispiel. In der NBA, der amerikanischen Basketball-Liga, hat gerade die neue Saison begannen. Die Facebook-Page ist mit über 1,7 Millionen Fans extrem gut besucht. Und von Seiten der Betreiber wird mächtig Action gemacht. Ständig gibt es Umfragen, Clips von Szenen der letzten Spiele und alles mögliche rund um die NBA.

Kommen wir zu den Virtual Gifts. Die NBA hat im Virtual Gift Shop von Facebook Trikots aller NBA-Clubs angelegt. (Für bessere Bildqualität bitte aufs Bild klicken!)

NBA auf Facebook (Virtual Gifts)

Diese rein virtuellen Trikots kann man nun Freunden auf Facebook schenken. Kostenpunkt: 3 US-Dollar! Das ist nicht wenig und beschert beiden, den Betreibern der Page wie vor allem auch Facebook satte Einnahmen. Für einen geringen Aufwand. Denn wirklich "produziert" werden musste dafür nichts. Außer den Grafiken.

NBA auf Facebook (Virtual Gifts)

Bezahlt wird via Creditcard. Das geht innerhalb von drei Klicks und stellt keine große Hürde da. Von der Usability nahezu perfekt umgesetzt.

NBA auf Facebook (Virtual Gifts)

Man kann seine Freunde wie bei einer persönlichen Nachricht auf Facebook leicht auswählen wenn man das Trikot aussucht. Dem Ganzen kann man dann einen persönlichen Text hinzufügen. Und - jetzt wirds erneut spannend - man kann einstellen, ob alle es sehen sollen, wenn man dieses Geschenk an die Pinwand des Freundes sendet. Damit wird es viral. Jeder Freund meines Freundes kann sehen, dass er und ich NBA-Fans sind. Die Marke wird transportiert. Andere potentielle Fans werden auf die Fanpage aufmerksam und erzählen möglicherweise davon weiter.

Viralmarketing mittels Virtual Gifts.

Wenn man das Ganze noch weiterspinnt, könnte man auch den Baustein Crowdsourcing mit ins Spiel bringen. Man könnte neue Trikots oder andere passende virtuelle Geschenke von den Fans designen und bewerten lassen. Und hätte noch mehr Action auf der Fanpage. Wieder wären virale Effekte ziemlich sicher. Neue Menschen stoßen über die Aktion und klinken sich mit ein. Und die Bereitschaft dann ein von den Fans mitkreiertes Virtual Gift zu kaufen und zu verschenken würde deutlich steigen.

Beworben werden diese virtuellen Shirts auf der NBA-Fanpage. Innerhalb von 7 Stunden hatten bereits 5.057 Personen ihr "gefällt mir" gesetzt und es gab 495 Kommentare. Daran kann man erkennen: die Aktion funktioniert. Virtual Gifts werden von den auf Facebook agierenden Menschen angenommen. Man kann (leider) nicht erkennen, wieviele letztendlich auch die 3 Dollar ausgeben und ein Shirt kaufen. Aber es werden nicht wenige sein. Ein echtes Erlösmodell für Social Networks, das immer besser funktioniert und das in der Zukunft immer weiter ausgebaut werden wird.

NBA auf Facebook

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. Guter Artikel – Danke!

    Ich habe letzthin einen ähnlichen Artikel zum Thema „Facebook: Wie funktioniert die Monetarisierung von Facebook-Applikationen wie FarmVille?“geschrieben, der dürfte in diesem Zusammenhang interessant sein.

  2. Vielen Dank für den interessanten Artikel. 3 US$ für ein .gif was absolut keine großartige Verwendung hat, außer ein paar Minuten Freude, ist aber schon heftig.
    Meiner Meinung nach bieten da Güter in virtuellen Welten wie Second Life, IMVU, Kaneva und Co. einen erheblichen Mehrwert und auch höheren Nutzen als virales Marketing Tool. Hier haben diese oft Funktionen, der User nutzt sie extrem lange (z.B. verbringt ein aktiver SL User das 15fache der Zeit seiner Plattform je Monat, als ein aktiver Facebook User das bei FB macht).

    Virtual Gifts sind für mich daher nur ein Bruchteil desen, wie Webangebote welche in Zukunft immer mehr Richtung 3D gehen müssen / werden, finanziert werden können.

  3. Komisch, immer wen ich Second Life lese oder höre kommt mir die Weisheit der Dakota-Indianer in den Sinn.

    Was haben virtuelle Güter in virtuellen Welten mit einem viralen Marketing Tool zu tun? Ich denke nicht, dass man dies vergleichen kann, bzw. eine gute virale Kampagne einer erheblichen Mehrwert gegenüber jeder Massnahme in einer virtuellen Welt bietet.


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